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Ueber den Nikotingehalt dem Detailhandel entnommener Zigarren und Rauchtabake.

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522
H. Sinnhold: Nikotingehalt der Zigarren etc.
Durch die zahlreichen T'ersuche, das bei der Einwirkung von
JodwasserstoffsYSiure entstehende Reaktionsprodukt rein zu erhalten,
wnrde leider mein Untersuchungsmaterial ginzlich aufgebraucht, so
dass ich weitere Versuche, namentlich betreffs der Einwirkung von
Oxydationsmitteln auf Lichesterylsiure, nicht mehr unternehmen konnte
und iiber die Konstitution der Lichesterylsiure noch nichts aussagen kann.
Bus dem pharmakologischen Institut der Universitat Leipzig.
Von
nr. H u g o
S i n n h o l d aus Leipzig-Connewitz.
(Eingegangen den 26. VII. 1898.)
Einem Vorschlage des Herrn Professor B o e h m folgend, habe
ich eine Anzahl von 44 im D e t a i l h a n d e l aus verschiedenen Geschaften
bezogene Sorten von Zigarren; Zigaretten- und Pfeifentabaken auf ihren
Nikotingehalt untersucht.
Bei den Nikotinbestimmungen brachte ich die Methoden von
K i s s l i n g 9 ) und P o p o v i c i 8 ) so zur Anwendung, dass bei jeder einzelnen Analyse j e zwei titrimetrische Bestimmungen nach K i s s l i n g und
eine polarimetrische nach Po p o v i c i zur gegenseitigen Kontrolle dienten.
Der tabellarischen Mitteilung der analytischen Resultate sind nur
einige Bemerkungen vorauszuschicken.
Das K i s s l i n g ' sche (titrimetrische) Verfahren der Nikotinbestimmung ist allgemein bekannt und bedarf daher hier keiner uaheren
Beschreibung. Das unter derLeitungvonProfessorKosse1von P o p o v i c i
ausgearbeitete polarimetrische Verfahren besteht darin, dass zunllchst
aus dem nach der K i s s l i n g'schen Vorschrift bereiteten Ktherischen
Tabakextrakt das Nikotin durch salpetersaure Phosphormolybdansaurelosung ausgeflllt und der Aether vom gut abgesetaten Niederschlag abgegossen wird. Letzteren versetzt man hierauf bis zum Volumen von
50 ccni mit \Vasser, setzt das Nikotin durch Zusatz von 8,Og gepulverten
1) fine Abhandlung YOU C. C. K e l l e r iiber die Bestimmung des N'&otins
in1 Tabak (Ber. d. deutsch. pharmazeut. Gesellsch. VIII. 5. p. 145) ist erst
nach Abschlnss vorstehender Arbeit erschienen und konnte daher in derselben
nicht beriicksichtigt werden. Das Folgende ist ein kurzer Auszug aus der
Dissertation des Herrn H. Sin n h o 1d, der mir der Veroffentlichung fur einen
grasseren Leserkreis wert erscheint.
Boehm.
2) Zeitschr. f. anal. Chem. XXI, 61 und XXII, 199.
8 ) Dissertation. Erlangen 1889.
H. S i n n h o l d : Nikotingehalt der Zigarren etc.
523
Barythydrats wieder in Freiheit, filtriert und unterwirft das meietens
hellgelbe Filtrat der Polarisation.
Die spezifische Drehung des Nikotins ist nach L a n d o l t I) bei
20° C . [ a h =-161,55. Nikotinlasungen, sowohl in Alkohol als in Wasser
lassen aber mit der Zunahme des inaktiven Lbungsmittels eine erhebliche
Abnahme der spezifischen Rotation erkennen. In alkoholischer Losung
erfolgt diese Abnahme, wenn man die Werte der Konzentration als die
Abscissen, die abgelesenen Winkel als Ordinaten eines rechtwinkligen
Koordinatensystems darstellt, nahezu geradlinig, und ist daher proportional dem Prozentgehalt der Losung an Alkohol. In wbseriger
Losung hingegen verhllt sich die Sache anders. Graphisch dargestellt
bildet hier die Abnahme eine stark gekriimmte Kurve - einen Hyperbelast.
Die spezifische Drehung des Nikotins erleidet also bei zunehmenderwassermenge eine zuerst sehr bedeutende, nach und nach aber schwacher
werdende Verminderung. Es besteht in wasserigen Losungen keine einfache Proportionalit!it zwischen Konzentration und spezifischer Drehung.
P o p o v i c i bereitete sich aus reinem Nikotin 15 verschiedene
Losungen, deren Nikotingehalt zwischen 0,250 g und 2,000 g in 50 ccm
wechselte, so dass der Konzentrationsunterschied zweier aufeinander
folgender Losungen immer 0,125 g betrug. Die Konzentrationswerte
und die fiir jede Losung abgelesenen Drehungswinkel wurden in untenstehender Tabelle zusammengestellt. Der Vergleich des Drehungswinkels fur die in abnehmender Reihe geordneten Konzentrationen
ergiebt zwischen j e zwei aufeinander folgenden Zahlen Differenzen,
die 19-22 Minuten betragen, mit der Abnahme der Konzentration zunehmen und in den aus der Tabelle ersichtlichen Intervallen konstant
bleiben. Da eine jede dieser Differenzen durch eine Abnahme der
Konzentration uni 0,125 g bedingt ist, so ergiebt der Quotient aus
0,125 und der beobachteten Differenz annahernd die einer Minute entsprechende Nikotinmenge. I n der letzten Kolumne der Tabelle sind
diese Quotienten fur die verschiedenen Differenzen berechnet. Der
fiir eine nach dem oben bezeichneten Verfahren aus einer abgewogenen
Tabakprobe erhaltene Nikotinlijsung, die jedesmal 50 ccm betrug, ermittelte Drehungswinkel ergab dann durch Multiplikation mit dem
zugehorigen Quotienten der letzten Kolumne die in den 50 ccm der
Losung enthaltene Nikotinmenge.
Diese Art dor Berechnung stiitzt sich also darauf, dass In den
schwacheren Konzentrationen wlsseriger Nikotmlnsungen, um welcbe
es sich bei den Tabakuntereuchungen ausschliesslich handelt, wie es
auch au5 den der L a n d o 1t ’ schen Abhandlung beigefu,atn Kurven er1)
L i e b i g s Ann. 189, 309ff.
324
H. Sinnhold: Nikotiugehalt der Zigarren etc.
sichtlich ist,, die Abnahme des spezifischen Drehungswinkels nahezu
geradlinig erfolgt, so dass also innerhalb der durch gleiche Differenzen
abgegrenzten Intervalle auch anni-ihernd Proportionalitiit zwischen
Drehungswinkel und Konzentration angenommen werden kann.
Popovici’s Tabelle.
Bei meinen eigenen Versuchen habe ich Po p o v i c i ’ s Methode
in folgenden Punkten etwaa modifiziert. Es wollte mir niemals gelingen,
den Aether sauber von der wbsrigen Fliissigkeit abzugiesuen. Ich
habe es daher vorgezogen, den Aether bei niedriger Temperatur vorsichtig abzudestillieren.
Es erregte mir ferner das Aufftillen auf 50 ccm in einem uber
300 ccm fassenden Kolben Bedenken. Ich spillte daher nach dem
Abdestillieren des Aethers den Ruckstand mit warmem Wasser in
einen 59 ccm-Kolben und spiilte solange nach, bis die Marke erreicht war.
Zur Polarisationsbestimmung bediente ich mich eines Mitscherlich’schen
Apparates und nahm das Mittel a m 6 Ablesungen. Zu jeder Analyse
verwandte ich 30-40 g der betreffenden Tabaksorte grobgepulvert,
welche nach dem Trocknen bei 60° C. ( n u die Pfeifentabake wnrden
bei 100 getrocknet) im S o xhlet’schen Apparat mit Aether erscliiipft
wnrden. Bei der Destillation des Auszuges benutzte ich einen
K j eldahl’schen Aufsatz. Als Indikator leistete das von P o p o v i c i
empfohlene P h e n a c e t o l i n gute Dienste.
In den Tabellen sind Zigarren und Tabalie nach a u f s t e i g e n d e n
Nikotinprozenten geordnet.
525
H. S i n n h o l d : Nikotingehalt der Zigarren etc.
T8bdh I.
___-
In E u r o p a f a b r i z i e r t e Z i g a r r e n .
1.
Beeeichnnng, Abstammung m d
Handelspreis der Zigarren
2. Niko
Pitrimetrisch
Berechnet
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in
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nem
Ta
-
I. No. 30 P., ,,mittelstark", Suma- 1,009 1,090
tra D., Mhrker U., Gem. E., 1,004 1,084
a Mille 30 Mk.1)
11. Bien Amado, PfAlzer, B Mille
30 Mk.
4008 ,084
3,m 1,065
1,181
1,192
IB. EsquisitosVirginia,DomingoD., 1,170
Pfalzer U. u. E., a Mille 30 Mk. 1,184
V. Cigares Thierry (aBhle) Libre 1,219
1,235
Qual., B Stuck 5 Pf.
VI. Selectos, Deli D.,Doming0 U., 1,480
Gemischte Emlage, a Mille 1,493
40 Mk.
1,573
VII. LaIsleta, Pfalzer, BMille30Mk. 1,592
VIII. No.59, Borneo D., FelixBrasil U. 1,629
u. E., Jeicht", B Mille 90Mk. 1,641
JX.No.32J., ,,mittelstark", Sumatra 1,695
D., Java U., Brasil E, a Mille 1,610
60 Mk.
X. No.101, ,,mittelstark",ManilaD., 1,670
Pfalzer lJ,, Brasil E., B Mille 1,680
50 Mk.
XI. No. 1@2, ,,mittelstark", Mexico 1,850
D., Java U., Felix Brasil E., 1,861
a Mille 80 Mk.
1,868
XII. Charmado.
-
111. Manila, A Mille 100 M k . 2 )
XIII. B r a d Cuba, ,,sehr schwer",
Mille 9OMk.
1)
2)
3.
gehalt
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Tabak
Ta
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.,015 1,097
1,000
1,033 1,111
l,o 10
1,260
1,204 1,m
1,271
1,256
1,239 1,331
1,271
1,314
1,280 1,380
1,332
1,606
1,620
1,192
1,198
1,245
1,681 1,824
1,551
1,W 1,619 1,709
1,595
1,796
1,587 1,750
4,619
1,666 1,838
1,624
1,635 1,780
1,662
1,831 2jo0.1
1,847
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1
1,81C
1,7W
1,776
1,81E
1,82E
2,021
2,03C
1,982
-
-
-
1,m
2,03$
1,969 2,153
1 , 9 8 2,11$
D = Deckblatt, U = Umblatt, E = Einlage.
Vom Lieferanten als besonders s t a r k bezeichnete Sorte.
1,868
1,924
H. Sinnhold: Nikotingehalt der Zigarren etc.
.526
3.
2. Nikotingehalt
Titrimetrisch
It P o l s r i m e t a Iittsl des
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'ikotingeBen
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1.
Bezeichnung, Abatammung und
~
Handelspreis der Zigarren
XIV. No. 46 I, ,,mittelstark', Sumatra
D., Java U., Felix Brasil E.,
i Mille 70 Mk.
XV. No.33A, ,,mittelst.", SumatraD.,
Pfalxer U., Brasil u. Domingo E.,
iNille 40 Mk.
YVI. No. 84, ,,starku, Habana D.,
Felix Brasil U. u. E., B Mille
loo Mk.
XVII. Cig. d e Virginie de la Manufacture de J. Thierry it Bkle,
i Stuck 1OPf.
XVIII. Oesterreichische Regie-Virginia
i Stiick 10 Pf.
it
Mille 80 Mk.1)
Tabe
I .
2,013
2,085
2,092
2,470
2,132
2,138
2,133
2,332
2,133
2,898
2,914
3,240
2,944
3,119
2,957
0,639
0,648
1,519
1,370
11.
[mDo r t.
Havanni
1
2,274
2,941
2.926
0,679
0,668
1,364
1,354
XIX. B Mille 60 Mk.1)
SS.
1,987
1,978
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2.
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Hezeichnung, Abstammung und
Berechnet
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Analysen
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nem
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~-
I. Upmann Media Begalia, i Mille 1,015
200 Mk.
1,007
11. Capitano Char y Alvarez, ,,mittel- 1,246
starku, it Mille 225 Mk.
1,257
111. Rosa aromatica, Lopez t Cie., 1,375
,,mittelstarku,
Mille 200 Mk. 1,394
IV. Flor deIIenryClayJulian Alvarez, 1,489 1
1,505 1
.,mittel", B Mille 270 Mk.
1) Sogenannte ,,nikotinfreie Zigarren".
'
in frischem
Tabak
I
I
1,101 o,895 0,970
1,092
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1,.%0 1,204 1,304
1,361
1,566 1,432
1,w
1,588
1,620 1,499 1,632
1,638
1,21
1,417
1,498
H. S i n n h o l d : Nikotingehalt der Zigarren etc.
1.
Bezeichnung, Abstammung und
Titrimetriseh
_
_
Berechnet
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__
~
Ben
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-
iu
in
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rischen trtGktuem rischen
Handelspreis der Zigarren
Ta
~
V. St. Fernandez Garcia, ,,stark",
L Nille 250 Mk.
VI. Verdadera Manuel Garcia,
,,mittel", k Mille 225 Mk.
VII. Afrikana Pius Villamil, ,,mittelstarkU, B Mille 300 Mk.
VIII. Flor de Cuba, Valle y Cie.,
,,stark", B Mille ,300Mk.
13. Aguila de Oro, Bock & Cie.,
,,mittel", b Mille 260 Mk.
S. Lolita C., Garcia & Cie., ,,mittelstarkU, B Mille 200 Mk.
91. Mapa Mundi Christopel Diaz,
,leicht', L Mille 250 Mk.
rk
~
Ta
~
1,497 1,636
1,481
l,516 1,656
1,518 1,637
1,547
l,530 1,650
1,718 1,876
1,731
1,723 1,881
1,784 1,885
1,829
1,803 1,905
1,968 2,134
2,070
1,999 2,167
1,991 3,201
2,138
1,966 2,173
2,215 2,425
2,309
2,200 1,409
3.
[ittel des
fikotingemet
ialtes aus
je drei
halysen
in
:rocte- er. auf 5
nem I frischem
rk
- Tabali
x
1,618
1,498
1,668
1,532
1,890
1,724
1,932
1,805
2,244
2,o 12
2,363
2,032
2,528
2,241
Tabel
111.
Z i g a r e t t e n t a b a k e u n d Z i g a r e t t e n.1)
2. Nikotingehalt
I. Ajasolougk
Ta
-
f4m
0,883
0,801
1,850
1,635
2,489
2485
t
in
rischan
0,798
t ,596
1,604
2,515
2,560
11. Dubec
111. Samsoun
2,855
IB. Rasma
3.
[ittel des
1kotingealtes aus
je drei
halysen
in
trocke- er. auf %
nem I frischem
- Tabak
Hexeichnung, Abstammung und
Handelspreis des Tabaks
3,165
2,856
V. Cigaretten-Manufacture de Tabac
1,634
et Cigarettes Dimitios Paleologos, 1,494
Alexandria, Kairo, hMille22,jOMk.
VI. Cigarettenabfall Compag. Laferme 1,480
in
,,Lafermo"
1) &!it Ausnahme von V Geschenk der Compagnie
~~
$27
2,887
1,488
1,480
Dresden.
H. S i n n h o l d : Nikotingehalt der Zigarren etc.
528
-
Tabelle IV.
P f e i f e n t a b a ke.
2. Nikotingehalt
1.
3.
Bezeichnnng, hbstammung und
-
Handelspreis des Tabaka
in
When
Ta
__
tlittel dtts
likotingeialtes aus
je drei
in Analysen
trocke ier. auf
ncm 1 frischem
Tabak
ak
-
0,524
0,517
0,583
0,518
0,540
0,562
-
0,551
0-M
0,647
0,612 0,642
0,651
~
I. Holland. Tabak ,,Anker Zoortu
von Fr. Rotmann in Bnrgsteinfurt,
100 g = 20 Pf.
11. Feiner Portorico No.3 von Georg
Heinrich Schirmer in Giessen,
loo g =60 Pf.
111. Pastorentabak, Heinr. Oldenkott
& Cie., Amsterdam und Hanau,
100 g =20 Pf.
IV. Wie 111.
~
0,660
0,656 0,737 1
1
0,689 01740
-
-
V. Krull, Portorico No. 7 von Fr. Rot- 0,734 0,836 1 0,726
mann in Burgsteinfurt, 100 g = 0,718 0,832
20 Pf.
VI. Shag, fein mittel, No. 5, Fabrik 0,772 0'827
0,778 0,824 0,771
Kios, Dresden, 100 g =20 Pf.
0,764 0,822
VII. Feinster Goldshag, hell und leicht, 1,829
1,992 1,854
Fabrik Kios, Dresden, 100 g =
1,874
25 Pf.
Vorstehende Tabellen zeigen z u n k h s t , dass man naoh den Methodeu
r o n K i s s 1i n g und P o p o v i c i befriedigend iibereinstimmende W e r t e
fiir den Nikotingehalt erhtilt.
Aus den auf 31 Sorten sich erstreckenden Zigarrenuntersuchungen
ergiebt sich als Minimum (abgesehen von den sogenannten "nikotinfreien' Zigarren) und Maximum des Nikotingehaltes 0,972 resp. 2,957O/O.
Das Minimum r o n 0,972 i. M. erhielt ich bei einer importierten Upmann,
einer sehr dunkeln Zigarre, welche von dem Lieferanten als ganz besonders ,,schwer'' bezeichnet worden w a r ; das Maximum von 2,957 O/o
i. M. bei einer Bsterreichischen Regie-Virginia. Nur bei dieser und
einer ahnlichen (Schweizer) Sorte deckt sich der Ruf, sehr schwer zu
sein, mit einem hohen Nikotingehalt.
Fermentierter Virginiatabak
enthielt in zwei von K i s s l i n g ' ) untersuchten Proben 4,8 resp. 4,3'/0
1 ) Vergl. K i s s l i n g , R. Der Tabak im Lichte der neuesten naturwissenschaftlicheu Forschungen. Berlin 1893.
I
H. Sinnhold: Nikotingehalt der Zigarren etc.
529
Nikotin. Dieser Tabak gehort, auch nach demselben Autor zu den
wenigen Sorten, welche wegen ihres hohen Nikotingehaltes in ungelaugtem
Zustande nicht zur Zigarrenfabrikation geeignet sind und vor derselben
durch Auslaugen von einem Teil des Nikotins befreit werden. Bei
a!len feineren, kostboreren Tabaksorten findet diese Prozedur wohl
niemals statt.
Bei den teueren, importierten Havannazigarren belief sich das
Maximum des Nikotingehaltes auf 2,241O/O i. M., der mittlere Nikotingehalt aller untersuchten importierten Sorten auf 1,633O/O. Vergleicht
man die Zahlen der ersten mit deqjenigen der zweiten Tabelle, so kann
man daraus jedenfalls nicht den Eindruck gewinnen, dass die importierten Sorten nikotinreicher zu sein pflegen als die iibrigen. Dass
sie trotzdem vie1 leichter und rascher auch bei massigem Genusse
unangenehme Wirkungen hervorrufen , lasst sich zwar zahlenmassig
nicht feststelIen, ist aber doch eine von sehr vieIen Rauchern gemachte
Erfahrung Nach neuerdings von S u c h s l a n d l) veroffentlichten Untersuchungen sind die hei der Fermentation des Tabaks thiltigen Spaltpilze
entscheidend f i r die Feinheit des Aromas. Es sind bereits Versuche
gemacht worden, durch Uebertragung der dem Havannatabak eigentumlichen Bakterien auf deutsche Tabake diesen das charakteristische
Havannnaaroma zu geben. Der Anteil dieser bei der GSirnng gebildeten
flkhtigen Stoffe an den sonstigen physiologischen Wirkungen des
Tabakrauchens ist noch ggnzlich unbekannt. Mit Riicksicht auf die
unerheblichen Verschiedenheiten des Nikotingehaltes lie@ die Vermutung nahe, dass die ,,Schwere" der Tabake mehr von den Ggrungsprodukten als vom Nikotin abhgngt.
Die von mir untersuchten Zigarettentabake enthielten 0,801 bis
5.85'7
Nikotin, stehen also ungeftihr auf gleicher Stufe wie die
Zigarren, wiihrend die Pfeifentabake einen erheblich geringeren Nikotingehalt von 0,518-0,854 OlOl im Mittel 0,817 o/ol aufwiesen.
1)
Ber. d. deutsch. Bot. Ges. 9. 3. 79.
Arch. d. Pharm. CCXXXVI. Bds. 7. Heft.
34
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