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Die Konfigurationsspezifitt der Lipase des Samens von Chelidonium majus. 2. Mitteilungber asymmetrische Ester-Hydrolyse durch pflanzliche Enzyme

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Bamaan, Boahart uncl Ullmann
det
Phannezis
1794. E u g e n B a m a n n , R u d o l f B o s h a r t und E l s a Ullmann
Die Konfigurationsspezifitat der Lipase des Samens von
Chelidonium majus*)
2. Efitteilang'): Ubex asymmetriache Estcr.Hydrolyse durch pfladiehe Enzyme
Am dem Institnt fiir Pbrm&zie und Lebensmittelchemie der Universitat Miinchen
(Eingegangen am 4. Miirz 1969)
Bei der Einwirkung derSarnenlipme vonChetidonium m a j u s auf rae.
MavtdekiZukemethylester treten Besonderheiten auf, die sich zunrlchst in a h
bisher erarbeitete Bild iiber die ,,Konfigurationsspez@it der esterspaltmden Enzyme" nicht einzufiigen scheinen.
Eine r e a k t i o n s k i n e t i s c h e Behandlung deckt den starken E i n f l u j
des S p a l t u n g s p r o d u k t e s M a r d e l s a u r e auf ulzd zeigt, &$ die neu
hinzu gekommenen Erscheinungen irn Bereich &r Vielfalt &r Niiglichbikn
&yen, in welcher sich die stereochemisehe Spezifitat darbieten kann.
I. Die von d e n bisherigen E r f a h r u n g e n abweichenden Erscheinungen
beim optischen Auswiihlen
Die spezifische Drehung der isolierten Mandelsiiure weist zu Beginn der Esterspaltung bei in der Regel positiver Orientierung niedere Werte auf, steigt dann
- bis zu eineno.gewissen Spaltungsgrad - an, um bei noch weiter voranschreitender Hydrolyse wieder abeufallen. Damit ergibt sich ein von den bisher bekannten
Fallen abweideader, neuer Habitus der [a]-K;urven.
Eine andere unerwartete Beobachtung ist folgende: Im Vergleich zum Enzymtrockenpraparat ist im Falle eines in wii4rigem Medium vorgequollenen Materials
die Umsetzungsgeschwindigkeit des Mandelsiiureesters geringer, der Enzymkomplex hat an Wirksamkeit verloren ; iiberraschenderweise ist damit eine h d e rung der Spezifitat im Sinne einer stiirker bevorzugten (+)-Ester-Spaltung verbunden. Wohl in Zusammenhang damit steht, da13 losliches und losbares Enzym
anders auswahlt als der protoplesmatisch fest verankerte desmo-Anteil.
Auf eine besonders gravierende Erscheinung deutet ein gegeniiber bisherigen
Befunden abweichendes Bild : Verschiedene Mengen ein und desselben Enzympriiparates ergeben bei gleichen Esterspaltmgsgraden stark unterschiedliche Werte
fur die spezifische Drehung der isolierten Mandelsaure; bei geringeren Mengen
resdtieren hohere, bei groDeren Mengen niedrigere [a]-Werte. Mit der bisher beobachteten Unabhiingigkeit der Konfigurationsspeziftiit von der Katalysatormenge scheint dieser Befund in Widerspruch zu stehen (Abb. 1 mit 3).
Bei der g l e i c h e e i t i g e n Einwirkung von Pankreaslipase und Leberestme (des
Menschen) auf rac. MandeMureilthylester aind allerdigs eine Erhohung der [a]-Werte
mit steigendem Spaltungsgmd sowie eine Abhilngigkeit des [a]-Wertes von der Zeitdauer,
*) Meinem verehrten Wkultiltskollegen Herrn F'rofessor Dr., Dr. h. c. Georg-aaka Schwab
in sufrichtiger Verbundenheit gewidmet a&Blich seines 60. Geburtdages.
1) 1. Wtteilung: 1.Bamnn, E . U l l m n n , A . Schuegraf und R . Bmisart, Biochem. 2. 325,
170 (1953/64).
a . m . Bd.
loso. Nr.11
Dic Konfipnationaep'f&id Lr L i v e dea Samena
603
innerhdb weloher ekt beatimmter Spaltungsgrad meicht wird (Ab-eit
der Konfigurationsspdit&t van dm Katdptormenge) beobaohtet und erklllrt wordenla).
Dae epezifisohe Drehnngevermogen der Mandelsllure mle Funktion des
8peltnngegrmdes bei wechselnden Mengen von Encympr&psrat
Die Zahlen an den Kurvenpunltten geben die Reaktionsmit in Stunden an. (Die Analyeenp m h vun Womn mth. 0,M g m.h f m d d a i h m m e ~ y b2; g * P b w w
=6,2 ;
2 Tropfqn Toluol und die angegebene Semenpfip.-M~@.t = 37".)
Abb. 2
Preperst IVe
I: 0,5 g Samenpdp. 226 %[e3 XI: 1g SBmenp6p. 4.60B-[el
111: 2 g p
.
900 E[e]
m I n d I n x -
Abb. 3
Priparat Va
I: 1 g kempriip. 11M)B-[el
1
1
: 2 g fhrnenprbp. 2300 B-[e]
__
la) 8. hmann, Qh, Feic&vw pad W. 8ahr, Bioohem. 2. 288,
310 (1936).
Arrhiv der
Bamenn, Boehart und Uflmann
604
Phannazie
11. E r k l a r u n g d e r a u f f a l l e n d e n E r s c h e i n u n g e n d u r c h r e a k t i o n s k i n e t i s c h e B e h a n d l u n g 2,
1. EinfluB de s S p a l t u n g s p r o d u k t e s Mandelsiiure auf d a s
o p t i s c h e Auswiihlen
Entacheidend f i i r die ganze Wirkungsweise dieses Enzyms bei der Verseifung
von rac. Mandelsauremethylester ist, daS sie unter einem auffallend starken Einflufi des Spaltungsproduktes Mandelsiiure steht. Diese wird - auSer durch die
Fermenteinwirkung - in gewissen Grenzen auch durch Eigenhydrolyse des Substrates in Freiheit gesetzt. Alle Besonderheiten im Verhalten der ChelidoniumHamenlipme lassen sich unter Berucksichtigung dieser Tatsache erklaren.
Optisch inaktive Mandelsiiure verursacht eine Hemmung der Racematspaltung
und zugleich eine starke Bevorzugung des (+)-Esters (vgl. Abb. 4 und 5). Zu
einer fast ebenso starken Verminderung der Umsetzungsgeschwindigkeit fuhrt die
Einwirkung ihrer optischen Antipoden (vgl. Abb. 5). Dabei hemmt - und zwar
in ungleichem MaB - jede besonders stark die Hydrolysegeschwindigkeit derjenigen Substratkomponente, die ihr in der steriachen Konfiguration entspricht.
Sie beeinflussen also daa optieche Auswahlen im entgegengesetzten Sinn: D(-)Mandelsiiure bewirkt, daB zu Beginn der Spaltung hohe positive [aID-Werte fiir
die ioslierte Mandelsaure reaultieren, die bei weiterer Katalyse absinken ; L(+)Mandelsaure fithrt dagegen am Anfang der Hydrolyse zu einer starken Bevorzugung des (-)-Esters, bei fortachreitender Verseifung streben die negativen Werte
fiir die spezifische Drehung rasch dem Werte
0 zu, gehen dann in positive, ansteigende [aID-Werte uber, urn nach Erreichen eines Maximums wieder abzufallen. Die mit rac. Mandelsiiure erhaltenen [aID-Kurven spiegeln in ihrem Verl a d die entgegengesetzten Einfliisse der optischen Antipoden wider.
Die Alkoholkomp o n e n t e des Esters ist fiir den Reaktionsverlauf praktisch
ohne Bedeutung (vgl. Abb. 4 sowie andernorts2) w-iedergegebene Versuche).
+
Abb. 4
Q
25
5
~5 70
s~hungsgmdin %
725
75
EinfluB d e r Spaltungsprodukte a u f
das optische Auswiihlen
/
I: Ohne Zusatz, 11: Zusatz von Methanol
(5% der theor. abspaltb. Menge), 111: Zusatz von mc. Mandeleciure (5% der theor.
abspltb. Menge).
Die Zahlen an den Kurvenpunkten geben die
Reaktionszeit in Stundenen. (Die Anelysenpruben von 50 ccm enth. 2 g = 900 B-[e]
dea Samentrockenprlip. IVa; 2 g rac. Mandeleciuremethyleater; 2 g Phosphatpuffer
pH = 5,2; 2 Tropfen Toluol; t = 37".)
2,
Ausftthrliohere Daretellung bei: R . Boalaart, Diseertat. Univ. Munchen 1956/66.
m.m.B d
1889, Nr. 11
Die K m ~ h p e z i f i k i dcr
t Lipwe de4 R a w
606
Abb. 5
Lyo- und desmo-Lipasen in ihrem stereochemischen Auswbhlen. EibfluS
reo. Mandelsliure und ibrer optisehen Antipoden
Ie und b: Obne Z w t a
IIa und b: Z d z von mo.*6lande&re (60% der abirpaltb.
IIIa und b: Zusetz von L((+)-&ndeieeure (100% der sbspaltb. Mmge).
IVa und b: Znaatz von D(--)-Mhd&hm ( I W der
~ ebspsltb. Mengo). I400 %[el).
8 hew.
: l~W-Frektion(AUE~qvon
2gTrooLsnp~p.V8mif Waamn/ONH,OE-LGs.,
b b m . ---: deemo-Fr&tim (RilolrPtclwld b b m LUE2 g M p . Va nsoh 6m.l. Auszieh.
mit n/4O.NH,OH-~e.,628 &[el).
Die Zahlen en den Knrvenpunktan geben die Reektionseeif in Stunden an. (Die Analpenp b e n von 60 coin enth. 0,2Qg rac. ad.naslssnremethyl&r;
2 g Phcmphatpuffer
p~ = 5,2; 2 Tropfen Toluol sowie lyo- bcw. dasmo-Lipaee in der angegeb. Menge; t =37").
2. EinfluD der Znstandsform des Fermentes
a) Herkunft, Alterung und Behandlung des Enzymmateriole
Samentrookenprffparate von C he li do ni urn ma j u s verschiedener Herkunft
xeigen - bei gleicher Darstellungeweiae - quantitative Unterschiede im steri-
606
Bamann, Boahart und U l l m a n n
Archtv der
pharmazle
schen Auswiihlen, ohne daB jedoch die Tendenz der Emcheinungen verandert ist
(vgl. Abb. 1, 2 und 3).
Nach grobren Zeitabstanden wiederholte Versuche2) mit ein und demselben
Samenlipasepraparat konnen ebenfalls zu quantitativen Verschiebungen der
[aID-Werte im Vergleich mit den urspriinglichen Ergebnissen fuhren, der fiir die
Konfigurationsspezifitit charakteristische Habitus der Kurven iindert sich aber
nicht.
b) V e r h a l t e n v o n l y o - u n d d e s m o - F r a k t i o n e n
Die von R. WiZkiWer und H.BooMeuralds)4, geprEigten Begriffe ,,lye"- und ,,dearno"Enzyme sind Definitionen fiir einen mturgegebenen Zustand. In den zur Anwendung
kommenden LipaSep6paraten liegen Gemische aus einzelnen bodynamen lyo- und
desmo-Enzymen vor. Bei den durch Extraktion hergeatellten E q m - Losu ngen handelt
ea aich um Mischungen echten lyo-Enzyme - soweit urspriinglich in den Zellen gelost
vorhanden - mit von den Zellstrukturen abgel6eten Teilen des deamo-Enzyms. Die
durch Extraktion praktiechnichtmehrabtrennbarenanteilestellenRat-deamo-Enzymdar.
.
Das losliche und leicht losbare Enzym des Samens von Chelidonium m a j u s
weist gegeniiber dem erschopfend ausgezogenen desmo-Anteil ausgepragteren
,,Esterase"-Charakr auf6). Dementsprechend beobachtet man mit einem 1. Auszug (n/40 NH,OH-Los.) aus Samentrockenpraparateine kraftige Racematspaltung.
Die weiteren Ausziige hydrolysieren - bei guter Wirksamkeit gegeniiber Tributyrin - Mandelsiiuremethylester sehr langsam, die erschopfend ausgezogene
desmo-Fraktion - noch sehr wirksam gegeniiber dem Glyzerid - Ypaltet den
Mandelsiiureester ebenfalls nur schwaohl) *). Im Falle der Extraktion mittels eines
s a u e r reagierenden Agens (Phosphat-Pufferlosung pa = 5,2)ist die verbleibende
desmo-Fraktion auch nur von geringer Wirkung gegeniiber Mandelsaureester*).
Wae das optische Auswiihlen der einzelnen Fraktionen betrifft, so verlauft die
[aID-Kurve im Falle des erschopfend extrahierten Trockenpriiparatriickstandes im
allgemeinen oberhalb der [ol]~-KurVedes im ersten Auszug enthaltenen Enzyms,
d. h. bei hoheren positiven [alD-Werten. uberschneidungen der beiden Kurven
konnen vorkommen (siehe Abb. 5).
Die Auswirkung zugesetzter rac. Mandelsaure, niimlich Hemmung der Umsetzungsgeschwindigkeit und h d e r u n g des Auswahlens im Sinne bevorzugter
(+)-Esterspaltung, tritt bei dem im ersten Auszug enthaltenen Ezymanteil mehr
in Eracheinung als bei der im Trockenpraparatriickstand verbliebenen deamoFraktion2) (vgl. auch Abb. 5).
Wie die optischen Antipoden der Mandelsaure fur sich allein den Verlauf der
Racematspaltnng durch lyo- und deamo-Anteile des Enzyms beeinflussen, ist aus
den Kurvenveriaufen der Abb. 5 zu ersehen.
s, Hoppe-Seyler's Z. physiol. Chem. 203, 189 (1931). u. zw. S. 206ff.
4, Hoppe-Seyler's Z. phyeiol. Chem. 229, 241 (1934).
6 , Cferade nmgekehrt liegen die Spezifit&bverWtniase bei den lyo- und dmmo-Lipaaen der
Samen von NigeUa d v a und NigeUa damaacenal); vgl. dazu auch die Quotienten. die sich
bsi den Semenlipasen bei Qegenuberstellung der Spaltung von T r i b u t y r i n und B u t t e r Rkuremethylester ergeben (E. Bamzna, E. lillnmnn und N . Tietz, Biochem. 2. 324,
249 (1953)).
ts?.iW. Bd.
1959,Nr.11
& goafipMtionaq&fiiiit der Lipwe d a Samna
607
3. Diskussion d er Ergebnisee
Bei einsetzender Hydrolyse dea Racemats epaltet das Enzym den (-)-Ester
reecher ale den (+)-&tar. Die frei werdende (-)-&me h e w t bald aderordentlich stark die weitme Spdtung dea (-)-Eeters, und die V e d f u q der (+)-Komponente dea Substrah gewinnt das %rgewicht. D d m c h etreben die anfjinglich
negativen Werte fiir die epezifischeDrehung der iolierten Mandeleiiure dem Wart
f0 zu, um,dann in positive, ansteigende [a],-,-Werte iihrzugehen BO lange, bis
durch eine hohere Konzentration der (+)-&ure nunmehr die w h e r e (+)-Eaterspaltung verlangsamt und der Vorsprung der Hydrolyee dea (+)-8ubtratea kompensiert wird. waa sich im Abfallen der poativen [alD-Werte ausdrtickt, sofern
die Reaktion nicht mhon vorzeitig - nHmlich vor dem Erreichen lW/ir 8ubstratepaltnng - zum Stillstand gekommen iet. Wie noch dardegen edn wird,
erfiihrt der M u 8 der MandeleiSnre-Antipoden im obigen 8inne d m h Zustandsiindernngan des Enzymkompleres wiihrend der Verweheit im Spltnngsansatz noch eine Verstih.knng.
Die durch veraohieden lange Reaktiomiten und unhrschiedliche @enhydrolyse dea Subatratas bedingten, weoheeladen Mandeleiiurekomtrationen in Verbindung mit ungleichen Znetrndsfntrnsn dss Enzyms eind anah die Uraaahe fiir
die BChei n b ar e A b hii ng i gkei t d ar Ifoaf ig ur at i o ns s p e zi f i t iit eineraeita von
der S u b s t r a t k o n e e n t r a t i o n und hderemita von der Enzymmenge. Zur
Erzielnng gleicher (und damit vergleichbsrer) Spaltnnpgrade bei verachiedener
Substratkoruedration eind unttueohiedlche Resktiomiten notwendig. Dies
trif€t auch zu, WBM bei eine~gswisWn Flnbetratgontration ein bestitntnter
8pdtMgegtsd mit jeweih verschiedenen lldengen an Enzympriiparat efieicht werden SOU. Lingere Versuchazeitan bedingen eine stiirkere Eigenhydrolpe dee Substrat a und
en einer hoheren Konmntxation an saw ab k u r ~ 8owohl
.
bei hoher Substratkonmntration ale ouoh bei Einsata kleinem Enspuxmgen
werden also hohere positive [a]~-Werte
ttir die iaolierte Mandelaiiure multieren
ale bei niederer Substratkonasntration bzw. bei Anwendung gr&m E m w mengen.
Auch die beobsohtetehderung dea etarischenAnswahlexm bei Zueatz von T oluol
(ah K o ~ r v i e ~ t t eecheint
l )
kein echter EinflnD auf die & m o o W h e
Spezifitiit x u sein, sondern nur eine Folge der allgemein bei T o h l festgestallten
Hemmqg der-Vereehqsgeachwindigkeit, womit liingere Vemcbseiten und die
vorstehend bewhriebenen VorgiinBe v e r b d e n mnd.
Fiir dis Beeinfluamng dar etersoahemischsn Spezif'iit durah die ent&Jhestde 98ure
ktults mea bielaer nur ein Beispiel: Die von E.
und P.Luetwed) unterenohte
Erster4es etpder L e k e h m W c h e n MaptdpaiSt dadnrah
*
t,dsB
dea optieche AuswWen dumh rac. MandaM-ehne llndenmg dhrt%W
die
(-)-Kompanente der Senre zu einer stsrlran horzugung der Spltung dea (+)-Esters
im Iboamat,w-d
die (+)-MsndelrrBnn,da# Aadbhlen our in geringem AusmlcBe, aber
in entgergangeeetetem Sinne beeinfIuf3t. Dae Sptlltungspdukt Alkohol iat fiir d w optkche
-
A&hlen
euoh hier ohne Bedeutung.
-~
Hoppe-Seyler'a Z. phyaiol. Chem. 223, 186 (1934).
Bamann. Boshart und Ullmunn
608
Its aind dies auf€iilligeth3ereinetimmungen’zwiachender Wirkungeweiee dieaer tierimhen
&t.erase und der Semenlipaee von Chelidonium msjus, bei welcher der Einfld des
Speltungaproduktee Mandeleliure nur noch vie1 stirrker in Erscheinung tritt.
Die Lipase des Samens von Chelidonium m a j u s gehort - bei Zugrundelegung des Mandelsiiuremethylesters als Substrat - zu den die (-)-Komponente
im Racemat rascher spaltenden Enzymen. Man wird diese Bevorzugung aber nur
bei ganz niedrigen Spaltungsgraden und solchen a u h r e n Bedingungen (z. B.
schwach saures an Stelle von alkalischem Versuchsmilieu, kurze statt langer Versuchszeiten) beobachten, unter denen das Entstehen freier Mandelsaure durch
Eigenhydrolyse des Substrates vennieden ist. Den bei diesem Enzym vorliegenden
Habitus der [ ~ t ] ~ - K u r ve Obergang negativer Werte fiir die spezifische Drehung
der isolierten Mandelsaure zu positiven - haben wir z m r schon friiher diskut,iert7)8 ) , aber bisher noch nie angetroffen.
UberdenReaktionsmechanismus selbstlassensichfolgendedussagenniachen:
Man kann eine kompetitiveHemmung annehmen und ihr eine Konkurrenz der (-)-SAure
und der (+)-Siure um daa Enzym, also die Bildung der nicht reaktionsffiigen Verbindungen (-)-SBure-Enzym und (+)-Siure-Enzym zugrunde legen. Dadurch nhhme
die Konzentmtion der zerfallsfiihigen Ferment-Substrat-Verbindungen laufend ab, die
Umaetzungsgeaohwindigkeit wiirde vermindert, bis echlieBlich durch weitgehende Verschiebung dea Gleiohgewichtea zugunsten der Verbindungen Enzym-(-)-Mandeleiinre und
Enzym-(+I-Mandeleliure die Ketalpe praktisch zum Stillatand kiime. Das Qleichgewicht zwiechen den Komplexen Enzym-(-)-Substrat und Enzym-(-))-Mandeleiiure
mii5te in vie1 stiirkerem Ma& auf der site der Enzym-Skure-Verbindung liegen, ah dies
bei den (+)-Komponenten der Fa11 ist. Daher wiirde der Einflul3 der (-)-Mandelsirure
euf daa sterische Answehlen und die Vemifungsgeachwindigkeit weit mehr zur Geltung
kommen ah bei der (+)-Bfandel&ure. Hiemus wiirde sich auch erklkren, da5 Zusstz rac.
MLndeMure zu einer bevonugten Spaltung dea (+)-&tern
fiihrt. Man kommt bei dieser
- wohl zu vereinfachten - Erglllrung nicht ohne die zusiitzliohe Annahnie am, daD die
(-)-Eaterspaltung und die (+)-Esterapaltung an verschiedenen Stellen dea Izstdytmtors vor sich gehen, fur welche Auffwung allerdings die Verhaltnisee bei der Isberesterase des Menachena) herangezogen werden khncn.
BGt groderer Wahrscheinlichkeit diirften die Erscheinungen aber verursacht
werden durch das Zustandekommen verschiedener [Enzym/’Ster
1-Komplexe,
\Same
deren Zerfallsgeschwindigkeiten sich wesentlich von denjenigen der [EnzymEster]-Zwischenverbindungen
Affinitat
- unterscheiden. Bevorzugt
- und mit groder
bilden sich die Komplexe : Enzym/’(-)-Ester
und Enzym/(+)-Ester. Ihre Zer‘(+I- Saure
\(-)-Siiure
fallsfahigkeit ist gering. Ausschlaggebend fur den Reaktionsablauf, namlich den
Obergang dea negativen Auswahlens zum positiven, also die zunehmende Bevorzugung der Spaltung des (+)-Esters, erweist sich der Komplex des Enzyms mit
den (-)-Romponenten, wobei eine grode Affinitat bei seiner Bildung und eine
relativ kleine Zerfallsgeachwindigkeit als charakteristisch anzunehinen wiren.
und P . Laeverem, Ber. dtsch. chem. Gea. 64, 897 (1931).
U.-M. Schuub, E. Buinann untl P . Lueuerenz, Hoppe-Seyler’s Z. physiol. Chcm. 215
’) E. Bamum
8)
121 (1933).
l)er experimentellen Untermauerung d i e m Erkliirung und einer rechnerischen
Hehandlung der Einzelvorgangc nach dem Vorbild der Untersuchung iiber die
Menscl~enleberesteraae~)
stehen recht groBe Schwierigkeiten entgegen. Nicht zuletzt liegen sie in der Differenziertheit des Enzymmaterials, daa in seinen ve r s c hi e d e ne n Z u s t a n d s f or me n unterschiedlichm Verhalten zeigt.
Das Auftreten solcher verechiedener Zustandsformen erkliirt zuniicbt jene quantitativen Unterschiede in der Konfigurationsepezifitt,die beoachtet werden, wenn
H e r k u n f t . Alterung , L a g e r u n g und A u f a r b e i t u n g des Enzymmaterials
verschieden sind. Der daa optische Auswiihlen so stark bestimmende MandelsilureeinfluB wirkt 8ich mit jeder h d e r u n g der Zustandsform mehr oder weniger stark
aus. Eine liingere Konstanz des Enzyms in seinem Verhalten, etwa in Losungen,
was eine der wichtigten Vorbedingungen fiir exakte und reproduzierbare Me&
ergebnisse ist, ist in dem gewtinschten Umfang bei dieser Lipase nicht gewiihrleistet. So verwundert e8 nicht, daD Einwirkungen a d die Enzympriiparate, wie
sie beim Verweilen uber eine kiireere oder liingere Zeit im Vereuchaansatz oder
durch V or quell e nl) gegeben sind, sich auf die S p a1t u n g s g esc h windi g k e i t und
auf das o p t i sc h e Aus w a h l u n g s ve r m og e n amwirken@).Lyo-Fralctionen zeigen
gegenuber dem MandelsiiureeinfluD im allgemeinen eine groBere Empfindlichkeit
als deamo-Fraktionen. Ein Unterschied in der stereochemischen Spezifitiit der
verschiedenen h o d p a m e n im engeren Sinn liegt demnach nicht vor.
III. lkschmibung der V e ~ c J d )
Die Measungeii mit Mandelduremethyleaternurden im seuren Bereioh, bei PH = 6,2
imd 37", durohgefiihrt. Angaben iiber die VereuchsansHtee und deren Ahrbeitung enthiilt die 1. Mitteilungl) dieaer Untersuohungereihe. Die Durchffimg der Versuohe nicht
im optimelen (= alkalinohen) Milieu der L i p hat ihren Glrund in der verhlutniamiiBig
starken Eigenhydrolp dee MandeleBuremethyleatare im 8lkehchen Bereioh. Unter
unaeren Versuohsbedingungen wfirde bei PH = 7 10 m n t E~enhydmlyweohon in
9 Stunden erfolgt win, wiihrend bei PH = 6,2dezu 120 Stunden ndwendig sind.
Als Enzymmaterialdienten Semen von Chelidonium majus veraohiedener Herkunft.
Yie kamon in Form entfetteter Trockenprliparatel) oder d a m u gewonnener lyo- und
deamo-Fraktionedo)11) dea Enzyms zur Anwendung. Zur Beetimmung der Lipaeemengen
in den Enzym--paraten
und -Zubereitungen dienb daa etelagmometrieche Verfiahreii
der Tributyrinhydrolp in der von E. Bamann und E. UUmannla) angegebenen W e k .
Fiir die quantitetiven Vergleiche bt wie dort die Butyreee-Einheit (B-[el) gewlihlt. Die
Wirksamkeit wurde im optimalen Bereioh bei p~ = 8.6 gememen. Bei p~ = 6,2 bet*
die Aktivitiit etwa die HAlfte.
Die Kennmichnung der einzelnen Prgparate geachieht in F'ortaetzung der frfiher begonnenen Bemichnungmeiee: Des Semenmaterialjeder EIemenliefernng wird fortlaufend
mit riimieohen Ziffern III, IV iisw. und deren einzelne Auferbeitung mit den Buchatahen
a, b w w . bemichnet.
'J) Vgl. clip Heobechtungen Iibcr die Subatrabpezifittit isodynamer pflamlieher Lipssen
( E . Bamann, E . Ullwann und I?. Tie&, Biochem. Z. 324, 249 (1963)).
10) E. Bamann, E. Ullmann und N . Tielz, Biochem. Z. 323, 488 (1963).
11) B. Batnann in: &. Baniann und K . Uyrbtick. Me Methodender Fermentformhung. TAPzig 1941, New York 1946, S. 1410.
l a ) Biochem. Z. 312. 9 (1942).
ztl-ung
Auffklligkeiten - neuer und ungewohnlicher Habitus der [a]-Kurven, h d e rung des optischen Auswahlens nach Vorbehandlung der Enzympraparate, Widerspruch in bezug auf die Unabhangigkeit der Konfiguratiomspezit von der
Katalysatormenge -, die sich bei der Einwirkung der Lipaee des Samem von
Chelidonium m a j u s auf rac. Mandelsiiuremethylester ergeben, lessen sich zuniichst mit den bieher erarbeiteten, der Konfigurationsspezifiitjit der esterspaltenden Enzyme zngrundeliegenden Gesetzlichkeiten nicht vereinbaren.
Durch eine reaktionskinetische Behandlung wird der starke EinfluS sichtbar,
den das Spaltungsprodukt Mandelsiiure auf den Reaktionsablauf nimmt. Die Vielfalt der Moglichkeiten, in welcher sich die stereochemische Spezifitiit darbieten
kann, erfahrt erneut eine Erweiterung.
Dem Verband der Chemiechen Induetrie - Fonds der Chemischen Industrie -- sprechen
wir fiir die Forderung unserer Untersuchung w r e n aufrichtigen Dank am.
.-
Anschrlft: Prof. Dr. E. Bamann, bliiochen 15, Pettenkoferotr. 148, Jnatltut fik Phsrmazie m d Lebensmlttelchemle der Unlvernltlit Idtinclicn.
1795. E. Niirnberg
Diinnschichtchromatographische Untersuchungen einiger
pharmazeutisch verwendeter organischer Stickstoffverbindungen
Aus dem Pharmazeutischen Entwick~ungalabor8toritoriumder E. Merck AG, Darmatadt
Leitar: Direktor Dr. W. I k u m
(Pingegangen am 12. Man 1969)
Von den zahlreichen in der Analytik gebrauchlichen chromatographischen Methoden eignet sich das von E.
entwickelte Verfahren auf der Basis
rein anorganischer diinner - auf Glaaplatten aufgetragener - Schichten vorteilhaft f i r die Untersuchung von Arzneimitteln. Verschiedene Autoren4) waren, von
der klassischen Siiulenchromatographie ausgehend, iiber mit Aluminiumoxyd oder
Kieselsaure impragnierte Papiere zur ,,offenen Saule" gelangt, d. h. zu diinnen
aus anorganischen Adsorptionsmitteln und Starkekleister bestehenden Schichten.
Es ist das Verdienst von E. Stahl, die verfahrenstechnischen Voraussetzungen fur
diese praktische und empfindliche Methode geschaffen zu haben. Heute kijnnen
diinnschichtchromatographische Analysen gut reproduzierbar unter Ytandardbedingnngen durchgefiii werden.
-
P. Stahl, Phsrmazie 11, 633 (1966).
*) E . Stahl, Cheder-Zeitung 82, 333 (1968).
3) E . Stohl, Parfiimerie n. Kwmeti 9, 564 (1968).
1)
4)
Literatarzwarnmenatellung in den Arbeiten von E . S k ~ h l ' - ~enthmlten.
)
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