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Ueber das Enzianbitter.

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Kromayer, uber das Eitzianbitter.
27
Ueber das Enzianbitter;
YOU
Dr. A. Kromayer,
Aesistent am chemisch -pharmaceutiechen Institute zu Jencc.
Mit der Abscheidung des Bitterstoffs aus der rothen
Enzianwurzel (Gentiana Zutea) haben sich mehrere Chemiker beschaftigt, jedoch immer erfolglos.
H e n r y und C a v e n t o u (Journ. de Pharm. A v . 1821.
p g . 125) erhielten aus der rothen Enzianwurzel durch
Ausziehen mittelst Aether eine in g c l b e n N a d e l n
krystallisirende Substanz von bitterem Geschmack, welche
sie G e n t i a n i n nannten.
T r o m m s d o r f f d. J. (Ann. der Pharm. XXI. 134)
zeigte spater, dass das Gentianin von H e n r y und C a v e n t o u irn reinen Zustande g e s c h m a c k l o s sei und
rnit Alkalien k r y s t a l l i s i r b a r e Verbindungen eingehe,
also s a u r e Eigenschaften besitze.
L e c o n t e (Ann. der Pharm. X X I I I . 466.) bestatigte die
Angaben von T r o m m s d o r f f und nannte das saure
Gentianin von H e n r y und C a v e n t o u G e n t i s i n oder
Acide geiitisipue (nach dern illyrischen Kijnige Gentis,
welcher den. Narnen der Gentianwurzel veranlasst haben
sol]), wobei er den Namen G e n t i a n i n dem bitteren
Stoffe der Enzianwurzel zukommen lasst.
Nach diesem versuchte D u l k (Arch. der Pharm. XV.
25.5) den Bitterstoff der Enzianwurzel abzuscheiden.
Derselbe behandelte zu diesem Zwecke dns weingeistigc Extract genannter Wurzel mit W a s s e r, wobei
Harze und das gclbe nicht bittere Gentisin (Leconte)
nngelijst bleiben, wahrend der Bitterstoff nebst Zucker
und anderen S t d e n sich losen. Durch Versetzen der
Losung rnit H e f e und Gahrenlassen wurde der Zucker
entfernt und nach diesem die filtrirte Fliissigkeit mit
B 1e i z u ck e r gefallt; hierauf das Filtrat mit Amrnoniak
amerikanische Pfeilgift
anzuwenden.
ZUT
Heilung des Tetunus traumaticue
28
Kromayer,
gesattigt und mit B 1e i e s s i g vermischt, wodurch das
Enzianbitter niedcrgeschlagen wird. Durch Zersetzen
des gewaschenen Niederschlags mit Schwefelwasserstoff,
Eindunsten des Filtrats auf dem Warrserbade, Ausziehen
des Biickstandes mit A 1k o h o l und Verdunstenlassen
bleibt das Enzianbitter nach D u l k zuriick.
Letzterer beschreibt so gewonnenen Bitterstoff als
eine amorphe, brandgelbe, iiuaserst bitterschmeckende
hygroskopische Masse. I n aIlen Verhahissen in Wasser
loslich; die wasserige LFsung rothet- das Lackmuspapier.
In absolutem Alkohol ist es unloslich, wiisseriger lost es
jedoch. Es ist etickstofffrci.
Auch im hiesigen chemisch - pharmaceutischen Laboratorium wurden von Herrn L e i b u n d g u t aus Thunstetten in der Schweiz, im Sommer 1860 einigeversuche
uber das Enzianbitter ausgefiihrt, ails welchen-Versuchen
hervorging, dass d e r BitterRtoff v o l l s t a n d i g von d e r
K o h l e a u f g e n o m m e n w i r d und dass ermit Gerbsaure
als auch mit Rleisalzen keine in Wasser unloslichen Verbindungen eingeht. Denselben aber k r y s t a h i s c h zu erhalten gelang nicht; er wurde nur als brauner Syrup
gewonnen.
Die Versuche L c i b u n d g u t’s waren fir mich die
Veranlassung, die Sache weiter au verfolgen. Aus denselben glaubte ich den Schluss ziehen zu konnen, dnss
bei der Abscheidung des Enzianbitters nur d a m gunstigcre Resultate zu erwarten seien, wenn f r i s c h e W u r z e 1n einer Untersuchung unterworfen wiirden.
Fast alle im frischen Zustande flcischigen Wurzeln
werden (wenn dieselben in Maasen gesammelt) behufs
des rascheren Trocknens immer kiinstliehen, mehr oder
weniger hohen Warmegraden ausgesetzt und wie leicht
besonders die Bittcrstoffe bei hoheren Temperatnren Veriinderungcn erleiden, d. h. in den amorphen Zustand
iilergehen, sehen wir am deutlichsten bei dem Ritterstoffe der Aloe.
Die Moglichlreit nun, f r i e c h e E n z i a n w u r z e i
iiiber daa
hianbitter.
29
(wild wachsendo) einer Untersuchung auf den Bitterstoff
unterwerfen zu konnen, verdanke ich meinem werthen
Freunde Herrn L e i b u n d g u t , welcher mir auf das Bereitwilligste versprach, bei seiner Ruckkehr nach der
Schweiz frische Enzianwurzel (von Gentiuna Zuteu) Sammeln zu lassen und mir ein weingeistiges Extract derselben zu senden. Anfangs September 1861 erhielt ich besagtes Extract von Solothurn.
Die Darstellung des Letzteren hatte Herr L e i bun d g u t nach folgender von mir angegebenen Methode BUSgefiihrt :
S e c h s P f u n d f r i s c h e E n z i a n w u r z e l n , anfangs
August in der Umgegend von Solothurn gesammelt, wurden mit kaltem Wasser abgewaschen, zerschnitten und
bei Digea t i o n s w a r m e mit 'iogriidigem 'CVeingeist
zweimal ausgezogen, von den vereinigten Ausziigen sod a m der Weingeist grosstentheils abdestillirt und der
Destillationsriickstand auf dem Wasserbade zum diinnen
Extract eingedunstet. Das Extract wog 8 Unzen; es
war von hellbrauner Farbe uud klar, nur einzelne Harzportionen befanden sich darin; der Geschmack war ausserst
bitter; Reaction schwach sauer.
Zur Isolirung des Bitterstoffs wurde nachfolgender
W eg eingeschlagen :
Das game Extract wurde mit seiner dreifachen
Menge W a s s e r angeriihrt ; es resultirte eine braune
t r u b e Losung, ohne dass dabei eine wesentliche Abscheidung harziger Bestandtheile hemerkt werden konnte.
Nach zweirnaliger Behandlung derselben mit ge k o r n t e r
K n och e n k o h l e hatte lctzterc fast alles Bittere aufgenommen, die Fliissigkeit schmeckte nur noch echwach
bitter. Die Koble wurde wiederholt mit kaltem Wasser
ausgewaschen, bis das Waschwasser ganz farblos ablief,
eodann bei gelinder Warme getrocknet nnd mit 8Ogradigem Weingeist ausgekmht. Die weingeistige Abkochung
war hellbraun gefrirbt, schmeckte i n t e n s i v b i t t e r und
zeigte bei auffallendem Lichte einen schwachen gelb-
50
Kvomayer,
grunen Schiller.
Durch die Destillation wurde der
grosste Theil des Weingeistes entfernt, der Retortenriickstand in eine Porcellanschale gegeben und auf dem Wasserbade so lange erwiirmt, bie aller Wehgeist entfernt
worden war. Beim Erkalten der zuruckbleibenden braunen dicklichen Fliissigkeit schied sich eine geringe Menge
gelbbrauner Barzportionen ab, dieselben wurden von der
Losung getrennt und letztere mit ihrem halben Volumen
Wasser verdiinnt, wodurch noch ein anderer Theil harziger Bestandtheile in Form von braunen Flocken abgeschieden wurde. Auch diesc wurden von der Fliissigkeit
getrennt, lctztere mit g e s c h l i i m m t e m B l e i o x y d vermischt, das Gemisch nuf den1 Wasserbade einige Stunden
lang unter fleissigem Umruhren erwarmt, hierauf wieder
etwas Wasser hinzugefiigt und heiss filtrirt. Das Filtrat
w a r hellbraun und irn heissen Zustande klnr, beim Erkalten triibte es sich jedixh, so dass es nachher eine
triibe braune Fliissigkeit darstellte. 1)urch Einleiten von
Schwefelwasserstoff wurde daraus das gelijste Bleioxyd
gefallt und das gebildete Schwefelblei h e i s s abfiltrirt.
Das Filtrat war hell gelbbraun, schmeckte intensiv bitter,
reagirte schwach sauer und zeigte bei aiiffallendem Lichte
einen gelbgriinen Schiller. Es wurde auf dem Wasserbade zum Syrup eingedunstet und letzterer in einem
verkorkten Glase mit A e t h e r geschiittelt. Nach eintiigiger Beriihrung mit letzterem war der Syrup zu e i n e r
f e s t e n K r y s t a l l m a s s e e r s t a r r t ; der Aether hatte
nur ein wenig aufgenommen und besass eine echwach
gelbliche Farbe.
Die Krystalle bestanden aus feinen Nadeln, welchen
wie es schien Farblosigkeit zukam. Dieselben wurden
auf mehrfach zusammengelegtes Fliesspapier gegeben
und gepresst. Der krystallinische Presskuchen erschien
braungelb, schmeckte i n t k n s i v b i t t e r und war vollig
verbrennbar; er wurde in einer kleinen Menge Wasser
geltist, die braunliche Losung mit wenig Kohle entfarbt
und h ei 8 s filtrirt.
Uber dao Enzianbitter.
31
Das Filtrat war fast farblos; auf dem Wasscrbade
concentrirt und an einem massig warmen Orte der weiteren langsamen Verdunstung iiberlassen, schossen nach
und nach rosettenformige, strahlig nadelformige Krystallgruppen an. Durch Abpressen derselben zwischen Fliesspapier, Losen in Wasser, Behandeln der Losung mit
wenig Thierkohle und Verdunstenlassen wurden ganz
f a r b l o a e Kryetalle erhalten. Der i n t e n s i v e und r e i n
b i t t e r e Qeschmack derselben zeigten, dass man es
hier nur mit dem Bitterstoffe der Enzianwurzel zu thun
hatte.
Um die letzten Reete des Bitterstoffs aus der Mutterhuge, welche beim Abpressen der roben Krystalle in
das Papier eingedrungen war, zu erhalten, wurde sammtlichee von der Mutterlauge durchdrangtes Papier mit
heissem Waeser ausgezogen, die Aufloeiing mit wenig
Kohle moglichst entfarbt, zum Syrup verdunstet und die
anschiessenden Krystalle durch nochmaliges Autlosen in
Wasser, Behandeln mit Kohle und Krystallisirenlassen
rein erbalten. Ebenso wurde der Rest des Bitterstoffs
aus der Kohle, welche zum Entfkrben gebraucht worden
war, mittelst heissen Weingeistes ausgezogen und durch
Krystallisation gewonnen.
Da bei der Behandlung der wasserigen Losung des
weingeistigen Enzianextractes rnit Knochenkohle keine
vollstiindige Entbitterung erzielt worden war, so war
such anzunehmen, dass noch ein Theil des Bitterstoffs
in Losung sei. Zur Qewinnung des letzteren wurde die
erwahnte Losung mit B 1 e i e s s i g gefallt, das Filtrat
durch Ychwefelwaseerstoff von Biei befreit und das gebildete Schwefelblei h e i s s abfiitrirt. Die bleifreie Losung besaes eine gelbliche Farbe, schmeckte bitterkratzend und zeigte bei aiiffallendem Lichte einen schonen b l a u g r i i n e n S c h i l l e r ; sie wurde auf dem Wasaerbade zum Syrup eingedunstet, letzterer in A 1k o h o 1
gelost und die Losung mit einem gleichen Volumen
A e t h e r vermischt. Dabei echied sich eine reichliche
-
32
Kromayer,
Menge braunen syrupnrtigen Zuckers aus, wahrend eine
hellbraune alkoholisch - iitherische G s u n g von bitterkratmndem Qeschmack erhalten wurde, die bei auffallendem Lichte oben erwahnten Schiller zeigte.
Der abgeschiedene Zuckersyrup wurde noch zweimal
niit Aetherweingeist behandelt; er schmeckte jetzt nur
noch suss und salzig, durchaus nicht mehr bitter.
Von den vereinigt'en alkoholisch - atherischen Lilsungen wurde der Aetherweingeist abdestillirt, der brause
syrupai4ge Ruckstand in ein Ulas gegeben und mit
A e t h e r geschiittelt. Auf diese Weise erstarrte auch
hier der Syrup zu einer K r y s t a l l m a s s e , aus welcher
nach oben angegebener Reinigungsmethode r e i n we i s s e 8
E n z i an b i t t e r erhalten wurde.
Die Ausbeute an krystallisirten Enzianbitter betrug
4 Qrammen.
Eigenachuften des .Emianbitters.
F a r b 1 o s e Nadeln, bei langsamer Krystallisation
strahlig von einem Puncte ausgehend. Meistens erhtilt
man es in kornigen Aggregaten aus feinen Nadelchen
bestehend.
Bei 1000 C. verliert es Krystallwasser und zwar zwischen 1,77 - 2,s Proc. Diese Verschiedenheiten beruhen
auf einer theilweilen Verwitterung der Krystalle beim
Trocknen an der Luft, indem sie- sich mit einexh weissen
undurchsichtigen Ueherzuge bedecken.
Zwischen 120 und l f l 5 0 C. schmilzb das Enzianbitter
zu einer braunlichen Flussigkeit, welche beim Erkalten
zu einer amorphen braunlichen Masse erstarrt, die zerrieben ein fast weisses Pulver giebt. Auf dein Platinblech erhitzt, braunt sich der Bitterstoff rasch m t e r
Verbreitung von Caramelgeruch ; beim stiirkeren Erhitzen
verbrennt er vollstiindig.
Es schmeckt s t a r k u n d r e i n b i t t e r undiststickstofffrei. Wasser lost es s e h r leich t a u f ; die wlsserige
Losung iat farblos, zeigt bci auffallendem Lichte k e i n e n
Schiller und reagirt v 011ig n e u t r al. Auch der Bitter-
Uber das Enziaribittsr.
33
stoff selbst auf feuchtes Lackmuspapier gebracht, bringt
keine Rothung hervor. I n w a s s e r i g e m Alkohol lost
sich daa Enzianbitter ebenfalls lcicht auf, absoluter Alkohol
hingegen greift es in der Kjilto nur sehr wenig an, beim
Erhitzen wird ee jedoch davon vollig Itufgelost. In r e i n e m
A e t h e r i s t e s SO g u t w i e unloslich.
Alle Losungen des Enzisnbitters gebcn erst wieder
krystallinischen Bitterstoff, wenn dieselben zum Syrup
eingedunstet werden und letzterer einem massig warmen
Orte ausgesetzt wird. Aus waseerigcr Losung krystalliairt es am beaten.
C o n c e n t r i r t e S c h w e f e l s a u r e lost das Enzianbitter in der Kalte leicht zu ciner f a r b l o s e n Fliissigkeit auf, beim gelinden Erwarmen dcrselben tritt allmtilig, prachtig c a r m i n r o t h e Far bung ein j Wasserzusatz bewirkt dann eine Ausscheidung graulicher Flocken.
C o n c e n t r i r t e S a1p e t e rsPu r e bewirkt ebenfalls
in der Kslte farblose Losung, beim Erhitzen farbt sich
dieselbe gelb und beim Verdiinnen mit Wasser acheiden
sich dann g e 1b e F 1o ck e n aus. Kocht man das Enzianbitter langere Zeit mit Salpetereiiure, so befbdet sich
dann in der Losung O x a l a a u r e .
Kalte concentrirte Salzsaure verhlilt sich wie die
vorigen Sauren gegen den Bitterstoff. Beim Erhitzen
der salesauren Losung zum Sieden tritt rasch g e l b e
dann b r B u n g e 1b e Farbung ein; beim Verdiinnen mit
Wasser triibt sich jetzt die Flussigkeit und ea acheiden
sich g e l b b r a u n e F l o c k e n aus.
A m m o n i a k lost das Enzianbitter farblos a d , beim
Erhitzen jedooh tritt c i t r o n e n g e l b e Farbung oder Losung ein, welche letztere auf Siiurezusatz nicht verschwindet.
Kali- und N a t r o n l a u g e losen den Bitterstoff aogleich mit gelber Farbe.
Eisenchlorid verandert die wiisserige Enzianbitterlosung nicht, hingegen r e d u c i r t d i e s e l b e b e i m K o ch e n d i e a m m o n i a k a1is ch e Si 1b e r a a l p e ter lo s u n g
3
Ar0h.d. Phum. CLX. Bds. 1.W.
34
Kromayer,
zu metallischem S i l b e r . Kocht man die wilsserige
Bitterstofflosung mit Kupferoxyd und Kaii, 80 findet
k e i n e Reduction des Kapferoxyds statt, die Fliissigkeit
bleibt blau. Kocht man aber die wlseerige Loeung vorher m i t v e r d i i n n t e r S c h w e f e l s a u r e o d e r S a l z siiure, S O w i r d d a n n d a a K u p f e r o x y d r a s c h z i i
rothgelb em Kupferoxydul reducirt.
Urn Verwirrungen mit denNamen der n i c h t b i t t e r e n Enzianeaure (Gentisin oder Gentianin) zu vermeiden,
will ich diesen echten Bitteretoff der Enzianwurzel Q e n t i o p i k r i n nennen.
Zusammenaetzung dea Gentwp'krins.
1) 0,297 Qrm. bei 1000 C. getrocknetes Gentiopikrin
gaben mit Kupferoxyd verbrannt :
0,568 Grm. CO2 = 0,1549 Grm. C = 52,158 Proc. und
0,171
HO = 0,019 a r m . H = 6,400 Procent.
2) 0,238 Grm. bei 1000 C. getrockneten Bittarstoffs
gaben :
0,453 Qim. COZ = 0,1235 Qrm. C = 51,907 Proc. und
0,140
HO = 0,0155 , H = 6,533
~
Gefunden in 100 Theilen:
I.
11.
= 51,907
H = 6,400 = 6,533
0 = 41,442
_ _ _ _= 41,560
c = 52,158
100,000
100,000.
Hieraus berechnet sich die Formel
(340 H30024 ;
'
diese verlangt in 1 0 0 Theilen:
berechnet
gefunden im Mittel
C40
= 240 = 51,948
=
H30
= 30 = 6,494
= 192 = 41,558
=
=
024
462
100,000
62,032
6,466
41,502
100,000.
Wacrserbestimmung.
1) 0,874 Qrm. lufttrocknee Qentiopikrin verloren bei
100OC. getrocknet 0,022 Qrm. HO = 2,51 Procent.
&er
daa Enria;nbitter.
35
2) 0,647 arm. verloren bei 1000 C. getrocknet 0,017
Orm. HO = 2,62 Procent.
Diese Wasserprocemte entsprechen der Hydratformel
2 (C40 H30 0 2 4 )
+ 3HO;
diese verlangt 2,83 Proc. HO.
Urspriinglich scheint dae Qentiopikrin 2 At. Krystallwasser zu enthalten, die Krystalle verwittern aber beim
Trocknen an der Luft etwas und verlieren dabei e i n e n
Th e i l ihres Kryetallwaasera.
S p a 1t ung. Erhitzt man eine concentrirte wtserige
GentiopikrinlBsung mit v e r diinn t e r S ch w e f e t s t u r e
oder S a l z s g u r e auf dem Waseerbade, so fdrbt siuh die
Fliieeigkeit gelbbraun, sobald die Temperatur 1000 C. erreicht. Es echeiden sich nach ungefiihr 10 Minuten
langem Erhitzen briiunliche Flocken aus ; nimmt man
jetzt daa Oefdae von dem Wssserbade herunter und verdiinnt nach dem Erkalten mit Wasser, so erhtilt man
einen hell gelbbraunen Niederechlag von Genti oge n i n
und in der Fltissigkeit befindet sich g a h r u n g s f l h i g e r Zucker.
Auch E s a i g e i i u r e u n d O x a l s i i u r e b e w i r k e n
d i e s e S p a l t u n g , nicht aber die Hefe.
Ee wurden folgende drei Spaltungsversuche ausgefubrt, die gleichzeitig zur Bestimmung dee deb& g&&
deten Zuckers dienten.
1) 0,852 Qrm. bei 1000 C. getrocknetee Gentiopikrin
wurden in ungefahr 3 Grm. Waeser gelost, die LBsung
mit etwas verdiinnter Saleslure versetat und das Gemisch
tiber der Weingeistlampe erhit&. Sobald die Fliieeigkeit
die Nahe des Siedepunctes erreichb, farbte aie Bkh hell
gelhbraun. Nach etwa 10 Minuten langem Kocben wurde
dse Erhitzen unterbrochen. Se lange die Flilseigkeit
heiss war, blieb sie klar, nach demErkalten trat jedocjl
Trtibung ein und es s c h i e d e n sich b r i l u n l i c h e F l o ,
cken a u s, Letstere wurden auf einem Filter gesunmelt
das gelbbraune Filtrat snit ka h l e n s a u r e m B le iox y d
gesiittigt, das Qemisch euf dem Waeserbade zur Trockne
3*
36
Kromayer,
gebracht und mit heissem Weingeist wiederholt ausgezogen. Die vereinigten weingeistigen Ausziige waren
briiunlichgelb, sie wurden auf dem Wasserbade eingedunstet. Beim Anriihren der zurtickbleibenden syrupartigen Masse schied sich noch oin Theil Gentiogenin
aus. Die von letzterem getrennte wiisserige Losung
wurde in dem Will- Fresenius’scben Kohlensaure-Apparate
mit r e i n e r H e f e der Gahrung unterworfen. Die Giihrung ging rasch und kriiftig von statten. Der vorher
gewogene Apparat ergab nach beendeter Oiihrung einen
Verlust von 0,167 Grm. = CO2 = 0,3416 arm. Zucker
= 40,18 Procent.
2) 0,706 Qrm. bei 1000 C. getrocknetes Cfentiopikrin
wurden rruf dieselbe Weise gespalten wie bei I, nur
mit dem Unterschiede, dass das salzsaure Qemisch nicht
uber der Weingeistlampe, sondern auf eine viertel Stunde
lang auf dem Wasserbade erhitzt wurde.
Die Fliissigkeit a r b t sich auch hier hell gelbbraun,
dabei schieden sich aber nur wenig Flocken am, als
jedoch die filtrirte Flussigkeit mit Wasser verdunnt
wurde, fie1 ein reichlicher Niederschlsg briiunlichgelber
Flocken von Qentiogenin nieder. Letzteres wurde gesammelt und drts Filtrat wie bei 1, mit kohlensaurem
Baryt gesattigt, eingedunstat und mit Weingeist ausgezogen. Auch hier wiirde beim Anriihren des eingedunsteten weingeistigen Auszuges rnit Wasser noch eine
kleine Menge Gentiogenin abgeschieden. Die von letzterem getrennte wiisserige Losung schmeckte noch bitter
(ein solches war auch bei 1 der Fall), sie wurde zum
Syrup verdunstet, letzterer in h e i s s e m s t a r k e n A lkoh o l gelost und aus der erkalteten Losung der Zucker
mit A e t h e r gefallt. Die alkoholisoh -atherisehe braunlichgelbe Losung wurde verdunstet, der Riickstand nochmale in Alkohol gelost und die letzten Reste vonZucker
vollends mit Aether gefallt. SBmmtlicher Zucker lieferte,
wie bei 1 der Gahrung unterworfen 0,110 arm. COZ I=
0,225 Qrm. Zucker = 31,86 Procent.
Uber da8 Emianbitter.
37
3) 0,888 Grm. bei 1000 C. getrocknetes Gentiopikrin
wurden mit Salzsiiure u n t e r e i n e m W a s s e r e t o f f g a s s t r o m e eine halbe Stunde lang auf dem Wasserbade
erhitzt. Der Verlauf der Spaltung war wie bei 1.
Durch Gahrung des gebildeten Zuckers wurden erhalten 0,147 Grm. CO~=0,3006 Grm. Zucker = 33,85 Proc.
Demnach :
1. Versuch 40,18 Proc. Zucker
Im Mittel
2.
3.
n
n
31,86
33,85
n
n
Gentiogenin wurde bei allen drei Spaltungen im
Verhiiltniss nur wenig erhalten ; es scheint immer 1 Theil
desselben bei der Spaltung in einen im Wasser leicht
loslicheren Korper ubergefihrt zu werden. Aus diesem
Cfrunde war auch eine quantitative Ermittelung desselben
nicht moglich. Der Versuch 2 gab am meisten Gentiogenin; es geht daraus hervor, dass die Einwirkung der
Salzslure auf das Gentiopikrin hochstens 10 Minuten
lang dauern dad.
D a s G e n t i o g e n i n stellt ein gelbbraunes a m o r p h e s
P u b e r dar; l u f t b e s t a n d i g u n d v o l l k o m m e n n e u t r a l . Es lisst sich durch Kohle nicht entfarben, die
Farbe ist ihm also eigenthiirnlich. Der Geschrnack ist
bitter. Auf demplatinblech erhitzt, schmilet es zu einer
braunen Flussigkeit und verbrennt beim stiirkeren Erhiteen vollstandig.
Wasser lost nur wenig davon auf; m i t W a s s e r
gekocht b a l l t es zu einem zahen h a r z a r t i g e n
K 1u m p e n z u a am m t)n.
Leicht lost es sich in Alkohol mit gelbbrauner Farbe;
auch in Aetherweingeist ist es ziemlich loslich.
Concentrirte Mineralsaure losen das Gentiogenin leicht
mit brauner Farbe auf, cbenso auuh whd es von Alkalien Init dunkler Farbe gelost.
Es r e d u c i r t d i e a m m o n i a k a l i s c h e S i l b e r salpeterlosung b e i m Kochen z u metallischem
Kromayer,
38
Si 1b e r; .Eisenchlorid bringt keine Veriinderung hervor ;
Bleisalze f d e n es nicht.
Zusammmetzung.
Zur Elementaranalyse wurde das bei der Spaltung
2 erhaltene Product genommen und zwar der Theil, welcher durch Waeser ausgefdllt worden war.
0,137 Qrm. bei 1000 C. getrocknetes Gentiogenin
gaben mit Rupferoxyd verbrannt :
0,317 Qrm. CO2 = 0,0864 Qrm. C = 63,102 Proc. und
0,086
HO = 0,0095
H = 6,934 ,
Diese Procente ergaben annahernd :
berechnet
C28
HIS
010
gefunden
= 168 = 63,636 = 63,102
= 16 = 6,060 = 6,934
= 80 = 30,304 = 29,964
264
100,000
100,000.
0,057 Grm. lufttrocknes Gentiogcnin verloren bei
lodoc. getrocknet 0,004 arm. HO = 7,017 Procent.
Die Formel
+
C26 H16 0 1 0
2HO
verlangt 6,38 Procent.
Ea lliset sich die Spaltung dee Gentiopikrins eonach
durch folgende Qleichung erkliiren:
C40H30024 = CZ8Hl6OlO
2HO
C12H12012
+
Gentiopikrin
+
Gentiogenin
Zucker.
Diese Gleichung verlangt 38,9 Proc. Zucker, gefunden wurden im Mittel von drei Bestimmungen 35,29 Proc.;
aber bei der ersteren Beatimmung 40,18 Proc. Zucker.
Es gebt aus der Untereuchung des Enzianbitters
hervor, dass deesen neben dem Zucker auftretendes Spaltungeproduct mit der n i c h t bitter e n Enziansaure in
Be~iehung steht. Die Bildung der Enzirrnaaure diirfte
aus dem Glentiopikrin oder secundar aus dem Gentiogenin abzuleiten sein, denn
C28Hl6 0 1 0
Gentiogenin
- 6 H = C28 HI0 0 1 0
Enziansaure.
Hervorgehoben verdient noch zu werden, dass das
ilber daa Enzianbitter.
39
Qentiogeiiin mit dem P h y s a 1i n gleiche Zusammensetzung hat und beziiglich der letzteren dem O l i v i l und
C u i v i n sehr nahe steht. Es unterscheidet sich von beiden nur durch ein Plus von 2H.
Das Gentiopikrin scheint wahrend des Trocknens
der Enzianwurzel modificirt zu werden, wenigstens gelang
es mir nicht, nach angegebener Abscheidungsmethode
aus trockner Wurzel krystallinisches Enzianbitter abzuscheiden. Ich erhielt es im letzten FalIe nur als amorphe
Masse, die, ao viel ich jetzt beurtheilen*kann, sich jedenfalls farblos darstellen liieet und zerrieben ein luftbestiindiges Pulver zu sein scheint.
Sobald mir die weitere Reindarstellung dieses amorphen Enzianbitters gelungcn ist, werde ich die Heziehungen zu ermitteln suchen, welche zwischen beiden Stoffen
(dem krystrrllisirbaren und dem amorphen Bitterstoff)
mijglicherweise vorhanden sind und dariiber Bericht erstatten.
Noch besonders hervorzuheben ist, dass in der trocknen Enzianwurzel (dem alkoholischen Extract dcrselben)
cine viel reichlichcrc Menge harzartiger Stoffe vorhanden
sind als in der frischen Wurzel. So wurde beim Anriihren des alkoholischcn Extractes der trocknen Wurzel
mit Wasser ein reichlicher Niederschlag von braunem
Ansehen erhalten, miZhrend das alkoholische Extract der
frischen W u n e l sich beim Anriihren mit Wasser bloss
triibte.
-
Oleum Seminum Coecognidii ;
von
Dr. T h e o d : M a r t i u s .
Drci Pfund bayr. Gewicht zieinlich alter MezereumSamen wurden groblich zerstossen und zweimal mit 8
und 6 Maass Alkohol von 330H. kochend nusgezogen.
Die durch Pressen erhaltenen Fliissigkeiten gemischt
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