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Piule eine mexikanische Rauschdroge.

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532
Anisoyl-Spartein (XIV. Mitteilung: Lupinenalkaloide.)
P i k r at.
Versetzt man 'die salzsaure Lkung Ndes Anisoylsparteins mit wasseriger
Pikrinsaurelosung, so scheidet sich Idas Pikrat in feinen, kristallinen, hellgelben
Nadelchen vom Schmp. 2060 aus.
3.637 mg Sbst.: 0.451 ccm N, (210, 747 mm).
C,,H,,N,O (C,H,N,O,O,).
Ber.: N 14.04. Gef.: N 13.98.
Der Forschungslgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft und
der Freiburger Wissenschaftlichen Geslellschaft sind wir fur die
Unterstiitzung der Arbeit durch Bewilligung von Mitteln zu groi3em
Dank verpflichtet.
773. C. G. Santesson:
Piule, eine mexikanische Rauschdroge.
(Aus lder pharmakologischen Abteilung des Carolinischen medico-chirurgischen
Instituts zu Stockholm.)
Eingegmgen am 15. Juni 1937.
Durch den Assistenten Dr. H e n r y W a s s C n an der ethnographischen Abteilung des Museums der Stadt Gothenburg erhielt ich
im Februar 1937 von Dr. B. P. R e k o in Tacubaya (Mexiko) eine
Sendung von Samen einer Convolvulazee I p o m o e a s i d a e f o 1i a
Choisy, einer Schlingpflanze, die gleich Efeu Baumstamme und
Wande bekleidet, breit herzformige Blatter und weifie Bliiten triigt.
Diese Samen gehoren zu der Gruppe von Drogen, die in Mexiko unter
dem Namen P e 11 o t e (F e y o t e) bekannt sind und berauschende
Wirkung entfalten sollen. Unter diesen Drogen ist der Kaktus
A n h a 10 n i u m L e w i n i i am besten bekannt. In dieser Pflanze
hat A. H e f f t e r (1898)l) das Alkaloid M e z k a l i n nachgewiesen,
das bekanntlich bunte Farbenvisionen hervorbringt.
Die hier zu bespreohende Droge geht in Mexiko meistens unter
dem Namen P i u 1 e - wahrscheinlich eine Verdrehung von Pellote
- oder 0 1 o 1 i u q u i (R e k 0 , 1934),). Dieses Wort soll ,,die Runden"
bedeuten und bezieht sich wohl auf die Form der Samen. Der spanische Name ,,La S e ii o r i t a'' riihrt daher, daB eine Jungfrau das
Fiulegetran*k bereiten und iiberreiohen soll; sie spielt oft nachher in
den Visionen eine gewisse Rolle. Dem Piule wurden unter den Mexikanern mystische und vor allem heilende Eigenschaften zugeschrieben.
Die Droge steigert die Sexualitat. Sie wird bei gewissen Riten benutzt und wie Pellote als Gottheit verehrt. Im Rausche wirkt sie als
Orakel: die Geister beantworten dabei allerlei Fragen usw.
1) A. H e f f t e r , Naunyn-Schmiedebergs Arch. exp. pathol. Pharmakol. 40,
385 (1898).
2) B. P. R e k 0 , El Mexico antiguo. 3, 1 (1934).
Rauschdroge Piule
533
Der botanische Ursprung der Droge wurde bei der Smithsonian
Institution in Washington festgestellt. Dr. M a r 8 h beim Bureau of
Animal Industry hat Versuche an Pferden (!I angestellt - ohne
Erfolg. Mr. W. E. S a f f o r d bei U.S. Department of Agriculture bezweifelt die Angaben uber die Wirkung der Droge. R e k o (1. c.) dagegen halt sie fur richtig, weil sie aus so vielen verschiedenen Gegenden bestatigt werden, obgleich er selbst eine ganze 'Handvoll der zerstoBenen Samen ohne Wirkung eingenommen hat. Er meint, daR das
Piule wohl keine ,,wirklich narkotische" Wirkung auf das Gehirn
ausubt, da8 es sich aber nicht allein um Suggestion handelt.
In einem Brief vom 22. Marz 1937 erzahlt Dr. R e k o von einer merkwurdilgen Kur mit Piule: ,,Ein deutscher Besitzer einer Kaffeeplantage in
Juquila, Provinz Oaxaca (Mexiko) erkrankte schwer an ,,Typhoid". Kein Arzt
befand sich in der Nahe. Ein herbeigeholter Indianer-Zauberarzt bereitete
ihm eine Medizin aus lder Abkochung von einer Handvoll der Piulesamen,
die er - - - einnahm. Nach einer Stunde kam der Zauberer wieder und
wunderte sich. daI3 cdas hohe Fieber noch nicht verschwunden war. Die
Indianer sinld namlich fur vie1 kleinere Dosen empfanglich als die WeiDen.
Er gab daher noch eine Handvoll Samen, aber mit der Besorgnis, vielleicht
eine Vergiftung zu erzeugen. Der Effekt an dem Patienten war nach seiner
eigenen Aussage einfach fabelhaft. Er verfiel in einen Fiebertraum (bei 400
Temperatur), in dem er herrliche Landschaften schaute, ein SchloD mit FrauenKaryatiden (La Seiiorita!) und fiihlte sich wie von einer angenehmen Lahmung befallen. Er versuchte, Arme und Beine zu bewegen - hoffnungslos
gelahmt. Im Traume befand er sich als Leiche. ,Ich bin tot', schrie er. Danach verfiel er in Bewdtlosigkeit und bekam einen furchtbaren SchweiBausbruch. Betm Erwachen fuhlte er sich vollstkndig gesund und stand sofort auf - -
-"
R e k o weist darauf hin, daB die Ipomoeaarten nicht Alkaloide,
wohl aber G lu k o s i d e zu enthalten pflegen. Zur Erklarung der
negativen Versuchsergebnisse mehrerer Forscher sprioht er die
Hypothese aus, dai3 vielleicht das Glukosid se'lbst unwirksam sein,
da8 aber bei dessen Spaltung irgendein aktiver Stoff entstehen konnte.
Meistens ist es ja im Gegenteil so, daO die Glukoside giftig sind, daR
aber bei ihrer Spaltung weniger wirksame Substanzen frei gemacht
werden, wie es bekanntlich mit den Glukosiden der Digitalisgruppe der
Fall ist. R e k o erwahnt, da8 die Zauberer der Mexikaner, die sog.
,,Brujos", das Piule in einem gegorenen oder sogar garenden Rauschgetrank (Pulque, Tepache)*) einnehmen, wobei vielleicht eine Zersetzung des Glukosids stattfindet; dabei konnte die Wirkung eintreten. Bei den negativ ausgefallenen Versuchen ist tdas Piule nicht
in einem solchen Getranke eingenommen; der Effekt konnte aus
diesem Grunde ausgeblieben sein.
E i g e n e B e o b a c h t u n g e n : Die Piulesamen sind hellbraun,
etwas groBer als Hanfsamen, mit ein wenig zugespitzten Enden, im
Quersohnitt abgerundet-dreiseitig, eine Seite ist flacher als die ubrigen.
Sie sind ungemein hart und konnen ein paar Wochen in Wasser
*) P u 1 q u e ist ein mexikanisches Nationalgetrank, das aus den Knospenblattern von A g a v e a m e r i c a n a L. bereitet wind. Es sol1 sehr schlecht,
wie faules Fleisch, riechen, wird jedoch auch yon Europiiern nach Gewohnung
wegen des angenehmen Rausches genossen.
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C. G. S a n t e s s o n
Iiegen, ohne sich zu offnen; auch geben sie dabei von ihrer Oberfliiche
nicht - wie die Quittensamen - Schleim ab. Nach Zerschlagen eines
Samens findet man im Querschnitt die Wand sehr dunn, dunkelbraun.
Das Innere des Samens ist gelbweifi und ebenfalls hart. Der Geschmack ist bitter und etwas beiflend.
Eine Anzahl Samen wurde zerstofien und mit starkem Spiritvs
ausgezogen. Die abfiltrierte alkoholische Losung war klar und gelb
gefarbt, Eine kleine Probe davon wurde mit destill. Wasser versetzt,
wobei eine starke, feinkornige, wei8e Trubung entstand (H a r z). Die
alkoholische Losung wurde auf dem Wasserbade abgedampft und
lieferte einen gelben, bitter schmeckenden Ruckstand. Aus den Drogenresten wurde auf dem Wasserbade der Alkohd verjagt, der Rest
des getrockneten Aikohdextraktes mit der getrockneten Droge vereinigt, das Ganze mit destill. W,asser ubergossen und auf dem Wasserbade eine Weile digeriert. Die folgende Filtration ging sehr langsam
vonstatten, weil die Drogenmasse eine schleimige Beschaf fenheit angenommen hatte. S c h 1 e i m (und wahrscheinlich auch E i w e i 13)
waren vorhanden. DsasFiltrat war braungelb, etwas trulbe, bitter und
schwach sauer. Das wasserige Extrakt gab nicht unmittelbar Zuckerreaktion (Fehlings Probe). N a c h Z u s a t z v o n S a l z s a u r e ,
K o c h e n u n d Fiiltrieren fie1 a b e r d i e Z u c k e r p r o b e
s t a r k p o s i t i v aus. D a s w a s s e r i g e E x t r a k t e n t h i e l t
also ein Glukosid.
Mit dem wasserigen Extrakt wurden einige T i e r v e r s u c h e
ausgefuhrt. Nach subkutaner Einspritzung an F r o s c h e n (Rana
temporaria) liefien sich die Tiere bald auf den Rucken legen, ohne
da8 sie sich von selbst umdrehten. Bei Reizung gelang die Umdrehung
mit Schwierigkeit oder gar nicht. Wenn man aber den Frosch auf
den Bauch umkehrte, konnte er hupfen - anfangs ganz gut, spater
kurzer und mehr ungeschickt. In Ruckenlage war die spontane Atmung lange Zeit unterbrochen. Zuweilen traten Quakbewegungen
auf - aber ganz lautlos. D i e T i e r e h a t t e n i n g e w i s s e r
Hinsicht jede Inttiative verloren. Eine partielle
Lahmung des Gehirns, eine A r t Narkose, schien
v o r z'u l i e g en.
Ein paar Versuche an einer w e i fi e n M a u s und einem K a n i n c h e n (subkutane Jnjektionen) riefen nur Stumpfheit und Schlafrigkeit
hervor. Die Maus atmete schwer; jede Bewegung schien dieses
Symptom zu steigern. Das Kaninchen zeigte auRerdem gesteigerte
Salivation Ckaute, leckte sich um 'den Mund, putzte die Schnauze).
Bei diesen Tieren lag e i n e g e w i s s e z e n t r a l e D e p r e s s i o n
vor - ohne mehr ausgesprochene Erscheinungen.
Um die Hypothese R e k o s zu prufen, namlich, wie weit die
Spaltungsprodukte des Glukosids wirksamer als das Glukosid selbst
sein konnten, wurde ein Teil des wiserigen Extraktes mit Salzsaure
versetzt, woibei ein graubrauner, flockiger Niederschlag entstand.
Nach grundlichem Kochen wurde der Niederschlag abfiltriert. 0 b gleich das Glukosid jetzt gespalten sein muRte,
schmeckte die FIussigkeit nicht nur sauer, sondern
auch ganz deutlich bitter.
Rauschdroge Piule
535
Das Filtrat wurde mit Natrivmkarbonat neutralisiert; rnit dieser
Losung wurden noch einige Tierversuche ausgefuhrt. Da die Fliissigkeit jetzt einen UberschuB von Niatriumchlorid enthielt, wurden
einige Kontrollversuche mit einer schwach alkalischen Kochsalzlosung
von ungefahr derselben Konzentration angestellt, doch ohne jede
deutliche Wirkung.
Die Versuche mit der gespaltenen Glukosidlosung an Froschen
und weiBen Mausen zeigten im wesentlichen dieselben Erscheinungen
wie die oben beschriebenen mit dem ungespaltenen Glukosid. Die
Symptome waren ether etwas starker als schwacher. Der eine Frosch
war am folgenden Morgen tot. Eine von den Mausen wies zuerst
starke Unruhe, dlann Stumpfheit auf. Daraus folgt, da8 die Losung
auch nach der Spaltung des Glukosids noch einen wirksamen Bestandteil enthielt.
Zu einigen Anteilen des ursprunglichen Wasserextraktes wurde
ein wenig Essigsaure - teils ohne, teils mit nachfolgendem kurzen
Aufkochen - zugefugt. Beim K,ochen ballte sich der bei Zusatz der
Saure entstandene Niederschlag zusammen und nahm braunrote Farbe
an. Durch diese Behandlung wurde Schleim (und Eiweii3) wenigstens
zum groBeren Teil entfernt. Nach Filtrieren fie1 Fehlngs Zuckerprobe
negativ oder wenigstens zweifelhaft aus. In dem reoht reichlichen,
braungrauen Niederschlag konnten nur einzelne rotliche Kornchen
entdeckt werden. Das Glukosid schien also im wesentlichen ungespalten zu sein. Mit dieser Flussigkeit wurde eine Reihe von A 1k a 1o i d r e a k t i o n e n (mit Platinchlorid, Phosphorwolfram- und Phosphormolybdansaure, Sublimat, Pikrinsaure und Gerbsaure) vorgenommen, die n e g a t i v ausfielen. Zu der von Schleim fund Eiweii3)
- wenigstens zum Teil - befreiten Losung wurde dann Salzsaure
gefugt und gekocht. N a c h F i l t r i e r e n g a b d i e L o s u n g s o wohl eine kraftige Zuckerreaktion als auch Alkal o i d r e a k t i o n e n . Hier schien also e i n G l u k o s i d v o r h a n den zu sein, d a s a u s einem an Zucker gebundenen
A l k a l o i d - einem G l u k o - A l k a l o i d - bestand. S o l a n g e
das Glukosid ungespalten war, gab es keine Alkaloidreaktionen, diese traten erst nach Abspaltung
d e s Z u c k e r s h e r v o r.
Ich mochte doch - zur Erklarung der zweifelhaften Zuckerreaktion und der negativen Alkaloidreaktionen - die Moglichkeit
einraumen, da8 die Behandlung mit Essigsaure. besonders ohne
Kochen, den Schleim (resp. EiweiB) nicht geniigend entfernt hat, und
daB diese Ballaststoffe die Reaktionen gestort haben konnen. Das
Kochen mit Salzsaure hat diese vollstandig weggeschafft, und nachher fielen sowohl Zucker- als Alkaloidreaktionen klar positiv aus.
Ich habe den Piulestoff mit dem S o 1 a n i n , gleichfalls einem
Gluko-Alkaloid, verglichen. Eine wasserige Losung dieser Substanz
gibt mit Fehlings Reagens negatives Resultat. Wird eine Probe dieser
Losung rnit Essigsaure schwach angesauert, gibt sie unmittelbar eine
Reihe von Alkaloidreaktionen. Nach Kochen der Solaninlosung rnit
Salzsaure gibt sie sowohl Zuckerreaktion (Fehling) als auch kraftige
Alkaloidreaktionen.
536
C. G . S a n t e s s o n
Nach den oben erwahnten Proben zu urteilen, besteht also vielleicht zwischen dem Solanin und dem Piulestoff der Unterschied, da8
das Solanin schon v o r der Spaltung des Glukosids Alkaloidreaktionen
gibt, wahrend das mit dem Piulestoff nicht der Fall zu sein scheint.
Der Unterachied lai3t sich doch, wie eben angedeutet, moglicherweise
dadurch erklaren, da8 noch vorhandene Ballaststoffe vor der Spaltung mit Salzsaure die Reaktionen irgendwie gestort haben. Es mu8
betont werden, da8 die chemische Untersuchung der Piuledroge mit
kleinen Materialmengen aasgefuhrt worden ist, und da8 es notig sein
diirfte, dieselbe mit einem ausgiebigeren Material zu wiederholen.
Bezuglich der Differenz zwisohen den Behauptungen der Indianer
uber die eigentlichen psychischen Wirkungen des Piule und den negativen Ergebnissen einiger wissenschaftlicher Forscher mochte ich
schlieBIich daran erinnern, daD mehrere psychisch wirksame Drogen
auf verschiedene Rassen und auch Individuen ungleich wirken. Opium
ubt unzweifelhaft auf Orientalen einen starker berauschenden Effekt
aus als in der Regel auf Europaer; bei Malaien wirkt es so heftig, da8
sie Rasereianfalle mit Mordtendenzen (,,Amoklaufen") bekommen.
Auch das Kokakauen scheint im allgemeinen die Eingeborenen Siidamerikas starker als die meisten Europaer anzugreifen. (Einzelne Ausnahmen kommen vor, z. B. der italienische Physiologe und Psychologe
M a n t e g a z z a , der durch Koka in einem Zustand aufierordentlicher
Entziickang gebracht wurde: Er hatte die Empfindung, mit ein paar
K,okablattern als Flugeln durch 77 348 Welten zu fliegen; er erklarte,
dai3 er lieber 10 Jahre m i t Koka als eine Million Jahrhunderte o h n e
Koka leben mochte.) Das Schnupfen von Kokain gibt dagegen bekanntlich auch bei Europaern einen stark berauschenden Effekt. Was
das Morphium betrifft, gibt es auch unter Europaern idiosynkratische
Individuen, die durch dieses Mittel nicht beruhigt, sondern heftig
exzitiert werden, wahrend dieselben Personen Opium gut vertragen
und dadurch beruhigt werden. D e r v e r s c h i e d e n e E f f e k t
eines psychisch wirksamen Gift e s bei verschiedenen Menschen kann unzweifelhaft durch Rassenund sogar durch individuelle Disposition bedingt
sein.
Zusammenf a ssung.
Verf. hat in der mexikanischen Rauschdroge P i a 1 e oder
O l o l i u q u i , den Samen von I p o m o e a s i d a e f o l i a Choisy
(Fam. Convolvulazeae) ein Glukosid nachgewiesen, das wahrscheinlich
aus einem mit Zucker verbandenen Alkaloid besteht, also ein
G l u k o - A 1 k a l o i d darstellt.
Tierversuohe (an Froschen, wei8en Mausen und Kaninchen) zeigen
sowohl vor als auch nach Spaltung des Glukosides durch Kochen mit
Salzsaure gewisse depressive Gehirnwirkungen. Nach Angabe rder
Mexikaner soll die Droge, in einem Rauschgetrank eingenommgn,
starke und eigentumliche psychische Symptome hervorrufen. Fruhere,
von wissensohaftlichen Forschern auf Menschen angestellte Versuche
konnten diese Angaben nicht bestatigen. Moglicherweise hat das
Rauschdroge Piule
537
erwahnte Rauschgetrank zur Entwicklung der psychischen Erscheinungen beigetragen.
Verf. weist auch (darauf hin, da8 psychisch wirksame Drogen
(Opium, Koka) auf Menschen verschiedener Rasse ungleich wirken,
da8 dabei avch individuelle Disposition zuweilen eine Rolle spielt.
Die D,roge verdient einer eingehenderen, rnit reiohlicherem
M a t 0 r i a 1 ausgefuhrten Untersuchung unterworfen zu werden.
774. Benno Reichert und F. Moldenhauer:
Uber die Einwirkung
von primaren Aminen auf a,@-Dibrompropiophenon.
(Aus dem Pharrnazeutischen hstitut der Universitat Berlin.)
Eingegangen am 8. Juli 1937.
Uber die Einwirkung von primaren Aminen auf Verbindungen
vom Typus des a$-Dibrompropiophenons (I) liegen bisher keine
,,,CO-CH-CH,
I i
1
Br
1
Br
\/
Beobachtungen vor. Es erschien deshalb nioht uninteressant, die Umsetzung des Bromketons (I) mit primaren Aminen zu studieren,
zumal zu erwarten stand, da8 bei der Einwirkung von Methylamin
eine Ketobase (11) entstehen wurde, aus welcher man durch Reduktion
Ephedrin bzw. Pseudoephedrin hatte erhalten kiinnen.
Wenngleioh es bisher nicht moglich gewesen ist, Ephedrin oder
sein Isomeres, das Pseudoephedrin, auf diesem Wege zu gewinnen,
hat das Studium der Einw-irkung von Methylamin auf das Bromketon (I) recht interessanfe Ergebnisse gebracht, iiber die im folgenden kurz berichtet werden soll.
Die Umsetzung von Methylamin mit dem bromierten Keton (I)
verlauft nicht einheitlich. Gibt man zu einer benzolischen Losung von
a&Dibrompropiophenon eine Losung von wasserfreiem Methylamin
i n Benzol, so f allt ein Gemisch von bromwasserstoffsaurem Methylamin und dem bromwasserstoffsauren Salz der bromierten Ketobase (11) aus. Die Trennung der beiden Salze erfolgt durch Behandeln des Gemisches mit Chloroform. in dem das bromwasser-
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