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Ueber das Jalappenharz.

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Sandrock,
180
lieher das Jalappenharz ;
n.
von
S a 11 d r o cli in Boitzenburg.
. _
ueber das Jalappenliarz haben nach einander C a d e t
( l e G a s s i c o u r t , T r o m m s d o r f f , B u c h n e r und H e r h e r g e r , G o b e l . J o h n s t o n und zuletzt unter L i e b i g ' s
Leilung Dr. K a y s e r ihre Versuche und Erfahrungen
mirgetheilt. Es wurde uheruussig sein, wollte ich die
Resultate jener Arbeiten hier in kurzen Ausziigen geben.
weil K a y s e r in den Annalen der Chemie und Pharmacie,
~d 51. das Wesentliche jener Versuciie und seine eigne
Arheit vorgefuhrt hat, auf welche Ausfuhrung ich deshalb
wohl verweisen kann. Das Harz der sogenannten Wurzel
von Ipomoea Schideann Zuccar. habe ich einer neuen Untersuchung unterworfen, und bin zum Theil zu wesentlich verschiedenen Resultaten meinenvorgangern gegenuber gelangt.
Zur Darstellung des Harzes wurde die sogenannle
\TrurzeI der fpomoen Schideano, eine Sorte, die als gute
Miitelwaare zu bczeichnen ware, mit Alkohol von 80 Procent wiederholt ausgezogen, bis sie ersohiipft war. Die
Auszuge wurden filtrirl, rnit Wasser gemischt ond der
,4ikohol abdestillirt. Das zuruckgebliebene braune I-larz
wurtlc, S O lange mit Wasser ausgewaschen, als letzteres
gerarbt wurde. Hierauf wurde das Harz zur T r o c h e eingedampft ; es besass die bekannten physikalischen Eigenschaften und die Ausbeute betrug I5 Procent. Ich glaube
die Bemerkung gernacht zu haben, dass ein anfanglichss
Ausziehen der Wurzel mil schwachem Weingeist, das sogenannte Aufschliessen von enkchiedenem Nashtheil fur
die Ausbeute ist. Es werden hierdurch dem Rarz mehr
Substanzen zugefuhrt, die in Wasser loslich sind, daclurch
wird ein Iangeres Auswaschen nothig, und weil das Ilarz,
wie ich unten iiaher ausfuhren werde, in Wasser etwas
loslich ist, auch ein Theil aufgeschlammt wird, so muss
auch die Ausbeute geringer werden. Eine weingeisiige
Losung des Harzes wurde mit Thierkohle digerirt, wobei
iiber das Jalappetthnrs,
161
der Verlust an Harz etwa 8--l0,Proceot behUS. Die VOII
(let- Kuhle filtrirte Plussigkeit hatie eine weingelbe Parbe;
sie wurtlc mil Wasser, welchcs clas Hat-z wcissgelb niedeasschlug, destillirt und das zuriickbleibcncle Ilarz hei gelinder Warme eingetrocknet. Das Harz h s i i z t folgende
Eigenschnficn :
I ) I'hysikalische Eigenscharien. Es ist weissgclhlich,
spt%de und lasst sich leichi zu cinem weissen Pulver zerreil~eti. Es hat den Geruch der Jalappenwurzel.
2) LGslichkeitsverhPItnisse. Hs lost sicb Iciclit uod
vollliommen in Alkohol. Wird diesc Losung hei gelinder
Warnie auf einem Glase verdunstet, so dass keine Wasscrdiirnpfe damit in Beruhrung kornrnen, so bleibt das Iiarz
vollkommen durchsichtig, vorn Glase kaum zu unterscheiden, zuriick. Die alkoholischc Losung wird durch Wasser gefallt, das gefiillle Harz hat die Consistenz cines Terpentins, und enthalt in diesern Zustande, durch Kncten und
rncchanisches Abtrockncn vorn Wasser hefreit, noch 40
bis 43 Procent vordamprbare Feuchtiglieit. I n diescn Zustand geht das Barz stets iiber, wenn es pulverformig
mit Wasser odcr wasserhaltigcn Substanzcn, in denen es
nichl loslich ist, in Beriihrung gehracht wird. Wasser lost
das Harz in geringer Menge. Kocht man dasselbe mil
Wasser, so suspendirt es sich darin, sctzt sich bald gross.
tentheils wieder ab, die uberstehende Plussigkeit bleibt
trube, wird durch Filtriren klar, und enthalt in 720 Theilen 1 Theil IIarz geliist. Die Losung reagirt saucr. Baumiil,
Terpenlinol, Lavendelol losen das Harz nicht. Aether lost
davon ein Harz, welches nach rneincn Versuchen 90 bis
12 Procent betragt.
3) Verhalten gegen Sauren. Uebergiesst man gepulvertes Jalappenharz mil conccntrirter Schwe~elsaure,so
lost es sich darin vollkommen auf, inclcrn das Gauze nach
ciniger Zeit - nicht schon nach 8-10 Minuten, wie Kay s e I'
angiebt - eine purpurrothe Farbe annimrnt. Nach einigcn Stunden geht die Farbe ins Blutrothe, endlich ins Braune
uber, und es werden schwarzbraune Flocken abgeschieden.
Dies Verhalten ist ausgezeichnet und charakteristisch. Mit
Arch. d. Pharm. CXIV. Bds. 2.Nft,
19
4 62
Smldrock,
couaenlrirlur Sali)~ter~’”aiii”:
iibergossen , n i t m i l das Harz
‘rerpentinconsistenz an, lost sic11 h i eiricr Temperatur von
2&--Zrj Grad vollstiindig abcr langsain auf, und wird aul’
Xusatz von Wasser unveriindert abgcschicden. Erwarnil
inan jedoch stiirlter, so lost sich tlas Harz schneller, w i d
aber aus der Losung durch Wasscr verandert, von griialicher Farbe und angenehnieni Gcruch, dern der SJzpa
dulcis Ehnlich, abgeschieden. I<ocht man indesscn, oder
erhitzt his nahe zum Kochen, so wird das Ilarz vollstindig
unter Untwickelung von Stickoxyd zerslort. Es bildet sich
dabei Oxalsaure und einc in Wasser schwerlosliche pulverformige Saurc, die weder Kalkwasscr noch Barylsalze
fiillt, wohl aber Blcicssig und Silhernitrat, welche SPure
hal~c. Chlorwasserslof~saure
ich fur Styphninsalpc~ers~ure
lost das Harz in geringcr Henge, braunt den Riickstand,
niwmt beiin Erwkirmen eine bi-aune Parbc an und verwandelt das Ungelosle in ein ziihes braunes Ilarz. Essigsaure lost das Jalappcnharz mit Leichtiglteit und unverandert, narnentlich wenn man Warme anwendet.
4) Verhalten gegen Basen und Salze. WEsserigcs Adzkali lost das IIarz vollkommen i n dcr lialtc. Ammoniak
erfortlcrt Anwcndung von Wiirrrre, desgleichcn kohlensaure
Alkalicn. Die wEsserigeLosung dcs Harzes wird durch Aelzalkalien nicht gelriihl., wohl abcr durch deren Salze; die Triih n g rnit kohlensaurcn Alkalien verschwindet durch Kochen.
Eine weingeislige Losung desselbcn wird durch die weiugeistigen L6sungcn von essigsaurcm K upferoxyd, Eisenchloriir, Quecksilherchlorid untl Platinchlorid nicht gcFill1.
Essigsaures Blei bring1 eincn starkcn Nicdcrschlag hervor.
Das nicht durch Kohle entfiarbte E-Iarz zeigb natiirlich
in so weit ein verschiedencs Verhalten, als der Parbestof€
sich geltend machr.. Beim Behandeln mil Schwefelsaure
entsteht keine purpurrolhe, sondern eine braunrothe Phrbung. Salpetersaure veranclert den Farhstoff; cr wird
zuerst roslrohh, bald ganz zerstort. Essigsaure wirkt nicht
auf clenselben, und die Losung des Harzes in derselben
ist braun. Uebrigens lost sich das nichtentfarbte Harz
rib c t* ilas Jnlupp cr i h a I z
160
nie vollkomiiien in Alkohol, sontlern eb setzt eine Trubung ab.
Das Jalappeoharz bestehl aus drei veidiiecteneo Hqrzen. Kocht oder digerirt man dasselbe mil Acther, 50
lost sich ein Theil, der anssertlern durch scin eiyenthuailiches Verhaltcn hinreichend cliaraktcrisirl w i d . Der Ruckstand wird aus seiner Losung in Alhohol ZIJUI Tlieil durch
Sleiessig otler essigsaurcs Bleioiyd, gleichfalls in Alkollol
gelost, niedergeschlagen, wahrcnd ein andercr Theil in der
AuHosung bleibt. Nicht nur dies Verhallen deuteb auf zwel
verschiedene IIarze, sondern aucli die aus den i-csp. Harzen durch Kochen mit Alkalien entstelienden Sauren uncl
deren Salze charakterisiren dieselhen hinreichend als verschieclen. Ich will das Harz, wclches durch Rleisalze
gelall1 wird, nachdein das Jalappenharz niit Acther ausgezogen w o r d e n , c l a s A I p h a h a r ~das
, nichtfallbareclas B e t a h a r z nennen. Diess beiden Ilarze bilden den Korper,
den K a y s e r Rhodeoretin genannl hat. Das Betaharz entspricht B u ehn er's Jalappin. Das in Aether losliche Harz
will ich das C; a ni in a h a r z nennen.
Das A 1 p h a h a r z lassb sich durch kein mir bekauiiles Mittel vom Betaharz isolirt trcnnen, sondern nur in
Verbindung niit Bleioiyd. Hs b e s i l ~ tdie Eigenschaf'l, in
Betaharz nacti langer'er Zeit ulerzugehun. Ich babe den
in Aether unloslichen Theil des Jalapponharzes an verschiedenen alteren Wurzeln untersucht, und gefunden, dass
aus der Losung desselben durch Bleisalzs nichts gefallt
wurde, wahrend dies bei Ifarz aus andern frischen Wurzeln der Fall war. Ausserdem besikze ich cin (lurch Aetber
erschopftes Harz, welches bei seiner Bcreitung iq Alkohol
aufgelbst, einen starken Niederachlag niit i n Alkohol gelosten Bleisalzen gab. Nachdetn es uber zwei Jdhre ail
einem lrocknen Orle, jedoch nichl vollslandig vor dem
Lufizutritt geschiitzt, aul'bewahrt worden, giebt es mil den
genannten Salzen auch keine Spur einer Tru bung. Dieser
Korper ware also das Betaharz. Ob es sicb daher schon
in der ganz frischen Wurzel findot, karin ich nicht entscheiden; nur so vie1 ist gewiss, dass es 6ich in sllen von
41 *
164
Sandrock,
mir unler~uchtenWu~*zeln,so \vie sie it11 Handel vorkommen, in wcchselnder Mcnge h i d , i n dcnen das Rlphaharz
zum Theil ganz fehlte.
Das B e t a h a r z , wenn es nicht auf eine im Vorliergehenclen bezcichncte Weise frei von Alphaharz erhaltcn werden konnte, tiisst sich voin Ictztern trennen uiid
darstellen, indeni die alkoholische Liisung beider Ilarxe
durch Bleisalze, in Alkohol gelosl, gefallt wild. Aus der
ahfiltrirten Flussiglteit, iius der man das Blei vorhcr durch
Schwefolwassersloff entfcrnt., wiril es durch Wasser gefallt,
ausgewaschen und getrocknet. Das Betaharz hesitzt die
senannten physikalischen Eigenschaften des Jalappenharzes,
nur ist es geruchlos; cbenso ist es mit dem Gemeiige der
oben gedachten Harze. Sowohl dies, als auch das Betaharz fur sich, Sieht rnit Schwefelsfure die oben gedachte
Reaction.
Die beiden Narze bilden mit Alkalien gekochl eigenthumliche Sauren, die auf folgencle Weise dargeskllt werden. Man kocht das rnit Aether hchandelto und erschopfte
Jalappenharz von miiglichst frischen Wuizeln der Ipornoea
Schzclaana rnit eincr Losung von kohlensaureni Kali auhal(,end so lanse, liis auf 2usat.z von Wasser oder Sfure keitr
Hard abgeschieden w i d , und verdampft zur Trockne. Die
Masse wild niit Alkohol ausgezogen, die Liisung eingedampft, mil Wasser verselzt und hierauf durch einen Ueberschuss von Bleiessig niedergeschlagen. Uer Niederschlas
wird ahfiltrirt und gut ausgewaschen. Das Abfillrirte enthiilt die Saurc des Betaharzes. Der Niederschlag wird mit
Wasser zerriihrt und durch Schwefelwasserstoff zersetzt.
Uie vom Schwefelblei abfiltrirte Flussigkett enthait eino
Saure gelost, die icli
Ipomsaure
nennen will. Durch Kochen vom Schwefelwasserstoff befreit, ist dieselbe geruchlos, schmeckt schwach sauer uncl
bitter, reagirl entschiedcn sauer, aber schwach. Zur Trockne
abgedampft., bildet sie cine sprode graue Masse, die leicht
Feuchtigkeit aus der Luft anzieht, und in allen Verhallnissen in Wasser und Alkohol liislich ist. Aus den in
uber dns .Ialappenliara.
169
Wasser Idslichen Salzen wircl sle durch Zusatz einer Skure
nichl ungeliist abgeschieden. Sie gicbl mil concentrirter
Schwcfelsaure beliandelt die crwhhnte Reaction des Jalappenharzes. Die IpomsBure is1 idenlisch mil li a y s cr's Hydrorhodeoretin. Seine Anelyse ergab die Formel C I 211 7 20 1
Atomgewich t 57353.
I p o m s a u r e s K a 1 i wird erhalten durch Sattigen der S h e mil koblensaurem Kali unter Erwiirmen. Es reagirl neutral, schmeckt bittcr und bildet abgetlampfi eine sprode graue Rilasse, die man griisserw
Reinlieit halber noch in Alkoliol liiscn, fillriren und abdampfen kann. Das Salz zieht leicht Feuchligkeit an.
I p o m s a u r e r Kal k wird erhalten dnrch Kochcn der
Saure mit Kalkhydrat, Abdampfen uncl Aufltisen des Ruckslandes in Alkohol und Verclamplung dieser Lcisung. Er
is1 vollkommen neutral.
1 p o m s a u r e s B 1 e i o x y (1 wird erhalten durch Fallen
des Kalisalzes mil essigsaurem Blei. Gut ausgewaschen
bildct es getrocknet ein schmutzig-weisses Pulver.
Fur die Anhanger der melirbasischen SCuren m a s es
eineri eigncn Reiz haben, wenn niclih nur' halb- untl tlrittelbasische Sauren gefunden wertlcn, sondern wenn sogar3
wie K a y s e r gefunden haben will, eine und dieselbe Saure
in den einzelnen Salzen bald zwei-, bald halb-, bald drittel-basisch ist. Unbefangcne werden aber diese Arbeit
Ieicht fur aus Arbeitsfehkrn entsprungen halten, und so
is1 cs h e r . K a y s e r fand tlas Kalisalz zusammengesetzt ails
1At. Kali u. 3 A t . Siiure. Aus seiner Darslellungsweis,: ergiebt
sich, dass er ein Gemenge des ipomsauren Kalis und des
Kalisalzes der folgcnden Sauren analysirte. Nach dem angeblichen Geruch desselben zu urtheilen, scheint es die folgende
Saure des Betaharzes zum Theil frei enlhalten zii haben, was
nicht in dcr Darstellungsart, viellcichl in andern Zufiilligkeiten seinen Grund haben kann. Abgesehen hiervorl b e tel seine Bereitungsweise keine Garantie, dnss das Salz
nicht noch freies Barz eingemengt enthiell. Die Umwandlung alles IIarzes in Siiure erforclert Iiingeres Kochcn, untl
man muss sicli, bcvor man die Urnwandlung a ~ ~ n i m m t ,
168
Sandrock,
uberzcugen, ob sie vor sich gegangen is1 Nach ICngerem
Kochen des Harzes mil Kalilauge konnte icli bfler durch
Sauren, bisweilcn auch durch Wasser unverandertes Harz
aus den concentrirten Lbsungcn absoheiden. Das Barytqalz K a y s e r ' s enthalt auf 1 At. Baryt 2 At. SBurc. Auch
hier ist tlie Beritungsweisc Ursache K a y s e r wollte einen
Ueberschuss an Baryl durch Einleiten von Kohlenskure
snlfernen, uncl bedachte nicht, dass wenigstens in der Kalte
sehr wahrscheinlich tlie Kohlensciure dcm Barytsalz, dn
decsen Saure eine sehr schwache ist, eineii Tbeil Raryt
ausfalll. Kohlensaurer Baryt crforclert wenigstens Unter5tutzung von Wdrme, um durch die Saure zersetzt zu werden. Das Bleisalz fallte K a y s e r aus dem Ammoniurnsalze
mit Bleiessig, weshalb es denn nothwendig zweibasiscli
werden musste. Ich habe das Kalksalz mit Zugrundelogen
von K a y s e r's Elementaranalyse der Saiire analysirt, und
fand es zusamrnengesetzt in 100 Theilen aus 6,O Kalk und
94,O Ipomsaure, was 1 At. Kalk und 1 At. Saure enlspricht.
Die Ipomsaure ist also h e r einbasisch und wird cs arich
in ihren iibrigen V e r b i n d u n p srin, wenn tliese auf eine
gehorige Weise bereitet werden.
Ich bin h e r noch Rechenschaft schultlig, warum icli tlie
Nomenclatur K a y ser's nicht beibehielt. Sein Rhodeoretin
qind zwei vcrschiedene rnit einander verbundene Harze; ich
mussle also fur jedes einen besondern Namen hahen rind
t)in tlabei der ublichen Bezeichnung gefolgt, die denn auch
namenllich von D e rz e I i u s gehilligt und vertheidigt ist.
IGir die Satire honnte icli den Namen Hydrorhodeoretin
&en so wenig, nIs den von B e r z el i u s vorgeschlagenen
Namen Rhodeorctinsaure beibehnlten. Abgesehen von den
obisen Grunden schon tlcshalb nicht, weil es nichl gut rst,
Namen von Eigonschahen abzuleiten, die mehrercn Korper", nnmentlicli den nachslslchenden znkommen. Sowohl
tlas Retaliarz und (lessen Saure, nls auch das Gamrnaharz
werden durch conccnlrirte Schwefelsaure gerobhet nnd ausserdem werden es noch anclere Harze.
Nunmehr y h e ich 711 tler Flussigkeit iher, die bei
Bereitung der Ipoinsaui*~?von deren Bleiverbindung abfil-
lber dqs dalqyenhnrz.
1GT
trirt wurda Diese enhalt ; u s e r liali, Essigshure untl
Bleioxyd eine andere Saure, enktanllen aus dem Betnharz,
die ich
J a l a p p a s a lire
nennen will. Man leilet Schwefelwasserstoff durch die
Fliissi&eit, um das Blei abzuscheiden, filtrirt voni Schwefelblei und entfernt die freie Essigsiiure untl tlas Schwefclwasserstoffgas durch Kochen. Die Fliissigkeit enthalt nun
noch essigsaures Kali, von der sie schwer zu befreien ist,
ohne dass die Jalappasaure theilweise zcrsetzt wird. Man
dampft die Plussigkeit zur Trockne ab, lost den Ruckstand
in Alkohol und sekt tropfenweise verclunnte Schwefelsaure
hinzu, so lange noqb ein Niederschlag entsteht. Man filtrirt vom schwefelsauren Kali ab, entfernt die freigewordene Essigsaare durch Kochen und dampft zur Trocknc
ab. Es gelingt schwer, die Saure rein und unzersetzt zu
erhalten. Der geringsle Ueberschuss an freier Schwefelsaure wirkt beim Kochen zerstorend, indem sich ein hranner, harzahnlicher, brenzlich riechender Korper bildet. Ich
hnbe die Jalappasaure deslialb aus dem reinen Betaharz
auf folgende Weise rein und unzersetzt dargestellt. Dns
,Betaharz wird mil kohlensaurem Kali, in Wasser geldst,
so lange gekocht, bis Sauren kein Harz mehr aus der
Losung fallen. Diese dampft man zur Trockne a b und
zieht die Masse mit Alkohol Bus. Die alkoholische Lijsung
wird vorsichtig so lange mit Schwefelsaure versetzt, als
sich schwefelsaures Kali abscheidet. Die filtrirte Flussigkeit wird von einer etwa vorhandenen Spur Schwefelsaure
dtgrch Schiitteln mit kohlensaurem Bleioxyd oder kohlensaurem Baryt befreiet. Filtrirl enthalt die Flussigkeit die
Jalappasaure frei yon Schwefelsaure, Blei und Kali. Diegibe roagirt sauer, schmeckt sehr sauer, bitterlich kratzend
uncl hat einen eigenthiimlichen susslichen Geruch, dem der
S$iqua dulcis ahnlich, der beim Abdampfen starker hervortritt, fast ljstig ,wird und an Buttersaure erinnert. Eingedampft bildet die S;ip~eoine harzhhnliche, sehmfltzigweisse Rlasse, die leicht Feuchtigkeit anzieht. Sie ist in
alien Verhalbnissen in Wasser und Alkohol ioslich. Mit
168
Sandrock,
concentrirter Schwcfelsaure iibergosscn, liist sie sich unler
blulrolher Fiirbong, an den aussersten Rindern ins Purpurftirhenc spielcntl. Wit Alkalien untl alkalischcn Erden hil~ C sie
L
in Wasser und Alkohol leichtliisliche Salze, desgleichen mit dem Bleioxyd. Sie werden dargestellt durch
Neutralisation jener Rnsen ocler dercn kohlensauren Salxe
rnit der Siiure, wenn niithig mitlelst WBrmeanwendung.
J a I n p p a s a ti r es K a I i hilclet einc weissgelbliche
Massn, die geruchlos ist untl R U S der Luft Feuchtigkeit
;inzieht.
J a 1 a p p a s a u r e r I< a 1 k kann erhalten werden durch
Kochen der nlkoholischen Losring rles Betaharzes mil. Aeizlialk. Filtrirt und eingedilmpfl blcibt eine spriidc g d h weisse Masse. Das Salz ist unkrystallisirbnr. Dirse Darstellringsart gliickt nicht mit tlem Bleioxyd.
B a s i sch -,j a I a p p a s-au r e s B I c i o x y tl w i d erhal[en durch Kochen der geltisten SBure mit iiberschussigem
Ijasisch-kohlensaurem Bleioxycl. Die Iisung reagirt stark
alkalisch. Eingeclampft ist es cine weissgranc Masse, Feuchtigkeit anziehend, von adst ringirentl hitterlichem Geschmack.
N e u 1 r a 1 c s j a I a p p a s a u r c s B I e i o x y ti erhalt man
(lurch Neutralisation des vorhergelienden Salzes mil der
Siiurc. Eingeclampft bleibt eine schmutzig-weisse Masse,
(lie leidit Feuchtigkeit anzieht.
Man wird hicr die Elemenlaranalysc der Siiure ungern vermissen. Ich muss betlauern, einc solche zur Zeit
nicht ilusfuhren zu kijnnen, weshalh denn auch die Zusammenselzung der Salze nicht ermillelt werden konnte.
Aehnlich verhdt es sich mit tler vorhergehenden Saure.
Ohne gerade Rlisstrnuen in die Analyse I< a y s e r’s zu s e w n ,
liielt ich tloch cine Wietlerholung derselben fur wunschenswerlh, bevor n e w Analysen der Verhindungen angestellt werden.
Aus tlem Vorhergehenden ergicbl sich, dass das BetaIinrz tler Jalappenwrirzel itlentisch ist init B u ch n er’s iind
II e r 11 e r g e r’s Jalappin. Jedoch niuss dicsem Korper,jede
basische Nillnr shgcsprochen werden. Seine Liislichkeii
in Essigsiiure bewcisi. riichs; cfr ist in spinem ganaen Ver-
iiber das Jnlnppenharz.
169
halten ein einfaches Flarz, wie sich aus tlem Vorhergehendcn ergiebt. Wenn aucli genannte Chemikcr uber die Natiir
dieses Kiirpers irriger Meinung waren, so musste man
ihnen doch zutrauen, dass sie Thalsachen richtig beobachtet haben wurden, weshalb es unbegreiflich ist, wie K a ys e r uber clicselben zu seinem Nachtheil hinwegyht und
ohne Wciteres jenes Jali~ppinfur Rhotieoretin erkllrt, obsleich er doch srhen musstc, tlass tlas Jalappin niclil durch
Bleisalzc gefallt werden sollte, wahrend dies bei seinem
Rhodeoretin der Fall sein sollte, was jedoch nur theilweise
gefallt wird.
Das G a m m a ha r z cler Jalappenwurzel wird erhalten,
wenn das genannte Harz derselben mil Aelher unler ofterern Umscliiilteln gekocht oder digerirt wird, bis das Harz
erschopft ist. Der gelb gefarbte Aetlier enth5lt das Gammaharz geliist. Nach dern Verdunstco bleibt eine weiche,
zahe, harzige Masse zuruck von gelbei. Farbe. Einmal
erhielt ich dieselbe mit einern Sikh ins .Griine, niemals
braun, wie K a y s e r und Andere gefunden haben wollen.
Die Reiiiigungsmel.hode dcsselben clui~chLiiscn in Alkohol
und Niederschlagen mil Wasser votn a tihangenden Rhodeoretin ist, da ' beicle Korper gleich liislicli und gleich
fallbar sind, schwer zu entrathseln. Das Gammaharz lost
sich in Alkohol, wirtl (lurch Wasscr gefiillt, reagirt sauer,
schmeckt kratzend und hesitzt den Geruch der Jalappenwurzel. An der Luft erhartel cs nicht, auch nicht bei
einer Ternperatur von 100". Auf einer Platte erhitzt, sto5st
es uhelriechende Damplb aus, die sich entziinden lassen;
das Harz selbst aber brennt nicht und es bleibt eine kohlige Masse zuriick. Es lost sich in Essigsaure, K a y s e r ' s
Angabe entgegen ; Salpetersaure liist dasselbe nicht, sondern verandert es, indem es braun wird. Concentrirte
Schwefelsanre l6st das Aarz; die Losung wird zuerst roth
und nimmt nach einiger Zeit eine purpurrothe Parbe an.
Bleioxydsalze fiillen die alkoholische Liisung weiss, nicht
gelb. Es lost sich leicht in Alkali und wird durch Sauren
mrn Theil onverandert niedergeschlagen. Langeres Kochen
verwandelt das fIau jedoch gleichfalis vollsbiindig in eine
170
Sandrock, iiber dns Jalappenham
SCiurc, die nus rhrcn alhalisclicn Ycrbintlungen durch
Sauren flockig gehllt wird. Untcr Umstanden, die ich
nicht genau ermitteln lionntc, gelatinirte dieselhe, was
namentlich geschah , wenn sic mit Schwefelsaure gefiillt wurdc. Die Saure ist wenig loslich in Wasser, leichl
loslich in Alkohol und in ammoniakalischem Wasser. A u s
Mangcl an Material, welches meistens aufgegangen war:
bevor icll mehr Einsicht in die Natur der Saure erlangt hattc,
konnte ich dieselbe nicht vollkommen rein und isolirt
clarstellen. Fillt man das Kalisalz derselben mil Bleiessig
und zersetzt das Bleisalz mit Schwefelwasserstoff, so bleibt
die Shure beim abfiltrirten Schwefelblei grosstenlheils ungelost zuruck. Ich habe sie aus diesern durch Ammoniak
ausgezogen; zweckmassiger diirfie es sein, dieselbe durch
Alkohol auszuziehen.
Das K a1 i s a I z krystallisirt ans alkoholischer Lbsung in
grossen Iiornern von undeutlirher Krystallform. Es ist
gelblich, luftbestandig ; aus der Losung wird die Saure
rlcqselben durch Essigsaure gefallt
llas B I e i s a 1 z , bereilet aus dem Kalisalz durch Niederschlagen mit Bleizucker, bildet oin weisses Pulver. Es
1st schwer ausziiwaschen, weil es sich leicht in Wasser
suspendrrt uncl sich sclir langsam absetzt, aoch leicht
durcli das Filtrum geht.
Ich habe einen Versuch gemacht, die tfrei Sauren,
welche die verschiedenen Harm des Jalappenharzes bilden, aus letztercm darzustellen, ohne es vorher durch
Aether zu zerleaen. Das Harz wurde mit kohlensaurem
Kali rm Ueberschuss i n Wasser gelost, langere Zeit untl
hinreichend gekocht, dann eingedampft, der Rucksland
durch Alkohol ausgezogen, der Auszog eingedampft, in
Wasser gelost uncl mit Schwefelsaure versetzt, wahrend
die Flussigkeil lieiss war. Beim Erkalten gelatinirle sie.
Auf ein Filtrum gebracht, lief der grosste Theil ab, der die
Ipomsaure uncl Jalappasaure enthielt. Die zurhakbletbende
Galbrte enthielt die Sarirc rim Gammaharzes und ausserdem geringe Mengen der ersten Sauren. Aus dem Abfil-
Wdaning, chemhhe Unlersuchuq einer SdDe.
171
trirhn konnkn (lie heidrn Sanren nuf bekannte Wcise
durch Bleiessig geschicden und weiier verarbeitet werden.
Das Gelatinirte, unliisbch in Wasser, wurde in Ammoniak hallendem Wasser geliist und mit Bleiessig gefallt.
Der abfiltrirte Niederschlag wurde mit Schwefelwasserstoff
zersetzt. Auf ein Filtrum gebracht, enthiclt die ablaufende
Flussigkeit etwas Ipornsaure; dcm Schwefelblei war die
Saure des Gammaharzes beigemengt, die sich durch vcrdunnles Ammoniak ausziehen licss.
In der Folge werdc ich wcilerc Auskunft uber die
Saore des Gammaharzes geben, und deronlichsl eine Untersuchung ties Ilarzcs der Slipiles jalappae anstellen.
Cheinische UnBersuchung einer Salbe ;
von
E. W i t ti 11 g sen.
in Hiixter.
l o r einigjer Zeit wurde mir leine Salbc, welche als
Geheimmittel gegen flechtenarlige Ausschlage tlienen sollte,
zur Untersuchung mikgetheilt. Da Unlersuchungen dieser
A r t nicht selten mil Schwierigkeiten verknhpft sind, wenn
entwetler keinc Verseifimg in der Salbe stalk hakte, oder
Metalloxyde an Fettsauren gebunden waren : so mogen
folgende kurze Bemerkungen geslattet sein.
Die Salbe Iialt,e ein citrongelbes Ansehen. Der Geruch nach Olivenixl war kaurn bemerkbar, die Consistenz
dem Ungzlen6asrn cevcum ahnlich.
Um euf metalliache Beimengungen zu prufen, wurle
Scliwefelwasserstoff~asdirect mit einem Theil der Salbe
in Beriihrung gesetzt, wobei sofort eine brkunlich -schwarze
Farbung erfolgte. Durch Zusatz von vcrdiinnter Salpetersaure verscliwand die Farbe nicht.
Verdiinnte Salpetcrsiiurc bcwirkle eine Verantlerung
cler Farbe der Salbe ins Wcissliche. Die mil reinem Was5er sehr vercldnnte und dann abflllrirte Flussigkeit zeigte
rnit Schwefelwasserstoff gleiches Verhalten wie die Salbe
selbst,
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