close

Вход

Забыли?

вход по аккаунту

?

Lichtinduzierte Zersetzung des Sulfinpyrazons in Methanol und Wasser.

код для вставкиСкачать
31 7184
Lichtinduzierte Zersetzung des Sulfinpyrazons
913
W.Hopff, Chem. Unserer Zeit 14, 82 (1980).
M.A. Pathak und T.B. Fitzpatrick, Ration. Drug Ther. 6,l (1977).
J. Knabe, Pharm. Unserer Zeit 4,17 (1975).
S.Nolting, Pharm. Unserer Zeit 11, 33 (1982).
R.Breit, Munch. Med. Wochenschr, 117, 23 (1975).
H.Diirr, H.J.Haas und B. We& Angew. Chem. 92, 647 (1980); Dissertation, B. We$,
Saarbriicken 1978.
J. Reisch und D.H. Niemeyer, Arch. Pharm. (Weinheim) 305, 135 (1972).
H.Diirr in Houben Weyl, Methoden der Org. Chemie, 4. Aufl. Bd. IV12, Thieme Verlag,
Stuttgart 1975.
J.P. Pbte and C. Portella, J. Chem. Res. (.S.) , 1979, 20.
10 Y.Izawa and N. Kuromiya, Bull. Chem. SOC.Jpn. 48,3197(1975).
11 N.Kamigata and M. Kobayashi, Sulfur Rep. 2, 87 (1982).
12 M. Kobayashi, K.Tanaka und H. Minato, Bull. Chem. SOC. Jpn. 45, 2906 (1972).
13 C.M.M. da Silva Correa and W.A. Waters, J. Chem. SOC. C 1968, 1874.
14 J.L. Kice and N.A. Favstritsky, J. Org. Chem. 35, 114 (1970).
[Ph 8301
Arch. Pharm. (Weinheim) 317, 913-920 (1984)
Lichtinduzierte Zersetzung des Sulfinpyrazons in Methanol und
Wasser+
Mihbly Takhcs*"),Piroska KertBsza)und Johannes Reischb)
a) Institut fiir Pharmazeutische Chemie der SemmelweisMedizinischen Universitat Hogyes E. utca
9, 1092 Budapest, Ungarn und b) Institut fir Pharmazeutische Chemie der Westfalischen
Wilhelms-Universitat, Munster
Eingegangen am 27.Juli 1983
Unter LichteinfluB wird Sulfinpyrazon (1)zu 2-(Phenylthio)ethyl-tartronsauredianilid (2), Ethyltartronsauredianilid (3)und - als Nebenprodukt - zu 2-(Phenylsulfinyl)ethyl-tartronsauredianilid(4)
umgewandelt. In wariger 1-Na-Usung ist 4 Hauptprodukt, daneben entstehen 2 und Azobenzol.
Der der Photolyse zugrunde Liegende Mechanismus wird diskutiert .
+)
Herm Professor Dr. Antal Vkgh zum 80.Geburtstag gewidmet
036%233/84/11114!913 $ U2.50/0
0 Verlag Chemie GmbH, Weinheim 1984
914
Tak&cs,Kertksz und Rebch
Arch. Pharm.
Light-Induced Decomposition of SSmpyrPzon in Methanol and Water
Under the influence of light sulfinpyrazon (1) decomposes to yield 2-(pheny1thio)ethyltartronic
dianilide (2), ethyltartronic dianilide (3) and, as a by-product, 2-(phenylsu1finyl)ethyltartronic
dianilide (4). In an aqueous solution of 1-Na, 4 was the main product beside 2 and azobenzene. The
mechanism of this photolysis is discussed.
Sulfinpyrazon (Anturano@) (l),zunachst als Antiphlogisticum der 3,5-Pyrazolidindion-Gruppe
eingefiihrt, erregte spater durch seine urikosurische Wirkung klinische Aufmerksamkeit. Heute ist es
vor allem als Thrombozytenaggregationshemmer von Bedeutung. Chemisch auffallig ist seine
Phenylsulfinylethyl-Seitenkette,deren SO-Gruppe auch die Lichtstabilitat des Molekuls beeinflussen
sollte. Bereits friiher lie6 sichaachweisen, daD der ubliche Zerfall des Pyrazolidinringes” durch
photoaktive C-4-Substituenten im Weiteren in molekiilspezifische Abbauwege gelenkt wirdZJ).
Die vorliegende Studie befast sich mit der Photochemie von 1.Sie sol1gleichzeitigeinen
Beitrag zur Lagerungsstabilitat des Arzneistoffs liefern, die bisher nur hinsichtlich der
thermischen Zersetzung untersucht wurde4).
hv, MeOH,H 0
Y.MeoH7H20
,
4 <
2 - 3 %inMeOH
i
1 %inMeOH
1
3 -4%inMeOH
Bestrahlung von Sulfhpyrazon im Methanol
Die methanolische 1-Losung verfarbte sich im Verlauf der Bestrahlung leicht
gelbbraun, nahm einen merkaptanahnlichen Geruch an, und es bildete sich ein
geringfugiger Niederschlag. Das DC zeigte etwa 12 Flecke unterschiedlicher Intensitat,
darunter die vier Hauptprodukte SP-I, SP-2, SP-3 und SP-4, deren Strukturen im
folgenden abgehandelt werden.
31 7184
Lichtinduzierte Zersetzung des Sulfnpyrazons
915
Photoprodukt SP-I: Der simultanen dc-Uberpriifung des Versuchsablaufs zufolge
nimmt die Ausbeute an diesem Produkt zunachst zu, spater langsam ab; offensichtlich ist
es ein Zwischenprodukt. In seinen Spektren treten gegeniiber 1Veranderungen auf, die
aus friiheren St~dien"~)
bekannt waren und aus denen sich eine TartronsauredianilidPartialstruktur ablesen last.
Kennzeichnend fiir SP-1 ist seiy 'H-NMR-Spektrum. Es enthalt anstelle des komplizierten Multiplettsvom -CHzCH2CH Teil im 1ein neues, dessen Resonanzen gut zu einer
\
SCH2-bzw. einer -)CCH,-Gruppierung passen. Das Methinproton von 1ist durch ein
scharfes, ins tiefere Feld verschobenes 1H-Singulett ersetzt, das einer tertiaren OHGruppe zugehort, deren Existenz sich im IR schon angedeutet hat.
Aufgrund des Mol-Peaks m/e 406 und der Elementaranalyse laBt sich die Summenforme1 G,H22N203Sberechnen, demzufolge sollte SP-1 die Struktur 2 besitzen. Letzteres
wird durch die ms Fragmentierungbestatigt : Infolge McLaflerty-Umlagerungentsteht das
Ion m/e 270 (M-136), der eliminierte 136 ME schwere Molekiilteil miiBte dem Bruchstiick
CH,CHSC6H, entsprechen.
Photoprodukt SP-2: Die Ausbeute an diesem Produkt nahm im Laufe der Bestrahlung
standig zu und betrug nach 18h etwa 4 %. Das MS der Substanz zeigte ein Molekulargewicht von 298 an, die Summenformel konnte nach der Elementaranalyse mit
C1,H18N203bestimmt werden. Abweichend zu 2 enthalt es laut 'H-NMR-Spektrum nur
zwei Phenylgruppen und statt einer Ethylen- eine Ethylgruppe. Demnach ist die
Phenylthio-Gruppe von 2 - bzw. die Phenylsulfinyl-Gruppevon 1- abgespalten und SP-2
kommt die Struktur des Ethyl-tartronsauredianilids (3) zu.
Photoprodukt SP-3 konnte nicht in einer zur Charakterisierung ausreichenden Menge
gewonnen werden.
Photoprodukt SP-4. Auch dieses Produkt war aus dem urspriinglichen Ansatz nicht in
einer zur Charakterisierung notwendigen Menge isolierbar . Immerhin sollte es seinem
hRf-Wert nach mit dem Hauptprodukt der Photolyse von 1in waBriger Lijsung identisch
sein. Eine Wiederholung der Photolyse von 1in methanolischer Lijsung, bei dem SP-4
gezielt angereichert und mit authentischem Material verglichen wurde, bestatigte dies;
SP-4 ist (2-Phenylsulfiny1)ethyl-tartronsauredianilid (4).
Bestrahlung von Sulfinpyrazon in Wasser
Beim Belichten einer wal3rigen 1-Na Losung entwickelte sich mit mnehmendem
pH-Wert ein weiBer Niederschlag, und es entstand ein merkaptanahnlicher Geruch. Wie
dc zu erkennen, sind die Abbauprodukte vornehmlich im Niederschlag enthalten, dessen
Ausbeute ca. 35 % erreicht. Im Gegensatz zum Versuch in Methanol entsteht in Wasser
das bereits erwahnte 4 als Hauptprodukt. Das IR und 'H-NMR-Spektrum von 4 ist dem
von 2 naturgemao verwandt. Nach der um 16ME hoheren Molekiilmasse sollte anstelle
der Phenylthio- eine Phenylsulfinyl-Gruppierung enthalten sein. Gestiitzt wird dieser
Befund durch das MS, besonders durch die Fragmente m/e 296 (M-PhSOH) und 269
(M-PhSOCHZCH2).
In gleicher Weise wie in Methanol entsteht 2, auBerdem ein Produkt SP-5, daB
offensichtlich f i r den merkaptanahnlichen Geruch verantwortlich ist, aber nicht
916
Arch. Pharm.
T a k k s , Kertsz und Reisch
charakterisiert werden konnte. Dariiber hinaus waren dc 6-8 Nebenprodukte nachzuweisen, von denen sich nur Azobenzol - dessen Ausbeute einige Zehntelprozent betrug identifizieren lieR.
Diskussion der Ergebnisse
Die in nukleophilen Solventienerhaltenen Photolyseprodukte des 1,d.h. 2,3und 4sind
Tartronsauredianilide. Dies zeigt einmal mehr das photochemisch instabilste Ringglied
der 3,5-Dioxopyrazolidine: die N-N Bind~ng'"~'.~).Nachst dieser ist die -N-CO-Bindung
durch Licht angreifbar, denn bei allen bisher untersuchten 3,5-Dioxopyrazolidinen tritt
Azobenzol - allerdings in wesentlich geringerer Ausbeute als die Produkte der
N-N-Spaltung - a~f'-~*',~).
Die Strukturen der in absol. Methanol gewonnenen Abbauprodukte 2-4 machen
deutlich, daR die f i r Dioxopyrazolizidine charakteristische Photofragmentierung unter
dem EinfluB eines photoaktiven Substituenten am C-4 in molekulspezifischeAbbauwege
gelenkt wird, denn nach den friiheren Ergebni~sen'~~)
konnten bei der Photolyse von 1in
Methanol Methoxymalonsaure-Derivate als Abbauprodukte erwartet werden. Dies trifft
uberraschenderweisenicht zu; die Photoprodukte 2,3und 4sind keine Methoxy-, sondern
Hydroxy-malonsaure-Derivate, die bisher fiir waBrige Liisungen als typisch galten.
Dieses eigenartige Phanomen bedarf noch der Klarung, doch laBt sich fur den Ubergang
von 1zu 2 u.a. ein zweistufiger ProzeB diskutieren, der im Schema 1 skizziert ist.
Der erste TeilprozeBerfolgt als intramolekulare Photo-Redox-Umlagerung,wobei sich
der Sulfinylsauerstoffan das elektrophile C-4 anlagert. Eingeleitet wird die Isomerisierung
durch Wasserstoffiibertragung vom C-4 auf die SO-Gruppe. Die (hypothetischen)
Vierringprodukte gehen im folgenden in das intermedike 3,5-Dioxo-l,2-diphenyl4-hydroxy-4-(phenylthio)ethyl-pyrazolidin(5) uber.
Fur diesen TeilprozeR finden sich in der Literatur einige Anhaltspunkte: So entsteht bei
der sensibilisierten Photooxygenation des Phenylbutazons 4-Butyl-3,5-dioxo-l,2-diphenyl-4-hydroxy-pyrazolidin'). Andererseits wurden intramolekulare Sauerstoffubertragungsprozesse bei 2-sulfinylsubstituierten Benzaldehyden bzw. Benzylalkoholen beobachtet'). Sie fiihren ebenfalls - allerdings nach einem ganzlich anderen Mechanismus- zu
Thio-Derivaten.
Im zweiten TeilprozeR (5- 2) konnte sich das infolge Homolyse der N-N-Bindung
entstehende Diradikal unter Beteiligung des (protischen) Losungsmittels zu 2 stabilisieren.
5
2
Schema 1
31 7/84
Lichtinduzierte Zersetzung des Sulfnpyrazons
917
Schlecht in Einklang zu bringen mit dem eben postulierten Abbaumechanismus ist die
Tatsache, daB 4,4disubstituierte 3,s-Dioxopyrazolidine - wie z.B. 5 - in der Regel
photostabil(er) sind. Demzufolge sollte ein alternativer Abbaumechanismus diskutiert
werden, bei dem zunachst in bekannter Wei~e'-~)
1in Methanol zum (nicht isolierten)
Methoxy(phenylsulfiny1)ethyl-malonsauredianilid (6) umgewandelt wird. Da sich Sulfinyl-Derivate hinsichtlich ihrer Fahigkeit zur Sauerstoffiibertragung den Nitroverbindungen entsprechend verhalten"), letztere Methylether intramolekular oxydativ abzubauen
~ermogen'~~"),
konnte 6 zu 2 demethyliert werden.
6
Schema 2
3 entsteht aus 2 (oder auch 4) durch die dem Kohlenstoff-Schwefelsystem eigene
a-Spalt~ng'~''),bei der u.a. ein schwefelfreies Bruchstuck wie 3 gebildet wird.
Bei der Photolyse von 1in waBriger Losung kommt der allgemeine Photoabbau des
3,S-Dio~opyrazolidin-Ringes~~~~)
- trotz Anwesenheit der Phenylsulfinyl-Gruppe - offenbar voll zur Geltung wie die verhaltnismaBig hohen Produktausbeuten deutlich machen.
Die Ursache ist vermutlich darin zu suchen, daB l i n Wasser in Form seines Salzesbestrahlt
wird. Im 1-Anion stehen die zur intramolekularen Redoxreaktion (Schema 1) notwendigen Strukturverhaltnisse am C-4 nicht mehr zur Verfiigung und die Delokalisation der
Ladung am p-Dicarbonyl-Teil bietet giinstige Voraussetzungen fiir die Valenzisomerisierung na~h~v'~),
aus der schlieBlich unter Wasseraufnahme als Hauptprodukt 4 resultiert.
In Einklang mit diesen Uberlegungen stehen die Versuchsergebnisse, nach denen in
Methanol 2 und in Wasser 4 im Photolysat vorherrscht. Nicht ohne weiteres zu deuten ist
das Entstehen der Begleitprodukte, d.h. 4 in methanolischer und 2 in waRriger Losung.
Aufgrund der leichten Oxydierbarkeit von 2 konnte 4 artifiziell beim Aufarbeiten des
methanolischen Photolysats gebildet werden, doch ist dies eigentlich auszuschlieben. Vor
allem die Anwesenheit des Thioethers 2 im waBrigen Photolysat spricht eher fiir eine
intermolekulare Sauerstoffiibertragung(vgl.")).
Bei den vorliegenden Studien, die sich eigentlich mit der Photochemie geloster Proben
befaBten, konnte zusatzlich eine topochemische Lichtreaktion beobachtet werden. Bei
der dc Reinheitspriifung von 2 fie1 ein Begleitfleck (hRf 38) auf, der zunachst als eine
Verunreinigung angesehen wurde. Spater stellte sich heraus, daB die zugehorige Substanz
auf der Platte entsteht und ihr die Struktur 3 zukommt. 3 entsteht stets dann aus 2, wenn
die mit 2 beladene Platte lange genug (> 1h) in diffusem Tageslicht aufbewahrt wird.
Offen ist, ob die Photooxydation unter Beteiligung des Sorbens erfolgt oder nicht. Von
aliphatischen Thioethern ist bekannt ,daB sie sich, bei Bestrahlungim kristallinen Zustand
(A > 300 nm), in Sulfoxide umwandeln").
Die dargelegten Befunde bestatigen eine gewisse Sonderstellung des Sulfinpyrazons
innerhalb der 3,5-Dioxopyrazolidine. Offensichtlichpragt die Phenylsulfinylgruppe nicht
918
Takbcs, Kertksz und Reisch
Arch. Pharm.
nur die pharmakologischen, biotransformatorischen und thermischen, sondern auch die
photochemischen Eigenschaften des Molekuls.
Der Fa. Ciba-Geigy GmbH, Wehr (Baden) danken wir fur das Sulfinpyrazon; M.T.dankt der
Heinrich-Hertz-Stiftung fiir ein Stipendium.
Experimenteller Teil
Allgemeine Angaben
-
VgL3). UV-Spektren: Specord UV-VIS (Zeiss, Jena).
A: Bestrahlungsreaktor 400 (A. Grantzel, Karlsruhe), s . ~ ) . B: UV-Tauchlampe mit HgNiederdruckbrenner (Typ TNN 15/44, Quarzlampen GmbH, Hanau). Der von einem Kuhlmantel
aus Quarzglas umgebene UV-Brenner hat eine Leistung von 15 W (Strahlenmenge 0,0487
Molquantenih). Wahrend der Bestrahlung wurde mit Wasser gekiihlt und mit N2 begast.
Chromatographie:DC: Fertigplatten Kieselgel60 Fs4(Fa. Merck). - PSC: Fertigplatten Kieselgel60
FZ4, rnit Konzentrierungszone (Fa. Merck). - FlieBmittel: Cyclohexan/Chloroform/Methanol/
Eisessig (45 + 45 5 + 5)'). - Detektion: (a) UV-Licht; (b) Kaliumdichromat-SchwefelsaureReagens. - SC: (A) Lobar Fertigsaule LiChroprep Si 60 63-125 pm, (Fa. Merck); Druck: N2-Bombe
oder Duramat Dosiereinrichtung mit Pumpe und Pulsationsdampfer (Chemie u. Filter GmbH,
Heidelberg); (B) Glassaule 2cm Durchmesser, 70cm Fiillhohe, Kieselge10,05-0,2 mm (Fa. Merck). FlieDmittel (FM) I: Ethylacetat im Gemisch mit 0-100Proz. Ethanol; I1 Benzolim Gemisch mit 0-100
Proz. Chloroform; 111 Tetrachlorkohlenstoff im Gemisch mit 0-100 Proz. Chloroform; IV
Chloroform im Gemisch mit 0-30 Proz. Ethanol.
+
Bestrahlung von Sulfinpyrazon in methanolischer Losung
2,83 g (0,02 mol) 1 in 850 ml absol. Methanol wurden im Reaktor A 18 h bestrahlt, das hellbraune,
leicht getriibte Photolysat filtriert, i. Vak. eingedampft und zweimal sc (Methode A ; FM I). I m ersten
Durchgang wurde das Produktgemisch in vier Fraktionen aufgetrennt. Frakt. I enthielt vomehmlich
die Produkte 2 (SP-I) und 3 (SP-2), Frakt. I1 (SP-3) und 4 ( S P 4 ) , wahrend sich in Frakt. 111
unverhdertes 1 (hRf 31) und in Frakt. IV einige polare Nebenprodukte befanden. Im zweiten
Durchgang wurden die Frakt. I und I1 weiter sc (Methode A; FM 11), wobei aus der Frakt. I2 und 3
gewonnen wurden.
(2-Pheny1thio)ethyl-tartromauredianilid
(2)
hM65.-Schmp.: 169-17lD(Bzl).-IR: 3330,3308(NH), l670,1525(CONH), 1115 (tert. 0H)cm-'.
s. Tab. 1. - MS (70 eV, 60"):d e 406 (7 %, M'), 270 (100, M-CH2CH2SPh), 120 (12,
PhNHCO), 94 (70, PhNH,), 93 (55, PhNH2). h H z N 2 0 3 S (406,SO) Ber. C 68,O H 5.42 N 6.9 S 7.8
Gef. C 67.7 H 5.67 N 6.9 S 7.6.
- 'H-NMR:
Ethyl-tartronsauredinnilid (3)
hRf 62. - gelbl. Kristalle (Bzl. bzw. MeOHIWasser). - Schmp.: 138-140". - IR: 3340,3320 (NH),
1670,1520 (CONH), 115 (tert. OH) cm-'. - 'H-NMR: s. Tab. 1. -MS (70eV, 40"): 298 (11 %, M+),
179 (loo), 178 (55), 164 (45494 (78), 93 (56). C1,Hl8N2O3 (298,33) Ber. C 68.5 H 6.04 N 9.4 Gef. C
67.8 H 6.05 N 8.9.
31 7184
919
Lichtinduzierte Zersetzung des Sulfinpyrazons
Versuche, aus Frakt. 11, SP-3 (hRf 55) und 4 sc (Methode A; FM 111) in einer zur Identifizierung
ausreichenden Menge und Reinheit zu isolieren, waren wenig erfolgreich; stets waren die Produkte
mit zahlreichen, z. T. instabilen Begleitsubstanzenverunreinigt. Eine kleine Probe reines 4 lie5 sich
auf folgendem Wege gewinnen:
(2-Phenylsulfinyl)ethyl-tartronsauredinilid(4)
0,32 g (0.01 mol) 1in 80 ml absol. Methanol wurde im Reaktor B 2 h bestrahlt. Das Photolysat wurde
psc aufgetrennt, 4 aus der Bande mit Chloroform extrahiert und sc gereinigt (Methode B; FM 11). Die
Substanz war mit dem Hauptprodukt der 1-Photolyse in Wasser (s. dort) identisch (Schmp., IR).
Bestrahlung von Sulfinpyrazon in wafiriger Losung
Eine mit aquiv. Menge NaOH bereitete wa5rige 0,02 M 1-Na-Losung(0,89 g 1 in 110 ml) wurde im
Reaktor B 165 h bestrahlt, das gelblich triibe Photolysat zentrifugiert, das Zentrifugat i. Vak.
eingedampft, mit Bzl. aufgenommen und sc (Methode B; FM 11,lO ml Frakt.) bis SP-5 (hRf: 75),
Azobenzol (Misch-Schmp., IR) und 2 abgetrennt waren. Dann wurde rnit FM IV weiter sc bis 4
erschien. Die 4 enthaltenden Frakt. wurden psc nachgereinigt.
(2-Phenylsulfiny1)ethyl-tartronsauredianilid(4)
-
-
hRf: 38. - WeiSe Kristalle (Bzl.). Schmp.: 197-199'. - UV: Amax (Puffer: pH = 9,O): 242 nm. IR:
3350 (NH, sek. Amid), 1695(Amid I), 1530 (NH), 1035(SO) cm-'. - 'H-NMR: s. Tab. 1. - MS (CI):
422 (M', 8 %) 301 (93, M-PhNHCOH), 296 (56, M-PhSOH), 269 (9, PhSOCH,CH2), 176 (100,
~ O ~ SBer. C 65.4 H 5.21 N 6.6 S 7.6 Gef. C 65.8 H
296-PhNHCO), 93 (87, PhNH2). G S H ~ ~ N (422,50)
5.46 N 6.4 S 7.2.
Tab. 1:'H-NMR-Daten der Photoprodukte des Sulfinpyrazon [6 (ppm; TMSO=O)]
hodukt NH
Ary1-H
~
2
-CHzCHz bzw.
-CH2CH3
tert.-OH
~
~~
~
CH2S
2,8 -3,2
CCHz
2,2-2,6
9,13
(s, 2H)
6,9 -7,6
(m, 15H)
5,17
(s,lH)
3
9,43
(s,2H)
7 $0-7,6
(m,10H)
5,02
(s, 1H)
CH2
1,9-2,3
(qu, 2H)
4
9,13
(s, 2H)
7,l-7,7
(m, 15H)
5754
(s, 1H)
CHzSO
CCHZ
2,9-3,3
2,2-2,7
(m, 4H)
(m,4H)
CH3
0,8 3 -1,13
(t,3H)
Literatau
1 J. Reisch, K.-G. Weidmann und J.Triebe, Experientia 30, 451 (1974) und Arch. Pharm.
(Weinheim) 310, 811 (1977).
2 J. Reisch, K.-G.
Weidmann und J.Triebe, Arch. Pharm. (Weinheim) 310, 827 (1977).
920
Schilling-Pindur und Hartke
Arch. Pharm.
3 M.TakAcs, G. Simon und J. Reisch, Arch. Pharm. (Weinheim), 317, 817 (1984).
4 E. Pawelczyk, R. Wachowiak, M. Zajac, B. Knitter und B. Matlak, Acta Pol. Pharm. 38, 207
(1981); C.A. 95, 1756% (1981).
5 J. Reisch und M. Abdel-Khalek, Arch. Pharm. (Weinheim) 316, lo00 (1983).
6 J. Reisch und M. Abdel-Khalek, Pharmazie 38, 199 (1983).
7 R, Baugh, R. T. Calvert und J. F. Fell, J. Pharm. Pharmacol. 26, 68P (1974).
8 R. Ludersdorf und K. Praefcke, Z. Naturforsch. 31b, 1658 (1976);ibid. 326, 360 (1977).
9a J. Reisch, Gybgyszertszet 19, 81 (1975); C.A. 83, 97067b (1975).
9b J. Reisch, Dtsch. Apoth. Ztg. 114, 2028 (1974).
10 J. Reisch, Gybgyszertszet 23, 401 (1979);C.A. 92, 180311h (1980).
11 S.T. Reid, Photochemistry 9, 516 (1978);ibid. 10, 522 (1979).
12 D. Dopp, Fortschr. Chem. Forsch. 55, 51 (1975).
13 0. Buchardt und D. Dopp in Houben-Weyl, Methoden der Organischen Chemie, Bd. 4,Teil5b,
S. 1329,G. Thieme-Verlag, Stuttgart 1975.
14 B. Milligan, D.E.Rivett, W. E. Savige, Aust. J. Chem. 16, 1020 (1963).
15 L. Horner und J. Dorges, Tetrahedron Lett. 1963,757.
16 P. M.Rao, A. R. Knight, Can. J. Chem. 50, 844 (1972).
17 H.Durr in Houben-Weyl, Methoden der Organischen Chemie, Bd. 4, Teil 5b, S. 1008, G.
Thieme-Verlag, Stuttgart 1975.
18 D. Sinnreich, H.Lind und H. Batzer, Tetrahedron Lett. 1976, 3541.
[Ph 8311
Arch. Pharm. (Weinheim) 317, 920-925 (1984)
Durch Cyanogruppen stabilisierte 2-Sulfonio-indenide
Annegret Schilling-Pindur und Klaus Hartke'
Institut fiir Pharmazeutische Chemie der Universitat Marburg, Marbacher Weg 6,D-3550
Marburg5ahn
Eingegangen am 2.August 1983
2-Hydroxyinden-3-carbonitril(3)bildet mit p-Toluolsulfochloridden p-Toluolsulfonsaureester4, der
sich mit Thiolat zu den 2-Alkylthio- bzw. 2-Arylthioinden-3-carbonihiIen5 umsetzt. Methylierung
von 5 mit Trimethyloxonium-tetrafluoroborat liefert die Sulfoniumsalze 6, die zu den 1Cyano-2-dialkylsulfonio-indeniden
7 deprotoniert werden konnen.
ZSulfoniomdenidess t a b w d by Cyan0 Groups
2-Hydroxyindene-3-carboNtde(3) reacts with p-toluenesulfonyl chloride to form the p-toluenesulfonates 4, which are substituted by thiolate to give the 2-alkylthio- or 2-arylthioiindene3-carbonitriles5. Methylation of 5 with trimethyloxoniumtetrafluoroborate yields the sulfoniumsalts
6, which can be deprotonated to the l-cyano-2-(dialkylsulfonio)indenides7.
03654233/64/1111~
$02.50/0
0 Vcrlag chcmic GmbH, Wcinhcim 1984
Документ
Категория
Без категории
Просмотров
1
Размер файла
428 Кб
Теги
zersetzung, lichtinduzierte, wasser, sulfinpyrazons, des, und, methanol
1/--страниц
Пожаловаться на содержимое документа