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Pharmaceutische Angelegenheiten im Auslande.

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Vereinszeitung.
werden muss. Ausserdem tritt dahei noch der Uehelstand ein, dass
diese Cehulfenprufungen vie1 rhcltsichtsvoller vorgenomrnen werden
miissen, damit nicht durrh ein Nichtbestehen des Exanleiis Principal
und Gchiilfe in Verlegenheit lcornnien, da den Gesetzen tlach der
nicht bestandene GehtIlFe das Geschaft verlassen muss, urn sich spiiter
wieder zur Prufung nielden zu Itiinnen. M‘iirde dagegen der Lchrling am Ende der Lehrzeit gepruft, so liiinnte derselhe bei noch nicht
vblliger Heife iminer nocli einige Zejt jn der Lehre verbleihen.
Die Hamburger hledicinalbehiirde ist vor Knrzeni hereits mit
einem guten Beispiele darin vnrangegangen ; ich gliiube also nirlit
mit Unrecht einflussreichen bliinnern diescn Vorschlag von gesetzlich
einzufuhrendcn Lehrlingsprufungen dringend ons Hers legen zu diirfen.
W o I f e n b u t t e 1, den 20. September 18’47.
Carl Ohme.
Wenn Herr College 0 h m e die Priifungen der Lehrlinge iiberall
gesetzlich eingefuhrt wunscht, so spricht er datiiit eirieii Wunsch ous,
den alle verstiindigen Ayothelter da rnit ihni theilen werden, wo
eine solche Ordnung noch nicht bestelit. Doch auch da, wo sie
besteht, wird die gute Absicht dfters in der mangelhaften Ausfiihrung
solcher Prufungen unerreicht gelussen. Die Exainina sollen niemals
zu leielit genoatmen, sie sollen aher auch von durchans gewjssenhaften Sachversthndigen vorgenoninien wcrden. Bcim Eintritt in die
Lehre sollte man mindstcns die volle Heife fur Secunda cines Gymnasiums verlaiigen, beirn Austritt aus derselben ahcr systernatisch in
den verschiedenen Hulfswissenschaften, als Botanilc, Zoologie, Pineralogie, Physik, Chernie, der eigentliclien Pharmacie, inshesondere
Waarenlciinde und den Arheiten der Iieceptur, wie des Ldboralorinrns, prufen. Da diese Priifungen, ehenso wie die ApotheltenVisitationen, nur etim Besten des I’ublicuiiu geschehen, SO sollten sie
billig aus dkkntlichen Cassen bezaldt werden.
Dr. Bley.
4) Pharmaceutische Angelegenheilen im Auslande.
_Die Gremial- Verfassung in Bohm en, ne6sl Benterkungen
iiber dieselbe und 41er einige neuerlich in Oesterreich
erschienene Medicinal-Gesetze; von Dr. M e tc r e r.
Bekannt ist wohl der lehrzahl der hlitglieder des ApothelterVereins in Norddeutschland, dass ouch i n den Erblanden des dsterreichischen Raiserstaates Grcmien eingericlitet sind. Die genaucrc Einrichtungjedoch, sowie die Art, wie diese von der Regierung angeordnrten
Gremien benutzt werden, ist wohl nicht so beltannt, wesshalb ich das,
was ich durch eigene Anscliauung n n d durch Resprechung mit mchreren Grernial-hliigliedern erfahren, hier rnittheilen will.
Die Versamnilung, der icli heiwohnte, war die des Leitmerit.zer
Kreises, des stirksten Kreises in Bijhinetl, und fantl den 9. August 1. J.
in Tetschen statt. Dieser Kreis hat 22 Rlitglieder, von denen 12 Z U gegen waren.
Den Vorsitz fiihrte der It. k. Gremialcommissair, Hreisarzt Dr.
A m b r o s i, ein Mann, d m das Gedeihen der Grernialverfassung und
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Vereinszeitung.
des Apothelcerwesens iiberhaupt am Herzen liegt, und der beides, so
vie1 cr nur vertnag, zu fdrdern sucht. So verdanlrt man II. B. ihni,
dass die Versnrnmlung dea Greiniurns nicht bloss in der Kreisstadt
Leitmeritz, sonderu abwechselnd in den versehiedenen Stadten des
Kreises geltalten wcrden.
Erster Geschiiftsfiihrer des Leitmeritzer Gremiums ist Herr Apotheker K o s t e l z l t y , zweiter Herr Apothelter L a u b e , beide ausLeitmeritz; alle drei Jahre werden neue Geschiihsfiihrer gewahlt.
Jedes Land hat ein flpupt-Greiniunt; dieses befrndet sich fur Biihmen in Prag. das ubrige Biihnten ist in 16 Yrovinzial-Gremien getheilt. Jedes Greinium h a t seine Versainmlung einrnal im Jahre; die
Kreis- Gremien jedesinal den dritten hlontag iin August, das HanptGremium den dritten Rlotttag im September. Den Versamrnliingen ist
jedes Nitglied, was jeder Apothelcenvorstand ist, verpflichtet beizuwolrnen, wenn es nicht enlxcholdigende Griinde beibringen liann.
Zur Haupt-Greinialversammlung in Prag ist jedes Kreis Greinium
gehalten, einen Abgenrdnetcn zu senden. Die Kreis Gremien berichten an das Ilaupt- Greiniurn, und bei der liaupt- Greinialversamrnlung
werden auch die hei ersteren verhandelten Gegenstinde nochmals
durchgesprochen, und werden dann von letzterern rn die Regierung
befiirdert, Leider ist die Theilnahme a n den Gremialversammlungen
nicht sehr Iehendig; ja cs gilt dies selbst von der Versamnilung des
fltiupt- Grentiums, wohin nicht einrnal alle Kreise ihre Abgeordneten
senden. Oft sollen nur der Cowmissair und die Vorstande zugegen
sein; so hatte z. B. im vorigen Jalire nur ein Kreis, der Leilmeritzer,
einen Abpeordneten gesandt.
Der Leitmeritzer Kreis ist unter allen Kreisen d e t regsamste, und
es werden dessen Versammlungen *in fleissigsten besucht; auch hat
sich' in demselbcn, namentlich durch die Beinuhungen des Herr0 Apothelcers L a u b e , ein Leseltreis fur phartnaceutisch wissenschaftliche
Schriften gebildet, der sehr gut gedeiltk und gewiss seinen Einfluss
auf die Ausbildung der Phnrmaceuten irniner mehr und mehr ausiiben
wird. Pieser Lcsezirkel steht unter dern besondern Schutze des dortigen Kreischefs, IIerrn Gubernialraths K I e z a ns I i y , Rittcr des Leopddordens etc., dem Piirdercr so vieles Guten und Schlinen,. d e r den
Mitgliedern zur Ersparung grosserer Auslagen die Expedition ihrer
Zeitschriften durch die dortige Kreisamts Expedition und die bctreffenden Ortslmter gestaltet, weil dieses Privatnnternehmen noch nicht,
wie in andern Staatcn, von der Postanstalt begunstigt ist.
Eigentlich werden in den Grernialversainmlungen nur geschiiftliche Gegenstsnde verhandclt ; doch hat der Leitmeritzer Kreis dadurch,
dass er einen Leseverein gcgriindet, schon den Impuls zu wissenschaftlichen Besprcchungen gegeben, und rnit grosser Theilnahme wurden einige wissenschaftliche Mittheilungen, zu welchen Herr Apotheher U t e r h a r k aus Bautzen und der Verfasser dieses Auhatzes veranlasst wurden, aufgenornmen und gaben zu manchen Discussionen
Veranlassung. Den lebhaftesten Anlheil nahm hicran auch Herr Dr.
A m b r o s i , und zeigte, dass er nicht bloss ein tuchtiger Geschaftsfuhrer, sondern auch ein durch nnd durch wissenschaftlich gebildeter
Mann und ntit dem grdssten Eifer der Portbildung der Wissenschaft
ergeben sei.
Die Apothelicr Biihmcns, welche ich bei dicser Versammlung und
wiihrend des zweitiigigen Znsammenseins liennen zu lernen Gelegenheit hatte, zeigten ohne Ausnahnie, dass sie einen guten Grund gelegt
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Vereinsaettung.
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hatten, sowohl in den Schulwissenschaften, IS aiich in sfininitlichen
Hiilfawissensehaften der Pharmacie. Die eigentliche Sehulbildnng w a r
irn Allgemeinen eine griissere als hei iins, ihr theoretisches Wissen
wurde aber nicht zu theoretischen Speculationen, sondern nur inimer
auf die Praxis bezogen und verwendet, wodurch sieh die Riehtung
derselhen wesentlich von der einiger deutschen Staateii unterscheidet,,
und welche andere Kichtung hei u n s oft Veranlassung ist, dass rnehrere tiiehtige praktische Apothelter jitnge Lente, welclie auf einer
Universitiit ihre Studien geniacltt haben, nicht gern in ihre Geschiifte
a u fn e h men.
Durch die Gremial-Verfassung der Apothelter ist auch ein Unterslulziingsverein hervorgernfen worden, welcber dtrrcli ein Eintrittsgeld
und durch laufende Beitrage von Apolheltenverwaltern, Gehulfen und
Lehrlingen seinen Fonds erhalt. Der Eiritritt ist freiwiilig nnd die
Theilnahirie lceino allgenieine; doch wird auch hier die Zeit und kraftige Ausdnuer endlich noch zum Ziele f‘uhren.
DRS GeschBftlirhe, was bei den Grernien vprhandelt wird, betrifTt
vorerst die Bliitlieilung der in1 Laufe des Jahres erschienenen Gesetze;
der Personulverknderungen, u n d zwar nicht nur der Verwalter von
Apotheken, sondern auch der Gehtilfen und Lehrlinge; das Eincassiren
der Beitriige zur Greniialverwaltung und. Lesezirkel, und endlich folgen Besprechungen, an welche sich zuin Schluss die Antrige reihen,
welche von den Kreis-Gremien an das Haupt-Greniium eingesandt
nnd nach nochnialigem Durchsprechen bei diesein an die Regierung
abgegeben werden.
Das Haupt-Gremium i n Prag hat auch die Prufung d e r Lehrlinge
vorzunehmen, nachdein dieselben vorher beim Vorstand des KreisGrcmiuins cine Vorprufiing bestanden. Es ist dies ein Verfahren,
welches niir nicht zwec4tnitissig und aurh kostspielig erscheint; denn
gewiss siiid die Vorstlnde der Hreis Gremien rnehr als vollltomnien
befiihigt, hieriiber zu entscheiden.
Bei der Versammlung in Tetsvhen wurden vier Verordnungen,
welche in diesem Jahre ersehienen waren, miigetlieilt. Dlehrere d e r
Anwesenden waren schon davon unterrichtet, andere beklagten sich
iiber die Langsainkeit d e r BehBrden bei der llittheilung solrher Verordnungen, ond iiber das Dlangelhaftc beim Copiren, wodurch oft das
Ganee verloren gehe.
-
Die erste Verordnung erlaubte den IToiiiBopathen das Selhstdispensiren, und verlangte nur, dass diesellien die starken l’incturen und die
Priiparate zu den Verdiinnungen und Verreibungen aus den Apothelten
entnehmen und die Bledicamente unentgeltlich verahreirhen sollten.
Hierzu hrauche ich wohl keine Benierkungen zu machen j denn der
Nachibeil, welcher den Apotheltern daraus erwiichst, und wie dae
I’ublieum ganz in die M’illltiir der homijopathisclien Qu~cltsalberei gegeben wird, liegt zu sehr auf der Hand.
Die zweite Verordnung verbot den Verkauf der explodirenden
Bauinwolle und eine dritte ordnete das Vorrathighalten des Eisenoxydhydrats und essigsauron Eisenoxyds, gegen Arsenikvergiftungen an.
IJies letztere kornrnt wohl schon e t w a s zu spiit, da wir jetzt in d e r
Mugnesia usta ein neues, eben so sicheres Antidot kennen gelerrit
hahen, als iins vor etwa 17 Jahrcn in dein Eisenoxydhydrat durch
B e r t h u l d und B u n s e n belrannt gemacht wurde.
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Vereinszeituny.
Eine vierle Verordnung ordnete an, dass die Fiebertinctur des
Dr. W a r b u r g in allen Apothelren vorrRtliig gehalten und zu einem
bestimniien Preis verkauft werdeu sollte <').
*) Dr. W a r b u r g's Piehwtinctur. (Aus dem Hauptblatte der M'iener Zeitiing voin 8. April 1647 ) Die von Dr. W a r b u r g entdeclrte und vorziiglich gegen Wechselfieber einpfohlcne v e g e
t a b i I i s che 'F i t i c t u r ersoheint nilch dern Ergebnisse der in der
Provinz Nicderosterreich damit vorgenotnmenon Heilversuche als
cine sehr willlrornniene Bereicherung unseres Arzneischatzes.
Ungeachtet des Misstrauens, niit welchem man die Anempfehlung cines Geheirntnittels nrch so vielen Enttfiiiscliungen aufzunehmen sich geniithigt sieht, d o es seit Jiihrhunderfen nur wenigen der anpepriesenen Arcana gelang, ihre angeriihmte Heilkraft
in vollem Maasse zu reclitfertigen, fand sioh denn0c.h Oesterreichs
hohe Staatsverwaltung durch den vortheilhaften Ruf, in welchem
W a r b 11 rg's Fiehertinctur im Auslande seit mehreren Jahren als
ein wirltsarnes lleilmittel gegen W'echsdfieber steht, um so mehr
veranlasst, diese Tinctur einer urnfassenden Priifung a m Krankenbette zu unterziehen, als Dr. W a r b u r g sich erlot, 'die zur Vornahme einer solchen l'riifung erforderliche Menge seiner Arznei
unentgeltlich eu liet'ern, und als man sich durch vorlaufige cheniische Analyse des Miftels uberzeugt hatte, d a s darin lreine absolut schadlichen, namentlich lteine giftigen StotFe enthalten seien.
Auf Anordnong der hohen Horlranzlei vom 17. Julius 1846
wurden deinnach in siinrniflichen Kranken-Anstalten Wiens und
von den offentlich angestellten Aerzten in der Yrovinz in den
Rlonaien August, September n n d October 1846 Ileilversuche nrit
W a r b u r g's Fiehertinctur navh der von detn Entdeclter gegebenen Anweisung angestellt, und die dabei gemachten Wahrnehmungen fiber die Wirksamlreit dieses Rlittels vereinigten sich zu
dem so erfreulichen Resultate: dass diese Fiebertincfur bei Wechselfiebern, mijgen dime wie immer leschaffen sein, jedeni bisher
bekannten Mittcl und selhst den so sehiitobaren Prdparaten der
Chinnrinde unbedingt den Rang slreilig mnche, und worauglich
durch die Sicherheit und Schnelligkeit der Heilwirkung uor allen
andern ausgezeichnet sei.
Die Tinclur wurde bei den eriviihnten in den dffentlichen
Kranken-Anstalten vorgenomtnenen Versuchen 167 Kranlren einverlribt, worunter einige nach langwieriger Dauer der I(ranlrheit
nicht allein mit dem Wechselfieber, sondern auch bereits lnit den
gefahrdrohenden Polgen desselhen, als : mit betriichtlichen Leberund Milzanschwellungen, mit Gclbsucht, Wnssersncht u. F . w. zu
Iriiuipfen hatten. Die Wirlrung der Arznei bestand darin, dass bei
a l l e n F i e b e r k r a n k e n nach Einverleihung der (aus 5 Quentchen bestehenden) generellen Dosis der Tinctur der niichste
Fieber-Paroxismus enfweder ganz ausblieb, oder in namhaft verminderter Intensiiiit noch einnial auftrat, um jedoch, unter Beobachtung des erfordcrlirhen diiitetischen Verhaltens, nicht wieder
zuriiclrzulrchren. Die Tinctur des Dr. W a r b u r g befreite s t e t s
und s i c h e r die Hranken von ihreni Leiden und spendeie ihnen
a u f iiberraschend schnelle Weise wieder die vorige Kiirperlrraft
und oft bltihendes Aussehen.
Kranlte, denen bei ihrer Anlrunft im Spitale das kachektische
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Vereinszeitung.
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Diese Verordnung hat mich niit Staunen erftillt; denn es ist unhegreifich, wie in einem cultivirten Staate, wie Oesterreich, wohin
alle jungen Aerxte wandern, um aus des Wissens Quella zu schopfen,
wie man dort die niedicinische Wissenschaft so a n den h a n g e r stelten, wie m a n wisscnschaftlich gebildeten Aerzten znmiithen Itann, dass
sie ein Geheimmtttel anwenden sollen. Aber nicht allein die Aerzte
compromittirt man durch solche marktschreierische Empfchlnngen, anch
den Stand der Apothelcer verletzt maa durch Verleihnng solcher Privilegien, und legt ihnen, indem man sie zwinpt, diese W a r b n r g schen Tropfen vorrithig zu balten, neue Opfer auf, welche dcr Wissenschaft keineswegs zn Gute gehen, sondern dieselbe herabsetzen.
Was iiber die Verinderungen iin Apotliekerpersonal verhandelt
wurde, und was das Eincasstren der Beitrdge hetrifl't, bat weiter kein
lnteresse fur uns; es zeigte n u r die Geuaiiiglceit, niit welcher die Personal-Tabellen gefertigt werden.
Das Kesultat der Besprechungen uber das Geschiihliche ging endlich dahin, dass man vorn Kreis-Gremiuni aus an das Itaupt-Gremiurn
Aussehen in scharfen Ziigen eingepriigt war, hatten sich nach der
in E i n c i u T n g e v o l l b r a c h t e n Cur binnen dcr IriirzestenZeit,
oft schon nach 48 Stunden, eines lebhaften Appetits, einer vortreffliclien Verdauung, einer sehr vortheilhaften Veranderung der
Physiognomie zu erfreuen. In mehreren hartnecliigen Fallen von
consecutiver Wassersucht, W O nlle belcannten Mittel wirlcungslos
blicben, wurde mit dcm Fieber nuch das sehr bedenlcliche Folgeubel durch wiederholte Gaben d i e m Tinctur heseitigt. Auf iibnliche Weise wie bei o f f e n b a r c n , wirlcte die Tinctur auch bci
den sogenannten v e r 1 a r v t e n Wechselfiehern, die mit qualvollen Zufdlen, mit heftigeni Kopf- und Geaichtsschmerze, mit
Obrenweh und dergl. verbunden waren.
So werthvoll ein Heilmittel durcli die S i ch e r h e i t seiner
Wirltung wird, urn so werthvoller muss es aher erscheinen,
wenn es auch sch n e l l die Gesundheit wiedergiebt, indenl cs
nicht allein v i d e oft sehr qualvolle Leiden und die an die Krankheit sich tinupfenden Auslagen erspart, sondern auch viele Tage
dem thatigen Leben wieder schenkt und somit Vortlieile gewahrt,
die gewiss unter allen Verhaltnissen des Lebens ausserst willlcommen sein mGssen. In Beriiclisichtigung dieser Vortheile, welche
ans der Anwendung der in Rede stelienden Tinctur bei Wechsellieber hervorgeben, wurde dem Dr. W a r b u r g mit Allerhochster
Entschlieclsnng vom 30. Januar d. J. (intimirt mit h. liofkanzleiDecret, Zahl3747, Regierungs-Verordnung, Zahl 7201), die Erzeugung und der Verkauf seines Ileilmiltels in den siimmtlichen 6sterreichischen Staaten gegen dem bewilliget, dsss derselbe die Tinctur nnr unter seiner unmittelbaren Aufsicht und Leitnng in gleich
g u m Qualitit, wie sie bisher an die hiesigen iilfentlichen Spitaler
abgeliefert wurde, vcrfertige, und sich dabei lceine andere, wie
iinnier geartete gesundheitsschldliche Beimischung erlauhe; dass
diese 'I'inctur in den von dem Erzeuger eingefiihrten, eigens
gepressten Fliischclien gefiillt, ordentlich verlcorkt, versiegelt und
mit entsprechenden Etiquetten versehen werde.
Dcr Versclileiss und die Ausfolgung der Tinctur an Kranlce
hat nach der AllerhCichsten Willensbestimmung in der gleichen Art
zu geschehen, wie es fiir alle in der dsterreichiscben PharmaArch. d.Pharm. CII. Bds. 2 . Hft.
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Vereimaeilung.
folgende Antrage stellen und zur WeiterbefGrderung an die oberste
Verwaltungsbchljrde empfehlcn wolle :
1) dass bei der obersten Leitung der pharniaceuiiechen Angelegenheiten MBnner voin Pache uls atimmherachtigt mit angestellt werden mdchten ;
2) dass man lrunllig die ~~edicanientenlieferungan Bffentliche Anstalten niclit an den hlindestfordernden ablassen niiichte ;
3) dass man die Controle der Rechnungen fiir dffentliche Fonds
bei der Staatsbuchhdtung, welehe jetzt eine erniedrigende sei,
Bndern und die Abriige begrunden niochte;
4) dass man liiinftig uicht mehr verlangen solle, dries bei dffentlichen
Fonds Glaser, Emballage 11. 8. w. unberechnet bleiben, da der
Apothelrer hisrbei immer Verluste erleide ; dam man nicht verlangen solle, dass der Apothelcer, der jetzt fiir das Eingabegesuch, fur die Liquidation wid fur die Quittung den Stempel
koplje vorliommenden wirlrsamen, mit einem Hreuze ( f ) bezeichneten Mittel vorgeschrieben ist, wonach Dr. W a r b u r g seine
Tinctur nur an die Zuni Vcrlrrufe von Arzneien in Oesterreich
berechtigten Apothelrcr, Aerzte und Wundarzte, SO wie an die zum
Handel mit Arzneien befugten Droguisteri und Djaterialwaarenhiindler
iinmittelbar absetzen, die Ausfolgung des Arzneimittels an Kranlre
aber nur aus offentlichen und den Haus-Apotheken der zur Fuhrung derselben berechtigten Aerzte und W u n d h t e , und zwar
nur iiher iirztliche Ordination geschehen dart‘. Jede Hindangabe
der Tinctur an Kranlre i r n Handverhaufc von Seite des Erzeugers,
der Droguisten, Material werrenhandler, Apothelrer, so wie jede
Verfalschung oder schlechte Zubereitung dieser Arznei wird iin
Sinne der diesfalls fur 0est.erreiih bestehenden geseklichen Vorschriften bestraft.
Obgleich die Ingredienzien und die Bereitungsart der FieberTinctur unbekannt sind, und somib in dieser Hinsicht kein Yaassstab vorliegt, urn den Preis fiir das Mittel zu bestiinmen, so
wurdc bei dem IJmstande, dass dim% die hierorts angestellten
Versuche init der Tinctur dem Dr. W a r b u r g viele Vorauslagen
verursacht worden sind, und dass durch Anwendung der Fiebertinctur viele weit kostspieligere und zeilraubende Curen erspart
werdeu, die Taxe des Mittels auf 2 fl. 20 Irr. C. M. festgesetzt.
Uas Haiipt -Depot der Fiebertinctur befindet sich in dem
Handlangrhause der HH. J. ill. M i l l e r nnd Comp., Spiegelgasse
No 1111, woselbst alle zur Dispessirung der Arzneien Berechligten gegen einen vollstandig angenaessenen Proeenten -NYachlass
dieses Arzneimittel erhalten kiinnen. Die W a r b ur g’schen l’ropfen sollen aus Chinin. sulph. gr.xxjv,
Spit.. eini 3p, Tinct. croci, aloes, hi, myrrhae, galangne et
opii m a 3j bestehen. - Die Untersuchung mehrerer Apothelcer
in Wien gieht weniger Chiningehalt an, als in Buchn. Repertor.
Bd. 85. S. 349. Es werdeo die W a r b u r g ’ s c h e n Tropfen in
Wien so bereitet und auf Verordnung einiger Aerzte dispensirt :
Saffran 5 Gran, Angelica 5 Gran, Kampfer 2 Gran, Zittwerwurzel
1 Quentchen, Aloe 2 Quentchen; hieraus wird mit 3 Unzen und
Qrt. Weingeist eine Tinctur bereitet und in dieser 30 Gran
scbwefelsaures Chinin gelost. Ein Originalglss enthillt 6 Qiientchen.
+
243
C.'ereznszeilung.
erlegen muss, diesen iifter ale einmal erlege, und diesen nur fiit
die Quittung eu trageu habe ;
5) dam alle Tau-Naehtrage, welche die dflentliclren Fonds betreffen,
zusainnrengerasst der gewiihnlichen Bledicainentaxe init einverleiht werden m6chten;
6) dass den Kaufleuten der Verlrauf yon lineralwassern untersagt
werden mochte; wobei zugleich benierlit wurde, dass man zwar
schon Verordnungen habe, welche dies bezweckten, aber es
wurdeu dieselben von den Un[erbelidrden nicht aufrecht erhalten.
Siimnitliche hier gestellte Antriige fand icli volllrommen begrundet,
u n d die DIehrzalil derselben mochte man auch bei uns stellen, wenn
sich eine so leichk Gelegenheit darbiite; vor allen aber den ersten:
dasq m a n die oberste Verwaltung pLarmaceutischer Argelegenlreiten
Mennern vam Fache (Pharmaceute?i] iiiil ancel.trauen nicige : denn
niclrt eher katm die Pharmacie das toerdcn und leisten, tons sie iu
leisten vermag.
5) Wissenschaftliche Nachrichten.
~-
Der Consul K l e e in Guatemala lheilte durch Geheimen Rath
Dr. L i c h t e n s l e i n der Naturforscher-Versanimlung in Brenien eine
Abhandlung mi! :
Beschreibung der Cullur der Cnchenille i n Antigun, Guatemala
und Amntitan i m Staate Guatemala, Republik van CentroAnaerika.
aus welcher wir das Bemerlrenswertheste fur unsere Leser herausheben.
Die Cultur der Cochenille wnrd 1817 durch den Prisidenten
B u s t a n i e n t e von Oaxacr, wo dies Insect urspriinglich zu Hause ist,
und wo es die Spanier zur Zeit der Eroberung fanden, nach Guatemala verpflanzt, indem er das lebende Insect auf den Cactus-Blattern
nach Guetemrla bringen liess, um es zu cultiviren. Die Lindereien
yon der Antigun und Amatitan scheinen sich am besten fiir die Cultur
des Insects zu eignen, iudem sie aus grossen, leichtbodigen, feuchten
Ebenen, von hohen Vulkanen und Bergen eingeschlossen, bestehen,
ein mildes fast iminer gleiches Klirna haben und die Regenzeit sehr regelmissig einsetzt ond n u r funf Monate dauert.
Die verschiedenen Arten der Cactus PAanzen, eine Art (Optcnfia
coccinellifera), die sich zur Cultur der Cochenille eignen, sind die folgenden :
Penea de tuna Ilanca,
)I
ti
11
amnrilln,
tt
,I
II
moradn,
,I
ti
Terciopelo,
II
costena oder Ooxaca,
Mosotilla,
Penea de cubulco,
Tunilln.
Die Blitter, die zn einer Cactus-Plantage bestimmt sind, miissen
gesand sein und noch nicht gedient haben; hevor man sie pflanrt,
muss man das Blatt und vorziiglich den abgeschnittenen Theil der
-
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