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Jahresbericht pro 1857 der Blutegelhandlung.

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243
6. Jahresbericht pro 1857 der Blutegelhandlung von
C. F. S t o 1ter C Corny. in Aildesheim,
-
In GemPsshcit der von nns in unserer bekannten Offerte den
Mit,glicdern des norddentschen Apotlieker -Vereim und iiberhaupt
unsern p e r m a n e n t e n Geschaftsfrennden gegenuber eingegangenen
Verpflichtung, beeilen wir uns, nachstehend einc Ucbersicht iiber
den Absatz an Blutcgelri unserer Haridlung und die daraus resultirende Eiitschiidigungs- dt.iickzah1 f ~ die
r Participirenden aus d e n
abgelaufencn Jahre (1857) xu geben. Wir schreiteri hierzu dieses
Ma1 um so freudioer, als wir in Folge des Zusammentreffens mchrerer gliicklichen kmstandc, vorsichtigen Zuwerkegehens yon unserer Seite und eines der %ah1 nnch uberans giinstigen Verkaufs uns
in den Stand gesetst sehen, aucli einen recht befricdigenden Berieht erstatten zu konnen, dessen Lecture wir unsern geehrten Geschiiftsfrennden dringend empfohlen halten.
Indeni namlieh zunlchst die Preirje der Hlutegel in den Productionsliindern seit einer Reihe von Jtrhren sich ziemlich constant
auf derselben Linie erhalten habcn .- wobei gutc Waare selbstverstiindlicti gute Preise bedang - so waren wir such im verflosscnen Jahre im Standa, einen eben 60 mlssigen als fortwahrend
gleichmassigen Preis inn, zn halten.
Dcr verwichene Winter l W / 5 7 lieferte uns wiederholt den Reweis, class unsere bekannte Verpackungs-~lcthoclein steinerne, mit
Moorerde gefiillte Cylinder cben so sehr der Natur der Egel entspricht, als auch durch eine Emliallage von Watte oder Filz einen
vollkommenen Schutz gegen das Eifrieren der Egcl auf dem Transporte gemiiljrt. Daher kijnnen wir such im Winter alle Auftrage
mit Sieberheit effectuiren, so dass unsere Gcschiiftsfreunde des
Nacbtheils iiberhoben sirid, sich mit einern grosseren Wintervorrathe
im Voraus versehen zu mussen, und werden wir angelegentlichst
bestrebt sein, die Verpaclrung stets weitcr zu vervollkommnen, so
dass selbst eine Yersendung bei strengstcr KLlte ernioglicht werden diirfte.
Auch der vcrwichene Sommer liess uns, trotz der fast tropischen Ilitze, und der in unserem Klima ganz ungewohnlichen Menge
von Gewittern dcr heftigstcn Natur verhiiltnissmbsig unerheblichc
Verlugte beklagen, woraus wir bei sonst entgegcnstehenden Erfahrungen den gewis9 nicht anmassenden Schluss ziehen, dass die von
uns versandte Waare riicksichtlich der Gesundheit und ihrea robusten Charaktcrs allen Anforderungen an gute Waare vollkornmen
cntsprach.
Demzufolge siud auch, trotzdem dass das GeschHft tiglich ununterbrocheii und lebhaft um ing, nur hijchst vereinzelt stehende,
kaum der Erwiihnung wertbe heschwerden vorgekommen, und versfandigc Apotheker haben, wenn ja ma1 cin Verlust xu notiren war,
diesen selbst durch die ungiinstigen I'ernperatur - Verhaltnisse bei
sonstiger Anerkennung der QualitLt der Egel motivirt. Indcss ist
es uns auch auffallend gewesen, hin und wicder der wissenschaftlich feststehenden Erfahrung: dass starke Sornmerhitze auf die Egel
ausserhalb der Teiche nachtheilig influire, widersprochen zu sehen,
ohne dass jedoch dieser Widerspruch motivirt merden konnte. Wir
haben alle Verluste gewissenhaft notirt, um sic am Jahresschlusse
den Yerhiiltnissen gemiiss zn ersctzen, und zwar da mit um so
grosserer Freudigkeit, wo man, die UnzulOnglichkeit meuschlicher
16 *
244
Vweimzeit 11 ng
.
Vorsicht anerkennend, Verluste nicht uns persijnlich, sondern den
beregteu Umstiinden rnit Ilecht zuschrieb.
Ein ungewohnliches, bis jetzt von uns noch nicht i n dem Maasse
beobacbtetes Phiinomen bot uns die verwichene Sommerzeit in unBern Conservirungs- und Ziichtungsteichen dar.
Wae erstere anlangt, so haben sich die zu conservirenden Egel
in unsern Teichen gegeniiber den unerfreulichen Erfahrungen bei
der Aufbewalirung iii GcfLsen cine so uberaus grosse Kratigkeit
erlaogt, dam wir seit lange nicht im Stande waren, einc gesundere
Waarc unsercn Teichcn zu entnehnien.
Noch gunstiger gestaltete sich die Ziichtung. In Folge der
unter den guiistigsten, steta gleichiniissig warmen Wittcrungsverhiiltnissen vollzogeueri negattung wurdcn nicht allein die Cocons
vollkonimener ausgebildct, sondern es entataud auch dadurch eine
Mehrzahl von Cocons, dass - W M zu den Seltenheiten gehijrt die Cocoubildung in dcn 2ucht.teichen wegen des ebeiifalls giinstiHerbstes dreimal vor sicli ging und jeder COCOII,
mit Ausriahme
er irn October entstnndcuen. eine Brut von durehschnittlich 18 bis
20 Stuck lieferte. Kiinncn wir nun auch iiicht mit Sicherheit annchmen, dass die Octoberbrut bei dein nnlicnden Winter zu vollkrgftigem Leben uiid medicinischem Sutzcn gcdeibeii werde, so
steht doch andererscits fest, dass die in den Sonimerpcrioden geziichtete Brut uiiter dem fdrdernden Einflusso ciner gleichmiissigen
WIrme des letzten Sommers und Herbstes gezeitigt, iiber einen
vollen Monat friiher als im gewohnlichcn Vcrlauf aus den Cocons
selxlii fte.
$6
licgt auf der Hand, welch einen wesentlichen Fortschritt
diesc Zeitigung auf die Zuclitverhaltnisse susiiben muss: gekrstigt
und robuster geht die junge Brut dein Winter und scinen Gefahren entgegen, sic wird letzterii ungeschwjicht iiberwinderi und wird
somit fur den Hsndel der Vortheil entst.ehen, dass miiidestens eine
Preissteigerung nicht 211 erwnrten ist. Kcchrieii wir hierzu cndlich
die gunstige Witterung des letzten milden IIerbstes, dcr der Entwickelung und Kriiftigurig der juiigcn Sprosslinge nicht uiicrheblichen Vorschub leistete, so dass mit ihnen noch in dieseni Jahre
oine Futteruiig vorgenoinmeu werden konnte, worsuf iin Gruudc
erst im niichsten Fruhlinge zu rechncn war, so betindcn wir uns
dadurch um ein volles Jahr im Vorsprunge. Hieraus folgt denn
weitcr, dass die in diescm Jahre geziichtcten Egel um ein volles
Jahr friiher zu mediciiiischcn Zwecken verwendet werden litinnen,
und da auch andere uiis befreundctc Etablissements ihrcn Mittheilungen zufolge mit den vorstehenden Hcobachtungen iihereinst'inimen, so bcstitigt dies urn so niehr uiisere Hoffnung riichsiclitlich
der zu erwartenden Preisnotirungcn.
Unsere bestindigc Aufmerksamkeit auf dic Verbesserung unsere8 Geschiifts in d l e n seineii lhanchen, und die giiiistigeii Resultate, welche wir durch die bei unsern iiberseeischen Versendungcii voii uns angewandtc Verpackungsmethode erzielten, fiihrten
uns im Laufe cles verwichenen Jabrcs durch seine intensive, die
Vcrscndung der Blutegel erschwerende Ilitze, anf die Idee, die
uberseeische Verpackungsmethode auch auf dem Continerite einzufiihren. Wir wurden darin durch den dalwi zu erwartendcn VorthQil bestiirkt, dass, da die Secrcisc in dcr liege1 cbcn so laiige
Zeit in Anspruch nimnit, nls die Apotheker gewiihirlich zum giinzlichen Dispensiren einer Scnduiig vcrwendcn, die voii uns d a m benutztcn Kiibcl auch zugleich als Reservoire iu den Offkinen aweckmiissic win wiiwlan.
rn
.
Vereinszeitziny
245
Unsere aus innigster Ueberzeugung von der ZwcckmLsigkcit
dcr neuen Einrichtung hervorgegangene Empfelilung hatte nun die
Polge, dass wiihrend der Sommerzeit circa 600 Sendungen in Kiibeln yon uns effectuirt werdcn mussten, aus welchcr Zahl achon
hervorgehen mochte, dass diese Vcrpackungsmethode nicht ohne
Anklang geblieben.
Viele Apotheker sind auch durch die Zweckmiissigkcit derselben so sehr d a f i r eingenommen, dass sie uns anwiesen, i h r e Beziige unabjinderlich in Kubeln zu senden. Indess hat sich auch
ein grosser Theil dagegen erkllrt, und in gewohnter Offenheit wolleu wir die Griindc dereelben hier nicht verschweigcn. Die Vorziiglichsten derselben laufen dfirauf hinaus, dsss das Aussuchen der
Egel aus der Erdmssse cine schmutzige Arbcit sei, und aodann,
daas eine Controlc iiber die richtige Stiickzahl dabei erschwert
werde, so wie endlich die inveterirte Ansicht: dass Wasser allein
dss Element des Ulutegels sei, gegen diesc Aufbewahrungsmcthodc
cingenommen hat. Wir wollen diesc Einwande, namentlich die crsteren, nicht bestreiten, und haben auch gcfunden, dass in Folgc
des scbwierigen Auesuchens und nachl'ksigen Anschreibens der aus
den Kubelu zu verschiedenen Zeiten entnommenen Egel Irrthiimer
Seitens der Empfinger in I h u g auf die Zahl der Egcl entstanden
sind; wir haben indess keinen Augenblick gezogert, die v e r m e i n t l i c h gefehlt haben sollenden Egel .bei folgendcn Sendun en, wenn
auch zu unserem Nachtheil gratis zu ersetzen; da aber ger w i r k l i c h e Schaden dabei ledigiich nur uns zufillt, so wurden wir dadurch veranlasst, unsere bisherige, fur den blossen Transport sich
cbenfalle seit Iiingeren Jahren bewlhrt hahcnde Verpackung in
thoncrnen Cylindern mit Moorerde beizubehalten.
Sodann aber hat diese Auf bewahrungsmethode das Eigenthiimliche, dass die in den Kiibeln etwa erkrankenden Egel in der Regel auf die Oberflache der Erdmasse kriechen ; sie folgen darin nur
ihrem Naturtriehe, da sie auch irn Naturzustande bei nahendem
Tode aua dem Schlanime der Teiche an die Ufer kriechen. Deshalb ist auch die Klage: b e i m O c f f n e n d e r K i i b e l h a b e m a n
g l e i c h ohen a u f t o d t e E g e l v o r g e f u n d e n , und das eieh
daran knupfende Eingenommensein leicht crklarlich , dass aber auch
in den Kiibeln Hlut,egel sterben, kommt lcdiglich daher, dass sie
lebende Wesen sind, die keine Kunst, kcine Vorsicht unsterblich
machen kann. Ycrgleichen wir aber die uns zu Gesicht gekommelien Resultate der verschiedenen Verpackungsmethoden, und nehinen den Durchschnitt an, so sind bei Kiibelsendungen selbst nach
Angabe derer, die von den Iiiibcln nicht befriedigt h r d e n , doch
zwei Drittel weniger abgestorben, als bei gcwohnlicher Verpackung.
Trotz dcm allen when wir uns doch veranlasst, die sich bisher
bewaarte Vcrpackung in steinernen Cylindern mit Moorerde als die
zweckm;bsigste fur den Transport zu bczeichnen und zwar :
1) urn die Controle zu erleichtern;
2) weil diefielbe der Natur dcr E el fur dio kurze Zcit des
Transportes vollkommen entspricft ;
3) weil die in Cylindern versandten Egel leichter und zweckm&siger gegen die Kalte geschutzt werden konnen, und
endlich
4) weil, falls Sterbefalle unter den Sendungen vorkommen, diese
nicht auf die natiirliche Veranlassung, sondern regeliniissig
auf den Einfluss der Kiibel V6n Vielen rcducirt werden.
Sollten indees trotzdem Offieinen sich finden, die auf Kubel-
246
Vweinszeitung.
sendungen beharren, so werden wir auch diesen entgegenkommen,
rathen aber aus dem sub Nro.3 oben angegebenen Gruiide Jedem,
sich f i r die Winterzeit der Cylinder bedicnen zu wollen.
Die Offenheit, mit welclier wir stets verfahren, gebietet uns
noeh, in diesem Jahresbcriehte derjcnigen Mittel uud Wege zu erwlhnen, welche die Concurrenz in deni ahgelaufenen Jahre eingeselllagen hat, uni unsere Iiunden von uns abwendig zu machen
und die Herren Apotheker in 13eurtheilung dcr Qualit.at der Blutegel irre zu fiihren. So unangenehni es uns auch beriihrt, uns iiber
andere Handlungen nuszusprechen, so miissen wir doch schon aus
dem Grunde auf hlissetlnde aufmerksam muchen, weil es von jeher
unsere Aufgabe war und bleiben SOH, den Blutcgelhandel von c'nzutrAglichkeiten uiid Hemmnissen zu befreien und die Herren Apotheker in den Stand zu setxen, mit hellem Auge diejenigen ausfindi zu machen, deren 13lutegelhandlung eben so reell als rationell
verf&rt.
Zuniichst miissen wir auf das Preisverzcichniss cines Hamburger Ilauses vcrwcisen, das Iciirzlich seine Egel angeblich urn
j c d e r C o n c u r r e n z d i e S p i t z e zu b i e t e n ' das 1Iundert wie
das Tausena zu eiiiem Spottpreise anbot. Wic solche Preisnotirungen aber miiglich, daruber sind wir im Stande einen klaren Aufschlnes zu ertheilcn und glauben diesen den Herren Apothckern
um so mehr schuldig zu sein, als er eincn richtigen Einblick in den
En - gros -13lutegelh'andel nnreeller Art gewLhrt. Wir waren schon
im vorigcri Sommcr yon unsern stindigen Reisenden in Ungarn
advisirt, dass cine Masse yon schadhaften Egeln von ihnen beim
Einkauf als unbrauchbar- ausgeschlossen, dicse aber von jenem
Hamburger Hausc acquirirt worden seien. Diese Egel und nur
solclie konnte und musste man denn auch in IIaniborg zu einein
fabelhaft liilligrn Prcise losschlagen, wenn man iiicht befiirchten
wollte, durch cin unuinglnglich zu erwartendes rasches hbsterben
der Egel such sognr die Auslagen einzuhussen.
Wir iniissen hiergegen zur richtigen Ueurthcilung dieser Verhlltnisse ansdriicklich benierken, dass auch wir die denkbar niedrigsten Preise stellen und R U S unsern Lazarethtcichcn das IIundert
Egel zu 1/2 Thlr. abgeben k6nnten : auch iiberlnssen wir Waare That
dergleichen Schuntl, n m uns seiner zu entledigen, zuweilen an personlich iiiis daruni ansprechendr: Hausirer: allein dergleiehen Waare
in cinem P r e i s v e r z e i c h n i s s e aufzufuhrcn, wird man uns im
Ernste niclit zumut.lien wollen und immer die alte Rechtsregel festhalten: Duo yurtm faciun,t idem, non est idem! Dass aber Manipulationen obiger Art bei dem bet.reffenden Hamburger Hausc an der
Tagcsordnnng sind, ist 1Lngst bekxnnt uiid schlagend bereitx vom
Herrn Apotheker Schwaeke in Alfeld nnehgewiescn worden, der im
Archive dcr Pharmacie, Septeinberheft 1855, pag. 371, beherzenswerthe Aufschliisse giebt und den Grund anfiihrt, warum von Hamburg aus die Offieinen Deutschlands mit schleehtcr Waare versehen
werden, indcm die dortigen Handlungen die beste Qualitat und
n u r d i e s e zum transatlantischen Handel v'envenden und verwenden konnen, theils weil iiur diese die St.rapazcn der Seereise zu
iiberdauerii iin Stande sind, theils weil sie dufur cinen hiihern Prcis
erzielen. Gleichfalls wird in derselben Abhandlung constatirt, wie
es die fragliche I-Iarnliurger Handlung riicksichtlich ilircr Garantie
und des Ersatzes fur abgestorhene Egel IiLlt; sie gewlhrt allerdings
seheinbar eine SehRdloshsltung, allein sie weiss es alsdann immer
durch einen vom Zaunc gebrochenen Vorwand plausibel zu machen,
Vereinszeitung.
247
dass die Conjuneturen einen hohern Preis erheischen, und so muss
denn der getausehte, Ersatz fordernde Kiiufer beim zweiten, sieherlich beim dritten Uezu,rrc, die ihm als Ersatz vergiiteten Egel vollstindig bezahlen. Couf. Archiv der Pharmacie a. a. O., pa 372,
Anm., wo man gefiilligst daa Ausfiihrliche nachlesen wolle. %ol&ho
ganz gewissenlose Schleudereies, deren offenbare Tendenz nur die
ist, pel. fa aut nefas ICunden an sieh zu reissen, haf wie dies
auch schon von andel.Cn Handlungen rnit volleln Kechte hervorgbhoben wordem ist, noch den Nachtheil, dass die dadurch verleiteten
Medicinalbehorden den Taxpreis in dcn Apotheken herabsetzen,
woraus nieht nur den reellen Handlungen, sondern noch im hiihern
Grade den Apothekern erhebliclie Schiiden erwachsen, da der Taxpreis liiiigtre Zeit besteht, die Schleuderer aber, sobald sic ihren
Zweck erqeicht haben, rnit ihren Preisen wieder in die Hohe gehen.
Sucht nun das Hamburger Haue uns durch diePreise aus dem
Felde eu schlagen, SQ greift ein Iiijnigsberger mit plumper Marktsehreierei, die uns niclit wenig Amusement verschafft hat, die Qualitit unserer Waare an. Diescs Haus scheint es sich zu einer besonderen Steckenpferdsaufgabe gcmacht zu haben, unsere Bluteeel
zu wahrcn rothen Republikanern zu stempeln. In seinem Preisverzeichnisse wird unsere Handlung auf das Dcutlichste bezeiehnet
und unsere afrikanischen Egel gegenuber den glinzendsten Zeugnissen gcachteter Autoritiiten werden so dargestellt, als ob sie hiiehstens eine mit Egelhaut iiberzo eiie Blutwurst seien! Die Konigsberger IIandlung fuhrt angeblief diese Art Blutegel nicht, weil sic
mit IHut iibersiittigt scien; wir fugen nls Cornmentar dieses erdiehtetcn Motivs ganz einfach an, dass wir uns a l l e i n den Vertrieb
dieser anerkannt rortrefflichen Hlutegcl fur ganz Deutschland auf
cine langc Xeihc von Jahren c o n t r a c t l i ch ausbedungen haben,
und erimern den Herrn in Konigsberg an das alte Niirnberger
Gesetz, naeli wolchem man kcinen Mensehcn hiingen durfte, es sei
denn, dess man ihn erst hatte. Wir wiirden reelit gern die blutdiirstigcn Phrasen des IConigsbergers hicr in seiner ganzen Ausdehnung zum Ainubernenl der Herren Apothekcr mittheilen, miissten wir nicht wegen ihrer Sutzlosigkeit die Einsprache der Redaction fiirchten. Sur das Eiue sei uns noeh erlaubt zu erwiibnen,
dass von dem Herrn Konigsberger sogar auch unsere Verpackungsmethode nls eine unzweckmldge angegriffen w i d , wiihrend wir
uns doch, hBtten unsere Egel selbst nuch gar keinen Werth, naeh
den Zcugnissen aller unscrer Geschiiftsfreunde, und unter diesen
einer grossen Anzalil der sachkundigsten Miinner, ohne zu vie1 zu
sagen, riihmen konnen. dass sich unserc Verpackungsmethode thonerne Cylinder mit hfoorerde - nebcii ihrer Xeuheit auch durch
grosse Zwcckmiissigkeit und durch cine, dem Wesen des Egels maglichst nahe kommendc Naturgembsheit enipfiehlt. Der Herr in
Konigsberg moge wie sein Urahnc oder Namenstrager im alten
Testamente fortfahren, ein Freund des Streites und der Verunglimpfung zu sein; schaden wird er, wie jener, nur sieh selbst, wm
bci ihm um so sonderbarcr erscheint, als er sich doch auf seinen
Vortheil versteht, und urn unsere Verpackung, die uns jiihrlieh iiber
500 Thlr. zu stehcn konirnt, welche wir nur der Zweckmaasigkeit
opfern und unsern Geschaftsfreunden nicht berechnen, als unzweekmassig darzustellen, seine alten Schlendrians- Beutelchen empfiehlt,
die ihm allerdings billigcr zu btehen kommen, aber der Natur der
Egel in keiner Hinsieht entsprechen. Zur weiteren Erliiiiterung dcs
Obigen wolle mnn das Archiv der Pharmacie, Juliheft 1857,
248
Vereinszeitung.
pag. 386 ff., vergleichen, wo auch Kenner den Werth unserer Egel
motivirt conrtatirt haben.
Was nun die untenstehende Uebersicht iiber den Absatz an
I3lutegeln unserer Handlung in dem ab elaufencn Jahre 1857 und
die daraus resultirende Entschadi ungs-btuckzahl nn Egel fiir unsere Geschiiftefreunde betrifft, so anden wir uns dabei zu folgender
Bemerkung veranlasst.
Wir haben bislang fcst an dem Grundsatze gehalten, und werden denselben m e h kiinftig befolgen, dass wir bei denjenigeu unserer geehrten Geschaftsfreunde, die am dem abgelaufenen Jahre
Blutegel ale Ersatz specie11 bei dern ersten oder zweiten Auftrage
im beginnenden neuen Hechnungs'xhre n i ch t gefordcrt haben,
etillsehweigend voraussetzen, dass der ihnen dafiir gut kommende
Betrag in die milden Stiftungen unseres Vereins fliessen solle. Indean hat dicses einfache Verfahren doch zu Irrthiimern und Gegenreden Veranlassung gegeben, indem einige spater noch ihren Ersatz in Anspruch nahmen, nachdem dersclbe bereits in die milden
Stiftungen geflossen war. Dies war f i r uns ein erhebliches Hinderniss, eine genaue specificirte Rechnungsablage zu liefern. Haben
wir nun auch derartige - obgleich unbegriindete
Nachforderungen bestens zu realisircn gesucht. so mussen wir doch, um fir die
Znknnft dergleichen Unzut,raglichlreitcn zu vermeiden, unserc verehrlichen Geschaftsfreunde dringend und freundlich crsuchen :
b e i i h r e i n e r s t e n A u f t r a g e irn n e u e n J a h r e d i e b e stimmtc Erkliirung a b z u eben: o b s i e die i h n e n
a u s d e m verflossenen J a t r e gut kommende Ent;
schadigungs-Stuckzahl i n natura der in Auftrag
g e g e b e n e n S c n d u n g b e i g e z a h 2 t z u e r h a l t e n wiinschen, oder ob d e r Geldbetrag dafiir in d i e milden
V e r e i n s st i f t u n g e n f l i e s s e n soll.
Wir werden dsdurch nicht allein i n denstand gesetzt werden
eine genaue specifieirte Rechnungsablage zu geben, sondei-n es wird
uns auch die Genugthuung zu Theil werden, die Namen der giitigen Geber dem Directorio bekannt zu machen, welches letztere une
urn so lieber sein wiirde, als wir wcit entfernt, dic bereita erfolgten
Gaben in die Vereinsstiftungen ale von uns herrGhrend zu betrachten, UUR lediglieh als Mittelspersonen in der fragliehen Sache angesehen wissen mochten.
Wir schliessen mit dem Wunsche, dass aus der durch den in
dem abgelaufencn Jahre vermehrtcn Absatz an Blutegeln erhohten
Entsehadigungs -Stiiekzahl sich auch die Beitrlige f i r die milden
Stiftungen des norddcutschen Apothcker -Vercins vergrossern mogen, und dass wir dureh strenge Befolgung des cbcn ausgcsprochenen Prinei FI vollkommen in den Stand gesetzt werden, von nun an
eine spcci&irte Rcchnungsablage dem Directorio iibersendcn zu
konnen.
Hildesheim, am 31. December 1857.
-
Vereinszeitung.
249
StUckzahl der irn J a b e 1857 im norddeutschen ApothehrVereine verkauften Blutegel.
Nach der Eintheilunn- dieses Vereins aufgestellt.
I. Vicedirectorium am Rhein. V1. Vicedirectorium Bern-
1. Kreis Coln ....... 2,400St.
2. , Aachen. .... 4,100 ,
3. ,, Bonn ....... 3,600 ,,
4. ,, Crefeld ..... 3,200 ,,
5. ,, Duisburg.. .. 2,800 ,,
6. ,, Diisseldorf
5,700 ,,
7. ,, Eifel ....... 3,700 ,,
8. ,, Elberfeld .... 4,200 ,,
9. ,, Emmerich.. 2,800 ,
10. ,, Schwelm .... 2,200 ,
11.
Siegburg.. .. 3,000
12.
Trier ....... 4,800 ,
13. ,, St. Wendel..~-2,000 ,
Summa 44,500St.
..
.
11. Vicedirect. Westphalen.
..
.....
.
1. Kreis Arnsrerg..
6,800 St.
2. , Herford.. ... 6.200 ,,
3.
Lippe..
3,700 ,,
4.
Minden .....19,200 ,
5. ,, Miinster.. , .22,400 ,
6.
,, Paderborn.. . 9,800 ,,
7. ,, Siegen. ..... 6,900 ,
Summa 74,000 St.
111. Vicedirect. Hannover.
1. Kreis Hannover.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
,,
,,
,,
,,
,,
,
,,
,,
..
9,700 St.
Hildesheim. .15,588 ,
Liineburg . . .10,800 ,,
Hoya-Diepholz6,200
Oldenburg.. 9,300 ,,
Osnabruck.. .12,900 ,,
Oetfriealand .16,100 ,,
Stade. ...... 7,500 ,,
Harburg .... 2,900 ,,
Summa 90,988 St.
.
burg- Eisleben.
1. Kreis
2. ,,
3. ,,
4. ,,
5.
6.
7.
8.
V. Vicedirect. Mecklenburg.
1. Kreis Stavcnhagen. 4,700 St.
2.
Hostock. .... 3,200 ,,
3. ,, Giistrow.. ... 5,800 ,,
4, ,, Schwerin.. .lO,OOO
,
- -~
Summa 23,700 St.
~
.
,,
.
VII. Vicedirect. Kurhessen.
.... .10,800 St.
Eschwege
5,000 ,
Corbach .... 2,100 ,
IIanau.
6,200 n
Treysa.. .... 4,000 n
Summa 27,100 St.
1. Kreis Cassel..
2.
3.
4.
5.
,
,,
,,
,
...
.....
VIII. Vicedirect. Thiiringen.
1. Kreis Erfurt.. ..... 6,OOO St.
,, Altenburg.. 6,600 ,
3. ,, Coburg ..... 3,700 ,
4. ,, Goths.., .... 4,200 ,
5. ,, Jena..
5.100 ,,
6.
,, Saalfeld.. 3,500 ,
7. ,,. Sondershaus. 3,200 ,
8. ,, Weimar.. ... 6,300 ,,
Summa 38,600 St.
.
2.
......
...
IX. Vicedirect. Sacheen.
1. Icreis Neust.Dresden3,800 St.
2. , Altst.Dreeden2,600 ,,
3. ,, Freiburg
3,900 ,,
4.
5.
6.
7.
IV. Vicedir. Braunschweig.
1. Kreis Braunschw.. .10,200 St.
2. ,, Andreasberg 5,500 ,
3. ,, Blankenburg 6,700 ,
X.
Summa 22,400 St.
,,
,,
,,
Eisleben .... 4,600 St.
Hemburg.. .. 2,000
Robersberg., 2,I)o ,
Dessau.. .... 4,700 ,
Eilenburg.. . 3,300 ,
Halle ....... 8,100 ,
Luckau ..... 3,700 ,
Naumburg.. 3,200 n
Summa 32,500 St.
,,
,
,
,,
....
... h,l)o ,
Leipzig.. ... 6,800 ,
Leipz.Erzgeb. 3,100 ,
Voigtland.. . 2,700
Lausitz..
~
Summa 28,800 St.
Vicedir. Preussen-Posen.
1. Kreie Konigsberg.. 9,300 St.
2. ,, Bromberg.. 6,700 ,,
3. ,, Conitz
4,100 ,
4. ,, Daneig.. ..16,300 ,,
5. , Lissa.
4,600 ,,
6. ,, ELbing.. .... 5,100 ,
7,200
,,7. I Posen
Summa 53,300 St.
.
......
..
......
.......
250
Vereinszeitung.
XI. Vicedirect. der Marken.
1. Kreis
2. n
3. n
4* n
5. ,
6.
7.
8.
9.
10.
,
Transport 11,600 St.
4. Kreis Kreuzburg
2,500 ,
5.
Neisse ...... 3,m,
6.
Neustxdtel
2,100
7.
Rpichenbach 3,600 ,,
8.
liybnick
2,100
Summa 25,300 St.
..
..
Konigsberg.. 4,000 St.
Angermunde
27700
n
Arnswalde**. 2,100 I
J3er1in. .... .22,700 n .
Charlottenb.. 1,200
Erxleben. ... 2,700 ,
Pritzwalk.. 3,900
Neu-liappin. 3,100 ,
FrankfurtalO 6,700 ,
Stendal..
4,200 ,
Summa 63,300 St.
.
....
XIII. Vicedirect. Holstein.
1. Rrcis Schleswig.. . 2,000 St.
2. , Altona-lteinf. 1,600 ,,
3. , Liibeck
4,300 ,,
-Summa 7,900 St.
...
,
.....
XII. Vicedirect. Schlesien.
1. G e i a Oels ........ 3,600 st.
2.
3.
Ilreslau.. ... 4,300 ,
GGrlitr.. . . . . 3,700 ,,
Latus 11,600 St.
,
XIV. Vicedirect. Pommern.
....
1. IGeis Wolgast
1,800 St.
2. , Stettin. .....___.
5,200
__ ,,Summa 7,000St.
Recapitulatio.
I. Vicedirecloriurn am Iihein ........... 44,500Stuck.
11.
n
Westphalen ......... 74,000
111.
1V.
V.
VI.
VII.
VIII.
IX.
X.
IX.
XI[.
XIIL.
XIV.
n
n
n
n
n
n
n
n
n
I
n
n
Hannover ........... 90,988
Rraunschweig ....... 22,400
Mecklenburg.. ....... 23,700 ,
Bernburg-Eisleben., . 32,500 ,
Kurhcnsen.. ......... 27,100 ,,
Thiiringen ........... 38.600 ,,
Sachsen ............ 28.800 ,,
der Marken
53,300 ,,
Preussen-Posen
53,300 ,
Schlcsien ............ 25,300 ,,
IIolstein.. ........... 7,900 ,
Pommern
7700'3
n
Summa 529,388Stuck.
.........
.....
...........
An Nichtmitgliedcr des norddeutschen Apotheker-Vereins sind
verkauft :
I. An BlutegelhPndlcr:
a. Umherreisende
136,000Stuck.
b. in Hannover. ...... 2,600 ,
c. in Berlin .......... 66,000 ,
d. in Danzig ......... 4,800 II
e. in Breslau..
9,000 n
f. in Lienzingen ...... 3,500 n
g. in Bremen ......... 5,000
n
h. i n Triezt .......... 270,000 ,
i. in Posen .......... 33,000 ,,
k. in Leipzig.
24,,000 ,
1. in Coln. ........... 67,000 ,,
m. in Miinster ......... 7,500 ,
Latue 607,400 Stuck.
.....
.......
........
.
251
Verdmzeitung
Transport 607,400Stiick.
11. An diveree Apotheker in
SuddeubchlandundSehweit 86,400
III. An Aente und Chirurgen.. 39,800
IV. An Drogueriehandlungen.. 86,000
V. Uebemeeiach:
1. Uebet Bremen nach
Nordameri ka.
a. nRch New-York .... lZ0,OOO
b. nRch Philadelphia.. 40,000
c. nach Baltimore .... 25,000
d. nach Quebec ....... 10,000
e. nach Washington
22,000
f. nach New -Orleans.. 30,000
...
8'. nach
Cbicago ......
nach St. Louis .....
2. Uebet England nach Siidamerika.
a nach Sla. Marta..
b. nach St. Thomas..
c. nach Bogota
d. nach Rio- Janeiro
e. nach Haenos-Ayrea.
f. nach Curawo
...
.
.......
..
......
15,000
l0,OCO
50,000
10,MO
5,.000
40,000
SO.000
10,000
529,?388Stiick.
,,
,,
,,
,,
,,
,,
,,
,,
,,
,,
,,
,,
,,
"
1,256,600 ,,
Summa aller Verkliufe an Blutegel 1,786,988 Stiick.
exclusive: Nach England in eine dort etablirte Rlut elzucht-Anlage gelieferten 100 Mille Zuchte el nnd 250 Mille%piben oder
junge %rut.
Die Ent.cblldi unw- BLackzabl auf vontehemde
Verkllufe ad 1&
988 StQck h 30 pro M i l l e bealm 5 S S h dtlick Blute el, woram rllt die; 3 & n wciatlfiseeunde artfcipircm, welctne ilr
Jahre 1-3
ihrcm ganwm gedarf ao Illutejcl f o r b
wllbrend und ausschliesalich von umd bezoger haben. Conf. Archlv dcr Pharmacie, Augueehef8 1854,
p ~ y %%S
.
bid -1.
Die Preise unseret Blutegel werden alljiihrlich von Seiten der
Kiinigl. Med. - Reg. - Behorde festgestellt und sind fur daa laufende
Jahr in unserem PrciavenelcbniMc66,relchea sich in den
kiirzlich in alle Okcinen Denbchlands versandten " T b e o r e t i s c h praktischen M i t t h e i l u n g e n iiber d e n R a n d e l , Conserv i r u n g u n d Z u c h t d e r B l u t e g e l Y pag. 3 und 4 befindet
enthalten. Doch wollen wir hier noch besonden darnuf hinweisen:
daJs u n ~ r ePreise steta mit Einschluss der Unkosten feetgeatellt
rerden und ewar der Art: d a s s die B l u t e g e l von u n s h n e o
er Post i n g a n e D e n t s c h l a n d v e r s a n d t , f i i r E m b a l l a g e
hicbt. b e r e c h n c t w i r d . s o w i e A u f t r a g e u n d Cielder mnrrankid an n n s e i n g e a a n d t w e r d e n k o n n e n , so: class
,
-
enLridrter hrbcr.
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pro, jahresbericht, blutegelhandlung, der, 1857
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