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Die Klage Uber ApothekergehUlfen.

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VereiwzeiCuny.
223
Ein Festmahl f"urte s Uer dieGenannten nod mehrere Aente,
so wie zahlreiche andere breunde des Herrii Jubilara zusammeu.
Hier hemchte reinster Frohsinn, edelste Begeisterung fur den theuren Jubelgreis; bald in ernsterer Rede, bald in sinnigem Trinkspruch, im featlichen Liede, wie im traulichen Qespriiche schaarte
sich Allen um ibn, der in reichem Maasee Frische und Riistigkeit
des Qeistes und Korpers bewahrt zeigte und tief innig bewegt in
herzlichen Worten dankte. Hierauf uberreichten ihm die, Collegen
als ein sicbtbarea Zeichen der Erinnerua an diesen Jubeltag, cinen
werthvollen silbernen Pokal, auf welcfem das Reliefbild eines
Dampf-Destillir-Apparats und andere Embleme dic Wirksamkeit dea
Oefeierten sinni andeuteten.
Moge noch &ng hinaur seiu Vorbild roranleuchten und erheben
zum Nachcifer.
Kr.
Dankschreibm.
Hochzuverebrender Herr Medicinrlrath und Oberdirector !
Dss hochverebrliche Oberdirectorium dea deutschen GeeammtApotheker-Vereins hat mich der Ehre gewiirdigt, mir zu dem Tage,
an welchem ich vor 50 Jahren die pliarmaceutische Laufbahn begann, durch Herrn Rreisdirector Apotheker K n o r r ein Begluckwunschunyhreiben und dss Diplom eines Ehrenmitgliedes den
Vereinn u erreichen lassen.
Ich statte dem hochverehrlichen Oberdirectorio meinen tiefgefuhlten und innigstenDank 8b fur diese mir erwieeeoe Ebre, die
micb so freudi uberraecht hat; so laiige mir die Voreehung Kraft
verleiht, wird fer Eifer fur diesen ausgebreiteten Verein in mir nie
erloschen.
Zugleich nehme icb Veranlassuog, Ihnen, hocbgcehrter Herr
Medicinalrath, noch ganz besonders meinen Dank dnrzubringeu fur
die Ehre, die Sie mir dudurch erwiesen haben, dass Ihr gefeierter
Name den mir von mehren Collegen dnrgebrachten prachtvollen
Pokal zicrt; er ist fur mich und die hfeinigen ein bleibeodes Andenken.
Wenn Ew. Wohlgcboren die Einruckung meines Dankeu im
Archiv geatatten, 80 erlauben Sie mir, allen meinen bei dem Jubilium betheiligten Collegen nochmals durzubringen meinen besten
Dank.
Mit dem innigsteu Wunsche, d w der deubche Oesammt-Apotheker -Yereiii seiu segensreichcs Zicl zum Wohl der Menschheit
immer mehr erreichen und fur die Wissenechaft immer mehr emporbliihen moge, empfiehlt sich mit aufrichtigster Dankbarkeit uod
grasster Hochachtung
Ew. Wohlgeboren
ergebenster
Triebel in der Niederlausitz,
F r i e d r i c W i l h e l m Nicolai,
den 2. Januar 1W.
Apotheker.
rz
3. Die Klage fiber Apthekergehiilfer.
Bind schon vielfach und seit lnngen Jahren in harmaceutischen Zeitschriften Klagen erhobcn irber die Unbrauch&arkcit vieler Gchulfen. Es scheint, von einer Seita betrachtet, damit seine
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Vw&nuzeitung.
Kicbtigkeit eu haben, da der angegriffene Theil noch faat Nichts
von eeincr Vertheidigung horen gelwen. Ueber Principale uud
Lehrlinge sind mir noch kiuiuseerst renig Klagen vorgekommen. Dies
ist um 80 nuffallender, ale die drei Stufen: Lehrling, Gehiilfe und
Principal ineiuander greifen und in der Regel von einer Pereon
nbeolvirt werden.
Somit scbeint der Klagegmnd eiu dem Gehiilfenstande aiiklebender, h e r Neck eu *in.
In der That iet der Principal uher
die Leideiiechaften der Oehiilfenjahre erhahen, sorgeam und voll
Jntereeee Itir'e Ocschiift; der Lehrling f o l p m und nicht vergntigunpiiclitig. Nur dcr Oehiilfe beeitzt meistem vdn diesen Eigenechaftcn teine: ist unfolgeam. iiachliiseig iin Geachiifte, ver nuguii
putzsiichtig u. B. w. Iler Apotheker muse nun solchen K r e $ m c h a c
sein Leben lang mitfiihrcn, und wohl unvcrdient.
Dae iet so ungcfahr der k u n e Siun derAbhandlungen. R u n e
halber begnii te man eich, bloee das trauri c Factum anzufdhreu.
Mittel zur Aihiilfe fehlen mcist, oder einck ziemlich unpraktiech
vorgeschlagen. Noch scltener iet dem Orunde der troetlosen Erecheinung nachgeforscht worden und daa d h k t mir doch der einzig richtige Weg zu eincm gee'i nctcn Corrigens zu sein. Selbst
der Herr Verfasser der im dieejiif rigen Novemberhefte enthaltenen
Vomhliige zur Verbeseerung der Phnrmacie h&lt es nicht fur niitbig, liierin weiter einzudringen, ale oh es sich von selbet veretiinde.
Danach ist aber rucli das Vcrbmerungsmittel ausgefallen. Ein
Eid scheint selir ungeei net -zu sein eur Verhinderung von Collisioncn ewiechen Principaf und Gehiilfe, deren Stoff meiet zu relativ
uiid individuell iet, als d a a von einem 80 all emeinen Mittel, dae
iiur in sehr preciscn Fallen am Plntze isf Hejegung der Iiifferenzen LU hoffen wiire. Selbst dann aher nuch nur von etwas Wertb,
wenn erwiesen wiire, dnss diese nur von Seiten dee Gehiilfen auegingeii. Doch enug hiervon.
Ein guter %aum triigt kcine echlechten Friichte. Die Un ezogenlieit dcr Kinder f d l t den Eltern, die Unwiseenhcit dcr Scliiifer
dem Lehrer zur Last. D i e s ungunstigen Folgen konnen sowobl
von paesiven ale nctiven Ursaclien heretammen, denn es muse der
inoralisch ute Mensch crst zu eulcliern durch zweckmiiasigeBehandlung gebilict wcrden. Da nun die Erziehung einen gewichtigen
Einluss auf des Mcnechen Lehen hat, 80 werfen wir einen Blick
xuf dic phrrmaccutisclie Erziehung, auf die um so mehr Wcrth
gelegt wcrden miiw, als im Fall eie mangelhaft war, das Product
dcrselben, der Gcliilfc, leicht in Gefahr kommf sich gegen Principal iind Publicuin zu vcrsiindi en
Der Apotheker sclic bei dcrfVah1 des Lehrlings inehr auf desncn persoiilicbe Eigeiiecliaftcn (wozu ihm Schulzeugniese und Boostige Erkundigiingen ciii hinrciclicndce Urtheil abgeben), ale auf
cinige Paragraphen des Contracts.
Den 15- bis 16Jihrigen Jiin ling bcechleicht nun wohl beim
IJebcrgange aus dem eltcrlichen h a w e und dcm frciercn geeelligcn
Scbullcbeii in dm ernstc Ocschiiftslehen cine niederdriickende Stiminling. Dime zu vci.rrchcuclien uild dch jungen Mann zu seinem
iieueri ISerufc inncrlich anziispornon, wird eine verniioftig viiterliclic hhandliiii sicher mchr wirkeji, ale die Hcfehlc dee gerrtren.
gen Lehrherrn, jenn
.Wenn gute Redeii eie begleiten,
Dann diesst die Arbeit munter fort."
Nieht eo untcr llegleituug uiifreuudlicher Reden.
Vereinszeitung.
225
Ein rollkommen eingerichtetcs' Laborntorium, Selbstbereitung
der rlteniisclicti uiid nnderer pltaittiareutisclier PrZparate, wo es nur
thunlich ist : diilici griiiitlliclie tlicorctische 1 X i u t e r u n g tler 1'1.0cessc - werdeii das blcivte zur praktischen Tuchtigkeit beitrsgen.
Die thcoretische Ausbildung werde nicltt zu Gunsten gCSc'lliiftlicher Ersparnisse beschrinkt. kine IJibliothck der praktischeten
pharrnaceutischen Lclirbiicher stelie zu seiner I3cnutzung. verhunden mit ijftcrcni Priifcii iiber dns Erlrrnte, uud Aiiweisuiig der
griindlichsten und leichtestcn Lcrnmethodc.
Ich kartn nicht urnhin, Iiicr an v i t i Vorurtheil zu erinnern, daa
rnanclie Lehrhcrrn bcwegt, ihrcrn Zijgling alle rii ch t - pliaririaceutiscliett Uiichcr zu ver;chlicssen und zti verbieten, in dcr hleinung,
dass solclie n u r d a m dientcn, ihn vori seiiten Hauptstudien abwendig zu niachen. M'enn inan cs arich iiiclit gcrirtlezu uiiters:igt. ist
man doch d a w n cntfernt. den ju~igenhiailti aiizu~porncn,wine in der
Sclinle crrungcneii liciintnisse weitcr auszubilden. Ich rcchne hierhill die \Veltgcschichte, Gcograpltie, I'hysik iind Zoologic. Selbst
Literatur, wovon Viele laul)ten, sie wurdc nur Schwiirmer machen,
halrc ich, bei rnksiger &ectiire, f i r seltr geeignct. sittliche Begriffe
und Charakterveredlitng beizubringen. Natiirlicli itit dies tiicht die
hoelist vcrderbliche Rornanenlitcratur, sondern die Werke der hlcister. die vielrnehr d a m dieiten, von erstercr sbnuhaltcn.
Es ist cirrleaehtend, dass durrh grundliche Kenntniss bloss
zaeier aus der liettc der Wi~setiscliaftcnurid I'crri;icliliissigrrng d e r
ubrigcn cin Missverhiiltniss entstcht, das mnn nicht wissenschaftlicltc llildung ncnuen kann, die doch den Pharrnaccuten 60 sehr
zicrcn wurde.
Die Aufniunterung zur P f k g e genanntcr Wissenschaftcn muss
niit Narhdruck geschelien, denn es ist iiicht blosse Sebensache.
I i s t sich nicht Moralitit und crnstes, gesetztes l%cwhrnen von
einern so gebildeten und sicli noch stets weiter bildcnden hlenschen
crwarten, der mehr Genus5 in Erkennung der Natur und hlenschen
fiudet. als in faden Vergnugungen.
Man schrieb zwnr schon vie1 von wissenschnftlicher Bildung
dcr I'hnrmaccuten, abcr der Grundstein ward nicltt gelegt. hleistens werden in der Lehrzeit die ersten wissenschaftlichcn Begriffe
der Sclirile verschwitzt und so gleichsam der Puss zitr sp"
iitei-en
IVciterbildung abgeachnitten. Icli bin wcit entfernt, hierrnit dar
I'licoretische auf liosteti dcs Praktischen zu begunstigcn : vielmehr
l L s t sich Heides schr zwcc&mkssig verbinden, und vielc Lehrlinge
hnbcn aueh das Gliick, cinen l'rincipnl zu ltaben, d e r dieses
verstcht.
Einc humane ~ e h a n d l u n gund Sprache, die auch bei merklichen Vergehen zwar ernst untl entschicden, aber ruhig sich rerncltmen llisst, wird sicher in den meistcn Fillen bewirkcn. dam
dcrn Lehrling nller Hader frcnid uiid scitt Temperament getnildert
und fiigsam wird hlit innerrr Freude sielit er dann seiiie Fortschritte. Er gewinnt Liebc f u r scin Fach und Atth~irtglichkeitan
scinen Lehrherrn, der ilirn atich nicltt leicht eirictt uttscliuldigen
Gcnuss und rechtschaffenen Cnignng untersagt. Hcitcw Zufriedcnlicit sctzt ihn iibcr dic lleschwerdcn scities Standes weg - e r ist
frtirindlich Wgcn das Publicurn. I3eirn Genuuse einer vernunftigen
Frcilieit kennt er kcine t:dlscIien Genusse, die er als Gcltiilfe habcn
kann. I.:r rnerkt den Uebcrgang in das hohere Stadiuni kaum,
und bleibt nuch dann friedliebend, geniigsam und nitnrnt gern Belehrungcn an.
15
Arch. d. Phnrm. CYXXXIII.Bds.2.Hft.
226
Doch hetrachtcn wir nun die Wirkungen, welche die entgcgengesetzte Ikhandlungsweisc: hervorriift.
Wenii das thcoretische Studiuiii ah reiiie Nebeiisaclie betrachtet wird ; vcraltete, unpraktische Lchrbiicher ihrn Yorgelcgt werdea,
zu deren Iknuteung sdbst ihin die Abende riieht %eit und Gelegenheit. bieten. Ebenso das I’raktisclie: Wcnn im Laboratorium
Nichts bercitet wird: wenn er aber dafiir desto mehr rein mechanisehe hrbciten verriehtcn muss. I h s c siiid freilich riiclit pciiibel
zii vcrnieiden, auc.11 schlndet Arbeit uicht : aber bei deron zu hiiufiger lktreibiing gewFhnt sicli der Lchrling an gedarlkenloses
Arbeiten.
Wenn derselbe rler I%litznbleiter sein muss f i r die Gewitterwulken, welche durcli liiiutiliche und aiiswlirtige h‘iiancen irn IIaupte
seines Lehrhei-rn gesaninielt wordcu: - wcnn er bei geringen Vergehen vori lauten Raisoririeincnts und unxarten Titeln iiberhauft
w i d : - wenn er seltcn und nur kurze Zeit aiisgchen darf, welche
knappen Excursionen niclit sehr bereichernd fur seine Botanili ausfallen kijiinen ; -. wenii unschldliche Geniisse und Umgang ihni
stwng untersagt sind : -- niiiss dann nicht Missinuth und elende
Geinutlisstinimung sicli seiner bemSchtigen? Entsteht daraus die
Seelenheitcrkeit, die zuni rasohen untl richtigen Suffassen der Lehrgegenstlnde Lust und F&higlteit hervorruft? Gcminnt er seinen
Lvhrherrn und I3eruf lieb? Wird er dem Publieuin gegeuiiber
gcflllig aiiftretcn? Wird er riiclit Wochen und ‘rage zLlilcn, bis
er, mit dcni Gehulfeiidiplom in der Hand, seincn misshandelten
Gehorsani abschiitteln und durch cine herausfordernde, unduldsanie
1Iaudlungaweise sich fur die erlitteiien Krlnkungen rachen kann?
Die ihrn so lange versperrteri Erheiterungen will er jetzt in vollem
B,Iatlsse nachholen. Wird er Friedenefreund sein, da cr durch jnhrelange Praxis gegeii Streit abgehiirtet und, daran gewohnt ist?
Es miisste schon [:in von Natnr starker Charakter sein, der
sich irn iihnlichen Falle gegen angcfiihrte E’olgen wahrtel: aber gewiihnlicli fasscn sic niehr oder weiiiger Grund, da sie sicli in den
vier wichtigsten I.:iitwickeluugsjahren darbieten und oft fur dab:
ganzc 1,eben die hIeirinng eiitscheiden.
\Vie sieht es nun niit der Ausbilduiig dcs Mannes aus? Dit:
i’rlparate des Laburatorinms sind ihm spanische Diirfer. (Xicht so
Duten- uiid dergl. Fabrikationeu.) Seine E’ach- wie aridere Wisseuschafteii liegeu sehr im Srgen. Lust sic auszubilden fehlt wic sollte er aueh nach Abwerfuiig pli$ischcr ~Anstrengungcnsicli
gcistige aufbiirden.
W i r d nicht jeder Cnbefangene einsehen, dass derselbe Jiingling, nach diesen zwci verechiedenen Methodeli gebildet. ein ganz
verschiedeues 1’roduc.t giebt?
Tch habe freilich nur die beiden Extreme gcsehildert., um Unterucliied und Wichtigkeit der pharmaceutischeu Erziehung klar zii
niachen, wovon letztere hoffentlich nur seltene dusnahrne bildet,
deren I’rincipieu aber nicht ins Reich der Trlume gehoren, und
selbet. inchr oder weniger genijissigt sehr nxchtlieilig sind.
1’:s schcint niir iiberhaupt auf dio Ausbilduiig der Lehrlinge
bci weitem nicht die gehijrige Wiclitigkeit gelegt z u werden, wogegen anticre Abliandliingcn von iirigleich weniger aationellein
Werthe meist ganzc? 1Giude fullen.
Es werdeii die vielfiltig vorgesclilagencn lteformen so lange
fromme Wiiiische bleiben, als Iiicht der pharmaceutisehe Ziigling
zu einem vollkommencii urid a.llgemein wisscnschdftlich uucl weltlich
.
.
227
Vereimzeitutzg
gebildcten Menschen erzogen, s o ~ ~ d e rdas
n Mcrkantile die Oberhand
mehr und mehr gewinnt. So lange schweige man von hoherer Vertrcturig und Stellung, und IIebuug der Pharmacie !
Ich glaube micli nicht gcirrt $11 haben, wenn ich der Lehrlingsausbildung die Ilauptschuld der bewussten lilagen zuschreibe. Wenu
die Apothcker sich recht bemiihen, hoffiiungsvolle Zijglinge zu gewinnen, sic auf die richtige Weise bildcri - woher eritstcht dann
die Masse uubmuchbarer Gehiilfen 1 Welctic andcre Lrsache sollte
d a sein? Etwa dcr Zeitgeigt'? Doch dann lassc man nur daslilagcn. Da nun eiiinial die Apothekcnheaitzer das Privilegium z u
haben glauben, offentlich ihre miihsaine Stellung Zuni Theil den
Gehiilfen zu verdanken, so wollen wir auch diese I'uncte nlhcr
~iritersuchen.
Xorin solcher Abhandlungen sind zunieist licflcxionen auf die
.gute alte Zeit''. I)icsc Art ~ ~ c h m u t h i g eIliickerinncrungen
r
wird
aber nicht bloss vom Ayothekcr gefiihrt und scheint zu allen Zeiten Mode gewescn zu sem. 1s; stcht damit wie mit der Sehnsucht
uach dcr entflohencn Jugcnd, und ist in praktischen Dingen eine
imfruchtbare Methodc. Wir kijnnen die Zukuxift nur an die Gegenwart kniipfen.
Das hohe Gchalt ist riatiirlicli eiu Hauptputict. Sie wiiuschen,
dass der Staat in Uctreff ihrcr die Theurung und den unwiderstehlicheu Luxus beriicksichtige, halten a l m doc.11 den Gehiilfen zu
hoch besoldet, der wohl uicht. weniger genaunt.en Geldsaugern ausgesetzt ist. Auc.h glaubc ich, dass selbst eiri schr sparaamer Gehiilfe ohire hiiusliche Unterstiitzung sehr wcnig Capitalien auf Seite
legen kaun. Es ist iibrigens hiermit wie mit den Klageri uber
'l'hcururig: es sind e beii Blsgen. Eine Aendcrung hieriu kaun
bloss durch bcdeuteudc, allgemeine Aendcrungcn cntstchen, und so
es denn hicr der Gehu1fciim:~ngel sein. Wenn dercinst giinstigerc Aussichten die pharrnaceutischc Zunft beviilkcrn, wird es
hotfentlicli clingen, das Gchulferrsahir zum Knecht- und MLgdelohn zu reluciren, uberhaupt das patriarchalische VerhLltniss zu
crneucrn. Dann wcrden auch die Apotheker kleiner Stiidte rnit
I'eichtigkeit Hiilfe bckommeu; doch wcr mag es den jungen Leuten vcrargcn, hienn sie wlhlen konnen und StLdte vorziehen. Die
Anschaflung ihrer 13ediirfnisse und ein passenderer Umgang ist
ihneii erleichtert, auch finden sic durchgingig besser eingerichtete
Gcsch3ftslocale. Sclilimrn ist's freilich, weiin sie nur zu Gunsten
verderblicher Geniisse den grossen Stidtcn zueilen.
tlingegen findc ich dio Klagcn iibcr zu vie1 freie Zeit gar nicht
in der Ordnung. Anderthnlb Nachmittage die Woche ! Wie stcht
es doch niit den freien Stunden junger Leutc audercr Geschiifte,
z. €3. Bureau- uud Coniptoirarbeiter? Mittags ciuigc Stunden, den
ganzen Abend, jcden Sonntag und Fciertag! Wo ist die freie Zeit
dcs Pharmaccuten an Nichtausgehtagen? Nicht
Ledig aller Pflicht
Hiirt dcr Uursch die Vesper schlagen hbcilds und oft Xachts hat er keinc Ruhc.
IXe Vergniigungssucht der Gehiilfen scheint auch zum gutcn
Thcil nurVornrt,lieil zii sein. Sein GesehLft setzt ihrn da ziemlich
Marken. Wie, wenu j a dcr Pharmaceut chi sehr hohes Gehalt,
iibermlssig freie Zeit, bedeutend unabhiingige Stellung hbtte, dazu
fahrllssig und vergniigungssiiehtig seiri kiinnte: warum ist doch
kein Ucberfluss an solchcn Miinnern da, wcil so ein Epikuriierleben
grossen Reiz in unserer frivolen Zeit haben miisstc.
15*
228
Auch echeint ee mit clcn r b e n Vergehen gegen dae Publicvm
iclrnehr sitid notorischc Vcrgiftungen
nicht 80 gcfiihrlirh zu ecin.
meist VOII knubcnhnftcii Lehrlingcri vcrscliuldet, die als Surrogate
der Gcliiilfcn beoutzt, aber ohne geniigeode Aufsieht gclaseen wcrden. Sulche Siinden sind bci Gchiilfen doch wohl nur selten utid
daiin unabsichtlich. Roniite cs abcr nicht eiuc Art Vcrgchcn geben,
wobei die thcilweisc a m tl ichc Stelluug ihre Licbtscitc hat?
Aoch klagtc rnan wolil iibcr inangclhafte praktiache Ausbildung. Trilgt dean dcr Gehiilfe dic Hauytscliuld am Zurhndc uiid
der Benutzung der Laborktorien. wie,sie Herr Dr. Iserg nur EU
treffend scbildcrt? Dieeen Yuiict und desscn Folgcn bcachtct nitto
wenig, mchr abcr dcn Handverkauf. Seinerrreita gebt man blow
voni i n a t e r i e l l e n Stnndpuiicte aus, vcrlaogt aber vom andern
Theile bedcutcndc m o r a l i echo Pllicliten.
Pur die weitere thcoretischc JWdung der Gehiilfcn wjirc einc,
die nicht blow phorniaceutischen) Wiesetmchaften vertretendc Uiblio ek des Aputhekenbesitzers rehr giinstig. Viele bedeuteoce
Werkc anzuscbatl’cn, kann man dem Gchiilfcn nicht wohl zumutbea,
wegcn dcs hubenl’reises und seiner noch uiclit anaiisei en Lcbenswciao.
Aach mogcn in Wirklichkcit dic (ichiilfen nicat so unvertriip
lithe Menschen eein, wic sic oft gcschildcrt wcrden. Ucr I’riocipal, der den1 sciiiigco niit Vcrtraucn (und nicht vou Aofang an
a r dhnisch) entgcgciikololnt uod bcdcnkt, wio er cinst als Ciehiilfc
bef~uirdeltsein wollte, wird es doch in den seltensten Fillcii mit
Schroff bcit crwicdert wcrden. Wie wire es wiinschenswerth. wenn
bci unsercni ebeo iiicht sehr bcquemcn Berufe Herr uod Gehiilfe
sich gegenscitig niiherten und durch veruiinftige Toleranz nlleo
unheilvollen’ Zwisteo vorbeugten. Aber cs muw jcdcr Thcil die
Hand reicheii.
Schliesslich will ich norh an einige schon gemacbten Vorlchliige crinnern, die zu einer besseren pharmaceutitdwn Zukunh
eehr fordernd scheincn.
Es solltc daa Maturitiitseramen zugleieh dae dcs Lehrlinp rein.
Doch diinkt mir hier dio Abmachung eincr vollkommen organisirten
hohcrn ~iirgerschulczmcckmiiasiger,weil da in derlcgcl mchr Gewicht
auf hturwiescnschnfkn und Deuere Sprachcn gclegL wird. ale auf
Uymnasien. Me Lchrjabre dauerteo dann etwa zwci Jahre, nach
welchcn die Gehiilfenpriifuug hau tsichlich utiter der Leitung eiui.
ger Apotheker stiindc, wobei melr Hiick&ht uuf die prnktische
Eihigkeit genommcn wiirde. Man bekiime d a glcich gesetzte mgling5 die weniger Dliihe kosteteo. %ughich wiire ein guter Ciruudstein zur allgemcin wiesenschaftlichcn Bildun gelegt. Gcoanntt!
bcide Examina sind in der That zeitbcr zu ohnetin betricben worden.
Wir wolleo das Hcstc hoffen, aowobl f i r den wisscnschnftlichcrals matericllen Zustand der Phnrmacic. Zugleicb aber auch, d m
bewueate Bffcntliche Ylycn seltener werdcn, und siihen etatt dcseeii
lieber mktischc Hcccptc eur griiudliclico Vcrtreibung der pharmaceutiscken Krankheit.
E i n Gchiilfe.
Urn dcr Gerecbtigkeit willen ist dcr vorstehcndc Aufsntz hier
cingeschaltet worden. Wenn Jedermann, Principal wic Gehiilfe, in
jegliclicr Jiezichung eeine PAicht erfiillt, und incnschenfrcuiidlicher
Sinn und Toleranz obwaltcn, 80 werdcii sich die J<lagen auf beiden
$+ten miuderii. Wer vcrlangt, m u auch r w GcaPhrung hereit
eein. Es knnn nicht fclilen, daes von Staatawcgen eebr nothige
Yaassrcgcln gctroffen wcrdcn, um ruf einc beeeerc Bildung der
augchendcn Pharmaceuteu hinzuwirkeu.
D. H
tI,
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