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Toxikologische Untersuchung Uber giftige Bestandteile von Ryania acuminata.

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Wissenschaftlicher TeU
552.
S. Nakarai und T. Sano:
Toxikologische Untersuchung uber giftige Bestandteile von
Ryania acuminata').
Eingegangen am 6. November 1933.
Auf der Amazonasreise bekam N a k a r a i durch Freundlichkeit
des Herrn Dr. L a C o i n t e in Belem einige Wurzelstucke von Ryania
acuminata Der letztere stellte schon daruber Untersuchungen an und
nannte den wirksamen Bestandteil, den er aus dem wiisserigen Ex9
trakt der Wurzel gewann, Ryanin, ein Glykosid, dessen furchtbare
Giftigkeit er schon an Hunden experimentell: festgestellt hat.
Wir berichten uber die Resultate unserer Untersuchungen im fob
genden:
Wir untersuchten zuerst diese Pflanze anatomisch und stellten
dann uber das von C o i n t e als Giftstoff angegebene ,,Ryanin"
einige toxikologische Versuche an.
A n a t o m is c h e s.
Nach C o i n t e gehort die betreffende Pflanze zur Patrisia
(Caseariae, Flacourtiaceae). Die Rinde ist diinn und von gleichmiiflig
rotgelblicher Farbe. Sie trennt sich nicht bei langerem Einlegen in
Wasser. Das Gewebe ist im allgemeinen dicht. Die Korkschicht der
Auknrinde, deren einzelne Zellen undeutlich sind, ist ziemlich dick.
Die Zellen der inneren Seite der Korkschicht verlaufen quers
langlich und enthalten harzartige Substanzen, die sich auch in den
Siebrohren befinden. Bastfasern entwickeln sich nicht. Die Steins
zellengruppen sind grofl und befinden sich in Rindenstrahlen oder
auch vereinzelt an den Innenseiten der Korkschicht. Die in den
Zellen der Rindenstrahlen befindlichen Kristalle sind einfach.
Der Holzteil in den Markstrahlen ist mehrzellig und mehrr
schichtig. Die Zellen der Markstrahlen sind mit kugligen Starkeg
kornern vollgestopft und enthalten auch Kristalle.
C h e m i s c h es.
Die Wurzel wurde zuerst fein geschnitten und mehrmals auf
dem Wasserbad digeriert. Zum rotlichbtaunen Filtrat fiigt man etwas
Bleiazetat, dann filtriert man und beseitigt das uberschiissige Blei
durch Schwefelwasserstoff. Die so erhaltene wasserklare Liisung
wurde eingeengt und mehrmals mit Chloroform ausgeschuttelt; nach
dem Abdampfen des Chloroforms blieb eine glashelle Substanz ubrig,
-
1)
Anm. d. Redaktion: Vgl. auch die Mitteilung von K. W. M e r z , die
im weeentlichen schon dieselben Resultate beziiglich der Toxikolo ie von
Patrisia acuminata berichtat. Arch. Pharmaz. u. Ber. Dtsch. Pharmaz. des. 268,
592 (1930).
MIand Berichto 1OsI
I
2
S. N a k a r a i und T.S a n o
die in Wasser und Alkohol wenig leicht, wohl aber in Chloroform
leicht loslich war. Die Substanz reduzierte nach der Hydrolyse
Fehlingsche Losung.
Vermutlich handelte es sich um das von C o i n t e isolierte
Ryanin. Die Substanz schmolz unter looo. Sie lost sich zu fast 0.1%
in Wasser von Zimmertemperatur.
T o x i k o 1 o g i s c h e s.
Wir benutzten zum Tierexperiment die wasserige gesattigte
Losung, zu der 0.8% Kochsalz hinzugesetzt wurden.
A 11g e m e i n e r s c h e i n u n g e n u n d G i f t i g k e i t.
I. V e r s u c h e a n F r o s c h e n .
Injizierte man 0.25 ccm pro 10 g Korpergewicht, so wurden die
Extremitaten nach zwei Stunden starr, wie man es bei der Nikotinr
vergiftung sieht. Diese Grperstarrheit konnte weder durch Dekar
pitation noch durch Zerstorung des Ruckenmarks beseitigt werden.
Eine Injektion von 0.1 ccm Losung rief Respirationsstorung etwa
nach zwei Stunden hervor, nach 3 bis 4 Stunden war der Frosch tot.
Wenn man die Menge noch verminderte und 0.01 ccm injizierte,
so trat nach mehreren Stunden Respirationsstorung auf; am folgenden
Tage ging der Frosch zugrunde.
Die Giftwirkung war im allgemeinen bei Rana nigromaculata
starker als bei Rana temporaria.
Die minimale letale Dosis von Ryanin betrug bei den Froschen
pro 10 g Korpergewicht O.oooO1 g. Obwohl der Zeitpunkt der todi
lichen Giftwirkung beim Frosch im Vergleich zu den Warmblutern
schwer bestimmbar ist, war die Respirationsstorung jedoch stets
bemerkenswert.
11. V e r s u c h e a n M a u s e n .
Injizierte man 0.1 ccm pro 10 g Korpergewicht, so trat anfangs
keine besondere Veranderung ein, nach etwa funf Minuten bemerkte
man einen Streckkrampf, besonders der hinteren Extremitaten; das
Tier verendete unter rollenden Bewegungen. Nach 20 Minuten bei
0.01 ccm wurde die Respiration langsamer und tiefer; das Tier b e
wegte sich nicht, es starb nach einigen Minuten wie bei dem ersten
Versuche.
Die Korperstarrheit der Versuchstiere war aukrordentlich stark.
Die minimale letale Dosis betrug 0.000005 g pro 10 g Korpers
gewicht.
111. V e r s u c h e a n K a n i n c h e n .
Die Dosis bis zu 0.2 ccm rief keine Intoxikationserscheinungen
hervor; das gleiche beobachtete man bei sich uber zehn Tage era
streckender Injektion der gleichen Menge. In jizierte man einem
Tiere, dem man zehn Tage lang taglich 0.2 ccm gegeben hatte, auf
3
Uber giftige Beatandteile von Ryania acuminata
einmal 0.25 ccm, so zeigte es sich zuerst zehn Minuten lang unverr
andert. Nach 20 Minuten wurde es unruhig, nach 30 Minuten war
die Atmung vertieft und vermindert. Nach 35 Minuten wurde der
Gang trage, oftmals taumelnd, die Extremitaten und der Nacken
starr. Der Tod trat etwa nach 40 Minuten ein. Die Starrheit war
kurz nach dem Tode sehr deutlich wie bei den Mausen. Diese Resuls
tate waren auch nach einmaliger In jektion bei dem Versuchstiere
ebenso wie bei dem Tiere, dem man das Gift zehn Tage lang fort:
gesetzt injiziert hatte.
Es scheint also, da8 das Gift keine kumulative Wirkung und
auch ebensowenig angewohnende Eigenschaften besitzt.
Die minimale letale Dosis von Ryanin war 0.00025 pro kg
Korpergewicht.
Es war dabei bemerkenswert, daB das ‘Herz in manchen Fallen
nach dem Atmungsstillstand noch einige Minuten weiter schlug und
das Blut dunkelgefarbt war, wie bei allen anderen Versuchstieren.
IV. V e r s u c h e a n K a t z e n .
Injizierte man einer Katze 1 ccm pro kg Korpergewicht, so trat
der Tod schlief3lich unter Qualen ein. Die Herzschlage nach dem
Atmungsstillstand waren auch hier, wie bei den Kaninchen, bemerl
kenswert.
V. V e r s u c h e a m H u n d e .
Hund, 10 kg Gewicht. Injektionsmenge 10 ccm. 20 Minuten
nach der Injektion trat Erbrechen auf. Das Tier starb nach
40 Minuten.
VI. V e r s u c h e a n F i s c h e n .
A. In 0.001 bis 0.025%iger Liisung lebten Medaka (Orizias
latipes) ungeschadigt weiter.
B. Injiziert man 0.5 ccm (eine doppelt so g r o h Menge wie die
letale Dosis beim Kaninchen pro kg) einem Funa (Carassius auratus)
von 100 g Korpergewicht, so bemerkte man mehrere Stunden keine
Veranderung, aber am folgenden Tage war das Tier tot.
Nach unseren bisherigen Tierexperimenten scheint Ryanin fur
das Herz nicht so besonders giftig, da es mit Straubs Methode am
isolierten Froschherzen in 0.01 % iger Losung keine besondere Er3
scheinung zeigte.
Die Versuche nach der Bissemskischen Methode zeigten in be9
zug auf die GefaBe nichts Bemerkenswertes.
Daraus kann man den SchluB ziehen, da8 Ryanin auf das Herz
und die BlutgefaBe keinen Einflui3 ausubt.
Wir konstatierten aderdem, daf3 das Ryanin in geringen Mengen
bei Versuchstieren auf Atmung und Blutdruck keinen EinfluD auss
iibte, erst nach der Injektion der todlichen Menge wurde die Atmung
unregelmaoig; die Einatmung war vergroflert, die Herzschlage kurz
vor dem Tode langsamer, der Puls kleiner und der Blutdruck
niedriger.
1.
Uber giftige Beatandteile von Ryanis acuminata
4
In verschiedenen Verdunnungen wirkte das Gift nicht hamos
lytisch und war auf die Blutfarbe ohne Einfld.
Da wir daraus vermuteten, da8 der Tod der Tiere auf Erstickung
zuruckzufuhren sei, stellten WC noch folgende Versuche an, um
dieser Frage naherzutreten.
Wir benutzten a h Versuchstiere Mause. Ihnen wurden verr
schiedene Narkotika wie Urethan, Chloralhydrat und Paraldehyd in
solchen Mengen injiziert, dal3 sie nicht todlich wirkten, jedoch
mehrere Stunden lang Schlaf hervorriefen. Den so vorbehandelten
Tieren wurde dann die Giftmenge, die sonst in funf Minuten todlich
wirkte, injiziert. Es ergab sich, daB der Tod bedeutend spater einr
trat, wie folgende Tabelle zeigt:
Versuchsdauer :
Mit Ryanin allein
Mit Ryanin und Chloral
Versuchstier 1 . . . 6,O Minuten Versuchstier 1 . . . 26.0 Minuten
,,
2 . . . 20,Q
,,
2 . . . 5.0
3 . . . 25,O
,,
3 . . . 6,s
,,
,,
4 . . . 27,Q
,,
4 . . . 5.5
5 . . . 5.0
,,
5 .
. 20,o
Durchwhnittlich: 5.5 Minuten
Durchwhnittlich: 23.6 Minuten
9
11
.
1,
1,
Die Tiere, denen man Narkotika gegeben hatte, zeigten keine
Starrheit, wie es bei den mit Ryanin allein behandelten der Fall war.
Daraus schlieDen wir, daB Ryanin erstens an Atmungsmuskulai
turen Krampfwirkung auslost, und zweitens auf das Respirations
zentrum lahmend einwirkt, weil die Respirationslahmung noch an
den Tieren, bei denen durch Narkotika die Muskelerregung beseis
tigt war, den Tod hervorrufen kann.
‘AuI3erdem ist noch eine Tatsache hinzuzufugen, da8 Ryanin
beim relativ stark kurarisierten Tieren ebenso verspateten Tod hers
vorbrachte wie bei den mit obengenannten Narkotika vorbehandelten
Tieren.
Versuchsdauer :
Mit Ryanin und Kurare
Vemuchstier 1 . . . . 28,O Minuten
2 . . . . 22.0
3 . . . . 32,O
,,
4 . . . . 25.0
**
5 . . . . 28.0
,,
Durchschnittlich: 27.0 Minuten
..
1,
Das Ryanin ist also erst erregendes und dann lahmendes Gift
auf die Respiration. Der Tod durch Ryanin scheint hauptdchlich auf
den Krampf der Atmungsmuskulaturen. der der Lahmung des
Atmungszentrums vorausgeht, zuriickzufuhren sein.
Es ist sehr bemerkenswert, da8 die Krampfwirkung des Strychr
nins, wenn Ryanin auch gleichzeitig in jiziert wurde, nicht verr
starkend wirkte und auf die eigene Wirkung des Ryanins ohne Eim
flu8 war.
Fig. 1. Wurzelstiicke.
Fig. 2.
A. Querschnitt.
R. Rinde; M. Markstrahlen.
B. Querschnitt.
K. Korkschicht; H. Ilolzteil; M. Marks
strahlen; Stz. Steinzellen; Kr. Kristalle.
Fig. 3.
C. Querschnitt. Markteil.
M. Markstrahlen; G. GefaBe; Hz. Harzartige Substanzen.
Fig. 5.
F. Radialer Liingsschnitt.
Fig.
- 4.
D. Querschnitt.
Umgebung der Cambiumschicht.
C. Cambium: S. Siebriihre: G. GefaBe:
Stz. Steinzellen; Str. Stiirke.
E. Querschnitt.
G. GefaBe; Str. Stiirke; Hz. Harzartige
Substanzen: Kr. Kristalle.
M. Marketrahlen; G. GefaDe; Str.
Stiirke; K. Kristalle; Hz. Harzartige Substanzen.
G. Tangentialer Langsschnitt.
H. VergroRertes GefiiB.
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