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Kurze wissenschaftliche und praktische Mittheilungen.

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916
Vereinsxeitung.
12) KSurze wissenschaftlicbe uud praktische
Mittheilungea.
--
Radix Saponariae iubrae.
IJeber Rnd. Snponarias rubrae hemrrkt Dr. G. W a l p e r a Folgendes :
Savonariu oflicinalir L. is1 oine iwar sehr verbrcitete und oft
genug beschriebenb Yflnoze, welche aber in ihren \Vurrelverhilltnisren
noch lreinesweges geniigend bekannt ist. Die ein oder zweijlhrigen
Wurreln derselhen kominen nls Rad. Saponoriae rubrae in den Handcl, sind gewdhnlich 10 - 12 Zoll lang, iim Wurzelhalse von der Dicke
eines Glnsekieles oder einer Rabenfeder, nRch unten wenig veriirtelt,
in fadenfdrmige Wurzelfasern auslrufend, braunroth, i m getrockneten
Zustande mit leichten Liirgsrunreltt versehen. A m Wurzelkoph fioden
sich rahlreiche, einieln oder zu itiehreren beisarnmen, einnnder gegeniiberrtehende Knospen, welche sich entweder zu beblltterten Stengeln,
oder wenn sie unter der Erde bleiben, zu Stolonen entwickeln. Diem
Stolonen sind im jitngeren Zustande fndenfdrmig, webs und in langeren
odor kiirreren Zwischenrliumen mit kurzen membrnndsen gegeniiber6tehenden Schiippchrn, welche durch eincn hervorspringenden Rand
mit einander verbunden werden, besetzt. Die mebrere Jahre rlleo
Stolonen erreichen aber die 1)iolre von Schwanenfedern, sind wie die
Wurzeln tiusserlich rothbraun gefarbt, die ineinbrandsen Schiippchen
sind abgefullen, durrh Entwickelung der winkeletindigen Hnospen finden sich knotige Verdickungen, nus welchen zahlreiche Wurzelaasern
und neue Stolonen oder aberirdieche EWeige sich entwickeln. In den
in dem Handel vorkommenden Wurzeln sind bis jelzt diese Stolonen
nichl vorgefunden worden, vielleicht nus dem Grunde, weil die einoder rweijihrigen Wurzeln sich beim Saiiimeln nus dem Erdboden
leicbter herausrieheo laseen, ale die init Ausliufern versehenen inehrjBhrigen Wurzelstiicke. In anatoinischer Beziehung findet sich rwischeo
der Slructur der Stolonen und der der Wurreln ein hdchst nuffallender
Unterschied, auf welehen birr jelst noch nirgends aufmerksrm gemacht
worden ist.
Auf einein scharfen Querachnitte durcb einen solchen mehrjlhrigea
Aurliufer bemerkt m a n unter der bruunrothen Oberhaut eina weiragefarble Rindenschicht und einen lebhnft cilronengelb gef6rbten Holrriop, welcher einen riemlich weiten Markcylinder umschliesst. Jener
gelbe Holrring iat aber nicht vollstf~ndiggescblossen, man sieht vielmehr schon mit der Loupe, dass er en mehreren Stellen durch unregelmissige, grosse, heller gef6rbte Zwischenriume unterbrochen wird.
Die Oberhaut besteht aus 5 bis 6 Lagen tafelfarmig zusammengedriickter,
niebt olternirender, linglich viereckiger, braunroth gefarbter Zellen,
unter diesen folgt die nu8 mehreren Schichten Bhnlich gestalteter aber
ungehirbter Zellen bestehende Nittelrinde ; die Innenrinde besteht nus
eiuem riemlich weiten dicltwandigen Parenchym ohne Intercellularginge. In einzelnen Zellen dieser Schicht finden sich prose, dieselbe
vOllig ausfiillende Krystalldriisen. Nach einer ziemlich breiten, aua
lsnegestrecktem Zellgewebe bestehenden Cambiumschicht folgt der
Holzkorper. In denjenigen Parthien, welehe unter der Loupe citronengelb erscheinen, wird derselbe aus Ianggestreekten dickwandigen po?(laen, blassgelblich gef6rbten Holzrellen, uoler welchen sich rablreiche
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Vereinszeitung.
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einzeln oder zu mehreren beisaiiimen stehende sehr weite punctirts
Gefisse vortinden, gebildet. Die deni Marke zuniiclist stehenden Gefiisse von einem fast um die llilhe geringeren Durchmesser eind ringoder netzforrnig. Rlarlrstralilen sind nicht vorhanden, eben so wenig
waren Jahresringc EU unterscheiden. Diejenigen Stellen des Ilolzringes,
welche untcr dcr Loupe weisslich gefiirbr erscheinen, bestehen BUS in
die Liinge gezogenein Parenchyni rriit Gefissen der angegebenen Art,
die Zellen sind a b e r unpunctirt und unterscheiden sich von denen des
Markes oder der inneren Hindenschicht bloss durch ihren geringeren
Querdurchrnesser und ihre Ausdehnung in die Liingr. Uer ziemlich
betriichlliche Markcylinder, welcher heim lrocltneii liiufig zusammengeschrumpf~,besteht RUE locltercm grossmaschigem Parenchym, welches
yon Inlercellulargiingen durchzogen wird. Amyluin ist iiberall nicht
vorhanden.
Auf einem Querschnitte durch die Dliite einer Wurzel bemerkt
man schon init blossen Augen, noch besser durch die Loupe, dass
kein Mnrkcylinder vorhnnden ist, das blassgelbliche Holz von honioener Textur erscheint nur gegen die Mitte zu etwas heller gefiirbt.
ie Rintle ist ganz Bhnlich, wie die Rinde der Stolonen bescliaflen,
nur sind die verschiedenen Zellschichtcn weniger zahlreich, die Cambiurnschichr iat n u r schmal und Yon d e r darGberliegenden inneren
Rindenschioht weniger deutlich abgegrenrt. Unmittelbar unter dem
Wurrelhalse besilzt dns Holz dieselbe Structur, wie bei den Srolonen,
auch ist ein larkcylinder, atwr von verhiltnissrnissig nur Reringern
Durchmesser vorhanden, in dessen Parenchym sich zahlreiche einzela
stehende netzfdrmige Gefasse Enden. In dem 31arke d e r Stolonen
Bind lreine Gefisse anzutreffen. Diese punctirlen llolzzcllen verschwinden gegen die Spitze der Wurzel zu sehr schnell, so dass schoo
I Zoll unterhalb des Wurzelhalses der ganze Holzkern BUS einem in
die Liinge gezogenen dickwandigen Parenchym besteht, welches vielfach von zerstreut arehenden, einzelnen, sellener zii zweien oder dreieo
vereinigten netzfdrmigen Cefiesen, die nicht selten wurmfdrmig gebogea
rind, durchrogen wird. Cegen die Dlitte zu sind diese Parenchymrellen kiirzer und besitzen einen grdaseren Querdurchmeaser, wflhrend
sie gepen die Peripherie zu enger und in die Lihge gezogen erscheinen. Von Jahresringen iat, w i e bei diesen so hdchst auffallenden
Stracturverhiil~nissen zu erwarten stand, auch nicht die entfernteits
Andeutunp vorhanden. [Bof. Ztg. 10. Jahrg. No. 3.)
B.
L
__.__
Ueber Radix Senegae.
Zur ErpBnzung der botanischen Charaktere der Senegawurzeln
macht Dr. G . W a l p e r s auf die nnatomische Structur aufmerksam,
welche hdchst rnerkwilrdige Eigenthiimlichlceiten darbiete, und ver6ffenrlicht dariiber Nachslehendes. Auf einem scharfen Querschnitte
benierkt inan eine ziemlich diclte, fast hornirtige Rinde, welche unmittelbar u n k r dem Wurzelkopfe durch Eintrocknen hfiuflg im Innern
zerkliiftet erscheint, sonst ither dein blassgelblichen Holzlcdrper fest
anliegt. Der aii der Wurzel iiisserlirh rortretende liiel wird lediglich
aus Rindensobstitnz gehildet, den\ Kiele gegenilber lie@ der nach d e r
enlgegengesetrteu Seite von ciner tlilnnercn Rindenscliicht bedeckte
HolzkBrper. Die den E e l bildende Hinde ist dunkel - braungelb gefirbt, wihrend die an der entgegengeaetzten Seite des Holres liegande
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Vereinszeitung.
Rinde eine hellere, nach und nach in jene verlaufende Farbung zeigt.
DRSziemli'ch regelmissige Rindenparenchym w i r d auf der dem H i d e
entgegengesetzten Seite aus kurzen penta oder hexaarischen fast
riindlichen Zellen gehildet, nach der Kielseite zu besteht die innere,
dem Holze znnschst liegende Hindensrhicht BUS langgestreckten cylindrischen u n d prismatischen Zellen, deren Wandungen, i h n l i c h w i e die
Rindenzellen v n n Acfoeu spicnta L., aher noch deutlicher m i t sich
kreuzenden feinen Streifen gczeichnet sind.
Intercellulargiinge sind
nicht vorhanden, der Zelleninhalt besteht aus zahlreichen OeltrOpfchen.
In denjenigen Wurzeln, welche keinen vorspringenden H i e l besitzen, erscheint der Holzkdper auf dem (luerschnifte stielrund oder
fast stielrund, von tler Rinde rings herum zieinlich gleismtissig uinschlossen, snlide, ohiie hlarkcylinder. u n d hesteht aus zahlreichen
punctirten Geldseen v o n zienilich weitcm Durchmesser, welche v o n
langgestreclcten engen, ebenfalls punctirten Holrzellen begleitet werden.
Jahresringe lrtssen sich nicht unterscheiden, w o h l aber eine v o n dem
Centrum R U S nach allen Hichtungen sirh erstreckende strahlenf6rniige
Stellung der Gefasse u n d llolzquellen ; breite, aus 2 bis 5 Reihen elwas
rusammengedrickter Zellen den Rindenparenchyrns bestehende, secundare Markstrahlen erstrecken sich von der Rinde, mehr oder weniger
tief in den llolzcylinder hinein, oft bis in die Niihe des Centrums.
I n den iiiit einem vorspringenden Rindenkiele vcrsehenen Wurzeln
reigt der Holzlcdrper auf dem Querschnitte eine sehr abweichende
Gesldt. Derselhe ist i n die Quere eirOrmip, halb kreisrund oder stuinpf
dreikantig, m i t dem Kiele zugewendeter Fliiche, oder endlich halhmondfilrntig, mit dem Kiele zugewendeter Riindung. B e i genauerer Untersuchung findet man, dass das R U S einigen wenigen Gefissen und Holrzellen bestehende Centrum, welches stets deutlich h e r v o r l r i t l u n d v o n
welchem nus die Gefissbindel in strahliger Anordnnng stehen, vollkomnien excenlrisch, und z w a r stet8 der Spitze dee Rindenkieles diametrRI gegentiher, dicht u n t r r der Rinde gelegen ist.
Gegen das
Centrum des HolzkOrpers zu stehen die henachbarten Zellen des Rindenparenchyma mehr oder weniger i n strahlenfdrmiger Annrdnung, so
dass man sich versucht fiihlen mOchte, den f&cherfdrmigen Holzcylinder
durch eine ibermissige Entwickelung cines secundiren Markskahles
zu erkli3reit, zumrtl man hRufig ein schmales keilf6rmiges Holzbiiodel
durch breite Markstrahlen von dem dbrigen HolzkOrper gelrennt vorfinde. Diese Vermuthung best6tigt sich eber nicht, w e n n man jhngere
Wurzelfasern i n verschiedener Hahe untersucht. I n den allerjiingsten,
w e n i g mehr RIS zwirnsfadendirken Wurzelfasern bentrrkt man einen
regtlmtiasigen, R U S nur wenigen Gefirasen und Holzzellen bestehenden
und v o n Rindenparenchym gleichmi5asig umschlossenen Holrcylinder.
B e i einem Llingsschnitt durch die grtnze Wurzel, welcher in der Richlung des Kieles gefiihrt wird, hemerkt man d o n m i t blossen Augen,
dass die warzenartigen Hdcker, welche auf der dem Kiele gegendber
liegenden Seile der Wurzel in grOsseren oder geringeren Zwischenr i u n i e n sich vorlindcn, aus unentwickelt gebliebenen Zweigen bestehen.
Eine Parthie Geflisse und Holzrellen zweigt eich v o n dem lateralen
Cenlrurn des HolzkOrpers ah rind endet init maserartigen Verschlinguogen, von Riodenparenchyn hedeckt, hiiulig, natnentlich dicht unter
dem Wurzelkopfe, fiiessen mehrere nahe tiher einander stehende unentwickelt gebliebene Zweige ZII einem einzigen gronsen warzenartigea
HBcker zusammen; in diesem Falle sind die Holrbiindel der einzelnen
Z w e i g e oberhalb gewdhnlich uoter einander verwachien, wfihrend
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Veree'nsreitung.
dieselben a n ihrer Basis gesondert erscheinen und von Rindenparenchym rings unigeben sind. Endlich findet man in selteneren Fiillen
im Inneren jencr warzenarligen Hdclcer kleine unregelmassige Bolzparthien, welche ails Gefgssen und Holzzellen angegebener Art bestehen,
rings heruin von Rindenparenchyrn eingeschlossen siod, und nach den
sorgfaltigsten Untersuchungen rnit dem Holzcylinder der Wurzel in keiner Verbindung srehen. Diese llolzkdrperchen besitzen gewdhnlich
eine keilforrnige Gestalt, erlangen die Grdsse eines Brennnesselsamens
und liegen oft gruppenweise beisammen, entweder durch Rindenparenchym von einander gesondert, oder mannigfallig verwachsen. (Bot.
Ztg. 9. Jnhrg. No. 16.)
B.
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Ueber die Weinstock und Kartoffelkrankheit.
Die Weinstocklcrankheit entsteht nach R. D e s v o i d y dirrcb einen
kleinen Acarus, den ein scharfes Auge schon wahruehmen kann. Die
Art, welche diese Verheerung des Weinstockes anrichtet, ist ein trages
Geschtipf, das sich oft im Verlaufe eines Tages nicht in Bewegung
setzt. Es saugt mittelst eines Saugriissels die Hinde der Bliitter an
und niihrt sich vom Safte derselhen. Das Thierchen ist rdthlich oder
orangegelb, hat 8 Fdsse und findet sich meist unter den Hauptnerven
der Bliitter und in den Winkeln derselben am Stamnie gesellig. Sie
finden sich oft in ungeheurer Menge, machen zahllose Stiehe i n die
Blattnerven und StBmine, wodiirch der Nahrungssrft so verlndert wird,
dass er zu einer Art Gift fiir die Ptlanze wird. L i n n B hat diese
Milbe als Acarus rubicundo-hyalinus, abdomnine utrinque macula fusca
beschrieben. Derselbe Acnrus, der auf dem Weinblatte lebf, findet
sich auf vielen anderen und srlhst exotiscben Pflanzen.
D e s v o i d y fand nun auch Tnusrnde von einer anderen Milbe
auf der Reckseite von erkrankten Kartoffelblittern. Dic erkrankten
Stellen der Blatter bieten bei der Partoffel ganz iihnliche Erscheinungen
dar, wie bei dem Weinstocke ; auch stellt sich ein Ooddium darauf
ein, das vom vorigen verschieden ist. Die Milbe, welche die Kartoffelkrankheit erzeugt, indem eie sich im August und September entwickelt,
bezeichnet D e s v o i d y folgendermaassen : Acarus solanorum, animal
sttbalbidum, atbovirescens, e'nterdum flavescens, rarius subrubescens,
dorso regulariter ciligero, duobus punctis intcrioribus fuscis. Oeum :
orbiculare hyalinum. Aetas puerilis : Minimum, suborbiculare hyalisum, dein albicdnc, albidovirescens. (Compt. rend. T. 33.
Chem.pharm. Centrbl. 1851. NO. 51.)
B.
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Ueber die Traubenkrankheit.
H u g o Y. M o h l hat im verflossenen Jahre Beohachtungen iiher
die Traubenkranlcheit angestellt, welche zu nachfolgenden Angaben
Veraolaseung gegeben haben.
Reim ersten Auftreten dieser Krankheit in England und ebenso
bei ihrem Erscheinen um Versailles, Paris, Grenoble scheint dieselbe
durchaus an die Treiherei von Weinreben in Gewachshausern gehunden gewesen cu sein und sich von da aus auf die im Freien stehenden Spaliere und von diesen in die Weinberge verbreitet zu haben.
In den Gegenden, in welchen heiae durch kiinstliche Wiirme erzwungene Cultur der Rebe statt Rndet, ist die Krankheit im lahre 1851 in
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Verrinszeitung.
der Scbweiz und in Wdrtemberg aupschlieralich a n Heben aufgetreten,
die an Spnlieren gezogen wurden, und wenn sie aucb, wie z. B. nm
Genfer See, die Weinberge ergrimen hatte, so litten doch die Spaliertrnuben in weit h6herem Grade, als die im freien Lnnde rtehenden, und
mnn konnte sich auch an einzelnen Orten, wo die Krnnkheit noch in
geringerer Verbreitung auftrat, deuilich d n v o n tiberzeugen, dass die Krnnkheit von den Spalieren nusgegangen wnr und sich von diesen i u die
benachbnrten Weinberge verhreitet hatte.
Gleich heim erslen Auflreten der Krnnkheit wurde beobachtet,
dnsi dierelhe m i l dem Vorhandensein cines Pilzes (Oidium Tecekcri
Berkel.) i n Verbindung s k h t . Dieser Pilz erscheint detn blossen Aupe
als ein weisser niehlartiger Uelierzug, welcher j e nncli dem Grade der
Krnnkheit bnld nur einen knum sichtbaren AnOug, bnld eine zusammcnbiinpende zienilich dicke Kruste hildet. Bei geringetn Grnde des
Uebels fiadet sich der Pilr hloss an einzelnen Stellen der Pflnnze, u n d
zwar obne beslimmte Regel bnld n u f der Rinde diesjehriger Zweige,
bald ruf den Bliittern, bnld aur den1 Kitmine der Trauben und ihren
Bearen, jedorh immer nur a u f solchen 'Theilen, welcbe noch m i l einer
PeJeb&en Epidermis iiherzogen eind, also nie euf &r nbgestorbenen
Rinde der varjihrigen oder itlteren Aeste. Bei rtark vorgeschrittener
Yrqqkbqit iiberzieht der Pill slle Theite, die sich im Laufe des Sommers enlwickeli haben, so dicht, dass Inan schon auf 20 Schritte weit
eine solcbe Rebe nls krank erlrennt.
Die von H o b i n e a u D e s v o i d y aufgeslellte Behauptuqg, dass
der urspriigliche Grund der Krankheit in Verletzung der Pflanren durch
Insekten gesucht werden mtase, scbeint uach H. v. nl o h I auf einem
gens entachiedenen Irrlhume zu beruhen.
11. v. M o h l ist der Ansicht, dnss der Pill Ursache der Krankheit ist. Der Pilz niache die Pflnnze, auf welcher er wiichst, erst krank,
zerm&w die Sdfte der oberflkchlichen Zellen und benachtheilige ihr
Wechrthum. Dadurch nun, dass der Pilz die Krankheit hervorruft,
isr die nicbt zu leognende Ansteckungsfihigkeit der Krankbeit erkliirt,
indetn aurunehmen ist, dass der leiseute Luftrug die in unz6hliger
hlenge sich bildenden Sporen, welche eine Lfmge yon etwa
hesitsen, von den kranken n u f die gesunden ilbertrngen kann.
Die Erscheiuungen, welche die kranlren Reben darbieten, aind
folgende. Auf der noch grtiagefiirbtea Hinde der diesjiihrigen Zweige
Bind die Stellen, an welchen die Pilzvegetation hegonnen hat, noch
ehe der Pils far das bloese Auge ricblbar isl, an einer schwacben
Triibung ihrer griinen Farbe erkennhar. Der Pila besteht um diese
Zeit aus wenigen, iiusserst znrten, nur durch eine gute Loupe sichtbaren, den Spinnenfiiden iihnlichen Fnsern, welche auf der Oberfltiche
Geflechte bildeo.
der Epidermis weiter kriechend, ein uoregelnilssi
Die Rinde hnt nn den ergriffenen, oft nur I"'
imf%chmesser hallendea Stcllen einen etwaa dunkleren Ton nogenomtnen; spjler vergrcsssru sich bei weiterer Ausdehnung des Uebels diese Flecken, Riessen
zusnmmen und verwandeln ihre Fnrhe in Folge des Abslerbene der
oberll6chlich gelegenen Zellen allmhlig in Chocoladenbraun. Die mikroskopische Untersuchung zeigt, dass die Entinischung der Sfifte, w e l c h
dieser Fnrbenhnderung ZII Grunde liegt, und dns Absterben der erkrankten Zellen zur Folge hst, sicli nuf die oherflhAilichsten Rindenschicbten beschrhkt, wBltrend die tiefer gelegenen Hindenschichien, so wie
nuch das Holz, volfkommen gesund bleiben. Einen noch geringeren
Einllurr, ~ l auf
r die Binde, Buererl der Yilz auf die Blitter.
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&"'
1er
Vereinszeitung.
Mi& den Friichten verhirlt es rich jedoch ganz anders. Auch hier
leidet unter dem Angriffe des Pilzes anfangs n u r die iiuserste Zellenschicht, wtihrend die innern Tlieile der Beere, so weit wenigstens
mikroskopische Untersuchung Aufschluss hieriber verschakn kann,
vollkommen gesund sind. Die Erscheinungen, welche sich an den
ergriffenen Beeren zeigen, sind j e nach der Zeit, in welcher die Beere
ergrifleen wird, nach der stiirheren oder schwiicheren Ausbreitnng deo
Pilzes u. s. w., sehr verschieden. H’enn die Beere stark angegriRen
wird, u n d zwar zu eincr Zeit, i n welcher sie ungeffhr erst die Hiilfte
ihrer normalen Gr6sse erreicht hot, oder noeh kleiner ist, ao spring1
dieaelbe, da ihre fiussere erkranhte tlaut der Ausdehnung dea sanigen
Parenchyms nicht folgen kann, ihrer Liinge nach in mehrere Stdche
auseinnnder, so dnss die Snmen, welche sich noch rnehr oder weniger
vollstiiiidig entwickeln, wie in der aufgesprungenen Kapsel eines Eoonymur, frei liegen. Diese nufgesprungenen Beeren scheinen unter allen
Urnstfinden der weiteren Entwickelung unfiihig zu sein; sie bleiben
klein, o b sie gleirli bis s p l t i n den Herhst hinein am Stocke sitren
bleiben, und scheinen ain Ende iinmer zu vertrocknen oder LU verfnulen. Uingehehrt verhiilt e9 sich, wenn die Beere erst gegen den
Herbat kin eqgriffen wird, aschdem rie i n ihrer Eotwickeluag bswib
weit vorgeschritten ist; in diesem Fnlle ist die Einwirkung der Pilzer
tu schwacb, urn die Aushildung zur reifen, vollkommen normnlen Frucht
zn hindern, selbst wenn die Stiele der Beeren yon den1 Piire dicht
iiherzogen sind. Zwischen diesen beiden extremen Fiillen finden
sich naliirlicher Weise eine lllenge von Mittelstufen, auf denen die
Beeren zwar nicht aufspringen, aber in ihrem Wachsthiime zuriichbleiben, nicht zu normaler Reife gelangen und fiir die Benutzung verloren sind.
Dnss der Cenuss kranker Trnrihen schtidlichd Polgen nach sich
ziehe, wie vielfach hehauptet worden ist, glaubt H. v. J l o h l widerrprechen zu miiseen.
Nach den in Eaglerid und Frsckreipb g~dmaCht8nErfnhrungen irt
drr Abechneiden der zuerst ergriffenen kranken Theile, ferner Waschungen mil schwachen AuflBsiingen von Kalk, Kalkschwefelleber,
Alaun, Seife u. dergl., such Tsbacksrilocherungen and Aufstreuen von
Schwefelblumen mit Nuhen gegen die Krankheit angewandt worden.
(Bot. Ztg. 10. Jahrg. No. 1 u. 2.)
B.
700jahrige Orangeriebiiume.
Kiirrlich ist man im Tuilerien-Garten ru Paris drmit beschiftigt,
die grossen Kibel eu repariren, in welchen die Orangeriehiiume stehen.
Bei dieser Gelegenheit konnte m a n aus einigen zum Vorschein gekomnienen Inschriften ersehen, dass die gedachten Bfiume.ein ausserordentlich hohes Alter haben. Manrhe aintl n n 700 Jahre und die jiingsten
mindestens 300 Jahre all. Allc 20 Jahre wird in jedem Kibel die
Erde durch andere ersetzt. In den ersten drei Jahren nach dieser
Verenderung sind die Btiume zwar etwas deprimirt, bald erlangen sie
jedoch frische Kriifte und Ireiben um so reichere und kraftvollere
Bliithen. M a n glaubt es vorzcglich diesem periodiechen Wechiel ihrer
Nahrungsbodens zuechreiben LU diirfen, dass sie ein so hohes Alter
erreicht haben. (Mag. f . d. Lit. d . Aurl. 1851.
Bot. Ztg. 10. Jahrg.
No. 1.)
B.
-
123
Vereinszeitung.
Eine mihroskopische Vegetation im festen hrystallinischen
Zucher.
P n y e n uod M o n l a g n e beobechteten schon im Jahre 1843 an
den erst wenige Tage aus der Trockenkemmer gekommeoen Zucker.
hiiten eine rethliche Farbe, welche sich bei der Untersuchung unter
dem hlikroskop als eine z u den Schimmel oder hiucedineen geh6rige
Pflanre zu erkennen gab. Im Jahre 1851 bemerkten sie dieselbc Zerst6rung auf der Oberfliiche der Zuckerhiite, doch ohne die rothe Fiirbung; ouch hier erkannten sie unter dem Mikroskope wieder diese
Pflanaenart. Sie haben die vom Jehre 1813 Glycyphila erythrospercr,
die von 1851 0. elaeospera genannt. Diese Pflanze macht den Zucker
nicht blots unansehnlich und unverkiiuflich, sondern zersl6rt denselben,
indem sie sich von ilim L U erniihren scheint und i h n in Kohlensiiure
ond Wasaer zerlegt. Die Ursache der Entstehung und ebenso, wie
dieeem Uebel vorgebeugt werde, ist nicht angegebeo. (Compt. rend.
T . 33. - PoZyt. Certrbt. 1852. No.2.)
Mr.
Das Ueberziehen der Kupferdrathe mit Guttapercha.
-
Yon der Cuttn- Psrcha Company in London geschieht dies auf
folgende Weise : Zwischen zwei Streifen von Cuttapercha werden mehrere Dr5the neben einander gelegl, sodann liisst m a n dieaelben durch
rwei ausgerinnle Walren gehen. Hierdurch wird die Guttapercha felt
an die Dr6the angepresst and dieselben durch die vorstehenden R6nder
der Cannellirung so weit eingeschnitten, dass die einreln dberzogenen
DrHthe nun leicht getrennt werden k6nnen. (Knight's Curios. of Indurtry. 111. Polye Centrhl. No. 1. 1852.)
Mr.
-
13) Allgemeiner Anzeiger.
-
Enviederung nuf Herm D. d e J o n g h's h e r a t in No. 34.
der sKolnischen Zeitung((, 1 . Beiloge.
Herrn D. d e J o n p h haben wir nur Weniges zu erwiedern. Nnchdem wir Herrn D. v. d. E y n d e n in Emmerich Zeit gelaseen haben,
iich zu rechtfertigen, derselbe aber in seinem wohlverstandenen Interesne es far berser gehalten hat, den ihiu von Herrn D. d e J o n g h
gegebenen, YOU ihm selbst vielleicht eingegebenen Rath LU befolgen
und ganz zu schweigen, diirfte dies wohl das Schlusswort sein.
Herr D. d e J o n g h beklagt sich iiber die bestimmte Art, womit
wir sein Treiben bezeichnet haben, iind verweigert jeda Erkliirung
unter der angenommenen Entriistung einer beleidigten PersBnlichkeil.
Wenn Jemand seine Gedankeo ausdriicken will, muss er sich derjenigen
Worts bedienen, welche sie a m Genauesten wiedergeben. Die Uebertheuerung einer Waare unter Vorgabe nicht vorhandener Vorrilge uod
Vortheile, die Bezugnnhme a u l Atteste, welche nichts oder etwas ganz
Anderes besagen, berechnet anf eine I r r e f i i h r u n g d e s P u b l i c u n i s
in Sachen, die es nicht unlersuchen kann, heisst I'rellerei und wird
auch von .Gebildetenn so genannt.
Wir eprnchen nicht gegen den Thranhandel iiberhaupt, sondern
nnr gegsn die auf Tiuechung des Publicunis berechnete Stellung, welche
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