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Mittheilungen Uber die Einwirkung des Gypses auf die Vegetation der Kleepflanze.

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227
11. Naturgeschichte au~dPharmal
hognosie.
Mittheilungen fiber die Einwirkung des Gypses
anf die Vegetation der Kleepflanze;
nach Versuchen des
0
Dr. K r e 11 z h a g c in Braunschweig *).
__
Herr Dr. K u h n macht daruber folgende Mittheilungcn.
Die erste Verbreitung des Gypscs als Dungemittel
geschah,,nach T h a e r , durch den Pastor M c y e r zu Kupfcrzell im Hohenloheschen, dessen 1765 erschienene Schrift
allgemeines Aufsehen erregte. M e y e r war selbst' seinerseits durch den Grrrfen S c h u l e n b n r g auf Hehlen auf
die Wirkungen aufmerksarn gemscht worden, welche auf
dern Gute Niedek bei Gottingen durch Gypsdtingung erzielt worden warcn. Trotz des heftigen Widerstreitens verbreitete sich die Anwendung des Gypses mit rapidcr
Schnelligkeit iiber Deutschland, die Schwciz, Frankreich,
England und Amerikrr, nach welchem letztcren Welttheil
der Gyps sogar aus den Bruchen des Montmartre bei
Paris bezogen wurde. Wie es immer geschieht, so wurde nuch der Gyps
sehr bald ale eine Universalmedicin fur alle Felder und
Fruchte gepriesen, seine Anhanger gingen so weit, zu
behaupten, er konne jeden anderen Diinger crsetzen. Die
Keaction hierauf blieb nicht aus und wurde noch im vorigen Jahrhundert durch umfassende Versuche constatirt,
*) Separatabdruck aus den Mittheilungen des Vereins fur Lsndund Forstwirthschaft im Herzogthume Braunschweig. Eingesandt durch Herrn C. R. H i r s c h b e r g .
15 *
228
Kreuzhage,
dass der Gyps nur auf gewisse Classen von Pflanzen giinstigen Einfluss habe, dass die Ertrage an Klee, Esparsette,
Luzerne, Erbsen und Wicken uberhaupt an denjenigen
Culturpflanzen, welclie zu den Leguminosen gezahlt werden, durch Gypsung theilweise um ungeheure Betrage
erhoht werden, wahrcnd andrerseits die Hackfruchte, Cerealicn und Griiser bei seiner Anwendung keine vermehrten Ertrage geben. Es wurde ferner sehr bald bekannt,
dass auch die Leguminosen nur unter bestimmten Verhaltnissen sich zur Dungung mit Gyps dankbar erweisen,
dass der gegypste Acker in guter Dungkraft stehen muss,
um Erfolge zu erzielen.
Schon friihzeitig hat man versucht, die merkwurdigen
Eigenschaften des Gypses zu erklaren und zunachst fand
man diese Erklarung im eigenthiimlichen Bindungsverm6gen
des Gypses fiir Wasser; diese Erkliirung, welche uberdem nur bei der Anwendung gebrannten Gypses einen
Sinn hatte, wurde bald verlassen und man neigte sich zu
der Annahme, dass der Gyps die Faulniss der im Boden
enthaltenen organischen Substanzen befordere und hierdurch die Vegetation legunstige. Auch diese Erkliirung
fie1 mit der Behauptung Davy’s, dass der Gyps, weit
eutfernt die Faulniss zu unterstutzcn, derselben entgegen
wirke. Nach ihm ist der Gyps ein unentbehrliches Nahrungsmittel der Leguminosen. Diese Ansichten D a v y’s
stutzen sich auf seine Erfahrung, dass die Asche gegypster Pflanzen reicher an Gyps sei, als die nicht gegypsten; D a v y gab sogar specie11 die Wirkung des Gypses
auf den Organismus an, er sollte in die Faser der Pflanzen eintreten und zu ihrer Festigkeit beitragen. - Auch
C h a p t a l sieht den Gyps als directen Nahrstoff der Leguminosen an und stiitzt seine Behauptung s u f die Betrachtung, daes wohl kaum ein anderes Mineralsalz so sehr
geeignet zum Eintritte in die Pflanze 3ei als gerade der
Gyps. Der Gyps oder schwefelsaure Kalk ist ziemlich
schwer in Wasser Ioslich, ein Theil in 460 Th. Wasser.
Dies ist nun ein Concentrationsgrad, welcher den Pflan-
Einwirkung d. Gypses auf die Vegetatioii d. h2eepflrcnze. 229
Zen besonders geniigt und der selbst dann, wenn bei anhaltender Durre ein grosser Theil der Bodenfeuchtigkeit
verdunstet, naturlich nicht uberschritten werden kann,
weil sich Gyps in ungelostem Zustande abscheidet, sobald
die Menge des im Boden enthaltenen Wassers nicht mehr
das 460 fache des vorhandenen Gypses betragt. Anders
bei anderen Salzen, deren Losung eine grossere ist. Setzt
man den Fall, dass die Bodenflussigkeit ein 460tel ihres
Qewichts z. B. eines schwefelsauren Alkalisalzes enthalte,
so wurde zwar diese Concentration der Pflanzenwurzel
sehr zusagen, bei eintretender Durre wurde aber nicht
in demselben Masse als Wasser verdunstct, das schwefelsaure Alkali aus der Losung abgeschieden werden, es
wurde vielmehr in Folge der Leichtloslichkeit eine concentrirterc Losung zuruckbleiben, deren Wirkung erfahrungsmassig eine ungiinstige auf die Wurzel ist. Dies
ist C h a p t a l ’ s Anschauung von den Vorziigen des Gypses;
sic stutzt sich, wie die Davy’sche Theorie, auf die Annahme, dass der Gyps direct von den Pflanzen aufgenommen werde.
Die experimentalen Untersuohungen der Neuzeit, unter den alteren vor allen die von B o u s s i n g a u l t in
Bechelbronn angestellten Versuche beweisen jedoch bald
auf das Klarste, dass diese Ansichten durchaus nicht mit
der Wirklichkeit im Einklang staaden; die mit den Hulfsmitteln der neueren Wissenschaft ausgefuhrten Aschenuntersuchungen gegypster und nichtgegypster Pflanzen
zeigten, dass eine relative Mehraufnahme von Gyps kaum
zu statuiren sei, hochstens liess sie die Hypotliese aufstellen, dass der Klee seinen Kalkbedarf mit Vorliebe
aus dem fein zertheilten kohlepsauren Kalk, wie er bei
der Zersetzung des Gypses im Boden entsteht, beziehe,
wenigstens entsprach die Menge der durch Gypsdungung
neben Kalk aufgenommenen Schwefelsaure durchaus nicht
der Mehrauhahme an Kalk. Wie diese Versuche B o u s s i n g a u l t bewiesen, dase der Gyps nicht durch seine Aufnahme a h solcher die Erhohung der Ertrage herbeifuhre,
230
K?*eu.d
age,
so beweisen sie ebenfalls die Nichtigkeit einer andern
friiher von N o u s s i n g a u l t selbst in Gemeinschaft mit D u in a s vertheidigten Theorie, nach welcher der Schwefel des
Gypses iind dessen vermehrte Aufnrthnie die guten Wirkungen herbeifuhren solle. Diese Theoric fusst auf der
Annahme, dass die Lcguminoscn mehr Schwefel enthaltcn
sollten, als die Cerealien, und cs scheint in der That
nichts plausibler, uls dass die rermehrte Zufuhr von Schwefel diese besonders schwefelbedurftigen Pflanzen in ihrem
Waclisthume begunstigen indsse. Mit dem Nachweise,
dass die Leguniinosen nicht mehr Schwefel enthalten als
andere Pflanzen, verlor natiirlich jene Theorie ihren Boden,
wir haben gesehen, dass die Versuche B o u s s i n g a u 1t ‘s
sie auch von anderer Seite her widerlegten. B o u s s i n g a u l t schliasst noch im Jalire 1851 das Capitel Gyps
5
in seine hconontie ruwle, mit dem Anspruche, dass allem
Anscheine nach die Wirkung unseres Stoffes auf der Zufuhr von Kalk beruhe, er ist tibrigens weit entfernt, die
Frage als gelost zu betrachten.
Von anderer Seite trat L i e b i g an diese Frage lieran,
cr suohte die Wirkung des Gypscs RUS einem indirecten
Einflusse desselben nuf dic Vegetation zu erklaren iind
fand die Antwort in dem bekannten Vcrsuche Spatzier’s.
S p a t z i e r hatte in ein rnit l’ferdeniist gut gedungtes Gartenbeet Erbsen und Rohnen gepflanzt, claa Beet eine
Linie hocli mit Gyps bcstreut und iiberdacht. Wiihrend
vor Beginn des Vcrsuches weder die Erde noch der Gyps
kohlensaure Salze enthielten, fand sich nach Wochen der
griisstc Theil des auf der Oberfliiche vcrstreuten Gypses
i n kohlensauren Kalk rerwandeit und noch in der Tiefe
von
Fuss liess sich in der Erde selbst kohlensaurer
Kalk nachweisen. Die Wirkung des Gypses sollte nun
vornehmlich darin liegen, dass er, der j a aus schwefelsaurem Kalk besteht, sich mit den kohlcnsaurem Ammoniak
des Bodens; respective init deni im Regenwasser zugefiihrten kohlensauren Ammoniak in kohlensauren Kalk
und in schwefclsaures Blunionink umsetzt, welche beiden
Einwirkung d. Gypses auf die Vegetation d. Kleepjlaiize. 331
Korper durch die Pflanze aufgenomnien wurden, und
diese Erklarung galt Iangere Zeit als die richtige. Sie
wurde dann noch dahin modifieirt, dass das durch
die Gypsung gebildete schwefelsaure Ammoniak nicht
allein als directer, Stickstoff zufuhrender Nahrstoff wirke,
vielmehr wurde das Hauptgewicht gelegt ,,auf die Entstehung gerade von schwefelsaurem Ammoniak ", einem
Salze, dessen Losung wesentlich zur Verbreitung und
Anfschliessung sammtlicher niineralischer Nahrungsniittel,
nnmentlich der phosphorsauren Alkalien und alkaliscben
Erden beitrage. Es wurde also die Wirkung des Oypsee
nunmelir dahin definirt, dass die durch ihn eingeleitete
Rildung von schwefelsaurem Ammoniak eine vermehrte
Zufuhr von Asehenbestandtheilen und somit eine reichlichere Emahrung der Kleepflanze bedinge, seine Wirkung war, dcr Hauptsache nach, eine indirecte. Zur
Hestatigung dieser bald ziemlich allgemein recipirten
Theorie wurden auch Versuche angestellt, von denen liier
nur der des Dr. P i n c u s erwiihnt wird, desscn Resultat
der Versuchsansteller in folgende Satze zusanimenfasst:
Durch Diingung des Klees mit schwefelsauren Salzen,
Gyps oder Bittersalz, wird den Pflanzen ein kraftiger
Impuls zu einer iippigen Entwickelung gegeben. Eine
wirkliche Vermehrung der Ernte an f'estcn und niihrenden Bestandtheilen ist durch diese Art der Diingung nur
dann moglich, wcnn in der AckerBrume oder wenigstens
in eineiii leicht von den Pflanzenaurzeln zu durchdringenden, warmen, loclreren Untergrund diejcnige Menge unorganisclier Bestandtheile enthalten ist, die einer uppigen
Vegetation entspricht. Das Gypsen nutzt daher nur auf
cinem im Uebrigen auch fruchtbaren oder wenigstens nicht
erschopften Boden.
P i n c u s hatte bei seinen Versuchen nicht bloss init
Gyps, sondern auch mit den schwefelsauren Salzen der
Magnesia gedungt, daraus, dass beide schwefelsauren
S a h e zur Wirkung gelangt waren, ohne dass entweder
Kalk oder Magnesia sich in dem gedungten Klee in
23 2
Kreuzhnge,
hbherem Verhaltnisse ale in den gedungten vorgefunden,
schliesst er weiter, dass der Gyps hauptsachlich durch
die Zufuhr von Schwefelsiiure, und die hierdiirch begiinstigte Bildung von schwefelsaurem Ammoniak in der oben
geschilderten Weise wirke. Hiernach hatte nun die Wirkung der Gypsdungung zu der der Dungung mit schwefelsaurer Magnesia in demselben Verhaltnisse als die beiden
zugefuhrten Schwefelsiiuremengen stehen miissen ; dies war
jedoeh nicht der Fall!
So, noch immer unentschieden, stand die Frage von
der Wirkung des Gypses, d s Versuche, welche L i e b i g
anstellte, unerwartetes Licht uber den Gegenstand verbreiteten. L i e b i g brachte verschiedenartige Ackererden in
Beriihrung mit Gypslosung und wies nach, dass der Gyps
durch seine Zersetzung mit den Bestandtheilen des Bodens
eine grossere Losliehkeit und namentlich eine Verbreitbarkeit des sonst im Boden festgebannten Kalis und der
Bittererde ermogliche, dass also durch diese Wirkung des
Gypses selbst, welche sich in jede Tiefe erstreckt, gewisse
Stoffe aufnahmsfahig fiir die Kleepflanzc oder zuganglich
werden, welche es vorher nicht waren.
Die Versuchc, welche von Dr. K r e u z h a g e angestellt
sind, wollten nun die experimentale Entsclieidung bringen,
ob der Gyps direct als Nahrungsmittel oder indirect als
Aufschlicssungs - und Losungsmittel bei der Ernahrung
wirksarner Bodenbestandtheile wirke? Sie fassten debei
vorzugsweise den Punct ins Auge, ob sich die indirecte
Wirkung des Gypses, falls man ihm niimlich nur eine
solehe zuschreiben darf, sich hauptsiichlich auf einen einzigen oder auf alle Aschenbestandtheile erstrecke, ob
daher seine Unwirksamkeit im gegebenen Falle auf partieller oder auf allgemeincr Bodenerschopfung beruhe ?
Im ersteren Falle musste dcr Gyps durch ein anderes,
jenen hauptsachlich wirksamen Bodenbestandtheil in leicht
loslicher Form enthaltendes Salz ersetzbar sein, dieses
zu findende Salz und der Gyps auf verschiedenen Parcellen zur Anwendung gebracht, miissten wenigstens auf
Einwirkung d . Gypses auf die Vegetation d. Kleepjanze. 233
einen an siimmtlichen Mineralbestandtheilen sonst nicht
gerade erschopften Boden dieselben Ernten geben. Trat
dagegen Differenz in der Ernte zu Gunsten des Gypses
gegen alle ubrigen kunstlich, jedoch nur einseitig im Boden
vermehrten, mineralischen Nahrstoffe ein, so war die letztere Schlussfolgerung gerechtfertigt, die Annahme bestatigt,
dass er durch erhohte Zufuhr aller Aschenbestandtheile
wirke.
Dieser Fragestellung gemass, kommen auf den verschiedenen Versuchsparcellen, die hauptsachlichsten PflanZen-Nahrstoffe einzeln in Gestalt von Gyps, saurem phosphorsauren Kalk, schwefelsaurer Magnesia, schwefelsaurem
Kali, schwefelsaurem Natron, salpetersaurem Natron und
Chlorammonium zur Anwendung. E s wurde zu weit fiihren, die Zahlen der Versuche vorzufuhren, die Ihnen
js spater zugehen werden, und ich gehe nunmehr dazu
uber, Ihnen die Resultate dieserVersuche mit Dr. K r e uzh a g e ' s eigenen Worten vorzutragen.
,Das Ernteresultqt dieses Versuches, so wie die damit
verbundenen Aschenanalysen berechtigeu zu folgenden
Schlussfolgerungen :
,,I) I n den1 zum Versuche gewahlten Boden waren
alle Bedingungen zu einem iippigen Wachsthum der Kleepflanze enthalten, wie der Ertrag von den ungedungten
Parcellen beweist. Die klimstischen Verhaltnisse, Witterung und Temperatur ubten auf die kraftige Entwickelung der Pflanzen keinen nachhaltig storenden Einfluss
aue, Trockenheit scheint die Vegetation des Klees schnell
zum Stillstand zu bringen, dagegen vie1 Regen selbst bei
verhaltnissmassig niedriger Temperatur dieselbe sehr zu
begiinstigen.
,,2) Von allen Dungmitteln hat allein der Gyps den
Ertrag an Klee wirklich auffallend erhoht."
"3) Dieses Plus in der Ernte ist nicht, wie von Einzelnen angenommen wird, auf Rechnung einer vermehrten Wasseraufnahme zu setzen, sondern zeigt sich in der
reinen Trockensubstanz mieder.
Kretrzhags,
234
,,4)Der Gyps in seiner Verbindung als schwefelsaurer
Kalk, nicht einer seiner Bestandtheile allein, weder der
Kalk noch die Schwefelsaure ruft die iippigere Vegetation
des Blees hervor, denn jene Bestandtheile in anderer
Verbindung einzeln dem Boden in reichlicherer Menge
zugefuhrt zeigen sich wirkungslos. Der gunstige Einfluss
des Gypses erstreclrt sich mehr oder weniger auf siimmtliche Pflanzenorgane, menn auch cine bevotzugte Stengelbildung nicht ganz abgeleugnet werden kann.
,,5) Der Gyps ist kein Nahrungsmittel im gewohnlichen Sinne des Wortes, denn die unter seinem Einflusse
gewnchsenen Pflanzen haben der Analyse nach ihre iippigere Vegetation weder einer entsprechend vermehrten Kallinoch Schwefelsaureaufnahme zu verdanken, wohl aber
einer vcrmehrten Zufuhr siimmtlichcr mineralisclier Nahrungsmittel. Diese muss also der Gyps als Losungs-,
Aufschliessungs- und Verbreitungsmittel derselben bewirken, er muss wirkungslos bleiben, wo sie im Boden ungeniigend vorhanden sind, wo der Boden erschopft ist.”
, 6 ) Einseitige Diingung, d. h. kunstliche Vermehrung
eines zur Pflnnzennahrung dienendeii lllineralbestandtheiIs
des Hodens begiinstigt die gleichmassig kraftigere Entwickelung der auf diesem waclisenden Pflanzen nicht *),
acheint aber auf die bevoraugte Auvbildung einzelner
Organe derselben, sei es Matt, Stengel oder Bluthe hinzuwirken, wie wir das auf den init Alkalisalzcn, nanientlicli mit schwefelsaorem Kali gedunktcn Parcellen schon
f d i e r in der augensclieinlich bevorzugten Blattbildung
zu lteoltachtcn Gelegenheit hatten, und auch jctzt nus
___
.
*) Ls versteht sich, dass hier nur von einern solchen Boden die
I k d e i d , der, wie das zum Versuche gewahlte Feld, sgmmtliche mineralibcliuii I’fanzennabruiigsstoffe in hinreichender
3lengc u i i d nufiiahrnsflihiger Form erithllt, denn im cntgcgengesctzten Falle, mo also ein Boden an diesem oder jeneni
Sahrungsstoffe Mange1 hat, wird uaturlich die kunstliche, selbst
einseitig yerrnehrte Zufuhr der fchlenden Stoffe entsgrecliend
+irksam sein.
Einwivkung d. Gypses auf die Vegetation d. h7eepflanze. 2 %
dem Ernteresultate schliessen konnen, denn trotzdern, dass
damals die genannten Felder scheinbar das iippigste Aussehen hatten, worin uns entschieden die kraftigere und
vermehrte Blattbildung tauschte, haben sie bei weiteni
den niedrigsten Ertrag gcgebcn, ein indirecter Beweis,
dass die Rliitter sich auf Kosten der ubrigen Orgnne, nnmentlich der nicht so in die Augeii fallenden Stengel entwickelt hatten. Auch die Aschenanalysen zeugen fur den
directen Einfluss der Kalisalze, denn die Aeehe der dainit
gediingten Pflanzen zeigte einen bedeutend hoheren Kaligehnlt, als die der iibrigen, dagegen einen entsprechend
geringeren Kalkgehalt, wieder ein deutlioher Beweis, dass
Kali und Kalk als Pflanzennahrungsinittel sic11 bis zu
einern gewissen Grade, wenn auch nicht in aquivalenten
Verhiiltnissen vertreten konnen, ja, deiii vorliegcnden Restiltate nach zu urtbeilen, .such Kmli und Magnesia, denn
niit dem erhiihtcn Kaligehalt sehen wir jedesmal eine
verminderte Magnesiaaufnahme verbunden, allein vielleiciit
auch ein Beweis, dess diese Vertretiing so zu sagen einc
unnormale ist, denn mit ihr, war eine ungleichniassige,
also unnormalc Entwickelung der Pflanzenorgane verbunden. Auch die Bestandtheile der iibrigen nls Dtingeinittel
angewandtan Salze zeigen sich in der jedesiualigen Asche,
wenn auch in weit geringerem Verhliltnisse als bei den IMisalzen, vermehrt wieder, eine Erscheinung, welche wohl hinreichend dadureh ihrc Erklarung findet, dass eben die betreffend verrnehrten Aschenbestandtheile durch die Diingung der
Pflanze in reiclilicherer Mengc und leicht aufnahmsfahiger
Form dargeboten waren. Die Asche des gegypsten Klees
ist die einzige, welche mit der Zusammensetzung dcr
ungcdiingten Pflanzcn genau iibereinstimnit. Der Gyps
allein hat den Ernteertrag wesentlich erliiiht ; diesc Erhbhung des Ertrages ist niit einer vermchrten Aufnahine
s~mintlicherrnineralischcr Pflanzennahrungsrriittel eng verbunden, also hat der Gyps letztere vermittclt. Er hat
nicht als einseitigcs Dungmittel gewirlit, ,ja iiberhnupt
nicht als Dungmittel im gemohnlichen dinne des Wortes.'
236
Kreuzhage,
Besonderes Gewicht ist noch darauf zu legen, dass
uns durch den Gyps ein Mittel an die Hand gegeben ist,
der Kleepflanze die wichtigsten Nahrstoffe gerade in dem
Theile des Bodens zur Disposition zu stellen, dem sie
hauptsachlieh ihre Nahrung entniinmt, und den wir weder
mit unseren gewohnlichen Culturwerkzeugen erreichen,
noch durch kiinstliche Diingmittel bereichern konnen. Dadurch, dass dcr Gyps der Absorptionskraft der Ackererdc widersteht, gelangt er nicht nur selbst in den Untergrund, wirkt dort zersetzend auf die Mineralbestandtheile
und loekert den Boden, sondern er fiihrt auch aus den
hoher gelegenen Bodenschichten die dort aufgenommenen
Zersetzungsproducte den in jene schwer erreichbare Tiefe
sich verzweigenden Wurzeln zu. Dieser Einfluss ist, wie
gesagt, von grosser Redeutung, wenn auch freilich aus
diesem Versuche mit aller Sicherheit hervorzugehen scheint,
dass die Rleepflanze im zweiten Jahre ihres Wachsthums
ihre Nahrung keineswegs so ausschliesdich nus dem Untergrunde aufnimmt, sondern dass auch die Ackerkrume
ganz wesentlichen Antheil a n ihrer Ernahrung hat. Wie
ware sonst die oben erwahnte Vermehrung des Kali- und
Phosphorsauregehaltes der Pflanzenaschen durch einseitige
Dungung zu erkllren, da weder Kali noch Phosphorsaure
vermoge der Aksorptionskraft des Rodens in den Untergrund gelangen, also nur von den in den obersten Schichten der Ackerkrume befindlichcn Wurzeln aufgenoinmen
werden konnten.'
,Wirft man einen Blick auf das Resultat der Protei'nsubstanzbestimmungen, so sehen wir, dass auch in
dieser Beziehung die mit Gyps gedungten Yflanzen den
ungedungten am nachsten stehen, ja fast ganz damit iibereinstimmen, ein neuer Beweis, dass sich die kraftigere
Entwickelung auf alle Organe gleichmassig erstreckt hat,
dass die organischen und unorganisehen Nahrstoffe sich
gegenseitig bedingen. Wirklich auffallend vermehrt finden wir die Proteinsubstanz nur in den mit sehwefelsaurer
Magnesia und phosphorsaurem Kalke gediingten Pflanzen,
Einwirkung d . Gypses auf die Vegetution d . Kleepflanze. 237
zwei Erscheinungen, von denen die letztere nach den
vielfachen Beobachtungen iiber die Abhangigkeit zwischen
Phosphorsaure und stickstoff haltigen Verbindungen im
Pflanzenleben nichts Auffallendes mehr haben, wahrend
die erstere ohne weitere Erklarung nur ale Thatsache hingestellt werden kann. "
,Was die Wirkung des phosphorsauren Kalkes anbela'ngt, welcher dem Ernteresultate nachst dem Gypse
entschieden am gunstigaten auf die Entwickelung des
Klees gewirkt hat, also vielleicht zu der Schlussfolgerung
Veranlassung geben konnte, dass der Kalk der wesentliche Factor im Gypse sei, so sei hier hervorgehoben,
dass derselbe in Form von mit Ychwefelsaure aufgeschlossener Knochenkohle zur Anwendung kam, so dass den
rorliegenden Schlussfolgerungen nach zu urtheilen, der
giinstige Erfolg vielleicht weniger auf Rechnung des phosphorsauren Kalks, als des gleichzeitig in dem Superphosphate zugefiihrten Gypses zu setzen ist. Auch geht schon
daraus, dass das ganze Feld erst im Jahre vorher stark
gekalkt war, deutlich genug hervor, dass der Kalk nicht
das Wirksame des Gypses sein kann, denn die geringe
Menge des im Gypse zugeftihrten Kalkes kann im Vergleich zu der andern Menge nicht in Betracht kommen."
Professor
von
Ijr. G o p p e r t.
Dem bqtanischen Garten sind auch im Jahre 1865
viele werthvolle Geschenke verschiedener Art zugekommen, die wir folgenden gutigen Gebern verdanken :
Den Herren Dr. med. et chir. H o d a n n , Privatdocenten Dr. A u e r b a ch , Candidaten der Philosophie
E n g l e r , v. U e c h t r i t z , Director v. B r a c k e l , DDr. phil.
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