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Die. Kniglichen Grten zu Herrenhausen bei Hannover. Ein FUhrer durch dieselben von Hermann Wendland. Mit zwei Plnen. Hannover. Hahn'sche Hofbuchhandlung. 1852

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22 I
Ve’creinszeituirg.
Man bestreic tit nsmlich Papier mit Thcer odcr eincr klebrigen
SalLe, welche man aus 16 Th. liolophoniuni, 6 Th Terpeatin und
1‘2 Tb. cines nicht trockneuden Oels rusarnmenpeschniolzen hat und
lept Hinge yon einem halben liis ganren Puss Breite rings um die
Baumstimme heruni. Befestigt man in einiger Entfernung iiber den]
eratero Rioge noch einen rweitrn am Stamme, so geht man urn so
sicherer. Die H’eibchen werden auf ihrcr Wanderunp von dieeen
klebrigen Ringen auf- und festgehalten und dieselben bald in gresserer
Rlenge hedecken. Es ist aber unumgi%nglich nothwendig, die Ringe
so oft zu erneuern oder zu iiberstreichen, ali sie ihre Klebkraft ZP
berlieren Leginnen. Dass msn alle Baunistiitren entfernen oder dieso,
wie Spaliere mit gleichen Ringeo umpeben muss, darf wohl nicht
tiesondera erwahnt werden. Solche Giirtel oder Hinge unmittelhar
ruf die BaurristBmme anrubringen, ist LU widerrathen, da die Rindc,
indem sie durch einen solchen der freien Einwirlcung der Luft und
Feuchtigkeit entzogen wird, leicht fehlerhaft und brandig werden
wiirde, iibcrdiesii aber dieee Giirtel sicb nicht so lricht erneuern uod
cntlernen lassen, als weno der Theer auf Papier gestrichen iat Uas
Entfernen der Hinge ist aber nothweodig und das Verbrennen derselben LU empfehleo, da auf dem Theere vie1 Eier stecken, die glnzlrch rnit vernicbtet werden miissen.
Eine Beschreibung EU gebeo unterlasse ich deshalb, da wir es
eben init niehreren Arlen eu tliun tiaben und der aubnrrksame Beobaehtcr in einrin der besseren Schmettrrlingswerbe sicti bald dariiber
Hormng.
helehren wird.
6) Die .IConiglichen Garten zu Herrenhausen bei
Hannover. Ein Fiilrrer durch dieselben von
H e r ni a 1111 W e 11 d 1and. Rlit zwei Planen.
Hannover. Hahn’sche Hofiuchhandlung. 1852.
Von den vielen Reisenden, welche gegenn Brtig Hannover beriibren, besuchen die meiaten die dorligen grossartigen Garten Anlagen,
fiir welche in neuester Zeit durch die nlunificenz dea n u n verewigten
libnigs E r n s t A u g u s t so Vieles geschehen ist, dass diese Adagen
zu den vorziiglichsteo lkxteclilands gehbren. Schon seit 200 Jabren
cristirt dieser Garten. Von Hanuover fiihrt eine 6828 Fuss lmge
und 125 Fuss breite Linden- Allee nach Rerrenhausen, welche schon
i m Jabre 1726 angelcgt worden ist. Diese yon vierfachen Baumgruppen gebildete Allee dient als beliebtester Spazierweg. ZuoScbst
lriuft diese Allee an dem Iibniglichen Garten und Lustrchlosse Monlirillant vorbei, welches rur Sommerresidenz der Kbniglichen Fnmilie
dient. Indem man von Monbrillant die Allee wiedrr tlurchschreitet,
gelangt man zu dem Georgen-Gar!en, der aus dem ehemala Grsflich
Valliuoden’schen Garten und mehreren angehaufien kleinen Grundstiiclreo gebildet iet. E r fiihrt den Nanien nach drm Kbnige Georg IV.
Im Sahlosse findet sich eioe Sanimlung von Bildhauerwerken und
Oelgemiilden Ueber eine steinerne Driiclie, A-igusten Briicke, und
dano iiber eine eiserne, die Friederiken-Briicke, gelanpt man in den
grossen ocler Herrenh8user Gnrteo, der im Jabre 1665 voin Herrog
J o h a n n F r i e d r i c h gegrlindet wurde, dcr auck die noch jetrt inr
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Vereinszeilung.
Gange befindlicken \Vasssrkilnste anlegen liesr, die spBter norh erwcitert wurden. Die Anlage des Gartens, der etwa eine Fliche von
182 Morgen umfaast, ist ganz ie dem alten steifen franzdsisch-holliindiscben Style der Zeit Ludwig XIV. angelegt und niit einer 90 Fuss
breiten Linden-Allee durcbschnitten, in der sfiddstlichen und siidwestlichen Ecke rnit xwei grossen Pavillons versehen. Der grdssere Theil
des Gartens ist durch 12 Fuss hohe Hecken von Hainhuchen durchschnitten.
Die stimmtlichen Waeeerkiinste springen vom PfingstFeste an bis
zu lllichaelis an jedem Sonntage und Mittwoch von 3 5 Uhr. Ziemlich in der Mitte des Garteus findet sich ein im Freien angelegtes
Therter.
Unweit den Schlasses sind die Treibereien gelegen. In
Mistbeeten werden vorzdglich Gurken, Melonen, Blumenkohl nod
Erd heeren, in den Hiusern Weintrauben, Yfirsiche, Aprilrosen, Pflaumen, auch Himbeeren getrieben.
Oestlich vom Scklosse liegen die Cascaden, durch Reihen van
filnf iibereinander liegenden bleiernen Becken gehildet. Hier wachsen VorEiiglich Schlingpflanren. llier finden sich schdne Exemphre
der Gunnera ecabra, einer Pflanze ans Chili. In der sogenannten
Orangerie finden sich iiber 150 schdne Exemplare von Orangen-,
Lorberen- und Myrtenbiumen, ausgeceichnete Exemplare von Magnolia grandillom, Hibiscus eyriacus, Arbutus Unedo. Ein kleines
Bassin ist heleht von einer zahlreichen Schaar von Goldfischen. Hier
ist der Standort der figyptischen Papierstaude, Cyperw Prrpyrus.
1Jas untere Orangeriehaus ist mit Frescomalereien und mit Siisten
rcimischer Kaiser verriert, welche die Franzosen 1803 nach Paris
wandern liessen, von wp sie ZUIII Theil 1816 wieder die Riirkreise
antraten.
Eine Abtheilung des Gartens, der sogenannte Berggarten, wurde
vorziiglich seit 1831 neu eingerichtet, eine Gartenbihliothek grgrdndet,
ein grosses Ananashaus erbaut, in dem jihrlich iiber 700 Pd. Ananasfriichte pezogen werden; ein Camelienhaus und ein Hans fdr Ericeen
und Cacteen eingerichtet, so wie eins fiir Orchideen. Nach dein l o d e
der Kdaipin P r i e d e r i k e , Gemahlin E r n s t A u g u s t ' s , ward vom
Jahre 1842 18x7 ein Mausoleum erhauet, auch ein neues Orchideenhaus construirt. Tm Jahre 1896- 18PS ward an der Stelle des allen
Palmenhauses ein neues, fast ganz aus Eisen und GIns, errichtet, und
1850 ein neues Glashaue. 1851 ward ein Aaus fiir die Victoria
regin eingerichtet und mehrere Hauser erweitert.
Einen Rut' erhielt der Garten zuerst durch den an demselben
als Beamten angestellten Botaniker Fr. E h r h a r d t , dann durrh den
Garten- Inspector J. C h. W e q d l a n d , der sich auch als Schriftsteller
auf dem Pelde der Botanik nnd Gartencultur einen riihmlichen Namen
erworben hat. Der jetrige Vorsteher isb der Hof- Garten Inspector
H. L. W e n d 1a n ti, der ebenfalls als botanischer SchriRsteller hekannt ist.
Auf dem P l a t ~ eunweit des Pavillons und unweit der Orangerie
eteht ein echdncs Exemplar von Sophora japonica, nahe dahei mehrere Exeniplire von Agave americana aus Mexico atammend, wo ihr
Saft zu einem bkrauschenden Getrinke benutst wird. Sie hliihet auch
bier in Hannovcr n i r h t ganz selten. Die grtisste Zierde des Gattens
enthiilt das Palmenhaus, welches 115 Puss lang, 32 Fuse breit und
42 Fuss hoch ist. Dasselbe wird durch zwei Wasserheitzangen und
im Nothfallc noeb durrh vier Kanile erov8rmt. In diesem Hause findet
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Vereblszeifwig.
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man ein ansgeaeichnetes Exemplar von Lirislona auslrolis von iiber
i i i i Uinfange, die Krone
wird von gegen 80 sehirmfdrmigen Bliittrrn gehildet. Ganc nahe
steben schiine Exemplare vnn CaIathea (Maratita) Zebrina, Regonio rhzginifoliu. Eine schiine Daltelpaltnr, Phoenix dactili/era,
zieht das Auge des Beschauers aut’ sicb. NPhen einer ausgezeichnet
schdnen Livislona chinensis prangt eine Strelifzia anguela mil 6 Fuss
langen und 3 Fuss breiten Bliittern a18 [lairptzierde. Von Bnnibusa
latifolia sind einige Exemplare sicbtbar. Aucb die Cocospalme,
Syagrus botryophora, mit langen krausen grasartigen Bliittern, die
Lutania Commersoni, rothe Sarnmtpalme, Caryota sereus init auffallender Blattform, der sclrdne silberweisse Chamaerops Hystrix mit
fusslangeu Stacheln am Stamme, die vorrilplich schiine, seltene Thrinaz radiata mit fiicherf(lrmigen, silberweissen Bllttern, die Chamaed o r m elatior, ein grosser Pandanus utilis finden eich hier. Nebenan
prangt der Riesencactus, Cereus peruuianus, der noch .nirht gebliihet
hat, aber so festes Holc liefert, dass es ini Vaterlande zu Ruderii und
Thiirschwellen benutst wird. Nahe dabei hat eine Oelpalme, Elair
guineensis, ihren Plats, welche das afrilranisc:lie Palmid liefert. Oestlich steht Dioon edule aus Mexico, welche Sago liefert, n n d Cycas
renolutn. Cocos nucifera, Bchte Cocospalme, ist in einem Exeni ylare
vorhanden, das hier im Jahre 1841 aus Samen gezogen witrde. In
der R’iihe steht der schbne Lamahrn, Cibotium Schiedei RUS Mrxico,
mit 8 Fuss langen Blfittern. Ceroxylon andicolo, von A l e x . v. H II m b o l d t entdeckt. Im siidlichen Theile der Rotunde steht die schiine
Seaforihia elegans, die Kentio supida von der Iosel Norfolk, die
sfidlichste Palme des Erdkreises, welche sich noch auf den1 38. Grade
siidlicher Breite findet. Ferner Gndet man Aslrocaryon A j r i mit
schwarzen Stacheln, die ansgezeichnete Charnaedorea Ernestd Augusti,
Saccharurn ofpcinarum, Coffea arabica, den Affenbrodhaum, Adansonia digifala, der pin Alter yon mehreren Taiisend Jahren erreichen soll, Cbaemaedorea scandens, Pleciocamia assamica, Dracaena Draco, Angioplerk fongifolia, eine grosse Seltenheib aus
Java, mit grossen schdnen doppelt-geliederten Wedeln, Cycas circinalis, Encephalaetos Altensteinii, Lehmannii, caffer und horridus
aus Ostindien, dem Cap der guten Hoffnung und Mexico. A n der
nordwestlichen Eclte steht Ficus Rorburglti, nahe dabei I’andanus
horridice und Yandunus odoratissirnus m i l in drei Spiralen um den
Stamin heraueetehenden, sehr dicht gestelllen langen Rchwerlf6rlnigen
Bliittern. In der Narhharschaft sleht der Jamaica- Pfeffer, Yimenta
vulgaris, Coccoloba pubescens, die,Weinpalme, Arenga sacchor=ifera,
Chomuerops Martians, die einziga europaische Palme, Chamaerops
Ittmilis, in Valencia und am Ebro EU Hause, nahebei Cocos campcstris. Die schdne PIectocomia a88UIIriCa ist eine der schdnsten Palmen hiesiger Samnilung. Nahe a m Palmenhause ist im Garten die
Familie der Cunifereo unterpehracht, unter welchen cwei schiine
Exemplare der Rloretonhay Tanne, Araucaria Cunninghamii, der
bermudiwke Wacholder, Juniperus bermudiann, dessen Holz das beste
Bleistifthols liefert, bemerklich. Links voni Palmenhause trifft man
sch6ne Exemplare von Acacia floribundn, Kunrea corifolia, Camphora ofpcinalis, Callislemon Ianceolalum u n d rugulosum, Angopbora cordifolia, Acacia verticillaln, Royaena lucida, die Korkeicbe, Quercus subrr, Eucalyptus und Meli$erca, Banksia margi.naia. In der NHhe eind die Schmerterlingsblumen, die Ilex, die
35 Fuss Hbhe; der Stamni Bat fast 6 Fuss
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T'ereinszeitung.
Cupuliferen, Solanareen, Hermanniaceen, Cisticeen, Euphorbiaceen,
Blalvaceen, Coinpositen, Hosaceen untergebrrcht. Ficus Sycomorus,
die paltistinische Feige, mit wenigen werthvollen Friichten ; die Cusuarineen mit ihren blattlosen, diinnen, fadenfbrmigen, gegliederten Aesten
werden mit Schachtelhalni und Kiefern verglichen. Auf zwei Beelen
finden sich die neuholllndischen Alrazieu, die im Friihjahre im Hause
eine Prachlfiille von Bliithen entwirkeln.
Die Salisburia adanjifolia mit langgestielten f~cherfbrmigen
Bltittern geh6rt zu den Nadelhblzern, von denen sie im Aeussern
wenig Aehnlirhlreit zeigt. Von .den Nadelhdzern sind ferner bemerlrenswerth : Dacrydium Franklisi uud elatuni, Cupressus ftinebris,
welche wie unsere Weiden liangende Zweige hat. Die RenseelandTanne, Datnmara australis, die chilesircbe Tanne, Ararccam'a irnbrica(a, tregt Friichte, welche in Chili als Desert pegessen werden ; die
Korfollr Tanne, Araucaria excelsa und brnsiliensis, Cunninghantia
lnnceolatn, Dacridium cupressinum sol1 in ihrem Vaterlande iiher
200 Fuss hoch werden, P i n u s Deodora yon den Gehirgen NordIndiens, sol1 durt 12 13 Fuss im Umfange erreichen, auch Pinus
Cedrus kommt hier Tor, doch sind die Exemplare nicht selir snsehnlich. - Unter den neuholliindischen lyrtaceen gchbren die Etccnlypi u s Lepfospermum un,d Meluleuea zu den grciseren, Melaleuea Cujop u t i liefert das offiainelle CajopulBl und die Jambosa culgnris die
schbne Frucht Poma 1 ' 0 s ~ . Unter den Eucalyptus Arten finden sich
die riesenhaften BBume in Vandiemeasland. Einige werden iiber
200 FUSRhoch und setzen erst bei 70 100 Fuss IIBhe Zweige an,
Blan hat Exemplare geschen von 250 Fuss H6he und 551/2 Fuss Umfang fiinf Fuss iiber die Erde, a n der Basis iiber 70 Fuss. Eucalypfus resinifera liefert nach E n d 1 i ch e r Kin0 australis.
Die
J'rnteaceen Neuliollands und Siidafrilras zeiclinen sich dtirch die Mannigfaltigbeit der BlLtIer aus, dcr Silberbaum, Leucadendron argenf e u s , reirhnet sich durcb weisse Behaarung aus. Nabenan ist eine
cauadische Tanne ansgezeichnet, auch die Cussonia spicuta. Rechts
davon steht die Aloysiu ciWidosa, welche eehr wohlriechend ist,
nahe dahei ein onderes Beet mit Pharmiuin tenar.
An der Ostseite des friiheren Palinenhauses stebt der Trompetenbauin, Tecona rodicans. Unter den Tropenpflanzen im llause sind
ru bemerken Arfrapaea TVallicRii und moilis. Das nordbstlich steheade Erikenhrus enthllt eine vorziiglich reiche und srhbne Sammlung der Haidearten, auch die feineren Cap- und neubolllndischeo
I'flauzen und einige Farrnkrluter sind hier untergebracht. Die nu8
Valparaiso stammende dreifarbige Kapuzinerkresse, Tropaeolum tricol o r , ist eine niedliche Pflanze. Vor der Oslseite des Hauses liegt ein
Rosengarten. Rechts liegt das Orchideenhaus. ])asselbe entbtilt vie1
Seltenes und Scbbnes, darunter die Gallungen Stanhnpea und Catteley" mil prschtvollen Blumen. Oncidiuni Pupilio, westiudisehe
Schmetterlingsblume; die in 2 3 Fuss lrngen Stielen sitzende Blume
sieht wie ein Schmetlerling HUS, 17anil/e planifolia mit ihren wohlriechenden Samenhiillen (Friichten), die Bdnigspflanze der Jnvaner
Anoectochilus cetacms mil samnitbraunrn Bliittern, s i e mil GoldWden durchwebt, Anoectochilus argenteus ist griin mit weissen
Streifen.
I n einem Glaskasten sieht man die Nepenthe8 und Dionaea.
Von ersterer Bind Nepenthes deslillatoria und Rafflesiuna ausgezeichnet. Die sonderbare Dionaea niuscipula, amerikanische Fliegenfalle,
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Vereitmeitung.
bildtit an den Eiiden ihrer Blitter eine Falle aus zwei bceiten fleischigen Lappen, deren liinder liinge Haare habcn. In dem Augenbliche,
wo ein Insect oder tlnderer freiiider Gegenstand hineinfailt, scliliessen
sicli die Lappen krampfhaft uod bleihen peschlossen so lange Bewegung stntt Bndet. Auf kleinen Slellageo sieht man zahlreiche kleine
I’almen, Fnrrnkriiuter, kleine Bromaliaeeen. Blerkwiirdig sind die
Ilirschhaarfarrn, Platycerectm. Dar schtine Po’olppodium nlovbiflosum
lindet sich iiber doiii Riiigange.
Aucti der Brodfruchtbauin, Arfocurpus i n c h , mit sclionen
gelappten Bliittern, Cacaobauni, Throbronta Cacao, Illahagonibaum,
Sioietenia Mahagoni, die Elfenbeinpaltoe von R’augranada koinnien
hier vor. I n dem sirdlicher lirgenden llauar wrrtlen beaonders Syrenen, Schneeballe, Rosen, Hyacinthen im Winter getriehen.
Das
Cactnshaus hat zwei Ahtheilungen, wovon die eine besonders Pelargonien, die andere Cactus- und Aloe-Arten hat. Siidlicli gelegeo im
1l;iuse 3 9 sind hesonders niittelhohe Tropen unlergebracht, als
legonien, Glorinien, Gesnerien, Acliiiiienes. Eitiige Exeniplare voll
Laurus Cinnamonturn und Laurus Cuseia liahen hier ihren f’latz.
Unter den vielen Ficus -Arten i s t der Banyanbanin, Ficus Indica,
der merkwiirdigste, der an den UTern des Rerbuddah eine solche
husdehnung erreichen soll, dass ein einziger Bauni rinan Urnkrria von
2000 Fuss einnimmt, Ccilha edulis, dessen Bliitter mi eineni iii der
Wirkung deni Caflee iihiilichen Getrinlte benutzt werden. flier i s t
auch eine Giftpllanze von hertiger Wirkunp, ’li.iplrcris americuna,
nehen dern Viper nigruni. Man sieht hier bauniartige Nesselpflanzen,
deren Nesseln wie Brennnesseln wirhen. Rach S c l i I e i d e n bestehru
die Haare der Kesseln aus giner einzigen Zellv, die holil ist und an
ibrem uiitern Ende eine, eincin Scblrngenzahn iihnliche Gifldriise enthilt.
I n den Ananasliiiusern werden j i h r l i r h etwa 700 Pfd. Prirrhle
gezogen. Das grosse Glashaus 1st fiir die Reuhollinder Pflanzen zur
Aufnaliine iin HerQste bestirnmt und hat eine Linge von 150 Fuss,
eine T i d e yon 33 Fuss und eine Hijhe von 21 Fiiss. Das Comelienhaus ziihlt Hunderte von Camelien, die \‘on Februar hie April i n Bliithe
titshen. Siidlich vom ~amelienhau6eliegl das firus J,@ 1.4, das einen
wahren Scliate deib seliensicii ‘lropenpflanzcn enthiilt, dartinter die seltene Napoleona imperialis, der hrrtihinte Kuhbaurn, Galacdodendron utile, ein Exemplar yon deni nialayisclien Gift bannie, Anfiarij
ioricaria, tier (;iimitiipiitthaiini, Xauthochinm picforiics, der I
umitItusabauin, nlyrivtica moschaia, Agalophyllus nromalicunr und Caryophyllt,s oronialicuq, die Cephuelis Ipecacuonhu aus Brasilien, l l e x
I’uraguordenais, Gatcinia Afongastana niit schiineii Friichten, Jatg-oplia Manihot liefert in, Sat’le der V u r z r l ein sclinell tijdtendea
(iii’t, die Wiirr.el lieftxt ausgrlroclit IMandiocon oiler Cassevamehl,
Cinchona Calpsriga. Hytrienaeu verritcosa, Copilbaum, Ihmavindus
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indicu, tlaoinaloxylo~l C U I I I ~ ~ C ~ I ~ ~ I Quarsin
~ ~ U I J I , ccrnnra, Guajacum
o/’ficinule, Stry1Jino.s m n , Xibethnusz, Duria sibeldinus, Yogostemor
palchoul/!/, ills l’iirliiiiitwe gebraitchi. In einciii Iwsnndern Hause
fiiider sic:b die 7-icluria wgia init Rliiltern yon fiber 6 Fuss im Durchnieseer. I)iia lllett sol1 hinnen 21 Siundt:n 15 - 17 Xoll warhsen.
NacIi einciii hier geniachten Versuche trug ein 5112 Fuss grosses Rlatt
eiiien siebenjaliripen linabrn von 55 PM. Schwere und noch 50 PFd.
Gewictit 3 - 4 Ninuteii laiig ohne zu rinken. Die Blilthe ist rein
weias und geht apater ins Hiithliche f i l e r ; sie entwickelt anfangs
einen wngcnchinrn I h l f . Der Swine i a t dunkelgriin, a i e tiirkischer
Arch. d. I’liarm. CXXVII. Bds. 2. llft.
16
%6
Vera'aszeitimg.
Weizen geforrnt und mehlhaliig. Neben der T'icforia regia vegetirl
das herrliche Nelumbiurr. speciosum und capsicum und die niedliche
Pistia Straliqfes. Exeinplare von Nymphaea coerulra, rubra, deni d u , Lolos, finden sich in Schalen aufgestellt.
A n hesonders merkwtirdigen Exemplaren voii Bluinen und Pllanz'en finden rich norh ini
Garten : Pititis strobus, cin vortrefflicher Baum, Acer succharifrrutn,
Tuzodiuni distichurn, eine schdne Cypresse aus Nordarnerika, der
Papier-, M a u l beerbaum, Brpussonelia papyrifera, schi,ne Eichen, als
Quereus a l h , ttigra, inibricula, heterophylla, tincloria, macrocarpic,
Liriodendron tulipifera, Liquidanibar styracitluu.
Das Mausoleum, wo die Leichen des K6nigs E r n s t A u g u s t
untl seiner Geniablin F r i e d e r i Ire ruhen, ist iiii griechischen Style
erltaut. Dorio iet der Sarkophsg der Iiciuigin Y O U R a u c h in Berlin
gefertigt. Das Haus'ist mi; einer Umgehung von Eirhen geziert.
Wir hahen auf unserer Rticlrreise von der Genernlverwniulung im
Bad Oeynhausen in Gesellscliaf; der Freunde und Collegen B o I I e ,
G e i s e l e r , A e r z o g , H o r n u n g und S e l l e unter der Leitung des
Hrn. B e n n e w i t z die Schitze dieser ausgereichneten Cartenanlagen
zu llerrenhausen in Augenschein genommen nnd uos daran erfreut.
Auf die Beschreibung des Hrn. W e n d l a n d machen wir alle Liebhaber s c h h e r Giirten, welche nach IIaonover kommen, sufmerksani.
B.
-
Is) Ueber Copal und Drachenblut, Aloe etc.
D. l l a n b u r y hat dem englischen Arzie V a u g h a n zu Aden in
Arabien folgende Notizen milgetheilt :
C o p a I wird von'der der Insel Zanzihar gegeniiber liegenden
Kuste gebriicht; m a n grabt ihn, wie es heisst, dort aus der Erde,
wo er in unregelmi5ssigen Scbichten liegt. I)ie Gruben, wenn man
sich dieses Ausdruclrs bedienen darf, sind Privateigenthum des Imnm
von BIasliat. A n der Westkfiste von Afrika, unter deniselben Breiteprade, etwa in der Gegend von Conga, aollen die Portogiesen ithnliche Lager abfgefundsn haben.
D r a c h e n b l u t ist im sadlichen Arabien unil Socotora, eben so
den Somalis unter dem Namen s d e s h u t der heiden Braderr beliannt.
Auf tler Insel Socotora wachst der Banm init der Aloe sehr reichlich.
Er findet sich ebenso in Hadrainaut untl an der Ostlciiste von Afrilra,
doch lcommt von hier aus sehr wenig in den Handel, weil die Eiogeborenen den Werth des Gepenstandes nicht kennen.
Drachenblut, Alor, OrsellUeclite und Glien oder fltiasige Butter
rind fast die einzigen Artikel, welche Socotora ausfiihrt. Diem werden meist yon den jenen Vfillrerstlmirien eipenen Schiffen initgenommen, welche alljPhrlich T o n i Persisohen Golfe ini flonrte Febrnar
ankommen, nachdem sie in den Hiuptstidten an der Kiiste des sadlichen Arabiens vorliehrten ; sie bringen Datteln mit, welche ihre
Stapelwaare ausmachen, ferner lrleine Parthien Zeuge, Rri.s, Zucker,
Eisen, womit sie gegen die Producte de3 Landes Taasrhhandel treiben.
Die Boote gehen d n m von liier nach Zanzilirr, woselhst sie die
Artikel, die siu vnn Socotora emtgegengenommen ha hen, ahsetren ;
diese gehen dann a u f die indischen Jlirlrte. Die Schiffe gehen dnnn
etwa im April m i l Horn beladen runirk, besuchen noch bier und dn
eine Stadt nn der arabiechen Kdste und crreichen den Golf etwa im
l a i wieder. Va u g h a n erfuhr yon einem erfahrenen Seemanne,
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