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Parameria vulneraria Radlkofer.

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ARCHIV DER PHARMACIE,
c-yN-,-.I.I.I
23. Band, 21. Heft.
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M
-
A. 0 r i g h a 1mitt h e il un g en.
IYCittheilungen aus dem Laboratorium f i r angewandte Chemie und dem pharmaceutischen Institute
der Universitat Erlangen.
1. Parameria mlneraria Radlkofer.
Die Stammpflanze des Tagulaway-Balsam.
Yon Dr. Paul Zipperer.
Seit Jahrhunderten schon ist bei den Eingebornen des malayischen
Archipels , insbesondere der philippinischen Inseln, ein Balsam in Gebrauch , von dessen hijchst sohatzenswerthen Eigenschaften ioh mich
bei meinem dortigen Aufenthalte hiufig zu iiberzeugen Qelegenheit
hatte. Nioht nur, dass sich sein Gebrauch bei den Eingebornen
allein finde , auch die dort wohnenden europaischen Aerzte wenden
ihn vielfach bei den in jenen Climaten so haufig vorkommenden
Exanthemen, Hautabschiirfungen etc. mit grossem Erfolge an. Der
Name, unter welchem er auf Luzon und den benachbarten Inseln
bekannt ist, wurde ihm wahrscheinlich von den Spaniern bei der
Eroberung des Landes gegeben und heisst Aceite d e M o r o s (Oel
d e r Mauren) B a l s a m v o n Cebii, der Indier selbst nennt ihn
Balsamo d e T a g u l a w a y , ein Name, der sich von der biscayischen
Bezeichnung der Pflanze ableitet. Derselbe Bommt hauptsachlich
von der Insel Cebu aus in den Handel, wo die Tagulawaypflanze als
Schlinggewkhs auf den bergigen Abhlngen wild verbreitet ist.
Trotzdem mein Aufenthalt auf diesen Inseln ein beinahe zweijahriger
war, konnte ich mir nie einen bliihenden Zweig dieser Pflanze verschaffen, obgleich ich mich auf alle erdenkliche Weise darum bemiihte.
Es ist dies leicht erklZirlich, wenn man bedenkt, dass die Stammpflanze selbst nur den Eingebornen bekannt ist und erst durch die
Vermittlung der Chinesen, welche den Zwischenhandel leiten, in die
Arch. d. Pharm. XXIII. Bas. 21. nee.
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P. Zipperer, Parameria vulneraria Radlkofer.
Hande der Europaer gelangt und bei dem Phlegma der Eingebornen
eine Initiative zu wissenschaftlichen Forschungen nicht zu erwarten ist.
Der Balsam wird aus der Rinde der Wurzeln und Zweige, sowie
nus den Bliittern einer Apocyneae, der P a r a m e r i a v u l n e r a r i a
lia d l ko f e r durch Auskochen mit Cocosnussal gewonnen. Er stellt
cin weissgelbes trubes Oel von eigenthiimlichem Geruche dar. Anf
Wunden gebracht , bewirkt er die Heilung durch ungemein rasche
Schorfbildung.
Ton der obengenannten Stammpflanze war bis in die letzte
Zeit nicht das Mindeste bekannt. Blanco fiihrt in seiner Flora de
Filippinas [(Tillar) Ed. III. Vol. IV. App. 1880 pag. 1311 zwar
eine Parameria unter den nicht genau bestimmten Pflanzen an nnd
sagt , dass aus derselben der Tagulawaybalsam bereitet werden soll,
allein deren genaue Bestimmung ist das Verdienst des Herrn Professor Dr. Radlkofer in Munchen. AUS den Fragmenten von Zweigen und Brattern, welche ihm zu Gebote standen, bestimmte er die
Pflanze als eine P a r a m e r i a zur Familie der Apocyneacen geharig
und unterschied sie durch den Beinamen 7 7 v u l n e r a r i a "von den
beiden andern bekannten Pflanzen dieser Art, der Parameria glandulifera Benth. und der Parameria philippinensis Benth., deren ganxen Bau er so abweichend von dem unaerer Pflanze fand, dass er
sie als eine eigene Species betrachten inusste.
Das mir zur anatomischen Untersuchung zu Gebote stehcnde
Material bestand theils aus der Rinde der Wurzel, welche mir durdi
die Giite des Directors der meteorologischen Station zu Manila auf
Lazon , meines Freundes Padre Taura Ubersandt worden war, theils
aus den Zweigen der Pflanze, welche mir Herr Prof. Dr. Radlkofer
anfs bereitwilligste uberliess. Der hier folgende anatomische Theil
der Untersuchung wurde im botanischen Institute zu Erlangen ausgefiihrt.
Da der Balsam hauptsachlich aus der Rinde der Wurzel und
Zweige bereitet wird, so will ich sofort auf die Anatomie der Rinde
eingehen, indem ich fur das Vorhergehende auf die Arbeit des Herrn
Prof. Radlkofer (Sitzungsberichte der math. physic. Classe der kgl.
bayr. Academie der Wissenach. Bd. XIV. Heft III. pag. 505--520)
verweise. Von den graubraunen Rindenstiicken sind die meisten
auf der Aussenseite ziemlich glatt, andere besitzen in Folge der aufsitzendcn RindenhKcker eine raiihe Oherflache. Das Bemerkens-
P. Zippcrer, Parameria vnlneraria Itndlkofer.
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wertheste ist aber , dass die Rinde beim Auseinanderbrechen spinnt.
Die hellen weissen Kautschnkfaden der Milchsaftr6hren sind elastisch
und schnellen beim Nachlassen des Zuges ziisammen , woclurch die
beiden Stiicke des Bruches wieder in ihre urspriingliche Lage zuriickgebracht werden. Zugleich bemerkt man, dass beim Brnche eine
grosse Menge mikroskopisch kleiner Kryst5illchen losgeliist werden,
welche in der Luft zerstauben. Auf dem Querschnitte der Rinde
unterscheiden wir von der Peripherie ails nach dem Innern 011 drei
Abschnitte :
1) Das Rindenparenchym mit den Phellogen - Schichten.
2) Den ausseren Bast.
3) Den inneren Bast.
Hierauf folgt der Holzkijrper und das centrale Mark.
Fig. I.
Querschnitt eines Zweiges v o n P a r a m e r i a vulneraria.
175
' a-b Rindenparenchym. a 1 Sclerenchymring.
Vergrosserung 1
b Korkschicht. ole Steinzellennester. b-c Aeusserer Bast. p Bastfaserzellen. c-d Innerer Bast. y Kautschukfiihrende Nilchgefasse. 8 mit
Gerbstoff erfullte Parenchykzellen. e Hol zkorper. B Gefass erfullt mit
einem Pilzmycel.
Wie Figur I. zeigt, ist das Rindenparenchym nach Aussen von
einem doppelten Sclerenchymring CY umgeben. Sowohl aussen wie
zwischen den beiden Sclerenchymlagen zieht sich eine einfache
Lage von Zellen des Rindenparenchyms entlang. In der nur etwa
6 Zelliagen breiten Phellogenschicht finden wir an dieses aussere Rindenparenchym direct anschliessend haufig Steinzellennester. In dem
ausseren Baste liegen die unter dem Mikroskope weiss glanzenden und
stark lichtbrechenden Bastfasern , zu weniggliedrigen Biindeln vereint.
Dieselben zeichnen sich durch feine Quer - und Langstreifung aus.
Zwischen den buchtig und lose aneinander liegenden Zellen des
55 *
P.Zipperer , Parameria vulneraria Radlkofer.
820
inneren Bastes finden wir hauptsHchlich die kautschukfiihrenden
Nilchrijhren verbreitet. Der Querschnitt Ibst deren Inhalt haufig
herausspringen, gebraucht man aber die Vorsicht, die Rinde zuvor
mit Wasser zu benetzen, so sieht man die Kautschukmassen y
nndurchsichtig und von dunkelgrauer Farhe in den verzogenen WBnden des Gewebes liegen und ihre Lumina bis zu zwei Dritlel
ausfullend. Auf der Schnittnliche erscheint die Nasse kijrnig , sie
last sich in Aether, Chloroform und Benzol, sowie in fetten uncl
atherischen Oelen. Durch macerirende Gemische wird sie nicht weiter angegriffen. Der sich nun nach Innen an das Phloem anschliessende Holzkijrper findet sich oft von einem Pilzmycel dicht
angefiillt, ahnlich wie wir es beim Guajak-Holz an derselben Stelle
hemerken. Tm Marke sind nur wenige gegen den Holzkiirper zu
liegende Kautschulrgefasse zu bemerken. Harzmassen , welche Herr
Prof. Radllrofer gefunden hat, habe ich nicht antreffen kijnnen.
Fig. I1
L a n g s s c h n i t t v o n P a r a me r ia vu 1n c rari a.
175
1
.a-b
Rindenparenchym.
n i Sclerenchymring.
Horkzellen. 8 Steinzellennester. b--c Aeusserer Bast (Krystalle von
oxalsaurem Kalk). y Bastfaserzellen. c - d 1 n n er er Ba s t (ErystaUe von
oxals. Kalk). d Rautschukmasse aus y herausgefallen. P oxalsaure Kalkkrystalle aus dem Lumen y. e Holzkorper.
Vergrosserung
a2
Der Liingsschnitt Fig. 11. zeigt dasselbe Bild in entsprechender
Anordnung. Die Bastfasern stellen sich als langgestreckte Zellen
dar , deren Quer - und Langsstreifung bei starkem Lichtbrechungsvermijgen anfs Deutlichste wahrgenornmen wird. Bier treffen wir
P. Zipperer, Parameria vulneraria Radlkofer.
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auch im Gewebe des aussern Bastes fast im Lumen einer jeden
der Zellen Krystiillchen, deren Gestalt und Reaction sie als aus
oxalsaurem Kalk bestehend , zu erkennen giebt. Dieselben verstiuben, wie schon oben erwahnt, beim Bruche der Rinde, aus
welcher Ursache sie auf dem Querschnitte der Rinde schwer angetroffen werden. Wie Pigur II. uns in dem inneren Baste zeigt, ist
der Kautschuk aus dem Lumen des Ganges hervorgequollen und
bildet einen Knauel. Auf demselben zerstreut liegend findet man
haufig dieselben kleinen Krystalle von oxalsaurem Kalk , wie im
ausseren Baste.
Wenn schon die mikrochemische Analyse darauf hingedeutet
hatte, dass in der Rinde wohl nur eine kautschnkahnliche Masse
und mit dieser vielieicht ein Harz oder Balsam ahnlicher Stoff aufgefunden werden diirfte, so wurde die Rinde dennoch einer eingehenderen chemischen Priifung , soweit dieses Lei der geringen
Menge zur Verfiigung stehenden Nateriales mijglich war, unterzogen.
Das mir von Padre Taura geschickte Material bestand a m circa
500 g der zerbrochenen Rinde , welche die Eingebornen dadurch
gewinnen, dass sie die Aeste in Wasser legen, worauf sich die Rinde
lcicht vom HolzkBrpor abliist. Die Zweige, welche mir Herr Professor Radlkofer iiberlassen hatte , schalte ich selbst und verwandte
sic, da ihre Quantitit eine nur geringe war, nur zu vergleichenden
Untersuchungen. Es beziehen sich daher die Resultate, welche wir in
der Polge kennen lernen werden, im Allgemeinen auf die Rinde I.
Die Rinde verbrennt unter lebhafter Feuererscheinung und
un ter Ausstossung eiiies dichten , weissen Rauches , dessen Geruch
nicht uiiangenehm ist und an Juniperus oxycedrus erinnert.
Der Aschengehalt der Rinde betrlgt 13,96 Proc. (Reinasche).
Dieselbe enthalt miter Anderern
3,35 Proc. Chlor,
5,22 - Phosphorsaure
2,8 Proc. Kalk,
6,66 Schwefelsaure
0,22 - Magnesia.
Auffallend war der Antimongehalt der Asche, der sich bei Priifung der sauren Liisung zeigte. Die Verunreinigung ist wohl auf
die Emballage zuriickzufiihren , da die chinesischen Kaufleute die
Handelswaare in Metallpapier einschlagen und sich dieselbe in der
Rinde No. 11. nicht vorfand.
Die Rinde selbst lasst sich scliwer pulverisiren, da die Kautschukfiiden des Gespinnstes hicrdurch nicht zerrissen werdcn uncl
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P. Zipperer, Parameria vulneraria Radlkofer.
die zerbrochenen Theile der Rinde zusammenhalten. Sie wurtle,
nachdem sie durch Stossen grob zerkleinert war, zunlchst mit Wasscrdampf behandelt, um in dem hierbei erhaltenen Destillate auf freie
Sguren oder sonstige fliichtige Bestandtheile Riicksicht zu nehmen.
Das Destillat war frei von derartigen Beimengungen. Es reihte sich
nach dieser Arbeit die Extraction der Rinde mit Acther an, die zwei
Tage lang fortgesetzt wurde. Der atherisehe Auszug ergab 4 Proc.
einer grauen elastischen , kautschukahnlichen Masse , welche dem
plsstischen Kautschuk der Siphonia elastica ausserordentlich ahnlich
ist. Dieselbe verbrennt auf dem Platinblech sehr rasch und lgsst
nur eine minimale Quantitit Asche auf deinselben zuriick, ist leicht
liislich in Chloroform, Aether, Benzol und Schwefelkohlenstoff. Iiingere
Einwirkung von absolutem Alkohol auf diese kautschukahnliche Masso
veranlasste noch eine geringe Liisung, so class noch circa 0 , 3 Proc.
eines braunen Harzes in den Alkohol iibergingen.
Die erhaltene Kautschukmasse oxydirt sich an der Luft sehr
leicht und iiberzieht sich dann init einer schwarzen Schichte ; unter
absolutem Alkohol aufbewahrt , wird dieses verhindert und der K6rper erscheint dann glhzend weiss.
Die Elementaranalyse ergab fiir den ungereinigten Kautschuk folgendes Resultat: C = 62,925Proc., H = 10,37 Proe., 0 = 26,705 Proc.,
also eine bedeutende Abweichung von den Procentzahlen des gew6hnlichen Kautschuk = C = 88,24 Proc., H = 11,76 Proc.
Ich versuchte nun don Kautschuk zu reinigen, was inir arieli
theilweise durch Aufliisen desselben in Chloroform und Eingiesscii
dieser Liisung in absoluten Alkohol gelang. Nachdem diese Procedur fiinfmal wiederholt war, ergaben diese Verbrennungen im Mittel
von 2 Bestimmungen:
C = 80,16 Proc., H = 12,14 Proc., 0 = 7,70 Proc., ein Resultat,
welches berechtigt, die hier vorliegende Masse in der That als Kautschuk zu bezeichnen. Die Bemiihungen, diesen Kautschuk noch weiter zu reinigen d. h. von Sauerstoff enthaltenden Produkten zii
befreien, waren erfolglos. Das rnit Aether behandelte Rindenmaterial
wurde ausserdem rnit Alkohol, spater noch rnit Wasser extrahirt.
Die erhaltenen Ausziige lieferten bei naherer Priifung ausser bekannten allgemein verbreiteten Bestandtheilen keine weiteren charakteristischen Merkmale, eine geringe Menge Hare ausgenommen, welches
Alkohol liiste.
K. Tainba, Untersuchung dor Blsitter von I-TydrmgcaTliiuiborgii Sieb.
823
Znm Zwecke naherer Untersuchung dieses Harzes wurde Rinde I1
mit absolutem Alkohol so lange ausgezogen, bis alles Harz ails derselben entfernt war und die so behandelte Rinde noch rnit Chloroform extrahirt. Durch diese Behandlung wurden nicht nur, was
Reinheit der dabei erhaltenen Produkte, sondern auch was die Ausbeute betrifft , bessere Resultate erhalten (Kautschuk 8,5 Proc., Harz
3 Proc.). Die Elementaranalyse ergab fur diesen Kautschuk dieselben Procentzahlen an C, H und 0, wie der fruher untersuchte und
gereinigte.
Das durch absoluten Alkohol ausgezogene Harz ist ein aniorpher
brauner, aromatisch riechender Kiirper. Mit Alkalien gekocht , lijst
er sich rnit rothbrauner Farbe in denselben. Diese Lijsung scheidet,
rnit Salzsiiure neutralisirt , eine Harzsaure ab, welche als braunrother
Niederschlag zu Boden sinkt. Dieselbe ist in absolutem Alkohol
leicht lBslich nnd giebt mit alkoholischer essigsaurer Bleiliisung versctzt einen violett - braunrothen Niederschlag , der bei 1OOo getrocknet bei naherer Prufung 38,5 Proc. Blei enthielt. Ein weiteres
Studium der Bestandtheile dieses Harzes war leider wegen Mangel
an Material nicht mijglich, immerhin darf aus dem erwahnten Verhalten geschlossen werden , dass eine Harzsaure vorliegt.
Wie wir aus Obigem ersehen, muss das Harz in der Pflanze rnit
Kautschuk innig gemengt sein. Es ist dies dersellse Fall, wie wir
ihn beim Euphorbium lrennen, init dem die untersuchten Bestandtheile
iinserer Pflanze in chemiseher Beziehung mehr als einen Beruhrangspiinlit bieten.
Nach vorliegenden Unterwchungsresiiltaten darf wohl die WirIrung diescs Balsams auf das Vorhandensein der njher charakterisirten, mit Harz gemengten Kautschukmasse zuruckzufuhren sein,
die sich wohl bis zii einer gewissen Grenze in dem Cocosnusstil
(dem Balsam), wenn auch nicht vollkommen gelijst , so doch in feiner
Suspension befinden wird.
2. Untcrsucliuiig der BlBtter yon Hydrangea Thuiibergii
Sieb (Saxifrageae)
.
.
Von Dr. K. Tamba aus Tokio.
Die Bratter der in Japan heimischen Hydrangea Thunbergii,
durch einen charakteristischen siisseri Geschmack ansgezeichuet,
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