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Zur Technologie und Landwirthschaft. Ueber die Verwendung des Specksteinpulvers

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216
Vereinszeitung
.
7. Znr Technologie and Landwirthsthaft.
-
Ueber die Vevwendung des b'pecksteinpluers.
Der Speckstein, ein i n der Nlhe von Wunsiedel in Oberfianken
i n grosser Menge sich findendes Mineral, hat in neuerer Zeit durch
die Bemuhungen des Herrn J. v. S c h w a r z i n Kurnberg eine ausgedehnte und mtlnnigfache Anwendung gefunden. D a alle aus
Speckstein gefertigten Gegenstiinde gedrebt werden, so entsteht als
Abfall eine betrachtliche Menge von feinem Specksteinpulver, das
durch Schlammen von bcigemengten organischen Stoffen getrennt
und sodann getrocknet wird. Auch dieses Pulver ist einer ausgedehnten Benutzung fihig. So z. B. bat es nls Leimfarbe fiur
sich allein, odor mit Baryt oder Zinkweiss aufgetragen, eine ziemliche Deckkraft, mit Wnsserglasliisung liefert es einen dauerhaften
und schonen Anstrich. Wegen seiner grosaen Zarthcit und seines
weichen Angriffs wird es der Papierfabrikation ein willkommnes
Surrogat liefern, das namentlich zu Velinpapieren und zu solchen
Sorten, dic satinirt werden sollen, ferner zu Tapeten zu cmpfehleii
ist. Man wird es ausserdem in Folge der Feuerbestandigkeit des
Specksteins zur Fahrikation von Tiegeln, Kapseln, ctls Auskleidematerial Fur das innere Gemaucr fur grosse Schmelzofen, als Polirmittel, zur Verminderung der Reibung von Schrauben und andern
liolzernen Maschinentheilen u. 8. w. anwenden konnen. D a der
Gehalt an Magnesia in dem Specksteinpulver bis zu 30 Procent
betragen kann, so stellt sich auch die Frage, ob das P u h e r nicht
ale Robmaterial zur Darstellung des Bittersalzes Anwendung finden
konnte. (Neueu J a h r b . f u r Plinrm. B d . X . 96.)
B.
Liithen der Glocken.
Mr. F a g e s in Limoux hat, ein ncues Verfahren, Glocken 211
lothen, veroffentlicht. welches allgenieiue Beachtung verdient.
Bei dieaem Verfahren 'ist es nicht mehr nothig, die zersprungene Glocke vom Lager herabzunehmen, wie dies ausserdem in der
Regel geschehen muss; eheriso wenig wird aucb eine Teniperaturerhohung zu 4000 erfordert.
Der Vortheil, dass von dem Herahnehmen der Glocke vom
Glockenstuhle Abstand genommen werden kann, ist in Hinsicht
der Schwierigkeiten, welcbe diescr Manipulation meistens entgegenstehen, sehr gross. F a g e s Verfahren grundet sich auf die Anwendung eines bei 1OOOC. schmelzbaren Lothes, das unter dem
Namen Jeichtfliissige Legirung von Dr. A r c e t Y bekannt und, wie
folgt, zusammengesetzt ist :
5 Theile Rlei,
3
Zinn,
8
Bismuth.
Die beiiu Gebrauche dieses Lothes erforderliche Temperatur iibersteigt nie 115OC.
Beim Liithen einer Glocke, deren Sprung sich vertical bis nahe
a n den oberen Theil derselben erstreckte und d a m eine horizontale
Richtung nach rechts annahm, und dessen LInge 1,12 Meter erreichte, wahrcnd die grosste Breite a m Spalte ungeAhr 1Millimeter
betrug, Gerfuhr F a g e s in folgender Weise :
Die erste Arbeit bestand darin, die Rander des Spaltes mittelst
VeTeimzeitung.
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einer Feile zu glatten und dann auf seine ganze Linge, sowoh1
von innen, ale Ton aussen, einen a n den Randern mit einer Auflosung von Dextrin bestrichenen Papierstreifen von 4 1 0 M. Breite
zu leimen. Diese Bande haften auch bei der erwlhnten Temperatur noch ganz fest und dienen dazu, die inneren W l n d e des
Sprunges vor dem Contacte mit dem bei der Erwiirmung der Glocke
sich entwickelnden Gaae zu bewahren.
Behufs der Vornahme der letztgenannten Operation crrichtet
man unter der Glocke mittelst 4 Eisenpfosten oder eines Backsteinlagers eine Art von Rost, auf welchen eine Metallplatte so
gelegt wird, dass dieselbe in einer Distanz von 0,SO M. von dem
unteren Rande der Glocke sich befindet. Eine Flamme von 0,25 M.
Hohe, welche man mittelst kleiner Holzer auf dieser Metallplatte
anziindet, geniigt, die Temperatur der Glockc innerhalb einer halben Stunde auf 115-12OOC. zu bringen.
Der Heerd wird alsdann entfernt, und die Papierstreifen braucht
man nur abzureissen, ohne Rucksichtsnahme auf die geleimten
Rander.
Hierauf wird zur Lothung sclbst geschritten, wozu nian sich
folgender Prlparationen bedient :
1) Lothstangen 0 01 Durchmesser, zusammengesctzt aus der
oben erwghnten Mischung;
2) Lothwasser, bestehend aus
1/2 Liter einer Anflosnng von Zink in Chlorwasserstoffsaure,
1/2 Liter Wasser und
150 Grm. Salmiak.
Man bestreicht nun mit der mit dieser Flussigkeit befeuchteten
Lothstange von oben aofangend den Sprung; das Loth schmilzt
sehr leicht, dringt in den Bruch ein und fullt denselhen nach allen
Seiten aus. Es kommt bisweilen vor, dass die Rander a n dem
grossten Umfang des Bruches das Loth nicht geniigend annehmen;
in diesem Falle hat eine zweite Erwarmung statt zu finden, be1
wclcher man die Vorsicht gebrauchen muss, den nicht ausgefullten
Theil des Spaltes wieder niit kleinen Papierstreifen; die auf ihrer
ganzen Fllche beleimt sind, zu verwahren, deren man drei, immer
einen breiter, als den andern, aufeinander klebt, um eine grossere
Adharenz zu erzielen. Der Bruch wird alsdann von Neuern verlothet, wodurch die bei der ersten Operation leer gebliebenen
Liicken vollkommen efiillt werden. Man hat bei Anwendung
dieses Lothes keinen h a n g e l an Adhirenz zu befiirchten, indeln
dasselbe bcim Bruch eine Widerstandsfahigkeit von 3,5 Kilogrm.
auf den Quadrat-Millimeter priisentirt, welche, obwohl vie1 geringer
als die des Bleilothes, vollkommen genu t.
Wird das Verfahren hei einem friscfen Bruche in Anwendung
gebracht, so ist die bei einem alteren Bruche uothwendige Reinigung
von den Spuren der Oxydation nicht erforderlich. (Genie industr.
No. 90. T. i6.)
u.
Ein hiibscher Anstrich fikr Blechgefisse.
Man giebt seit einiger Zeit in Paris den meisten qlechwaaren,
welche als Haus- oder Gartengerathschaften dienen, einen grauen
Anatrich mit Marmor- oder Granitdessin, der sich sehr schon ausnimmt. Als Hauptvorzug des dabei verwendeten Firnisses wird
bezeichnet dass er jeder Saure widerstehe, und 80 behandelte Gefiirrse zu chemischen und physikalischen Zwecken vortheilhaft ver-
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Vereimzsitung
.
wendet werden. Nach chemischer Untersuchung besteht der Anstrich der Hauptsache nach aus basischem Zinkchlorid, das noch
rnit einem Harzfirnise iiberaogen ist. (Schzoeiz. Ztsctschr.fUr Phnim.)
B.
Reinigen der Malerpinsel von eingetrockneten Oelfarben.
Prof. Dr. B r u n n e r giebt nach ciner Reihe von angestellten
Versuchen folgende Reinigungsmethode als eine vorzugliche an :
Man bereitet eine LGsung von 1 Th. krystallisirtem kohlensaurem
Natron in 3 Th. Wasser, hiingt die zu reinigenden Pinsel so in
dime in einem Cylinderglase (Trinkglase) enthaltene Losung, dass
sie etwa 2 Zoll vou dem Roden des Glases entfernt bleiben, und
Igsst den Apparat bei gelinder Warme (60-700) 12 - 24 Stunden
stehen. Die eingetrocknete Farbe ist nun so weit aufgeweicht,
dass sie mit Leichtigkcit rnit Seifenwasscr ausgewaschen werden
kann. Steinhart vertrocknete Pinsel wurden durch dieses Verfahren wieder brauchbar gemacht. (Dingl.po2yt.Joiciul. Bd. 150.) B.
__-
Elfenbein zu ferben.
Lasst man Elfenbein in einer Mischung VOU 6 Loth Salpeterbliure nnd 15 Loth Flusswasser 3 bis 4 Tage liegen, so wird es so
weich, dass man es mit den Fingern driicken kann. In diesem
wciclien Znstande kaun man das Elfenbein mit alkoholischen L6sungcn von Farbstoffen firben, indem man dasselbe einfach in den
gehiirig gefiirbten Spiritus wirft, und es. so lange darin Iasst, bis
es dunkel genug gefirbt ist. Nach dem FLrhen ninimt man cs
hcraus und formt es. Um es hinterher wieder zu harten, wickelt
man es in einen Bogen wcisscs Papier, bedeckt es mit trocknem
zerknistertem (durch Feuer vom Wasser befreiten) Kochsalze, und
1:isst es so 24 Stunden liegen, dann hat es seine urspriingliche
I k t e wieder erlangt. (Polyt. Centralhalle. 33 58.)
Ukb.
Reinigen von Glasern und Schalen.
Nach Prof. C. B r u n n e r befeuchtet man die zu reinigenden
Stcllcri in GlPsern und Schalen, welche alleu anderen Reinigungsund iluflosun smitteln widerstehen, mit concentrirter SchwefelsIure,
streut hierauf zcrriebenes doppelt - chromsaures Kali auf die Saure
und lPsst den Gegenstand einige Stunden an einem mjissig warmen
Orte steben. Alle organischen Stoffe werden hierdurch zerstiirt
unter Bildune von schwefelsaurem Chromoxvd. welches nebst der
noch iibrige; Saure durch Wssser entferne wird. (Dingl. polyt.
J o z ~ r n .B d . 150 )
B.
Verfahren zur Verhindeiung der Steinbildung in Dampfkesseln.
W. E. N e w t o n liess sich zu diesem Zwecke folgeude Anwendungsart dea Catechu vom 13. Juli 1857 als Mittheilung in England patentiren. I n einem Dampfkessel von 100 Pferdekriiften
giebt man beilaufig ' / a Pfund Catechu, und l L s t es darin, bie dae
Wasser eine helle riithlich- braune Farbe angenommen hat; man
erhalt dae Wssser beilaufig eine Woche Iang so nahe als maglich
Vereinszeitting.
240
auf dieser Firbung dadurch, dass man tiiglich kleine Stuckehen
von Catechu zugiebt. So lange als das Wasser die Farbe behiilt,
kanu sich an den Seiten dcs Kessels keine Kruste anhaufen, und
der Kessel vollkommen rein bleiben. Man braucht nicht mehr
Catechu anzuwenden, als gerade hinreieht, um das Wasser hell
rothlich-braun zu fiirben. Wendet man dae Catechu in dersclben
Quantitat an, in welcher sich schon eine Kruste von einiger Dieke
angesetet hat, so wird die Kruste so zertheilt, dass sich der Stein
von den Seiten des Kessels ablost und als Schlamm am Uoden
desselben sammelt, daher dureh den Ausblasehahn leicht weggewaschen werden kann. (Re ert. of Patent. Invent. 1858. - Dingl.
polyt. Joztrn. 1858. Bd.148. &eft 4.)
Bkb.
Asbest oder SteinJacAs im Gouvemement Perm.
Unter den Producten des Mineralreiches, an welchen der Kreis
Newjensk so reich ist, nimmt der Asbest oder der sogenannte
Steinflachs nicht die letzte Stelle ein. Die erste Entdeekung von
Asbest in Newjensk erfolgte im Jahre 1720, das ist 22 Jahre nach
Griindung des Rawod. Auf Anordnung Nikita Demidow's, des damaligen Besitzers von Newjensk, wurde sogleich zur Bearbeitung
dieses Materials geschritten und mit solchem Erfolge, dass man
sehon damals verschiedene degenstande daraus zu fertigen begann.
Eine von Demidow Peter dem Grossen vorgelegte Probe von Leinwand aus Newjensker Asbest erregte die Aufmerksamkeit des Monarchen, und das kaiserliehe Bergcollegium erliesv an Demidow den
Befehl, ein Stuck von der unverbrennliehen Leinwand einzuschicken,
so wie dsriiber zu berichten, wo der Stein-sich vorfinde, aus welcheni diese Leinwand bereitet worden, und ob er in bcdeutenden
Quantitiiten angetroffen werde. P a l l a s , der im Jahre 1770 den
Ural besuchte, sah noch die Arbeiteii, die auf Veranstaltung Iihiefi
Demidow's im Asbest-Berge vorgenommen worden waren, und fand
in Newjensk eine alte Frau, welehe aus Steinflachs Leinwand zu
weben, Handsehuhe zu stricken und Papier zu machen verstand.
Heutzutage beschaftigt sich Niemand mehr rnit dieser Fabrikation,
und es ist nur wenigen Bewohnern von Newjensk bekannt, dass
sie noeh im vorigen Jahrhundert hier gcbliiht hat.
Das bei der Bearbeitung des Steinflaehses gebriiuchliehe Verfahren ist sich nicht immer gleich. In Newjensk war der Process
ausserst einfach, nachdem man den Asbest gewonnen, zerschlug
man ihn rnit einem Hammer und trennte ihn rnit der Hand in
Schiehten, kiimrnte die hcrausgezogenen Fasern rnit hijlzernen Kammen, uud spann und webte sie dann wie gewohnlichen Flachs.
Ueber die BearbeituDg des in den Pyrenaen gefundenen Asbest
sagt C i n a b i n i , dass man, um zum Spinnen brauchbares Material
zu erhalten, die Ssbeststeine eine Zeit Iang in siedendes Wasser
legt; im Wasser werden sie zerknetet und zerrupft, bis sie weieh
werden, die nothige Weisse erlangen, und das Wasser eine Milchfarbe annimnit. Hierauf werden die zuruckbleibenden Asbestfasern
aus dem Wasser genommen; man spinnt sie in Verbindung mit
Flachsfiden, und webt daraus Leinwand, die, um die Flachsfiden
auszubrennen, und ihr eine grijssere Weisse zu gebeu, endlich in
den Ofen geworfen wird").
*) De lino incambutibili.
Romae 1691.
260
Ve'el.einezeitung.
Im Alterthume bildete die Bearbeitung des Asbest einen bedeutenden Industriezweig, allein der dabei angewandte Process ist
verloren gegangen. Unter den vom Herrn 0 g 1o b 1i n dem statistischen Cornit6 vorgelegten Proben des im Newjensker Kreise gefnndenen Asbest ist die grijsste ein mit Serpentin verwachsenes S t i c k
von einer halben Arschin Liinge. Dieses Stuck wurde 1Q Werst
nordwestlich von Newjensk, am siidlichen Abhange des Liddenberges (Lipoweje go&) zu Tage gefordert. Das Gestein, aus welchem dieser Ber besteht, ist Serpentin. (Eman's Archiv. - A w Bkb.
land. No. 19. 18if8. S.456.)
Manillahnnf.
Der Manillahanf ist nicht nur ein Artikel von besoiiderem
Interesse fur den philippinischen Indier, ein Artikel von grossem
Interesse fur jedes Manilla -Exportationsgeschaft, ein Artikel von
Wichtigkeit f i r vielc New Yorker und Londoner HandlnngshHuser,
sondern er ist es aqch ganz besonders f i r jcden mit der Zeit vorwarts schreitenden Industriellen, sowohl in Amerika wie in Europa.
Nichts desto weniger scheint man doch in Europa noch nicht iiberall zu wissen, von welcher Pflanze dieser Hanf eigentlich stammt.
Die Manillnhanfpflanze ist die Musa Troglodytarmm tmtoria, eine
Abart der Musa pnradisiaca oder Platano, wie sie die Spanier,
Banana, wie sie die Portugiesen heissen, die in der Schweiz, Deutschland, England U.S.W. nur in Hausern gezogen wird und des zu
kalten Klimae wegen sicher nie im Freien fortkommen wiirde. I n
Manilla nennt man die Pflanze sowohl, wie den von ihr gewonnenen Hanf Abaca, und so zu sagen jeder Indier kennt wenigstens
diesen Namen, wenn er such die Pflanze an sich nicht von den
vielen Varietaten der Mwau zu unterscheiden vermag. Sie wachst
auf den Phillippinen fast iiberall wild, wird aber i n einigen Provinzen, wo die Pflanze hanptsachlich vorkommt, daa Erdreich also
besonders fiir sie passen muss, nnd wo sich die Bevolkerung nur
init der Gewinnung des Hanfes beschiiftigt, noch besonders cultivirt.
Die jungen Pflanzen werden etwa 8 Fuss weit aus einauder esetzt
und ohne weitere Pflege kann nach etwa zwei Jahren der gtamm
fur Hanf benutzt werden und schon nach dem ersten Jahre kommen am Fusse neue Sprosslinge, 4 bis 8 an Zahl, ans der Erde
liervor, die zum Theil wieder als Sprosslinge benutzt werden, meistens aber stehen bleiben, um den bald zur Reife kommenden
iilteren Stamm zu ersetzen. 1st somit eine grossere Anflanzung
einmal beendigt, so kann nach zwei Jahren fortwahrend nur geerntet werden nnd erst nach zehn bis zwolf Jahren, wenn daa ganze
Fcld beinahe zur Wildnisa geworden, ist dasselbe von Ncuem wieder regelmbsig zu besetzen. Der Stamm wird 9 bis 12 Fuss hoch
und etwa 6 Zoll im Durchmesser, treibt an 8 Fuss lange und bis
l I / z Fuss breite, gewohnlich sehr dunkelgriine Bliitter; die Frucht
ist kleiner als eiue gewohnliche Banane, wird nie 80 schon gelb
und ist nie so schmackhaft, wird daher beim Ueberfluss der besseren Sorten selten gegessen. Um den Hanf zu gewinnen, wird der
Stamm umgeschnitten, sobald der Fruchtkolben znm Vorschein
kommt; dann werden die machtigen Blatter, die den Biiffeln zum
Futter dienen, entfernt, und der Stamm bleibt etwa 3 Tnge im
Freien der Fermentation iiberlassen ; nachdem wird derselbe, so
wie ibn die Blatter gebildet, in Stiicken geschiilt und diese werden
T7ereinszeitun.g.
251
dann- zwischen nicht zu scharfen Eisen untcr einem gehorigen
Druck durchgezogen, um den durch dic Fermentation ziemlich
murbe gcwordenen Bast von den zum Vorschein kommenden Hanffasern zu entfeinen; erscheinen solche nicht rein genug, dann werden sie noch ein oder zwei Ma1 durchgczogen, an die Sonne gelegt
und getrocknet. Von dieser Operation liHngt die Liinge, die mehr
odcr weniger feine weisse und reine QualitPt der Fasern ab, eine
geubte Hand liefert 8 bis 10 Fuss langen Hauf. Bleibt der Stamm
zu lange unbearheitet ain Boden liegen, so wirkt der darin enthalteue Saft zu sehr auf die Faaer, Wrbt diese briiunlich und benimmt ihr zurn Theil die Festigkeit. U m somit eine sehone weisse
und feste Waare zu erhalten, ist rechtzeitige gehorige Hcarbeitung
und eine helle Sonne, die schnell trocknet, crforderlich. So bcarbcitct uiid meistens nur fluchtig in Hiindel gebunden, kommt dcr
Hanf yon den verschiedenen Gegenden auf kleineren und grosscrcn
Schiffen ziim Verkauf nach Manilla. Am mcisten licfert Albay,
sudlichster Theil der Insel Luzon, dann die Inseln Zebu und Negros
und kommen jahrlich wohl an 450,000 Ctr. an den Markt, die ein
Capital von etwa 13 Millionen Franken beanspruchen. Von diesen
450,000 Centnern werden etwa 280,000 nach den Vcreinigten Staaten,
etwa 120,000 Centner nach England versandt uud ctwa 50,000Centncr in hlanilla zu Schiffstaucn verarbeitet, die theils nach China,
Singapore, Australien und Californien ausgefiihrt werden. Hauptskchlich wird diescr Hanf ZUT Taufahrikation benutzt. Die Indier
dcr I'roductionsorte stossen den Hanf, um feinere Fasern zu bekommcn, in einem holzernen Morser, und verarbeiten diese zu
verschiedenen Gcgenstanden, meistens fur cigenen Gebrauch. Im
Exportationshandel kommt auch ein Artikcl, Sacuran,es genannt,
vor, eine Art steifes Futterzcug fur hmcnkleider, das hauptsiichlich nach Amerika gcht. I n Europa werden bereits schone I)amast,e
und andere Luxusartikel von Hauf fabricirt; in der Schweiz wurde
cr in Stroharbeiten anstatt Pferdchaar benutzt; in Frankreich
werden V(.rsuche gemacht, die feinsten Fasern mit Seide zu verwebcn. Jedenfalls wird der Mauillahanf immer mehr an Wichtigkeit gewinnen, vorzuglich dann wenn cs gelingen sollte, wie sich
diese Pflanzenfaser, gleich dem europaischen Hanf, spinnen, firben
und weben Iasst. (J.C. Labbart in der Vierteljahrschr. der Nuturforscher-Gesellsch.in Ziirich. III.)
n.
Il'eues Verfuhren zum Reinigen d e r Oele.
Ein neues Verfahrcti, die BrennSle zu reinigen, liefert ausgezeichnete Producte und grundet sich auf unvollkommene Verseifung der Ode. Man behandclt dieselben mit so vie1 Aetzkali
oder Aetznatron, dass dasselbe nnr einigc Procente des Oels zu
verseifen vermag ; dabci modificirt das Alkali die fremdartigen
Substanzcn und macht sie im Oel unanfloslich. Dieses ist nach
dem Filtriren zum Brennen in Lampcn geeignct; die verseiften
Ruckstiinde benutzt man zur Anfertigung weicher Seifcn. In la
Vilette bei Paris reinigt man das Oel mittelst Filtrirens durch
eine entfarbende Schieferkohle. (CentralhaUe. 33. 1858.) Ukb.
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