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Der Tabak als Vehikel fUr Medikamente und Gifte.

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Der Tabak als Vehikel fur Medikamente und Gifte
181
stimmung des Drehungsvermogens der wasserigen Pflanzenextrakts
losungen vor und nach dem Zusatz von Invertin nach. Aus der gleicb
zeitigen gewichtsanalytischen Bestimmung der Differenz des redur
zierend wirkenden Zuckers schloB er mit Bestimmtheit auf die An6
wesenheit von Rohrzucker. Hier wurden nur die optischen Verhalti
nisse festgestellt. Das optische Verhalten vor und nach der Inversion
laat auf die Anwesenheit von Rohrzucker schliefien, andere spaltbare
Zucker (wie Raffinose, Gentianose, Stachyose) wurden die Drehung
in anderer Weise beeinflufit haben.
Zur Spaltung des Glucosids wurden sodann 100 ccm der invertins
haltigen Losung aufgekocht, abgekuhlt und mit 0.5 g Emulsin versetzt,
wahrend die restlichen 100 ccm der invertierten Losung als Vergleichss
losung dienten. Nach 14tagiger Einwirkung bei 20° und Klarung mit
Bleiessig wurde von neuem das Drehungsvermogen bestimmt. Es war
gegeniiber der invertierten Losung eine Drehungsanderung nach rechts
von 0.6O eingetreten.
B o u r q u e 1o t und H C r i s s e y beobachteten unter dem EinfluB
von Emulsin bei dem am 9. Mai gesammelten Material eine Drehungss
anderung von 3 O 54’. Im August gesammeltes Material ergibt dagegen
nur eine Drehungsanderung von 0.6O.
Gegenuber dem Fruhjahr ist also nur ungefahr der 6 . Teil des
CumarinsGlucosids gefunden worden.
Die mit Emulsin versetzte Losung nahm im Laufe der Enzyms
wirkung eine braune bis schwarze Farbung an, und es trat starkerer
Cumaringeruch auf. Nach Beendigung der Emulsineinwirkung wurden
50 ccm mit der gleichen Menge Wasser verdunnt und die Halfte der
Fliissigkeit abdestilliert. Das Destillat, mit Ather ausgeschuttelt, ers
gab nach Verdampfung des Athers in Nadeln kristallisierendes
Cumarin. Aus der urspriinglichen Losung konnte nach dem gleichen
Verfahren Cumarin nicht erhalten werden.
Freies Cumarin ist durch den Geruch im Herbstkraut noch ers
kennbar, die Mengen sind aber so klein, da8 es im Destillat durch
Kristallbildung nicht nachgewiesen werden kann.
70. Fr. Lickint, Dresden:
Der Tabak als Vehikel fur Medikamente und Gifte.
Eingegangen am 7. Februar 1925.
In dem Bestreben, Medikamente so angenehm wie moglich zu
verabreichen, und Gifte so unauffallig beizubringen, daB keinedei
Verdacht erweckt werden kann, ist schon von verschiedeneii Seiten
der Tabak in seinen einzelnen Gebrauchsformen, gewisserma8en :ils
Corrigens, herangezogen worden. In manchen Fallen ist allerdings
der Tabak auch ganzlich unbeabsichtigt der Trager von Giften gea
worden, wie z. B. fur das Blei, wovon spater gesprochen werden soll.
Nicht unerwahnt will ich ebenso lassen, daB in den alten Arzneis
verordnungen, in denen der Tabak an sich noch ungerechtfertigters
182
Fr. L i c k i n t
weise eine sehr grof3e Rolle spielte, auch eine ganz betrachtliche ikns
zahl von Kombinationen zwischen Tabak und den verschiedensten
Heilmitteln aufgefuhrt und gelobt wurde, sei es als Infus, als Pulwr,
als Pilaster oder als Rauchmittel.
Nun zum eigentlichen Thema. Das A r s e n hatte man schoii in
der Mitte des vorigen Jahrhunderts als ,,Cigarettes arsenicales" an
den Tabak zu binden versucht und die Wirkung sehr geruhmt.
L a R u e ') teilte damals z. B. einen Fall mit, wo ein Schwindsuchtiger
Dosen von 0.1-0.3 g Arsen 6-43 Wochen lang zum Teil mit Tabak
rauchte, ohne Nebenwirkungen aufzuweisen. Ob in den ,,Arseniks
zigarren", die T r o u s s e a u z, bei Asthma bronchiale empfahl, iiber:
haupt Tabak enthalten war, muD. nach der uberlieferten Vorschrift
sehr zweifelhaft erscheinen. Die Vorschrift lautete: ,,Mit einer
Losung von 1 g Kalium arsenicosum in 15 g destilliertem Wasser wird
ein Blatt ungeleimten Papiers durchtrankt, dann getrocknet und in
20 Teile gleichgeschnitten, von' denen ein jeder 0.05 g des Salzes
cnthalt. Die einzelnen Papierstucke werden in Zigarettenforrn
zusammengerollt. Der Kranke lafit, nachdem er sie angezundet,
den Rauch davon durch eine langsame Inspiration bis in die:
Bronchien eindringen. Man sol1 nicht mehr als 8-10 Ziige, einmal
am Tage, tun."
Wissenschaftlich naher erforscht wurde die Frage der Arsens
aufnahme durch Rauch, als in einem ProzeB der Priester Maineri
angeschuldigt worden war, den Priester Bottero mit arseniger Saure
vergiftet zu haben, wobei man vornehmlich an eine Applikation
mittels Zigarren dachte. B u n s e n 3 ) stellte fest, dafs z. B. eine
77.76 Gran (ca. 4.67 g) wiegende Bremer Zigarre 2.33 Gran (ca. 0.14 g)
gelosten weiDen Arsenik aufnehmen konnte, daB also theoretisch cine
Vergiftung mit Arsen moglich sei. Doch beobachtete G. d e
C l a u b r y 4 ) , da8 bei weitem der groBte Teil des Arsens bei der
Verbrennung in der Asche zuruckbleibt und nur ein kleiner Teil in
den Rauch ubergeht. F. M u 1t e d o s, und seine Mitarbeiter fanden,
dai3 die Vergiftung am leichtesten moglich sei, wenn die Zigarre :!m
Mundende ganz fein pulverisierte arsenige Saure enthielte, die durch
Vermittlung eines kleinen Loches in den Mund ubergehen und sich
dort mit dem Speichel vermischen konne. Wird eine Zigarre mit
0.15 g arsenige Saure impragniert, so entwickelt sich nach den Bes
obachtungen von G. d e C 1 a u b r y ,E ein so deutlicher arsenikalischer
Geruch, daR der Rauchende auf die Gefahr, in der er schwebt, aufs
merksam werden muB. Der knoblauchartige Geruch uberdecke jeden
anderen. Diese Tatsachen mogen wohl der Grund sein dafur, daD
dem Arsen im spateren Verlaufe der Jahre fast kaum groi3ere Be:
achtung geschenkt worden ist. Spurenweises, normales Vorkomrnen
I)
L a R u e , Boston med. and surgic. Journal, 439, (1866).
*) T r o u s s e a u , Mediz. Klinik des HGtelsDieu in Paris, ubers. vcm
c u 1 m a n n , Wiirzburg, 1868.
B u n s e n , Vierteljahrsschrift f. gerichtl. Medizin, Bd. XI, S. 33.
d e C 1 a u b r y , Annal. d'Hyg., Januar 1856.
s, F. M u l t e d o , L. A g e n o u. R. G r a n a r a , Annal. univers.,
Oktober 18.56.
0 ) G. d e C 1 a u b r y , Annal. d'Hyg., Januar 1856.
3)
") G .
Der Tabak als Vehikel fur Medikamente und Gifte
183
von Arsen im Tabak ist naturlich durchaus denkbar, teils durch
den evtl. Arsengehalt des Erdbodens, der Dungemittel und schlicfis
lich auch der Tabakbeizen und ssaucen. So hat z. B. K. B o e n i n g ')
Arsen in geringen Mengen im Tabak nachweisen konnen.
Beziiglich der B l a u s a u r e sagt G. d e C l a u b r y * ) , daf3 eine
Zigarre, der man 0.5 g HCN zugefugt hat, ohne erhebliche Nachteile
geraucht werden kann, wenn sie vorher 15 Std. an einem warmen
Orte gelegen hat. Ein einziger Zug jedoch aus der frisch bereiteten
Zigarre sol1 todlich wirken. Zu bemerken sei aber, da8 ein SO
zugerichteter Tabak einen derartig intensiven Geruch nach bitteren
Mandeln verbreite, da8 eine absichtliche Vergiftung nur bei grof3er
Unachtsamkeit des Rauchenden denkbar ware. Von Bedeutung ist
meines Erachtens bei der Entscheidung dieser Frage zweifellos die
Tatsache, dafi aus jedem Tabak beim Rauchen durch trockene Destib
lation der in ihm enthaltenen Proteine Cyanverbindungen entstehen,
die dann normalerweise im menschlichen Organismus in das ungiftige
Rhodan verwandelt und im Speichel ausgeschieden werden
(L i c k i n t
Ich mochte es nun fur sehr wahrscheinlich halten,
dai3 eine absichtliche Zufugung von HCN zu der bereits vorhandenen
in wohlabgewogenen Mengen doch ohne irgendwelche auffalligere
Geruchswahrnehmung vom Raucher aufgenommen und dabei
genugend Schaden, wenn .nicht gar der Tod herbeigefuhrt werden
konnte.
Das B 1 e i hatten wir eingangs erwahnt. Es spielte vor allem vor
dem Verbot der Verwendung von Bleifolien zur Verpackung von
Schnupftabak eine grol3e Rolle, und zahlreiche Vergiftungsfalle finden
sich in der Literatur. Ich erwahne nur den Fall, den G e r h a r d t
und S t o c k e r lo>
berichteten. Ein Mann erkrankte unter alls
gemeinem Marasmus, Bleisaum, Abmagerung der Oberarme, Extcii:
sorenlahmung mit volliger Aufhebung der elektrischen Erregbar:
keit u. a. m. Es stellte sich bei naheren Nachforschungen heraus, daA
dieser Mann seit etwa 10 Jahren monatlich zirka 1 Pfund Schnupfs
tabak konsumiert hatte, der 3'/0 Blei, aus den verzinnten Bleifolien der
Veypackung stammend, enthielt. Der Fabrikant wurde mit acht Tagen
Grfangnis bestraft. Ubrigens hat M e y e r
auch einmal die TabakG
saucen, die bei der fabrikmafiigen Bearbeitung der Tabakblatter eine
Kolle spielen, bleihaltig gefunden und dadurch bedingt mehrere Lah:
mungen beobachtet. Eine Beimengung von C h 1o r a 1h y d r a t zu
Schnupftabak gab J. Z a n i l ' ) an. Er wandte dieses Mittel bei
Geisteskranken an, welche stark schnupften, und will dadurch eine
immerhin beruhigende, wenn auch keine hypnotische Wirkung crzielt
haben. Bemerken mochte ich hierzu noch aus der Pharmakologie,
da8 nach W i n t e r b e r g
bei kleineren Dosen von Nicotin das
Chloralhydrat als Antagonist wirkt.
7)
8)
0)
10)
11)
12)
13)
K. B o e n i n g , ChemikerZeitung, 183 (1905).
G. d e C 1 a u b r y , Annal. d'Hyg., Januar 1856.
F. L i c k i n t , Zeitschr. f. klin. Medizin, 100, 5, 543-563 (1924).
G e r h a r d t u. S t o c k e r , Arztl. Mitteilung. v. Baden, 32, 21.
M e y e r , 32. Versammlung d. Naturf. u. Arzte, Wien.
J. Z a n i t Bullet. d. Scienze medic. di Bologna, April 1870.
W i n t e r b e r g , Arch. f. exp. Pathol. u. Pharm., 43, -200 (1900).
184
Fr. L i c k i n t
Eine ziemliche Bedeutung besafi vor langerer Zeit die Imprags
nierung von Tabak mit J o d , die von den Franzosen C h a r t r o u 1e
und B e r t o n i 4 ) empfohlen worden war. So brachte eine Firma
E c k a r t & Co. in Frankfurt a. M. ,,Jodzigaretten" in den Handel,
in deren Rauch nach J. L 6 w e Is) ' / l o g Jod enthalten war. In den
sogenannten ,,Pariser Jodzigaretten" f and derselbe 0.038 g. Selbst
ein besonders konstruierter Apparat zum Rauchen der Jodzigarren
gegen Lungenschwindsucht wurde seinerzeit
als Jodometer" angeg
priesen. Die Bereitung der Jodzigarren geschah in folgenden Weisen:
Entweder bestrich man die Zigarre mit einer Auflosung von Jod in
Alkohol oder man setzte Zigarren in einem Gehause der Einwirkung
von Jod. und Wasserdampfen aus. Wahrend nun K 1 e t z i n s k y 17)
das Jod im Rauch, im Speichel und nach einer halben Stunde bereits
im Urin nachweisen konntc, erklarte spater J. R o t t m a n n e r Is) die
Wirkung des Jodes fur illusorisch, da das Jod beim Brennen der
Zigarre an das Alkali des Tabaks trate und sich Jodkalium bilde, das
aber in der Asche zuruckbleibt. Im Rauch fand er keine Spur.
Bezuglich der Vergiftungsmoglichkeiten mit Q u e c k s i 1 b e r
gibt G. d e C 1 a u b r y I,)an, daB sich bei Einbringung von Quecki
silberchlorid in den Tabak im Rauche Quecksilberchloriir finde, in
der Asche nichts. Nach 1-2 Zugen wurde man eine derartige Beis
mengung an dem unangenehmen metallischen Geschmack und einer
ganz eigentumlichen Empfindung im Munde erkennen, jedoch so
schon einigermaaen gefahrdet sein. Ob die Erzeugung von Quecks
silberdampfen auf die gleiche Weise ofter auch fur therapeutische
Zwecke angewandt worden ist, weifi ich nicht zu sagen. Mir ist nur
eine Mitteilung von P a g e n s t e c h e r *O) bekannt, der in den
Papieren seines Grofivaters aus dem Jahre 1820 die -4nweisung fand,
syphilitische Geschwure der Nase durch Rauchen Hgsgetrankten
Tabaks zu heilen. Er empfahl hierzu 1--2 Drachmen (3s/a-i'1/2
g)
Zinnober auf ein Viertelpfund Tabak oder 3-4 Gran (0.18-0.24 g)
auf eine Zigarre. Der Zinnober wurde mit Wasser aufgeriihrt, der
Tabak damit angefeuchtet und nach dem. Trocknen geraucht. Der
Geschmack und die Heilwirkung sollen gut gewesen sein. Nach den
heutigen Anschauungen allerdings ware eine Applikation von Hg bci
Lues durch Tabakrauchen geradezu kontraindiziert, wenn wir z. B.
bei G. S c h e r b e r 21), ahnlich wie bei mehreren anderen Autoren,
lesen, ,,dafi die grofie Mehrzahl der Zungencarcinome aus der so5
genannten luetischen Leukoplakie der Zunge hervorgeht und dafi zur
Entwicklung dieser ursachlichen Leukoplakie zwei Momente gehoren:
vor allem die luetische Infektion und dann ein auf3eres Reizmoment,
das vor allem durch bestandiges und intensives Rauchen gegeben ist."
C h a r t r o u l e u. B e r t o n , zit. b. P l e t z i n s k y (s. Note 17).
J. L u w e , Wien. med. Wochenschr., 20 (1857).
16) G a z. d e s H 6 p , 2, 14 (1851).
1 7 ) K 1 e t z i n s k y , Wien. mcd. Wochenschr., 39 (1851).
I*)J. R o t t m a n n e r , Archiv d. Pharm., 89, 2, 170.
19) G. d e C 1 a u b r y , Annal. dHyg., Jnnuar 1856.
20)
P a g e n s t e c h e r , Dermatol. Zeitung, 420 (1912).
21) G. S c h e r b e r , Medizin. Klinik, Nr. 49/50 (1924).
14)
16)
Der Tab& als Vehikel fur Medikamente und Gifte
185
DaD man das Alkaloid Nicotin fruher gern als Sublimatdoppell
salz, vor allem bei chronischen Dermatosen (H e b r a 22) gab, will
ich nicht unerwahnt lassen.
Eine besonders aktuelle ,Frage stellt die Beimengung von 0 p i u m
zum Tabak dar. Namentlich in der Nachkriegszeit waren englische
,,Opiumzigaretten" nach Deutschland gekommen, die einen ziemlich
groBen Abnehmerkreis fanden. U t z *s), der ubrigens uber diese
Frage die Literatur zusammengestellt hat, beobachtete, daB beim langr
samen Rauchen von Zigaretten, denen er 0.02 g Morphium zugesetzt
hatte, nur Spuren von unzersetztem Morphin aufgenommen und beim
raschen Rauchen sogar alles Morphin zersetzt wurde. H. T h o m s 9
hat Untersuchungen an englischen angeblich Opium enthaltenden Zir
garetten angestellt und den Morphinnachweis nicht erbringen konnen.
Er fand bei seinen eingehenden Untersuchungen jedoch ein Basen:
gemisch, vielleicht durch Aufspaltung des Nicotins oder seiner
Nebenbasen entstanden, das einige fur Morphium bekannte Reaktior
nen ergab und das wahrscheinlich die Ursache des Verdachts auf den
,,Opiumgehalt" war. Die stark betaubende Wirkung solcher Zigaretten
fiihrt er lediglich auf den hohen Nicotingehalt dieses Tabaks zuru2k.
O b sich die verschiedenen Zeitungsnotizen, n w h denen Leute mittels
angeblich opiumhaltiger Zigaretten bewuBtlos gemacht und beraubt
wurden, auf solche Weise erklaren lassen, ist meines Erachtens viel:
leicht nicht ausgeschlossen, namentlich wenn es sich um Anfanger
oder schwache Raucher handelt. Soweit nun diese Geruchte uberl
haupt auf Wahrheit beruhen, ware es wohl nicht ganz auszuschliefien,
da8 es sich auch um andere Giftbeimengungen gehandelt haben kann,
wie z. B. Blausaure.
Ein Alkaloid, daB ofter mit dem Tabak vermischt verabreicht
wird, entstanimt den Blattern des S t e c h a p f e 1 s (Datura stramos
nium). Dieses Gemisch wird seit altersher als Heilmittel fur Asthma
bronchiale angewandt, in Form sogenannter ,,Asthmazigarctten".
Gewi8 ist diese Art der Applikation manchem Patienten nicht
unsympathisch, doch scheint es mir empfehlenswerter, das Stechapfels
kraut allein, vielleicht mit Kalium nitricum, auf einem Teller zu ver:
brennen und den Dampf in Form der gewohnlichen ,,Raucherpulver"
einatmen zu lassen. Ich glaube, daB das im Tabak enthaltene Nicotin
kaum geeignet ist. die bronchialkrampflosende Wirkung des Datura
stramonium zu steigern, sondern eher abzuschwachen. Broncho:
dilatatorisch wirkt Nicotin im Tierversuch bekanntlich nur in
groBeren Dosen, wahrend die in einer oder zwei Zigaretten in Be5
tracht kommenden geringeren Mengen nach pharmakologischen Err
fahrungen eher konstriktorisch wirken ( B r o d i e u. D i x o n 26)
H. L o h r ,) u. a.). AuBerdem ist eine gewisse Vorsicht geboten, da
22)
23)
24)
25)
26)
H e b r a , Wiener Zeitschr. d. Arzte, 8, 1.
U t z , Pharm. Zentralhalle, 61, 1 - 4 (1920).
H. T h o m s , Berichte d. Deutsch. Pharm. Ges. 30, 6, 366-376 (1920).
B r o d i e u. D i x o n , Journ. of physiol., 30, 476.
H. L o h r , Verh. d. Deutsch. Gesellsch. f. inn. Medizin, 279 (1924).
186
G. L. D s c h u
der Tabak sicher in den idiosynkratischen Fallen von Asthma einc
Rolle spielt (L e n h a r t z %').
Andere Zusatze zum Tabak, wie Menthol, Lakritzensaft, Saccharin
kommen fur unsere Betrachtungen nicht in Frage, da diese nicht urn
ihrer selbst willen, sondern nur zur Verdeckung irgendwelcher unan:
genehmer Erscheinungen oder zur Milderung von beizendem Tabaks
geschmack beigefiigt werden.
71. G. L. Dschu:
Uber den chinesischen Talg.
(Aus dem PharmazeutischsChemischen Institut der Universitat Gottingen.)
Eingegangen am 6. Miirz 1925.
Der in China, Aperika und Europa zur Kerzens und Seifens
bereitung gebrauchte, sogenannte chinesische Talg wird nach der vors
handenen Literatur als von mehreren .Pflanzen verschiedener Arten
stammend angesehenl). Wieweit das zutrifft, kann ich nicht mit Sichers
heit sagen. Jedenfalls wird in meiner engeren Heimat (Chekiang,
Ostchina) der Pflanzentalg nur aus einer Pflanze, aus den Samen von
Sapium sebiferum, einer Euphorbiacee, gewonnen. Eine Probe dieses
Talges habe ich hier auf Veranlassung von Herrn Professor F e i s t
einer Untersuchung unterworfen.
Das Dreifache der natiirlichen Gro8e
Figur 1
Fiyur 2
Die Pflanze ist ein strauchartiger Baum, der 3-5 Meter hoch wird,
Je nach den klimatischen Verhaltnissen und der Bodenbeschaffenheit
ist eine kleinere und eine groi3ere Art bekannt. Die Pflanze bluht
27)
(1899).
L e n h a r t z , Handb. d. prakt. Med., v. Ebstein u. Schwalbe, 1, 157
I ) M a s k e l y n e , J. pr. Ch., 65, 287 (1855). D e N e g r i u. G. S b u r s
1 a t i , Chem.Ztg. 21, 5 (1897). H o b e i n , Forschungsberichte Lebensrnittel
(1895).
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