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Notizen zur Hydrologie des Orients.

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ARCHIV DER PHARMACIE.
CVI. Bandes zweites Heft.
Erste Abthee'Zung.
1. Physik, Chemie und praktlsche
Pharnracie.
Notizen zur Hydrologic des Orients ;
von
Dr. L a n d e r e r ,
Leib-Apothelrer und Professor in Athen.
1. Ueber die Bader in Prussa.
Die ausgezeichnetsten und der bestehenden Anstalten
wegen grossartigsten Bader des ganzen Orients sind die
Bader von Prussa in Kleinasien. Zehn- bis zwolftausend
Menschen gehen jahrlich aus den entferntesten-Theilen des
Orients, aus Egypten, Syrien, aus der Walachei, aus Odessa
und andern Theilen Europa's nach Prussa, um diese im
hohen Rufe stehenden Heilquellen zu gebrauchen. An
einem Bergabhange in der Nahe der Stadt Bursa oder
Prussa entspringen aus einern Dolomit-Gebirge, das nur in
Folge von kalkhaltigen Absatzen viele Fuss hoch mit Travertino uberdeckt ist, diese heissen Quellen aus Tausenden
von kleinen Spaltoffnungen und vereinigen sich zu einem
ziemlich grossen und starken Bach, dessen Heilwasser zu
sieben oftentlichen Badern benutzt werden, die auch alle
verschiedene Namen haben, als : Jeni Kaplidscha (Neues
Bad), Eski Kaplidscha (Altes Bad), Kokurdli (Schwefelbad),
Kara Mustapha, Ischedkirdsche (Heuschreckenbad), Boy
giisel. In den Pltesten Zeiten wurden sie von den Griechen Kalypsae genannt. Unter diesen offentlichen Badern,
Arch. d. Pharm. CYI.Bds. 2 Hft.
10
4 46
Landerer,
die auch schlechthio von deo Tiirken Chamams, d. h.
warme BSder geaamt werden, is&das leni Keplidscha
das ausgezeicfinetste, und die GctCiude zeichnen sich vor
denen der andern Bader durch Grossartigkeit ihrer Einrichlung im turkiwhenSty4 und Geschnaok, mit Dom und
Rotunden, in denen sich glockenformige Fenster befinden
und durch welche die Beleuchlung nach innen fallt, aus.
Im Innern dieser Gebaude befiadet. sccb ein grosser Sad,
Dschamegan genannt, mit Sofas Iangs den Wanden und
in dm Mitte ein schaner Synlribasi (Springbrunnen), urn
eine angenehm kiihle Temperatur hervorzubringen und zu
unterhalten. Da man sich in diesem Saale auskleidet,
so entspricht das Dschamegan dem Apodyterion der Romer.
Von diesem Saale kommt man in einen zweiten Saal, in
dem man sich, nachdem man einTuch um den Leib und
ein anderes um den Kopf gebunden und mit holzernen
Schuhen versehen hat, einige Zeit aufhlilt, urn sich fur die
Hitie des Bades im innersten Saale vorzuhereiten. Dieser
S a d entspricht dem Tepedario der Romer. Man kommt
nun in den Badesaal. In der Mitte des Saales findet sich
ein in den Boden eingesenktes Narrnorbassin, das mit
einem bronzenen Gitter umgeben ist. Diese Cisterne ist
gegen 50 Fuss breit und so tief und mit so vielem Wasser
gefullt, das’s gegen 30 bis 50 Menschen sich zu gleicher
Zeit baden und auch schwimmen konnen. Dieser Saal
wird durch 500 Glasfenster, die sich in der Kuppel befinden, erleuchtet. Nachdem man aus dem Bade gestiegen,
geht man in daneben sich befindende Zimmerchen, wo
man von dem Badediener auf ein schief geneigtes Marmorlager gelegt und von demselben geknetet und mit einer
Striegel abgerieben oder besser gesagt gequalt wird, bis
man, des Knetens und Ausdehnens der Glieder satt geworden, selber aufzuhoren anbefifiehlt. Zuletzt bringt der
Diencr eine Schiissel mit Seifenschaum, den er auf den
Badenden scbiittet, und nun beginnt das Reiben und Knsten von Neuem, bis der Badende vor Errniidung einzuschlummern beginnt. Man begiebt sich nun in den z w i ten wd allmalig in den erstes Saal zuriick, hullt i&
in
Notazen zur l?ydwlogie des Orients.
9 k’l
trockene Tucber ein und macht ein kleines Schlafchen.
Sodaon kleidet man sich an, trinkt Caffee oder Mandelmilch, aus dem Sew. Cueurneras bereiteet (Samada der Orienlalen), raucht eiae Pfeife oder ein Argell, und geht zuletzt
aus dem Badehause, 3 bis 4Piaster eahlend, so wie nuch
ausserdem ein kleines Backschisch (Geschenk) dem Baded’iener.
Was nun diese Thermen seibst anbelangt, so sind
dieselben zu den leichtesten Theiothermen zu rechnen, und
mehr Heilkrafte sind den Wasserdampfen, als den dem
Wasser beigemengten salzigen Bestandtheilen und dem
freien Sohwefelwasserstoffgase zuzuschreiben, indem sich
letzteres nur in dern dritlen Saale wesentlich erkennm
lasst. Zugleich mochte dieser Saal ein ausgezeichnetes
Schwefelluftbad zu nennen sein. Dieses sogenannte neue
Bad, Jeni Kaplidscha, wird mehr von Gesunden als von
Kranken besucht. Das in das Jeni Kaplidscha geleitete
Thermalwasser ist hell und klar, hesitzt einen angenehmen sauerlichen, spater schwach salzigen Geschmack, leichten Schwefelwasserstoffgeruch und ein spec. Gew. von
9,0418. 16 Unzen des aus der Cisterne geschopfien und
zur Analyse nach Athen gesendeten Wassers gaben durch
Abdampfen einen salzigen Rucksland, der 22 Gran wog
und sich aus nachstehenden Salzen zusammengesetzt zeigte :
schwefelsaurem Kalk 1 Gr., schwefelsaurem Natron 5 Gr.,
Chlornatrium 8 Gr., Chlormagnesium 3 Gr., kohlensaurem
Natron 2 Gr., kohlensaurem Kalk 1 Gr., Extractivsloff
1; Gr., KieselsPure, kohlensaurem Gas $ und Schwefelwasserstoffgas 1 Cubikz 011.
Grossere Heilkrafte schreiben die Tiirken und auch
die die Bader besuchenden Kranken im Allgemeinen den
Whsern des alten Bades, Eski Kaplidscha, zu, und demzufolge finden sich daselbst wahrend des ganzen Jahres
eine vie1 grossere Menge von Kranken. Ein eigener Hekim
(Arzt) ist daselbst angestellt, um den Kranken die nothige
Anweisung zum Gebrauch der Bhder zu geben. Das Wasser des Bades sol1 auch eine hohe Ternperatur zeigen und
starkern Geruch nach Schwefelwasserstoffgas entwickeln,
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Landerer.,
Unter allen jedoch das kraftigste ist. das nach seinem Erbauer M u s t a p h a benannte Mustapha Hamarn oder KOkurdli, das nur von Aussatzigen und an exanthematischen
Krankheiten im Allgemeinen Leidenden besucht wird. Von
dem Gebrauch dieser Bader werden in Prussa Wundercuren erzahlt.
Das Wasser dieses ausgezeichneten Schwefelhades
besitzt einen sehr leicht salzigen Geschmack und starken
Schwefelgeruch, ein spec.Gew. von 4,082. 16 Unzen zur
Trockne verdampft , hinterliessen einen Ruckstand , der
34 Gr. wog und sich bestehend zeigte aus: Chlornatrium
13 Gr., Chlormagnesium 2 Gr., Chlorcalcium 1 Gr., schwefelsaurem Natron 7 Gr., schwefelsaurer Talkerde 3 Gr., Jodmetalle 0,400, Brommetalle 0,30, Extractivstoff 2 Gr. und
Sohwefel 4; Gr., Kieselerde. Nicht unbedeutend durfte
der Gehalt an kohlensaurem und Schwefelwasserstoffgas in
diesern Heilwasser sein.
2. Ueber die Heilquellen auf Lemnos.
Diese Insel, die noch zu Homer’s Zeiten von den
Griechen fur die Wohnung und Arbeitsstatte des Vulkans
gehalten und dem zufolge Hephestea benannt wurde, und
seit den altesten Zeiten bis ziir Stunde sehr haufig von
Erdbeben beunruhigt wird, zeigt besonders an der ostlichen Seite vulkanische Conglomerate und Erdspalten, aus
denen heisse Quellen entsprudeln, und einen mit vulkanischer Asche gleich dem auf Theia hedeckten Boden. Diese
Erde ist wahrscheinlich in Folge eines Aschenregens an
diese Stelle gekommen, und auf ihr wachst nun die ausSezeichnetste Traubensorte des ganzen Orients. Auf der
Nordseite dieser Insel findet sich am Abhange eines Trachitfelsens eine Therme, dessen Wasser die Temperatur
des siedenden Wassers haben soll und mit Sausen und
Brausen der mutterlichen Erde entquill6. Das Wasser besitzt einen sehr salzigen, leicht bittern und zu gleicher
Zeit schwefligen Geschmack und Geruch, und die in der
Nahe sich findeiiden vom Thermalwasser bespritzten Steinarten zeigen einen rothlichen Absatz, der nach angestellter
Notizen z u r Hydroloyie des Orients.
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Anal yse desselben aus Eisenoxydhydrat besteht. Yon dem
Gebrauch dieses Thermalwassers sollen besonders Aussatzige und an andern exanthematischen Krankheiten Leidende grosse Wirkung verspuren , und dieses Wasser
sowohl zur Trinkcur, als auch zum Baden gebrauchen.
Das mir zur Analyse eingesandte Wasser besass einen
hochst unangenehmen , schwefligen , zugleich styptischen
Geschmack, und bildete einen schwaralichen Absatz, den
ich aus Eisenoxydhydrat bestehend fand. 16 Unzen zur
Trockne abgedampft gaben 85 Gran festen Ruckstand; in
demselben fanden sich : Chlornatrium 52 Gr., Chlorcalcium
7, Chlormagnesium 3, schwefelsaure S a k e 18, kohlensaurer Kalk 3, Extractivstoff, Eisenoxyd 4: Gr. Aus allem
diesem geht hervor, dass dieses Wasser in die Classe der
Theiothermen oder Chalybothermen zu rechnen sein diirfte.
3. Eine Halolherme auf Tenedos.
Auf der Insel Tenedos, in altesten Zeiten Leucophrys genannt, findet sich in der Nahe einer kleinen,Ortachaft, Castro
genannt, eine Heilquelle, die von den Tenedioten und von
den in der Nahe sich findenden Insulanern wahrend der
Sommermonate besucht, und sowohl zur Trink-, als auch
zur Badecur verwendet wird. Man schreibt diesem Wasser sehr diuretische und sogar steinlosende Eigenschaften
zu, und dieses Rufes halber -wird dieses Wasser nach
Smyrna und Constantinopel versandt. In der Nahe, wo
dieses Wasser zum Vorschein kommt, finden sic,h kleine
Hauser, die den Leuten zur Unlerkunft dienen und wohin
man das Mineralwasser leitet. Ueber die Temperatur konnte
ich keine Nachricht erhalten, wohl jedoch geht aus der
zur Analyse erhaltenen Probe hervor, dass das Wasser
einen sehr bittern, salzigen Geschmack besitzt, ein spec.
Gew. von 1,028 und einen schwachen Geruch nach Schwefelwasserstoff, der an Ort und Stelle und zu verschiedenen Epochen sehr stark sein soll. 16 Unzen zur Trockne
ahgedampft., gaben einen Ruckstand, der 48 Gran wog,
und worin sich fanden : Chlornatrium 12 Gr., Chlormagnesium 3, Chlorcalcium 2, schwefelsaures Nalron 8, schwe-
450
Landerar,
felsaure Bittererde 10, schwefelsaure Kalkerde 1 Gr., organische Bestandtheile, Spuren von Jodnatrium.
4. Beilquelle auf Sarnothrake.
Auf der nordliahen Seite dieser kleinen Insel, die in
den altesten Zeiten durch ihre Mysterien sehr beruhmt
war, finden sich rnehrere H ~ i f p e l l e n ,die aus einer Meqe
von Spaltoffnungen sich ergiessend, in eimr sleinernen
Cisterne sich sarnmeln, aus der das Wasser in ain kleines
Haus, das den Samothrakern zur Badeanstalt client, getragen wird. Dieses Wasser soll sehr heiss sein, $sgpozazov,
und besonders gegen rheumatische Leiden ausgezeichnete
Heilkrafte besitzen. Dasselbe wird auch in den Fruhlingsmonaten gdrunken und soll zu gleicher Zeit sehr abfuhrende Eigenschaften besitzen.
5. Wasser won Baty auf der Insel Cydonia.
Zwei Stunden von Kydonia am Adramitischen Meerbusen, in der Nahe einer kleinen Ortschaft, Baty genannt,
findet sich eine Pikrokrene, deren Wasser sich in einem
Graben sammelt, der vOn den Leuten hesonders im Fruhjahr gegraben w i d , urn das Wasser darin anzusammeln
Es hat einen sauerlichen, jedoch nicht bittern Geschmack
und ist geruchlos. Aus der Umgegend des Adramitischen
Meerbusens, besonders die ;Leute aus Kydonia besuchen
diese Quelle im Friihjahr. Das Wasser besitzt sehr abfuhrende Eigenschaften.
6. Healwasser auf Mytilene oder Lesbos.
Auf der grossen und im Alterthum wegen der ausschweifenden Lebensweise ihrer Bewohner beruchtigt gewesenen Insel Lesbos, heut zu Tage von den Tiirken
Metelin senennt, die nach S t r a b o in den iiltesten Zeiten
Issa oder Pelasgia hiess, und die das Vaterland mehrerer
ausgezeichneter Manner, des A 1c a u s , T h e o p h r a s t u s ,
der Dichterin S a p p h o und des Sangers Ar i o n war, finden sich mehrere Heilquellen, von denen ich durch die
Giite des dort residirenden Sriechischen Consuls genaue
Notizen m r Hydrologic des Orients.
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Nachrichten erhielt, die ich mitzutheilen fur nicht unwichtig
halie. Die ganze Iiisel tragt das Geprage vulkanischer Wirkung. Grosse Revolutianen sind auf dieser h e 1 in friiheren Epochen vorgegangen , was aus den iibereinandergestiirzten Felserrmassen, aus Kluftongen in den Bergen
und krateraknlichen Einsenkungen, in denen sich Trachit
und lavaahnliche Massen finden, mit Sicherheit anzunehmen ist. Auf der Nordseite dieser Insel, 6 Stunden von
der Stadt Wytilene, bei einer Ortschaft Polychnitos, finden
sich sehr heisse Qwdlen, deren Wasser einen sehr salzigen Geschmack besitat Aus den Ueberresten von alten
Wasserlei tungen, von Inschriften und badpwannenahnlichen
Vertiefhngen, die in die nahen Felsen eingehauen sind.
ahnlich denen von. Syrangium in Munichra am Piraus
lasst sich muthmaassen, dass diese Wasser auch in den
hltesten Zeiten zur Badecur dienten. Dieses Thermalwasser sol1 49OR. haben und von den Lesbern sehr haufig
henutzt werd'en, die dasselbe gegen rheurnatische Leiden
und arthritische Beschwerden sehr anpreisen.
Eine anderc Therme findet sich zwei Stunden von
der Stadt Castro. Dieselbe entspringt in einer kleinen
Hohle Ein darin sich befindcndes Bassin dient den Leuten zum Gemeinbade. Diese Therme gehort zu den Chalybothernien. Das zur Analyse erhaltene Wasser besass einen
sehr leicht bittersalzigen und noch ziemlicb styptischen
Geschmack, obgleich der griisste Theil des aufgelost gewesenen Eisens sich als Eisenoxydhydrat abgesetzt fand,
und das ich auf I6 Unzen zu I f b Gran berechnete. Ausserdem fanden sich in 16 rnzcn 18 Gr. feuerfestc Salze,
die aus Chloriden und schwefclsauren Salzen bestanden.
Auf Leshos schreibt man dieser Therrne wohlthatigo Wirliungen g e p n chronische Milz- und Leberleiden zu, welche
Wirkung auch dcn leichten Eisenwassern im Allgemeinen
zukomnit.
7 . Piluokrene auf Thasos.
Auf dieser kleinen, nur von 1100 FamiIien bewohnten
Insel findet sich in der Nahe des Meeres eine kleine Kirche
zur heiligen Mutter Gottes nPanajiao, und bei derselben
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Landerer,
entsprudelt eine Quelle, die von den Thasern als eine
auflasende und abfihrende Eigenschaften besitzende im
Friihjahr getrunken und ihrer Heilkrafte halber in grossen
Fiaschen (Dernitsanen) gefullt nach Samotbrake und Imbros
versandt wird. Dieses Wasser besitzt einen sehr unangenehrnen, bittersalzigen Geschmack, is1 vollig geruchlos,
klar, und besitzt ein spec. Gew. von 1,080. Ein halbes
Glas niichtern getrunken, brachte zwei Stiihle hervor.
96 Unzen zur Trockne abgedampft, gaben einen Ruckstand, der 86 Gran wog. Derselbe zeigte sich bestehend
aus schwefelsaurer Bittererde 46, schwefelsaurem Natron
7 , schwefelsaurem Kalk 3, Chlornatrium 24, Chlorcalciurn
1, Jodrnetalle Tw7;J6 Gran, organischen Bestandtheilen.
8. Heilquellen auf Imbros.
Auch auf dieser Insel finden sich zwei Mineralwasser,
die ich zur Analyse erhalten habe, nebst den folgenden
Notizen dazu. Zwei Stunden von der Stadt Imbros, in
der Nahe einer kleinen Kirche, entsprudelt am Abhange
eines kleinen Felsens aus einer Menge von Spalten ein
siedend heisses Wasser, das die Imbrioten ))Thermaecc
nennen, und dem dieselben ausserorden tliche Heilkrafte
beilegen zur Auflosung des Steins und gegen rheumntische
Leiden. Die lmbrioten, bei denen dieses Wasser in hohem
Hufe steht, haben zur Samrnlung dieses Heilwassers eine
Cisterne aus Stein construirt und in derselben berumlaufende Sitze angebracht, so dass die Cisterne als Gemeinbad
anzusehen ist. In der Nahe desselben sind kleine Hauser,
und auch die Kirche und ein daneben sich findendes Kloster
dienen den die Bader Besuchenden zum Aufenthalt. Die
Temperatur dieses Wassers sol1 38OR. sein. 16 Unzen
enthalten 42 Gran feste Restandtheile. Das Wasser besitzt einen sehr salzigen Geschmack, und an Orb und
Stelle sol1 es auch einen leichten Geruch nach Schwefelwasserstoffgas entwickeln. Das spec. Gew. zeigt sich 1,052.
Als Bestandtheile ergaben sich: Chlornatrium 22 Gran,
Chlorcalcium 3, schwefelsaures Natroir 5, schwefelsaure
Talkerde 6, kohlensaures Natron I , kohlensaurer Kalk 2,
Jodnatrium und Spuren von Brornmagnesium, organische
Notizen Bur Hydrologie des Orients.
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Bestandtheile. - Den Bestandtheilen und dem Vorherrschen des Chlornatriums nach durfte dieses Wasser in
die Classe der Halothermen gehoren.
In der Nahe der Stadt gleichen Namens und einige
Schritte von jener entfernt, findet sich eine Pikrokrene,
ein abfuhrendes Wasser, das von den Imbrioten Tsikloneki oder Katharsion genannt wird, und als auflosend
gewohnlich in den Sommermonaten getrunken wird. Da
die Leute sagen, dass das Wasser wahrend der Sommermonate seine auflosenden Eigenschaften verliere, so fullen
sie dasselbe im Fruhjahr in Flaschen und grosse thanerne
Kriige, die sie in den Keller stellen, um sich desselben
wahrend der Sommermonate mit Nutzen bedienen zu konnen. Dieses Wasser hat einen sehr bittersalzigen Geschrnack
und enthalt eine iiberwiegende Menge von Bittersalz, dem
zufolge dieses Wasser die auflosenden Eigenschaften besitzt.
9. Auf der kleinen Insel Alatsa findet sich eine Theiotherme, die bei den Leuten gegen exanthematische Krankheiten in grossem Rufe steht, und ganz besonders die
,d&cro?, der Schlamm, der sich in der Nahe des Wasserbeckens, in dem sich diese kraftige Theiotherme sammelt,
in Menge findet. Das Heilwasser sprudelt aus einem
wahrscheinlich durch schwefligsaure Dampfe zersetzten
Trachitfelsen, cler ebenfalls, wie ich aus einigen eingesandten Stucken sehe, mit einem Schwefelanflug bedeckt ist,
und sammelt sich in einem ziemlich tiefen Wasserbecken,
das den Leuten als Gemeinbad dient. Eine kleine Kirche
und zwei kleine Hauschen dienen zur Unterkunfi fur die
Badegaste, die die Bader irn Fruhjahr und im Herbst
besuchen. Der Schlamm hat einen solchen Ruf gegen
hartnackige Geschwiire und gegen die so sehr gefurchteten X d w v i a (scrophulose Geschwulste), dass derselbe sehr
weit versendet wird. Man fiillt diesen Schlamm in grosse
thonerne Kruge , ubergiesst denselben mit dem Wasser
der Theiotherme und versendet denselben zugleich mit
dem Wasser, mit dem die in der Entfernung Wohnenden
den Schlamm von Neuem durchkneten und auf die leidenden Stellen (Cheloniuj auflegen.
A
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