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Die neuesten Erfahrungen Uber Darstellung der Bernsteinsure. zugleich als Beleuchtung der Erwiederung des Herrn

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12
Kohl,
Die neuesten Erfahrungen uber Darstellung der
Bernsteinshre;
zusleich als Releuchtung der Erwiedcrung des Hwrn
Dr. L. C. M a r q u a r t in Bonn aid des Verfasscrs
.4btinndl~rn,o iiber diesen Gespstand (.4rchiv der
Pharmacie, December-FIeft 2655, pap. 25'7);
von
E. J. K o h 1,
Apotheker zu 13rakel.
-
Jlerufsgeschafto hinderten mich, fruher als jetzt auf
den Rufsatz des Herrn Dr. L. C . N a r q u a r t (Arch. dev
Phurm. Bd. 85. S. 287.) etwas entgegnen zu konnen, efncstheils, da der ganze Cyclus der Bernsteinsiiurebereitung
aus dem Bpfelsauren Kalke in Folge der Marquart'schen
Einwiirfe nochnials grundlich durchgearbeitet wurde (ich
ksnn Herrn Dr. M a r q u a r t dafiir nur Dank d e n ) ,
anderntheils aber wieder die Zeit mangelte, die fernere
Bearbeitnng des gewonnenen rohen Products vorzunehmen.
Es ist nun geschehen! Die folgenden Worte richte ich hauptsachlich an diejcnigen, welche ausscr IEerrn Dr. M a r q u a r t , sich auch
mit der 1)arstellung cler Bernsteinsiiure aus Vogelbeeren
Leschiiftigon wollen, und werde ich unten zeigen, weluhe
12esultate erzielt wurdcn, und wie das in meiner fruheren
Abhandlung iiber diesen Gegenstand bereits Ausgesprochene sich nur auf die genauesten 13eobschtungen basirte.
Nur die reine unverfilschte Wahrheit kann der Wisgenschaft sowohl, als den industriellen Zweigen dersclben
Kutzen und Segen bringen! -- Hierbei beharre ich! -Zunachst nun zur ill a r q u a r t 'sclicn Erwiederung.
IJcber das Verli%dtniss, in dcm ich zu d i e s e m 3 h n e
stand, brauche ich Nichts zu erwahncn, da er selbst
dasselbe bckannt gemacht hat.
In seiner Erwiederung fahrt Herr Dr. M :Lr q u a r t
nun fort ,,dass gliicklich fur Ilin fast siimrntliche Hluthen
Darstellzing der Rernateinstlure.
13
des Sorb. aucup. in der Nacht vom 23. - 24. April 1854
erfroren seien.
Herr Dr. M a r q u a r t wird niir die Zweifel, welche
ich, so wie vielleieht auch manche Andere, gegen diese
seine Behauptung hegen, nieht verargen. 1st ihm denn
niclit bekannt, dass der Sorb. aucup. sogar in Lappland,
wenn auch vielleicht nur strauehartig, vorkommt und dort
Bliithen und E’riichte triigt? 1st ihm nicht bekannt, dass
die Blilthezeit des Bauines aber erst in den Mai und
Juni fiillt?
LIiernach geht Herr Dr. M a r q u a r t zu dem Gahrungsprocesse des Kpfelsauren Kalks uber.
Er schreibt, die Oahrung sei gut (?) von Statten gegangen; er habc aus 8 Pfd. trocknen apfelsauren Kalks
4 Pfd. 27 Loth eines Products erhalten, d a s b e r n s t e i n s a u r e r K a l k s e i n s o l l t e , daraus habe er 20J/, Loth
r o h e sublimirtc Bernsteinsaure erzielt.
IIat Herr Dr. M a r q u a r t , als er die S#ure sublimirte, nicht vielleicht den Zusatz von Schwefelsiiurehydrat vergessen3:i Er wurde, wenn er ihn geniacht
hatte, ein schoneres Product erhalten haben. Nicht ohne
Grund habe ich den Zusatz der Schwefelsaure zur rohen
Hernsteinsiiure vorgesehrieben.
Bei einem zweiten Versuehe erhielt er aus 16 Pfd.
iipfelsauren Kalks 911, Pfd. bernsteinsanren (naturlieh sein
sollenden), aus welcher Quantitiit 191/, Loth guter Bernsteinsiiure gewonnen wurden.
Nacli einem speciellen Versuche des IIerrn Dr. Marq u a r t nun hinterliessen GO Gran des sein sollenden
rohen bernsteinsauren Kalks, wie er schreibt, nach dcni
Gluhen nur 13 Gran kohlensauren Kalk.
Dies z u n i i c h s t der Inbegriff der M a r q u n r t ’ s c h e n
Entgegnung.
Wohl glaube ieh, dass Herr Dr. M a r q u a r t zu den
angegebenen Resultaten gelangt ist, behsupte aber direct,
dass er sich nieht streng an die in nieiiier friiheren
Abhandlung gegebenen Vorschriften gebunden hat. Durch
14
Kohl,
die g e r i n g s t c Abweichung davon erzielt man einestheils
vorschiedcnc Rcsultate, und anderntheils ist es moglich,
dass selbst die ganze Rrbeit vcrdorben wird, wenn man
ihr nicht die gehorige Aufmerksamkeit widmet, und cben
dicses gicbt zu den versehiedenen Ansichten und auch
zii den Irrthiimcrn, welche iiber die Darstellung der
13ernstcinsiiure aus dem apfelsauren Kalke hcrrschen,
Veranlassung.
F e r n e r nun spricht Herr Dr. M a r q u a r t in seinem
Aufsatze nocli am, , , d m die Darstellung der Rernsteinsiiurc auf diescm Wege m o g lich a b e r n i c h t r e n t a b e l
se i und schliesst den Passus mit den Wortcn: , , D i e s
w i e d e r h o l c ich h i e r ! "
I c h meinestheils lcge nun wenig Gewicht auf diese
Worte - genug icli speche es aus, dass IIerr Dr. M a r q u a r t bci seiner ganzcn Ilearbeitung der Vogelbeeren
auf BernsteinsLure eincn Fehler und mvar einen grossen
Fuliler sich liat zu Schulden kommen lassen.
I-lerr Dr. M a r q u a r t nmg oft, ich aber gewiss noch
G f t e r e r niit dicscn Substanzen gearbeitet haben; ich bin
vo11 dcr Wichtigkeit allcr Ineincr 13eobachtungcn so fcst
iibcrzeugt, dass ich rnit mcinen Behauptungen frci vor
Jeden, wer es nucli sei,, liintreten kann.
Wenn Herr Dr. M a r q u a r t , wie oben angefiihrt,
nun bchauptet, aus GO Grnn bernsteinsaurcn nur 13 Gran
kohlensauren lialks erhaltcn zu haben, S O scliliigt cr sich
mit seincn eigcnen Waffen.
E r documentirt dadurch, dass er n a c h l a s s i g , dass
er init u n t n u g l i c h e n S n b s t a n z e n gearbeitet hat, mich aber wolltc cr dndurch in seiner Entgegnuiig einer
Unwahrheit beziiclitigen.
Zch spreche es hicr nochmals, was ich bereits in
meiner friilieren Abhandlung behauptete, aus, dass wcnn
der bernstcinsnure lialk gut ist, er 60 I'roc. kohlensauren
liallr nach dem Gliilien hinterlassen muss.
Wae war nun aber, frage ich, das an dem beim
Darstellung der Rernsteinsiiure.
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M a r q u a r t 'schen Versuche an 30 Gran kohlensauren
Kslks, die doch resultiren mussten, Fehlende 3
Organische Substanzen, die nicht dazu gehortcn!
Woher riihrten dieselben?
Weil Herr Dr. M a r q u a r t die Vogelbeeren nach
seiner alten Manier entwedcr wieder gekocht hat, odcr
es ihm zu vie1 Miihe vorursachte, den kalt ausgepressten
Saft nach dem Eindampfen auf das halbe Volumen durcli
den Spitzbeutel laufen zu lassen, uni d a n n erst die Siittigung niit lialkmilch vorzunehmen, wie solches vorgeschrieben war. In dein erwiihnten Spitzbeutel wiirdc
Herr Dr. M a r q u a r t d a s gefunden haben, was Ihn von
60 Gran nur 13 Oran festen Riickstandes erhalten liess.
Doch auch hiervon genug. Jetzt werde i cli dariiber ltechenschaft gebcn, welclie
Gcwichtsinengen der Yroducte ich bei meinen Arbeiten
erhielt, dann rneine ncueren Erfahrungen mittheilen und
cndlich dann auch zur Hauptsache fur die Fabrikantcn,,
dem Kostenpuncte nanilich, iibergehcn. Ich erhielt aus
230 Pfd. Vogclbeercn, welche die vorgcschriebcne Reife
erlangt, d. h. h a l b r e i f und von den Stielen gereinigt
waren, 163 Pfd. Saft. Dieser Saft lieferte mir, nachdem
er aiif die IIiilfte seines Volurns vcrdanipft und diircli
cinen Spitzbeutel colirt war, nach dcr Ncutralisntian mit
Kalkhydrat 81,$ Pfd. sehr schiinen iipfelsaurcn Kalks.
Einc zwqite Quantitiit gab, als sie verarbeitet wurde,
fast dicselben Hesultate.
Der (fiihrungsprocess lieferte :
1) Aus 4 Pfd. apfelsaurem Kalk .
3 Pfd. 7lj, Unzen
2) Aus derselben Mcnge
,
3 ,, 7
3) Aus derselben Menge
,
3 ,, 7
,,
bernsteiiisauren Kalks nach mehrinaligem Auswsschen
und Trocknen.
lcli frage, kann man iibercinstinimendere Resulhte
des Giihrungsprocesses ver1ang.cn ? und liefert dies nicht
den unumstosslichen Beweis, dass hijchstens 9h also
. .
.
.
. .
. . .
,,
16
Kohl,
etwas mehr als
des angewendeten apfelsauren Kslks
verloren gehen, wenn die Substanzen von der I3cschaffenheit angewendet werdcn, wie ich es in rneiner friiheren
Abhandlung bereits verlangte.
Aus 6 Pfd. des rohen Lernsteinsauren Kalks wurden
bei Refolgung meiner friihcren Angaben (Zersetzung durch
Schwcfelsaurehydrat) 2 Pfd. 91/, Unzen auf dem Dampfbade eingetrockneter rohcr Same von krystallinischer
Heschaffenheit und brauner Farbe erzielt.
Dicse lieferte mit Schwefelsaurehydrat vor der Sublimation befeuchtet, nacli derselben und Krystallisation
1 Pfd. 15 TJnzen schoner Saure, entsprechend 3211, Proc.
des sngewendcten Kslksalzcs, oder mit andern Wortcn,
man erhiilt aus der rohen Siiure 75 Proe. reiner Siiure.
Aus dein Waschwasser des bernsteinsauren Kallts
wurde durch Zersetzung mit einer entsprechenden Menge
Schwefclsaurehydrat noch weit iiber eine Unze schoncr
lhnsteinsaure erhaltcn, ein Fingerzeig, dass es der Miihe
lohnt auch dieses, da thcils vom Kalksalze etwas mechanisch beim Auswaschen durch den Spitzbeutel geht, theils
auch der bernsteinsaurc Kalk nicht ganz unloslich in
Wasscr ist, ferner zu bearbeiten:
Und nun zu ineinen neueren Erfahrungen.
Die Uinwandelung der SO erhaltenen Herfisteinsaurc
in medicinische bleibt SO wie ich friiher angegeben.
Man erzielt ein vorziigliches Product, und auf SO leichte
Weise. Ueber die Darstellungen der ubrigen Modificationen der Saure glaube ich mich in mciner damaligen
Abhandlung hinreichend ausgesprochen zu haben.
Herr Dr. M a r q u a r t giebt an, dass ihm das Pfund
rolien Bpfelsauren Knlks auf 20 Sgr., s a g e z w a n z i g
S i l b e r g r o s c h e n , zu stehen komme. - Herr Dr. Ma rq u a r t wird es verzeihen, wenn ich, wie Einganngs dieser
Abhandlung, wo des Erfrierens der Vogelbeerbliithen
Erwiihnung gethan wurde, auch in obige Behauptung
Zweifel setze. Doch ioh will dabci stehcn bleiben, und
17
Darstellung der Bemeteinsirwe.
bei der folgenden Berechnung nur die M a r q u a r t’schen
Fabrikpreise zu Grunde legen.
Dcr Einfachlieit wegen stelle ich die Berechnung
gleich auf 100 Theilc.
1) 100 Pfd. bernsteins. Kalk h Pfd. 20 sy 66 4 20 s y - $
50
Schwefelsiiure , . . . . 2 1 , 7 n 6 ,
Tagelohn fur 14 Tage . .
7n-77-n
Griine Retorte von 12 Quart Inhalt
. ,
. . 1 I5 ,, nebst Vorlage
Fiir mehrere Spitzbeutel . .
. 1 n - j, - n
Fur den Zusatz von SchwefelsPure
nlo n 2n
und den spateren von 01. Succ. rect.
Feuerung niit Steinkohlen
. . , 6 - Summa 8 4 4 2 2 s y 8.3
Ausbeute an Siiure nach diesem Verfahren 321/, Pfd.,
das Pfd. k 7 Thlr. 15 Sgr., wie Herr Dr. M a r q u a r t die
niedicinische Saure verkauft , . .
241 4 2 6 s 3~6
ditvon a b die Productionskosten . . ____-___
84 , 22 ), 8 ,,
Reiner Nutzen daher = 157 4 3 s y 7 8
Dieser Ertrng nach dem alten, und nun zu dem des
neuen Verfahrens.
2) 100 Pfd. bernsteinsauren Kalk . . 66420sgt - 8
272 Pfd. sauren schwefelsauren Kalis,
wovon aus bereits sngegebenen
Qriinden, die nothigc Menge
Schwefelsaure zu berechnen .
2
7 ,, 6 ,,
Tagelohn fur 7 Tage . . ,
. 3 7, 15 n - 9,
Zwei Ketorten nebst entsprcchendcn
Vorlagen .
. . , . . 3 ,, - Fur 01.Szicciiai rectif. . . .
- n 5 n 8n
Feuerung mit Steinkohlen
. ., . 4 - - ,,
Summa 79@18s71 2 9
Ausbeute an Bernsteineaure 36 Pfd.
im Betrage von
. . . . . 270 4 - s~ - 4
davon ab obigeProductionskosten
. 79 18 2
Reiner Nutzen daher = 190 9 11 e p 10 i)
Arch;d.Pharm. CXXXXIILBds. 1.Hft.
2
. ..
. .
.
,,
.
.
.
.
.
. .
.
.
.
.
),
,
18
Kohl,
Ich glaube bei obiger Berechnung die Preise fiir
Retorten, Feuerung und Arbeitslohn eher vie1 zu hoch,
als zu niedrig angeschlagen zu haben, und zwar aus
Grunden.
Sol1 zur Gewinnung der eLen angegebenen L9'
hurt+
menge (36 Pfd.) Bernstein verwendet werden, so betragt
die Qewichtsmenge desselben, sofern er ohne den Zusatz
verdiinnter Schwefelsaure der Destillation unterworfen
wird, irn besten Falle (ein Pfund Bernstein liefert sodann nur ein Loth) 1152 Pfd. Bernstein.
Der Preis fir das Rohmaterial belauft sich doch
mindestens, das Pfund nur zu 5 Sgr. berechnet, auf
192 Thaler.
Wie viele Retorten, da diese cloch stets verloren
gehen, und Vorlagen so wie Feuerung und Tagelohn dabei in Anrechnung zu bringen, des Zeitverlustcs nicht
zu gedenken, uberlasse ich den Fabrikanten, da mir kein
Urtheil daruber zustehen kann.
Bei Anwendung von Schwefelsaure, da man alsdann
die doppeltc Ausbeute an Bernsteinsaure gewinnen soll,
wiiren zu berechnen:
576 Pfd. Hernstein
,
9 6 4 - syr
Fur Schwefelsaurc, wenn 6 Th. derselben
auf 100 Theile Hernsteins zugesetzt werden,
also ungefiihr 303j4 Pfund
,
.
1 97 11 11
Summa 97 4 11 s$
.. .
. . ..
. . .
.
Nun ware noch die Hiilfte der anzuwendendcn
Retorten u. s. w., als bei oben angegebener Bernsteinmenge von 1152 Pfd. nothig, zu berechnen, und zugleich
in Anschlag zu bringen , dass das Colophonium Succini
zur Bcreitung von Firniss nicht so gut oder fast gar
nicht, wie das bei obigem Verfahren gewonnene, vcrwerthet werden kann, bevor ihm nicht, wenn ich nicht irre
nach einer vor vielen Jahren vom Herrn lIedicinalratli
Dr. B 1e y angegebenen Methode, die Schwefelsaure wieder entzogen wurde.
Darstelhng der Bernsteinsilzrre.
19
Wie hoch der bekannte Kupferapparat nebst Zubehor, wie solcher in grossen Fabriken zur Darstellung der
Ilernstcinslure wohl in Anwendung gezogen wird, und
der die Retorten entbehrlich mncht, im Preise steht, kann
ich nicht angeben.
In Ruckblick auf dss Vorgetragene wird es jedem
Unbefangenen einleuchten, dass trotz der Marq uart’schen
Kostenansatze, die namentlich bci der Darstellung des
Spfelsnuren Kalks gewaltig hoch gehalten sind (andern
Leuten komint derselbe nicht so hoch zu stchon), die
Darstellung der Bernsteinsiiure aus dem apfelsauren Kalke,
zuninl nach meinen neueren Angaben, Vortheile gewahrt,
die die directe Darstellung aus Bernetein nicht gewahren
kann, der der Herr Dr. M a r q u a r t in seinem Aufsatze
so gcwaltig das Wort redet.
Weshalb sol1 denn die Dcrnsteinsaure sich nur im
Kleinen, und nicht im Grossen aus den anzuwendenden
Substanzen darstellcn lassen ? Herr Dr. M a r q u a r t
Iricht j a selbst dureh diesen Ausspruch den Stab uber
sich, dn man denselben so auch auf viele, viele andere
chcmische Praparate in Anwendung bringen kann, deren
Darstellung den Fabrikanten reichlichen Gewinn gewalrt.
Dass Herr Dr. M a r q u a r t iibrigens seine Bernsteinszure nicht aus dem Bernsteine producirt, dafur spricht
schon, dass er in sciner Preisliste weder ein Coloplionium
noch Oleurn Succini, weder cmdum noch rectijcatuin fiihrt.
Vielleicht bezieht Herr M a r q u a r t die Saure aus den
ostpreussischen Fabriken ?
Ueber den fluchtigen Stoff, welcher sich beirn Sattigen des Vogelbeersaftes mit Kalk entwickelt, werde
ich hoffentlich Niichstens etwns veroffentlichen konnen,
da derselbe von grossem Interesse f i r die Wissenschaft
zu sein scheint.
h’achschrift,
Naehdem bereits vorstehende Abhandlung zum Drucke
bereit lag, kam mir die ,Kolner ZeitungU No. 157. vom
2*
20
Kohl, Darstellung der Bemsteinsiiure.
8. Juni d. J. zu Handen, in deren Beilage ein Bericht
iiber die 14. General -Versammlung des naturhistorischeii
Vereins fur Rheinland und Westphalen abgedruckt ist.
Herr Dr. M a r q u a r t hat darin einen Vortrag iiber
Sorbus aucupariu gehalten.
Nachdein Herr Dr. M a r q u a r t diesem schonen Hanme
eine gewaltige wohlverdiente Lobrede gespendet, in die
niit einzustimmen ich durchaus nicht abgeneigt bin,
redet e r davon, dass derselbe bis zum hochsten h'orden
vorkomme, und dass die schonen Beeren noch bis zum
strengen Froste (wie bekannt) die kahlen Aeste schniiickten. Er rath dringend zum Anbau des Baumes auf den
kahlen Hohen der Eifel, die sich vorziiglich dazu eigneten - doch gewiss nicht ohne Qrund! - fand jedoch
in der Person cles IEerrn Oberforstmeister v. S i e f f e n s
einen Qegner.
Wie stimmt das Alles aber mit seiner, in der auf
meine fruhere Abhandlung verfnssten Entgegnung aufgestellten Behauptung, mit dem Erfrieren der Bluthen
im April?
Weiter giebt Herr Dr. M a r q u a r t nun zu, dass es
damit seine Richtigkeit hnbe, dass durch die Gahrung
des apfelsaurcn Kalks mit faulendem Casein bernsteinsaurer nach D e s s a i g n e und L i e b i g gebildet werde.
Nach nieinen Angaben will er, wie er sich in seiner
Entgegnung iiussert, nur e i n b e r n s t e i n s a u r e r R a l k
s e i n s o l l e n d e s P r o d u c t erzielt haben.
Welch ein
Widersprucli !
Er beharrt ferner dabei (aus welchem Grunde, weiss
ich nicht), dass die Versuche ini Qrossen ihn gelehrt
hatten, dass die Bereitung der Hernsteinsaure auf diese
Weise nicht rentabel sei 11. s. w.
Ich glaube die M a r q u a r t 'schen Einwurfe durch
obige Abhandlung hinreichend bekanipft zu haben.
-
Von dem Herrn Verfasser ist mir eine gnnze Reihe
von Praparaten vorgelegt wordon, als iipfelsaurer und
Neue BeobacKtungen iiber das Uor.
21
bernsteinsaurer Kalk, Bernsteinslure in verschiedenen Zusfinden der Reinheit sammtlich in anerkenncnswerther
Beschsffenheit. Ebenso hat mir derselbe die zwischen
ihm und Herrn Dr. C. L. M a r q u a r t gepflogenc Correspondenz ubersendet.
Es geht aus allc dem hervor, dass die Darstellung
der Bernsteinsiiure aus den Vogelbceren auch in praktischer Hinsicht alle Aufmerksamkeit verdient von Seiten
unbefangener Forscher.
Dr. B l e y .
-
Nene Beobachtnngen iiber das Bor.
(17011
Herrn Ober-Medicinalrath Profesor Dr. W 6 h 1 e r mitgetheilt.)
Aus einer der K. Societiit am 1. December vorgelegten Abhandlung *) der IIH. S a i n t e C l a i r e D e v i l l e
und F. W i i h l e r : ,,Neue Beobachtungen uber das Bor
und einige seiner Verbindungen" geben wir folgenden
Auszug.
Zu diesen Untersuchungen bemiihten sich die Verf.,
sich vor Allem einen grosseren Vorrath von amorphem
Bor zu verschaffen und dazu eine geeignete Nethode zu
finden. Sie errdichten ihren Zweck so vollkommen, dass
cs ihnen, nach dem in der Abhandlung beschriebcnen Verfahren, leicht war, iiber 1 Pfiind nor darzustcllen.
Zunachst mactiten sie damit. die Heobachtung, dass
es aus diesem amorphen Zustand in den krystallisirten
versctzt werden kann. Es geschicht dies dadurch, dass
man es in Reruhrung niit Aluminium einer sehr hohen
Temperatur aussetzt. Qleich wie das schmelzende Eiscn
in Beriihrung mit dem amorphcn Kohlenstoff diesen auflost und beiin Erstarren als Graphit lirystallinisch ausscheidet, so lost das schmelzende Aluminium eine gewisse Menge Bor auf, das beim Erstarren des Metalls
*) Aurjfiihrlich publicirt im 105. Bde. der Anualeii der Chemie
und Pharmacie.
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