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In-vitro-Untersuchungen zur mikrosomalen N-Oxidation einiger Guanidine.

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Archiv der Pharmazie
~
November 1986
319. Band
~
~~~
Heft 11
Arch. Pharm. (Weinheim) 319, 961-968 (1986)
~n-vitro-Untersuchungenzur mikrosomafen N-Oxidation einiger
Guanidine")
Bernd Clement
Pharmazeutisches Institut der Universitat Freiburg, Hermann-Herder-Str. 9, D-7800 Freiburg
Eingegangen am 25. September 1985
Es wurden einige Guanidine 1 bzw. 5 unter Verwendung von synthetisiertem VergleichsmateKial auf
eine N-Hydroxylierung durch mikrosomale Enzyme untersucht. Die mogliche Isolierung und der Nachweis (DC/MS) der potentiellen Metaboliten, den 2-Hydroxyguanidinen 2 bzw. 7, konnten in Vorversucben sichergestellt werden. Innerhalb der in vitro-Biotransformationsstudien mit mikrosomalen Fraktionen von Kaninchenleberhomogenaten lieBen sich jedoch keine N-hydroxylierten Produkte 2 bzw. 7 auffinden. Diese Ergebnisse werden im Zusammenhang mit Untersuchungen zur Biotransformation anderer
stickstoffhaltiger funktioneller Gruppen diskutiert.
Studies in vitro of the Microsomal N-Oxygenation of some Guanidines
The metabolic N-hydroxylation of a series of guanidines 1 and 5 has been studied using synthetic reference compounds. Preliminary experiments (t.l.c./m.s.) guaranteed that the potential metabolites, the 2-hydroxyguanidines 2 and 7, could be isolated and identified if they were formed. However, none of the guanidines tested are N-hydroxylated to 2 or 7 by microsomal fractions of rabbit liver homogenates. These
results are discussed with regard to the biotransformation of other nitrogen-containing functional groups.
Zahlreiche pharmakologisch interessante Verbindungen enthalten eine Guanidinfunktion. Hier sind
besonders Antihypertensiva, Antidiabetica, Virustatica und Antiseptica zu nennenl). Innerhalb der Gruppe der Antihypertensiva spielt in der Bundesrepublik Deutschland das Guanethidin (lc)'),in anderen Landern besonders das Debrisoquin (ld)2)eine Rolle. Zu Beginn meiner Arbeit fanden sich keine Untersuchungen zur N-oxidativen Biotransformation dieser Funktion. D a die N-Hydroxylierung von Amidinen
trotz deren hoher Basizitat aufgefunden werden konnte3. 4, und auch andere Gruppen dieser Reaktion
unterliegen5), schien es interessant, Guanidine einer solchen Studie zu unterziehen.
*) In Ausziigen vorgetragen auf dem 3rd International Symposium on the Biological Oxidation of Nitro-
gen in Organic Molecules (15.08. 1984, London).
0365-6233/86/1111-0961
$02.50/0
(0VCH Verlagsgesellschaft mbH, D-6540 Weinheim, 1986
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Clement
Arch. Pharm.
Die Auswahl der Guanidine wurde durch die erzielten Ergebnisse bei der Untersuchung der Amidine3.4)beeinflufit. Danach waren besonders Guanidine vom Typ 1 mit einer NH,-Gruppe als moglicher
Ort der Hydroxylierung von Interesse3).
Das unsubstituierte Guanidin wurde nicht untersucht, da es physiologisch auftritt und kein Fremdstoff
isP. Neben dem Guanethidin (lc) und dem Debrisoquin (Id) wurden wegen der relativen Stabilitat der
potentiellen Metaboliten das N-tert.-Butyl- la und das N-tert. Octylguanidin Ib ausgewahlt. Beide Guanidine la und b weisen antihypertensive Wirkung auP), insbesondere das tert.-Octyldetivat Ib (Guanoctinum)8). Bei la, b, c und d besteht die M6glichkeit zur Ausbildung von 2-Hydroxyguanidinen 2 als Produkte einer enzymatischen N-Hydroxylierung sowohl des NH,-Stickstoffes als auch des =NH-Stickstoffes, die in der protonierten Spezies identisch sind. Die entstehenden N-Hydroxyguanidine liegen in der
oximartigen Struktur 2 und nicht als hydroxylaminartige Tautomere 3 vor, wie eigene '5N-kernresonanzspektroskopische Untersuchungen eindeutig belegten9).Daruber hinaus besteht bei den N-monosubstituierten Derivaten la, b und c die Moglichkeit des Entstehens von N-hydroxylierten Verbindungen 4. Verbindungen der Struktur 4 erweisen sich als freie Basen sehr instabil und ihr Nachweis diirfte selbst in in vifro-Experimenten nur schwer zu fuhren sein. Es fanden sich aber bei den eigentlichen Biotransformationsstudien keinerlei Hinweise auf Verbindungen 4, so daR ihr Entstehen zumindest unwahrscheinlich erscheint.
/
RZ-N,
H-N,
R1
/
R~-N\
7
/
C=NH
H
Rf
/
C=N-OH
H-N\
'1
t-
RZ-N,
H-N\
2
H
R1
/
C=NH
OH
7%
a:
R1 = CH3-C-,
I
R2
CH3
I
CH,
H
c:
R1
=
c+c%-,
R2
= H
7%
733
b: R' = CH3-C-CH
=
2-1
C-, R2 = H
d: R', R2 =
CH3
,OH
R-N;
H-N\
/
C=NH
H
4
Als Modellsubstanz fur ein weniger basisches Guanidin (pK, = 10.O)'o' wurde das
Diphenyiguanidin 5 ausgewahlt, um die diskutierte") Abhangigkeit der Biotransformation vom pK,-Wert zu iiberprufen. Auch bei 5 ist durch N-Hydroxylierung der NH2Gruppe die Bildung eines 2-Hydroxyguanidins 7 (nach Tautomerisierung von 6 ) moglich. Die Struktur von 512)wie auch von 7''wurde wiederum anhand von "N-Kernresonanzspektren festgelegt.
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-+
963
Mikrosomale N-Oxidation einiger Guanidine
.C=N-
OH
Um eindeutige Aussagen treffen zu konnen, wurden die moglichen Metaboliten synthetisiert und ihre Stabilitat bzw. Analysierbarkeit iiberpruft.
Synthesen
Im Falle der 2-Hydroxyguanidine 2c und 7 handelt es sich urn bekannte Verbindungen (s. Exp. Teil). Die Synthese der bisher wenig bekannten Verbindungsklasse der 1monosubstituierten 2-Hydroxyguanidine wie 2a und b durch Umsetzung der entsprechenden Cyanamide mit Hydroxylamin ist an anderer Stelle beschrieben’! Analog
wurde das neue 2-Hydroxyguanidin 2c synthetisiert (s. Exp. Teil). 2c erwies sich jedoch in Form der freien Base als sehr instabil und konnte nur als Oxalat charakterisiert
werden. Auf Grund dieser Instabilitat von 2c wurde das Guanethidin lc nicht weiter in
die Biotransformationsstudien einbezogen.
Analytik
Zur DC-Trennung wurden geeignete FlieOmittelsysteme gefunden (s. Tab. 1). Die Anfarbung von 2
und 7 gelang mit wal3riger Eisen(II1)-chlorid-Losung.
Tab. 1: Rf-Werte der 2-Hydroxyguanidine
Verb.
Rf-Werte
(Flieiimittelsystem)
Verb.
Rf-Werte
(Flieiimittelsystem)
2a
2b
0.61 (A)
0.82 (A)
2d
7
0.37 (B)
0.47 (B)
Flieiimittel: A Chloroform/Methanol/Triethylamin 5 :5 :1 (V/V/V)
B Toluol/Methanol/Triethylamin8:1 : 1 (V/V/V)
Fur den Strukturbeweis eines Metaboliten wurden die MS der synthetisierten Verbindungen vermessen
(s. Tab. 2), (zur Diskussion der MS von 2-Hydroxyguanidinen und anderen Guanidinderivaten vergl.
Lit.13, 14)).
Clement
964
Arch. Pharm.
Tab. 2: Rel. Intensitaten der typischen Ionen in den MS (EI, 7 0 eV) der 2-Hydroxyguanidine
Verb.
Rel. Intensitat d . Ionen m/z
M+’
(M-oH.)+
2a
2b
27
20
3
1
2d
7
6
51
23
58
andere
mlz (%I
4 3 (loo), 57 (581, 74 (77)
43 (59), 57 (841, ’74 (1001,
75 (671, 130 (42)
1 3 2 (100)
Die Extrahierbarkeit der moglichen Metaboliten und ihre Stabilitat unter den Bedingungen einer in vifro-Inkubation und dem Aufarbeiten konnte fur 2a, b, d und 7 sichergestellt werden. Bekannte Mengen
der 2-Hydroxyguanidine wurden wie bei den eigentlichen in vifro-Biotransformationsstudien behandelt.
Danach konnten noch 0.1 mg der 2-Hydroxyguanidine 2a, b und d und 0.02 mg an 7 sehr gut nachgewiesen werden. Bei pH 7.4 lassen sich im Gegensatz zu den Substraten, den Guanidinen 1, die weniger basischen 2-Hydroxyguanidine 2 in organische Losungsmittel uberfuhren. Bei Verwendung von HPTLCFertigplatten fur die Nano-DC (Merck) konnten Verbindungen 2 bzw. 7 noch im Nanogramm-Bereich
chromatographisch nachgewiesen werden (ohne anschlieflende M.S.-Analyse).
In vitro-Metabolisierungstudien
Vorgehen
Das Vorgehen erfolgte analog zu den Untersuchungen der N-substituierten Benzamidine’) und des
Benzamidins4). Nach Inkubation (Zusarnmensetzung der Ansatze s. Exp. Teil) bei pH 7.4 mit dern Substrat, NADPH und dem 9000 g Uberstand von Kaninchenleberhomogenaten (bzw. Mikrosomen) erfolgte dreimalige Extraktion der einzelnen Ansatze mit Chloroform. Nach Vereinigung der Chloroformauszuge und Entfernung des Losungsmittels schlofl sich die DC/MS-Analyse an. Es wurde eine solche Anzahl von Ansatzen gewahlt, dafi die fur die DC/MS-Analyse notwendigen Mengen an Metaboliten bei einer relevanten Aktivitat der Leberenzyme hatten entstehen mussen.
Ergebnisse und Diskussion
Die Guanidine la, b und d zeigten weder mit dem 9000 g Uberstand noch mit der
Mikrosomenfraktion eine N-Hydroxylierung zu den 2-Hydroxyguanidinen 2a, b und
d. Diese Versuche wurden mehrfach, auch mit einer sehr grol3en Anzahl von Ansatzen,
wiederholt. h i e r u n g e n der Konzentrationen (Substrat, Cofaktor, Protein) veranderten das Ergebnis nicht. Es wurde uberlegt, da13 evtl. die Konzentration an freien Guanidin-Basen bei pH 7.4 zu gering ist. Doch auch bei hoheren pH-Werten (8.6, 10.0)wurde kein anderes Resultat erzielt.
Wahrend bei pH 8.6 die mikrosomalen Enzyme noch aktiv sein sollten, ist dies allerdings bei pH 10.0 nicht mehr gewahrleistet.
Auch fur das weniger basische Diphenylguanidin 5 wurde das 2-Hydroxyguanidin 7
nie als Metabolit aufgefunden. Aufgrund des pK,Wertes von 5 ist die Konz. an freier
Base bei pH 7.4 vergleichbar mit der der oxidierbarenI5) aliphatischen Amine und noch
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Mikrosornale N-Oxidation einiger Guanidine
'965
groDer als die der ebenfalls umgesetzten N , N-unsubstituierten Benzamidine4). Dies
zeigt, daD eine N-Oxygenierung offenbar nicht vom pK,Wert abhangt.
SchlieDlich kamen noch mikrosomale Fraktionen von mit Phenobarbital bzw. Methylcholanthren induzierten Kaninchen zur Verwendung, doch auch damit trat die NOxygenierung nicht ein.
Unter Berucksichtigung der Erfassungsgrenze der Analytik, der Anzahl der aufgearbeiteten Ansatze mit den Mengen an Substrat und Protein und der Inkubationszeit
von 30 min muf3 dabei, wenn uberhaupt eine Umsetzung stattfindet, die Aktivitat der
mikrosomalen Enzyme unter 0.01 nmol an gebildetem 2a, b bzw. d/min/mg Protein
bzw. unter 0.005 nmol an gebildeten 7/min/mg Protein liegen.
U m festzustellen, ob die Aktivitat unter der Erfassungsgrenze der zunachst verwendeten Analytik lag, wurden aufgearbeitete Ansatze mit Hilfe von Hochleistungsplatten
fur die Nano-DC (Merck) auf das Vorliegen von 2-Hydroxyguanidinen 2 bzw. 7 rein
chromatographisch untersucht. Auch hierbei gelang der Nachweis nicht. N-hydroxylierte Metaboliten entstehen zwar oft nur in geringer Menge'), doch liegen die Aktivitaten der beteiligten Enzyme bei in vitro-Studien uber 0.1 nmol an gebildeten hydroxyliertem Produkt/min/mg Protein. Im Falle der Umsetzung von Benzamidin zur Benzamidoxim wurde in einer analogen Studie ein Wert von 0.4 nmol Benzamidoxim/min/
mg Protein gefundenI6'. Fur die N-Hydroxylierung des Acetylaminofluorens wird bei
nicht induzierten Kaninchen ein Wert von 0.17 bzw. 0.19 17) angegeben, fur Amphetaminderivate finden sich noch groBere Aktivitaten in der Literatur'', ''I.
Im Falle der N-Oxidation ist die Abhangigkeit von besonders zwei mikrosomalen
Monooxygenasen zu berucksichtigen. Zum einen ist Cytochrom P-450 beteiligt oder
aber die FAD-haltige Monooxygenase (EC I. 14, 13.8, Dimethylanilin Monooxygenase) ist verantwortlich5). Analog zu den Amidinen4) werden Guanidine durch die FADhaltige Monooxygenase nicht umgesetzt. ES konnte sein, dal3 die Nucleophilie der
Amidine und Guanidine in waDriger Losung zu gering ist, um das Peroxyflavin, welches als Zwischenprodukt bei der Reaktionsabfolge dieses Enzyms auftritt (Ubersicht
in Lit.")), angreifen zu konnen. Es ist bekannt, dal3 eine gewisse Nucleophilie Voraussetzung fur eine Umsetzung durch die FAD-haltige Monooxygenase ist2'). Ebenso wird
berichtet, daD Delokalisierung von Elektronen die Wechselwirkung mit dem katalytischen Zentrum verhindert22).Die Fahigkeit des Cytochrom P-450 zur N-Hydroxylierung von NH2-Gruppen, wie diese bei Amidinen und anderen funktionellen Gruppen,
besonders ohne a-H-Atome zu beobachten ist3), gilt also nicht fur Guanidine. Eine
mogliche Konkurrenzreaktion der oxidativen N-Desalkylierung ist nur beim Debrisoquin (Id) moglich, aber nicht im Falle von la, b und 5, da sie uber keine a-H-Atome zu
den Stickstoffen verfiigen.
Die Unterschiede hinsichtlich der N-Hydroxylierung von Amidinen und Guanidinen
durch Cytochrom P-450konnen im Moment noch nicht iiberzeugend erklart werden.
Die Versuche lassen als Erklarung die erhohte Basizitat der Guanidine ausscheiden.
Eventuell sind die Elektronen in Guanidinen zu stark delokalisiert, um von diesem Enzymsystem angegriffen zu werden. Die Bindung der Guanidine an das Enzym konnte
im Vergleich zu den Amidinen erschwert sein.
966
Clement
Arch. Pharm.
D a N-Hydroxylierungen zu toxischen Produkten fuhren konnen'), ist das in dieser
Studie gefundene negative Resultat hinsichtlich einer solchen Umsetzung der Guanidine fur kunftige Arzneimittelentwicklungen nicht uninteressant. Mu13 bei einer Vielzahl anderer stickstoffhaltiger Gruppen rnit einer solchen Biotransformation gerechnet
werden'), kann man dies offenbar fur Guanidine ausschlieflen.
Wenn man die Literatur uber Guanidine und Amidine verfolgt, scheint es, als ob beide funktionelle Gruppen uber gleiche pharmakologische Vielfalt verfugen. Nur sind, im
Vergleich zu den Guanidinen, vie1 weniger basische Amidine als Arzneistoffe registriert worden. Dies konnte von den offenbar gro13eren Nebenwirkungen der Ami24) herruhren. O b diese auf die gefundenen Unterschiede in der Biotransformation zuruckzufuhren sind, sollen weitere Untersuchungen zeigen.
Der Deutschen Forschungsgemeinschaft danke ich fur die Unterstiitzung dieser Arbeiten.
Experimentelier TeiI
Reagenzien: NADPH (Boehringer, Mannheim); Losungsmittel (frisch dest.) und Chemikalien p. a.
(Merck, Darmstadt); 3-Methylcholanthren (Sigma-Chemie, Taufkirchen). ZR-Spektren: Perkin-Elmer
IR 13 10; 'H-NMR-Spektren: Varian T 60; 'SN-NMR-Spektrurn: 40.55 MHz, Bruker WM 400 Spectrometer; MS: Finnegan 4000 (70 eV). Typische Ionen und deren Intensitaten s. Tab. 2. DC-Fertigplatten,
Kieselgel 60 F I ~Schichtdicke
~,
0.25 mm (Merck) bzw. HPTLC-Fertigplatten Kieselgel 60 F254 fur die
Nano-DC (Merck). Fliefimittel und Rf-Werte s. Tab. 1. Detektion von Verb. 2 bzw. 7 rnit Iproz.
Eisen(II1)-chlorid-Losung (Braunfarbung). Zn vitro-Metabolisierungsstudien:Das generelle Vorgehen ist
in Lit.3) beschrieben. Einzelheiten der Praparierung des Leberhomogenates, der Inkubierung, der Extraktion der Inkubate und der Isolierung und des Nachweises von Metaboliten finden sich in Lit.4). Dabei ist
dem Ausschutteln der Inkubate gegeniiber dem Arbeiten rnit Extrelutsaulen@(Merck) der Vorzug zu geben. l a und b wurden als Hydrochloride, l d als Sulfat und 5 als freie Base eingesetzt. Es wurden bis zu 24
Ansatze rnit jeweils der folgenden Zusammensetzung inkubiert (30 min): 3 ml Phosphatpuffer p H 7.4,
1 ml Cofaktorlosung mit 2 mg NADPH und 1.9 mg MgCI,, 10 pmol Substrat in 1 ml Phosphatpuffer
und 1 ml 9000 g Uberstand vom Kaninchenleberhomogenat (entspr. meist 40 mg Protein). Andere verwendete Puffer besafien einen pH-Wert von 8.625),bzw. 10.025).Proteinbestimmung erfolgte gemafi Lit.20)
(Biuret-Methode, Reagenzien aus Merckotesta, Merck Darmstadt). Induktionsversuche: Kaninchen,
Phenobarbital: Erwachsene Kaninchen (2 kg) erhalten uber einen Zeitraum vom 5d eine 0.1 proz. Natrium-Phenobarbital-Losung als Trinkwasser. Aus der von den Tieren aufgenommenen Fliissigkeitsmenge errechnen sich 2 g Natrium-Phenobarbital. Kontrolltiere werden unter analogen Bedingungen gehalten
(reines Trinkwasser). 3-Methylcholanthren: Erwachsene Kaninchen bekommen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen jeweils 25 mg/kg Korpergewicht und am dritten Tag jeweils morgens und ahends dieselbe
Dosis 3-Methylcholanthren in 2 ml Maiskeimol subcutan verabreicht. Nach 20 h Fasten werden die Tiere
getotet. Kontrolltiere werden unter analogen Bedingungen gehalten und mit reinem Maiskeimol behandelt. Synthesen: Guanidine: Diphenylguanidin 5 (EGA); Guanethidin (le) und Debrisoquin (Id) CibaGeigy bzw. Hoffmann-La Roche. Die Hydrochloride sowohl von la2'), wie auch von 1bz8)konnten auf
dem beschriebenen Wege aus den entsprechenden Cyanamiden29) durch Umsetzung mit Ammoniuumchlorid gewonnen werden. 2-Hydroxyguanidine: 2a9), 2b9) und Zd3O) durch Addition von Hydroxylamin
an die entsprechenden Cyanamide. 7 ist durch Umsetzung von Hydroxylamin rnit Diphenylcarbodiimid31) gewonnen worden32).
319186
Mikrosornale N-Oxidation einiger Guanidine
967
I -~2-(Hexahydro)-l(2H)-azocinyl)ethyll-2-hydroxyguanidinium-hydrogena~alat
(24
5 g (32 mmol) 2-[Hexahydro-1(2H)-azocinyllethylamin~3~
(Fa. Ciba-Geigy) wurden in 40 ml trockenem
Ether gelost und zu einer eisgekuhlten Losung von 1.7 g (16 mmol) Bromcyan in 60 ml trockenem Ether
getropft. Nach Ruhren unter Eiskuhlung fur 1 h wurde noch weitere 20 h bei Raumtemp. geriihrt. Anschliel3end wurde vom entstandenen Aminhydrobromid abfiltriert und der Ether entfernt. Es verblieh ein
oliger Ruckstand von 2.9 g, der uberwiegend aus 2-LHexahydro-1(2H)-azocinyllethylcyanamid bestand
(Darstellung dieses Cyanamides gem. Lit.34) abgewandelt). Diese 2.9 g wurden in 10 ml trockenem Dioxan gelost und zu einer Losung von 0.7 g (21 mmol) Hydroxylamin in 15 ml trockenem Dioxan getropft.
Es wurde 20 h bei Raumtemp. geruhrt und das Dioxan entfernt. Der Ruckstand wurde in T H F aufgenommen und mit einer ges. Losung von 1.6 g (18 mmol) wasserfreier Oxalsaure in THF versetzt, der Niederschlag in Aceton erhitzt, mit Wasser bis zur Losung versetzt, heil3 filtriert und kuhl gestellt (Id). Ausb.
2.5 g (51 % bez. auf Bromcyan) farblose Kristalle, Schmp. 205-207" (Zen.). - IR (KBr): 3650-2300
(breite Bande, OH bzw. =&3410
I,),
(NH), 3180 (NH), 1680, 1610 cm-I (C=O, C=N). - 'H-NMR
(CDCI,), nach Alkalisieren einer wal3rigen Losung und Ausschutteln rnit CDCI,): 6(ppm) = 1.60 (br.s;
10H, Ring-CH,), 2.61 (t; 6H, N-CH,), 3.10 (t; 2H, CEI,-NH), 5.23 (br.s.; 4H, NH, OH). - ([D,lDMSO,
Salz): 6 (ppm) = 1.55 (br.s.; 10H, Ring-CH,), 2.66 (br.s.; 6H, N-CH,), 3.23 (t; 2H, CH,-NH), 7.26,7.93
und 8.03 (br.s.; 6H, NH, OH). - "N;NMR (H,O, CH,NO, ext. Stand.): 6 (ppm) = 50.6 (Ring-N), 69.7
und 70.2 (NH,, NH), 134.7 (=N). C,,H,,N,O . C2H0, (304.4) Ber. C 47.4 H 7.95 N 18.4 Gef. C 47.1
H 7.90 N 18.3.
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N-Hydroxyisothioharnstoffe
Bernd Clement
Pbarmazeutisches Institut der Universitat Freiburg, Hermann-Herder-Str. 9, D-7800 Freiburg
Eingegangen am 27. September 1985
Die Addition von Hydroxylamin an Alkylthiocyanate 1 fuhrt zu Gemischen, die uberwiegend aus 2-Alkyl-3-hydroxyisothioharnstoffen2 und zum geringeren Teil aus S-Alkyithiocarbamaten3 bestehen. Die
Strukturaufklarung von 2a gelingt insbesondere durch Anwendung der "N-NMR-Spektroskopie.
N-Hydroxyisothioureas
The addition of hydroxylamine to alkyl thiocyanates I affords mixtures mainly of 2-alkyl-3-hydroxyisothioureas 2 and minor amounts of S-alkyl tbiocarbamtes 3. The structure of 2a has been elucidated by
15N-NMR spectroscopy.
0365-6233/86/1111-0968
$02.50/0
0VCH Verlagsgesellschaft mbH, D 6940 Weinhelm, 1986
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