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Ueber das kUnstliche Senfl.

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E. Mylius, Das kiinstlicbe Senfiil:
306
Ueber das kilnstliehe Senfal.
Von Dr. E. M y l i u s in Freiberg.
Nachdem ich in einer friiheren Mittheilung gezeigt hatte,
dass durchaus nicht alles kunstliche Senfol zur Verwendung
in der Pharmacie geeignet ist, wurde ich unter giitiger Ueberlassung des erforderlichen Materials durch eine grosse deutsche
Handelsfirma aufgefordert dem genannten Gegenstande auch
fernerhin meine Aufmerksamkeit zu widmen, namentlich eine
Methode aufzusuchen , welahe bei leichter Ausfuhrbarkeit
gestattet, kunstliches und natiirliches Senfol zu unterscheiden.
Demnachst aber kam es darauf an, diejenigen der objectiven
Beobachtung zuganglichen Eigenschaften des kiinstlichen
Benfoles festzustellen , welche einem dem Naturproduct ebenbiirtigen Fabrikat zukommen. Bei der Preisdifferenz zwischen
kunstlichem und natiirlichem Senfol und der thataachlichen
Moglichkeit , das erstere vollkommen zweckentsprechend herzustellen) ist nichts naturlichGr , als dass das theure Oel mit
dem billigen gemischt und dadurch VQR Seiten der Kaufleute
ein Gewinn erzielt wird, der, sagen wir es offen, auf Tauschung des Kaufers beruht. Thatsachlich kann der g e w i s s e n h af t e Fabrikant und Kaufmann schon jetzt nicht mehr
mit dem 1e i c h t h e r z i g e r e n hinsichtlich des Preises des
natiirlichen Oeles concurriren.
)
Ic.h habe mir vide Miihe gegeben, auf Grund der friiheren Beobachtuug2z ein Auffinden des kiinstlichen Oeles im
natiirlichen zu ermoglichen, es jedoch nicht iiber ,,Riechen"
hinaus bringen konnen. Dieser Misserfolg ist ganz naturlich,
da kiinstliches Senfol von manchen Fabriken so rein dargestellt wird dass es keine Verunreinigungen enthalt welche
sein Auffiuden im naturlichen Oel gestatten, zumal das letztere thatsiichlich mehr Nichtsenfol enthiilt, als g u t e s kiinstliches Oel.
)
)
Um natiirliches Oel mit einem mustergiltigen und einem
weniger guten kiinstlichen Product zu vergleichen wurden
folgende Versuche ausgefiihrt :
E. Mylius, Das kiinstliche Senfbl.
307
Schwefelbestimmungen nach Carius ergaben fur alle drei
so iibereinstimmende Zahlen, dass sich kein Unterschied darauR
ableiten lasst.
Theorie f i r
C3 HE CNS
Natiirliches Oel.
I.
Vorziigliches
Kunstproduct.
11.
Schlechtss
Kunstproduct.
111.
32,32 8
33,06 s
32,27 s
33,05 S
Die Zahl fiu das gute kiinstliche Oel (direct erhaltenes
HandelsproQct, ohne vorherige Reinigung im Xleinen) stimmt
wie man sieht mit dem theoretischen Gehalt am nachsten
uberein , wahrend naturliches Oel und das schlechtere Kunstproduct iibereinstimmende Zahlen lieferten.
Naturliches und vorziigliches kiinstliches Oel wurden
fractionirt destillirt , unter Anwendung von 50 g. Substanz
und zwar mit nachstehendem Erfolg :
I. Natiirl. Oel.
11. Kiinatl. Oel.
Siedepunkt 90- 149O 2,O g. Siedep. 130-149O
2,O g.
149-155O 47,O 149-155' 46,O iiber 155O 2,O uber 155O 1,0 Die Fractionen unter 149O und uber 155O wurden in
Thiosinammin verwandelt. Hier zeigte sich, dass das kiinstliche Oel kein Schwefelammonium bildete , das natnrliche Oel
einen ziemlich grossen Gehalt an 1e i c h t s i e d e n de n
Schwefelkorpern besase, welche mit Ammoniak, Schwefelammonium , dem Geruch nach auch Mercaptane , bildeten, wahrscheinlich Sulpho - Kohleneaureather irgond welcher Art. Die
hochsiedenden Fractionen beider Oele lieferten rnit Ammoniak
kein Schwefelammonium.
Der Versuch, die Thiosinammindarstellung zur quantitativen Bestimmung des Senfolgehaltes zu verwenden, hatte einen
sehr zweifelbaften Erfolg , da die Bildung von Thiosinammin
durchans nicht ohne Nebenreaction verlauft. In allen Fallen
habe ich die Bildung von Rhodanammonium beobachtet, sowohl
beim natiirlichen ale kiinstlichen , sorgfaltig fractionirten Oel.
Die quantitativen Vereuche, rnit annahernd 1 g. Substanz
ausgefuhrt, lieferten folgende Zahlon, welche aus der durch
Verdampfen der ammoniakalischen Losung und Trocknen bei
900 gewonnenen Thiosinamminmenge berechnet sind.
20
*
308
E. Mylius, Dae kiinstliche Senfol.
I. Natiurliches Oel
95,1S0/0berechneter Senfolgehalt
TI. Gutes kiinstlich. Oel 92,53%
111. Schlechtes Oel
80,2 5 010
I. u. II. gemischt zu
gleiehen Theilen
95,00°/0
Das scheinbar giinstige Resultat der Versuche I. bis 111.
wird also durch den Erfolg des vierten, welcher nicht die
Durchschnittszahl von I. und 11. ergab, werthlos gemacht, der
hier eingeschlagene Weg der quantitativen Bestimmung also
als ebenso untauglich erwiesen , wie die Schwefelbestimmungen.
Gegen Reagentien , welche bisher zur Untersuchung des
Senfols angewendet wurden , Schwefelsaure und Natronlhuge,
verhielt sich das natiurliche und gute kiinstliche Oel vollkommen gleich. Auch Nessler’sche Losung, ammoniakalisches
Bleiacetat, Quecksilberchlorid in alkoholischer Losung (behufs
Auffindung von Sulfiden) ergab keine Verschiedenheiten, wenn
das kiinstliche Oel nicht sehr reich (an verunreinigenden
Schwefelkorpern war. Kupfersulfat und Guajactinctur wurde
durch alle aofort blau gefarbt. Kurz objectiv liess sich ein
gutes kunstliches Senfol von dem natiirlichen nicht so unterscheiden, dass ein Zusatz von ersterem zu letzterem zu entdecken gewesen ware. Wohl aber war das kiinstliche Oel,
gutes, wie schlechtes, durch den Geruch noch sehr wohl von
dem naturlichen zu unterscheiden. Wahrend jedoch zwischen
der schlechten kunstl. Handelswaare und dem natiirlichen
Oel der Vergleich entschieden zu Gunsten des letzteren ausfiel, musste man bei dem guten Kunstproduct die Ebenburtigkeit mit dem naturlichen anerkennen. Die ganze Untersuchung hatte sich daher in die Frage zugespitzt: Wie muss
ein kunstliches Oel beschaffen sein, um dem naturlichen fur
die pharmaceutische Praxis gleichwerthig zu sein ?
Nach allen bisherigen Erfahrungen konnte nur die Thiosinamminreaction hinreichend Anhaltspunkte bieten , um die
Tauglichkeit eines Senfoles festzustellen. Es wurden daher
gleichlaufende Versuche mit verschiedenen Senfolen nach folgender Vorschrift gemacht: 1 g. Senfol wurde in einem Glas
E. Mylius, Das kunatliche Ssnfol.
309
von 15 g. Gehalt mit 3 g. Wasser und 3 g. Liquor Ammon.
caust. gemischt und mittelst eines Korks, welcher durch Bindfaden befestigt wurde, sorgfaltig verschlossen , unter ofterem
Umschiitteln, wahrend einer halben Stunde in das Dampfbad
direct in den Dampf gehangt, oder im Wasser eines Wasserbades gekocht.
Die Resultate waren folgende :
1) Naturliches Oel, Losung fast vollkommen, nur geringe
Flockenabscheidung.
2) Brauchbares kiinstliches Oel, wie 1.
3) Uebelriechendes kunstliches Oel , gelost bis auf einen
an der Oberflache schwimmenden Tropfen.
4) No. 2 mit 5 o/o Nitrobenzol, ein Tropfen blieb ungelost
am Boden.
5) No. 2 mit 5 O/o Petroleum, Tropfen an der Oberflache.
6) No. 2 rnit 5 o/o kaufliches Benzylchlorid, Tropfen an
der Oberflache.
Bromathyl, Losung wie bei 1.
7) No. 2 mit 5
8) No. 2 rnit 5 6/o Monochlorbenzol, Tropfen an der Oberflache.
9) No. 2 rnit 5 o/o Amylalkohol, Tropfen an der Oberflache.
10) No. 2 rnit 2 o/o Schwefelkohlenstoff, Losung wie bei 1.
Mit Schwefelsaure schwach angesauert, entwickelte 1, 3
und 10 Schwefelwasserstoff; sammtliche Proben gaben mit
Eisenchlorid Rhodanreaction. Der G eruch war bei allen nach
dem Ansauern sehr charakteristisch. Wahrend 1 nach Senfsaamen , 2 eigenthiimlich atherisch , kaum an Schwefelkorper
erinnernd, 3 ekelhaft nach Schwefelkorpern , 10 nach Schwefelwasserstoff roch, erkannte man bei 4, 5, 6, 7, 8, 9 die
Zusatze deutlich am Geruch. 6, 7 gab nach dem Abdampfen
und Gliihen mit Natriumcarbonat und Salpeter rnit Silbernitrat
Halogenreac tion.
Ich schlage daher vor, an ein kiinstliches Senfol, welches
pharmaceutische Verwendung finden sol1, folgende Anforderungen zu stellen:
Es muss farblos, klar und in Alkohol ohne Triibung loslich sein. Hit 3 Thln. Wasssr und 3 Thln. Ammoniakdiissigkeit
310
E. Myliua, Dae kiinetliche Senfol.
von 10 o/o bei looo unter zeitweiligem Schiitteln etwa
Stunde digerirt, darf, so lange die Fliissigkeit heiss ist,
nur eine unbedeutende flockige Masse ungelost bleiben , keinenfalls aber bei Anwendung von 1 g. Substanz die ungeloste Menge Oel die Grope eines gewohnlichen Tropfens
erreichen. Das Reactionsproduct muss frei sein von Schwefelammonium. Nach dem Ansauern darf die erhaltene Fliissigkeit keinen unangenehm auffallenden Geruch , in Sonderheit nicht nach Schwefelkorpern besitzen. Wenn ein Senfol
so beschaffen ist, so enthiilt es nicht :
Kohlenwasserstoffe,
Schwefelkohlenstoff,
Fremde atherische Oele,
Hochgegliederte Alkohole,
Nitro - oder Halogen Abkommlinge der aromatischen Reihe,
Kohlenwasserstoffsulfide und Hydrosulfide.
-
Gelost werden durch das Ammoniak, so dass sie iibersehen werden konnen , nur Halogenderivate der Fettkohlenwasserstoffe und zusammengesetzte Aether. Das Vorhandensein
der ersteren kann an dem Halogengehalt des ammoniakalischen
Reactionsproductes erkannt werden nach vorbereitender Behandlung desselben mit Natriumcarbonat und Salpeter.
(Direct lasst sich Chlor in Folge des Rhodangehaltes nicht
gut nachweisen). Zur Auffindung von zusammengesetz ten
Aethern bedarf es einer grosseren Quantitat Material und
Anwendung von Destillationsapparaten. Es ist jedoch kaum
anzunehmen , dass derartige Fliissigkeiten im Senfol vorkommen werden.
Fur natiirliches Senfol konnen die Anforderungen ahnlich
gestellt werden, nur muss man hier die Schwefelammoniumbildung unbeanstandet lassen, da dieselbe dem natiirlichen
Oel eigenthiimlich ist.
Kiinstliches Senfd von vorzuglicher Giite wird iibrigens
\Ton mehreren deutschen Firmen dargestellt und von den
grossen Areneiwaarenhandlungen gefiihrt, wie dies auch College
Schacht neuerdings wieder hervorgehoben hat. Der Ver-
Hobe, Giftschrank.
31 1
wendnng von Senfol, welches sich nach der im Vorstehenden
erorterten Untersuchungsmethode als rein bewahrt, kann ich
ebenso warm das Wort reden, wie dies durch Herrn Schacht
wiederholf geschehen ist.
Giftschrank.
Von Apotheker Ho be, Berlin.
Es hat sich herausgestellt, daes in vielen Apotheken,
namentlich in kleinen Stadten, der Auxiliar - Giftschrank nicht
den gesetzlichen Anforderungen entspricht und deshalb bei
Revisionen haufig Veranlassung zii Ausstellungen giebt. Es
ist sogar vorgekommen, dass die Collegen mit den beziig-
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