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Die Alkaloide der Rinde von Holarrhena antidysenterica Kurchi bark. Zweiter Teil

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100
Nachweisreaktionen fur einige neuere Lokalanasthetika
11. Mit uberschiissiger 1 % iger Sodalosung: klar.
DiazosReaktion . . . . . . . . . . .
JodoformsReaktion nach alkalischer
Verseifung
Xther. Losung der Rasen
ather. Oxalsaurelosung
. . . .
nbsol. Alkohol
............
+
+
Psicain
Tutocain
Novocain
-
+
+
-
-
+
klare Losg.
Kristalliner
Niederschlag
Die E m p f i n d 1 i c h k e i t der angegebenen Reaktionen reicht
fur die toxikologische Analyse aus. Noch mit Losungen 1 : loo00
erhalt man eindeutige Resultate, so d a 8 es Ieicht gelingt, 0.5 bis 1 mg
bei exaktem Arbeiten nachzuweisen bzw. zu identifizieren.
Die Methode gestattet es, mit einem geringen Aufwand an Arr
beit und Material zum Ziele zu kommen, vor allem in den Fallen,
bei denen eine Reindarstellung der Anasthetika wegen geringer Sub.
stanzmengen nicht leicht moglich ist. Fur forensische Zwecke kommt
ihr eine absolute Bcweiskraft nicht zu, weil noch nieht festgestellt
wurde, ob sich nicht in frischem oder faulendem tierischen Gewebe
Substanzen vorfinden, welche die Reaktionen in gleicher Weise
gcben oder aber sie verdecken. In solchen wird man, wie auch sonst
immer, die Reindarstellung des fraglichen Mittels in Form gut
charakterisierter Salze erstreben miissen.
440. Sudhamoy Ghosh und Indu Bhushan Bose:
Die Alkaloide der Rinde von Holarrhena antidysenterica
(Kurchi bark). Zweiter Teil.
(Aus dem Chemischen Laboratorium der School of Tropical Medicine and
Hygiene in Calcutta, Indien.)
Eingegangen am 17. Dezember 1931.
Rinde und Samen von Holarrhena antidysenterica erfreuen sich
seit langer Zeit als Antidysenterica im Arzneischatz der indischen
Bevdkerung eincs gewissen Ansehens. Ihre Bedeutung bei der Be5
handlung der Amoebenruhr ist in einer neueren Arbeit von A c t o n
und C h o p r a (Indian Medical Gazette 1929, Band LXIV, Seite 207
his 228) dargelegt wordcn. Sie gclangen zu dem SchluR, daB die
Gesamtalkaloide der Kurchirinde eine ebenso gutc Wirkung wie
Emetin besitzen, aber dai3 sie wesentlich billiger sind und keine
blutdrucksenkenden, Brechen erregenden oder reizenden Eigenschaften
besitzen. Sic wendeten zur oralcn Darreichung die Wismutjodidverr
hindung der GesamtalkaIoide an, ahnlich wie bei Emetin, aber von
dicsem uberlegener Wirkung.
101
Die Alkaloide der Rinde von Holarrhena antidysenterica
U I r i c i (Arch. Pharmaz. 256, 57 [1918]), G i e m s a u. H a 1 b e r
k a n n (Arch. Pharmaz. 256, 201 [1918]), P y m a n (Journ. Chem. %c.
5
115, 163 [1919]), und andere haben fruher uber die afrikanische Varies
tat, Holarrhena congolensis berichtet. K a n g a , A y g a r und
S i m o n s o n (Journ. Chem. SOC. 129, 2123 [1926]) bearbeiteten die
indischen Samen, und C a i u s und M h a s k a r (Indian Medical
Research, Memoir Nr. 6, Mai 1927), arbeiteten iiber die indische
Rinde von Holarrhena antidysenterica.
In einer friiheren Mitteilung (Journ. Ind. chem. SOC. Vol. V.
S. 477 [1928]) zeigten G h o s h und G h o s h , d a 8 die Rinde der
indischen Holarrhena, auBer einer mutmaBlich kleinen Menge von
Conessin, zwei neue Alkaloide enthalt, die sie ,,Kurchin" und ,,Kurr
chicin" benannten, und von denen das den niedrigeren Schmelzpunkt
besitzende Kurchin in grofierer Menge vorkommt. In derselben Vers
offentlichung erfolgte eine eingehende Beschreibung der Extraktion
und der Trennung der Alkaloide, auch werden ihre Eigenschaften
kurz angegeben. Im folgenden werden die Zusammensetzung und
Eigenschaften der beiden Alkaloide und ihrer Salze eingehend be*
schrieben, und es wird der Beweis erbracht, daR die Alkaloide vers
schieden sind vom Conessin und dem von P y m a n und anderen in
der afrikanischen Holarrhenarinde aufgefundenen Holarrhenin.
Der hochste Schmelzpunkt des moglichst gereinigten, aus den
vcrschiedenen Salzen erhaltenen Kurchins war 7 5 O , wahrend Conessin
bei 125' schmilzt. In absolutem Alkohol gelost betrug die spezifische
Drchung des Kurchins +6.4O, wahrend die des Conessins
21.6O
betragt. In Chloroform ist die spezifische Drehung des Kurchins
= -7.57O, die des Conessins = -1.90.
Das saure Kurchinoxalat
schmilzt bei 221°, wahrend das analoge Conessinsalz bei 280° schmilzt.
Die spezifische Drehung des Kurchinhydrobromids betragt in
wasseriger Losung -3.08O, die des Conessinhydrobromids + 7.4O.
Conessin ist in kaltcm Azeton wenig loslich, und nur bis hochstens
zu 10% in kochendem Azeton, woraus es in Plattchenform kristallii
siert, wahrend Kurchin in kaltem Azeton leicht loslich ist und aus
der Losung nicht in Kristallform erhalten werden konnte. Uberdies
zeigen die analytischen Befunde der Base und ihrer Salze, daf3
Knrchin die Zusammensetzung Cz3H38Ng bcsitzt, wahrend dem
Conessin die Formel CZ~HWNIzukommt.
Kurchicin, das andere Alkaloid, schmilzt bei 175O, Holarrhenin
dagegen bei 197 bis 198O. Die spezifische Drehung des erstgenannten
Alkaloids in Chloroform betragt - 11.4O, die des 'Holarrhenins -7.1O;
die spezifische Drehung des Kurchicinhydrobromids in Wasser ber
tragt -22.6O, die des 'Ilolarrhenins 1 1 O . Andere Daten fur Holarr
rhenin oder seine Salze sind zu Vergleichcn nicht brauchbar, aber
die analytischen Resultate zeigen den groI3en Unterschied von
Kurchicin (CZoHteONs) gegenuber Holarrhenin (CIIH.WON,).
+
+
Beschreibung der Versuche.
Ungefahr 192 englische Pfund der lufttrockenen Rinde wurden
mit 95%igem Alkohol bei gewohnlicher Temperatur extrahiert, und
das Extrakt wurde bei vermindertcm Druck eingeengt. Das halbr
102
S u d h a m o y G h o s h und I n d u B h u s h a n B o s e
feste Extrakt, welches ungefahr 28 Pfund und 4 Unzen betrug, wurde,
wie in der ersten Mitteilung angegeben, weiter behandelt.
1. K u r c h i n .
Das saurc Oxalat der Base wurde mehrmals aus Wasser umd
kristallisiert, bis tder Schmelzpunkt ,‘Konstanz aufwies. Die Base
wurde darauf aus der wasserigen Losung durch Natronlauge auss
geschieden und in Ather aufgenommen. Die atherische Losung wurde
mit Wasser gewaschen, mit wasserfreiem Natriumsulfat getrocknet
und konzentriert, bis dic Base allmahlich in Biischeln feiner, nadels
formiger Kristalle auskristallisierte. Diese werden fein pulverisiert
und langere Zeit im Vakuumexsikkator uber Chlorkalzium getrocknet.
Die Substanz begann bei 73O zu sintern und schmolz vollstandig bei
75O. Sic ist unloslich in Wasser, aber in den meisten organischen
Losungsmitteln loslich, so in Alkohol, Xther, Chloroform, Petrol.
ather, Benzin und Athylazetat. Die Base konnte auch im Hochs
vakuum (1 mm Druck bei 233.) destilliert werden und bildete dann
eine farblose, wachsartige Masse.
V e r h a l t e n g e g c n u b e r f a l l e n d e n R e a g e n z i e n . Eine l%ige
Losung der Base in Salzsaure, wobei ein OberschuB an Saure zu vermeiden ist,
gab amorphe, weiBe Niederschlage mit Millons Reagens, Phosphorwolframs
saure, Mayers Reagens. Ammoniummolybdat. Quecksilberchlorid und
Scheiblers Reagens. Gelbe, amorphe Niederschlage entstanden mit Pikrins
siiure. Kaliumchromat. Chromsaure, Kaliumferricyanid und Sonnenscheins
Reagens. Amorphe. braune Niederschlage entstanden mit Wagners Reagens,
Zinkchlorjodid und Krauts Reagenz. Ammoniumsulfocyanid gab einen
amorphen, weiBen Niederschlag, dessen Farbe bald in Grau iiberging.
F a r b r e a k t i o n e n. Beim Erwarmen der Base mit einigen Tropfen
konzentricrter Schwefelsaure farbt sie sich zitronengelb. Kuhlt man nun a b
und fugt einige Tropfen Wasser hinzu, so farbt sie sich blau. Fine Losung
der Base in konzentrierter Schwefelsaure wird beim Stehen ebenfalls zitronenr
gelb. Eine Losung der Base in FormaldehydsSchwefelsaure war zunachst
briiunlichgelb und wurdc dann allmahlich hochrot, beim Stehen schlie5lich
braunrot. In konzentrierter Salpetersiure gab die Base caine farblose Losun
Friihdes Reagens gab nach einiger Zeit cine schwaehe Grunfiirbung. Nac%
vorsichtigem Hinzufugen von Bromwasser zu einer Losung der Base in konr
zentrierter Schwefelsaure entstand nach einigen Minuten ein prachtvoll purpurr
roter Ring an der Beriihrungsstelle.
~ -O0.620,I=2dm,
S p e z i f i s c h e D r e h u n g : [a]$* = - - 7 . 5 7 0 ( ~ $ =
c = 4.0912 in Chloroform).
[a]”,’ =
6.40 (a\* =
0.5150, I = 2 dm, c = 4.0196 in absolutem
Alkohol).
E l e m e n t a r a n a l y s e . 0.1209 g Sbst.: 0.3.583 g COz, 0.1192 g H,O. 0.1227 g Sbst.: 0.3627 g COZ, 0.1218 g H,O. - 0.1222 g Sbst.: 0.3606 g COZ.
0.1218 g 1 1 2 0 . - 0.1225 g Sbst.: 0.3618 g CO,. 0.1219 g HZO. - 0.1227 g Sbst.:
8.8 ccm N (762 mm, 260). - 0.1622 g Sbst.: 11.8 ccm N (761 mm, 270). 0.1605 g Sbst.: 11.6 ccm N (761.8 mm, 270).
C23H3&z. Ber.: C 80.64.
Gef.: C 80.83, 80.62, 80.48. 80.55 (im Mittel: 80.62).
Ber.: H 11.19.
Gef.: H 11.03. 11.11, 11.16, 11.14 (im Mittel: 11.11).
Ber.: N 8.18.
Gcf.: N 8.21. 8.29, 8.24
(im Mittel: 8.24).
+
+
Die Alkaloide der Rinde von Holarrhena antidysenterica
103
M o 1 e k u 1 a r e w i c h t s b e s t i m m u n g. 1. Nach Beckmanns Gefrier3
punktsmethode in ienzol als Losungsmittel:
d == 0.2150, rn = 0.1945 g, M = 13.185 g; MoLGew. 343.
A = 0.170, rn = 0.1456 6; M = 12.35 g; Mol.:Gew. 347.
2. Durch Titration mit niio HCl mit Jodeosin als Indikator: 0.3710 g Sbst.:
21.44 ccm .Ilo HCI: Mol.sGew. 346.
0.1750 g Sbst.: 10.00 ccm nlio HC1: Mol.SGew. 350.
3. Durch Verbrennung des Platinsalzes: 0.1154 g Salz: 0.0298 g Pt. 0.1178 g Salz: 0.0305 g Pt. - 0.1742 g Salz: 0.0447 g Pt.
C,,H,,N,.
Ber.: Mol.5Gew. 342. Gef.: Mol.SGew. 345.9. 344.0, '350.7.
Kurchinhydrochlorid
C,,H,,Nz. 2HC1. HSO.
Die Base wurde in absolutem Alkohol geIost, worauf man eine
5 % ige alkoholische Salzsaurelosung in geringem Uberschul3 hinzur
fugte und dann ganz allmahlich eindampfte, wobei farblose, rhomr
bische Nadcln erhalten wurden. Diese wurden durch Umkristalli.
sieren aus Wasser gereinigt und im Vakuumexsikkator getrocknet.
Das Hydrochlorid wurde bei 220" braun und kohlig, schmolz aber
auch bei 270" noch nicht. Es ist leicht loslich in Wasser, loslich in
Alkohol, aber fast unloslich in Azeton, Ather und Chloroform.
S p e z i f i s c h e D r e h u n g : [a]y =-0.880 (a*; =--0.02, I = l d m ,
c = 2.2720 in Wasser).
0.1385 g des Salzes verloren bei achtstundigem Erhitzen im Trockenofen
auf 105 bis 1100 0.0055 g.
CZ3H,,NS.2HC1. H,O. Ber.: H,O 4.1. Gef.: HzO 3.97.
0.1712 g Sbst.: 0.1123 g AgCl.
C2sH38N2.2HC1. HZO. Ber.: C1 16.3. Gef.: C1 16.23.
Kurchinhydrobromid
C,,H,,N,
. 2HBr.
Das Salz wurdc dargestellt durch Hinzufugen einer 5%igen alko.
holischen Losung von Bromwasserstoffsaure zu einer alkoholischen
Losung der Base bis zur schwachsauren Reaktion und allmahs
liches Abdunstenlassen der L s u n g an einem kuhIen Orte. Die
erhaltenen Buschel farbloser Nadeln wurden abgetrennt und durch
Umkristallisieren aus Wasser gereinigt. Das H ydrobromid ist leicht
IosIich in Wasser und Alkohol, wenig Ioslich in Azcton und fast
unloslich in Ather und Chloroform. Es enthalt kein Kristallwasser.
S p e z i f i s c h e D r e h u n g : [ a ] Y = -3.08" (a\@ = -0.36O. I = 2 dm,
c = 5.848 in Wasser).
0.1729 g Sbst.: 0.1282 g AgBr.
CZ3HJ8N1.2HBr. Ber.: Br 31.7. Gef.: Br 31.55.
K u r c h i n h y d r o j o d i d.
Cz,H,,N,.
2HJ.
Das Salz wurde dargestellt durch Hinzufugen einer 5%igen alkos
holischen Losung von Jodwasserstoffsaure zu einer gesattigten alkos
104
S u d h a m o y G h o s h und I n d u B h u s h a n B o s e
holischen Losung der Base bis zur schwach sauren Reaktion. Man
lai3t die Losung dann allmahlich abdunsten bis zur Bildung farbs
loser rhombischer Prismen, wclche man durch Umkristallisieren aus
Wasser reinigt. Das Hydrojodid ist leicht loslich in Wasser, loslich
in Alkohol, wenig loslich in Azeton, unloslich in Chloroform und
Ather. Es enthalt kein Kristallwasscr und schmilzt untcr Zersetzung
bei 275O.
S p e z i f i s c h e D r e h u n g : [a]\9 = -7.750 (a\e = -0.310, I = 2 dm.
c = 2.0008 in Wasser.)
0.1979 g Sbst.: 0.1548 g AgJ.
Cz3H3,N,.2HJ. Ber.: J 42.4. Gef.: J 42.28.
Kurchinsul fat
CzsHd'Jz. H~SOI.
Die Base wurde in Alkohol gelost und mit einer 5%igen alkohos
lischen Schwefclsaur.elosung neutralisiert. Durch Abdunsten wurden
farblose flache Nadeln erhalten, dic durch Umkristallisieren aus
heil3em Wasser gereinigt wurden. Das Sulfat ist loslich in heinem,
wesentlich weniger in kaltem Wasser, fast unloslich in absolutem
Alkohol, Chloroform, Azcton und Ather. Es verkohlt bei 270O.
S p e z i f i s c h e D r e h u n g : [a]\4 = -13.680 (ak4 = -0.540, I = 2 dm.
c = 1.9728 in Wasser).
0.1638 g Sbst.: 0.0862 g BaSOs.
Cz3H18Nz.HzSO4. Ber.: S 7.28. Gef.:
S 7.23.
Saures Kurchinoxalat
CZSH38Ns. 2HzCzO4. %HzO.
Eine bekannte Menge der Base wurde in absolutem Alkohol ges
lost, erwarmt und mit einer alkoholischen Oxalsaurelosung von be.
kannter Starke neutralisiert. Dann wurde ein gleiches Volumen der
Oxalsaurelosung unter bestandigem Umriihren hinzugegeben, der
Niederschlag in einem Biichnertrichta abfiltriert, mit absolutem
Alkohol ausgewaschen und in heifiem Alkohol unter Zuhilfenahme
einer kleinen Menge Wasser gelost. Vber Nacht schieden sich farb.
lose rhombische Prismen aus. Diese wurden abfiltriert, mit absolutem
Alkohol gcwaschen, aus Wasser umkristallisiert und im Vakuumr
exsikkator getrocknet. Das saurc Oxalat schmilzt unter Zersetzung
in einer geschlossenen Kapillarrohre bci 221O. Es ist leicht loslich in
Wasser und verdiinntem Alkohol, wenig loslich in absolutem Alkohol
und fast unlijslich in Azeton, Chloroform und Ather.
S p e z i f i s c h e D r e h u n g : [a]*$ = -1.2O
(a\o=
4 . 1 0 , I=2dm.
c = 4.0 in Wasser).
K r i s t a l l w a s s e r : 0.2736 g Sbst. verloren 0.0023 g H20. 0.3964 g Sbst. verloren 0.0033 g H,O. - 0.2291 g Sbst. verloren 0.0020 g HzO.
Cz3H3,N,.2H,C20,
%H20. Ber.: H 2 0 0.85.
Gef.: H 2 0 0.84, 0.83, 0.87.
E 1 e m e n t a r a n a 1 y s e : 0.1408 g Sbst.: 0.3171 g CO,. 0.1034 g H20. 0.1675 g Sbst.: 0.3768 g C o t , 0.1243 g HZO.
Cz,H3,Nz.2HzC,0,. %H,O. Ber.: C 61.5,
H 8.12.
Gef.: C 61.42, 61.35, H 8.22, 8.30.
+
Die Alkaloide der Rinde von Holarrhena antidysenterica
105
T i t r a t i o n : 1 Base erforderte 18.1 ccm 2%ige Oxalsaure; 5 g Base
erforderten 23.0 ccm 8%ige Oxalsaure; daher sind 2 Mol. Oxalsaure 348 und
342 g der Base aquivalent.
Kurchinplatinchlorid
CISHS8NI. HIPtCl,.
Es wurdc dargestellt durch Hinzufiigen einer 10%igen Platins
chloridlosung zu einer konzcntrierten Losung der Base in Salzsaure.
Der chamoisfarbige mikrokristallinische Niederschlag wurde mit verr
dunnter Salzsaure und Wasser ausgewaschen und im Vakuumexsiki
kator gctrocknet. Er wurde als frei von Kristallwasser gefunden. Bei
240° begann er sich allmahlich zu zersetzcn, schmolz aber noch nicht
bei 270O. Auf Platinblech erhitzt, zersetzt er sich, ohne zu schmelzen.
Er ist unloslich in Wasser, Ak o h o l und verdunnter Salzsaure.
0.1154 g, 0.1178 g und 0.1742 g des Salzes gaben 0.0298 g, 0.0305 g
und 0.0447 g Platin (loc. cit.).
C,,H,,N,. H2PtCI,. Ber.: Pt 25.94. Gef.: Pt 25.8, 25.9, 25.7.
K u r c h i n a u r i c h l o r i d.
Es wurde dargestellt durch Hinzufiigen einer 10%igen wasserigen
Losung von Goldchlorid zu einer verdunnten Losung dcr Base in
Salzsaure. Der gelbe, amorphe Niederschlag wurde sorgfaltig mit
verdunnter Salzsaure und Wasser ausgewaschen und im Vakuum gel
trocknet. Er begann bei ungefahr laozu sintern, wobei die gelbe
Farbung allmahlich in orange iiberging. Bei 160° begann er zu
schmelzen, bei 166O war er geschmolzcn. Er war fast unloslich in
Wasser, loslich in Alkohol und leicht in Aceton. Unter dem Mikroc
skop hatte er das Ausschen von Kiigelchen. In kristallisiertem Zur
stand konnte er nicht erhalten werden, weshalb er nicht analysiert
wurde.
11. K u r c h i c i n .
Das Sulfat der Base wurde mehrmals aus Wasser umkristallisiert.
Das reine Salz wurde in kochendem Wasser gelost, die Losung wurde
mit etwas Salzsaurc angesauert und zum Abkuhlcn gestellt. Die
Base wurde dann mit Natronlauge ausgefallt und in Chloroform aufr
genommen. Die Chloroformlosung wurde dann sorgfaltig mit Wasser
ausgewaschen, mit wasserfreiem Natriumsulfat getrocknet und bis
zu einem kleinen Volumen konzentriert. Nach allmahlichem I-Iinzur
fugen von Petrolather unter bestandigem Umriihren licB man die
Losung uber Nacht stehen, wobei sich farblose Buschel von Kxistallr
nadeln ausschieden. Die Kristalle wurden mit Petrolather gewaschen
und im Vakuumexsikkator gctrocknet. Sie schmolzen bei 175O. Sie
sind untoslich in Wasser, leicht loslich in Alkohol und Chloroform,
wenig loslich in Benzol und Azeton, fast unloslich in Petrolather.
V e r h a l t e n g e g e n F a l l u n g s m i t t e l : Eine 1%ige Losung der
Base in Salzsiiure mit einem kleinen UberschuD der Saure gibt mit Millons
Reagens einen amorphen weiRen Niederschlag, ebenso mit Phosphorwolfram.
saure, Mayers Reagens, Quecksilberchlorid, Scheiblers Reagens und Kaliumr
ferrozyanid. Gelbe amorphe Fallungen entstanden mit Pikrinsaure, Kaliumr
chromat, Chromsaure, Kaliumferricyanid und Sonnenscheins Reagens; amorphe
106
S u d h a m o y G h o s h und I n d u B h u s h a n B o s e
braune Niederschlage entstanden mit Wagners Reagens, Chlorzinkjod und
Krauts Reagens. Ammoniummolybdat gab eine amorphe, weiI3e Fallung, deren
Farbe bald in grau uberging.
F a r b r e a k t i o n e n : Die Losung der Base in konzentrierter
Schwefelsaure ist zitronengelb; beim Erhitzcn geht die Farbe in
hochrot uber. Kiihlt man ab und gibt einige Tropfen Wasser hinzu.
so wird die Farbung allmahlich braun. Forrnaldehydschwefelsaure
lost die Base ohne Farbveranderung. Gibt man zu einer konzens
trierten Schwefelsaurelosung der Base allmahlich einige Tropfen
Bromwasser, so erscheint an der Beriihrungsstelle ein brauner Ring.
S p e z i f i s c h e D r e h u n g : [a]8,: = -11.440 (a"? = 4 . 6 2 0 , I = 2 dm,
c = 2.0796 in Chloroform); [a] \a = -8.450 (aBJ = 4 . 3 4 0 , I = 2 dm, c = 2.012
in absolutem Alkohol).
I3 I e m e n t a r a n a 1 y s e : 0.1393 g Sbst.: 0.3827 g C 0 2 , 0.1420 g H,O. 0.1398 g Sbst.: 0.3844 g COz, 0.1416 g H2O. - 0.1397 g Sbst.: 0.3841 g COZ,
0.1408 g HzO. - 0.1364 g Sbst.: 0.3745 g COZ, 0.1384 g HZO. - 0.1228 g Sbst.:
9.8 ccm N (755.5 mm, 33.80). - 0.1167 g Sbst.: 9.15 ccm N (755.2 mm, 33.50). 0.1185 g Sbst.: 8.8 ccm N (756.6 mm, 210).
C20H38N20. Ber.: C 74.93.
Gef.: C 74.93. i4.99. 74.98. 74.88 fim Durchschnitt: 74.94).
Ber.: H 11.33.
Gef.: H 11.40, 11.33. 11.28, 11.35 (im Durchschnitt: 11.34).
Ber.: N 8.74.
Gef.: N 8.82. 8.68, 8.58
(im Durchschnitt: 8.69).
M o 1 e k u l a r g e w i c h t s b e s t i m m u n g : 1. Durch Verbrennung des
Platinsalzes: 0.2716 g Salz: 0.072 g Pt. - 1.1242 g Salz: 0.033 g Pt.
2. Durch Verbrennung des Goldsalzes: 0.1932 g Salz: 0.0756 g Au. 0.1625 6Salz: 0.0632 g Au.
3. urch Titration mit .Iio HCI mit Jodeosin als Indikator: 0.2127 g Sbst.:
12.90 ccm 0
HCI. - 0.1764 g Sbst.: 10.60 ccm nIio HCI.
C,,H,,kO.
Ber.: MoLGew. 320.
Gef.: MoLGew. 326.3, 324.6, 328, 334, 329.8, 332.8.
Kurchicinhydrochlorid
C,,H,,N,O.
2HC1.
Das Salz wurde dargestellt durch Neutralisieren einer alkohos
lischen Losung der Base und allmahliches Verdunsten der Losung.
Es wird in farblosen Nadelbuscheln erhalten. Es wurde auf einem
Filter gesammelt, gewaschen und unter Zuhilfenahme einer gcringen
Menge Alkohol aus Wasser umkristallisiert. Es ist loslich in Alkohol,
leicht in Wasser, fast unloslich in Azeton, Chloroform und Xther.
Es schmilzt noch nicht bei 260° und ist kristallwasserfrei.
S p e z i f i s c h e D r c h u n g : [aI8J = -27.170 (a\2 = -0.30, I = 1 dm,
c = 1.104 in Wasser).
0.1390 g Sbst.: 0.1005 g AgC1.
C,oH,,N,O. 2HC1. Ber.: C1 18.04. Gef.: C1 17.89.
Kurchicinhydrobromid
CzoH,,NzO. 2HBr.
Behufs Darstellung wurde eine alkoholische Losung der Base
mit einer 2%igen alkoholischen Losung von Bromwasserstoffsaure
Die Alkaloide der Rinde von Holarrhena antidysenterica
107
im geringen Uberschu8 neutralisiert. Nach allmahlichem Verdampfen
wurde der verbleibende wci8e Niederschlag von dcr Mutterlauge
durch Filtration abgetrennt, vorsichtig mit etwas Alkohol gewaschen
und im Vakuum getrocknet. Er ist loslich in Alkohol und Wasser,
aber fast unloslich in Chloroform, Azeton und Athcr und schmilzt
unter Zersetzung bei 260O.
S p e z i f i s c h e D r e h u n g : [a];O = -22.630 (a”,” = 4.33O, 1 = 1 dm,
c
= 1.458 in Wasser).
Zur Analyse wurde die Substanz bei 1050 getrocknet.
0.1425 g Sbst.: 0.1102 g AgBr.
C20H36NI0.2HBr. Ber.: Br 33.14. Gef.: Br 32.91.
K u r c h i c i n h y d r o j o d i d.
Die Base wurdc in absolutem Alkohol gelost und die Losung
mit 5%iger alkoholischer Jodwasserstoffsaure bis zur schwach sauren
Reaktion versetzt. Die nach vorsichtigem Verdunsten der Losung
verbleibendcn feinen, seidenglanzenden farblosen Nadeln wurden
aus absolutem Alkohol umkristallisiert. Sie sind loslich in Alkohol
und Wasser, fast unloslich in Azeton, Chloroform und Xther. Sie
enthalten kein Kristallwasser und schmelzen bei 259 bis 2600.
S p e z i f i s c h e D r e h u n g : [a]*Up =-22.70
(aB:=--0.040,
1=0.25dm,
c = 0.704 in Wasser).
Zur Ausfuhrung einer Analyse war die zur Verfiigung stehende Substanz.
menge zu gering.
Kurchicinsulf a t
C,oH.q,N,O. HiSO4.2H20.
Die Base wurdc sorgfaltig mit verdunnter Schwefelsaure gel
mischt, das Gemisch stark mit Wasser verdunnt und unter forts
wahrendem Umruhren einige Zeit gekocht. Nach dcm Absitzen
wurde hei8 filtriert und die Fliissigkeit auf dem Wasserbade konzenr
triert. Die abgeschiedenen Kristalle wurden abfiltriert, mit kaltem
Wasser gewaschen und aus kochendcm Wasser umkristallisiert. Da
das Salz in Wasser nur wenig loslich ist, wurde die Extraktion mit
heiBem Wasser unter Zusatz von verdunnter Schwefelsaure einige
Male wiederholt. Das Sulfat kristallisiert in farblosen Plattchen. Es
ist sehr wenig loslich in kaltem, mehr in heiBem Wasser, fast unloss
lich in Alkohol, Azeton und Chloroform. Es schmilzt bei 270° noch
nicht; auf Platinblech schmilzt es unter Zersetzung. Im Hinblick auf
die seh,r gcringe Loslichkeit des Salzes in Wasser wurdc die Ermitts
lung der spezifischen Drehung in der Weise ausgefuhrt, d a 8 man die
Drehung der gesattigten Losung bestimmte und durch Eindampfen
einer bekannten Menge die Konzentration feststellte.
S p e z i f i s c h e D r e h u n g : [a]z,?=-12.720
(a:; = -0.140,
1 = 2dm,
c = 0.55 in Wasser); [ale; = -12.010 (a8,; = -0.080, 1 = 2 dm, c = 0.333 in
Wasser).
K r i s t a l l w a s s e r : 0.1818 g Sbst. verloren 0.0144 g Wasser bei
105 bis 1100.
CZoH3,N20.HI SO^. 2Hz0. Ber.: H,O 7.9. Gef.: H,O 7.9.
A n a 1 y s e : 0.1822 g Sbst.: 0.092 g BaSOI.
C20Hs,N20.HpSO4. 2H20. Ber.: S 7.06. Gef.: S 6.93.
108
Die Alkaloide der Rinde yon Holarrhena antidysenterica
Kurchicinoxalat
-
CzoHmNzO HzC&4.
Eine abgewogene Mcnge der Base wurde in absolutem Alkohol
gelost, erwarmt und die Losung sorgfaltig mit 2%igcr Oxalsaurelosung
aus einer Burette neutralisicrt. Die sich abscheimdenden Kristalle
wurden aus Wasser umkristallisiert und so in farblosen Plattchen
erhalten. Das Oxalat ist leicht loslich in Wasser, weniger in Alkohol
und fast unloslich in Azeton, Chloroform und Ather. Kristallwasser
enthalt es nicht. Es schmilzt noch nicht bei 270O; auf Platinblcch
schmilzt es unter Zersetzung.
A n a 1 y s e : 0.1149 g Sbst.: 0.2719 g C o t , 0.097 g H20. - 0.1124 g Sbst.:
0.2650 g Cot, 0.0937 g H,O.
CZOHS&O.H2Cz0,. Ber.: C 64.4,
H 9.34.
Gef.: C 64.54. 64.30, H 9.44, 9.33.
T i t r a t i o n : 0.503 g Base erforderten 10 ccm einer 2%igen Oxalsaures
losung, daher ist ein Molekiil Oxalsaure 317 g der Base aquivalent.
Ber.: Mol.:Gew. der Base 320.
Kurchicinplatinchlorid
CzoH&JzO. HzPtCl,.
Es wurde dargestellt durch Hinzufiigen einer 10%igen Losung
von Platinchlorid xu einer konzentrierten Losung der Base in SalzG
saure. Der chamoisfarbige amorphe Niederschlag wurde abfiltriert,
sorgfaltig mit verdunnter Salzsaure und Wasser ausgewaschcn und i n
Vakuumexsikkator getrocknet. Er war fast unloslich in Wasser,
Alkohol und Azcton. Bei 210° begann er zu verkohlen, schmolz aber
noch nicht bei 2700. Auf Platinblech erhitzt, zersetzte er sich, ohne zu
schmelzen. Vor der Ermittelung des Platingehalts wurde das Salz
bei l l O o getrocknet.
0.2716 g und 0.1242 g Salz gaben bei der Vcrbrennung 0.072 g und
0.033 g Platin.
CzoH36Nz0.HJ'tCI,.
Ber.: Pt 26.7.
Gef.: Pt 26.51, 26.57.
K u r c h i c i n g o 1 d c h l o r i d.
CZoH,,NZO. 2HAuCIa.
Es wurde dargestellt durch Hinzufiigen ciner lO%igen wasserigen
Losung von Goldchlori,d zu ciner Losung der Base in Salzsaure. Der
gelbe, mikrokristallinische Nicderschlag wurde abfiltriert, mit verr
dunnter Salzsaurc und Wasser gewaschen und im Vakuum getrocknet.
Das Salz ist fast unloslich in Wasser, aber leicht loslich in Alkohol
und Azeton. Es enthielt kein Kristallwasser. Es beginnt bei 150° zu
dunkeln und vcrkohlt bei 195O, schmilzt aber noch nicht bei 270°. Beim
Erhitzen auf Platinblech zersetzt es sich.
0.1932 g und 0.1625 g Salz gaben bei dcr Verbrennung 0.0756 g bzw.
0.0632 g Au.
Czo€&,,NzO.
2HAuC14. Ber.: Au 39.4.
Gef.: Au 39.1, 38.9.
A m Schlufi unsercr Arbeit danken wir Hcrrn Lt. Col.
R. N. C h o p r a , I.M. S. fur seine frcundliche Beihilfe, ebenso
Herrn B. N. S e n und Herrn A. K. L a h i r y fur ihre Hilfe bei der
Extraktion der Alkaloide.
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