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Herrn Professor Dr. Friedrich v. Bruchhausen

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ARCHIV DER PHARMAZIE
UND BERICHTE DER DEUTSCHEN PHARMAZEUTISCHEN GESELLSCHAFT
287./59. BAND
Heft 8
1954
AnlaBlich der Feier der 150. Wiederkehr des Jahres der Entdeckung des Moiphiums durch Friedrich Wdhelrn Sertiirner am 10. Oktober 1954 in Paderborn
verlieh die Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft ihrem Vizeprasidenten
Herrn Professor Dr. Friedrich v. Bruchhausen
als erstem die Serturner Medaille i n Gold
Prof. Dr. Friedrich v. Bruchhausen wurde am 25. September 1886 zu Steinau,
Kr. Schliichtern, als jungstes von neun Geschwistern geboren. Mit Primareife ergriff er 1903 den Apothekerberuf und verbrachte bis 1906 die Lehre in der Apotheke
zu Salzkotten. Nach drei Konditionsjahren in Warendorf und Duisburg ging er
1909 zum Studium nach Marburg, machte 1911 das Staatsexamen und erhielt
damit die Approbation. AnschlieIjend war er bis zum Fruhjahr 1914 in der Apotheke zu Melle tatig, als ihm Geheimrat Prof. Dr. Schmidt, der seine Begabung
und sein Streben schon wahrend des Studiums erkannt hatte, eine Assistentenstelle am Pharmazeutischen Institut in Marburg anbot. Unter Verzicht auf eine
bessere Entlohnung in einer Apotheke nahm er die Stelle an. Leider unterbrach
der erste Weltkrieg, den er von 1914-1918
als Sanitatsunteroffizier, Unter-
apotheker und Oberapotheker mitmachte, diese Tatigkeit. Nach Kriegsende ging
er aber sofort nach Marburg zuruck, machte 1919 die Hauptpriifung als Lebensmittelchemiker und promovierte 1921 mit einer Arbeit iiber die Konstitution der
Alkaloide Corycavin und Protopin unter Prof. J . Gadamaer, dem Naohfolger von
Geheimrat Schmidt. Charakteristisch fur v. Bruchhausen ist, daB er noch kurz vor
der Promotion das Abitur als Externer machte. 1925 habilitierte er sich unter
Gadarner mit einer hervorragenden Arbeit uber die Konstitution der Corydalisalkaloide Corycavidin und Corycaminin fur pharmazeutische Chemie und Lebensmittelchemie. Wie hoch man seine wissenschaftlichen Fahigkeiten uberall einschatzte, geht daraus hervor, da13 er schon 1926 die Berufung als ord. Professor
an die Universitat Munster, 1931 an die Universitat Wurzburg und 1938 an die
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Technische Hochschule Braunschweig erhielt, wo er heute noch mit jugendlichcr
Frische seine Schuler genau so wie friiher begeistert.
Ganz abgesehen davon, daB
L'.Bruchhausen
den verschiedensten Gebieten der
Naturstoffchemie sein Interesse zuwandte, widmete er sich als Schiiler von
E. Xchmidt und J . Gadamer vor allem der Alkaloidforschung. Seine Erfolge auf
diesem Gebiet verschafften ihm auch die Anerkennung aller Chemiker, denn jedermann weiB, daW v. Bruchhausen nie halbe Arbeit macht. E r befa5te sich aber nicht
nur mit Konstitutionsermittlungen von Alkaloiden, sondern auch erfolgreich mit
deren Synthese. EI. W . Berschl) hat hieriiber ausfiihrlich berichtet. Wir wollerv
uns heute nur kurz die wichtigsten diesbeziiglichen Arbeiten ins Gedachtnis zuruckrufen, wie z. B. auWer den schon genannten die uber die Konstitution des Corydalins
und Isocorybulbins, die Konstitution des Cantharidins, die des Oxyacanthins, des
Chelidonins, uber Oxyacanthin und Rerbamin, die Konstitution des Asnrinins, die
Synthese des Oreoselons. Interessant sind seine Arbeiten iiber die ,,Veredelung
der Alkaloide" und ,,Die Abwandlung der Alkaloide zu neuen Arzneistoffen".
Aber auch iiber quantitative und potentiometrische Bestimmungsmethoden von
Arzneibuchpraparaten, uber Identitats- und Reinheitsprufungen sowie uber viele
andere Probleme, die fur den praktischen Apotheker Bedeutung haben, veroffentlichte v. Bruchhausen. AuBerdem kunden Buchver6ffentlichungen von seiner Vielseitigkeit. Mit Prof. Rosenmund brachte er den anorganischen Teil des ,,Lehrbuches fur pharmazeutische Chemie" neu heraus und von der ,,Anleitug zur
qualitativen Analyse" von Schmidt-Gadamer konnte er nach dem Tod der Verfasser
vier neue Auflagen herausbringen.
Wer so g r o k Verdienste hat, den wissen dankbare Menschen auch entsprechend
zu* ehren. Er wurde Mitglied dcs TJandesgesundheitsrates und der Apotheker-
kammer von Niedersachsen sowie der Real Academia de Farmacia, Madrid, zusammen mit Prof. Bamann Vertreter der Pharmazie in der Deutschen Forschungsgemeinschaft und nicht zuletzt seit vielen Jahren Vizeprasident der Deutschen
Pharmazeutischen Gesellschaft, in dessen Hand auch heute noch die Hauptschriftleitung des ,,Archivs der Pharmazie" liegt.
Gariz besonders verehrt wurde und wird heute noch v. Bruchhausen von allen
Studierenden, Doktoranden und Bssistenten, die seinen Vorlesungen und Vortragen mit Begeisterung folgen. Ein Hochschullehrer, der selbst mit der Praktil)
Phnrinaz. %tg.-Xarhr. 27, 694 (1031).
Friedrich v. B r u c h h a u s e n
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kantenzeit neun Jahre in Apotheken als Mitarbeiter und uber drei Jahre als
Militarapotheker tatig war, versteht die Note des praktischen Apothekers ganz
bestimmt in erhohtem MaBe.
Wenn Prof. v. Bruchhausen nicht als Mensch uber so hervorragende Charaktereigenschaften verfugen wurde, so ware sein Leben in der Familie nicht so glucklich, und seine Schuler konnten ihn nicht so gern haben. I m August 1925 verheiratete er sich mit Marianne Bersch, und der glucklichen Ehe entsprossen drei
Kinder; 1927 die Tochter Barbara, die in Luneburg als Lebensmittelchemikerin
tatig ist, 1929 der Sohn Franz, der zur Zeit im medizinischen Staatsexamen steht,
und 1931 der Sohn Henning, der Maschinenbau studiert. Wer v. Bruchhausen besonders frohgelaunt und in Ruhe zu finden sucht, der mu13 ihn in seinem Garten,
weit vor der Stadt aufsuchen. Er lebt nicht nur allein fur die Wissenschaft, sondern
auch fur seine Familie und die Schonheiten der Natur.
Die Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft verdankt ihrem Vizeprasidenteii
ganz besonders viel. Prof. v. Bruchhausen hat seine Lieblingsforschungsarbeiten
auf dem Gebiet der Alkaloide auch heute noch nicht aufgegeben, sondern hat in
der letzten Zeit die Bearbeitung der Berberitzenalkaloide erneut in Angriff genommen. Wenn man nur diesen hier aufgezahlten Bruchteil seiner Verdienste
uberblickt, so bedarf es keiner besonderen Betonung, daIj allein w. Bruchhausen
fur die e r s t e S e r t u r n e r - M e d a i l l e i n Gold in Betracht kommen konnte, denn
auf diese Weise ehrt die Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft das Andenken
a n die groBen Verdienste Friedrich Wilhelm Sertiirners a m eindrucksvollsten. Moge
es Prof. v. Bruchhausen vergonnt sein, noch weiter fur die wissenschaftliche Pharmazie so erfolgreich wie bisher tatig zu sein, und moge er sich noch viele Jahre
a n dieser h o c h s t e n A u s z e i c h n u n g , die die deutsche Pharmazie fur aul3ergewohnliche wissenschaftliche Erfolge zu vergeben hat, erfreuen konnen. Das ist
nicht nur der Wunsch seiner Freunde und Schuler, sondern auch aller deutschen
Apotheker und nicht zuletzt der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft.
Hans Kaiser
.
Professor Dr Friedrich v. Bruchhausen Ehrendoktor der Universitat Bonn
Kurz vor RedaktionsschluB erreicht uns die sehr erfreuliche Nachricht, daB die Unjvemitiit Bonn auf Antrag der Medizinischen Fakultiit Professor Dr. Friedrich v. Brucl,
hausen zum Ehrendoktor der Medizin promovierte.
Wir haben erneut allen AnlaB, Professor v. Bruchhausen zu dieser hohen wissenschaft -
-
lichen Auszeichnung unsere allerherzlichsten Gliickwiinsche auszusprechen.
Hans Kaiser
Eugen Unna
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