close

Вход

Забыли?

вход по аккаунту

?

Isolierung und Identifizierung eines Flavondipentosides aus den Blttern von Prunus spinosa.

код для вставкиСкачать
342
Horhammer, E n d r e s , Wagner und Richthammer
Archiv der
Pharmazie
1592. L. H o r h a m m e r , L. E n d r e s , H. W a g n e r und F. R i c h t h a m m e r
Isolierung und Identifizierung eines Flavondipentosides aus
den Blattern von Prunus spinosa
Aus dem Institut fur Pharmrtzeutische Arzneimittellehre der Universit,at Miinchen
Direktor: Prof. Dr. L . fI6rharnmer
(Eingegangen am 28.Januar 1957)
Eine Ubersicht uber die im Pflanzenreich auftretenden Flavonglykoside zeigt,
daB an der Verglykosidierung der Aglykone w echselweise Hexosen und Pentosen
beteiligt sind, ohne daB hierin eine gewisse GesetzmaBigkeit erkennbar ware. Bei
den Diglykosiden erscheint die Kombination Hexose-Hexose ebenso haufig, wie die
Verkniipfung von Hexose und Pentose mit dem Flavonaglykon. Ein flavonisches
Heterosid mit nur zwei Pentosen als Zuckeranteil wurde bisher noch nicht aufgefunden. Vom vergleichend-biochemischen Standpunkt aus verdient daher die
Beobachtungl), daB einige Rosaceen Flavonglykoside enthalten, deren Aglykon
mit zwei Pentosen verknupft ist, besonderes Interesse. Diese Peststellung, die sich
bisher nur auf den papierchromatographischen Nachweis griindete, konnte nunmehr durch die Isolierung und Identifizierung eines Kampferol-3-rhamno-4’arabinosides bestatigt werden. Dieses Dipentosid ist Hauptglykosid von insgesamt
drei in den Blattern von Prunus spinosa vorkommenden Flavonen, die ebenfalls
isoliert und in ihrer Konstitution aufgeklart werden konnten.
Die Aufarbeitung der Droge erfolgte in Anlehnung an die bekannten Methoden
der Flavonisolierung durch erschopfende Methanolextraktion. Nach Entfernung
der gallertebildenden Pectine und anderer Ballaststoffe durch ein besonderes
Emulgierverfahren, wurde der waarige Ektrakt zuniichst mit &her ausgeschuttelt.
Aus dem verbliebenen wahigen Ruckstand fie1 das Hauptglykosid kristallin aus.
Weitere Mengen des gleichen Glykosides konnten durch die nachfolgende
Essigester- und Essigester-Methanol-Ausschiittelung gewonnen werden. Die Gesamtausbeute an reinem Glykosid betrug etwa 0,4 g-%. Das Glykosid schmilzt bei
216-217” C. Auf Grund der Elementaranalyse und der Molekulargewichtsbe(Molekulargewicht =
stimmung errechnet sich eine Bruttoformel von C,,H,,O,,
564). Das Absorptionsspektrum mit seinen typischen Maxima bei 2650 A E,,,,. =
39,52) und 3520 A (Espes.= 28,50) deutet auf das Vorliegen eines Diglykosides.
Identifiziert wurde das aglykonische Spaltprodukt (Kampferol) in Form des Tetraazetates durchMischschmelzpunkt mit authentischemTetraacetylkampferol( Schmp.
=17&181” C) ;auch dieAbsorptionsspektren und Rf-Werte stimmen mit Eampferol
iiberein. Der Zuckeranteil erwies sich beim papierchromatographischen Vergleich
mit authentischen Zuckern als ein Gemisch von 1-Rhamnose und 1-Arabinose. Seine
Identifizierung erfolgte durch Uberfiihrung in die Osazone und Trennung des entstandenen Gemisches auf Grund der verschiedenen Loslichkeit in heiBem Wasser.
DaB 1 Mol Glykosid bei der Aufspaltung mit Mineralsaure 1 Mol Kampferol, 1Mol
Rhamnose und 1 Mol Arabinose liefert, konnte durch die quantitative Hydrolyse
l) L. Horhanimer, R . HiinseZ und
289/62, 133 (19%).
W. Endyes, Arch. Pharmaz., Rcr. dtsch. pharmaz. Ges.
250.162. Bd.
1951, gr. I
Isolierung und Identijizierung einea Plavondipentosidea
343
bewiesen werden. Der Aglykongehalt betrug 49,17%. Um die Frage nach der
Stellung der beiden Pentosen Rhamnose und Arabinose zu klaren, wurde eine
Totalmethylierung und anschlieaende Hydrolyse durchgefiihrt. Auf Grund der
Methoxylgruppenbestimmung handelt es sich bei dem methylierten Produkt um
den Dimethylather des Kampferols. Hieraus ergibt sich, daB das Glykosid die
beiden Zucker nicht an einer, sondern an zwei verschiedenen Stellen tragt. Einer
der beiden Zucker mu13 dabei mit dem Hydroxyl am C, verknupft sein. Hierfiir
spricht einmal das Absorptionsspektrum, zum anderen ist der positive Ausfall des
Zirkon-Zitronensauretestes2)beweisend fur die Bindung am C,. Von den insgesamt
sechs moglichen, isomeren Dimethylathern des Kampferols sind vier bekannt (siehe
Tabelle 1).Eine Ubereinstimmung liegt vor mit dem von J. M . Guider und Mitarbeitern3) synthetisierten 5,?-Dimethylather, so dafj unser Glykosid ein 3,4'Kampferoldipentosid darstellt. Pur die Konstitution des Glykosides bleiben demnach nur noch zwei Moglichkeiten. Eine Entscheidung zwischen diesen beiden
Formeln konnte durch die partielle, enzymatische und chemische Hydrolyse der
beiden Zucker und Reindarstellung der entsprechenden Monoside erreicht werden.
Behandelt man das Glykosid mit einem Hydrolasegemisch aus Aspergillus oryzae,
so isoliert man aus dem Fraktionsgemisch ein Monosid, das durch Mineralsaure
in Kampferol und Rhamnose zerlegt wird. Dieses Hydrolyseprodukt ist mit dem
Afzelin?), einem Kampferol-3-rhamnosid vom Schmp. 172-174" C und mit dem
von uns zum weiteren Vergleich aus Polygonum orientale isolierten Glykosid
gleicher Struktur identisch. Damit ist die Verkniipfung der Rhamnose am C, des
Kampferols erwiesen. Fur die Arabinose bleibt dann nur mehr die Stellung am
4'-Hydroxyl. Um auch dieses Monoglykosid histallin zu fassen, hydrolysierten
wir das Glykosid in Abanderung eines von D.W . Fox, W . Q. Savage und S. H .
Wender5) angegebenen Verfahrens mit 4%iger Ameisensaure. In einem zweiten
Spaltungsversuch lieBen wir Bittermandel-Emdsin auf das Biosid einwirken. Beide
Methoden fiihrten zu einem schmelzpunktsreinen GIykosid (Schmp. = 230 bis
233" C), das sich rnit dem aus derselben Pflanze isolierten Kampferol-4'-arabinosid
identisch erwies. Damit konnten wir die schon friiher gemachte Beobachtung, daB
Saure und P-Glykosidase bevorzugt Zucker am C, spaltet, bestatigen. Die erfolgte
Emulsinspaltung deutete an, daB die Arabinose /3-glykosidisch mit dem Kampferol
verbunden sein muB, nachdem auch ein Spaltungsversuch mit P- Glykosidase aus
untergariger Bierhefe erfolglos geblieben war. a e r r a s c h t waren wir allerdings von
den Ergebnissen der Monosidh ydrolyse. Wahrend namlich Kampferol eindeutig
nachgewiesen werden konnte, zeigte sich bei der Zuckerchromatographie, daB
neben Arabinose immer noch Rhamnose rnit auftrat. Inwieweit hier eine Transglykosidierung durch chemische oder enzymatische Einwirkung, die nach W . Langenbcck6) moglich ist, wird augenblicklich noch untersucht. Nicht ganz unwahrL.Hdrhznzmwund K.H .MiiZler;Arch.Pharmaz., Ber.dtsch .pharmaz.Ges.287/59,310 (1954).
J. M . Guider, T.H . Simpson nnd D. 3. TRomas, J. chem. Sac. 170 (1955), ref. C. A. 4 9 ,
13986 (1955).
4 ) F. 3. Kzng und R. M . Acheson, J. Chem. SOC.London 168 (1950).
5 ) D. W .F o x , W . L. Sawuge und 8.H . Wender, J . Arner. chem. Sac. 75, 2504 (1953).
6) W . Langenbeck, Lehrbuch der organischen Chemie, Dresden 1943, S. 282.
2)
3,
344
Archiv der
H o r h a m m e r , E n d r e s , W a g n e r u n d Richthainrner
Pharmazie
Tabelle 1
Ubersicht
iiber die 6 moglichen Dimethyliither des 3,5,7,4'-Tetraoxyflavonols (Kiimpferol)
Ifethylather des Kampferols
3,5-Dimethyliither
3,7-Dimethylather
3,4'-Dimethyliither
5,4'-Dimethylii ther
5,7-Dirnethylather
7,4' -Dimethylither
I
Schmelzpunkt
dargestellt aus
Autor, Literatur
-
-
__
-
-
231,5" C
276-278"
C
u. 278-280"
C
Kiimpferol3,4'-dimethyl7-rhamnosid
Kiimpferol7,3-robinosid
Kiimpferol3-rhamno4'-arabinosid
synthetisch
180-182"
C
synthetisch
316-318" C
G . Zemplen und
R. Bognar')
G . Zemplen und
R. Bognar')
F . Richthammer7)
J . H.Guider und
iMitarbeiters)
J. M . Guider und
Mitiirbeite?)
Ubersicht
uber die chemische und enzymatische Hydrolyse des Glykosides
Q. Zeinplen und R . Bognar, Chem. Ber. 74, 1784 (1941).
F . Richthammer, Dissertation, Munchen 1956.
8) J. X.Guider, T.H . J'impon und D.B . Thomas, J. chem. SOC.170 (l955), ref. C. A. 49
13986 (1955).
b,
7,
2W./62.Bd.
1957, Nr. 7
Isolierung und Identifizierung eines Flavondipentosides
345
scheinlich, allerdings bisher bei Flavonglykosiden von uns noch nie beobachtet,
ware eine Veranderung des abgespaltenen Zuckers beim Durchgang durch einen
Ionenaustauscher.
Von dieser noch ungeklarten Erscheinung abgesehen, ist damit das Hauptglykosid aus den Blattern von Prunus spinosa hinreichend als ein Kampferol-3rhamno-4’arabinosid identifiziert.
Uber die Isolierung und Identifizierung der beiden anderen Glykoside aus den
Blattern von Prunus spinosa berichten wir in einer weiteren Mitteilung.
Zusammenfassung
Es wird iiber die Isolierung und Identifizierung eines Flavondipentosides aus
den Blattern von Prunus spinosa berichtet. Das Glykosid, isolierbar in einer Menge
von 0,4 g-%, hat die Konstitution eines Kampferol-3-rhamno-4’-arabinosides.
Es
ist das erste bisher aufgefundene Dipentosid unter den Plavondiglykosiden.
Versuchsteil
1. Isolierung des Glykosides
300 g Folia Pruni spinosae wurden im Soxhlet nacheinander mit Petrolather und
Chloroform vorextrahiert und dadurch ein erheblicher Anteil von Wachsen, Farbstoffen,
Saponinen und Tanninen entfernt. Die ausgeprel3te und luftgetrocknete Droge extrahierten
wir hierauf in iiblicher Weise mit Methanol und bereiteten einen wal3rigen Extrakt. Die
Neigung des Extraktes, schon nach kurzer Zeit eine gallertartige, nicht filtrierbare Emulsion zu bilden, deutete darauf hin, dal3 der Extrakt noch grol3e Mengen Pectine enthielt.
Wir versuchten die Abtrennung nach folgendem Emulgierverfahren: Wir gaben den geschiittelten ihn
samten vorgereinigten will3rigen Extrakt in eine l-Ltr.-Nahrbodenflasche,
mit etwa dem gleichen Volumen Chloroform an und gossen die ganze Losung in eine geniigend grol3e Porzellanschale. Hierauf wurde die Emulsion durch Abdampfen der organischen Phase auf dem Wasserbad zerstort. Aus der waDrigen Losung schieden sich nunmehr die Ballaststoffe in griinschwarzen Flocken ab. Diese wurde noch heiB filtriert und
zur endgiiltigen Kliirung mit etwas Talcum behandelt. Die dunkelbraune, klare Losung
stellten wir iiber Nacht in den Kiihlschrank, filtrierten erneut und schuttelten hierauf
mehrere Male mit Chloroform aus, bis die letzten Reste von Chlorophyllentfernt waren. Die
nachfolgendeLtherausschuttelung wurde mit 3 Ltr. in Anteilen von 200 ml durchgefiihrt.
Nach der 5. Ausschiittelung hatte sich iiber Nacht im waBrigen Extrakt eine geringe
Menge gelber Kristalle abgeschieden, welche abgenutscht, F i t kaltem Wasser gewaschen
und im Exsikkator getrocknet wurden. Wir setzten die Atherausschiittelung fort und
konnten aus dem wiiBrigen Extrakt, ohne die Reste des organischen Losungsmittels entfernt zu haben, weitere Kristallmengen des Hauptglykosides erhalten. Die Gesamtmenge
an Substanz der ersten Arbeitsphase betrug 0,405 g. Da die Ausfiillung des Glykosides
nicht quantitativ erfolgt war, schiittelten wir den verbliebenen, waBrigen Riickstand in
Anteilen mit 15mal 200 ml in bekannter Weise mit Essigester weiter aus, dampften hierauf die vereinigten Ausziige bis auf etwa 250 ml ein und erhielten erneut eine Ausfallung.
Den Niederschlag losten wir zur weiteren Reinigung wieder in 100 ml Essigester, gaben
die Losung in einen Scheidetrichter, fiigten 100 ml Wasser hinzu und schiittelten kraftig
durch. Nach Trennung der beiden Phasen schieden sich im wkl3rigen Teil nach 2tagigem
Stehen im Eisschrank wieder 0,2541 g des reinen Glykosides ab. Die Mutterlaugen der
Essigesterphase wurden weiter vereinigt und rnit lOmal je 200 ml Methanol-Essigester
(20 + 80) ausgeschiittelt. Die hieraus erhaltene dritte Iiristallfraktion war am hochsten
und betrug 0,8095 g. Fiir die Gesamtausbeute an reinem Glykosid aus 300 g Fol. Pruni
spin. errechnet sich ein Prozentgehalt von etwa 0,4 g-96.
346
Archiv der
Horhammer, E n d r e s , Wagner und Richthammer
Pharmazie
3. I d e n t i f i z i e r u n g d e s G l y k o s i d e s
a) Schmelzpunkt :
Das Glykosid kristallisiert aus Methanol in schonen, langen, weil3gelblichen Prismen,
die nach 2maligem Umkristallisieren einen einheitlichen Schmelzpunkt von 216-217" C
besitzen.
b) Kristallwasserbestimmung und Elementaranalyse *) : C,,H,,O,,
. 3 H,O
618,18.
23,98 mg Glykosid verloren beim Trocknen im Hochvakuum
2,O mg Wasser:
Ber.: 8,63y0 H,O
Gef. : 8,3496 H,O
Ber.: C 55,320/6
Ber.: H 5,0096
Elementaranalyse :
Gef.: C 55,410/,
Gef.: H 5,5394,
Spezifische Drehung des GIykosides:
0,0522 g Glykosid zeigt in 10 ml Methanol gelost (Rohrlange dm = 0,5) eine spezifisehe
Drehung von nZ0= -250".
c)
d) Absorptionsspektrum des Glykosides :
Maxima:
Eapez.2650 A (1 g-l cm-l) = 39,52
Espez.3420 A (1 g-l cm-l) = 26,70
Aufnahme mit dem Unicam Spektrophotometer S. P. 500 bei einer Schichtdicke von
0,l cm. L6sungsmittel: Methanol.
-
-
.
e) Quantitative Hydrolyse des Glykosides :
0,2291 g Glykosid wurden in Methanol gelost, mit 10 ml2%iger Salzsaure versetzt und
im siedenden Wasserbad 1 Stunde hydrolysiert. Das sich im Kiihlschrank abscheidende
Aglykon brachten wir quantitativ auf die Mikronutsche, wuschen es mehrmals mit Wasser
aus und trockneten mehrere Tage bis zur Gewichtskonstanz. Auswaage: 0,1123 g Kampferol. Fur ein Glykosid als einem Diglykosid der Arabinose und Rhamnose berechnet sich
ein Molekulargewicht von 564. 3 H,O = 618,18. Das Molekulargewicht des Kampferols
betragt 286 H,O = 304.
Aglykonanteil :
Ber.: 49,17y0
Gef. : 49,04%
Das Aglykon zeigte im Mischschmelzpunkt mit authentischem Kampferol keine Depression (Schmp. 272-274' C). Papierchromatographisch hatte die Substanz mit authentischem KLmpferol im Wechsel aufgetragen im System Ameisensaure-Essigester-~~asser
(I0 3 3) gleiche Laufhohe (Ri = 0,92).
-
+ +
f ) Azetylierung des Aglykons:
Etwa 25 mg Aglykon vermischten wir im Azetylierungskolbchen mit 10 ml Essigsiiureanhydrid, fiigten 10 Tropfen Pyridin und 2 g frisch geschmolzenes, wasserfreies Natriumazetat hinzu und erhitzten die Mischung auf dem Drahtnetz 1 Stunde am RuckfluSkiihler.
Each dem Erkalten setzten wir 50 ml H,O hinzu und stellten 24 Stunden im Eisschrank
beiseite. Die ausgefallenen weiSen Kristallnadeln, mit wenig eisgekuhltem Wasser gewaschen, in heifjem Methanol gelost und 3mal umkristallisiert, schmolzen bei 178-181" C .
Der Mischschmelzpunkt mit Tetraazetylkampferol (178-181' C ) wies keine Depression
auf.
*) Ausgefuhrt von Alfred Bemhnrdf, Mikroanalpt . Laboratoriuni im Mas-PliLnc-k-Institut
fiir liohkforschnng, Miilheim /JtuhI.
290.162. Bd.
1957, Nr. 7
Isolierung und Identifizierung eines Flavondipentosides
347
g) Papierchromatographischer h'achweis der Zucker :
Die Neutralisation der nach Hydrolyse anfallenden, sauren Zuckerlosung erfolgte in
ublicher Weise mit dem Ionenaustauscher Dowex 29). Fiir den papierchromatographischen
Nachweis wurde die Hiilfte der auf etwa 2 ml eingedampften neutralen Zuckerlosung abwechselnd rnit verschiedenen Testzuckern auf gewaschenem Schleicher & Schiill-Papier
3)
Nr. 204313 G1. aufgetragen und aufsteigend (a) in Pyridin-Essigester-Wasser(1 2
28) entwickelt. Spriihreagens: Anilinund (b) in Picolin-Ammoniak-Wasser (70 2
phthalatlosung
Rf in (b)
Rf in (a)
+ +
+ +
.
Zucker 1
Arabinose
Zucker 2
Rhamnose
0,25
0,25
0,43
0,43
0,68
0,68
0,79
0,79
h) Darstellung der Zuckerosazone
Die andere Hiilfte der mit Dowex 2 neutralisierten Zuckedosung wurde wieder stark
eingeengt, nach der Filtration in ein Zentrifugenglas gegeben und mit dem gleichen
Volumen einer frisch bereiteten Phenylhydrazinlosung versetzt (2,O g Phenylhydrazinhydrochlorid, 3,O g Natriumazetat, Aqua bidest. a d 20 ml). Mit einem diinnen Glasrohr
als Kleinstkuhler versehen, erhitzten wir die Losung in dem verschlossenen Rohrchen
1 Stunde am siedenden Wasserbad. Nach 12stiindigem Stehen im Kuhlschrank brachten
wir das kristallisierte Mischosazon auf eine Mikronutsche und wuschen das gelbe Kristallisat mehrmals rnit eisgekiihltem Wasser aus. Zur Trennung und Reindarstellung der beiden
Zuckerosazone behandelten wir das Mischkristallisat auf der Nutsche mit kochend heiDem
Wasser. Wiihrend 1-Rhamnosephenylosazon in kaltem und heiDem Wasser unloslich ist,
zeigt das 1-Arabinosephenylosazon eine gute Loslichkeit in heil3em Wasser. Das in dieser
Weise durch Auswaschen gewonnene Arabinoseosazon und das auf der Nutsche zuriickgebliebene Rhamnoseosazon wurde aus hhanol-Wasser umkristallisiert und mit authentischen Osazonen der Mischschmelzpunkt bestimmt. Weder beim Rhamnoseosazon
(Schmp. 179-181' C) noch beim Arabinoseosazon (Schmp. 156-158' C) war eine Depression zu beobachten.
i)Zirkon-Zitronensiiuretest :
Der Test wurde mit authentischem Kiimpferol als Vergleichsprobe nach L. Horhammer
und K . €I. MiilZerlo) durchgefuhrt. Das Verschwinden der Gelbfiirbung nach Zugabe von
Zitronensiiure war beweisend fur die Verglykosidierung am C,. Kiimpferol behielt die
Komplexfiirbung bei.
k) Methylierung des Glykosides und nachfolgende Hydrolyse des Methylproduktes :
200 mg Glykosid losten wir in 100 ml Azeton, fiigten 6,O g Kalium a r b . hinzu und erhitzten das Reaktionsgemisch 30 Stunden lang am RiickfluRkuhler rnit 5 ml Dimethylsulfat. Vom ausgefallenen Kaliumsulfat wurde nach dieser Zeit sofort abfiltriert. Nach
Zugabe Ton 20 ml H,O zu der gelb gefiirbten Losung gossen wir diebe in eine Jenaer
Glasschale, liel3en das Azeton vorsichtig auf dem Wasserbad abdunsten und konnten
hieraus schon nach kurzer Zeit das Methylprodukt in langen, weil3en Nadeln gewinnen.
Die mit kaltem H,O gewaschene Kristallmenge losten wir erneut in etwas Azeton und
hydrolysierten mit 10 ml2O/,iger HCl im siedendem Wasserbad. Der ausgefallene Methyl9)
L. Hd;rhummer, E . T'orndran und H . Wagner, Arch. Pharmaz., Ber. dtsch. pharmaz.
Ges. 289/61, 321 (1956).
10) L.Horharnmer und K . H . Miiller, Arch. Pharmaz., Ber. dtsch. pharmaz. Ges. ,087159,
310 (1954).
348
Horhammer, E n d r e s , Wagner und Richthanamer
Archiv der
Pharmazie
ather wurde bei 110' C getrocknet und aus Methanol-Wasser bis zum konstanten
Schmelzpunkt von 276-278" C umkristallisiert.
Die Methoxylgruppenbestimmung nach ZeiseZ*) ergab einen Prozentgehalt von 17,8974.
Fur einen Dimethylkther errechnet sich ein Prozentgehalt von 19,70%.
1) Darstellung des Kiimpferol-4'-rhamnoaidesdurch partielle( a ) chemische und (p) enzymatische Hydrolyse des Glykosides :
( a ) 500 mg Glykosid wurden mit 50 ml Wasser in einer Porzellanschale angerieben,
2 mi 100%ige Ameisensaure zugesetzt und die Suspension auf dem siedenden Wasserbad
(75' C) am RiickfluB 3 Stunden erhitzt. Die gelbbraune Mischung iiberfiihrten wir nach
12stiindigem Stehen und Abkiihlen in einen Scheidetrichter und schiittelten 3mal mi5
je 100 ml Ather aus. I m Scheidetrichter bildete sich nach der dritten Ausschiittelung
eine weiBe Kristallmasse, die noch unverandertes Hauptglykosid darstellte Wir spiilten
daher die Losung mit den Kristallen mit etwas Wasser nochmals in den RiickfluSkolben,
fugten 1 ml Ameisensiiure hinzu und erhitzten nochmals 3 Stunden auf dem Wasserbad.
Die Ausschiittelung mit 3-4mal 100 ml Ather wurde wiederholt, die beiden Ltherischen
Anteile vereinigt und in einer Glasschale auf dem Wasserbad abgenutscht. Das nach
Zusatz von 20 ml Wasser ausgefallene Kristallisat hatte nach mehrmaligem Umkristallisieren, zuletzt aus Ather-Wasser einen Schmelzpunkt von 230-233'
C und war laut Mischschmelzpunkt rnit dem Kiimpferol-4'-rhamnosid identisch. Die Hydrolyse ergab Kiimpferol
C. Der Nachweis der 1-Arabinose erfolgte papierchromatographisch
vom Schmp. 272-274'
durch Vergleich mit authentischer 1-Arabinose.
(8) Die partielle, enzymatische Spaltung fiihrten wir mit Emulsin durch, hergestellt
aus frischem Bittermandelpreljkuchen nach J . Rabatell). Zum Spaltversuch verrieben wir
20 mg Glykosid mit 0,5 g Emulsin und 20 ml Phosphatpufferlosung (pH= 5,6) und
st,ellten das Gemisch 3 Tage bei 30' C in den Brutschrank. Danach schiittelten wir den
Ansatz mit 5mal 30 ml Essigester aus und iiberpriiften diese chromatographisch. Es entstand ein hellgelber Glykosidfleck vom R, = 0,77, der die gleiche Laufhohe hatte wie das
auf chemischem Wege erhaltene Spaltprodukt.
m) Darstellung des Hiimpferol-3-rhamnosidesdurch partielle enzymatische Hydrolyse des
Glykosides .
400 mg Glykosid wurden mit 1,5 g Hydrolasengemisch aus Aspergillus oryzae der
Firma Boehringer & Sohne, Mannheim, in einer Reibschalc vermischt und mit 20 ml
Wasser verruhrt. Die dunkeloraune Mischung spiilten wir mit weiteren 30 ml Wasser in
einem 100-ml-Erlenmeyer-Kolbenmit Glasstopfen und lieBen den verschlossenen Kolbrn
bei einer konstauten Temperatur von 30-35'
C unter. ofterem Umschiitteln stehen. Die
Spaltung konnte sichtbar verfolgt werden, da sich der durch das Hauptglykosid anfanglich bildende Niederschlag durch die Enzymmischung langsam aufloste. Bereits nach
54 Stunden war die Reaktion beendet, wie die papierchromatische Priifung ergab. Kleinste
Mengen Kiimpferol sind durch spiiteres Umkristallisieren leicht zu eliminieren. Die noch
warme Tannaselosung wurde sofort mit weiteren 50 ml Wasser in einen Scheidetrichter
gespiilt und mit lOmal 100 ml Ather vorsichtig ausgeschiittelt, um eine Emulgierung mit
dem Tannaseprodukt zu vermeiden. Das isolierte Glykosid hatte den Schmp. 171-178' C.
Beim Mischschmelzpunkt mit authentischem Kampferol-3-rhamnosid trat keine Depression auf. Die Hydrolyse ergab wieder Kampferol und Rhamnose.
*) Durchgefiihrt von Alfred Bernhurdt, Mikroanalyt. Laboratorium im Max-Planck-Institut
fur Kohleforschung, Miilheim /Ruhr .
l 1 ) J. Rabatk in E . Barnann und IC. Illyrback, Die Methoden der Ferinentforschung,Leipzig
1941, New York 1945, 8 . 1819.
lnschrift: Prof. Dr. L. Horhammer, Miinchen 19, Jleneinger Str. 67.
Документ
Категория
Без категории
Просмотров
0
Размер файла
494 Кб
Теги
identifizierung, prunus, aus, flavondipentosides, den, eine, isolierung, von, spinosa, bltter, und
1/--страниц
Пожаловаться на содержимое документа