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Ueber einige neue Kautschukpflanzen.

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G. H o 11e , Ueber einige neue Kautschukpflanzm.
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keit scheidet beim Erkalten mehr oder weniger Schwefel ab, dem
jedoch schwer- oder nichtltisliche Krystiillchen beigemischt sind;
gleiches kann bei weiterem Eindampfen der Salzlljsung beobachtet
werden, es ist pyrophosphorsaurer (und metaphosphorsaurer?) Kak;
obgleich mein Schwefel vollst&ndig fliichtig war und die Natriumpyrophosphatltisung durch oxaleaures Ammoniak nicht getrtibt wurde.
Hieraus folgt, d a k in einer Auflcisung von pyrophosphorsaurern
Calcium in Natriumpyrophosphat der Nachweis von Calcium durch
Ammoniumoxalat erschwert oder verhindert wird; l) dafs sich aus
derartigen Losungen das Kalksalz mit der Zeit krystallinisch abscheiden kann, ist bereits bekannt.
Das v o r e r w h t e Verhalten des Schwefels gegen Natriumpyrophosphat lids veimnten, d& auch die Halogene nicht ohne Einflufs
auf dieses Salz seien; das ist auch der Fall und Brom ist schon in
der Itiilte, etwas mehr in der Wlirme, in einer Auflosung von
Natriumpyrophosphat loslich und das Verhalten dieser Losung gegen
Silberlosung wie gegen Mineralsawen zeigt, dds sich Bromnatrium
und unterbromigsaures Natrium gebildet haben muhten etwa nach
der Gleichung:
x N 4 P 2 0 7+ Br,
H,O = NaBr N s O B r 2N%HP207
+.(x- 2) Na4P, 0,
wobei x abhiingig von Konzentration, Temperatur und Druck ist.
Jod reagiert in tihnlicher, doch achwiicherer Weise.
Schlieblich sei bemerkt, dak auch auf Di-Natriumorthophosphatlosung die vorerwahnten Elemente nicht ohne Einfluk sind.
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Ueber einige neue Hautschukpflanzen.
Von Dr. G u s t a v Holle-Miinchen.
(Eingegangen den 2. Juni 1893.)
Die Verwendung des Kautschuks zu Geflifsen, Schuhen, Fackeln,
zum Dichtsn von Korben etc. scheint bei denhdianerstiimmen Sfidamerikas schon seit sehr alten Zeiten im Gebrauch gewesen zu sein.
Zum erstenmale lenkte der franzosische Reisende L a C o n d a m i n e
im Jahre 1751 die Aufmerksamkeit auf die Eigenschaften des siid1) Eine ilhnliche W i r h g der Metaphosphorsiiure hat B o s e
beobachtet. Obiger Kalkgehalt entstammt nicht den zum Kochen
benutzten Glasern.
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G.
H o 11e * Ueber einige neue Kautschukpflmzen.
amerikanischen Kautachuka and einige Jahre sphter verijffentlichte
M a c q u e r seine chemischen Untersuchungen tiber daa Kautschuk.
R o x b u r g h, der beksnnte engliache Botaniker, Arzt und Direktor
dee botanischen Gartens in Kalkatta, in dessen H u d e 1810 indisches
Kautschuk gelangt war, machte den Kautachukfeigenbaum (Fuus
elastica Roxb.) der Industrie dienstbar.
Die Qewinnung desKautachuks unterliegt in den verschiedenen
Produktionsgegenden mannigfachen Methoden. Den durch Anschneiden oder Anbohren der Baums-me
g0WOM0Xl0Xl Milchsaft Wst man
z. B. in Brasilien gerinnen und trocknet den sich abscheidenden
Rahm auf Blechen tiber gelindem Kohlenfener oder man befijrdert
die Ausscheidung der im Milchsaft suspendierten festen Teilchen
durch Zusatz von verschiedenen Pflanzensrften, oder Kochsdz,
Alaun etc.. worauf dann die zusammengeballten Kautschukmassen
manchmal an der Sonne getrocknet werden. Hauptsrchlich dieser
Verschiedenheit in der Behandlung bei der Qewinnung des Rohstoffes verdanken die einzelnen Kautschuksorten ihren besseren oder
geringeren Ruf.
Im Jahre 1830 betrng die Menge des in England importierten
Kantachuks noch nicht mehr als 454 Zentner, 20 Jahre sptiter, wurden 7784 und 1865 72,537 Zentner eingefiihrt. Gegenw&tig kommen
nach S c h e r g e r ’ s Ermittelungen anniihernd folgende Maasen von
Kautschuk in den Handel : aus Zentralamerika 60,000, Assam, Java
etc. 40,000, Mosambik 20,000, Borneo 12,000, Madagaskar 5000,
Westkiista Afrika’s 50,000, Para 204,000, zusammen rund 400,000
Zentner im Werthe von ca. 145 Millionen Mark. Deutschland hat
in den letzten Jahren verhtiltnismiifsig grolsere Fortachritte in der
Kautschukindustrie gemacht, als irgend eines der anderen Llinder.
Kautschuk. ein im Pflanzenreiche weitverbreiteter Stoff, wird
aus verschiedenen milchsaftfiihrenden Pflanzen der tropischen Zone,
welche den Familien der Apocyneen, Atrocarpeen und Euphorbiaceen
angehoren, gewonnen. So sind es namentlich mehrere Siphoniaarten
in Stidamerika, besonders S9honia elastika Pers. (Hevea guianensis
Aubl.), Ficus elash’ca Roxb. in Birma, auf Java, Madagaskar, mehrere
LandoEaarten in Afrika und Willughbeiaarten auf Borneo, Hinterindien etc., welche bisher als Hauptlieferanten des Kautschuks
dienten.
(3. H o 11 e , Ueber einige neue Eautschukpflaneen.
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Es muD daher gewils weiteres Interesse erregen, dafs neuerdings von Stidamerika aus die Kunde von neuen S t a m m p f l u n
hertiberkommt, welche als Kautschuklisferanten wohl noch eine
grlifsere Roue eu spielen berufen sein diirften. So berichtet Journ.
SOC.Arts XI. 1020, d d s in den letzten Jahren grofsere Mengen
einer neuen Handelssorte, Balata-Kautuchuk genannt, von Paramaribo,
der Hauptstadt von Niederltlndisch-Gujana, aus nach England gelangen. Dieses Balata-Eautschuk stamme von dem Milchsafte von
Mimusops globosa Gdrtn. und Mimusops balatu Gdt-tw. aus dem
Flufsgebiet des Demarara. Diese beiden zur Familie der Sapotaceen
gehlirigen Spezies scheinen uns neue, reichhaltige Quellen des Air
Deutschlands Industrie so wichtigen Naturproduktes zu erofien,
denn die Qewinnung desselben wird sich nicht auf diese beiden
Spezies allein beschrbken, sondern mehr oder weniger auf Wtliche Arten dieser Familie (von welcher bis jetzt ca. 400 bekannt
sind) erstrecken, da sie alle samt und sonders Kautschbkmilchsaft
enthalten.
Dazu kommt uoch, dafs die Vertreter dieser Familie tiber die
game stidliche Hemisphm verbreitet sind, von Ostindien und Birma
iiber die Sundainseln nach Australien, das gesamte Inselgebiet des
stillen Ozeans, ganz Stidamerika, Westindien, Centralamerika, Mexiko
und hinaufgehend bis in die Siidstaaten Nordamerikas. W uns
Deutache besonders interessant ist, dafs Vertreter der Sapotaceen
in ganz Afrika, mit Ausnahme des nlirdlichsten Teiles vorkommen.
Vom Kap der guten Hohung bis hinauf nach Abessynien und dern
Nigergebiet.
Schreiber dieses, welcher vor einigen Jahren die Familie der
Sapotaceen in anatomisch-systematischer Hinsicht im botanischen
Museum zu Mtinchen bearbeitete, konnte konstatieren, dab alle Angehtirigen dieser Frtmilie mit Milchsaft fiihrenden Schlguchen ausgertistet sind und seine Beobachtungen d a b zusammenfassen, W s
alle sterilen Materialien, wie sie vielfach in den Herbruien ale Sapotaceen bezeichnet vorhanden sind, nur dann ale solche anmerkennen
sind, wenn sie neben einzelligen, zweiaxmigen Haaren mit lK.2chseftschltiuchen und eigentiimlichen, in den Zellen des Blattaeisches vorkommenden, tropfenfllmigen Kautechukklirpern versehen sind, und
d ab es dadnrch msglich ist, jede sterile Sapotacee als Familien-
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G.H o l l e , Ueber einige neue Kautschukpflanzen.
angehorige mittels eines einzigen Querschnittprtiparates aus dem
Blatte mit vollster Sicherheit zu erkennen, wie andererseits Unzugehtiriges mit eben solcher Sicherheit zuriickzuweisen.
Wiederholt war Qelegenheit gegeben, von diesem wichtigen Ehgebnisse an dem der Untersuchung unterliegenden Materiale Anwendung zu machen und verschiedene als Sapotaceen in den Herbarien
bezeichnete Zweigstticke als nicht zu denselben gehorig auuyzuschliefsen. Die weitere Untersuchung lids dann die Zugehtirigkeit
solcher Pflanzen zu bestimmten anderen Familien meist unschwer
f eststellen.
Das Untersuchungsmaterial, welches hierzu benutzt wurde, war
ein besonders reichhaltiges und wertvolles. Es umfafste die Sapotaceen des koniglichen botanischen Museums zu Miinchen, des Herbar.
D e l e s s e r t , Herbar. De Ca ndoll e , Herbar. B o i s s i e r zu Genf,
Herbar. Grisebttch zu Gottingen. Herbar. des k. k. Hofmuseums
zu Wien, des Herbar. W a r m i n g zu Kopenhagen, Herbar. P i e r r e
zu Paris, Herbar. Ma rt ins zu Briissel, einzelne Sapotaceen des
botanischen Qartens zu Breslau und war von Herrn Dr. L. R a d l kof er , Professor der Botanik an der Universitiit Miinchen, wslchem
dieses Material zu seinen eigenen, auch nach der Anfstellug der in
D u r a n d ’ s Ind. Gen. Phan. gegebenen Uebersicht der SapotaceenGattungen noch fortgesetzten Studien gedient hat, kritisch gesichtet
worden und mir in liebensw[irdigster Weise zur Bearbeitung mr
Verfigung gestellt worden.
Es mag hier nicht unerwghnt bleiben, dafs in der von H e m
Professor P i e r r e in Paris iibersa.ndten Sammlung sich viele neue
Arten, aus Tonkin, Neucaledonien, sowie von der Angolaexpedition
befanden.
Was nun die Mjlchsaftschlihmhe selbst betxi&, so werden diese
zum ersten Mal in De Bar 9 ’ s vergleichender Anatomie besprochen
auf Grund von Axenuntersuchungen, welche dessen Schtiler K. W ilhelm tiber dieselben in der Axe von Bumelia fenax Willd., Sideroxylon masfichodendron Jacqu. nnd Palaquium Gutta H. Baill. angestellt hat. (Der Milchsaft letzgenannten Baumes wird schon seit
lsngerer Zeit in Ostindien zur Kautachukgewinnung benutzt.)
K. Wilh’elm hat bereits die Natur dieser Michsaftbehblter im
Qrofsen und G w e n richtig erkannt. Sie sind nach ihm vollshdig
Q.
H o 11 e , Ueber einige neue Kautschukpflanzen.
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geschlossene Zellen, welche von dem sie umgebenden Parenchym
nur durch den besondern Inhalt verschieden sind. In der Axe
kommen sie in der primwen wie sekundliren Rinde, wie auch im
Marke vor. Im Blatte begleiten sie meist die Qeflifsbtindel.
Ich fand nun bei meinen Untersuchungen, deren Produkt mehr
als 1000 mikroskopische PrKparate waren, dafs diese Sekretschltluche,
welche in Ltingsreihen angeordnet sind, zuweilen GefUsnatur zeigen.
Bei eingehender Untersuchung zeigte es sich, dafs die Querwilnde
der Milchsaftschliiuche zuweilen mit denselben deutlichen, einfachen,
kreisrunden Perforationen versehen sind, welche bei vielen Holzgewiichsen an den horizontalen Zwischenwihden der Qeftifszellen
vorkommen. Professor Vesque in Paris hegt auf pag. 258 seiner
caractires pnnc@aks familks gamope'ta(es ahnliche Vermutungen,
lakt aber die Thatsache zweifelhaft und h a t es fur mtiglich, dais
diem Durchbrechungen der Querwtinde auf Verletmgen mit dem
Yesser bei der Paparation zmtickzufiihren seien.
Beztiglich des Malta der Milchsaftschlliuche bei den Sapotaceen
ist zu sagen, d a b derselbe den Charakter einer Emuleion besitzt
und bei frischem, dem botanischen Qarten zu Mtinchen entstammenden Materiale, einer weilken, dicken Milch %hnlichist, welche durch
kleine, in der Sekretdtissigkeit suspendierte Kautschukteiichen, ilhnlich wie die Butterkiigelchen in der Kuhmilch, gebildet wird.
Die grUndliche Unteranohmg dieser fur stlmtliche Sapotaceen
charakteristiachen Milchsaftsahliluche ftihrta noch zu einem andern
interessanten Ergebnis. Es zeigte sich n W c h bei der ntiheren Betrachtnng des beim Herbarmatarial eingetxocheten Sekretes, d&
die meisten MilchsaftschlKuche neben dem e r w h t e n gnmmiharzigen
Inhalt auch einen feink6migen Krystdlsand von Calciumoxalat enthalten. Es kommen Schlauche vor. welche fast nur gam reinen
Krystallsand enthalten, sowie solche, in welchen mehr oder weniger
Sand und S e h e t gemischt sind. Aufserdem scheinen manche blos
Sekret w enthalten. Die vie1 Krystallsand enthaltenden Schlrruche
erscheinen unter dem Mikroskope meist etwas schmtichtiger m d
deutlicher wie die reinen Sebetachliiuche. Ihr Verlauf und auch
ihre Qestalt ist denselben sonst aber analog. Ob in d e n j e ~ g e n
Schhchen, welche dem Auge als reine Sekretachkuche erscheinen,
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G.
H o 11e , Ueber einige neue Kautechukpflrmzen.
nicht auch geringe Mengen von Krystalleand vorkommen, bleibe
dahingestellt.
Der in diesen Schltiuchen enthdtene Krystdsand wird von
Essigasiure nicht angegriffen, von Salzs&ure jedoch voht&ndig gelost,
so dah dadurch die Schltiuche sich manchmal ghzlich dem Auge
entziehen. Schwefelstiure last sofort die charakteristischen Gypsnadeln anschieben. Die anderen Schlauche, bei welchen der Milchsaft als Inhalt uberwiegt, verlieren bei der Behandlung mit Salzsaure etwas an Volumen und werden lichter. Die nachtriigliche Zugabe von Schwefelstiure liirst auch hier Gypsnadeln erkennen. Der
restierende krumljse Inhalt zeigt iihnliches Verhalten, wie die schon
erw&nten tropfenformigen Kautschukkorper in den chlorophyllhaltigen Zellen des Blattfleisches, indem er mit Alkohol etwaa aufquillt und in Chloroform sich leicht 16st.
Die Untersuchung im polarisierten Lichte kann tiber den Inhalt
der Schltiuche keinen zuverlassigen Aufschluh geben, da sowohl die
Krystalle des Sandes als auch die in den Sekretschliiuchen suspendierten kleinen Kautschukmassen sich als doppelbrechend erweisen,
und zwar vor und nach der Behandlung mit Javelle'scher Lauge.
Doch erscheinen die mit reichlichem Krystdsand versehenen Schltiuche
unter dem polarisierten Lichte mehr ,milchstraSsenbhnlich leuchtend"
als die Schlkche, welche tiberwiegend Milchsaft enthalten.
Es dtirfte hier auch noch am Platze sein, einige Worte tiber
die schon erwtjhnten, ftir die Charakteristik der Sapotaceen so
bemerkenswerten Kautschukklirper zu sagen. Professor Radlkofer,
welcher zuerst auf das Vorkommen derselben bei den Sapotaceen
aufmerksam machte, sagt dartiber:")
,Aukerdem finden sich
u n r e g e W i g geformte, das Licht doppelt brechende k s e n in fast
allen Zellen dee Blattfleisches, einzeln oder zu mehreren, in den Pallisademellen hadig eu zweit oder eu dritt. Ebensolche Massen h d e n
sich in den glilteren Bliittern gewiaser Sapotaceen, bei Arten von
Mimusops, bei Sideroxy1,on inerme L., bei A c h r a s S a p o t a L.,
bei welchen sie sich nach an lebendem und trockenem Materiale vorgenommener ntiherer Untersuchung als Eautschukmassen erwiesen
haben. Dieselben fgsben sich durch wtbserige Jodlliwng gelblich
*) Gelegentlich der UeberfUhrung von Reptonia zu den Sapotaceen.
Sits.-Ber. der k. bayer. Akademie der Wissensahaftan v. 1889 pag. 267.
G.
H o 11e , Ueber einige neue Kautschukpflanzen.
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und veriindern sich durch konzentrierte Schwefelsiiure nichj, weiter;
Javelle'sche Lauge, Kaliumhydrat und Alkohol lassen sie unbertihrt ;
in Ather veritndern sie n u ihre Form, ohne sich zu losen; beim Erwllrmen schmelzen sie und stiirkeres Erhitzen macht sie verschwinden;
mehr oder weniger loslich zeigen sie sich in Chloroform, in Schwefelkohlenstoff und namentlich in Beneol. Nach all dem sind dieselben
wohl sweifellos, wenigstens der Hauptsache nach, als aus Kautschuk
bestehend anzusehen und fiir die Eennzeichnung sterilen oder sonst
zweifelhaften Sapotaceenmaterjals d a d denselben unter allen Umsttinden wohl sicherlich eine entscheidende Wichtigkeit beigemessen
werden".
Die Anwesenheit dieser Kautschukkorper im Innern derparenchymzellen giebt uns den Beweis, dafs dieselben einEndprodukt der den
Sapotaceen aukommenden eigenthiimlichen Assimilationsenergie sind.
Zum Aufbau des Hanzenkorpers einstweilen nicht weiter notig,
werden diese Eautschukteilchen in die Selrretbehdter, hier die
Milchsaftschliiuche abgelagert. Die Lage dieser Schltiuche nun,
welche fast ausnahmslos an die Gehffibtindelstr&nge sich anlehnend
zeigen, liiffit die Annahme gerechtfertigt erscheinen, dafs der Transport der in der Zelle bereita fertig gebildeten Kautschukktirper nicht
auf direktem Wege in die zuniichst benachbaxten Schlauchzellen erfolgt, sondein dab iihnlich den andern notwendigen Nahrungsstoff en,
den Eohlenhydraten und Eweitsstoffen, welche j a ebenfalls in den
*en
Parenchymzellengebildet werden, ein Eintritt dieser Kautschukteilchen in den Adern- und Venenkreislauf des Pflanzenkorpers stattfindet und erst von hier aus die Absonderung als Milchsaft in die
an die Gefafsbiindel aich anlehnenden Schlsuche erfolgt. Weisen
doch ohnedies alle Verhatnisse darauf hin, dafs die Natur in der
Chemie der Pflanze fast niemals den direkten Weg, sondern immer
mehr oder weniger Umwege withlt.
Gleichzeitig mit der Absonderung des Milchsaftes scheint der
EXntritt des Kalkoxalats in die SchlSiuche zu erfolgen. Oh dasselbe
bei der Bildung der Kautschukkorper oder dem Transporte und der
Ausscheidung derselben irgend welche Rolle spielt, kann allenfalls
nur vermutet werden. Auf jeden Fall bleibt die gleichzeitige Anwesenheit eines feinen Krgstallsandes neben dem Kantschukaekrete
in den Milchsaftschliiuchen bemerkenswert, nachdem sich im ganzen
Arch. d. Phum. CCXXXI. Bds.,
9.
Beit.
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G. H o 11e , Ueber einige neue Kautschukpflanzen.
Pflanzenkorper der Sapotaceen zahlreiche Ktystallablagerungen von
Kalkoxalat in Qestalt von sch6n geformten Drusen und &elkrystallen vorfbden. Das schon vorhin erwfihnte Vorkommen einzelner Milchsaftschlliuche, in welchen sich teils nur reiner Krystallsand, teils solcher mit wenig Milchsaft gemischt v o h d e t , neben
solchen mit tiberwiegend Milchsaft enthaltenden, lafst die Thatsache
fafst als sicher erscheinen, dafs hier der Elchsaft unfer gewissen
Verhtiltnissen, vielleicht bei Wasser- oder sonst geeignetem Nahrungsmangel, die Rolle eines Reservematerials zu ilbernehmen hat. Der
fltissige Milchsaft wird in solchen Fallen von dem Organismns
wieder nufgenommen und verwertet, wiihrend der als Abscheidungsprodukt anzusehende oxalsaure Kalk als feiner Ktystdlsand, nachdem
ihm durch das Entweichen des Milchsaftes das zur Ltisung notige
Mittel entzogen, zuriickbleibt.
In biologischer Hinsicht scheint also auch der lldilchsaft der
Sapotaceen die Aufgabe zu erftillen, seine Wirte geeignet zu machen
in den oft lange Zeit wasseramen, von gliihender Some durchfluteten %open erfolgreich den Eampf urns Dasein zu ftihren. Etierzu
scheinen die Vertreter dieser Familie auch in anderer Richtung gut
ausgertistet zu sein. Eine grofse Amah1 Arten besitzt lederartige
Blatter mit gltinzender Oberflliche, wfihrend die Unterseite dicht rnit
zweiarmigen Haaren besetzt ist, sodafs die Verdunstung des aufgenommenen Wassers mtiglichst verhindert wird. Zudem besitzt
eine grofse Anzahl Arten, namentlich solche aus den Gattungen
Mimusops, Palaquium, Bassin, Sideroxylon ein oft mehrschichtiges,
grofszelliges und derbwandiges Hypoderm, welches als Wassergewebe anzusehen ist und den Zweck hat, als Wasserreservoir ftir
die Blktter zu dienen.
A l e diem erwkhnten Eigenschaftan diirften wohl geeignet sein,
gerade die Vertreter dieser Familie als Eulturpflanzen fiir unsere
Eolonien wichtig erscheinen zu lassen und Deutschland, welches
einer der Hauptproduzenten in der Kautschukindustrie ist, in den
Stand zu setzen, seine Millionen, welche es jetzt fir den Rohstoff
an andere Nationen hinausgiebt, dem eigenen Lande zuznwenden.
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