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Zur PrUfung des Atropinsulfats.

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J. G adamer: Priifung des Atropinsulfats.
333
dass die l-Tropasiiure an sich durch Alkalien nicht racemisiert wird.
Es ist dies von nicht zu unterschAtzender Bedeutung; denn da bei der
Einwirkung von Basen auf Hyoscyamin und Scopolamin ausser der
Racemisierung namentlich bei Gegenwart von Wasser auch Hydrolyse
erfolgt, Hyoscyamin und Atropin, Scopolamin und i Scopolamin aber
letzterer in gleichem Verhaltnis unterliegen diirften, sind wir wohl zu
der Annahme berechtigt, dass namentlich bei der Versuchsanordnung,
wie sie Will ufid B r e d i g wiihlten, stets etwas l-Tropasiiure entstehen
muss. D a ferner die l-TropasBure nicht durch Basen racemisiert wird,
kann die Reaktionsfliissigkeit nicht inaktiv werden. Vielleicht ist auch
hierauf hauptsachlich zurlickzufiihren, dass W i l l und B r e d i g niemals
vtillig inaktive Fliissigkeiten erhalten haben. Auch der Versuch 17
erfahrt durch dieses Verhalten der l-Tropasiiure eine eigentiimliche
Beleuchtung. Gegen Ende des Versuches ist die Abnahme von aD nur
noch eine sehr geringe im Verhilltnis zu der auftretenden hydrolytischen
Spaltung und zu der Anfangsgeschwindigkeit der Racemisierung. Ich
mochte annehmen, dass die gegen Ende des Versuchs noch bestehende
AktivitBt nur noch zum kleinsten Teile dem Scopolamin, hauptsachlich
aber gebildeter l-Tropasiiure zuzuschreiben ist. Zu der 5eit, als die
Einwirkung von Kaliumkarbonat auf Scopolamin studiert wurde, war
mir yon diesen Verhiiltnissen noch nichts bekannt, sodass ich meine
jetzige Anschauung auf ihre Richtigkeit noch nicht untersuchen konnte.
Es soll dies bei einer spiiteren Gelegenheit nachgeholt werden. Ebenso
~011gepruft werden, ob, wie wohl zu erwarten steht, andere Ester der
l-Tropasiiure durch Basen racemisiert werden.
-
140. Zur Priifung des Atropinsulfats.
Von J. Gadamer.
Nach der Forderung des D. A.-B., IV. Ausgabe soll das zum
arzneilichen Gebrauche bestimmte Atropinum sulfuricum aus einem
Atropin vom Schmelzpunkt 115,5 dargestellt werden und selbst gegen
180 schmelzen. Diese Forderungen wollen die Gegenwart von
Hyoscyaminsulfat nach Moglichkeit ausschliessen. Nach einer Privatmitteilung von E. Merck-Darmstadt vom 7. Mai 1899 an Herrn
Geheimrat Prof. Dr. E. S c h m i d t stehen dieselben jedoch im Widerspruch mit den von ihm gelegentlich der Darstellung des Alkaloides
gemachten Erfahrungen. Aus dieser Korrespondenz entnehme ich auszugsweise nachstehende SBtze:
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J. Gadamer: Priifung des Atropinsulfats.
Das f lir eigene wissenschaftliche I) Untersuchungen dargestellte
viillig inaktive Atropin schmolz bei 112-113';
eine Erhtihung des
Schmelzpunktes durch Umkrystallisieren konnte nicht erreicht werden.
Das aus der reinen Base dargestellte Golddoppelsalz hat den
Schmelzpunkt 134-136
Das entsprechende Sulfat, welches durch
Krystallisation aus geeigneten Ltisungsmitteln, nicht durch FAllung
gewonnen wurde, schmilzt bei normaler Temperatursteigerung bei 185
bis 187 C. Da der Schmelzpunkt ein Zersetzungsschmelzpunkt ist, SO
sinkt derselbe beim langsamen Erhitzen auf 182-183 O, bei schnellerem
steigt er auf 188-189O.
E. Merck halt es daher fur bedenklich, den Schmelzpunkt .gegen
180''' zu verlangen, ,,zumal sich in der Fabrikation ein absolut von
Hyoscyamin befreites Atropin nicht herstellen lawe". Als brauchbare
und geniigende Priifungsmethode schlagt E. M e r c k die Bereitung des
Golddoppelsalzes und die Bestimmung des Schmelzpunktes des letzteren,
der bei 135-138O liegen 9011, vor.
Urn festzustellen, ob diese Einwendungen E. Merck's berechtigt
seien, habe ich nach der in der vorstehenden Arbeit ,,Die Beziehungen
des Hyoscyamins zu Atropin etc.= angegebenen Methode aus einem
Hyoscyamin vom Drehungsvermtigen [a]: = - 13,7O absolut reines,
inaktives, also hyoscyaminfraies Atropin dargestellt. Das aus verdiinntem
Alkohol umkrystallisierte Atropin bestand aus blendend weissen,
feinen Nadelchen, die unzerrieben im Rot h'schen Apparat bei 115 bis
116O C. schmolzen, wahrend im zerriebenen, sorgfaltig getrockneten
Zustande der Schmelzpunkt etwas niedriger, ubereinstimmend mit
E. Merck zu 112-113' gefunden wurde. Eine Ablenkung der Ebene
des polarisierten Lichtstrahles konnte selbst in 20 % iger Ltisung bei
einer Beobachtungsschicht von 2,2 dm Lange nicht konstatiert werden.
Aus diesem reinen Praparat wurde das Sulfat dargestellt, indem
eine konzentrierte alkoholische Ltisung mit verdiinnter Schwefelslure
g e n a u neutralisiert wurde. Nach dem Eindunsten zur Trockne wurde
das zuriickbleibende Sulfat in wenig heissem absolutem Alkohol gelost
und mit noch so vie1 heissem Aceton versetzt, dass in der Warme
eine Abscheidung des Sulfates gerade noch nicht eintrat. Die Ltisung
wurde dann gnt bedeckt in ein grtisseres Geftiss mit heissem Wasser
(ca 50° C.) eingestellt und darin erkalten gelassen. Das Atropinsulfat
schied sich so in mehr als zentimeterlangen, weissen, schwach glgnzenden,
sehr diinnen Nadeln am, die abgesogen und mit einem Alkohol-Aceton-
'.
1) Anm. Das von E. Merck in den Handel gebrachte Atropin ist
nach seinen eigenen Angaben niemals vollig inaktiv, also nicht frei von
Hyoscyamin.
J. Gadamer: Priifung des Atropinsulfats.
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gemisch nachgewaschen wurden. Dieses Prlparat war vtlllig rein, wie
aus dem analytischen Material ersichtlich ist.
1. 0,3397 g verloren bei lo00 0,0077 g Wasser = 2,3 % nnd gaben
0,1139 g Ba SO, = 14,1% Schwefelsaure, wasserhaltig resp. 14,43% wasserfrei.
2. 0,2585 g verloren iiber Schwefelsiinre 0,0056 g Wasser = 2,1%.
3. 0,1988 g verloren iiber Schwefelsaure 0,0045 g Wasser = 2,3 %.
4. 0,1943 g getrockneter Substanz gaben 0,4280 g C o p und 0,1210 g
Ha0 = 60,l% C und 7,1% H.
Gefunden :
Berechnet fiir
I.
11.
111.
IV.
(CI~HOBNO~SHSSOI+
Ha0
HsO: 2,3 2,l
2,3
2,59
c:- - 60,l
60,3
H : - 731
7,15 wasserfrei.
HsSO,: 14,4 14,45
Dieses reine Atropinsulfat zeigte bei der Bestimmung des
Schmelzpunktes ein sehr merkwiirdiges Verhalten.
Vollstlndig entwassert (iiber Schwefelsaure) schmolz es bei langsamem Erhitzen im Roth'schen Apparat bei 183--184,5O; dasselbe
Prlparat unmittelbar nachher in die Eapillare gebracht schmolz im
Schwefelsaurebade (nach der Vorschrift des D. A.-B. IV) bei 156
bis lGOo. Von neuem iiber Schwefelsaure getrocknet und nach der
Vorschrift des D. A.-B. I V erhitzt, schmolz es nun bei 187--188O,
wahrend das unmittelbar nachher im Rot h'schen Apparat gepriifte
schmolz. Diese Thatsachen bestltigen einerseits
Salz bei 160-161
die von E. M e r c k gemachten Beobachtungen, andererseits zeigen sie,
dass schon die kleinsten Mengen yon Feuchtigkeit den Schmelzpunkt
um iiber 20° herabdriicken. Die Schmelzpunkte 156-160° und 160
bis 161° liegen ubrigens in gleicher H6he wie die friiher von mir')
fiir das wasserhaltige Salz ermittelten Schmelztemperaturen (I 51-154';
161O). Es liegt auf der Hand, dass ein Schmelzpunkt, dessen Hohe
durch geringfugige Gmstande so wesentlich vertindert werden kann,
nicht geeignet ist, als Kriterinm der Reinheit verwendet zu werden.
Ob aber das Golddoppelsalz zum Nachweis von Hyoscyamin im Atropin
brauchbar ist, ist ebenfalls fraglich, da schon ziemlich grosse Mengen
von Hyoscyamin zugegen sein miissen, wenn der Schmelzpunkt
wesentlich erhtiht werden soll. Eher konnte noch mit der fraktionierten
FUlung durch Goldchlorid etwas erreicht werden, da hierbei Hyoscyamin sich zuerst zeigen wiirde. Ich halte es aber fiir ausgeschlossen,
dass eine derartige Priifung, welche die Verwendnng von Gold als
Reagens verlangt, in die pharmazeutische Praxis eingefiihrt werden
kann. Die einfachste, ailerdings im pharmazeutischen Kleinbetrieb
}
1)
Arch. d. Pharm. 1896, 547.
336 F. M. Litterscheid: Ammoniakverbindungen des Rhodanknpfers.
auch nur ausnahmsweise anwendbare Prufungsmethode auf Hyoscyamin
bleibt daher die Polarisation. Nach dem in der vorstehenden Arbeit
Mitgeteilten kann ubrigens die Darstellung eines v6llig inaktiven
Atropins auch im Fabrikbetriebe keine Schwierigkeiten mehr machen,
auch nicht mit erheblichen Kosten verbunden sein, so dass man
berechtigt ist, ein hyoscyaminfreies, reines Atropin zu fordern.
Bei diesem Terlangen gehe ich von dem Gesichtspunkte aus,
dass Hyoscyamin und Atropin in ihrer t.herapeutischen Wirkung verschieden sind, wie in pharmakologischen und toxikologischen Arbeiten
und LehrbUchern angegeben wird. Ich gestehe allerdings, dass mir
die Maglichkeit einer verschiedenartigen Wirkung nicht recht einleuchten will, da die Konstitution der beiden Basen ja durchaus
dieselbe ist. Bestehen diese Verschiedenheiten aber nicht, so w k e es
vom okonomischen Standpunkte aus unrecht, wollte man die leichter
und billiger darstellbaren Basengemische zu Gunsten der schwieriger
erhatlichen, teureren, aber nicht anders wirkenden reinen Basen vom
arzneilichen Gebrauch ausschliessen.
141. Ueber die Ammoniakverbindungen
des Kupferrhodanids und Kupferrhodantirs.
Von Dr. F. M. L i t t e r s c h e i d .
Nachdem durch die von Malmberg') auf Veranlassung des
Herrn Geh. R a t Prof. Dr. E. Schmidt') ausgefuhrten Untersuchungen
fiber die Ammoniakverbindungen des Kupfercyaniircyanids festgestellt
worden war, dass die nach den zahlreichen Litteraturangaben anscheinend
in grosser Mannigfaltigkeit isolierbaren grungefiirbten Verbindungen
nach der Formel: Cu8(CN)I 3 NH8, dass die blaugefkbten Verbindungen nach der Formel: CU'(CN)~ 4NH* und die violettgefarbten
Verbindungen nach der Formel: Ca8(CN)'
2 NH8 zusammengesetzt
sind, musste die Frage interessieren, ob auch Ammoniakverbindungen
des Kupferrhodaniirrhodanids von analoger Zusammensetzung herstellbar
sind. Gleichaeitig schien es wunschenswert, die durch M e i t z e n d o r f f * )
angebahnte Kenntnis uber die Ammoniakverbindungen des Kupfer.
rhodanids und Kupferrhodanurs wenn moglich zu erweitern.
+
1)
8)
8)
+
+
Arch. d. Pharm. 236, 8.248 ff.
Ibid. 236, S. 246.
Poggendorff's Ann. d. Phys. u. Chem. 56, S. 86 ff. (1842).
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