close

Вход

Забыли?

вход по аккаунту

?

Die Absorptionsspektren arzneilich verwendeter Sulfonamidderivate.

код для вставкиСкачать
Untersuchungen in der Keihe der Isochinoline
255
Das C h 1 o r o p 1 a t i n a t wurde als kanariengelber Niederschlag crhalten. Er schmolz nicht, sondern zersetzte sich bei etwa 2900.
0.24933 g: 0.06057 g Pt.
C25HIR02NZ.
H,PtOl,. Ber.: P t 24.77%. Gef.: P t 24.3%.
Die Analysen dieser Salze zdgen, daB ,die Base zweisaurig ist.
Das P i k r a t kristallisierte aus Azeton und Alkohol in harten Prismen.
Schmp. 2110 (rmter Zersetaung).
Das J o d m e t h y 1 a t , hergestelk durch Erhitzen der Komponenten in
einer verschlossenen Flasche bei 1000, kristallisierte aus heiBem Alkohol in
gelben Nadeln vom Schmp. 2860 (unter Zersetzung).
0.0923 g: 0.04066 g AgJ.
C,,H,,O,N,.CH,J.
Ber.: J 24.40%. Gef.: J 23.81%.
Die Base scheint nur das Mono-Jodmethylrat zu bilden.
Z u s a m m e n f a s s u n g.
Eine neue Serie von Isochinolinen mit einem Chinolinring a m
1-C-Atom ist hergestellt worden. Es sind farblose kristalline Basen,
die mit Mineralsauren tiefgelbe Salze bilden. Die 2'-Chinolyl-Isochinoline bilden nur bestandige Monochlorhydrate, wahrend die 4'-Chinolyl-Isochinoline die erwarteten Dichlorhydrate ergaben. Die Erf orschung der Reduktionsprodukte dieser Verbindungen und ihrer
therapeutischen Eigenschaften wird fortgesetzt.
9i8.
Horst Bohme und Joacbim Wagner:
Die Absorptionsspektren arzneilich verwendeter Sulfonamidderivate.
(Aus dem Pharmazeutischen Institut der Universitat
und der Chemischen Untersuchungsstelile des Hauptsanitatsparks Berlin.)
Eingegangen a m 16. April 1942.
Unter der groBen Zahl der bisher bekannten Chemotherapeutika
nehmen die von D o m a g k I ) in die Therapie eingefuhrten Sulfonamidderivat.e insofern eine besondere Stellung ein, als sie sich zur
Bekampfung bakterieller Infektionen hervorragend bewahrt haben.
Auf Gmnd dieser Eigenschaft sind in dem kurzen Zeitraum seit Einfiihrung des Prontosils. des ersten Praparates dieser Klasse, eine sehr
groBe Zahl der verschiedensten Sulfonamidderivate dargestellt worI) Vgl. G. D o ~ m
a.g k und C. H e 8 g1 e r , Chemotherapie bakterieller
Infektionen, Leipzig 1940.
H o r s t B o h m e und J o a c h i m W a g n e r
256
den, und ein Ende dieser Entwicklung ist vorerst noch nicht abzusehen.
Es fehlt nun bisher an einer spezifischen analytischen Methode
zum Nachweis oder zur quantitativen Bestimmung dieser Verbindungen. Die bis jetzt beschriebenen Verfahren') wurden im allgemeinen fur medizinisch interessante Fragestelhngen ausgearbeitet,
z. B. nach Verbleib, Ausscheidung und Verteilung der Sulfonamide
im Korper, und beruhen bei den gefarbten Derivaten auf einer direkten kolorimetxischen Messung, wahrend die ungefarbten an der
in ihnen meist enthaltenen Aminogruppe diazotiert und in einen
Farbstoff uberfuhrt wenden, der dann kolorimetrisch bestimmt wird.
Letztere Methode ist selbstverstandlich fur die genannten Zwecke
recht geeignet und empfiehlt sich schon wegen ihrer einfachen h r c h fuhrbarkeit; sie kt hingegen wenig spezifisch, da auch andere Amine
dabei in einen Azofarbstoff umgewandelt werden konnen, eine Tatsache, die aber fur die bisher bearbeiteten Fragestellungen insofern
ohne Belang ist, als man dabei solche gleichfalls diazotierbaren Stoffe
ausschalten kann.
Anders liegen die Verhaltnisse aber, wenn es sich um den Nachweis dieser Verbindungen in der toxikologischen oder Arzneimittelanalyse handelt. Bei der haufigen Verwendung und der Mannigfaltigkeit der bisher bereits dargestellten und in Zukunft noch zu
erwartenden Sulfonamidderivate besteht ein betrachtliches Interese
an einer spezifischen Nachweismethode fur diese Verbindungsklasse,
die also nach Moglichkeit durch die allen diesen Substanzen gemeinsame Sulfonamidgruppe bedingt sein mu8te. Chemische Reaktionen
dieser Gruppe sind aber bisher noch nicht beschrieben worden;
im Zusammenhang mit einer kurzlich (durchgefuhrten optischen
Untersuchung2) sulfogruppenhaltiger Verbindungen. die vom rein
theoretischen Gesichtspunkt der Beziehungen zwischen Lichtabsorption und chemischer Konstitution durchgefuhrt wurde, haben wir
daraufhin auch das optische Verhalten einiger arzneilich verwendet,er
Sulfonamide untersucht. Es lag ja im Bereich der Moglichkeit, da8
die kernstandige Sulfonamidgruppe das Auftreten einer charakteristischen Absorption bedingt, was dann die analytische Erfassung
dieser Substanzen ermoglichen konnte.
Zunachst sind in Figur 1 die Absorptionsspektren der vier im
sichtbaren Gebiet farblosen Sulfonamide P r o n t a 1 b i n (I), A 1 b u c i d (11), U l i r o n (111) und E u b a s i n oder S u l f a p y r i d i n (IV)
wiedergegeben.
I
2)
H. B 6 h m e und J. W a g n e r , Ber. Dtsch. Ohem. Ges. 75, 606 (1942).
Absorptionsspektren arzneilich verwendeter Sulfonamidderivate
(1)
-Rontolbin
(2)
----
(3)
-n-n-
(0 -.-.-
/YO
AlbUcid
/&O
Uliron
/Athano/
Eu basin
O
(=Sulfapyridinl
I@
I
I
I
250
300
Fig. 1.
1
350 m p
*
2j 7
H o r s t B i i h m e und J o a c h i m W a g n e r
258
Die Kurven der ersten drei Verbindungen verlaufen sehr ahnlich und sind durch ein Minimum bei 220 bis 230 mp und ein Maximum bei etwa 260 m p charakterisiert. Die Intensitat der Absorption
deutet auf einen starken Chromophor. Die in allen drei Verbindungen enthaltene freie Aminogruppe kann nicht allein der AnlaB
dafiir sein, da das Absorptionsmaximum des Anilins tiefer (log k
(1)
(21
(3)
(4)
(5)
(6)
8enzolsulfonsaure
-Benzolsullonomid
- -- -
--- -
Be.nzolsulfonacefornid
Suifoniisaure
p-A min o benzolsul fona rn id (Pronto/bin)
~ A m i n o b e n z o l s u l f o n o c e t a r n i d(Albucid)
I
I
25 0
300
Fig. 2.
3iO m ~ *
.4bsorptionsspektren arzneilich verwendeter Sulfonamidderivate
259
3.3) und bei anderer Wellenlange (290 mp) liegt3). Die €Curve des
Eubasins verlauft Ibis etwa 280 mp ahnlich, nur etwas flacher; die
Absorption steigt dann aber wieder an und zeigt bei 310 m p ein
zweites Maximum, das wahrscheinlich mit der Anwesenheit des
Pyridinrestes im Zusammenhang steht.
Die Tatsache, daB die genannten Sulfonamide durch eine starke
und, wie 6s scheint, charakteristische Absorption im ultravioletten
Teil des Spektrums ausgezeichnet sind, legte eine nahere Untersuchung der Frage nach der Natur des in diesen Verbindungen enthaltenen Chromophors nahe. Hierzu sind in Figur 2 mnachst die
Spektren der B e n z o l s u l f o n s a u r e (V), ihres A m i d s (VI)
und A z e t a m i d s (VII), die der schon erwahnten Untersuchungl)
entnommen sind, denen der S u 1 f a n i 1s a u r e (VIII) und ihrer entsprechenden Derivate, die identisch sind mit den genannten Sulfonamiden Prontalbin (I) und Albucid (11), gegenubergestellt, Man er-=
f>,
- S02-NH2
II
\/’
V
VI
-S02-NH-C0
-CH2
\/
VII
VIII
kennt, da8 durch die Einfiihrung der p-standigen Aminogruppe die
Intensitat der Absorption durchweg auf etwa das Zehnfache gesteigert wird. Gleichzeitig verschwindet die Bandenstruktur und
die Absorption wird bei allen Verbindungen gegen das Sichtbare
verschoben. Die Lage der Maxima bleibt . dagegen annahernd unverandert.
Ein naherer Einblick in die hier vorliegenden Verhaltnisse sollte
durch cinen Vergleich der Spektren der Sulfanilsaure und ihrer Des,
G. S c ’ h e i b e , P. M a y und H. F i s c h e r , Ber. Dtsch. Chem. Ges.
57, 1330 (1924).
260
H o r s t B o h m e und J o a c h i m W a g n e r
rivate in neutraler, saurer und alkalischer Losung gewonnen werden.
Das Spektrum der Sulfanilsaure (Figur 3) ist in neutraler und alka111
12)
-Sulfanilsaure in
---- Su/lonilsdun in
(3)
Sulfanilsaure in
-.-.-
Fig. 3.
lischer Losung weitgehend ahnlich und weicht nur in der Intensitat
etwas ab'). In saurer Liisung sinkt die Absorption betrachtlich ab,
etwa auf den Wert der Benzolsulfonsaure, und es tritt auch eine
Benzolbande deutlich hervor. Dieses Verhalten durfte wohl so zu
erklaren sein, da8 in saurer Losung an der p-standigen Aminogruppe
Salzbildung
eintritt.
Hierbei wird (das einsame Elektronenpaar des
.
. ...
n..
.
C.-
.htirtctnttc
U..---Y.,V..V
9ntPilid...'C-...b(
-.- _ _ .. .
1.
dip
PntctPhPnrlP
-.IC"L-..-....I
AmmnniiimdriinnP
LL."".V*..".Yb-Yrr-
..
helrnmmt
"-.....I...--
damit eine ahnlich der Methylgnuppe gesattigte Struktur und hat
dann keinen EinfluB mehr auf die Absorption im mittleren und langwelligen Ultravio1et.t. Die Verhaltnisse scheinen hier also ahnlich
4)
Vgl. auch die friiheren Messungen von
H. F 1 a s c h k a , Mh. Chem. 71, 325 (1938).
M. P e s t e m e r und
Absorptionsspektren arzneilich verwendeter Sulfonamidderivate
261
zu liegen wie bei dem Paar Benzol-Anilins), eine Tatsache, die bei
dem zwitterionischen Charakter der Sulfanilsaure nicht ohne weiteres zu erwarten ist.
Die beiden vntersuchten Derivate der Sulfanilsaure zeigen hingegen nicht ausgesprochen ein solches Verhalt.en. lFulfanilsaureamid
(Figur 4) weist in wasseriger Losung gegenuber der Sulfanilsaure eine
- Sulfanilamid m H20
"*i
(1)
(2)
(3) -.-.-.
- ---
Sulfanilamld in V o NaOH
Sulhnilamld in nho Hz SO4
I
I
250
300
I
c
350 mp
Fig. 4
geringe ErhGhung der Intensitat sowie eine schwache Verschiebung
des Maximums zum Sichtbaren auf. In saurer Losung tritt mch hier
der EinfluD der kernstandigen Aminogruppe zuriick, die Absorption
sinkt ab, erreicht aber nicht den Wert und die charakteristische
Struktur des Benzolsulfonamids. In alkalischer Losung andert sich
die Adsorption nur unwesentlich, wahrend die wiisserige Losung der
Sulfanilsaure eine Mittellage zwischen der sauren und alkalischen
Losung ergab.
Sulfanilsiinire-azetamid (Figur 5 ) zeigt gleichfalls in wasseriger
und alkalischer Liisung nur geringfugige Unterschiede. Im Sauren
ist eine ahnliche Abnahme der Intensitat festzustellen, die hier aber
besonders gering ist.
Urn zu erfahren, ob die starke und relativ charakteristische
Absorption der bisher untersuchten Sulfonamide auch in den gefarbten Derivaten wiederzufinden ist, wurde schliel3lich noch das
Absorptionsspektrum des P r o n t o s i 1 r u b r. (IX) untersucht, und
zwar sowohl im ultravioletten wie im sichtbaren Gebiet. Der Verlauf der Absorption (Figur 6) ist aber hier wenig charakteristisch.
A r c h und Berichte 1942
19
H o r s t B o h m e und J o a c h i m W a g n e r
262
II)
L
1
g
-Sulfanilstiureace tamid in HzO
(2)
---- Sulfanilsblureacefa mid
(3,
-.-.-.
j
in n/ro NaOH
SulfanilsUureacetamid in V o H2SOI
j250 L
*
I
1
350 m p
300
Fig. 5.
I
I
300
400
Prontosil rubrum
Fig. 6.
500
I
*
600 rnp
Absorptionsspektren arzneilich verwendeter Sulfonamidderivate
263
Durch die Azogruppe ist die Absorption ins sichtbarc Gebiet verschoben, und es findet sich als Kennzeichen neben dem breiten
Maximum bei 450 m p ein schwach angedeutetes Minimum bei 310 mp.
Zusammenfassend ist also festzustellen, da8 die arzneilich verwendeten Sulfonamidderivate durch eine starke und auch charakteristische Absorption im ultravioletten Teil des Spektrums ausgezeichnet sind. Die Absorption dieser Substanzen in alkalischer oder
saurer Losung zeigt keine charakteristischen Abweichungen von der
in neutraler, eine Tatsache, die insofern bedauerlich ist, als gerade
durch solche Abweichungen - z. B. das Neuauftreten oder charakteristische Verschiebungen der Maxima oder Minima u. a. m. - die
Aufnahme des Absorptionsspektrums oft zu einer sehr sBezifischen
Analysenmethode ausgearbeitet werden kanns).
Ein gewisses Interesse hat schlieMich noch die Frage, ob eine quantitative Bestimmung der Sulfonami,de in Korperfliissigkeiten, z. B. Harn, mit
Hilfe ihres Absorptionsspektrums im Ultravioletten moglich und von Vorteil ist. Zur Beantwortung dieser Prage war neben der Aufnahme des Absonptionsspektrums von Harn zuniichst einmal die Bestimmung der im Harn
ausgeschiedenen Sulfonamidmengen wichtkg, Versuche, die aus praktischen
Grunden mit Prontosil rubr. durchgefuhrt wuaden. Die nach Anblauf bestimmter Zeiten ausgeschiedenen Prontosilmengen wurden ermittelt, indem
jeweils die Absorption ,des Harns im sichtbaren Gebiet 'gemessen wurde.
Figur 7 gibt die hierbei gefundenen Absorptionskurven in der Niihe des
Absorptionsmaximws w i d e r . Daneben findet sich das Spektrum einer
1-molaren Prontosillosung (Kurve 5) eingezei&mt. Man kann hieraus in
ublicher Weisee) den Gehalt der verschiedenen Harne an Prontosil rubr. berechnen, wobei sich die in Tabelle 1 aufgefuhrten Werte ergeben.
Tabelle 1.
Gehalt an Protosil rubr.
Ausgeschieden
nach Stunden spektrographischl pbotometrisch
. . ...
Harn 2 . . . . .
Harn 3 . . . . .
Harn 4 . . . . .
Harn 1
1
4%
1.5 mg%
20.1 mg%
1.2 mg%
20.0 XI&!%
7
8.0 mg%
6.9 mg%
12
3.2 mg%
2.8 mg%
5 ) Vgl. z. B. J. E i s e n b r a n d , Arch. Pharmaz. Ber. Dtsch. Pharmaz.
Ges. 268, 520 (1930).
6 ) Vgl. im praktischem Teil.
19'
264
H o r s t B o h m e und J o a c h i m W a g n e r
Prontosilbesfimmungen in Horn
\
\
\
\
\
\
\
\
\
\
\
\
\
Fig. 7.
belle 1 aufgefiihrten Werte stimmen mit den spektrographisch ermittclten befriedigend uberein. Das Maximum der Ausscheidung liegt lbei etwa vier
Stunden, der Gehalt an Prontosil betragt hier etwa 20 mg%.
Ferner wurden die in Figur 8 wiedergegebenen Absorptionsspektren von
zwei verschiedenen Harnen aufgenommen. Die Kwven zeigen eine relativ
starke Absorption im dtravioletten Gebiet, die. wie J. E i s e n b r a n d 5 )
festgestellt hat, zum Teil auf ,den Gehalt des Harm an Harnsiiure zuriick-
.4bsorptionsspektren arzneilich verwendeter Sulfonamidderivate
265
zufiihren ist. Nimmt 'man nun zum Vergleich das Spektrum eines Harns auf,
der Prontosil in einer Konzentration enthalt, wie sie im Ausscheidungsversuch
bestimmt wurde, so erkennt man, da8 hierbei wohl im sichtbaren Gebiet
eine wesentliche Anderung bedingt wird, nicht aber im ultravioletten. Diese
Tatsache wird verstandlich, wenn man die Absorptionskurve einer wasserigen
Losung 'der gleichen Konzentration betrachtet. Die Extinktion einer solchen
betragt z. B. bei 260 m p E = 2.19. Die entsprechenden Werte der beiden
reinen Harne sind E = 79.4 bzw. 134.9. Die Differenz betragt hier also 55.5
und ist somit etwa zwanzigmal groDer als die durch das Prontosil bedingte
zusatzliche Absorption, wobei gelegentlich noch gro8ere Abweichungen in der
Extinktion einzelner Harne festgestellt werden konnten. Anders liegen die
Verhaltnisse aber selbstverstandlich im sichtbaren Gebiet. Die Eigenfarbe
des Harns spielt hier keine Rolle, und man sieht so in Figur 8, daD die Absorptionskurven gleichkonzentrierter Losuntgen von Prontosil .in Harn und
Wasser zusammenfallen. Hier ist also eine quantitative Bestimmung auf
Grund .des Absorptionsspektrums moglich.
Durch diese Befunde erubrigte sich eine weitere Untersuchung
der lungefarbten Sulfonamide, die aus denselben Grunden trotz ihrer
hohen Eigenabsorption nicht mit Hilfe ihrer ultravioletten Absorptionsspektren im Harn bestimmt werden konnen. In anderen Fallen,
z. B. bei Abwesenheit von im gleichen Gebiet absorbierenden Substanzen, kann jedoch gelegentlich die leicht dnrchfuhrbare Identifizierung oder quantitative Bestimmung der Sulfonamide mit Hilfe
ihres relativ charakteristischen Absorptionsspektrums im Ultraviolett von Wert sein.
Experimentelles.
Die Aufnahme der Spektren erfolgte mit einem Universalspektrographen der Firma Zeiss. Als Lichtquelle diente fur das ultraviolette Gebiet der kondensierte Funke zwischen Wolframelektroden,
fur das sichtbare Gebiet eine Wolfram-Punktlichtlampe der Firma
Zeiss. Zur Lichtschwachung des Vergleichsspektrums wurde ein
rotierender Doppelsektor nach G u d e benutzt, der das einfallende
Licht um 90% schwachte. Als Variable wurde die Schichtdicke gewahlt und mit dem logarithmisch abgestuften Kuvettensatz nach
S c h e i b e gearbeitet. Die Dispersion des Lichtes erfolgte im Ultravioletten durch ein Quarz-Cornu-Prisma, im Sichtbaren durch ein
optisches Gitter. Zu den Aufnahmen dienten Agfa-Ultraviolett- bzw.
Agfa - Isopan - ISS- oder Agfa - Spektral- Total -Rapid - Platten. Die
photographierten Spektren wurden mit Hilfe eines Zeissschen
Spektrenprojektors ausgewertet.
Zur graphischen Darstellung wurde im allgemeinen der Logarithmus des molaren Extinktionskoeffizienten (log k) gegen die Wellenlange in mp aufgetragen, vereinzelt auch der Logarithmus der Extinktion (log E) bezogen auf die Schichtdicke 1.
Die Extinktion ist gleich dem negativen dekadischen Logarithmus der
Durchlassigkeit D, die durch das Verhaltnis der Intensitat des durchgelassmen llcichtes J zu der des eingestrahlten Lichtes J, gegeben ist.
266
H o r s t B o h m e und J o a c h i m W a g n e r
:t
Die Extinktion ist nun aul3er der Schichtdicke d noch abhangig von der
Konzentration c der durchstrahlten Liisung. Es ist
E = C .d . k,
worin k eine fur den gelosten Stoff charakteristische Konstante, den Extinktionskoeffizienten, bedeutet.
Absorptionsspektren arzneilich verwendeter Sulfonamidderivate
267
1st die Absorptionskurve bekannt, so kenn man aus ,der graphischen
Darstellung den Wert von log k fur eine bestimmte Wellenlange entnehmen. Nimmt man arwlererseits die Extinktionskurve einer Losung des
gleichen Stoffes von unbekannter Konzentration, bezogen auf die Schichtdicke 1, auf. so labt eich c errechnen.
log c = log E - log k.
Zur Bestimmung der im Harn ausgeschiedenen Mengen von Prontosil
wurden von einer Versuchsperson morgens zwei Tabletten Prontonsil rubr. zu
0.3 g eingenommen und ,die Absorption der im Laufe des T e e s ausgeschiedenen Harne im sichtbacen Gebiet gemessen, wozu der Harn jeweils mit
Wasser im Verhaltnis 1 : 10 vendiinnt wmde. Die arhaltenen Werte wurden
auf die Extinktion des unverdiinnten Harne.s umgerechnet. Zur Bestimmung
des Prontosilgehaltes mit Hilfie des P u 1 f r i c h - Photometers wurden die
Harne gleickfalls 1 : 10 verdiinnt. 9 ccm des so verdiinnten Harnes wurden
zur Meesung noch mit 1 ccm Wasser versetzt, wahrend zur Herstellung der
Ver,gleichsliisung 9 ccrn des 1 : 10 verdiinnten Harnes mit 1 ccm B e t t e n d o r f s Reagens versetzt wurden.
Als Losungsmittel diente in den meisten Fallen Wasser. Bei
Substanzen, die darin schwer loslich sind, wurde reiner oder verdunnter Xthylalkohol verwendet, worauf jeweils bei den betreffenden
Kurven hingewiesen ist.
Die Reinigung der zu den Aufnahmen verwendeten Substanzen
erfolgte in folgender Weise:
S u 1f a n i 1 s a u r e. Reinstes Nan8delapraparat (Schering) wurde mehrmals am Wasser umkristallisiert, zunachst unter Zusatz von Tierkohle.
Schmp. iiber 3400.
S u l f a n i l s a u r e a r n i d ( P r o n t a l b i n ) wurde aus Wasser urnkristallisiert und ansohliebend im Hochvakuum (0.03 mm, 195 his 2059)
destilliert. Schmp. 164 bis 1650.
S u 1 f a n i 1 s iiu r e - a e e t a m i d (A 12, u c i d) wurde durch mehrfaches
Umkristallisieren aus Wasser. zuniichst unter Zusatz von Tierkohle, sowie
aus Athylalkohol gereinigt. Schmp. 182 Ibis 1830.
4 - (4’- A m i n o b e n z o l - s u l f o n a m i d o - ) s b e n z o l s u l f o n - d i m e t h y 1 a m i d (U 1 i r o n) wurde mehrfach aus 50%igem Akohol, zuniichst
unter Zusatz von Tierkohle, umkristallisiert. (Schtmp. 193 bis 1 W .
2 (4’-Aminobenzol
sulfonamido-)pyridin (Eubasin
bzw. S u 1 fa p y r i d i n) wurde durch wiederholtes Umkristsallisieren aus
3O%igem Methanol, zunachst wieder unter Zusatz von Tierkohle, gereinigt.
Schmp. 190 bis 1910.
4’-S u I f o n a m i * d - 2,4 - , d i s m i n o - a z o b e n z o l ( P r o n t o s i l
r u b r u m) wurde mehrmals aus 50%igem Methanol umkristallisiert Schmp.
231 bis 2320.
-
-
Samtliche Schmelzpunkte wurden im Mikroschmelzpunktapparat
nach K o f 1 e r bestimmt.
Zu groBem Dank sind wir dem Leiter des Hauptsanitatsparks
Berlin, Herrn Oberstapotheker Dr. L a g e m a n n , verpfliohtet, der
diese Arbeit mit lebhaftem Interesse verfolgte und ihre Durchfuhrung in grofizugiger Weise ermoglichte und forderte.
Документ
Категория
Без категории
Просмотров
2
Размер файла
471 Кб
Теги
verwendeten, die, absorptionsspektrum, sulfonamidderivate, arzneilich
1/--страниц
Пожаловаться на содержимое документа