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Thermoanalytische und IR-spektroskopische Untersuchungen an Mentholen 2. Mitt

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307174
5 39
Untersuchungen an Mentholen
Benzofiuo [3,2-b] [I]-chromon(7)
Aus (6c) nach AAV 3. Gelbliche Kristalle, nach Sublimation Schmp. 192 - 192,5' (Athanol).
Ausb.: 54 % d. Th.
CI5H8O3 (236,2) Gef.: MoL-M. 252 (ms)
IR (KBr): 1675 (CO), 1610,1598 (C=C)
NMR (CDC13): m 8,25 - 8,45 (1 arom. H), m 7,75
( 6 arom. H)
UV (konz. HzS04): 362 (4,54)
-
7,95 ( 1 arom. H), m 7,17
-
7,70
Benzothieno [3,2-b] [I]-chromon(10)
Aus (9b) nach AAV 3. Braunliche Nadeln, Schmp. 205 - 206' (Xthanol). Ausb.: 5 4 % d. Th.
CISH8OzS (252,3) Gef.: MoLM. 252 (ms)
IR (KBr): 1630 (CO), 1610, 1600, 1590 (C=C)
NMR (CDCI,): m 8,21 - 8,41 (1 arom. H), m 7,27
UV (konz. HzSO4): 355 (4,38), 407 ( 3 3 7 )
-
8,17 (7 arom. H)
Anschrift: Dr. K. Gorlitzer, 1 Berlin 33, Konigin-Luise-Str. 2/4
[Ph 3571
M. Kuhnert-Brandst2tter und R. Ulmer
Thermoanalytische und 1R-spektroskopischeUntersuchungen an Mentholen
2. Mitt.
Aus dem Institut fiir Pharmakognosie der Universitat Innsbruck
(Eingegangen am 27. September 1973)
In den Zweistoffsystemen (+)-Menthol : (?)-Isomentho1 (A) und (-)-Menthol : (*)-Isomentho1
(B) treten stabilisierte Zwischenphasen von Mischkristallen auf, welche die gleiche Kristallphase
darstellen wie (-)-Menthol I1 bzw. (?)-Menthol 11. In A ist diese Phase zwischen 6 und 57 %
(?)-Isomentho1 stabilisiert, in B zwischen 14 und 4 8 %.
Die IR-Spektren der drei Menthole zeigen Unterschiede, wovon besonders der Bereich um
1300 und um 1200 cm-' charakteristische Banden liefert, die zur Unterscheidung von reinem
(*)-Menthol und mit. (*)-Isomentho1 verunreinigtem (?)-Menthol dienen konnen.
Sowohl die Differential Scanning Calorimetry a l s auch die Thermomikroskopie sind in der
Lage, die im DAB, in der USP und BP vorgeschriebene Reinheitspriifung f i r (&)-Mentholzu ersetZen, wobei der Substanzverbrauch von 10 g auf 3 mg reduziert wird.
Thermal Analytical and i.r.Spectroscopic Investigations on Menthols
In the binary system (+)-menthol : (*)-isomentho1 (A) and (-)-menthol : (*)-isomentho1 (B)
stabilized intermediate phases of mixed crystals appear, which represent the same crystal phase
540
Kuhnert-Brandstatter und Ulmer
Arch. Pharmaz.
as (->menthol I1 or (+)-menthol 11. In A this phase is stabilized between 6 and 57 % (*)-isomenthol, in B between 14 and 48 %.
The i.r. spectra of the three menthols show differences, in particular the range of 1300 and
1200 cm-' gives characteristic bands, which may serve to distinguish between pure (?)-menthol
and (+)-menthol polluted with (+)-isomenthol.
Both differential scanning calorimetty and therrnomicroscopy are able to replace the purity
testing prescribed in DAB, USP and BP for (+)menthol, whereby the consumption of substance
is reduced from 10 g to 3 mg.
1. Zweistoffsystem (+)-Menthol:(+)-Isomentho1
Ebenso wie im System (-)-Menthol : (+)-Menthol') wird auch bei (+)-Menthol :
(+)-1somenthol eine stabilisierte Zwischenphase gebildet. Dieses Zweistoffsystem
wurde bereits friiher thermoanalytisch untersucht, ohne dai3 jedoch die Zwischenphase erkannt wurde. In Abb. 1 wird das Schmelzdiagramm nach den Werten von
Huggett') wiedergegeben. Der vom (+)-Isomentho1ausgehende Kurvenast weist eine
beachtliche Inflexion auf, die der Autor offenbar nicht erwahnenswert fand. Sie
zeigt aber an, d& eine Diskontinuitat vorliegt. Im Zusammenhang mit dem ,,doppelten Erstarrungspunkt" des (*)-Menthols haben Bohme ~ . a . das
~ ) Erstarrungsdiagramm bis zu einem Gehalt von 40 % (+)-Isomenthol, sowie Neudert und Huber4)
bis zu 30 % bestimmt. Dieser Teil des Diagramms weist ein kontinuierliches Ansteigen des Erstarrungspunktes auf, so dai3 der Knick, der in der anderen Halfte des Diagramms liegt, nicht registriert wurde. Eigene Untersuchungen ergaben, dai3 an dem
System drei verschiedene Kristallphasen beteiligt sind. Eine von (_+)-MentholI1 ausgehende Mischkristallreihe ist zwischen 6 und 57 % (+)-Isomentho1 stabilisiert (Abb.
2a).
Thermomikroskopische Untersuchungen
Allein das Kontaktpraparat ermoglicht bereits die Erfassung der Phasenbeziehungen
dieses Systems. Lafit man von (+)-Isomentho1 aus langsam auskristallisieren, so induziert sich in der Kontaktzone an der Kristallfront des Isomenthols die Mod. I1 des
(+)-Menthols, die bis zum Deckglasrand durchwachst. Erwarmen zeigt bei 28" das
Schmelzen dieser Modifikation im reinen (+)-Menthol, wahrend in der Kontaktzone
ein Streifen der Mischkristalle erhalten bleibt, der der Zwischenphase entspricht.
Erst bei 35,S" losen sich diese Kristalle vollstandig auf, nachdem kurz vorher ein
schwach ausgepragtes Eutektikum zwischen den Kristallen des Isomenthols und dieser Phase aufgetreten war. Die Temperaturdifferenz zwischen diesem Eutektikum
und dem Schmelzpunkt der Zwischenphase betragt nur etwa 0,2" und ist nur inso1
2
3
4
M. Kuhnert-Brandstatter, R. Ulmer und L. Langhammer, Arch.PhaImaz. 307,497 (1974).
W.E. Huggett, Quart.J.Pharm.Pharmaco1.15, 218 (1942).
H. Bohme, K. van Emster und M. Warmbier, Arch.Pharmaz. 293, 226 (1960).
W. Neudert und J . Huber, Arch. Pharmaz. 307, 497 (1974).
307174
541
Untersuchungen an Mentholen
Abb. 1: Schmelzdiagramm (+)-Menthol : (*)-Isomentho1 (nach Huggett rekonstruiert)
0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100
Gew % I+l-Isomenthol---,
I
Abb. 2a: Schmelzdiagramm (+)-Menthol : (*)-Isomentho1
1
0
a’
I
I
10 20
I
l
.. .
f
1
L
I
I
30 40 50 60 70 60 90
0
Gew 36 I+_i-Isomentho[-
bl
Abb. 2b: Schema d a m
it1-Menthol
Konz.
121-Isomenthol
fern von Bedeutung, als damit bestatigt wird, d& die Zwischenphase ein Schmelzpunktmaximum durchlauft. Ul3t man ein Kontaktpraparat, das (+)-Menthol I1 enthalt, mehrere Stunden liegen, so wandelt sich Mod. I1 bis zu dem Eutektikum um,
das von der Zwischenphase und (?)-Menthoj I gebildet wird (E, auf Abb. 2a). In
diesem Praparat sind nun die drei Mischkristallphasen prasent.
Die Schmelzpunkte der Gemische wurden wie ublich an Kristallfilmen bestimmt
(Tabelle 1). Im Gegensatz zum (+)-Menthol konnte bei (+)-Isomentho1 keine instabile Modifikation gefunden werden. Umlagerungserscheinungen beim Erhitzen von
Kristallfilmen des reinen (+)-Isomenthols und der isomentholreichen Gemische erwiesen sich als Kornvergroberung ohne Phasenwechsel.
xhnlich wie beim System (-)-Menthol : (+)-Menthol erweist sich die Zwischenphase auch hier
wieder als dominant, so d B die vom (+)-Isomentho1 ausgehende Mischkristallreihe nicht iiber
das Eutektikum hinaus verfolgt werden kann. Die Impfverwandtschaft zwischen den beiden
Kristallphasen macht es unmoglich, so weit in das instabile Gebiet vorzudringen, dal3 etwas iiber
eine eventuelle korrespondierqnde Form bei (*)-Menthol ausgesagt werden konnte.
5 42
Ku h nert-Brandstat ter und Ulmer
Arch. Pharmaz.
Tabelle 1 :
~~
Gew. %
(+)-Isomentho1 (&)-MentholI
0
2s
5
10
20
30
40
50
60
70
80
90
100
34
32,s
31
Schmelzpunkt OC
(*)-Menthol I1 (+)-Isomentho1
28
29
29,s
31
33
34,s
35
35,s
35
31
41
45
49
53
El = 30°; E2 = 35’
Wie bereits in der 1. Mitt.” berichtet wurde, zeigt Mod. I1 des (+)-Menthols bessere Kristallisationseigenschaften als Mod. I; sie ist beim Kristallisieren aus der Schmelze die bevonugte Kristallform. Durch ihre Beteiligung an der stabilisierten Zwischenphase wud sie auch bei Konzentrationen, die diesseits des Eutektikums liegen, relativ stabilisiert, so daf3 bei der Aufnahme des
Erstarr~ngsdiagramrns~)~)
schon ab 2 % bzw. 3 % kein doppelter Exstarrungspunkt mehm feststellbar ist. Erstarrungsdiagramm und Schmelzdiagramm stimmen daher in diesem Bereich
nicht iiberein. Das Maximum der Zwischenphase entspricht dem Molverhiiltnis 1 : 1.
In dem Diagramm der Abb. 2a wurde auf die Eintragung der Soliduskurven, die dem
Schmelzbeginn entsprechen, verzichtet, da sie experimentell schwer zu erfassen sind.
Um den Typ des Schmelzdiagramms leichter verstandlich zu machen, wurde in Abb.
2b ein Schema dargestellt, in dem auch die Soliduskurveneingezeichnet sind, so dai3
auch die beiden Mischungsliicken der Mischkristallbildung L1 und L2 aufscheinen.
Differential Scanning Calorimeter-Analyse
Da bis heute kaum Schmelzdiagramme organischer Verbindungen, die Mischkristallbildung aufweisen, differential-thermoanalytisch untersucht wurden, mufiten wir
beziiglich des Verhaltens von Mischkristallen im DSC unsere eigenen Erfahrungen
machen. Wahrend die Ergebnisse beim System (-)-Menthol : (+)-Menthol durchwegs
mit den thermomikroskopischen ubereinstimmten, machte uns das Auftreten von
zwei Peaks beim Gemisch mit 80 % (+)-Isomentho1 (Abb. 3a) zunachst Schwierigkeiten, da nach mikroskopischen Untersuchungen nur eine Kristallphase vorliegen
soll. Anderseits scheint es denkbar, dal3 u.U. fur die Soliduskurve und fur die Liqui-
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543
Untersuchungen an Mentholen
duskurve je ein getrennter Peak auftritt. Um generell abzuklaren, wie Thermogramme
von Mischkristallphasen aussehen konnen, haben wir bereits bekannte einphasige
Schmelzdiagramme kontrolliert und dabei festgestellt, da13 Thermogramme von
Mischkristallen in Abhangigkeit von den Erstarrungsverhaltnissenbzw. dem Schmelzinterval1 zwischen Solidus- und Liquiduspunkt einen einzigen Peak mit mehr oder
weniger steilem Anstieg, einen Buckel kombiniert mit einem Peak und zwei Peaks
aufweisen konnen, ohne dal3 zwei Kristallphasen beteiligt sind. Da sich Mischkristalle
organischer Substanzen aus der Schmelze in der Regel nicht homogen abscheiden'),
mu6 auch der Schmelzvorgang mehr oder weniger diskontinuierlich verlaufen. Als
weiteren Beweis fur die Annahme, d& beide Peaks im Falle des 80 70 (2)-IsomentholMischkristalls Schmelzbeginn und Schmelzende und nicht Polymorphie bedeuten,
kann die Energiebilanz des Erstarrungs- und des Schmelzvorganges herangezogen
werden. Beim Erstarren tritt nur ein exothexmer Peak auf, dem bei neuerlichem
Erwarmen die zwei endothermen gegenuberstehen. Die beirn Erstarren frei werdende
Energie ist der beim Schmelzen verbrauchten gleich. Die Gemische mit 10-50 %
(5)-Isomenthol, welche die Zwischenphase darstellen, weisen nur einen schlanken
Schmelzpeak auf. In Abb. 3b ist als Beispiel das Thermogramm des 50 96 Gemisches
wiedergegeben. Der Vermerk (2x) bei den Thermogrammen bedeutet, daO es sich
um die wiedererstarrte Schmelze handelt.
b
Abb. 3: DSC-Thermogramme
(*)-Menthol : (*)-Isomentho1
a) 80 0'7 Isomenthol(2 x);
b) 50 % Isomenthol (2 x)
5
J
300
310
..'K
290
R. Vogel, Heterogene Gleichgewichte, Akademische Verlagsges., Leipzig, 1959.
300 "K
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Kuhnert-Brandstattr und Ulmer
Arch. Pharmaz.
2. Zweistoffsystem (-)-Menthol :(+)-Isomentho1
In diesem System liegen analoge Verhaltnisse vor wie im System (-+)-Menthol: (5)Isomenthol. Eine vom (-)-Menthol I1 ausgehende Mischkristallreihe, die ein Maximum durchlauft, ist in einem bestimmten Konzentrationsbereich stabilisiert.
Thermomikroskopische Untersuchung
Im Kontaktpraparat entsteht beim raschen Abkuhlen in der Schmelze des (-)-Menthols primar Mod. IV, die nach kurzer Zeit zu Mod. I11 umgewandelt wird. (k)-Isomenthol erstarrt zu Spharolithen der einzigen bekannten Kristallform. In der Kontaktzone bildet sich ein Streifen der Zwischenphase, von dem ausgehend Mod. I11
des (-)-Menthols zu Mod. I1 umgewandelt wird. Spontan oder durch Impfen erzeugte Mod. I des (-)-Menthols vermag die Zwischenphase nicht umzuwandeln.
Beim Erwarmen des Praparats schmilzt zuerst das Eutektikum der Mischkristalle von
(+)-Isomentho1und der stabilisierten Zwischenphase, die Zwischenphase lost sich
bei weiterem Erwarmen zunehmend auf, bis sich schliefilich das kaum 0,l" unterhalb des Schmelzpunktes des Maximums liegende Eutektikum gegen (-)-Menthol I
kurz abhebt. Es war schwer zu entscheiden, ob hier ein Eutektikum oder ein Peritektikum vorliegt, da der Kurvenverlauf der Zwischenphase auBergewohnlich flach
ist, doch konnte diese Frage durch DSC-Untersuchungen zugunsten eines Eutektikums entschieden werden. Im Schmelzdiagramm zeigt sich, dal3 die Zwischenphase
von 14 % bis 48 % (+)-Isomentho1 stabil ist (Abb. 4a). Das Maximum liegt bei etwa
20 %, was dem Verhaltnis 1 Mol (-+)-Isomentho1: 4 Moi (-)-Menthol entsprechen
wiirde. Infolge des oben erwiihnten flachen Kurvenverlaufes kann das Molverhaltnis
jedoch nicht mit Sicherzeit angegeben werden. Auch diesem Schmelzdiagramm ist
ein Schema beigegeben (Abb. 4b), das die Lucken zwischen den Mischkristallphasen
aufzeigt.
Differential Scanning Calorimeter-Analyse
Wie im System (+)-Menthol : (+)-Isomentho1 tritt auch hier das Problem der Doppelpeaks bei den Mischkristallen der Isomentholseite auf. Beim 80 % Gemisch ist a d e r
den zwei Peaks noch eine Schulter vorhanden (Abb. 5a), die dem Endschmelzpunkt
entspricht. Die beiden ausgepragten Peaks zeigen den Hauptschmelzvorgang an, der
diskontinuierlich abkuft. Das Verhalten dieser Mischkristalle im DSC ist dazu geeignet, Verwirrung zu stiften. Hingegen sind die Thermogramme im Bereich der Zwischenphase eindeutig. Sie weisen jeweils nur einen schmalen Peak auf, der auf ein
geringes Schmelzintervall schlieaen 1aBt. So kann sich der Schmelzpeak des 40 % Gemisches durchaus mit dem einer Reinsubstanz vergleichen (Abb. Sb).
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Untersuchungen an Mentholen
5 45
E
d
--- -- - --
Jf:p
, t
, x
30
Abb. 4a: Schmelzdiagramm (-)-Mentho1 : (+>Isomentho1
Abb. 4b: Schema dazu
10 20 30 LO 50 60 70 80 90 100
Gew% I+l-Isomenthol-
0
1-1 -Menthol
Konz.
1
.
u
VI
QJ
m
U
Abb. 5: DSC-Thermogramme (-)-Menthol :
(f)-Isomenthol a) 80 % Isomenthol(2 x);
b) 40 % Isomenthol (2 x)
121 Isomenthol
I
300 "K
-
0
300
310 "K
3. IR-spektroskopische Untersuchungen
Die IR-spektroskopische Untersuchung der Menthole bereitet wegen der niedrigen
Schmelzpunkte Schwierigkeiten. Wenn das IR-Gerat schon langere Zeit lauft, so
herrscht in der Umgebung des KBr-PreSlings eine Temperatur von ca. 50". Mit Hilfe
eines Geblases kann man von einem Dewar-GefiiS, das mit fliissigem Stickstoff gefiillt ist, gekuhlte Luft auf das Priiparat blasen. Bringt man die Metallhalterung vor
der Aufnahme einige Zeit in den KiiNschrank, so erreicht der PreSling eine Temperatur von ca. 30".Das reicht gerade aus, um auch (+)-Menthol aufzunehmen. Neben
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Kuhnert-Brandstatter und Ulmer
Arch. Pharmaz.
Tabelle 2 ;
Gew. %
(&)-Isomenthol (-)-Menthol I
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
100
42,5
40
Schmelzpunkt OC
(-)-Menthol I1 (+)-Isomentho1
373
38,3
38,5
38
373
37
38
42
45
47,5
50
53
E l = 38,5O; E2 = 37O
dem Spektrum des (+)-Isomenthols, das keine Schwierigkeiten bereitet, konnten auf
diese Weise (-)-Menthol I und 11, (+)-Menthol I und das Maximum der stabilisierten
Zwischenphase des Systems (+)-Menthol : (+) -1somenthol aufgenommen werden
(Kristallfilme auf KBr-PreBlingen).
Dabei zeigte sich ein interessantes Ergebnis bezuglich der Unterscheidungsmoglichkeit von reinem (+)-Menthol und den mit (+)-Isomentho1 verunreinigten Praparaten. Das Spektrum von (+)-Menthol I weist gegenuber dem des (-)-Menthols I
kleine Unterschiede auf, wohingegen (-)-Menthol I und I1 das gleiche Spektrum
besitzen. Das Spektrum des (2)-Isomenthols unterscheidet sich von den anderen am
starksten (Abb. 6). Die Zwischenphase nun, die der Kristallphase (-)-Menthol I1 =
(?)-Menthol I1 entspricht, bringt aus dieser Verwandtschaft eine charakteristische
Doppelbande bei 1 173/1165 cm-' mit, die beim reinen (+)-Menthol durch eine einfache Bande bei 1168 cm-' ersetzt ist. AuBerdem hat die Zwischenphase zusittzlich
noch eine charakteristische Bande bei 1323 cm-' , die in den Spektren des (-)-Menthols und des (+_)-Isomentholsebenfalls zu finden ist (Tabelle 3). Auf Grund dieser
beiden charakteristischen Banden ist es moglich, reines (+)-Menthol von Praparaten
zu unterscheiden, die mit (+)-Isomentho1 verunreinigt sind. Die Verschiebungen der
OH-Bande zur Unterscheidung heranzuziehen, scheint uns weniger zweckmafiig, da
sie generell sehr breit ist und vermutlich auf Grund der angewendeten Kiihlungsprozedur auch nicht gut reproduzierbar.
4. Diskussion
Wie beim Schmelzdiagramm (-)-Menthol : (+)-Menthol') ist auch an den beiden
Systemen (+)-Menthol : (+)-Isomentho1 und (-)-Menthol : (+)-Isomentho1 das Auftreten von stabilisierten Zwischenphasen besonders bemerkenswert. Werden in den
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htersuchungen an Mentholen
Tabelle 3 :
Charakteristische IR-Absorptionen der Menthole
cm-'
(-)-Menthol I und 11
1173/1165
(*)-Menthol I
1168
(+)-Menthol + 20 % (?)lsomenthol
1173/1165
1323
(*)-Isomentho1
1178
1323
Handelspraparate von (5)Menthol
1173/1165
1323
3500 3300 3100
1400
imml
1323
I
1
1200
1000
1
I
800 cm-'
Abb. 6: IR-Spektren der Mentho1e.A: (-)-Menthol I und 11; B: (*)-Menthol I; C: (*)-Menthol
mit 20 % (2)-Isomenthol; D: (f)-Isomenthol
beiden Diagrammen die Schmelzkurven der Zwischenphasen in Richtung Isomentho1 extrapoliert (Abb. 2a, 4a), so kommt man in beiden Fallen auf ca. 30". Das
1ai3t auf die Existenz einer instabilen Phase bei Isomenthol schliefien, deren Schmelzpunkt bei ca. 30" liegt und die bisher nicht realisiert werden konnte. Demnach
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Kuhnert-Brandstatter und Ulmer
Arch. Pharmaz.
m a t e es heifien (-)-Menthol I1 = (+)-Menthol I1 = (+)-Isomentho1 11. Diese drei
Kristallphasen sind isomorph. Es besteht kein Zweifel, da13 die beiden Zweistoffsysteme isotrimorph sind, d.h., auf Uberschneidung von drei isomorphen Mischkristallreihen beruhen, wobei nur die stabilisierte Zwischenphase teilweise in das instabile
Gebiet hinein verfolgt werden kann.
Aus dem Schmelzdiagramm (+)-Menthol : (+)-Isomentho1 ist zu entnehmen, dai3
die Mischkristalle mit 25 % (+)-Isomentho1 den gleichen Schmelzpunkt aufweisen
wie reines (?)-Menthol. Selbst Mischkristalle mit 50 % (+)-Isomenthol, die das Maximum der Zwischenphase darstellen, schmelzen nur um 1,5" hoher als reines (+)-Menthol. Wenn man bedenkt, d& die Schmelzpunktangaben in der Literatur bis 38"
hinaufreichen, so kann man sich ein Bild uber den Wert des Schmelzpunktes zur
Identitatspriifung des (+)-Menthols machen. Diese Oberlegungen waren ja schon vor
langerer Zeit Anlai3 zur Bestimmung des ,,doppelten" Erstarrungspunktes unter Ausnutzung der Dimorphie des (+)-Menthols. Bei der im DAB7, der USP (1970) und der BP
(1968) angegebenen Methode ist der Substanzverbrauch mit 10 g sehr grofi und
zweifellos kann hier die Thermomlkromethode oder die DTA eine wesentliche Substanzeinsparung bringen, da wenige Milligramm ausreichen. Mit dem Differential
Scanning Calorimeter ist die Prufung einfach. Reines (+)-Menthol weist beim ErhitZen der wiedererstarrten Schmelze zwei Peaks auf (Abb. 7a), wobei der niedrigere
dem Schmelzpunkt der Mod. I1 (28") entspricht und der hohere dem der Mod. I
(34"). Beimengungen von (+)-Isomentho1 bringen den zweiten Peak zum Verschwinden. Bei 2,5 5% (+)-Isomentho1 gibt es nur mehr einen Peak bei 29" (Abb. 7b), der
zu der Mischkristallreihe gehort, die ab 6 % (+)-Isomentho1 absolut stabilisiert, bei
geringeren Konzentrationen aber bereits relativ stabilisiert ist.
290
300 "K
290 'K
Abb. 7: DSC-Thermogramme:
a) (*)-Menthol (2 x); b) (+)-Menthol
+ 2,5 % (+)-Isomentho1 (2 x)
30 7/74
549
Untersuchungen an Mentholen
Die Reinheitsprijfung auf dem DSC lautet demnach: (?)-Menthol gibt bei der ersten Bestimmung einen einfachen Peak bei 34 f I", bei der zweiten Bestimmung
(wiedererstarrter Schmelze) einen Peak bei 28 k 1" und einen zweiten bei 34 1".
Da ein DSC meist nur in groBeren Laboratorien zur Verfugung steht, soll auch
ein thermomikroskopischer Test angegeben werden: Einige Kristalle des (?)-Menthols werden zur Herstellung eines Kristallfilms zwischen Objekttrager und Deckglas bei 60" auf der Heizbank (oder einer anderen entsprechenden Warmequelle) geschmolzen. Der Schmelzfdm wird fur zwei bis drei Sekunden auf einen eisgekuhlten
Metallblock aufgelegt. Dabei entstehen feinstrahlige Spharolithe der Mod. 11, die bei
28 f 1" schmelzen. Die Bestimmung wird unter Anwendung polarisierten Lichtes
und mit einem Temperaturanstieg von maximal 2"/min a u s g e f ~ r t Nach
.
vollstandigem Schmelzen wird das gleiche Praparat diesmal fiir zweiMinuten auf den eisgekuhlten Metallblock gebracht. Dabei werden die sofort entstandenen Kristalle der
Mod. I1 ganz oder teilweise zu Mod. I umgewandelt. Die neuerliche Schmelzpunktbestimmung ergibt nun den Schmelzpunkt der Mod. I bei 34 1". Eventuell noch
vorhandene Kristalle der Mod. I1 werden vorher umgewandelt oder schmelzen bei 28
1".
dhnlich wie bei der Methode in den genannten AB konnen Verunreinigungen
mit (+)Isomentho1 ab 3 % erfal3t werden, da bei nicht entsprechenden Praparaten
der Schmelzpunkt nach beiden Bestimmungsarten gleich bleibt. Die Hohe des
Schmelzpunktes ist zufolge Abb. 2a von der Menge der Beimengung abhangig, doch
ist sie in Handelspraparaten meist so gro8, daf3 der konventionelle Schmelzpunkt
des Produktes dem des reinen (*)-Menthols entspricht. Alle von uns untersuchten
Handelsproben lagen zwischen 3 2 und 34", was einer Beimengung von etwa 15-25 %
(*)-Isomentho1 entspricht.
Von einer Diskussion uber die ZweckmaBigkeit, in den Arzneibuchern reines (*)Menthol zu fordern, soll hier Abstand genommen werden. Diesbeziiglich sei auf die
Arbeiten von Bohme ~ . a . j ) verwiesen.
~)
*
*
*
Der Schering AG., Berlin, sind wir fur die uberlassung des reinen (?)-Menthols und des (k)-Isomenthols sehr zu Dank verpflichtet.
6 H. Bohme, K. van Emster und M. Warmbier, Arch.Pharmaz. 293, 238, 711 (1960).
Anschrift: Prof.Dr. M. Kuhnert-Brandstatter, A-6020 Innsbruck, Peter-Mayr-Str. 1
[Ph 3691
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