close

Вход

Забыли?

вход по аккаунту

?

Schlussbemerkungen Ueber die Natur der Gerbsure im Kino.

код для вставкиСкачать
150
Hennig,
Schlusebemerkugen iiber die Natur der Gerbsiiure
im bo;
von
Dr. C. H en n ig in Leipzig.
-
Die Qewinnung des reinen Gerbstoffes aus dem von
niir fur afrikanisch erkannten Kino h6ngt davon ab, oh
man den Punct genau getroffen hat, wo der aus meiner
starken Kinotinctur mit Bleiessig gewonnene gallertige
Niederschlag nur eine geringe Menge masserlieller Fliissigkeit (Weingeist) ausgepresst hat, welche ausser einer
Spur von Kinosiiure (durch die Farbung auf Zusatz von
Alkalien erkennbar) Nichts, also weder Tannin, noch
Bleioxyd, enthslt. Dagegeii giebt jener massige Niederschlag, nachdem man die wenigen Tropfen Weingeist von
ihm hat ablaufen lassen, mit moglichst kaltem destillirtern Wasser etwa 15Minuten lang stehen gelassen, einen
gelblich gefarbten Auszug, welcher viel Crerbsaure, etwas
K d k und wenig Bleioxyd, zum zweiten Male langer rnit
Wasser zusammengebracht, einen beinahe farblosen Auszug, welcher weniger Gerbstoff, aber viel Bleioxyd enthiilt. Demnach griindet sich die Gewinnung des Tannins
in meinem Falle auf die Loslichkeit des mit Bleiessig
dargestellten . gerbsauren Salzes, welches im ersten Auszuge sich a l s ein sehr saures, im zmeiten als ein mehr
basisches zu erkennen giebt. Um Bleioxyd und Kalk
ails beiden zu entfernen, muss eine wasserige Lasung
von Oxalsaure ebenso tropfenweise und in Pausen von
24 Stunden zugesetzt werden, wie es bei der Fallung
der Kinotinctur rnit Bleiessig vcrlangt wurde.
Wenn man alle Vorsicht anwendet, so ist die vop
Niederschlage abgeseihte Fliissigkeit frei von Kleesiiure.
Sie giebt mit Eisenchloridlosung einen reichlichen achwarzblauen Niederschlag, ohne alle Blauung oder Gfinung des
Ueberstehenden. Iin luftleeren Raume abgedampft ist
der Riickstand ochergell, gumniijs, stellenweise glinzend ;
,
Natur deT Gerbsuure inz
Kino.
151
zwischen zwei mit ihrer Hohlung einander zugekehrten
Uhrglasern allmiilig erhitzt, giebt dieser Gerbstoff ein
Sublimat, welchea mit destillirtem Wasser gesammelt, in
kammartig angeordneten Krystallnadeln anschiesst, Kalkwasser rothlichbraun farbt und mit schwefelsaurem Eisenoxydul eine (der geringen Menge wegen bisher nur schwach
erhaltene) stahlblaue Losung giebt.
P#llt man einen frisch bereitcten, kalten, wasserigen
Auszug derselben Kinosorte mit neutraler essigsaurer Blcilosung vollkommen Bus, zersetzt das Priicipitat mittelst
HS und dampft die abfiltrirte gelbliche Flussigkeit im
Wasserbade ein, so zieht reiner Aether aus dem trocknen Ruckstande eine gummose Masse und einige Krystallnadeln, unter welchen ich einnial perlmutterglsnzcnde
weisse Blittchen bemerkte, iilinlich der Tannigenarnsiiure
(den1 Gallussaure - Hydrylaiuinamid W. K n o p ' 8 ) . Der
iitherische Auszug mit Eisenchloridliisung ubergossen, fiirbt
diese griin; am Rande verhiilt sic11 ein dunkelblauer Ton,
in welcheni ein feiner schwiirdicher Niederschlag zu
schwimmen scheint. Bei einem spiitercn Versuclie, wo
die Luft liinger auf den wiisserigen Auszug hatte einwirken konnen h d letzterer gesattigter war, wurde das %therische Extract von schwefelsaurer Eisenoxydullosung SOfort griin gefkbt, von Eisenchloridliisung schwarzlich,
dann braunroth getriibt; Kalkwasser gab in eineiii offenen Sclialchen eine dleischfarbene, dann pomeranzengelbe
Farbung. In diesen Reactionen finde ich uur Gerbsaure
init ihren nlchsten Abkiimmlingen, der Gal'ussiiure und
Pyrogallussaure, angedeutet ; es ist also dcr Kinogerbstoff
dem Eichengerbstoffe ganz gleich verilndert worden, kann
demnach auch in solclier Hinsicht von jenem nicht wesentlich verschieden seiu.
Zieht man den Ruckstand, welcher von der Bemitung der concentrirtea Kinotinctur als Gallerte am Bodcn
dcs GefAsses verbleibt, in seinem geronnenen Zustande
(einige Wochen nach der Decantirung der geistigen Losnng) mit kaltem destillirtem Wasser aus und setzt Blei-
152
Hela nig,
zuckerlosung iiberscliussig zu, so liiuft vom Niederschlagc
durch das Filter eine klare gelbliche Fliissigkeit, welche
mit HS einen dicliten, rein schwarzen Niederschlag, mit
Eisenchlorid eine rcichliche blauschwarze Fallung, rnit
Eisenoxydullosung eine schwacli stahlblaue Fiirbung giebt
(es ist also gerbsaures Bleiovyd mit einer Spur Brenzgallusssure in Losung). Versetzt man nun den klumpigen
Niederschlag des Kin0 - Auszugs mit Bleizucker hinreichend langc mit HS, so wird das Pracipitat nnr dunkelbraun, die davon ablaufende, von HS befreite Fliissigkeit
ist wenig gefarbt; giebt man aber von Neuem nach 1 bis
2 Tagen destillirtes Wasser kalt aufs Filter, so lauft es
vie1 stiirker (riithlich, wahrscheinlich durch Kinosaure,
welche durch Moderung einstweilen frei geworden) gefArbt
durch und fuhrt ausser Gerbstoff Pectin (durch Alkohol
nicht wieder ausnillbnr!) und Ulminsaure mit sich.
Herr W i g g c r s hat beide Malc, als er uber meine
friiheren hieher gehiirigen Arbciten in dem Jahresberichte
uber die Fortschritte in der Pharniacie Rechenschaft ablegte *), meine Angaben als wenig Vertrauen vcrdienende
hingestellt. Er beschwert sich dabei, wie langwierig ilim
geworden sei, meinc Resultttte ins Enge zu bringen. Wenn
aber diejenigen, welche sie zu priifen unternehnien, sich
der Miihe begeben, ineinen allerdings Genauigkeit voraussetzenden Untersucliungen trotz der Ausfiilirlichkeit, niit
welcher ich sie zu beschreiben fiir gerathch fand, streng
zu folgen, so muss ich niir wolil die Kurzwcil nehmen,
die mir entgegen gehaltenen Urthcile nochnials zu Butcrn.
Herr W igg e rs, welcher die Untersuchung iiber dns
,,officinelleKino" von Ge r d i n g zwei Jahre friiher **) unter Pterocaipm el-iiaaceiis bespricht, halt die von mir untersuchte Sorte fiir das ,,gegenwSrtig allgcmein und
gesetzlich officinellc inalabrische oder ostindischeu (am*) Cttnstatt's Jrthresberichtc,
(1855.) 1. S. 64.
**) a . a 0. I. Jahrg. Y.66.
N.F.
111. (1854.) l., S. 64, und JV.
Nattrr der Ger6silul.e im Kho.
153
boinense 8. C granie) von 13. Narsupium. Allerdings
nennt das Leipziger Handlungshaus von welcliem die
hiesigen Apotheker das Gummi Kino seit 7 Jahren beziehen (so lange beschiiftige ich mich niimlich niit diesem
Gegenstande in meinen Mussestunden), die Drogue ebenfalls ,,Kin0 von MalabarO ; dass letzteres jedoch niclit mit
dem wenigstens hier am Orte gebrhchlichen Arzneistoffe
identisch, sondern dem afrikanischen hochet iihnlich ist,
habe ich theils in meinem ersten Aufsatze*) wahrscheinlich gemacht, theils unterstiitzen mich hierin spkitere Angaben, welche ich von dem Herrn Referenten in denselben Berichten (IV. Jahrg. 1. S. 64 ff.) erstattet finde; unter
diesen bezweifelt eine sogar, dass die Ableitung des jetzt
allgemein officinellen malabarischen Kin0 von Pt. Xavmipium, wie neuerdings geschehen, riehtig sei. Da jedoch
hiebei noch eine Aus0ucht gelassen ist, so hebc ich mich
nur anDaniell’s Erzahlung zu halten, welcher sah, dass
es den Bewohnern jenes Gebietes in Afrikd fast immoglieh wird, das Kin0 oline Rindenfasern einzusammeln,
daher es mit solchen mehr oder weniger zusammenhlinge.
Dieses Kennzeichen finde ich nun bei meiner Drogue
ebenso wieder, wie die ubrigen im Berichte aufgezlhlten.
Ferner hat E i s s f eld t in drei aus verschicdenen Quellen
bezogenen Proben von malabarischem Kino, wie es weiter
heisst, Brenzkatechuslure gefunden ; er halt sie sowohl
fir einen constanten Bestandtheil desselben, als er auch
ihr Vorkommen als ein charakteiistisehes Kennzeichen
ansieht, welches man zu desaen Uiiterscheidung von den
vielen ubrigen Sorten gebrauchen konne.
Ich habe nach allen drei Vorschriften gehanndelt,
welche E i s s fe 1d t zur Gewinnung fraglichen Ktirpers aus
dem Kin0 giebt, ohne zu den1 gewiinschten Ziele gelangt
zu sein. Dms reiner Aether selbst aus dem fein gepulverten Kin0 nichts, also auch keine in Nadeln anschiessende Substanz auszieht, habe ich schon friiher (1. c.
,
*) Archiv der Pharmscie. Bd. CXXIII. 2. Hft.
S.129.
154
Hennig,
S. 134) bekannt gemrtcht. Ich habe dalier den wlisserigen Auszug mit Bleizuckerlosung im Ueberschuss gefallt,
rein gewaschen, durch HS zersetzt, die filtrirte Fliissigkeit verdunstet und den Ruckstand mit Aether behandelt ;
wie oben bemerkt, kam dabei nur ein Gemenge von
wenig Tannin mit Gallussiiure und Pectin, in einem zweiten Versuche etwas Brenzgallussaure heraus, wobei ich
die interessante Bemerkung machte, dass, j e langer man
das Priiparat dcr Luft aussetzt, um so mehr die Gerbsaure, endlich auch die Gallussiiure schwindet, ,bis nur
nocli eine Spur Brenzsiiure ubrig bleibt, welche jedoch
noch deutlich auf Eisenvitriol reagirt. Wir sehen, dass
sich unter solchen Verhsltnissen der Cferbstoff in gleicher
Weise verwandelt, wie bei seinem Durchgange durch
den menschlichen Organismus, denn laut S. 158 des Archivs fur Pharmacie (CXXIII, 2.) zeigten die betreffenden Reagentien im iitherischeii Auszuge des Harns selbst
dann noch Pyrogallussiiure an, als Gallussiiure nicht mehr
nachweisbar war. Zuletzt unterwarf ich 2 Drachmen ausgesucliten Kinos dcr trocknen Destillntion im Mohr’schen
Apparate, wie vorgesclirieben ; als hiebei kein Sublimat
ziini Vorschein kam, erhitzte ich den Ruckstand in einem
weiten Probirglase im Sandbade. Bei 1900 R. schmolzen
die obersten Stuckchen, dann wurde die Hitze langsaiii
bis 2500 getrieben und dabei langere Zeit erhalten j schon
in einem iihnlichen fruheren Versuche hatte ich unter
solchen Umstiinden nur ein saures (Fo) Destillat, aber
weder I3renzgallussiiure, noch Brenzkatechin bekommen
(Archiv, S. 135 und 152-153) ; auch diesinal zeigten sich
nuf keine Weise Krystalle, sondern nur Wasser und
Ameisensaure.
Als ich aber die vierfache Nenge von der vorigeii
in einer Glasrctorte langsam durch’s Sandbad erhitzte,
ging zuerst ein neutrales Wasser iiber, Bus welclieni
sich in der Iiiilte das ii t h e r i s ch e 0 e 1 des %no
absetzte (Archiv, S. 135). Dieser ICorper ist specifisch
leichter, als Wasser, schwimmt als mikroskopische Oel-
Aratzrr cler Gedw&ire inz
Kiuo.
155
tropfchen, iiiakroskopisch nls gsauliches Hautchen olenauf, erinnert, verdiinnt eingeathinet, entfernt an Vanille,
in Menge verriith es sich als die Substam, melche der
heissen wgsserigen Kinolosung den durchdringenden ekelerregenden Geruch ertheilt. Bei vorsichtig gesteigerter
Teniperatur bekam ich abermals ein farbloses Destillat,
welclies Brenzgallussaur e in wagbarer Menge aufgelost
enthielt. J e mehr dieser in den friiheren Sublimationen
des rohen Kino vergebens gesuchte Korper abnahm, um
so entschiedener traten in der iibergegangenen Fliissigkeit Reactionen ein, welche Vieles mit Eissfeldt's Brenzkatechusaure (und Wagner 'a Bremmorin) gemein, aber
doch mehreres Eigenthiimliche hatten, weshalb ich noch
anstehe, mein Product mit jenem fur gleich zu esachten.
Naclidem ich den Korper durch dreirnaliges Sublimiren
von anhangender Pyrogallussiiure, A m eisensaure iind
einein braunlichen Brenzole vollkomincn befreit, schmolz
er sclion bei 9OOC. und war bei 95OC. vollig zergangen
(Rrenzkatechin sol1 bei 112-1110 schmclien); er verdunstet bei gewohnlicher Temperatur und riecht schwach
angenelun, krystallisirt im. regularen Systeme (man sieht
nieist quadratische Tafeln, welche silberweiss glanzen, wie
Tannigenamsaure ; doch dieser komrnen einige andere
Reactionen zu; auch wird von ihr nicht erzahlt, dam sie
so schon irisire, wie icli schon oben am Riickstande dcs
rnit HS zersetzten Bleisalzes bemerkt hatte - ausserdem
Nadeln mit geraden ober bei 450 abgestumpften Endkanten ; einmal bemerkte ich ein regelmassiges Tetraeder).
In Wasser lost sich der Korper sehr leicht, die Losung
wird von Eisenchlorid rein schwarz gefiiflt, von Eisenoxydulsalzen nicht verandert. Die dunkle Eisenverbindung wird von Aetzkalilauge b r a u n gefarbt. Aetzammoniak bringt an den Ibystallen erst allmalig eine gelbliche Fiirbung zu Wege, die fixen Alkalien farben sie
rothbraun, Kalkmilch r o s e n f a r b e n , n i c h t v o r h e r
g r ii n. f i r e Au0osung reducirt Quecksilberoxyd nicht,
Bilbcrsalze nur laiigsam; essigsaures Kupferoxyd bewirkt
156
Hen+,
darin nicht einnial eine Farbenveriinderung (nur bei Gegenwart von Brenzol sah ich braunliche Farbung), und
auf Zusatz von Aetzammoniak bat erst nach e i n i g e n
Tagen schwarze Fiillung ein. Endlich rothen sie Lackmus nicht.
Nach cliesen Kennzeichen iiberlasse ich es Mlinnern
von Fach, ob sie meinenliorper f* identisch mit Brenzkatechin, oder fur etwas Neues halten werden. Dass im
rohen afrikanischen Kin0 Katechin und Brenzkatechin
nicht enthalten sind, behaupte icli noch trotz jenes Productes; wclches auch mir die Behandlung der Rleiverbindung mit HS ergab, denn ich habe schon friiher darauf aufmerksam gemacht, dass HS die Kinokiirper theilweise verandert. Aus dem Pulver meines Kino zog Aether
eben kein Brenzkatechin aus, und gegen das Vorkornmen
von Katechin in demselben habe ich schon Archiv S. 152
(gegen A. W. B u c h n e r ) protestirt.
Hr. W i g g e r s ist ferner der Meinung, die Reaction
meiner, d.h. der gewohnlichen aus dem Kin0 gewonnenen Gerbsaure konne auch von Gallussaure herriihren.
Wann in aller Welt aber hat man mit Gallussaure einen
tiefilauen Niederschlag durch Eisenoxydsalze erhaltcn,
ohne Filrbung der uberstehendcn Flussigkeit? Ich habe
ja selbst angegeben, dass neben dem Gerbstoff schon im
kauflichen Kin0 etwas Gallussaure vorkomme, aber das
sind nur Spuren und auf dem Wege, wie ich das Tannin abgeschieden habe, keineswegs zu erhalten.
Weiterhin nennt Herr W i g ge r s das analytische
Resultat, wie ich es von der Gerbsiiure des Kin0 vorgelegt habe, insicher; allerdings habe ich die Procente
des Kohlenstoffs und Wasserstoffs nicht bis auf die Decimalen genau wie B e r z el i u s mit dem Galrapfelgerbstoff
gewonnen; aber man vergleiche damit andere Analysen
von ,,neuenU Gerbsauren, welche ungeachtet vie1 grosserer Fehler in den Ganzen ohne Weiteres fiir baare
Miinze hingenommen werden ; besser hatte mir gefallen,
man hatte meine Zahlen wenigstens treu referirt und
Natuv der Gevbs&ive im Kiuo.
157
nicht 9 Mischungsgewichte Sauerstoff statt dcr von mir
bestiiiimten 8 (= Berzelius) drucken lassen. Und wie
kommt es, dass Hr. W i g g e r s zu seiner Zeit Gerding's
Bericht so mild beurtheilt hat, bei welchem er sich bloss
wundert, nicht einmal eine Bestimmung der Siittigungscapacifat seiner ,Kinogerbsaureu zu finden? Unterdess
wird der mit Berzelius' Analyse des gerbsauren Bleioxyds so genau ubereinstiminenden Procente, welche ich
durch viele Versuche gleich erhalten habe (Archiv, S.146)
mit keiner Sylbe erwahnt!
Hicrauf hat Herr W i g g e r s angegeben, ich habe
meine Kinosaure an Bleioxyd gebunden dargestellt, indeni
ich ,eine Losung von Kino in Wasser mit Bleioxydhydrat
zweiiiial nach einander bis fast BUT Entfarbung geschuttelt, den ersten Absatz entfeint und den zweiten zur
Eleiiieiituranalyse gewahlt habe". Hatte ich so verfahren
wollen, so wurde ich allerdings nur eine unreinc Verbindung bckoinmen haben. Meine Angab; lautete aber
(Archiv, S. 147) also: ,,Man wahle den Niedcrschlag,
welcher entsteht, wenn man PbO, HO auf die oben (S. 146)
erorterte Weise z u d e m v o m s p o n t a n e n A b s a t z e
a b g e h o b e n e n w a s s e r i g e n A u s z u g e bis nahe zur
Entfgrbung hinzusetztu. Ich musste besonders hervorheben, man solle den s p o n t a n e n Absatz, namlich das
gelbliche, meist aus Pectin bestehende Pulver vorher cntfernea, welches inirner entsteht, wenn man den wlsserigen Auszug des afrikanischen Kinos unter Luftabschluss
mehrere Tage lang ruhig in der Kalte stehen lasst. Nichts
desto weniger zeiht der Hr. Ref. die von niir fur die
Kinosiiure aufgestellte Formel der Unwahrscheinlichkeit,
namlich dem ,Aussehenu nach; die Griinde bleibt er uns
schuldig.
Wer hat sich demnach ,,undeutlich und unvollkommenu ausgedruckt, ich oder der Herr Referent? Ich bin
mir wenigstens nicht bewusst, ihm dazu Veranlassung
gegeben zu haben, bin aber zu jeder Auscinandersetzung,
wo ich noch dunkel erscheinen sollte, erbotig.
158
Hemaig,
Im folgenden Jahresberichte wundert sich Hr. W i g g e r s daruber, dass ich im Kino nur 3 Proc. Gerbsaure
enthalten annehme, weil ich nicht mehr gefunden; es
kann sein, dass noch ein oder das andere Procent von
der Kinosaure unzertrennlich festgehalten wird, aber wie
wenig freier Gerbstoff dem K i n 0 innewohnen werde, ist
schon aus der Menge abzunehmen, welche man von demselben einnehmon muss, um Gallus- und Brenzgdlussaure
im Urin wieder zu finden (vergl. Archiv, S. 160), verglichen mit dem Tannin im reinen Zustande (S. 156),
ferner noch aus dem geringen Ertrage der trocknen Dcstillation des Kin0 an Pyrogallussaure.
Zuletzt werden meine Versuche mit dcm Sublimate
des aus dem Kino isolirten Gerbstoffs folgendermaassen
wiederholt: ,,Hennig konnte damit nur Reactionen mit
KaO, CaO und E i s e n o x y d s a l z *) irn Kleinen anstellen,
die daher und wegen des Gehalts an Kinosaure undeutlich ausfielen; aber dennoch erklart er das Sublimat fiir
Brenzgallussiiure. . . . Durch solchc Versuche kann ninn
mi keinen klaren Ansichten gclangen.u Es ist wahr, dass
ich damals nur cine schwache Reaction der Brahzsaure
mit Kali und Kalkmilch, spiiter auch mit schwefelsaurem
E i s e n o x y d u 1, aber dennoch eine deutliche erhielt ;
grosse Mengen Gerbsaure aus dein Tannin Zuni Behufe
dieser Probe darzustellen, ist niclit thunlich, weil dann
zu vie1 Kinosaure (Kinoroth) in den Auszug iibergeht ich habe darum splter mehrere kleine Portionen sammeln
mussen. Nirgends aber hnbe ich behauptet, ,,clas krystallinische Sublimat meines Tannins habe wcgen eines
Q e h a l t s a n K i n 0 s i i u r e die Reactionen undeutlioh
*) Leider findc ich auch im Teste (Archiv, Bd. 127. S. 261)
,,Eisenoxydsalzc' statt Ei sen ox y duls (I1 z e gesetzt: von einem
Manne wie Wiggers abcr durfte erwartet werden, dass cr
diesen offenbaren Druckfehler niclit wicder abschrieb. Ebemo
ist einige Zeilen weitcr durch Veraehen dcs Correctors das
sinnentstellende ,,und dem Kino' f i i au8 dern K i n o stehen
gebliebcn !
gemacht". Von der Kinosaure, welche, wie oben zu lesen,
bei angewandter Vorsicht wohl tbzulalten ist, in den
gerbstoffhaltigenAuszug mit uberzugehen, die jedoch meine
ersten Proben noch etwas triibte, geht nichts in das Sublimat hinuber, es sei denn, dass das fragliche ,BrenzkatcchinU daher seinen Ursprung vcrdnnke ; von letzterem
war jedoch im damaligen Sublimate noch keine Spur;
auch konnte die Wenigkeit von Kinosaure, welche mein
Tannin in jencm Falle noch fArbte, nur die q u a n t i t n t i v e Ausbeute an Brenzsaure beeintrachtigen, die Reactionen derselben jedoch nimmermehr ,undeutlich machen.
Zum Schluss will ich erwiihnen, dass Herr Dr. W.
b o p die Gute hatte, cine Portion meines Gerbstoffes
rnit schwefligsaurem Ammoniak zu behandeln. Zu diesem Ende wurde eine aus dem Kino gewonnene, unter der
Luftpumpe eingeengte wiisserige Tanninlosung , welche
nnr gelblich (von einer Spur Ulminsiiure durch nachhcrigen Luftzutritt) gefArbt und frei von Bleioxyd, Kalk
und Oxalsaure war, auch m i t Brecliweinsteinliisung
ei'ne milchige T r u b u n g gab, mit etwa der 20fachen
Menge schwefligsaurer Ammoniakflussigkeit kalt vermengt,
erwsrmt und auf flachem Tcller rasch abgedampft. Dabei fand keine Braunung der Mischung statt; es entwickelte
sich sofort Ammoniak, nach dessen Vcrjagung ein Brei
von farblosen Krystallnadeln znruckblieb, welche sich in
der Kiilte noch vermehrten. Doch war ihre Anzahl niclit
gross genug, um zu eincr Elementarnnalyse benutzt werden zu kiinnen, welche doch minclestens aus zwei V c p
suchen bestehen musste. Nein Freund gedenkt jedbcli
grossere Mengen zu gewinnen und wird die Ergcbuisse
zu seinerzeit denen anreillen, welche zu den ihn gegenwiirtig beschiiftigenden Gerbstoffen und ihren Zersetzunxaproducten gehoren.
Leipzig, am 9. November 1855.
Документ
Категория
Без категории
Просмотров
2
Размер файла
474 Кб
Теги
nature, ueber, die, der, kino, gerbsure, schlussbemerkungen
1/--страниц
Пожаловаться на содержимое документа