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Qualitative und quantitative Papierchromatographie aliphatischer Aldehyde und Ketone.

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ARCHIV DER PHARMAZIE
UND BERICHTE DER DEUTSCHEN PHARMAZEUTISCHEN GESELLSCHAFT
289./61.
BAND
Juli 1956
Heft 7
1505. P a u l T u n m a n n * )
Qualitative und quantitative Papierchromatographie
aliphatischer Aldehyde und Ketone
Aus dem Institut fiir Pharmazie und Lebensmittelchemie der Universitilt Wiirzburg,
Direktor: Prof. Dr. R . Dietzel
(Eingegangen am 15. Februar 1956)
Beim oxydativen Abbau von Sterinen entstehen in geringen Mengen Ketone,
die fiir die Konstitutionsaufklarung der Seitenkette wichtig sind. So haben aus
30 g Acetylcholesterin Windaus und Resau') 200 mg, Bengtsson2) 150 mg und
Dirscherl und Nahm3) 70 mg rohes Semikarbazon des Methylisohexylketons erhalten. Da fiir die Untersuchung des aus Potentilla anserina isolierten Sterins
jedoch nur etwa 2 g zur Verfiigung standen, wird in vorliegender Arbeit versucht,
,die sich bildenden aliphatischen Ketone als 2,4-Dinitrophenylhydazone abzuscheiden und als solche papierchromatographisch zu identifizieren. I n diesem Zusammenhang wird die Papierchromatographie aliphatischer Aldehyde und Ketone
studiert.
Die Papierchromatographie von Aldehyden und Ketonen ist bisher nur wenig untersucht worden. J . V . Kostir und Mitarbeiter4) verwenden azetyliertes Papier oder acetyliertes Papier, das zuvor mit einer Mischung aus Methanol und Octanol ( 5 96) impriigniert wird. Als mobile Phase dient Petroliither-Benzol(1 1) oder Methanol-Heptan.
Auch N . B. Neiman und Mitarbeiter5) arbeiten mit acetyliertem Papier und erhalten
gute Trennungen, besonders bei erhohter Temperatur ( 2 O o 4 O 0 )mit 96%igem Aethanol
als beweglicher Phase. Rice und Mitarbeitere) schlagen mit Kieselsiiure getriinktes Papier
und als Losungsmittel Ather-Petrolather vor. SchlieBlich beschreiben C . D. Douglas und
Mitarbeiter') die Papierchromatographie der Flavanone auf unbehandeltem Papier mit
Wasser-Dioxan-Eisessig im Volumenverhiiltnis 5 : 3 : 2, und D . F. Meisha) trennt die
+
+
*) Herrn Prof. Dr. R . Dietzel zum 65. Geburtstag gewidmet.
Ber. dtsch. chem. Ges. 46, 1247 (1913).
Hoppe-Seylers 2. physiol. Chem. 215, 179 (1933).
3) Liebigs A m . Chcm. 555, 37 (1944).
4) J . V . Kostir und K . Slavik, Chem. Listy V6du Prumysl 44, 17 (1950); Collect. Trav.
chim. Tchkoslov. 15, 17 (1950).
5) N . B. hreiman, W . N . Lewkowskin und A . F. Lukownihw, Ber. Akad. Wiss. UdSSR
(N. S.) 81, 841 (1951).
6 ) C . Rice, G . J. Keller und J . a. Kirchner, Anal. Chem. 23, 194 (1951).
7 ) C. D. Douglas, Quentin L . Morris und S. H. Wender, J. Amer. chem. SOC.73,4023 (1951).
Nature 170, 579 (1952).
l)
2,
Archiv ZS9./6l. Heft 7
23
330
Tunmann
AI&V der
Pharmazie
Aldehyde von Ketonen, die Carboxylgruppen enthalten, mit einem Alkohol-Wassergemisch ah Usungsmittel. In allen diesen Ellen werden die Carbonylverbindungen a l ~
2,4-Dinitrophenylhydrazone aufgetragen.
Nur H . Gohmann und F . H . MuhlbergerB),die eine Methode zum papierchromatographkchen Nachwek von Zimtaldehyd neben anderen Aromastoffen beschreiben, tragen
die zu untemuchende Substanz als solche auf und verwenden Benzin, wodurch Verluste
durch Oxydation auf dem Papier vermieden werden. Die Flecken werden mit Hydrazin
bzw. Benzidin sichtbar gemacht.
Aus diesen Arbeiten geht hervor, da13 die Papierchromatographie der Aldehyde
und Ketone als 2,4-Dinitrophenylhydrazone Schwierigkeiten bereitet, da in der
Regel nur mit vorbehandeltem Papier eine Trennung erreicht wird. Wenn sie auf
den iiblichen Papieren nicht gelingt, so liegt das, wie in vielen Vorversuchen gezeigt werden konnte, an den gebrauchlichen 2-Phasensystemen, in denen eine Verteilung der 2,4-Dinitrophenylhydrazone nicht zustande kommt.
Auch in vorliegender Arbeit wird versucht, die Carbonylverbindungen als 2,4-Dinitrophenylhydrazone papierchromatographisch zu trennen, zumal diese Stoffe
leicht erhalten werden konnen und es sich eriibrigt, die Flecken durch ein besonderes Reagens sichtbar zu machen. Noch geringste Mengen (etwa 0,5 7 2,4-Dinitrophenylhydrazon) lassen sich auf dem Papier gut erkennen. Die Flecken erscheinen im UV-Licht und nach dem Bespriihen mit lO%iger Natronlauge bei
Tageslicht braun.
Von den etwa 70 untersuchten Losungsmitteln konnten folgende 4 Gemische in
die engere Wahl gezogen werden:
A: Cyclohexan-Methanol-Essigsaure-Wasser6 : 12 : 1 : 2 (Volumenverhaltnis)
B : Cyclohexan-xthanol-Essigsaure-Wasser
6 : 12 : 1 : 2 (Volumenverhaltnis)
C : Cyclohexan-Propanol-Essigsaure-Wasser6 : 12 : 1: 2 (Volumenverhaltnis)
D : Benzin(55--70")-Methanol-Essisaure-Wasser 3 : 6 : 1 : 1 (Volumenverhaltnis)
Von diesen sind die Mischungen A, B und D 2-Phasensysteme, Losungsmittel C
ist einphasig. Gemische A, B und C unterscheiden sich nur durch die Alkoholkomponente und zeigen gute Trenneffekte. Das gdt besonders fur die Methanolund xthanolmischung, wahrend im Losungsmittelgemisch C die 2,4-Dinitrophenylhydrazone schon besser loslich sind, so dal3 die Rp-Werte groBer werden und eine
scharfe Trennung schwerer zustande kommt. So iibt die Alkoholkomponente einen
wesentlichen Einflul3 auf die GroBe der Rf-Werte aus (s. Tab. 1).
Losungsmittelgemisch D enthalt an Stelle des Cyclohexans Benzin (55-'70"),in
dem offenbar die Loslichkeiten der 2-4-Dinitrophenylhydazone differenzierter sind.
Das Gemisch enthalt auaerdem mehr Essigsaure. Die Rf-Werte liegen zwischen
denen, die mit den Gemischen A und C erhalten werden. Die Flecken sind sehr
dislmet.
B,
Z.Lebensmittel-Unters. u. -Porsch. 99, 361 (1954).
289./61. Bd.
1956, Nr. 7
Qualitative u d quantitative Papierchromatographie
331
Tabelle 1
Abhsngigkeit der RI-Werte von der Wahl der Losungsmittelgemische
2,4-Dinitrophenylhydrazon
vom
Formaldehyd
Acetaldehyd
Propionaldebyd
n-Butyraldehyd
Isobutyraldehyd
Isovaleraldehyd
n-hanthaldehyd
Crotonaldehyd
Aceton
Diiithylketon
Diisopropylketon
Methylathylketon
Methylisopropylketon
Methylisohexylketon
A
Rf-Werte
Losungsmittelgemisch
B
C
D
0,29
0,42
0,51
0,30
0,45
0,55
0,66
0964
0,47
0,75
0,65
0,75
0,60
0,70
0,71
0,73
0,76
0,83
0,78
0,82
0,58
0,58
0,75
0,81
0,71
0,78
0,79
0,75
0,81
0,83
0,77
0,85
0,82
0,87
0,72
0.88
0,64
0,66
0,74
0,65
0,79
0,83
0,74
0,78
0,83
0,84
02%
0,88
0332
0.85
0,86
0,60
0,88
0.77
0984
Papier: Schleicher & Schiill2043b mgl, senkrecht zur Faaerrichtung
T
= 17O
Methode : absteigend
Die Losungsmittelgemische A-C sind zunachst ohne Essigsaurezusatz in den
verschiedensten Mischungsverhaltnissen gepriift worden. Dabei zeigt sich, daB dss
Mischungsverhaltnis Cyclohexan-Alkohol-Wasser3 : 6 : 1 (Volumenteile) die besten
Trennungen ergibt. Durch Erhohung des Cyclohexangehaltes werden die R,-Werte
groBer und damit die Trennungen weniger scharf, wahrend ein Wasserzusatz zu
Flecken mit Schwanzen fiihrt. Trotz der guten Trennwirkung, die mit dem Losungsmittelgemisch erhalten wird, sind die Flecken wenig diskret. Es ist daher durchImpragnierung des Papiers mit 2:kiger Losung von sek. Natriumphosphat versucht worden, bessere Ergebnisse zu erhalten. Aber auch dieses Verfahren hat zu
keinem Erfolg gefiihrt. Erst durch Zusatz von Essigsaure zum Losungsmittelgemisch und Verwendung des Papiers senkrecht zur Faserrichtung entstehen scharfe
Flecken, die a d e r d e m kleinere Rf-Werte zeigen (5. Tab. 2).
Bei der Papierchromatographie der 2,4-Dinitrophenylhydrazonelauft das Reagens 2,4-Dinitrophenylhydazin praktisch nicht mit. Deshalb kann die auf aliphatische Carbonylverbindungen zu priifende und mit dem Reagens versetzte alkoholische Losung direkt verwendet werden. Es besteht aber auch die Moglichkeit, die
2,4-Dinitrophenylhydrazonemit Petrolather auszuschiitteln, von dem das 2,4-Dinitrophenylhydrazin nicht aufgenommen wird.
23*
332
Ar&v der
Tunmann
Pharmazb
Tabelle 2
EinfluB des Essigsiiurezusatzes zum Losungsmittelgemisch B
auf die Rf-Werte der 2,4-Dinitrophenylhydrazone
2,4-Dinitrophenylhydrazon
vom
Rf-Werte
Losungsmittelgemisch
B (ohne)
B (mit)
Formaldehyd
Acetaldehyd
Propionddehyd
n-Butyrsldehyd
Isobut-yraldehyd
Isovaleraldehyd
n-onanthaldehj-d
Crotonaldehyd
Aceton
Methykthylketon
Methylisopropylketon
Methylisohexylketon
0,52
0,64
0,75
0,80
0,80
0,42
0,55
0,66
0,73
0,75
0,82
0,78
0,86
0,73
0.82
0,64
0,73
0,80
0,84
0,85
0,66
0,74
0,78
0,83
B (ohne): Cyclohexan-Athanol-Wasser 3 : 6 : 1 (Volumenteile)
R (mit): Cyclohexan-hhanol-Essigsaure-Wasser 6 : 12 : 1 : 2 Volumenteile)
Papier: Schleicher & Schiill 2043b mgl. senkrecht ziir Faserrichtung
T = 17'
Methode: absteigend
Versuche, mit diesen Losungsmittelgemischen aromatische Aldehyde und Ketone
(2,4-Dinitrophenylhydrazondes Benzaldehyds und des Acetophenons) zu chromatographieren, waren ohne Erfolg. Nur die 2,4-Dinitrophenylhydrazone des Cyclohexanons zeigten scharfe Flecken mit definierten Rf-Werten (s. Tab. 3).
Tabelle 3
Rf-Werte des Cyclohexanons und Methylcyclohexanons
2,4-Dinitrophenylhydrazon
vom
A
Cyclohexanon
Meth ylcyclohexanon
0,72
0,80
Ri-Wert e
Liisun,osmittelgemisch
B
C
0,78
0,82
0,81
0,86
D
0,81
0,85
Papier: Schleicher & Schiill 204313 mgl. senkrecht zur Faserrichtung
T = 17"
Methode: sbsteigend
Auch auf Silikonpapier murde versucht, die 2,4-Dinitrophenylhydrazone aliphatischer Carbonylverbindungen zu chromatographieren. Verwendet wurden als
Losungsmittelgemische Benzin (55-70")-Isopropanol-Wasser 5 : 5 : 2 (Volumenteile) und Testbenzin-(100-115")-Isopropanol-Wasserim Volumenverhaltnis 5 : 5 :0,6
in denen, wie Reagenzglasversuche zeigten, Verteilungen zustande kamen. Die
280./61. Bd.
1956, Nr. 7
Qualitative und quantitative Papierchromatographie
333
Trennungen waren aber nicht sehr scharf und die Flecken sehr verwaschen, so daB
auf eine eingehendere Prufung der Papierchromatographie auf Silikonpapier verzichtet wurde.
Bei den Versuchen sind die Rf-Werte verschiedener Vertreter der homologen
Reihe aliphatischer Aldehyde bestimmt worden. Da nun nach Martinlo) sowie Bate1
Smith und Westallll) die Werte der Funktion R, = log (- - 1) proportional der
Rf
Kohlenstoffanzahl der Glieder einer homologen Reihe sind, ist dieser Zusammenhang
iiberpruft worden. Wie aus Abb. 1 hervorGemisch A
, 8-----geht weichen die R,-Werte erheblich vom
.-.-.-.-.
linearen Verlauf ab. Das trifft fiir die R,Werte aller angewandten Losungsgemische
zu, die ausgesprochene 2-Phasensysteme
sind. Nur fur die ersten 4 Glieder der homologen Reihe ist der Verlauf der Kurve nahezu geradlinig. Bate-Shmith und Westall haben
bei ihren Versuchen immer nur 4 Glieder
der homologen Reihen von aromatischen
Carbonsauren, Anthocyanidinen und Aminosauren gepriift und sind vielleicht daher auf
ein eventuell abweichendes Verhalten der
hoheren Glieder nicht aufmerksam geworden.
Tatsachlich hat auch Kalbel,) bei Monocar-10
bonsauren von C, bis C,, und bei Dicarbon2
6
6
8
'
sauren von C, bis C,, und unter Verwendung
C-Atomeverschiedener Losungsmittelgemische Ab - Abb. 1. Abhiingigkeit der Rab-Werte
weichungen vom h e a r e n Verlauf beobach- der 2,4-Dinitrophenylhydrazone der
tet. Nur die Papierchromatographie der nor- normalen Aldehyde von der Anzahl
malen Dicarbonsauren unter Verwendung der Kohlenstoffatome. Losungsmittelgemisch A-D.
von n-Propanol-Ammoniumcarbonat-Pufferlosung
- (1,5
. - n-Ammoniumcarbonat in 3,O nAmmoniak) im Volumenverhaltnis 3 : 1 liefert Rf-Werte, deren Rnl-Werte proportional der Anzahl Kohlenstoffatome der Dicarbonsauren sind. So treffen also
auch fur die 2,4-Dinitrophenylhydrazone der Aldehyde und den angegebenen
Losungsmittelgemischen die vereinfachten Beziehungen nicht zu.
Abb. 2 zeigt die Abhiingigkeit der Rf-Werte von der Anzahl der Kohlenstoffatome der normalen Aldehyde.
Auch quantitativ ist das papierchromatographische Verhalten der Flecken der
2,4-Dinitrophenylhydazone aliphatischer Aldehyde und Ketone gepriift worden.
-
#
[
8
lo)
11)
12)
Biochem. SOC. Symposia 3, 4 (1949).
Biochim. biophysica Acta 4, 427 (1950).
Hoppe-Seyler's Z.physiol. Chem. 297, 19 (1954).
I
334
Archiv der
Tunmann
Pharmazie
~~
Dabei lag der Gedanke nahe, die 2,4-Dinitrophenylhydrazone mit Alkohol vom
Papier abzulosen und in diesen Parblosungen die Extinktionen zu bestimmen. Sind
die Eichkurven fiir die entsprechenden %,4-Dinitrophenylhydrazone Gerade, so ist
damit die Voraussetzung fur eine
Berechnung der Konzentrationen der
zu bestimmenden Stoffe gegeben.
“
~~
O
2
4
C-A tome
0................
-
6
Abb. 2. Rf-Werte der 2,4-Dinitrophenylhydrazone der normalen Aldehyde in Abhsngigkeit von der Anzahl der Kohlenstoffatome. Losungsmittel A-D.
I
5.3-
m
IIX)
--Amp
Abb. 3. Farbkurve vom 2,4-Dinitrophe
nylhydrazon des Acetons in hhanol(Unicam SP 500)
Zur Aufnahme der Absorptionsspektren sind analysenreine 2,4-Dinitrophenylhydrazone verwendet worden, die, wie im experimentellen Teil beschrieben, dargestellt, 5mal aus carbonylfreiem Athano1 umkristallisiert und 5 Stunden im Vah u m bei 78” getrooknet worden waren. Tabelle 4 gibt die Schmelzpunkte der
einzelnen Verbindungen wieder, und Abb. 3 zeigt als Beispiel eine Farbkurve des
2,4-Dinitrophenylhydrazonsdes Acetons.
Aus den ermittelten Absorptionsspektren geht hervor, daB die 2,4-Dinitrophenylhydrazone der untersuchten Aldehyde und Ketone ein Maximum im Gebiet von
360 mp haben. Ausnahmen machen das 2,4-Dinitrophenylhydrazon des Formaldehyds, dessen Maximum bei 350 mp liegt und das des Crotonaldehyds mit einem
Maximum bei 375 mp. Weiterhin zeigt sich, da.13die Extinktion bei gleicher Schichtdicke im Bereich von 0,015-1,25 der Konzentration direkt proportional und somit das Lambert-Beersche Gesetz erfiillt ist. Die Eichgeraden laufen durch den
Nullpunkt. Aus Tabelle 5 sind die entsprechenden Amax und ihre log f-Werte zu
ersehen. AuBerdem sind die Eichfaktoren zur Errechnung der Konzentrationen
in mg/l fiir das Maximum angegeben. Die Eichfaktoren stellen Mittelwerte aus
drei Einzelbestimmungen dar.
Bd.
Nr.?
289.161.
1956,
336
Qualitative und quanthtive PapkrchrtnnatoQraphk
Tabelle 4
2,4-Dinitmphenylhydrazon
vom
Schmp.
nach
Kof&r
Faxbe
dea I(riStalli~&aua
&hano1
Formaldehyd
Acetaldehyd
Propionaldehyd
n-Butyraldehyd
Isobutyraldehyd
Isovaleraldehyd
n-hnthaldehyd
Crotomldehyd
168"
148"
166"
122,3"
182,b"
123,6"
106,b"
188"
gelbbraun
gelb
orange
gelb
gelb
gelb
zitronengelb
rotviolett
Aceton
Diiithylketon
Diisopropylketon
Methylilthylketon
Methylkopropylketon
MethyliElohexylketon
Cyclohexanon
Methylcyclohexanon
128"
166"
93"
116"
118"
71°
hellbraun
orangerot
orangerot
orange
gelbbraun
gelbbraun
160"
126,5"
gelb
gelb
Tabelle 6
Molekdargewichta, A-,
2,4-Dhitrophenylhydrazon
vom
log s-Werb und Eichfaktoren der 2 . 4 - D i n i t r o p h e n y ~ y ~ a ~ n e
von Aldehyden und Kehnen
MOl-
Eichfaktor
fiir Am=
mgP
gewicht
&lax
log 8
Form8ldehyd
Acetaldehyd
Propioneldehyd
n-Butyraldehyd
Isovaleraldehyd
n-hanthaldehyd
Cmtonaldehyd
210,2
224,2
238,2
262,2
266,3
294,3
260,2
360
368
369
369
369
369
376
4,29
4,31
4,32
4934
4,33
4,33
4,46
10,6
11,2
11,4
11,4
12,3
13,7
Aceton
DillthyUteton
Diisopropylketon
Methylhthylketon
Methylisopropylketon
Cyclohexanon
Methylcyclohexanon
238,2
266,3
294,3
262,2
266,3
369
360
361
380
361
4,31
4.32
4,36
4,32
434
11,7
12,8
13,2
12,l
12,l
278,3
292,3
363
364
4,33
4,39
12,9
12,o
8,7
Am vielen Versuchen geht nun hervor, daB mit den angegebenen Losungsmittelgemischen die 2,4-Dinitrophenylhydrallone auf ihrem Weg nicht vom Papier adsorbiert werden. Weiterhin lessen sich die Flecken bequem mit Athano1 quantitativ
sbl8sen. Das kt von wesentlicher Bedeutung, da die Messung der Extinktionen
von Farbstoffmengen in Losung genauer ist als auf dem Papier. Allerdings mussen
Archiv der
Tunmann
336
Pharmazie
bei der Messung der Extinktionen die Leerwerte entsprechender Papierstiicke heriicksichtigt werden. So ist jede Messung gegen eine Losung vorzunehmen, die in
der entsprechenden Weise bereitet wird wie die Farblosung, nur mit einem gleich
grofien Leerstreifen (8. Beschreibung der Versuche). Aus zahlreichen Analysen geht
hervor, da13 der gro13te Fehler, der erhalten worden ist, 10% betriigt. Es ist verstandlich, das dies dann der Ball ist, wenn es sich um Bestimmungen von Verbindungen handelt, deren Rf-Werte extrem nahe zusammenliegen. I m Durchschnitt betragen die Streuungen 1-5y0. Zur genaueren Analyse ist zu empfehlen,
in Verdiinnungen zu arbeiten, die von jedem Stoff hochstens 207 enthalten, da
groI3ere Mengen Schwanzbildung hervorrufen, die bei Trennungen storen. Zweckmiidig werden die 2,4-Dinitrophenylhydazone nicht als Punkte, sondern als Striche
auf das Papier aufgetragen.
Tabelle 6 gibt als Beispiel das Ergebnis einer Probeanalyse wieder.
Tabelle 6
Ergebnis einer Analyse eines Gemisches
2,4-Dinitrophenylhydrazon
vom
Einwaage
mg
Gefunden
mg
Fehler
%
Acetaldehyd
Propionaldehyd
Aceton
Diiithylketon
Beschreibung der Versuche
L o s ungs m i t t e 1
Benzin: frisch destilliert, Fraktion zwischen 55-70".
Testbenzin: frisch destilliert, Fraktion zwischen 10@-115".
Cyclohexan: Original Merck.
Methanol, rein (Merck),Athanol (Spiritus S vergallt mit Benzin), Propanol und
Isopr o panol werden von Carbonylverbindungen befreit : 1 Liter des entsprechenden
Alkohols werden mit 10 g 2,4-Dinitrophenylhydazin und 5 ml konz. Salzsaure am RuckfluBkiihler etwa 1 Stunde lang gekocht. AnschlieDend wird uber eine Fullkorperkolonne
von 50 cm destilliert, wobei von der Gesamtmenge 100 ml Vorlauf und 100 ml Ruckstand
verworfen werden.
Dioxan: Man erhitzt 5 Stunden lang mit festem granulierten Kaliumhydroxyd am
RiickfluBkiihler und fraktioniert anschlieBend (Kp = 100,8').
Essigsaure: 98/100% Kmpsmk-Griesheim A. G .
Papiere
Schleicher & Schull 2043b mgl.
Silikonpapier Reagentia, Frankfurt/M. 2043b mgl hy.
Losungsmittelgemische
Sie werden vor Beginn jedes Versuches neu bereitet. Fiir die verwendete Glaskammer
(60 x 60 x 20 cm) sind erforderlich: Cyclohexan 300 ml, Alkohol 600 ml, Essigsaure
50 ml und Waaser 100 ml. Wird Methanol als Komponente verwendet, so erhalt man etwa
280 ml Oberphase, bei Athanol 250 ml.
Vom Liisungsmittelgemisch D sind fiir die erwiihnte Glaskammer erforderlich : Benzin
(56-70') 300 ml, Methanol 600 ml, Essigsaure 100 ml und Wasser 100 ml.
289.181. Bd.
1956, Nr. 7
Qualitative und quantitative Papierchromatographie
337
Aldehyde
Soweit sie nicht zur Verfiigung standen, wurden sie (Propionaldehyd, n-Butyraldehyd,
Isobutyraldehyd, Isovaleraldehyd, n-Onanthaldehyd) durch Eintropfen einer 6%igen
Chromsaurelosung in Essigsiiure in den entsprechenden siedenden, zuvor fiaktionierten
Alkohol dargestellt. Der Aldehyd findet sich neben dem Alkohol und sauren Anteilen im
Destillat.
Ketone
Soweit nicht vorhanden, sind sie (Diathylketon, Diisopropylketon, Methylisopropylketon) nach der klaasischen Methode durch trockene Destillation der entsprechenden
Kalziumsalze nach dliinehla) dargestellt worden.
Methylisohexylketon wird nach Wi&w und Reaau (1. c.) aus Cholesterin erhalten.
2,4-Dinitrophenylhydrazone der
a) A l d e h y d e : Zu ihrer Darstellung werden jeweils etwa 5yoige athanolische Losungen
(&hano1 frei von Carbonylverbindungen) der reinen Aldehyde bzw. die oben erhaltenen
Destillate mit einer 2,4-DinitrophenylhydrazinlOs~ng1~)
versetzt. Ein tfberschul3 an &agenzlosung ist zu vermeiden. Man la& uber Nacht stehen, saugt dann den Kristallbrei ab,
wlischt ihn mit verd. k h an 0 1 aus und kristallisiert ihn fiinfmal aus Athanol um.
b) K e t o n e : Die entsprechenden Ketone bzw. duF!h
Feinfraktionierung erhaltenen
Deatillate ( 8 . oben) werden im Verhhltnis 1 : 20 mit Athanol (frei von Carbonylverbindungen) verdiinnt und mit der 2,4-Dinitrophenylhydrazinlosung(8. oben) versetzt. Der
Kristallbrei wird, wie bei den Aldehyden beachrieben, aufgearbeitet.
Die so hergestellten 2,4-Dinitrophenylhydrazoneder Aldehyde und Ketone waren
papierchromatographich einheitlioh und zeigten nahezu die gleichen Schmelzpunkte, wie
sie in der Literatur beschrieben sind.
Die Chromat ogramm e
Die Papiere werden senkrecht zur Faaerrichtung verwendet. I m Abstand von 6 cm
vom Papierrand wird der Bogen umgeknickt und kann hier auf den Rand der Wanne
gehiingt werden. Der iiberhiingende Teil wird in der Wanne rnit ein paar Glasstaben
beschwert. Weitere 2 cm vom Knick entfernt, werden im Abstand von je 3 cm die 2,4-Dinitrophenylhydrazone als 1 cm lange Striche aufgetragen. Dies geschieht durch Nebeneinandersetzen kleinster Tropfen der zu untersuchenden Losung mittels einer Blutpipette.
Die Losungen sollen von jedem Bestandteil nicht mehr als 20 y enthalten. Daa Trocknen
der Papierchromato@amme erfolgt im Trockenschrank bei einer Temperatur von hochstens 50". Die Flecken sind gut zu erkennen.
Das a b s t e i g e n d e V e r f a h r e n
Zur absteigenden Papierchromatographie werden Ganzglaskammern mit den AusmaBen
60 x 60 x 20 om verwendet. Daa Losungsmittelgemisch wird dnige Tage vorher bereitet
und durch wiederholtes Umschiitteln auf die Temperatur des Arbeitsraumes gebracht.
Dann wird die Kammer mit der unteren Phase des Liisungsmittelgemisohes 48 Stunden
lang gesiittigt. Nach dieser Zeit wird der Bogen in die Kammer gehangt, 12 Stunden lang
zur Sattigung sich selbst iiberlassen und dann erst die obere Phase durch einen Tropftrichter eingefiihrt. Die Kammer mu8 sorgfaltig gegen Verdunsten des sehr empfindlichen
Losungsmittelgemisches verschlossen sein. Die Laufzeit betriigt ftir die Gemisohe A, B
und D 12 Stunden, fiir das Gemisch C 30 Stunden.
la)Liebigs
Ann. Chem. 180, 327 (1876).
50,O 2,4-DinitrophenyIhydrazin werden in 800 ml 85qLige Phosphorshure in einem
1-Liter fmsenden Becherglas auf dem Wasserbad gelost. Die Losung wird mit 395 ml 95xigem
&hano1 verdiinnt und filtriert; vgl. Houben-WeyZ, Methoden der org. Chemie 4. Aufl., Verlag
14)
Gg. Thieme, Stuttgart.
B a m a n n und T r a p m a n n
338
ArQiv der
Pharmazie
Quantitative Bestimmung
Die auf aliphatische Aldehyde und Ketone zu untersuchende alkoholische Losung wird
mit einem geringen %erschuO a n 2,4-Dinitrophenylhydazinlosung( 8 . oben) versetzt und
iiber Nacht stehen gelassen. Sodann verdiinnt man sie auf ein bestimmtes Volumen mit
hithanol. Von dieser Losung wird mit einer geeichten Blutpipette eine bestimmte Menge
aufgetragen. Fur jede Bestimmung verwendet man zweckmiiBig Einzelstreifen. Nach der
Verteilung auf dem Papier und Trocknung werden die Flecken ah Rechtecke und zu jedem
Rechteck entsprechend groBe Leerstiicke ausgeschnitten. Jedes Papierstuck bringt man
in ein Reagenzglas und iibergieBt es mit genau 5 ml &hanol. Die Gliiser werden verschlossen und etwa 2 Stunden stehengelaesen. Nach dieser Zeit werden die Extinktionen
der Farblosungen gegen die Blindlosungen gemessen:
nig/l = Faktor *)
-
Extinktion
Schichtdicke
SchlieBlich hat man noch diesen Wert auf die entsprechende Carbonylverbindung umzurechnen.
*) Siehe Tabelle 5.
1506. E u g e n B a m a n n und H e i n z T r a p m a n n * )
Die Dephosphorylierung von Cofermenten
durch Metall-Ionen**)
Aus dem Institut fur Pharmazie und Lebensmittelchemie
der Universitat Miinchen
(Eingegangen am 28. Marz 1956)
Die Entdeckung der phosphatatisch-katalytischen Wirkung verschiedener Metallionen
gegeniiber Phosphorsiiureester durch E . Bamann und M . Meisenheimer geht auf d w
Jahr 1938 zuriick. Diese dephosphorylierenden Eigenschaften von Metallionen, die in besonderem AusmaB bei den Seltenen Erdmetallen vorhanden sind, erkliiren eine Vielzahl
von eigenartigen physiologischen und biologischen Wirkungen dieser Elemente-Gruppe.
Durch neuere Untersuchungen a n physiologischen Substraten wie Zuckerphosphorsiluren,
Poly- und Mono-nucleotiden, Phosphoproteiden, Phosphagenen sowie Adenosintriphosphorssure (ATP) konnten wir zeigen, daB ,,gewisse Wirkungen des Lanthans und des Cers
bei Mikroorganismen, in Oganen und Korperfliissigkeiten auf die katalytische Fiihigkeit
zuriickzufuhren sind, physiologisch wichtige Phosphorsiiureverbindungen zu zerlegen bzw.
ihrer Bildung hindernd im Wege zu stehen und dadurch physiologische Reaktionsablaufe
zu blockieren und anders zu leiten"').
*) Herrn Professor Dr. R . Dietzel anlaBlich seines 65. Geburtstages
- in freundschaftlicher
Verbundenheit gewidmet ( E . Bamunn).
* * ) XVIII. Mitteil. der in Ber. dtsch. chem. Ges. 71, 1711, 1980, 2086, 2233 (1938); Chem.
Ber. h, 442, 451, 455, 463 (1948); Biochem. Z. 325, 413 (1954). 326, 89, 161, 237 (1954);
Chem. Ber. 88,199 (1955);Biochem. Z. 326,507 (1984/1955);Chem. Ber. 88, 1726,1846 (1955);
Biochem. Z. (im Druck) veroffentl. Untersuchungsreihe. Vgl. auch: E . Bumunn, Dtsch. Apotheker-Ztg. 94, 548 (1954).
1) E . Bumunn, Vortrag am '73. Sept. 1949, Miinchen, Hauptversemmlg. d. Ges. Dtsch.
Chemiker, Fachgr. Lebensmittelchemie. Vortrag am 15. Juni 1950, Miinchen, Chem. Gesellschaft.
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