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Ueber Chinarinden.

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U. Natmgeschichte und Pharma=
kognosie.
Ueber Chinarinden ;
von
J.E. Howard.
Mitgetheilt von H. I(a r B t e n.
-
J. E. H o w a r d , dem wir schon so viele wichtige
Beitrage zur Kenntniss der Cinchonen verdanken, hat
wieder eine Reihe sowohl chemischer ale morphologischer
Untersuchungen uber diese Pflanzengattung angestellt, die
eum Thcil in einer Denkschrift an das Ministerium *),
eum Theil in einem Vortrage auf dem internationalen
Congresse fur Qartner und Botaniker, London 1866, veroffentlicht wurden.
Die erstbezeichnete Schrift giebt die Ergebnisse von
Rindenanalysen verschiedener in Ostindien cultivirten
Arten: der China rubra von Cinckona succirubra Pav.**),
der Ch. colorada d e l Rey von C. officinalis L. vaT. p Condaminea (Bonplandiana?),der feinen Loxa, Cn s c a r i l l a c rep i l l a negrct von C. officinalis vaT. 6 crispa und viertene
der Crsspilla chica von C. Pahudiana Pav. Alle diem
Analysen bestiitigten das schon friiher von H o w a r d gewonnene Resultat, daaa die Rinden der in Indien cultiReport.of an analysis of the fifth remittance of bark from
India 1867.
Alle von P a v o n entdeckten und gesammelten Cinchonen finden sich in charakteristischen Abbildungen und tremichen
Beschreibungen YOU H o w a r d wiedergegeben und veroffentlicht in dessen ,111uetratione o f t h e N u e v a Q u i n o l o g i s
o f Pa v on, 1862, Londonu, begleitet von mueterhaften anatomischen Daretellungen einer Anzahl von Rinden derselben.
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J . E. Howard,
virten Biiume hinsichtlich ihres Qehalts an organischen
Basen durchans nicht hinter den siidamerikanischen ZUruckstehen.
Die beiden letztgenannten cultivirten Rinden enthielten nicht ein volles Procent an Alkaloiden, wahrend die
Casc. colorada del Rey bis 8 Proc. (zum Theil als Sulfat
gewonnen und in Rechnung gesetzt) und die Ch. mbra
bis nahe an 10 Proc. derselben enthielt.
Ein physiologisch sehr interessantes Ergebniss erhielt
H o w a r d durch Vergleich der Analysen verschiedener
Rinden der C. succirubra P., die untcr verschiedenartigen Ernahrungsverhaltnissen gewachsen waren. Es wurden namlich einige StAmnie dieser Species mit Moos urnwickelt und nach 6 Monaten geschalt; andere Stamme
derselben Art, nachdem ihre Rinde geschalt, sogleich wieder mit feuchtem Moos umwickelt, worauf sich die abgeschalte kinde wieder ersetzte. Diese so wiederersetzte
Rinde der C. succirubva P. enthielt nun den angegebenen
hoheren procentischen Gehalt, wahrend die zum ersten
Ma1 geschalte aber 6 Monate unter Moos gehaltene Rinde
9,2 Procent an Alltaloid enthielt und die ohne Moosbedeckung gewachsene kaum 7 Procent derselben ausgab (von denen stets ein Theil als Sulfat in Rechnung
gesetzt wurde). In der 6 Monate unter Moos gehaltenen
Rinde hatte sich eine grossere Menge des gelben, die
Krystallisation der schwefelsanren Alkaloide erschwerenden Farbstoffes gebildet, als in der ohne Moos gewachsenen und als in der unter Moos wiedcrerzeugten Rinde.
Aehnliche Verhaltnisse liess die Cascurilln del Rey erkennen, wenn auch nicht so evident, da der hohere Alkaloidgehalt der unter fiIoos nachgewachsenen irn Vergleich zu
einer nur 2 Monate mit Moos bedeckt gewesenen Rinde
kaum 1 Proc. betrug. Eine zweite Probe der letzteren
Art, die wohl nur kiirzere Zeit unter einer Moosdecke
vegetirte, enthielt freilich nur 4,73 Proc. an Alkaloiden,
wahresd die unter Moos wiedergewachsene Hinde, wie
oben angegeben, 8 Proc. enthielt.
iiber Chinarinden.
93
Vorziiglich interessant ist diese Beobachtung in physiologischer Beziehung, weil die gleichzeitig ongestellte
anatomische Untersuchung der unter Moos wiedererzeugten Rinde das Vorhandensein einer fur diese Rinde ungewohnlich sparlichen Anzahl von Bastfasenellen ergab,
was fur die Richtigkeit der schon fruher von H o w a r d und
dem Referenten (Dessen Gesammelte Reitrage, pag. 296)
vertheidigten Ansicht spricht, dass die Alkaloide nicht in
den Bastfasern, sondern in den Rindenparenchymzellen
enthalten seien *).
In der zweiten Abhandlung gruppirt H o w a r d die
von ihm genauer untersuchten Cinchouen nach ihrer Aehnlichlreit in morphologischer, anatomischer und chemischer
Beziehung urn ihre typischen Grundformen. Derselbe
geht von der Ansicht aus, dass diese letzteren, wenn
such nahe verwandt, nicht jedoch etwa unmerklich in
einander ubergehen, viefmehr wohl zu charakterisirende
gute Arten darstellen. Die von E n d l i c h e r als Quinquinn und Cascarilla bezeichneten Untergrtttungen werden durch einige Arten insofern vereinigt, als bei ihnen
einerseits (der C. heterocarpa Kurst., C. lzicumaefoliu Pav.,
C. itirsuta Pav.) die beiden verschiedenen Oeffnungsweisen
dieser beiden - von vielen Systematikern als Gattungen
betrachteten
Formenkreise vorkommen **), andererseits
-
*) W i g a n d’s Beobachtung, dass die dickwandigen Dastzellen
Farbstoffe und Alkaloide anziehen und in ihrer Wandung
zuriickhalten, belehrt uns iiber die physikalische Eigenschaft
der todten Pflanzenmembran, nicht aber iiber die Function
der noch assimilirenden Zelle. Mit diescr organisirten Membran diirfen wir uns die pbysikalischen Kriifte nicht in so
ungehinderter Wechselwirkung denken, wie mit einer zwar
organischen aber todten Haut, was zum Nachtbeile der Wissenscbaft durch die heutige Schule geschieht. Diese Anschauungsweise laest es ausser Acht, dass der lebenden Pflanze
gerade die Eigenschaft zukommt, his zu einem gewissen Grade
den phpsikalischen Kraften einen auffallenden Wideratand entgegenzusetzen.
**) K a r s t e n , Flora Columhiae, pag. 12.
94
2.E. Howard,
eine betrischtliche Anzahl von Quinquina sich hinsichtlich
ihrer chemischen als auch ihrer anatomischen Eigenschaften wie Cascan‘lla verhalten, einige dieser letzteren dagegen sich jenen in dieser Beziehung nahern.
I. Die medicinisch wichtigste und werthvollste aller Cinchonen, die C. Calisaya Wedd. Bolivia’s, wahlt H o w a r d
wegen ihrer das Chinin in grijsster Reinheit enthaltenden Rinde *) (Colt Calisaya amarilla) zum Ausgangspuncte seiner Betrachtungen. Von dieser Rinde kommen
mehrere Variationen in den Handel: die Cort. Calisaya
morada, die Calisaya blanca, C. verde vel alta, C. narranjada jina, C. Zambita, die wohl von Varietaten der Cinchona Calisaya abstsmmen, deren Beschreibung wir nach
H o w a r d ’ s Andeutung nachstens von W c d d e l l zu erwarten haben, nach dessen Angabe die C. Calisaya morada von der Cinch. Calisuya var. Boliviana abstammt.
In Ostindien gedieh die C. Culisaya nicht so gut,
wie die iibrigen Cinchonen und ist H o w a r d der Ansicht,
dass derselben dort entweder ihr von Mr. M a r k h a m in
Bolivia beobachteter Standort, d. h. ein feuchter schattiger Abhang, nicht viillig zu Theil wurde oder weil dort
von den verschiedenen Varietaten eine Chinin - arrnere
angepflanzt wurde, z . B . die var. verde, die von einem
sehr hohen, dicken Baume abstammt, der von allen Varietaten der Calisaya den tiefstgelegenen Standort einnimmt, deren Blltter stets hellgrun, nie gerothet sind,
welche Eigenschaft ihr den Namen gab. Von dieser Art
kommen Stamme vor, die 6-7 Ctr. Rinde geben, was
an eine Angabe G i r o n d’a’s erinnert, dass in der Provinz Muiiecas von einem einzigen Baume 10 Ctr. Stammrinde (tabla)gesammelt wurden; 80 wie Ref. bei Caqueza**)
*) Sie giebt durchschnittlich 5 Proc. Chinin. sulph., ‘zuweilen 7
bis 8 Procent.
**) am Flusse Caqueza, nicht Caqueta, wie die Rinde im englilichen Handel heisst, dessen Quellen westwiirts von Paeto
entspringen und, so vie1 mir bekannf in den benachbarten
Waldern keine brauchbaren Cinchonen beherbergen. Ref.
Uber Chinarinden.
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in der Nahe Bogota’s einen solchen selten vorkommenden
Riesen der C.lancifolia Mut. fand, welcher 10 Ctr. trockner Rinde lieferte.
11. Die L o x a-Rinden (Kronrinden der Englander)
leitet H o w a r d von der C. ofjcinalis L. (C. Condaminea
Hmb. Bpl. zum Theil) und ihren Varietiiten ab, deren
typische von C o n d a m i n e als Quinquina beschriebene
Form bei Uritusinga in der Nahe YOU Loxa wiichst.
H o w a r d erzog diese Rinde in seinem Treibhause und
von hier wurde sie nach Ostindien verpflanzt. Die Rinde
der in H o w q r d’s Cinchonenhause gewachsenen C. o f j cinalis a Uritusinga enthielt nach dessen Analyse (ahnlich den bei Loxa gewachsenen tleichaltrigen Rinden,
fast 3 Proc. organiacher Basen. Als zweite Varietlt dieser Art bezeichnet H o w a r d die C. officinalis p Condaminea (C. Qiahuarguera Paw.). Dieselbe liefert die russbraune Kronrinde (misty crown bark)‘ P e r e i r a ’ s und des
englischen Handels.
Die dritte Varietat, die C. officinalis y Bonplandinna
liefert in einer rothen Variation die von den Spaniern
colorado del Rey genannte Rindensorte, sie wurde in Ostindien angepflanzt und die dort gewachsene Rinde lieferte das oben angegebene Resultat. Eine gelbe Spielart
dieser Varietat liefert nach H o w a r d’s Ansicht die amam’lla del Rey der Spanier, eine fiir die Chininfabrikation
wegen der Reinheit des in ihr enthaltenen Alkaloids sehr
schgtzbare Rinde. Beide Variationen wachsen neben einander in den Schluchten Cajanuma’s nahe bei Loja und
ihre Rinden kommen seit C o n d a m i n e ’ s Zeit und zwar
meistens mit einander vermengt, in den Handel.
,
Eine vierte Varietlit ist dfe C. officinalis 6 crispa
(C.crispa Taf.), welche die Casc. crespilla negra vel carrrasqueiia der alteren Pharmakognosten, die Casc. fina de
Loxa des heutigen Han’dels liefert. Sie wird in Ostindien
auf den rauheaten und hochsten Gipfeln der Neilgherries,
so wie auch auf Ceylon gebaut, ihre Rinde enthalt aber,
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J. E. Howard,
wie oben (Pag. 92) angegeben, nur geringe Mengen von
Alkaloiden.
III. Rinden von H u a n u c o braune Rinden, Gray
barks, deren haufigste Handelssorten von der C. micrantha
Ruiz et Pav. *), der C. nitida Ruiz et Pav., der C. glandulifera €2. et Pav. abstammen und deren vorziiglichste, die
von den Spaniern yata del Gallinazo genannte, von der
C. Peruvianu How. gewonnen wird. Wegen der Vorziiglichkeit der Pata del Gallinazo **) mochte H o w a r d dieselbe als Grundform aller Huanuco - Rinden betrachten,
zu denen auch die beiden zuerst von P o p p i g beschriebenen ***) dunkleren und helleren Sorten gehoren: die
Casc. negrilla und die Casc. provinciuna negrilla, von der
C. glandulifera und von einer Varietat derselben, welche
H ow a r d Reicheliancr nannte, abstammend.
IV. Cuenca-Rinden. Meistens armliche, unwiclitigo
Rinden, leitet H o w a r d ab von C. macrocalyx Pav., C.
lucumaefolia Pav., C. glabra R. (lanceolata R. et P.), C.
stupea P., C. heterophylla R. et P. Die bekanntesten Handelssorten ails dieser Gegend sirid die crespilla de Cuenca
und amarilla de Loxa und eine kurzlich in grosserer
Menge in den Handel gebrachte, an Chinin nicht ganz
arme Rinde von C. Palton Pav. Aus demselben District
wird kurzlich unter der Bezeichnung Guayaquil eine fast
unbrauchbare Rinde eingefuhrt, die wahrscheinlich von
der C. rugosa Pav. abstammt.
Es ist dies die unbekannteste Cinchonenregion, die,
wie ganz Peru, der erneuten Durchforschung ron einem
unterrichteten Botaniker recht sehr bedarf.
V. C h i c o p l a y a . T a f a l l a sammelte hier von einer
ihm der C. Calisaya ahnlich erscheinenden Cinchona fur
R u i z und P a v o n eine dicke gelbe Chinarinde, welche
,
*) nicht micrantha Wedd., welche nach H o w a r d eine Varietiit
der C. Cdisaya sein diirfte.
”) Wegen der Aehnlichkeit der Borke mit der Haut des Geyerfusses so genannt.
***) Pharm. Centralbl. 1835.
iLber Chinarinden.
97
diese Botaniker wegen ihrer Borkenschuppen anfangs
gleichfalls Calisa9a nannten, spater jedoch (Quinologia,
Supplem.) mit der Rinde der C. lancifolia von Bogota
verglichen und die von R u i z schon C. glabra genannte
Mutterpflanze deshalb C. lanceolata nannten.
H o w a r d fand diese Rinde in anatomischer Beeiehung iibereinstimmend mit eine'r ihrer Abstammung nach
bis jetet noch unbekannten Calisaya-Varietiit und die von
Taf a l l a gesammelten bluhenden Zweige dieses Baumes
fand er identisch mit der C. officinalis vap. Bonplandiano
a lutea, von welchen, wie gesagt, die Cascarilla a m a d b
del Rey abstammt. Auch die C. glandulifera R. et P.
scheint beiChicoploya zu waohsen, da auch von dort die
oben erwahnte Poppig'sche Casc. negril2a ausgefiihrt wird.
Hierbei bemerkt jedoch How a r d , dass diese Casc. meglzlla - Rinde der Poppig'schen Sammlung vollig iibere,instimme mit einer andern, gleichfalls negrilla genannten
Rinde, die von der C. ndida R. et P. stammt, dass es
ihm scheine, als sei eineverwirrung unter den vonPopp i g gesammelten Rinden vorgekommen und dass die
Rinde der eigentlichen C. glundudifera vielleicht noch
nioht bekannt sei. Nach Pavon's Angabe kommt die
CMC.negn'lla, die dunkle Jaen des deutschen Handels,
von seiner C. villosa.
VI. J a e n - und Cusco-Rinden, wie vorige nutaloae
Cinchonin und Aricin (Paricin) enthaltende Rinden, stammen nach H o w a r d ab von der C. Pelleteriana Wedd.,
C! lutea Pav. (helle Jaen des deutschen Handels), C. decurrentifolia P., C, villosa R. et P. und eine Varietilt oliovatu der C. pallescens R. (C. ovata R. et P.), welche let5
tere die Casc. pata de Gallereta liefert und ganzlich verschieden ist von der rufineruis und erythroderma, die
W e d d e l fur Varietiiten der C. ov& R. et P. hielt. Von
andern Variettiten der C,pallescena stammen auch Rinden, die ale ,,belle Peru" in den Handel kommen.
VII. Rinden von Ca r a b a y a und H u a nr a 1i e s. Nachdem diese Rinden wahrend einer Periode von fast 50 JahArch. d, Pharm. CLXXX.Bda. 1.u ,2. Hft.
7
98
J . E. Howard,
Ten kaum in den Handel kamen, wurde von der Chininhaltigen Carabaya von 1841 53 wieder ziemlich vie1
eingefiihrt, zuweilen unter der Bezeichnung Marcapata").
Die Huamalies-Rinde leitet H o w a r d von der C. purpurea
R. et P. ab, welche der C. pubescem Vahl und der C.Pelh v i a n a sehr fern steht.
VIII. Die h e l l e n P e r u - R i n d e n stammen, wie
bemerkt (VI.) gleichfalls von Varietaten der C.pallescens
R. (C. ovata R. et P.). Eine herzblatterige Varietat der
C. palleecens untersuchte H o w a r d im Madrider Herbarium; sie liefert eine von H a s s k a r l Bus Peru unter der
Beseichnung Casc. cyespilla grande mitgebrachte Rinde.
IX. R i n d e n a u e E q u a d o r . Colorado de Huaranda, Cmt. Chinae ruber von C. succirubra P. mit ihren
Varietaten a Vera,
pallida, y eythrodema, 6 conglomerata, ~Cuchicara, Spruceana. Die jetzt sehr seltene,
mit 13 Sch. pr. Pfd. bezahlte rothe Rinde wird mit dem
besten Erfolge und den grossten Hoffnungen in Indien
cnltivirt und hat die Pag. 92 angegebenen Resultate geliefert. Eben so variabel wie die typische Speciesform
iet auch der Gehalt an Alkaloiden und die Natur derselben in den Rindenvariationen. Im Mittel enthalt die rotbe
Rinde wohl gleichviel Chinin und Cinchonidin; H o w a r d
untersuchte aber eine Sorte, in der das letztere ganzlich
dnrch Chinidin ersetet wurde. Auch in den Bllittern
wurden, wie echon friiher mitgetheilt, von d e V r i j und
H o w a r d Spuren von Chinin nachgewiesen.
X. R i n d e n v o n P o p a y a n . Verschiedene Sorten
kommen in den Handel und an Ort und Stelle werden
sie nach der Farbe als camla, amarilla und pallida (blanca)
-
*) Fur Berg's Ableitung dieser Rinde von der C. Condaminea
kennt Howard keinen annehmbaren Grund, wurde sie indessen - obgleich dieselbe mit der augenscheinlichen Verwandtachaft zur Hnamalies in Widerspruch steht - einiger
Beaehtung werth halten, wenn nicht in dem Berg'schen Atlas
eine Anzahl anderer Behauptungen enthalten wlren, die von
aller bisberigen Erfahrung abweichen.
ti6er Cliinarinden.
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unterschieden, deren erste nach Howard’s Analysen an
Alkaloiden sehr reich, an Chinin die reichste ist und den
Fabrikanten unermessliche Quantitiiten einer sehr ergiebigen Rinde lieferten. Auch in der Wurzelrinde fand
H o w a r d Chinin in bedktender Menge (6 Proc.); wahrscheinlich waren diese Wurzeln der Erdoberflache nahe
und der Einwirkung der Atmosphare ausgesetzt gewesen,
wie dies auch Ref. beobachtete. (Die medicinischen
Chinarinden Neu - Qranadas und Gesammelte Beitrage,
pag. 271.) Die gelbe Rinde ist weniger gut und die
helle die geringste Sorte. W e d d e l nahm an, dass es
Variationen der C. Condaminea seien, welche diese Rinde
liefern; er betrachtete als solche die C. lancifolia Mut.
und die lanceotata Benth., die er Pitayensis *) nannte.
H o w a r d betrachtet dagegen die C. Pitayensis als Art;
ebenso, mit Mutis, die C. lancifolia. In neuester Zeit
scheint die Rinde bei Popayan erschopft; sie wird durch
eine ziemlich werthlose Rinde aus Almaguer vertreten.
XT. N e u - a r a n a d a - R i n d e n . Caw. naranjada in
mehreren, zum Theil vorxuglichen, der Calisaya ahnlichen
Sorten (Calisaya de Bogota, Ch. j a v a dura, fiava Jibroaa
u. s. w.), die von der C. lancifolia Mut. abstammen, welche
H o w a r d mit dcm Ref. fur den Mittelpunct einer Anxahl
von Variationen halt: der microphylla, discolor (hoja de
Olivo),obtusata, obovata etc. Auch diese Art und zwar
die our. discolor wurde bekanntlich in Java und Indien
angepflanzt, indem Ref. durch gutige Vermittelung des
Generalconsuls der hollandischen Regierung v. L a n s b e r g e das Gliick hatte, d a m mitwirken zu konnen. Die
Rinde dieses Baumes ,gab 2 Proc. schwefelsaures Chinin,
sie hatte den kurzsplittrig weichen (pappartigen) Bruch
der als China flava dura im deutschen Handel bekannten und von G o b e l und K u n z e in ihrer Waarenkunde
Taf. IX. abgebildeten Rinde. H o w a r d schenkt der bald
*) Ref. beschrieb als eine bei Pitayo wachsende Cinchone die C.
Trianae in der Flora Colnmb. und zeichnete sic daselbst Taf.XXI1.
7*
100
J.E. Howard, Yber
Chinarinden.
in Indien zu erntenden Rinde dieses Baumes aus physiologischen Qrunden besonderes Interesse.
Die C.cordyolia Mut. hat nach der Beobachtung des
Ref. eine holzige unbrauchbare Rinde, wie sie auch schon
M u t i s als Casc. amarilla bescgrieb. H o w a r d hat gut
ausgepragte Varietaten dieser Rindenart aus Sendungen
Re s t r e p 0’s und R am p o n’s kennen gelernt, unter denen
eine, der C. Tucujensis ahnliche, eine fur den Chininfabrikanten ziemlich werthvolle Rinde liefert. Dass diese C.
Tucujensis Krst., allen a priori Behauptungen zuwider, dennoch die Maracaibo-Rinde liefert, bestittigt auch Howard,
der dieselbe auweilen Chinin - haltig fand.
Die C. coymbosa, die sich der C. mccii-ubra anschliessen durfte, in deren Nahe sie wachst, hklt H o w a r d fiir
eine werthvolle Art, deren Rinde seit ihrer Entdeckung
ziemlich vie1 eingefuhrt wurde. Eine von D e 1on d r e
Quinpuina rouge de Ocaiia genannte Rinde (so wie anch
die Quinpuina rose de Ocaiiu) ist zur Zeit, ihrer Abstammung nach, noch unbekannt, hinsichtlich ibres Alkaloidgehaltes sind diese Rinden von mittlerer Qute.
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