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Etwas Uber Gifte und Vergiftungen.

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476 Geruch des Castoreums. Giffe und Vergiftungen.
Gerucli des Castoreums.
Der Geruch des Castoreums ist nach W o h l e r hochst
wahrscheinlich abhangig von einem Gehalt von Corbolsaurc. Wij h I e r vermuthet, dass das iitherische Oel, welches durch Destillation des Castoreums abgeschieden wird,
nur RUS diesem Korper bestetit. Die Carbolsiure wurde
von R u n g e im Steinkohlentlieer cntdeckt. spater bei der
trocknen Destillation der Salicylsaure erhalten und Phenylhydrat gcnannt. Sie riecht in Wasscr geliist ganz wie
frisches Castoreum. Ein Hauptcharacter dieses Korpers
ist, dass er durch Chromsaure schwarz wird. (Annul. dzr
Chern. und Ph. B d . 4 9 . p.360.) Hz.
Etwas iiber Gifte und Vergiftungen.
Es ist schwer, j a fast unmoglich, cine Definition des
Giftes mitzutheilen, die allen Forderiingen des Toxikologen
entsprache, und zu gleicher Zeit dem Laien einen richtigen
Begriff von dem @be, was eigentlich unter giftartigen
Substanzen zu verstehen sei. Quod cibus est aliis, aliis est
acre wnenum - was dcm einen zur Speise dient, ist dem
Andern Gift - so lautet ein altes und wahres Spruchwort.
Bei Einigcn bringt der Genuss von Mandeln eine aussatzige
Krankheit hervor ; Andere vermogen kein Schweinetleisch
zu esscn, ohne von der Diarrhoe hefallen zu werden, und
man hat in Westindien Reispicle, dass Schildkrotenfleisch,
in zu reichlichcni Masse verzehrt, den Kropf hcrvorhrachte.
Man konnte demnach jedc Substanz, deren Eintritt in das
menschliche System durch den Mund, die Lungen, die
Haut oder die Adern eine Storung der Lebensfunctionen
oder eine gSnzliche Stockung derselben veranlasst. als
Gift betrachten, sie mogc nun zum Pflanzen- oder Thierrsiche gehoren, einen mineralischen Kiirper bilden oder
ein hlosses Gas enthalten, und in kleineren oder in grosseren
Quanlitaten genosscn werden. Salpeter und Cremor tartari
sind z. B. in kleinen Gaben nicht nur unschadlich, sondern
auch ausserst heilsam; nimnit man sie aber in einer DO&,
die hinlanglich ist, urn ihrc gifligen Eigenschaften zu
entwickeln, so konnen sie todtlich werden. Dasselbe ist
von gewohnlichem Salz der Fall. Ein junges Madchen
nahm ein halhes Pfund Salz zu sich, um die Wiirmer zu
vcrtreiben ; zwei Stunden nachher traten beunruhigende
Sym tome ein, und man schickte nach einem Arzte, der
die iPranke in einem Zustande volliger Lahmung traf. Die
Lufipumpe und mehrere Gegengirte wurden ohne Erfolg
Gibe und Vergiftungen.
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angewendet , und die Patientin verschied nach wenigen
Stunden.
Ein anderes Mineral, welches in dicse Kategorie gehort, ist das Glaubersalz. Ini Jahre 1842 worden zwei
Individuen bei den Assisen in Huntingdon angeklagt, cinen
Menachen dadurch vergiftet zu haben, dass sie ihm eine
grosse Menge Glaubersalz in sein Bier mischtm Der Verstorbene war ein bejahrtcr Nann und als Trunkenhold
bckannt. Es wurde bewiesen, (lass er an einem Tage
niehrere h'ossel Bier getrunken hattc, welches man vorher
mit Glaubersalz verniischt. hattc ; etwa zwei ,is tlrei Stunden spater wurde er von eincr hcftigen Diarrhoe befallen
und starb innerhalb 78 Stunden. Die Ohduction liess keinen Zweifel ubrig, dass w i n Tod den Wirkungen des Glaubersalzes zuzuschrcihen sei. Kine iilinliche Erschcinuns
fand bei einem zehnjdirigcn Knabcn stall, dcm scin Vater
2 Gnzen Glaubersalz gcgcn die \Vurmcr gegeben hatte.
Sobald er sic zu sich g.enommen, wurdc dem Knaben ubel,
und man schickte zu einem Arztc. der ihn mit kaum mcrklichem Pulsc, Iiln sam und mit Schwierigkeit athmend und
in einem Zustan e ausserstcr Hinfdliglteit traf. Zchn Minuten spater war das Kind todt..
Die obigen sind Beispiclc von Vergiftungen durch Substanzen, die vermittclst dcs Mundcs in das kijrperliche
System aufgenommen werden ; Fi~lle,wo solt:hes durch
die Lungen geschieht, giebt es unziihlige. Hier wird der
Tod gewiihnlich zuniichst durch Ersttckung veranlasst.
Der jungere B e r t h ol 1 e t scliloss sick in scin Zimmer ein,
nachdem er mvor allc Ocffnungen hcrnietisch verstopft
hatte, zundete ein Holzkohlenfeucr an und setzle sich dann
ruhig hin, itidem er auf cin Blatt Papicr seine Empfintlunen aufzeichnete, wahrend das Gift i n seinen Korper drang.
k r wurde so in sitzender Lase gefunden, die Feder war
ihm aus dcr Hand gelallen; er war ganz ohne Leben.
C o 11o m b e 1 1 stattet Bericht iiber einen Manti ab, der (im
Januar 48kL2) bei der Arbcit durch die Diimpfe brennender
Holzkohlen clen Tod fantl. E;r war damit. beschhftigt, die
Fenster dreicr kleincr Zimmcr im untercn Stock eines
Hauses zu reinigen; (Ins crstc Zimmer hattc dine Thijr, die
auf den Hofraum hinaosginq, die hciden andern abcr waren nut. durch eine Nittelthur verbunden und in keinem
von den dreien befand sich ein Iiamin. Ein Beckcn mit
Holzkohlen war in das aussere Zimmer liinpstellt worden,
um es zu trocknen; wie es scheint, hatte jedoch der Arbeiter die Aussenthur gesclilossen und das Bccltcn nach
dem innern Zimmer getragen, indcm er die ZwischenthiiArch. d.Pharm. XCII. Bds. 2. Hft.
12
B
,I 78
Gifle utid Vergiflungen.
ren offeri liess. Kach zwei Stunden faiid man ihn in dem
zweiten Zimmer todt am Boden licgen. - In Dublin machte
vor einigen Jnliren cin Individuum das Jhperiment, et.wa
450 Kubikzoll Wasserstoff~is einzuathmen. Es lraf sicli
ungluckliclicrweise, dass die Schwefelsiiure, die er zur
Verfertigung des Hydrogens gebrauchtc, zicmlich stark mil
Arsenik vursetzt war; bald, nachdctii er das Gas eingeathmet hattc, wurdc er niit Schwindcl, Ohnmnclit, C'ehelkeiten und ttiiiem driickenden Schmets im Unterlcibe hefallen, untl starb nach ungcfiihr acht Tagen. Der deutsche
Cheniiker G c h 1 e n wurde durcli das zufiilligc Einathmeii
einer kleinen Quantitiit Arsenwasscrstoffps wodtet. schon
nacli eiiier Stuncle traten Ficberschauer, Lebel eitcn und eine
giinzlidie liraftlosigkeit ein, untl er verstarb am neunten
Tage. Irn Dcccmber 4839 balk ciri junfer J h i n (Ins Ungliick, eiri nus Arsenik, %ink und Schwe elsaure erzeu tes
Gas einzuatlimcn, was nach ebtiigigcni ~ e i d e nseincn !iod
herbeifulirtc.
Cnter den IIautvergiftungen sind (lie (lurch die Pockcn
odcr syphilitische Ansteckuns Iiervorgebrachten die haufigsten, ohgleicli sic nicht immer todtlicli sind.
Es ijiebt
ichc
viele, schcinhar harmlosc Priiparatc, dic eine scliad
Wirkung auf die h u t ausuben, wic z. B. die Haarfarbungsiriittel, die tneistens ails Bleioxy.d, mit Kalktheilen
vermischt, I)edchcn. Dcr Doctor B r I n k s in Hannover
behandelte eino Dame, die nach dcni Gelirauch des sogetiannten Poudre d'llnlie von einer beftigcn Augenentzundung
(Ophlhnlntioj: ergriffen wurde; das Pulver war, \vie cs sich
bei der Analyse crgal), aus Uleioxycl und Kalk zrrsammen-
f:
gcsetzt.
In rler Rcgel crscheinen die Vergiftunossymptoiiic?
plijtzlicli, wblirend aicli das Individuutn im v o h n Getiusse
tlcr Gcsuntlhcit befindet, indcm die meisten gilligen Substanzen ihre Wirkung soSleicli hervorl)ringen, und nicht,
wic maii sonzl zii glaubcii pflcgle, cine Zeit lang unthiiti
bleiben. lb w i d zwar vcrsiohcrt, dass Giftpilze sich 28
Stunden im 3Iaaen befinden kiinnen, ohne irgend einen
Einfluss auf den Kiirper zu iiussern; indcsscn hilden solche Falle nur einzclne Ausnalimen von der allgemeinen
Kegel. Dassclbe gilt von thierischcn Giften, \vie z. B. derl
in Deutschland so heliebten Wursten, die oft gihige Ingr,ctlienzien ;?) enthallen. Die Wirkuns tier tiidtlichstcn Gifte
wird nicht selten durcli gewisse korpcrliche Zustiintlc verzogert , uritl zuweilen selbst giinzlich aufgehoben. So
schwCcht cler Schlaf die Wirkun en tlcs Arseniks, und die
Trunkeiihcit dic des Opiunis, un Kraiikheiben ncutralisireli
f
179
Gipe tsnd Vergifiungen.
oft die starksten Giftmittel. Fur die Dysenteric und den
(Tetanus ist Opium in Gaben verschrieben
worden, ie einen esunden onfehlbar getodtct hatten,
und Calomel wird mitunter, wie J o 11 n s on in seinem Wcrkc
uber tropische Krankheitcn hernerkt., allc Viertelstunden
theeloffelweise genommen. Dagegen eieht es ;Inch Lrankhafte Zustantle, die die Wirkung des 0 iunis und die giftigen Eigenschaften des Arseniks im iohcn Grade verstarken; Ersteres ist hei apoplektischen. Letzteres bci Unterleibsbeschwerden tier Pall , ond die Kcnritniss dieser
wiahtigcn Thatsache ist cs. die den wissensclraftlich gebildeten Arzt von dem routinirten Einpirikei. unterscheidet.
Die Vergifiungssyn~ptomctrcten gewiilrnlich innerhalb
ciner Stundc nach demGenuss dcr Speiscn oder der Medicamente ein, die eine solche Wirkung hervorbringen ;
wenn also dergleichen Symptome erst rnehrere Stunden
nach dem Genusse fester oticr llussiger Speiscn erfolgen,
so kann man (untcr Vorbehalt der ohen erwahnten Ausnahmen) niit Sicherheit behaupten, class sic ails einer andern Quelle entstehen. Die Lnkcnntniss diescr Repel verleitete im Jahre 1810 nicht nur den grossen IIaufen, sondern auch manche Acrztc, den diitzlichcn Tod des Kronprinzcn von Schweden dem Gi te zuzuschreiben; der Verdacht fie1 auf seinen Leiharzt., Dr. R o s s i . uritl die Wath
des Yolks stieg zu einer solclien Biilic, dass er aus detn
Lande fliicliten niusste. Kine genaac Untcrsuchung dieses
I.:alles beweist, dass Ross i rrnschuldig war, rind der Prinz
nicht an Gift., sondern am Schlagfliisse st.arb; vor seinem
Ableben hatte er seit vier Stundcri weder iliissi- e noch
feste S eisc zii sich gcnommcn, u n d cs gicbt kein Ickanntes G i i , dass so lange unthatig im RIaqen ruhen kiinnte.
Die Ohduction heslacigte diese Ansiclit. und sctzlc cs ausser
allen Zweifel, dass dcr Tod des I’rinzen rlurch eincn apoplekkchen Zustand herbeigefuhrt wurdc.
Die Wichligkeit dieses Punctcs, wo tlas 1,eben eines
Unschuldigen auf Clem Spielc stelit, erhellt unter Anderm
aus folgendem Beispielc. In Iirankrcich beschuldigte eine
65jahriSe Frau ihren ~lcichfallsbejahrten Jlann, ihr Arsenik beigebracht zu hahen, und hantligte zum Beweis ihrer
Anklagc einen niit grob gepulvcrtem Arsenik gefiillten
Sapf und einise Speisen ein, die ihr hlann fiir sie bereitct
haben solltc. Wie cs sich hei der L‘ntersucliung crgab,
waren die Speisen stark mit Arsenik vcrsetzt, und der
Angeklagte wurtlc, seincm beliai-rlichcn Leugnen zum Trotz,
gefanglich eingezogen. Die Frau hatte den Huf eines jabzorntgen Temperaments und excentrischen Charakters und
Starrkramif
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12 Ni
Gifte und Verg@ulagen.
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war mit h sterischen Zufallen behaftet, die sogar in ternporaren ahnsinn ausarteten; wie es scheint, nahm man
jedoch hierauf keine Rucksicht. Unterdessen verliess sie
das Bett und hrachte acht Tage ini vollkomrnenen Wahnsinn zu, ohne eine Spur der Vergiftung zu zeigen; am
neunten Tage aber verfiel sie in Rascrei, begin wahrend
des Paroxisnius die unsinnigsten Handlungen un starb am
Tage darauf. Aus derobduction des KBrpers stellte sich
zur Geniige hervor, dass sic an denWirkungen des Arseniks Fjestorben war, da man das Gifi in bedeutenden
Quantitaten im Darmkanal antraf und in dem Mwen und
in den Eingeweiden die gcwohnlichen krankhaken Erscheinuneen wahrnahrn, die mit dcni Gebrauch des Arseniks verhnden sind. Trotz dessen leugnete dcr Gatte
noch inimer, ilir das Gift beigebracht zu haben, aber seine
Versicherungen wiiren unheachtet geblicben , wenn das
Zeu niss kundiser Aerzte ilin nicht gercttet hatte. Da er
narn ich seit acht T a p n in efiinglichcr Haft, und von
allem Verkelir mit. seiner Frau fbgesclinitten war, so niusste
er ihr das Arsenik acht Tage vorher gcgeben haben; die
Frage war also, oh das Arsenik so langc in] K6rper Ideihen konne, ohne den Tod herbcizofuhren, oder ob seine
Thati keit eine Zeitlang gehernmt und dann erneuert werden fonne ? Die Sacliverstandigen erklarten diess fur
cine Unmiiglichkeit, und er wurdc daher freigesprochen.
Es hat sich nicht. selten ereignct, dass man iirztlrche Mixturen odcr Pulver in boswillig~riibsicht niit giftigen Pra,araten vertauscht hat, obgleich tlieses wissenschaflliche
kenntnisse voraussetzt, die man ~ c r ~ ) r c c i i e rder
n nicdrigsten Classe nicht zutraucn wurde. Der Richter A 1 d e r s s o n erzPhlt den Fall, dass ein Apothckcr cincn Trank
zubereitcte, den ein Andercr init Gift versetzte, um den
Kranken zu tiidten, fur den die Jlixtur Ixstimmt war. Dcr
Patient., den1 dcr Gcschniack der Arznei rnissfiel und der
etwas Verdachti es daran zu bernei~lieii glaubte, schickte
sie dem Apothe er ziiruck, und da Letzterer die I n v e dienzien des von ihm bereiteten Trankes kannte, und 8em
Kranken die Unschiidlichkeit beweisen wolltc, so trank er
ihn selbst aus und verstarb hald darnach. A u f diese
Weise wurdc er also das unbcwusste Werkzeug seines
eigenen Todes; aber, obgleich der Trank fur einen Andern
beslimrnt war, so fand man docli den Giftrnischer des
Mordes schuldig. nieser Vorfall cnthiilt eine ernste IVarnuns fur Aerzte, die, wie es zuweilen geschieht, sich bei
Vergiftungsprocesscn crbieten, ihre eigenen Minturen einzunehmen, urn dem Gerichtshof einen praktischen Beweis
d
f
9
a
4 a1
Gifle und Vergiftungen.
ihrer Unschadlichkeit zii geben. Eine solche Probe ist
durchaus unnothig, da etwaige Zweifel weit sicherer und
gefahrloser durch eine chemische Untersuchung zu losen
sind *).
Bei gewissen Magenkrankheiten haben die Symptome
cine starke Aehnlichkeit niit denjenigen, die durch Arsenik entstehen - urn so mehr, als sic gewohnlich nach
dem Genusse von Medicanienten ocler S eisen entstehen.
Dasselbe findet auch bei Affectionen es Gehirns ~statt.
Eine altliche Dame nahrn einst drei Gran eines von ihrem
Arzt verschriebenen wcissen Pulvers ; etwa zchn Minuten
spater wurde sie von einer Lethargie crgriffen und starb
im Laufe einer Stunde. Das ein-enornmene Pulver war
nicht Norphin, sondernQuinin, u n 8 es ergab sich aus der
Obduction des Korpers, dass die Kranke am Schlagfluss
gestorben war; es 1st jedoch wahrscheinlich, dass ihr Tod
zunachst durch das Quinin veranlasst wurde, da dieses
Mittel eine starke Wirkung auf das Gchirn ausubt. Ein
anderes Beispiel ist das einer Frau von siebenunddreissig
Jahren, die sich allem Anschein nach der besten Gesundheit erfreute und nur uber leichten Kopfschmerz klagte;
unmittelbar nach dem Friihstiick wurde sic von heftigem
Erbrechen befallen, welches cine halbe Stunde anhielt und
mit ihrem Tode endete. Auch hier konnte man eine Vergiftung argwohnen; es erwies sich aber, dass eine Hirnkrankheit irn Spicle war. Obgleich es also einen gegrundeten Verdacht erre
cine Person gleich nach der
blagenschmerzen er riffen
huten, cin entschei endes
Urtheil auszusprcchen ; nur die Obduction der Leiche oder
die chemische Analyse der im Magen befindlichen SubstanZen konnen liier als unumstossliche Beweise dienen.
Man kann ferner mit ziemlicher Sicherheit eine Vergiftung annehmcn, wo sich bei mehreren Personen nach
dem gleichzeitigen Gcnusse derselben Spcisen oder Medicamentc iihnliche Symptome gussern; doch ist auch diese
Evidenz nicht unbedirigt giiltig, eben so wenig als die, wo
eines der Individuen eine grossere Quantitat der vergifteten
Substanzen gonossen hat, als die andere. Wie B o n n e t
erzahlt, assen einst mehrere Personen von einer mit Arsenik
cp
8
-.
*) Auch mir ist ein Fall vorgeltommen, in welchein ein unzweifelhaft richtig bereitetes beruhigendes Pulver nusserhalb der Apothoke mit Hallthydrat vermischt worden war. Es konnte diese
Beimiscbung keine zufallige sein; jedocb hat auf dem Wege gerichtlicher Untersuchung keine Aufklhrung ribor den sehr verH. Wr.
dtlehtigen Vorhll gewonneo werden k6nnen.
182
Gifte und Vergiftungen.
versetzten Speise, und wahrend diejenioen starben, die
nur wenig gellossen hatten und sich ni&t erbrachen, genascn dic, wclche vicl genossen und sich darauf iibergeben hatten ]<in Fall, der sich in London wahrend der
Cholcrazcit crcignete, tjcweist, dass, ohwohl inan in der
Regcl cine Vcrgiftung annehrnen darf, wo mchrcre Personcn zugleicli iiacli dcrn Essen crkrankcn, es doch Emstiindc SieLt, wo dic Vcrgiftung,,nur schcinbar ist. Vier
illitglieder cincr Farnilie, die in Iiauslichem Unfrieden lehte,
sctzten sich i n viilliger Gesundheit nieder, bald nachher
wurden Vatcr, Mutter und Tochter \:on plotzlicheni Vomiren und Durchfall crgriffcn. Die .4usleei1ingen waren mil
Rlut gefarbt, walircnd die Blauc der Iiaut fehlte, die als
ein Zcichcn bosartiger Cholera betrac*htet wird. Zwei von
den Patientcn unterlagen, und der Solin, der rnit seinen
Aeltcrn gespannt war untl allein von diesen Symptomen
frei blicb, wurdc beschuldiut, sic vcrgiftct zu hahen. Es
fand cim strcnge UntcrsucRung statt, a t m das Zeugniss
der Aerzte hcwies, dass jene beideii Individuen wirlilich
an der Cholera gestorhen waren, untl class kcin Griind
vorhanden sci, ihim Tod der Vei-giftung zuzuschreiben.
Es crhellt aus diesen lVot.izen, class man vor Allem
einen scharfen Bcobachtungsgeist und genaue Kenntniss
der Thatsachen bcsitzen muss, urn Falle zu beurtheilen,
wo das Lebcn und die Ehre eines UnschuldiFen von den
geringfugigsten Umstiinden abhiingcn. Das btudium der
gerichtlichen Medicin, das in unsern Tagen so grossc Fortschritte niacht, wird daher immcr unent.behrlicher, damit
die Behordcn - cs rniigen nun Richter oder Geschworne
sein - sicli nicht durch Unwissenheit, Vorurtheil oder das
Geschrei der hlengc zu Schritten hinreissen lassen, die sie
eincr schwercn Verantwortliclikcit aussetzen. (lUach englischen Zeitschriften aus dein ;I/ng. d. Literatur d. Azisl.
1844. 112.) Geiseler.
Veber Gifte im Allgemeinen.
AIle vorwarts gcrichtcten Bcwegungen in der Wissenschaft sind sehr natiirlich von vielcn Scitensprungen
begleitet, vornehmlich dann, \Venn, wie in der Medicin
und Toaikologic, das Intcre.sc eines Jcden davon heriihrt
w i d . Alan tlarf aber i n solchen Fiillen sicli nicht irren
lassen iiber d u s wirklich Cute in den Bestrebungen der
Gegcnwnrt, wclchc (!hen cine Ucbergangsepochc bildet.
Mit der Zeit wird Alles i n das wahre Geleise zuriickkehren; das Excentrische, Eckige und L'ngelenke wird sich
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