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Ueber das Sophorin das Rhamnosid der BlUtenknospen von Sophora japonica1.

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D. H. Brauns: Sophorin.
547
-
Xitteilnngen ant3 dern pharmasentisch chemiachen Inetitnt
der Univeraitat Marbnrg.
Von E r n s t S c h m i d t .
174. Ueber das Sophorin,
daa Rhamnosid der Blutenknospen von Sophora japonioa').
Von Dr. D. H. B r a u n s aus Haarlem.
(Eingegangen den 20. IV. 1904.)
Den historischen Daten, welche sich in der Abhandlnng von
E. S c h m i d t (1. c.) Uber das Sophorin verzeichnet finden, sind noch
Angaben von Spiel? und Sostmann'), sowie von Schnnck8) nachzutragen. Nach den Untersnchungen von Spiel3 und S o s t m a n n sind
Sophorin nnd Rutin identisch, und zwar basiert diese Annahme a d
den analytischen Daten, welche die Eleuentaranalysen des bei 10O0
getrockneten Sophorins und des bei llOo getrockneten Sophoretins
lieferten. Auf Grund derselben erteilen diese Forscher dem Sophorin
die Formel CaoHas10a4,dem Sophoretin die Formel CmHloOia ,
Werte (0 = 8), welche von Z w e n g e r nnd Dronke') auch filr das
Rutin der Gartenraute, bezw. fIir das Qnercetin acceptiert wurden.
Beide Formeln stehen jedoch nicht, wie aus dem Nachstehenden
hervorgeht, mit den tatslchlichen Verhdtnissen in Einklang.
Schunck widerspricht zunHchst der Behauptung von Foerater'),
nach welcher Sophoretin und Quercetin verschiedene Stoffe darstellen,
indem er zeigte, d d beide Spaltungsprodukte identisch sind. S c h n n c k
kommt nach seinen Untersnchungen zu dem Schlul?, dall dem krystallwasserfreien Sophorin die Formel C&, HIS Ole zukommt, und dall dasselbe bei der hydrolytischen Spaltung in Quercetin nnd zwei Molektile
Rhamnose zerallt. Dieser Forscher hat jedoch iibersehen, d d hierbei
zwei verschiedene Zuckerarten gebildet werden.
Die Droge, welche unhr der Bezeichnnng ,,chinesi8che Gelbbeeren in K8rnernu filr die Darstellnng des Sophorins diente, war von
C a e s a r & Loretz-Halle bezogen worden. Sie bestand aus Bliltenknospen, Bliitenstielen nnd Stengeln. Ihre botanischen Eigenschaften
stimmtea mit den beziiglichen Angaben von Stein") tiberein. Durch
1) Dieses Archiv 1904, 216.
8) Ibid. 1866, 75.
8 ) Journ. of the Chem. SOC. 67, 30.
4) Annal. d. Chem. 123, 146.
6 ) Ber. d. chem. Gee. 1882, 214.
6) Journ. f. prakt. Chem. 68, 86, 88.
36*
D. H. Brauns: Sophorin.
548
eine Vorprobe wurde eine Ausbeute von 27,s % Roh-Sophorin konstatiert, wogegen W a c h e l), welcher nur Bliitenknospen, ohne jede
Beimengung von Stielen etc., verarbeitete, nur etwa 7 % Rein-Sophorin
erhielt.
Die vorliegende Droge wnrde im gemahlenen Zustande zungchst
zweimal mit der flinffachen Menge Wasser j e '/a Stnnde lang gekocht.
und die aus diesen Abkochungen beim Erkalten resultierenden unreineren Krystalle gesondert. Bierauf wurde der Riickstand noch
8 ma1 je mit der 15 fachen Menge Wasser 'laStunde lang gekocht nnd
die heiD kolierten Ansztige alsdann znr Krystallisstion beiseite geatellt.
Die Reinigung der abgesogenen Krystalle erfolgte durch 4 malige Umkrystallisation aus heiIlem Wasser.
In seinen Eigenschaften entsprach das auf diese Weise dargeatellte
Sophorin den Angaben, welche die friiheren Autoren iiber dieses
Rhamnosid machen. Exsiccatortrocken schmolz dasselbe bei 186-188O;
R u t h schmolz unter den gleichen Bedingnngen bei der niimlichen
Temperatur.
Im exsiccatortrockenen Zustande, ebenso im Wassertrockenschranke
getrocknet, entspricht das Sophorin der Formel Ce,HaoOla
2 HaO.
I m lnfttrockenen Zustande nPhert aich der Wassergehalt der Formel
Ca7Hso018
3Ha0. Qefunden: 7,65%; berechnet 8,14%. Das im
Wassertrockenschranke getrocknete Sophorin ergab folgende analytische
Daten:
1. 0,196 g lieferten 0,3557 g CO' und 0,0955 g HaO.
+
+
2. 0,1806
.
,,
0,3293
Gefunden:
1.
49,49
R 5,45
c
.
,, ,,
,,
0,0887
Berechnet fiir
2.
49,73
5,49
CmHwO18
+ 2HgO:
50,13
5,30.
Bei l l O o , sowie im Vaknumexsiccator getrocknet') entepricht das
Sophorin der Formel Ca7Hs001a; bei 185-140 O findet keine weitere
Waaserabgabe etatt. Es wurde gefnnden bei Sophorin im Vaknumexsiccator (1,2), bei l l O o (3) und bei 185-140° (4,5,6, 7) getrocknet:
1. 0,1922 g lieferteo 0,36d3 g Cop uod 0,0896g HSO.
,,
.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
0,1912 ,
0,2732
0,2652
0,2017
0,2485
0,2134 ,,
1)
Inauguraldiesert. Dorpat 1893.
Vergl. E. Schmidt, dieses Archiv 1904, 217.
9)
,,
,,
0,3692
0,5294 ,
0,5161 ,,
0,3884.
0,4836 ,
0,4126 ,,
,,
,, ,,
0,0886 ,
0,1224 ,,
0,1184
0,0905
0,1107
,
,,
,,
... ,,, .. .
. , ,,
,
,
0,0970
,,
D. H.Brauns: Sophorin.
649
Gefunden :
1.
C 52,67
H 6,26
2.
52,66
6,18
4.
53,07
4,99
3.
62,85
5,Ol
6.
52,52
5,03
Berechnet fiir
cm HE0 016 :
7.
62,73
6,62
6.
52,96
4.98
53,lO
4,s.
I m Wassertrockenschranke und bei loOo flirbte sich das Sophorin
griinlich. Tm Vakuum und bei 110-180° nimmt das Sophorin eine
etwae heller gelbe Farbe an, als es zuvor besal.
Exsiccatortrockenes Sophorin verlor folgende Wassermengen:
Imvak. Imvak.I.
'I.
Mittel bei lo00 Exsicc.
bei 1 0 0 . . . . . . . 4,30
4,30
n
,,
1100
1200
. . . . . . .
. . . . . . .
5,39
5,39
. . . . . .
6,04
1260 .
1300.
. . . . . .
5,64
-
-
-
-
5,52
5,39
5,88
6,90
5,m
6,97
-
-
-
6,77
6,32
Wahrend das im Vakuumexsiccator getrocknete Sophorin sein
Krystallwaaser beim Stehen an der Luft rasch wieder vollstiindig aufnimmt, ist dies bei dem bei 100° und dariiber getrockneten Sophorin
nicht mehr der Fall. Es scheint daher dieses Rhamnosid h i h6herer
Temperatur eine moleknlare Verlndernng zu erleiden.
Es wurde nicht wieder aufgenommen:
I.
II.
Mittel
von dem bei 1000 abgegebenen Washer . .
Ole%
0143 %
n
n
n 110'
. . . 1,03,
l,58%
1,30n
n
n
n
n
n
n
n
n
n
n
120'
1%'
1300
. . .
. . .
n
I7
1,92
-
. . .
n
-
n
19%
2,16
2,33
2,72
n
%,15
2,b2
Ueber die Details dieser Waaserbestimmungen s. D. H. B r a u n s ,
Inauguraldissertation Marburg 1904.
Spaltung des Sophorins.
Behufs quantitativer Bestimmung des bei der Hydrolyee des
Sophorins gebildeten Sophoretins, wurden etwa 0,5 g exeiccatortrockenen
Sophorins in 150 g kochenden Wassere gelost, die Liienng mit 10 ccm
verdiinnter, 2 g HnSO, enthaltender Schwefelstiure versetzt, die Mischung
zn 200 ccm verdtinnt und alsdann 1 Stunde leng am RiickduIlkiihler
gekocht. Nach 24 etilndigem Stehen m r d e das ausgeschiedene
Sophoretin auf einem gewogenen Filter gesammelt, ausgewaschen und
im Wassertrockenachranke bis zur Gewichtekonstanz getrocknet.
1. 0,4875 g wasserfmien Sophorins lieferten 0,2444 g Sophoretin.
2. 0,4842
3. 0,6438
n
n
n
n
n
n
n
0,2384
0,266
n
n
n
m
D. H. Branns: Sophorin.
Berechnet :
Gefunden:
2.
3.
60,13 49,23 4R,91
49,60.
Diese Daten stehen im Einklang mit denen, welche von W a c h s
nnd von S c h n n c k ermittelt wurden.
1.
Sophoretin.
Das aus einer gfilleren Menge Sophorin durch einstiindiges
Kochen mit verdtinnter Schwefelsaure dargestellte und durch wiederholtes Umkrystallisieren am verdlinntem Alkohol gereinigte Sophoretin
bildete feine, gelbe, gernch- nnd geschmacklose Nadeln. In seinem
Verhalten entaprach dieses Sophoretin durchans dem aus Quercitrin
dargestellten Quercetin. Beide Verbindungen schmolzen im exsiccatortrockenen Znstande bei 297--3OOO.
Den gleichen Schmelzpunkt besaD
das wasserfreie Sophoretin.
Das Sophoretin enthglt 2 Mol. Kry8tallwasserl welche im Wassertrockenschranke, sowie auch bei lgngerer Aufbewahrnng im Vaknnmexsiccator abgegeben werden.
1. 0,6206 g Sophorin verloren im Wassertrockenschranke 0,0526 g.
2. 0,5038
n
n
n
0,0598
3. 0,3303 ,
Vaknumtrockenschranke 0,0346
Gefnnden:
Berechnet fiir
1.
2.
3.
~16Hio~72 b o :
HsO 10,07 11,88 1447
10,65.
Das i m Wassertrockenschranke, mit nnd ohne Vakaum getrocknete
Sophorin nimmt das verlorene Krystallwasser beim Stehen an der Luft
entweder gar nicht oder nur in sehr geringem Umfange wieder anf,
wgbrend dies bei dem im Vaknnm bei gewtlhnlicher Temperatur entwgsaerten Sophoretin der Fall ist. Es scheint somit auch das 6ophoretin
bei erhohter Temperatur, ebenso wie das Sophorin, eine moleknlare
Vergnderung zu erleiden').
1. 0,1964g des bei lo00 getrockneten Sophoretins Ueferten 0,4281g Cop
a d 0,0618 g HoO.
2. 0,1864 g lieferten 0,4062 g CO, uhd 0,osS6 g HsO.
Gefnnden:
Berechnet ftir
1.
2.
c15 H
l
O0 7:
59,59
C 59,76 59,61
3,33.
H 3,64
3,64
Diese Daten stimmen mit denen liberein, welche Wachs und
S c h n n c k f i r das Sophoretin fanden.
+
1) Beim Umkrystallisieren aus Wssser nimmt das im Trockenschranke
entwhsserte Sophoretin wieder 2 Mol. Krystallwasser aaf. E. Schmidt.
D. H. B r a u n s : Sophorio.
551
Bur weiteren Identifizierung des Sophoretins mit Quercetin wurde
dam Acetylderivat desselben nach den Angaben von L i e b e r m a n n und
H a r m a n n ' ) durch Kochen mit Essigsaureanhydrid und Natriumacetat
dargestellt.
Nach dem Umkrystallisieren aus essigsaurehaltigem
Alkohol resultierte das Acetyl-Sophoretin in weiaen, gllnzenden Nadeln,
welche bei 192-194' schmolzen. S c h n n c k fand fur Acetyl-Sophoretin
den Schmp 195O, H e r z i g f u r Acetyl-Quercetin 189-191°, L i e b e r m a n n und H a m b u r g e r 190-198°, W a l i a s c h k o 191-l!Eo.
1. 0,2242 g Acetyl-Sophoretin lieferten 0,4804 g Cop und 0,0825 g H40.
2. 0,2385
n
n
0,5112 n n
n
0,0862 n n
Uefunden :
Berechnet fur
1.
2.
CinHnO7(CsHaO)n:
C 58,44
58,46
58,58
H 4,12
4,OO
3,93.
1,1061 g Acetyl-Sophoretin lieferten bei der Spaltung mit verdiinnter Schwefelslure 0,6503 g wasserfreies Sophoretin = 58,7940; ftir
CI5H50,(C, HaO), berechnen sich 58,98%CI5Hlo0,.
Nach diesen Beobachtnngen diirfte an der I d e n t i t , g t v o n
S o p h o r e t i n u n d Q u e r c e t i n nicht zu zweifeln sein.
Rhamnose, Glykose.
B u r Isolierung der bei der hydrolytischen Spaltung des Sophorins
gebildeten Buckerarten, wnrde das Filtrat vom Sophoretin rnit Baryumkarbonat neutralisiert und das filtrierte Liquidum im Vaknum eum
Sirup eingedampft. Letzterer wurde hierauf mit absolutem Alkohol
vermischt, die Lasung von einem fein verteilten, baryumhaltigen Niederachlage') abfiltriert, das Filtrat zum diinnen Sirup einpeengt und nach
dem Impfen mit einem Krystlllchen Rhamnose im Exsiccator der
Krystallisation uberlassen.
Nach einigen Tagen schied sich eine
betrgchtliche Menge Rbamnose aus, welche nach dem Absaugen nnd
Auswaschen mit wenig Alkohol, durch Umkrystallisieren aus Alkohol
gereinigt wurde. Die Mutterlauge der ersten Rhamnose-Krystallisation
lieferte beim weiteren Einengen noch wiederholt Ausscheidungen dieser
Buckerart. SchlieDlich erstarrte der restierende Sirup bei der Aufbewahrung irn Exsiccator zu einer festen Masse (M).
R h a m n o E 8. Die durch Umkrystallisieren aus Alkohol gereinigte
Rhamnose bildete farblose, durchsichtige, rhombische Krystalle, welche
bei 92-!18O schmolzen.
1)
2)
Annal. d. Chem. 196, 319.
Vergl. W a l i a s c h k o , dieses Archiv 1904, 246.
652
D. H. B r a u n s : Sophorin.
0,2172 g exeiccatortrockener Rhamnose lieferten 0,3142 g CO9 und
0,1525 g HgO.
Gefunden :
Berechnet fiir CeHl106:
C 39,40
39,54
H 7,85
7,75.
Die Ermittelung der spezifischen Drehung erfolgte mit Hilfe
eines Lippich'schen Polarisationsapparates. Bei 20,5-21°: p = 4,7019;
epez. Gew. 1,0150 bei 20°, ergab sich im 2 dcm-Rohr:
4 Minuten nach der Auflosung a = - 0,06 oder [ U ~ D= - 0,62
n
1,
n
,,
a=
0,45 ,, [a]. = 4,68
15
1 Stunde
,,
a=
0,82 ,, [a1D = 8,53
n
I,
,,
a =
0,82
[ a ]=
~
8,53.
1 Tag
+
+
+
+
+
+
Dieee Beobachtungen stimmen mit denen von T o l l e n s und
S c h n e l l e ' ) uberein, nach welchen sich [RID nach 57 Minuten ale
8,56O ergab.
Nach Angabe von A r n d t ' ) walten in der Krystallform der
Rhamnose aus Quercitrin und aus Sophorin Verschiedenheiten ob.
Dieve Beobachtung ist jedoch a19 eine irrttimliche zu bezeichnen, wie
aus nachstehender Mitteilung, welohe Herr Dr. A. S c h w a n t k e - M a r b u r g
die Giite hatte uns iiber die aus Sophorin und aus Cappern-Rutin
ieolierte Rhamnose zu machen, hervorgeht.
,,Die ubergebenen Krystalle von Cappern-Rhamnose und SophoraRhamnose stimmen in der Gestalt und im optischen Verhalten unter dem
Mikroskop vollkommen uberein.
Sie sind monoklin und zeigen die Kombination von 3 Schiefendfliichen
und 2 schiefen Prismen, die mit je einer von diesen in eine Zone fallen.
Dieselbe Kombination beschreibt I l i r s c h w a l d (Ann. der Chem. und Pharm.
196, S. 330) an Rhamnose aus Quercitrin und Xanthorhamnin in der Aufstellung:
+
o ~wop. - w ~ r .pa,.
,
r.
Es aurde an j e einem Krystalle der beiden iibergebenen Substanzen
eine Messung der 3 Zonen am Goniometer vorgenommen. Die Reflexe warm
aiemlich schlecht, doch stimmen die a n beiden Krystallen erhaltenen Winkel
sowohl unter sich als mit den von H i r s c h w a 1d angefiihrten Daten innerhalb
der Fehlergrenaen ubercin."
Nach den ubereinstimmenden chemischen, physikalischen und
krystallogrsphischen Eigenschaften diirfte die Identitiit der vorliegenden
Zuckerart mit R h a m n o s e einwandfrei bewiesen sein.
Nach S c h u n c k liefert 1 Mol. Sophorin bei der Spaltang 2 Mol.
Rhamnose. Schon ein Glrversuch, welcher mit dem von Rhamnose
mijglichst befreiten Zuckersirup angestellt wurde, bewies jedoch die
Unrichtigkeit dieser Behauptung. Zu dem gleichen Resultat fuhrte
1) Annal. d. Chem. 271, 62.
9) Inauguraldissert. Dorpat 1893.
D. H. Brauns: Sophorin.
553
die direkte Bestimmung der Rhamnose durch Ueberftihrung in Methylfnrfurol1).
1. 0,8503g Sophorin (wasserfrei) lieferten 0,126 g Phloroglucid.
2. 0,8887 ,,
,,
11
n
0,147 n
n
Uefunden :
Berechnet fur
1.
2.
1 Mol. C ~ H ~ ~inOCnHgo016:
B
CeHidO6 29,27 31,90
29,84.
G l y k o e e . Z n r Orientierung iiber die Natur des neben Rhamnose
in den Spaltungsprodukten des Sophorins enthaltenen glrnngsrahigen
Buckers wurde ein Teil des von Rhamnose moglichst befreiten Sirups
in ein Osazon durch Erwiirmen mit Phenylhydrazin in essigsaurer
LBsung iibergefiihrt. Das auf diese Weise gewonnene Osazon wurde
znnPchst an8 verdiinntem Alkohol umkrystallisiert und alsdann heill
rnit Aceton ausgezogen, nm das leichter 16sliche Rhamnosazon zn entfernen. Auf diese Weise resultierten gelbe, nadelfarmige Krystalle,
welche, ebenso wie das als Vergleichsobjekt benutzte Phenylglykosazon
bei !204-205° schmolzen.
Z u r Isolierung der anscheinend vorliegenden Glykose diente
zunachst das Verfahren von R u f f und O l l e n d o r f f g ) , welches anf der
Bildung von Benzylphenylhydrazon basiert. Zu diesem Z wecke wurden
drei Teile des znckerhaltigen Sirups in fiinf Teilen Wasser geltist und
dieee LBsnng mit vier Teilen Benzylphenylhydrazin und 20 Teilen
absoluten Alkohols gemischt. Nach gelindem Erwiirmen anf dem
Wasserbade wurde die L6sung mit Waseer bis zur starken Triibung
versetzt und alsdann der freiwilligen V erdunstung tiberlassen. Daa
hierbei ausgeschiedene Hydrazon bildete nach dem Auswaschen mit
Alkohol und Aether weille, bei 162-165O schmelzende Nadeln. Das
unter den gleichen Bildungen dargestellte Benzylphenylhydrazon der
Glykose schmolz bei der gleichen Temperatur. Nach R u f f und
O l l e n d o r f f schmilzt letztere Verbindung bei 165O, nach E c k e n s t e i n
und d e Bruyn') bei 150°. Das bei 162-165O schmelzende reine
Benzylphenylhydrazon lieferte nach wiederholtem Behandeln rnit
Formaldehyd reines, bei 146-148O schmelzendes G1J k 0 8 e a n h y drid.
Bur weiteren Identifizierung der Glykose diente direkt der
allmiihlich krystallinisch erstarrte, rhamnosearme Zuckersirup: M
(vergl. S. 551). Dieses Produkt wurde so oft aus heillem Methylalkohol umkrystallisiert, bis die anf Singlich ausgeschiedenen
krystallinischen Massen eich in durchsichtige rhomboedrische Krgstalle
'
1) Vergl. dieses Archiv 1904, 215 u. 245.
*) Ber. d. chem. Ges. 32, 3234.
8) Rec. des trav. chym. des Pays-bas 15, 97 und 425.
564
D. H. Brauns: Sophorin.
verwandelt hatten. Die bei diesen Umkrystallisationen ausgeschiedenen
geringen Mengen einer baryumhaltigen, pulverigen Substanz wurden
durch Filtrieren beseitigt.
Diese rhomboedrischen Krystalle erwiesen sich bei weiterer
Prufung als die C h l o r n a t r i u m v e r b i n d u n g d e r Glykose').
Glykose-Chlornatrium.
Das Glykose-Chlornatrium ist, bereits wiederholt dargestellt und
untersncht worden; seine Zusammensetzung wird durch die Formel
2C6Hla06fNaC1 zum. Ausdruck gebracht, und zwar sol1 diese Verbindung nach der Mehrzahl der vorliegenden Angaben 1 Mol. Krystallwasser enthalten. D a die Krystallform des Glykose-Chlornatriums
meist a19 hexagonale Doppelpyramiden, selten als Rhomboeder angesprochen wird, die aus dem Spaltungsprodukte des Sophorins erhaltenen Krystalle dagegen fast nur rhomboedrische Form besaflen,
wurde diese Verbindung nach E. F i s c h e r und Schmidme?) aus
reiner Qlykose dargestellt. Bei der Umkrystallisation aue Wasser
resultierte das Glykose-Chlornatrium in den von P a s t e u r n ) abgebildeten und auch sonst in der Literatur hiufig erwahnten
hexagonalen Doppelpyramiden. Als dieses Produkt jedoch wiederholt
aus heiflem Methylalkohol umkrystallisiert wurde, verwandelte sich
dasselbe in rhomboedrische Krystalle, welche in der Form durchaus
mit den aus Sophorin erhaltenen Ubereinstimmten.
Die vergleichende PrUfung der aus Glykose direkt dargestellten
Doppelpyramiden: G-P, und Rhomboeder: G-R, mit den aus Sophorin
gewonnenen Doppelpyramiden: 8 - P , ergab in chemischer und physikalischer Beziehung vollatandige Uebereinstimmung.
D e r bei d e r
S p a l t u n g des Sophorins, neben S o p h o r e t i n und Rhamnose,
gebildete gtirungsfahige B u c k e r besteht d a h e r a u s Glykose.
Die drei Krystallproben besaflen salzig-sullen Geschmack; bei der
Autbewahrung i m Exsiccator wurden sie triibe, bezw. undurchsichtig.
Die wlsserige LBsung rednzierte F e h l ing'sche KupferlBsung und
wurde durch Hefe in Ggrung versetzt. Die drei Proben fingen im
Kapillarrohre je bei 158O an zu schmelzen und waren bei 159' verflussigt. Die gepulverten Verbindungen zeigten bei 158-159' noch
eine Triibung, die erst bei 168O allmahlich verechwand; die Krystalle
selbst schmolzen klar bei 158-159 O.
1) Das zur Bildong dieaer Verbindung erforderliche Chlornatrium entstammte dem kauflichen Baryumkarbonat, welches zur Sattigung des Sophorinspaltungsproduktes verwendet war.
1) Ber. d. chem. Ges. 25, 3655.
0) Annal. de chim. et de pbys. 1851.
D. H. B r a u n s : Sophorin.
555
Das Glykose-Chornatrium verliert seine Krystallwasser bereits
im Exsiccator. Die vorliegenden drei Praparate zeigten auch hierin
vollkommene Uebereinstimmung.
1. 0,2553 g G-R verloren 0,0101 g HpO.
n
0,0085 n n
3. 0,3238 G-P
0,0131
4. 0,2962 n n
n
0,0121 n I,
5. 0,2932 S-P
0,0118
Gefnnden :
1.
2.
3.
4.
5.
HsO 3,96 3,87 4,04 4,08 4,03
2. 0,2196
Berechnet fur
2 CEHIP 08,Na C1+ Ha 0:
412.
1. 0,1870 g getrockneter G-P lieferten 0,2362 g COs und 0,0994 g HsO.
2. 0,2299
GI.-R
0,2885
0,1199
3. 0,1826
S-P
0,2296
0,0963 n n
Gefunden:
Berechnet fur
1.
2.
3.
2 Ce 111s 0 6 , Na C1:
C 34,45
34,22
34,29
34,39
r-I 535
5,83
5,go
R,77
846.
8,36
8,33
CI 8,45
S p e z i f i s c h e D r e h u n g. Das Glykoee-Chlornatrium iibt in
wasseriger Losung, infolge einer Dissoziation nur eine Drehung aus,
welche der Menge der vorhandenen Glykose entspricht, und zwar
zeigt sich auch hier, wie bei reiner Glykose, die Erscheinung der
Binotation. Die Polarisation gelangte im L i p p i c h schen Apparate
zur Ansftihrung.
I. -G-R. 0,4792 g lufttrockener Verbindung in 28,8015 g Wasser gelbst.
Spez. Gew. bei 2 0 0 1,0068; Prozentgehalt: p 1,6366, t 20-210.
8 Minuten nach der Auflosung gefunden [ a ] ~= $86,490
ti
n
n
n
[ a ] ~= +83,770
15
1 Stunde
n
,, [a]D = + 64,64O
[ a ] ~= 44,310.
n
1 Tag
n
n
+
11. G-P. 0,4333 g lufttrockener Verbindung in 31,6102 g Wasser gel6st.
Spez. Gew. bei 2 0 0 1,0056; Prozentgehalt: p 1,3622, t 19,5-20,5°.
15 Minuten nach der Aaflosnng gefunden [a]D = $83,530
1 Stunde
n
[a]D = +59,980
1 Tag
n
n
n
[a]u = +44,630.
IIK. 5-P. 0,2906 g lufttrockener Verbindung in 23,6591 g Wasser gelbst.
Spee. Ger. bei 2 0 0 1,0066;Proeentgehalt: p 1,2862, t 19-200.
16 Minuten nach der Aoflbsnng gefunden [a]. = +84,4l0
1 Stnnde
W
[a]D = +63,990
1 Tag
n
n
n
n
[ a ] ~= 45,330.
Nach 24stiindigem Stehen war j e Konstanz in der Drehung eingetreten.
+
666
D. H. B r a u n s : Cappern-Rutin.
Nach den Untersuchungen von T o 11e n s I) ist die spezifische
Drehung der Qlykose far verechiedene Konzentrationen der Lijsung
eine verschiedene. Er gibt jedoch far die beobachteten Drehungen die
Formel 1u ] D = 52,50
0,018796 p
0,00051683 p'.
Rechnet man hiernach die beobachteten Ablenkungen, unter
Beriicksichtigung, daO das Glykose-Chlornatrium nur 82,02 f CaHia 01
enthalt, um, so ergibt sich fur
G-R [ a ] =
~ 52,28
G-P [.ID = 5234
S-P [ a ] =
~ 52,48
Berechnct fur CgHla06 [ a ] u = 58,52.
D a das Sophorin: Ca~Hrjo0l1,bei der hydrolgtischen Spaltung
1 Mol. Quercetin (Sophoretin): Cl5H1007, und 1 Mol. Rhamnose:
06,liefert, wie die direkten quantitativen Bestimmungen lehren,
so diirfte der Rest als aus Glykose bestehend anzusprechen und die
Spaltung selbst durch folgende Gleichung zu illustrieren sein :
CnHsoOit~ 3HaO = % 5 H i 0 0 7
C o H i ~ O o CeHiaOo
Sophorin
Quercetin Rhamnose Glykose.
Ferner durfte durch die vorstebenden Untersuchungen der
Nachweis geftihrt sein, dall S o p h o r i n u n d R u t i n ( a u s O a r t e n r a n t e ) i d e n t i s c h sind.
+
+
+
+
+
Yitteilungen aus dem pharmaeeutisch-ohemischen Institut
der Universitat Marburg.
Von Ernst, S c h u i i d t .
17 5. Ueber das Cappern-Rutin'),
das Rhamnosid der Blutenknospen von Capparis spinosa.
Von Dr. D. H. B r a u n s aus Haarlem.
Zur Darstellung dieses Rhamnosids dienten die im Bandel befindlichen, in Essig eingelegten Cappern. Dieselben lieferten eine Ausbeute
von 0,32 % Roh-Cappern-Rutin. Sonderbarerweise konnte aus getrockneten, bereits getiffneten Knospen FOR Cappartk spinosa tiberhaupt
kein Cappern-Rutin isoliert werden.
Die zerriebenen Cappern wurden, nachdem sie durch Abtropfen
und Absptilen von Essig befreit waren, viermal mit Wasser j e ?4Stunde
lang gekocht und die heiI3 kolierten Ausziige dann der Krystallisation
uberlassen. Die erste und zweite Abkochung lieferte nach eintggigem
-~
1) Ber. d. chem. Ges. 17, 2238.
9) Ueber die bisher in der Literatur iiber Cappern-Rutin vorliegenden
Angaben siehe dieses Archiv 1904, 218.
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