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Ueber das Sennepikrin.

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Ueber das Sennepikrin.
69
5) Der B o r s a u r e w e i n s t e i n ist eine gesattigte Verbindung von 1 Aeq. Borsaure mit 1 Aeq. Weinstein. Es ist
saures monoborweinsaures Kali =
KO
m)
~811309
B03
6) Der B or a x w e i n s t e i n is%eine gesattigte Verbindung
von 1 Aeq. Borax mit 2 Aeq. Weinstein. Er besteht aus
einem Doppelsalze von m o n o b o r w e i n s a u r e m K a 1i h ’ a t r o n m i t s a u r e m m o n o b o r w e i n s a u r e n K a l i , wel-
Dieser erste bekannte Fall von der Substitution des
IT0 in organischen Sauren durch Borsaure macht es wahrscheinlich, dass andere organische Sauren, namentlich die der
Weinsaure so nahestehenden Aepfelsaure und Bernsteinsaure,
ein ahnliches Verhalten zeigen. Die Resultate von Versuchen, die ich dariiber anzustellen gedenke, werde ich mir
erlauben , spater mitzutheilen.
Ueber das Sennepikrin;
von H. L u d w i g und R. S t i i t z in Jena.
Bereits im Sommer 1864 berichteten wir uber diesen
Bestaudtheil der alexandrinischeu Seunesblatter (-4rchiv der
Yharmacie Juli-Augustheft 1864. 11. R. Bd. 119. S. 42),
doch konnten wir damals bloss qualitative Versuche mittheilen,
welche niit demselben ausgefuhrt wurden , da die geringe
Menge, die davon erhalten worden war, keine eingehenderen
Untersuchungen damit zuliess. In Folgendem theilen wir
nun die Resultate mit, melche weitere, im Winter 1867/68
damit ausgefuhrte Bersuche ergeben haben.
Zuerst sei nochmals kurz die Darstellung des Bitterstoffes erwiihnt, welche im Sommer 1867 von R. S t i i t z im
Laboratorium des Herrn Dr. M i r u s hier ausgefuhrt wurde:
Das spirituose Extract von 63/4 Pfund Folia Sennae
alexandrin., welches im Laufe einiger Jahre bei der Bereitung
’
70
Ueber das Sennepikrin.
der Fol. Sennae spiritu vini extracta als Nebenproduct gewonnen worden war, wurde in destillirtem Wasser gelost, die
Losung, rnit ca. 11/2Pfund g e k o r n t e r K n o c h e n k o h l e
versetzt , unter ofterem Umriihren auf dem Dampfapparate
wieder zur Trockne gebracht, und der Ruckstand sodann mit
k a 1t e m d e s t. W a s s e r erschopft. Der dunkelgefkbte Auszug wurde hierauf nochmals mit etwa 1 Pfund Knochenkohle eingedampft und der Ruckstand abermals mit dest. Wasser wie
vorher ausgezogen. Die beideu Portionen Knochenkohle, vereinigt und getrocknet, wurden nun rnit h o c h s t r e c t i f i c i r t e m W e i n g e i s t zweimal hintereinander ausgekocht, die
braun gerarbten Filtrate gemischt und von ihnen der Weingeist abdestillirt. Der syrupartige , Lackmuspapier rijthende
Riickstand wurde nun in eine Porzellanschale gegossen und
rnit ca. 90 Grm. Iavigirten, vorher mit deut. Wasser angeriebenen B l e i o x y d versetzt und im Dampfbade unter ofterem
Uinriihren zur Trockne gebracht. Moglichst fein zerrieben,
wurde der Ruckstand sodann in einer gut verschlossenen
Flasche mit ca. 300 Grm. h o c h s t r e c t i f i r t e n W e i n g e i s t einige Tage unter ofterem Umschutteln digerirt und
das braun gefirbte Filtrat dann zur Entfernung von etwas
gelostem Bleioxyd mit HS behandelt.
Die von dem ausgeschiedenen PbS abfiltrirte Flussigkeit
liew beim Stehen in einem verschlossenen Glase eine ziemliche Anzahl feiner , gelblicher , seidenglgnzender Xrystlillchen
fallen, welche gesammelt und getrocknet sich bei naherer
Untersuchung als r e i n e r S c h w e f e 1 erwiesen, jedenfalls
herriihrend von dem in die spirituose Fliissigkeit geleiteten
iiherschiissigen Schwefelwasserstoffgase. Die von den Schwefelkryhtallchen abfiltrirte Fliissigkeit wurde nun in einer mit
Papier zugedrehten Porzellanschale der langsamen Verdunstung iiberlassen, wobei sich nichts Krystalliuisches mehr ausschied. Es hinterblieb ein braunes Extract T o n a n f a n gs
siisslichem, dann aromatisch b i t t e r e n u n d k r a t z e n d e n G e s c h m a c k. Dasselbe wurde nun rnit Wasser
wieder zur Losung gebracht und mit einer wassrigen Losung
von 10 Grm. G e r b s a u r e gefallt. Der ausgeschiedene Nie-
Ueber das Sennepikrin.
71
derschlag hatte sich nach langerem ruhigen 8tehen der Jlischung theilweise in Form einer zusammenhangenden dichten
Masse zu Boden gesetzt, wahrend ein Theil, ohne sich weiter
abzusetzen, in der Flussigkeit vertheilt blieb und mit dieser
auch durchs Filter ging. Der dichte Niederschlag , welcher
nach unserer friiheren Erfahrung das eigentliche S e n n e p i k r i n enthielt, wurde nun, nachdem er getrennt, mit destillirtem Wasser abgewaschen und rnit 30 Grm. lavigirten Bleioxyd und etwas Wasser iunig verrieben worden war, auf
dem Ditmpfapparate unter ofterem Umriihren zur Trockne
gebracht, der Riickstand sodann zerrieben und einige Ma1 mit
h o c k s t r e c t i f i c i r t e m W e i n g e i s t in der Warme extrahirt. Die gemischten Filtrate, welche sich frei von Blei zeigten, wurden nun bei gelinder Warme eingedunstet. Es hinterblieb eine b r a u n e e x t r a c t a r t i g e M a s s e , welche
nicht vollkommen ausgetrocknet werden konnte. Dieselbe
wurde nun mit r e c t i f i c i r t e m B e t h e r so lange wiederholt behandelt, als derselbe noch etwas aufnahm nnd sodann
einer Temperatur von etwa 50 bis 6 O o C . im Trockenschrank
ausgesetzt. Naoh etwa 24 Stunden war die Nasse nun
v o l l s t a n d i g t r o c k e n geworden rind stellte dann zerrieben ein g e l b l i c h w e i s s e s , d e r G e r b s a u r e a h n l i c h e s
P u l v e r dar, reichlich 3 Grm. an Gewicht. Dieses Pulver,
von uns a14 S e n n e p i k r i r\ bezeichnet, zeigte folgende Eigenschaften :
Es loste sich leicht in Weingeist, schwer in Wasser,
gar nicht in Aether. Die wassrige Losung wurde durch
Gerbsaure in gelblich weissen Flocken gefallt , die jedoch bei
reichlicherem Zusatz von Gerbsaure mieder verschwanden.
Eisenchlorid farbte die Losung griinbraun. Eine Probe, in
einem Schllchen mit Ammoniak verrieben , farbte sich fleisphfarben wiihrend sich Kalilauge damit braunte. Nach dem
Kochen der wassrigen Losung rnit verdunnter Xchwefelsiiure
trat nach Zusatz einiger Tropfeu Kupfervitriollosung und
Natroalauge bis zur deutlich alkalischen Reaction die T r o m mer’sche Probe sehr deutlich ein.
~
72
Ueber dns Sennepikrin.
Zur naheren Erforschung des Sennepikrins, welches, wie
vorstehende Reactionen unzweifelhaft beweisen, zu den Bittesstoffen und zwar zu den Elaoglykosiden gehort , wurden
nun im Laboratorium des chem. pharmac. Iiistituts weitere
Versuche angestellt und vor allen Dingen zur Ausfuhrung
einiger Elementaranalysen geschritten.
I. 0,410 Grm. bei 100OC im Wasserbade lingere Zeit ausgetrocknetes Sennepikrin mit frisch ausgegliihtem CuO in einer
Verbrennungsrohre mit angefugtem Chlorcalciumrohr und Kaliapparat der Verbrennung im L i e b i g ’ s c h e n Ofen unter den
ublichen Cautelen unterworfen , lieferte :
0,291 Grm. HO = 0,03233 Grm. H.
und 0,802 Grm. C 0 2 = 0,21873 Grm. C.
Hieraus ergiebt sich die procentische Zusammensetzung :
C = 53,349
H = 7,886
0 = 33,765
100,000.
Nach beendigter Verbrennung , die anscheinend ganz gut
von Statten gegangen war, zeigte sich in der Verbrennungsrohre ein geringer russartiger Anflug und die durch die
Verbrennungsrohre gesogene Luft schmeckte etwas brenzlich.
11. 0,368 Grm. wiederum bei looo im Wasserbade
ausgetrocknetes Sennepikrin wurden wie vorher der Verbrennung unterworfen. Es wurden dabei erhalten :
0,750 GOa = 0,2045 C.
0,273 HO = 0,0303 H.
Die daraus berechnete procentische Zusammensetzung:
C = 55,570
H = 8,234
0 = 36,196
100,000.
Diese 2. Verbrennung war jedenfalls vollstiindig von
Statten gegangen. Sie liefert Zahlen, welche mit der Annahme stimmen, dass das Sennepikrin isomer (oder identisch)
75
Ueber darr Sennepikrin.
sei mit einem Jalappin, welches 2 Bequivalente Wasser enthalt =
C68H56032
2HO.
+
Die aus dieser Formel berechnete procentische Zusammensetzung ist :
C = 55,285
H = 7,859
0 = 36,836
100,000.
Die 111. E l e m e n t a r a n a l y s e , bei welcher 0,343 Grm.
fiennepikrin angewendet wurden. verungluckte.
IV. 0,270 Grm. vorher etwa 1 Stunde lang im Wasserbade bei 1000 C. ausgetrocknetes Sennepikrin lieferten bei
der Verbrennung mit frisch ausgegliihtem Rupferoxyd
HO = 0,190; H = 0,02111 Grm.
Cop= 0,525; C = 0,1432 ,,
woraus sich die procentische Zusammensetzung ergiebt :
C = 53,037
H = 7,818
0 = 39,145
.
-_ _
100,000.
Das Resultat dieser Analyse stimmt demnach mit dem
der ersten Analyse fast ganz genau iiberein.
Naoh M a y e r besteht die C o n v o l v u l i n s a u r e aus
C82H500S2
+ 3H0 (siehe Annalen der Chemie u. Pharmacie,
Bd. 9 5 , 1855. pag. 162.).
Setzen wir Convolvulinsliure
= C6gH60035 2 H 0 , SO erhalten wir:
+
Berechnet.
C6'
372
H5'= 52
OS4= 272
=
696.
==
=
=
53,448
7,471
39,081
--
100,000.
Gefunden.
Differenz.
53,037 - 0,411
7,818
0,347
39,145
0,064
- -___
100,000.
+
+
74
Ueber das Sennepikrin.
Nach der ersten Elementaranalyse sbllt sich die Vergleichung folgendermaassen heraus :
Rerechnet.
Gefuoden.
c = 53,448
Differenr.
53,349 - 0,099
7,886
0,415
38,765 - 0,316
+
H = 7,471
0 = 39,081
100,000.
100,000.
W a s s e r g e h a 1 t d e s S e n n e p i k r i n s.
I. Es wurden zur Bestimmung desselben 0,401 Grm.
lufttrocknes Sennepikrin in einem reinen, ganz trocknen, vorher genau tarirten Reagircylinder einer Temperatnr von
100OC. im Wasserbade so lange ausgesetzt, bis die Probe
nichts mehr an Gewicht verlor. Die wahrend des Versuches
im oberen Theile des Reagircylinders sich ansetzende Feuchtigkeit wurde mittelst Fliesspapier ofter entfernt. I n die
Mundung des Reagircylinders war mittelst eines durchbohrten
Korkes ein oben und unten offenes Glasrohrehen eingefugt,
welches ein Streifchen Lackmuspapier enthielt. Nach einer
Stunde blieb das G ewicht des Sennepikrins constant und
betrug nun der ganze Gewichtsverlust 0,023 Grm., entsprechend 5,735% HO. Nach der Formel C6*H50HBP 4 H 0
sollten entweichen 5,042 o/o HO.
Es sind sonach 5,735 5,042 =0,693°/0 HO mehr verloren gegangen, als obige Berechnung verlangt; solches ist
moglicherweise hygroscopisches Wasser. Das Sennepikrin
hatte sich, ohne jedoch irgendwie eine Zersetzung zu erleiden,
ziemlich stark aufgeblaht. Das Lackmuspapier im Glaarohrchen mar unverandert geblieben.
11. T r o c k e n v e r 8 11 c h. Derselbe wurde wie oben
angegeben nochmals mit 0,400 lufttrocknem Sennepikrin wiederholt. Der nach 3/4 Stunden constant bleibende Gewichtsverlust betrug 0,025 Grm. = 6,25%. Nach der Formel
C62H5003e
+ 5H0 sollte 6,022°/0 HO entweichen.
Von 130 bis 202OC. steigend im Paraffinbade erhitzt, verlor das Sennepikrin nur noch 0,002 Grm. HO, wurde schaumig und weich, ohne eigentlich cu schmelzen und gab dabei
+
-
75
Ueber das Sennepikrin.
keine brenzliche Stoffe ab, ebenso blieb Lackmuspapier unverandert. Die urspriinglich gelbliche Farbe des Smnepikrins
war jedoch einer braunen gewichen und ein eigeuthumlicher
aromatischer Geruch war bemerkbar, erinnernd an denjenigen,
welcher beim Kochen des Sennepikrins mit Saure auftritt.
S t i c k s t o f f b e s t i m m u n g.
0,239 Grm. im Wasserbade getrocknetes Sennepikrin
wurden rnit frisch ausgegliihtem Natronkdk gegliiht, das dabei
gebildete Ammoniak in Salzsaure aufgefangen und in Platinsalmiak verwaudelt. Es wurden so 0,042 Grm. H4NCl,PtCle bei
100OC. getrocknet erhalten, = 0,00263 Grm. N = l,lOo/, N.
Gegliiht hiaterliess dieser Platinsalmiak 0,025 Grm. Platin, entsprechend 1,19°/o N.
Das Plus von 0,090/o N lasst sich jedenfalls dadurch
erklaren, dass schon im Platinsalmiak etwas metallisches Platin vorhanden war, erzeugt aus den Platinchlorid durch Reduction in Folge vorhandener organischer Stoffe. Der Stickstoffgehalt kann demnach wohl rund zu l,O% angenommen
werden. Es ruhrt derselbe im Sennepikrin jedenfalls von
noch nicht vollstandig entfernten Eiweisskorpern her.
Untersuchung
d e s Sennepikrins
von Schwefel.
auf
Ruckhalt
Zu diesem Versuche wurde das Sennepikrin verwendet,
welches schon zu einem Trocken - und Schmelzvermuche im
Paraffinbade benutzt worden war und urspriinglich 0,400 Grm.
betrug. Dasselbe befand sich noch in dem dam benutzten
Reagircylinder und wurde in demselben mit einigen Tropfen
ganz concentrirter Salpeterslure durch Erwarmen zur Losung
gebracht. Dime ging unter bedeutendem Aufschauinen vor
sich nnd firbte sieh das Sennepikrin dabei am Rande anfangs
fleischfarben , wurde jedoch sehr bald in eine dunkelhraune
klare Fliissigkeit umgewandelt. Dieselbe wurde rnit Wasser
in eine Porzellanschale gespult , mit reinem SOs-freien kohlensauren Natron neutralisirt und sodann iiber der Weingeistflamme unter Umriihren zur Trockne gebracht. Die erhaltene
76
Ueber das Sennepikrin.
braune Masse wurde nun in einem Porzellantiegel bis zur
vollstiindigen Entfarbung gegliiht, nach dem Erkalten in Wasaer gelost, die Losung filtrirt, mit reiner HC1 angesauert und
sodann -in einem Glascylinder mit nicht zu wenig BaCI-Losung versetzt , durch welche eiue starke Triibung erzeugt
wurde. Als sich nach liingerem Stehen der Niederschlag von
Ba0,SOS abgesetzt hatte, wurde derselbe auf einem gewogcnen Filter gesammelt, gut ausgewaschen und nach dem Trocknen bei 100OC. gewogen.
Das Gewicht des getrockneten Filters betrug 0,357 Grm.
Das Filter mit dcm getrockueten Ba0,SO ,, 0,407 ,,
Demnach waren erhalten worden an Ba0,S03 0,050 Grm.
Darin Bind 0,0069 S entsprechend 1,725% Schwefel.
Priifung auf Phosphor.
Die von dem Ba0,S03 abfiltrirte F1. wurde nun auf PO5
wie folgt gepriift: Der iiberschiissige Baryt wurde zuerst mit
verdunnter Schwefelsaure vollstandig ausgefallt, hierauf wurde
xnit H3N neutralisirt und nun nicht zu wenig von einer klaren Mischung aus Bittersalzlosnng , Salmiaklosung und Ammoniak zugesetzt. Nach 24stundigem bedeckten Stehen hatte
sich nur ein geringer gelblicher leichter und flockiger Niedersohlag gebildct , wahrscheinlich eine Spur Fez0 3. Derselbe
gab, auf einem Filter gesammelt und mit einem Tropfen Silberlosung versetzt keine PO5- Reaction.
Phosphor war demnach im Sennepikrin nicht vorhanden.
U n t e r s u c h u n g d e s 8 e n n e p i k r i n s a u f ni e c h a n i s c h
b e i g e m e n g t e n S c h w efel.
Da die Vermuthung nahe lag, dass der gefundene Schwefel dem Sennepikrin bloss mechanisch beigemengt sein konnte,
weil die spirituose Losung desselben, um sie von Pb zu befreien
mit HS behaudelt worden war (siehe oben), wurde nun zur
Untersuchung auf mechanisch beigemengten Schwefel geschritten.
Ein Theil des noch zu Gebote stehenden Sennepikrins
wurde mit rectificirtem Weingeivt zur Losung gebracht. Nachdem diese mit Wasser noch etwas verdunnt und der Wein-
'
Ueber das Sennepikrin
77
geist in einem Schalchen d a m wieder verjagt worden war,
zeigte sich in demselben ein geringer gelblicher Bodensatz.
Voii diesein wurde ein Theil der niikroskopischen Untersuchung unterworfen iind der Rest mit Watronlauge ' behandelt.
Beide Versuche bestatigten auf das Bestimmteste die Gegenwart des S. Unter den1 Ifikroskop waren niimlich sehr deutlich zu erkennen : OctaEder, rhonibische Tkfelchen iind gekrenzte
Prisnien.
Jfi t einigen Tropf'en starker b atxonlaiigc ging der Rest des
noch in dein Schalchen befindlichen Uodensatzes beim Erhitzen
iiber der Weinge&tlamrne in einc gelbc Liisung uber, melche
durch PbO,x Losung gevchwiirzt wurde. Unsere Vermuthung,
dass das Sennepikrin den Schwefel mechanisch beigemengt
enthielt, hatte sich demnach bestatigt.
-
D e v t i l l a t i o n d e s 8 e n n e p i k r i n s n i i t HCl.
Es wurde liierzu der Ruckstand henutzt, welcher durch
Verdampfen dcr wassrigen Losung dea von Schwefel befreiten
Sennepikrins irn Wasserbade crhalten worden war. Derselbe
wurde mit ca. 30 Grm. reiner officinellcr HCI wieder zur Losung gebracht, in pino kleine Retorte mit Vorlage gegeben und
im Wasserbade der Destillation unterworfen. Die Fliissigkeit
war anfangs ganz klar und von gelbbrauner Farbe, wenige
Ninuten jedoch der Temperatur des lrochenden Wasser ausgesetzt, triibte sie sich untcr Abscheidung e i n e r h a r z i g e n
Nasse, welche anfangs am Boden der Retorte sass, bald darauf
jedoch in Forni brauner oliger Tropfen auf der Oberflache
der P1. schwamin, welche jetst einen eigenthiimlichen aromatischen Geruch eeigte.
Wachdem die Destillation unter ilbkuhlung der Vorlage
3 Stunden lang fortgesetzt worden war, waren etwa 10 Grm.
einer wasserhellen F1. iibergegangen, von demselben aromatischen Geruch wie der des Retorteninhaltes. Dieselbe wurde
in ein Glas gegeben und mit etwa 15 Grm. rectificirtem
Aether ubergossen , gut verstopselt einstweilen bei Seite
gestellt. Der Retorteninhalt wurde nun bis auf die h a r z i ge
M a s s e , welche an der Glaswand festhing, in eine Porzellan-
78
Ueber das Sennepihin
schale gegossen, mit reinem kohlensauren Bleioxyd iibersattigt
und damit im Dampfbade unter ofterem Umruhren zur !Crookme
gebracht, der eerriebene Ruckstand hiaauf in ein gut zu verschliessenda Ghs gegeben und, mit sehr atarkem (95 o/o) Weingeist iibergossen, u h r ofterem Umschiitteln einige Zeit digerirt. Das gelblioh gefiirbte klare Filtrat hinterliess nach dem
Verdunsten in gelinder Warme einen salzig schmeckenden
Ruckstand von krystallinischer Beschaffenheit.
Eine Probe davon unter das Mikroskop gebracht, eeigte
in der That fzahlreiche und sehr deutliche kleinere und grossere
W u r f e l v o n K o c h s a l z - wie sich ergab, riihrte dasNatrium
desselben aus dem kohlens. Bleioxyd her, welches noch eine
Spur NaO,CO* enthielt - daneben aber auch sehr verschiedenartig gestaltete Gruppirungen von w a r z i g e m K r i i m e l z u c k e r , dessen Anwesenheit sich auch durch die T r o m m e r ’ Ache Probe, welche mit dem in der Schale befindlichen
Rest des Riickstandes vorgenommen wurde , bestatigte. Die
Menge des Ruckstandes war zu gering, um damit, ausser der
T r om m e r ’ schen Probe, auch noch einen Gahrungsversuch
auszufuhren.
Ton dem bei Seite gestellten Destillate wurde nun, nachden1 es mit dem zugesetzten Aether einige Ma1 tiichtig durchgeschiittelt worden war, der letztere wieder getrennt und in
einem Schatchen der freiwilligen Verdunstung iiberlassen. Es
hinterblieb , auf einer wassrigen 3’1. schwimmend , deutlich
erkennbares atherisches Oel , von dem charakteristischen Geruch, wclcher beim Erhitmn deo Sennepikrinfi mit Saure stets
beobachtet wurde.
E i n a B c h e r u n g d e s S e n n e p i k r i n s.
Mit dem noch vorhandenen Rest des Sennepikrins, 0,319
Gnn., wurde nun noch eine Einascherung vorgenornmen,
indem derselbe in einem genau tarirten Platinschalchen einer
Weingeistflamnre ausgesetzt wurde. Das Sennepikrin schmolz
mvlrst zu einer dunnen Fliissigkeit, entzundete sich dann und
verbrannte mit einer grossen, stark russenden Flamme unter
Te&reiBung ieines brendlich s m a t i e c h m &ruches und Hin-
79
Ueber das Sennepikrin.
terlassung einer kohligen Masse, welche mit Hulfe deir Lothrohrflamme vollstiindig in Asche umgewandelt wurde , deren
Gewicht nur 0,001 Grm. = 0,313O/,, betrng.
Die Asche reagirte alkalisch, und war kalkhaltig.
Correction der durch die Elementaranalysen
g e w o n n e n e n Z a h ie n.
I. Verbrennung.
c
c = 53,349
53,349
H
= 7,886
S
= 1,725
Asche = 0,313
O
= 36,727
=
H = 7,886
.O = 36,727
___
97,'962.
100,000.
97,962 : 53,349 = 100 : x = 54,459'loC.
97,962 : 7,886 = I00 : x
8,0SO'/o !I€.
97,962 : 3'6,727 = 100 : x = 37,491% 0.
-
Im Mittel von 6 Analysen seiner
Jalappinsaure=C68H68032 f 3H0
erhielt M a y e r (Annalen der Ch.
u. Ph dug. 55. Bd. 95. Seite 140.).
Corrigirte Eerechnung fur
hydratisches Sennepikrin.
C
=
C == 54,380
54,459
_^.
C
H
S
Asche
O
,
v-
55,570
= 8,234
= 1,725
= 0,313
= 34,158
B
e
C
=
= 55,570
H = 8,234
0 = 84,158
-
97,962.
P00,000.
97,9'62 : 55,570 = 100 : x
97,962 : 8,234 = 100 :x
97,%2': 94,158 = 100 : x
= %6,726°/0C.
--
8,Y05°/0 H.
&4@59°/o0.
80
Ueber das Sennepikrin.
Corrigirte Zusammenset,zung d. Sennepikrins.
M a y e r fund in: Jalappin im
Mittel von 7 Analysen am
angefiihrteii Orte S. 136.
C = 56,726
H = 8,405
O = 34,869
56,520
8,180
35,300
100,000.
100,000.
ITT. Verbrennung.
c
= 53,037
c = 53,037
H
= 7,818
H = 7,818
S
= 1,725
0 = 37,107
*4sche = 0,313
97,962.
O
= 37,107
100,000.
54,140% C.
97,962 : 53,037 = 100 : x
97,962 : 7,818 = 100 : x = 7,981 o/o H.
97,962 : 37,107 = 100 : x = 37,879°/00.
-
Corrigirte Zusammensetz.
des hydrat. Sennepikrins.
C
M a y e r fand in der
Jalappinsaure.
54,380
8,340
37,280
= 54,140
H = 7,981
0
= 37,879
100,000.
Analyse I.
Gefunden.
c = 54,459
H = 8,050
0 = 37,491
100,000.
100,000.
Analyse IV.
Gefunden.
54,140
7,981
37,879
100,000.
Die Formel der Jalappinsaure = C6sHs'JO*2
SHO verlangt.
+
54,620
7,890
37,490
--
100,000.
May e r fand fur Jalappinsaure :
Berechnet.
C = 54,620
H = 7,890
O = 37,490
100,000.
Gefunden im Mittcl.
54,380
8,340
37,280
100,000.
Ueber afrikanischen Traganth.
Analyse 11.
Gefunden.
C = 56,726
H = 8,405
0 = 34,869
81
Die Formel des Jalapins
= CesH66Os5 verlangt.
56,660
7,770
35,570
100,000.
100,000.
Die Differenz zwischen berechnetem und gefundeneu
H = 0,635 (also etwas stark).
M a y e r erhielt fur Jalapin = C6sH560s2,
Berechnet.
C
= 56,66
H
=
Gefunden im Mittel.
56,52
8,18
35,30
100,oo.
100,oo.
Bis auf Weiteres ist also anzunehmen, dass das Sennepikrin in seiner Zusammensetzung dem Jalapin C 6 8 H 5 6 0 3 2
und der daraus entstehenden Jalapinsaure C6*H5600s2
+ 3HO
gleicht.
Da J a l a p i n und J a l a p i n s a u r e in Aether leicht 10slich sind, aber S e n n e p i k r i n darin unloslich ist, so liegt
hier ein Fall von I s o m e r i e vor.
D i e A n a l y s e n I u n d IV stimmen auch rnit den
M a y e r ' schen Analysen des in Aether unloslichen C o n v o 1v u l i n s = C62H50032uberein. M a y e r fand in demselben im
Mittel mehrer Analysen (Ann. d. Chem. u. Pharm. 1855, Bd.
95.
162.):
C = 54,79,H = 7,96 und 0 = 37,25 Procent. Unsere
Analyse 11. lasst sich jedoch mit dem C o n v o 1v u 1i n nicht
in einfache Beziehung bringen. ")
7,77
0 = 35,57
s.
Ueber afrikanischen Traganth,
von Dr. F . A. F l i i c k i g e r in Bern.
Diese Substanz ist eine Ausschwitzung der Stamme von
S t e r c u l i a T r a g a c a n t h a L i n d l e y , eines massig grossen
*) Mm vergleiche meine Notiz uber das Sennepikrin in der A p o EL.
t h e k e r z e i t u n g . (Leiprig, 7.Nov. 1867. Nr.45. S. 177.).
6
Arch. a. Pharm. CXC. Bds. 1. U. 2. Eft.
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