close

Вход

Забыли?

вход по аккаунту

?

Ueber den Alkalo╨Зdgehalt des Extractum Belladonnae Pharm. Germ. II

код для вставкиСкачать
H. Kunz, Alkaloidgehalt des Extractum Belladonnae.
701
-
Literatur Verzeichniss.
1) B r u n f e l s , Reformation der Apoteken. Strassburg 1536.
2) B r u n s c h w y g , Hieronymus, Das Destillier Buoch, das Buch der
rechten kunst zu destdliren. Strassburg 1515.
3) Cor d u s , Valerius, Dispensatorium pharmacorum omnium. Niirnberg 1598.
4) Dief e n b a c h , Nowm Glossarium latino-germanic. Frankfurt 1867.
5) D i e r b a c h , J. H., Die Arzneimittel des Hippokrates. Hoidelberg 1824.
6) Dispensarium usuale pro pharmacopoeis inclytae Raipubl. Colon.
Coloniae 1565.
7) F l i i c k i g e r , F. A., Documente zur Geschichte der P h m a c i e .
Halle 1876.
8) F l i i c k i g e r , F. A., Frankfurter Liste. Halle 1873.
9)
- Pharmakognosie. II. Aufl. 1883.
10) G e i g e r , Pharmaceutische Botanik. H. A d . Heidelberg 1839- 40.
11) H e y d , Geschichte des Levantehandels. Stuttgart 1879.
12) M e y e r , Geschichte der Botanik. 1855.
13) Ortus Sanitatis oder Gnrt der Gesundheit. Maintz 1485.
14) S e r a p i o n i s de simplicibus medicinis. Argentorati 1531.
15) T r a g u s , De Stirpium natura. Argentorati 1552.
16) Archiv der Pharmacie.
Bus dem pharmakologischen Institut der Universittlt
Leipzig.
Ueber den Alkaloldgehalt des Extract- Belladonnae Pharm. Germ. 11.
Von H e r m a n n Kunz,
Assistent des pharmakologischen Instituts zu Leipzig.
Unter den zur Zeit noch officinellen narkotischen Extracten findet
das Belladonnaextract in der hztlichen Praxis die Eaufigste Verwendung. Bei der energischen Wirkung des Atropins muss es als ein
dringendes Bedtirfniss bezeichnet werdeu, den Alkaloldgehalt des
Extractes mljglichst genau festzustellen. Ton der in diesem Punkte
gegenwiirtig no& herrschenden Unsicherheit legt unter anderem die
Thatsache Zeugniss ab, dass die in Tab. A. der Pharm. Germ. edit. I.
verzeichneten Maximal-Dosen des Extractum Belladonnae (0,lO g
pro dosi und 0,40g pro die) in Edit. II. auf die Halfte herabgesetzt
worden sind (0,05 g pro dosi und 0,20 g pro die), obwohl an der
Methode der Darstellung nicht das geringste gehdert worden ist.
702
H. Kunz , Alkaloldgehalt des Extractum Belladonnae.
Ich habe deshalb auf Veranlassung des Herrn Prof. Biihm versucht,
durch Ermittelung einer die quantitative Bestimmung der Alkalo’ide
i m genannten Extracte errnaglichenden Methode etwas ziir Liisung
clieser offien Frage beizutragen und theile im Nachstehenden die
Resultate meiner Untersuchungen mit.
Die in der Literatur verzeichneten Angaben iiber den Gehalt
der Belladonna an AlkaloYd beziehen sich in der Mehrzahl auf Analysen der Blatter und Wurzel, wahrend das Extract der friiheren
Pharmakopiien nur vereinzelt, das der Pharm. Germ. ed. 11. meines
Wissens his jetzt noch nicht Gegenstand der quantitativen dlkaloi’dsanalyse gewesen ist.
Die uber die Blatter und Wurzel bisher vorliegenden Analysen
ergeben fiir erstere einen Gehalt von 0,15 -0,60 Proc., fur letztere
einen solchen von 0,30 -0,60 Proc. Atropin , wahrend sich der
Gehalt des Extractum Belladonnae, nach den wenigen, auf deatsches Extract bezuglichen Analysen , auf I ,3 -1,6 Proc. Atropin
belguft.
J o s e p h L e R o y W e b e r fand im Extract der Pharm. Americ.
2,57 Proc. Atropin, in einem sechs Jahre alten, aus eingedampftem
Safte bereiteten, nur 0,904 Proc. und in einem anderen deiitschen
Extracte 0,275 Proc. Atropin. Nach ilim verringert sich der Alkalo’idgehalt mit dem Alter des Extractes.
Dragendorff bestimmte den Basengehalt des Extractum Belladonnae Pharm. Rossic. durch Titriren mittels sogen. Mayer’scher
Jijsung zu 1,04Proc., in einem anderen Extracte diirch Fillung der
Basen als Alkaloid - Mercilrijodide und WZgung des Niederschlages
zu 0,8 Proc. H a g e r giebt den Gehalt des englischen Extractes zu
1,7 -2,O Proc. an.
Bei Beurtheilung der angefiihrten Daten sind jedoch auch die
fiir die einzelnen Bestimmungen in Anwendung gebrachten Methoden zu beriicksichtigen. Dieselben waren entweder Ausschiittelungs1) Procter giebt fur trockne Blatter 0,3-0,4 Proc., Hiibschmann
0,3 -0,6 Proc. an. Nach den vergleichenden Analysen von L e for t (Journ.
de Pharm. et de Chimie, avril et mai 1872. XV. pag. 265 und 337) enthalten 2 -Sj&-ige Wurzeln 0,4718 -0,4886 Proc., 7 -8jiihrige 0,2541 bia
0,3128 Proc. Atropin.
2) Americ. Journ. of Pharm. Vol. 48. S G VI. 1876. pag. 145.
3) Chemische Werthbestimrnung stark wirkender Droguen. pag. 30.
4) Handbuch der pharmaceutischen Praxis. Supplement. pag. 142.
H. Kunz, Alkaloydgehalt des Extractum Belladonnae.
703
methoden, indem die Basen durch verschiedene Lijsiingsmittel extrahirt und dann rein als solche gewogen wurden, oder aber man
bediente sich der zuerst von N a y e r vorgeschlagenen Titrirmethode.
Diese beruht auf der Fallung der Alkalo'ide mittels eingestellter
3aliummercurijodidliisung als nicht , resp. schwerlijsliche Alkalo'idmercurijodide.
Beide Methoden haben jedoch in der bisher angewandten Form
ihre nicht unwesentlichen Fehlerquellen. Zunachst einige Work
uber die zuletzt genannte Methode von Mayer. Dieselbe hat durch
D r ag e n d or f f (1. c.) eine weitere Ausbildung erfahren , welcher sie
zur systematischen Basenbestimmung in den meisten Narkoticis und
deren Praparaten empfiehlt.
Zu den von deinselben selbst anerkannten Mangeln dieser Methode , dem mit der Concentration der AlkaloPdlijsung steigenden,
also veranderlichen Wirkungsco5fficienten einerseits und der veranlichen Zusammensetzung des Niederschlages andererseits, kommt
nach den von mir gemachten Erfahrungen bedingungsweise noch
ein weiterer hinzu, welcher zudem auch den zuletzt genannten
erklart.
Als ich im Verlaufe der von mir befolgten, noch naher zu
erijrternden Methode die durch Ausschiitteln mit Chloroform in &alischer Lijsung von den in Chloroform lijslichen Basen vollstandig
befreiten, wassrigen Extractlijsungen nach dem Ansauern mit Kaliummercurijodid priifte , entstand noch ein bedeutender, leuchtend citronengelber Alkaloldmercurijodidniederschlag. Es lag demnach noch
eine in Chloroform unliisliche, in Wasser liisliche Base vor.
Behufs Isolirung dieser Base wurden die Extractriicksfande durch
einen kraftigen Luftstrom von noch adharirendem Chloroform befreit
und alsdann mit Bleiessig g e f a t . Das Filtrat vom Bleiniederschlage
musste die Base enthalten. Dasselbe wurde durch Schwefelwasserstoff Tom Blei befreit , filtrirt und durch Abdunsten der gelijste
Schwefelwasserstoff entfernt. Zur Fallung der Base diente eine
1) Zeitschiift fur analytische Chemie 11, 2. Heft. Mayer lost 13,546 g
HgCP und 49,8 K J zum Liter als Btreflussigkeit =
Dragendoff verdiinnt dieselbe noch mit der gleichen Menge Wasser, hat demnach eine
N. Losung.
2) D r age n d o r f f wendet dieselbe zur Alkaloi'dbestimmung bei Aconit,
Belladonna, Stramonium, Hyoscyamus, Strychnos und Opium an.
3) Dr. 1. c. pag. 56.
704
H. Rum, Alkaloidgehalt des Extraotum Belladonnae.
nach der von B iih m empfohlenen Vorschrift bereitete ,,hiichst coiicentrirte Liisung von Kaliummercurijodid mit Ueberschuss von Mercurijodid , in welcher Verdiinnen rnit Wasser sofortige Abscheidung
von rothem Mercurijodid erzeugt " . Der schiin hochgelb gefiirbte
Niederschlag wurde auf einem Filter gesammelt , durch Abpressen
miiglichst von der Fliissigkeit befreit und noch feucht durch Verreiben mit frisch gefalltem Silberoxyd zersetzt. H i e r b e i t r a t e i n
d e u t l i c h e r G e r u c h n a c h T r i m e t h y l a m i n auf. Nun wurde
von dem gleichmlssig grau gefiixbten Niederschlage abfiltrirt und bis
zum Verschwinden der alkalischen Reaction des Filtrats nachgewaschen. Die genau rnit Salzsaure neutralisirten Filtrate wurden
durch Einleiten von Schwefelwasserstoff von etwa noch geliistem
Silber und Quecksilber befreit, filtrirt und zum diinnen Syrup verdampft. Der letzte Rest von Fliissigkeit wurde schliesslich im Exsiccator verdunstet. Durch wiederholtes Umkrystallisiren aus Alkohol
erhielt ich schliesslich das Hydrochlorat der Base in Form harter,
farbloser, lusserst hygroskopischer , in Wasser und Alkohol leicht
lijslicher Krystalle, die beim Erhitzen auf Platinblech unter Entwickelung von Trimethylamin verkohlten.
Zur weiteren Untersuchung der Base stellte ich das Platindoppelsalz dar. Das in wlssriger Liisung durch Platinchlorid nicht
fdbare Hydrochlorat giebt in weingeistiger Lasung mit alkoholischer
PlatinchloridlZjsung einen schwach riithlich - gelben , mikrokrystallinischen Niederschlag, der nach dem Auswaschen rnit Alkohol in Wasser geliist wurde. Aus der wlssrigen Lijsung scheiden sich nach
mehrtiigigem Stehen unter der Luftpumpe schiine grosse , dunkelrothe Krystalle, zum Theil aus sechsseitigen rhombischen Tafeln,
zum Theil aus Prismen bestehend, ab.
Die Gesammtheit der angefiihrten Eigenschaften, besonders aber
der sowohl beim Zersetzen mit Silberoxyd, als auch beim Erhitzen
der syrupiisen Base auftretende charakteristische Trimethylamingeruch
liessen in dem vorliegenden Kiirper C h o l i n ( B i l i n e u r i n ) vermuthen, um so mehr , als auch der Habitus des Platindoppelsalzes
der Base mit den von Biihm (1. c.) beschriebenen Cholinen verschiedener Abstammung ubereinstimmte.
Ich glaubte mich daher beziiglich der Analyse des Platinsalzes
auf die Ermittelung des Platingehaltes desselben beschranken zu
diirfen. Die bei 1 loo getrocknete Substanz enthdt kein Krystallwasser.
1) hrchiv fur experimontelle Pathologie und Pharmakologie XIX, p. 70.
H. Eunz , Alkalo'idgehalt des Extractum Belladonnae.
I. 0,1863 g hinterliessen beim Gliihen 0,0599 g
= 32,15
705
Proc. Pt.
II. 0,2021 g hinterliessen 0,0646 g = 31,96 Proc. Pt.
Vergleicht man diese Werthe mit dem fur Cholinplatinchlorid
berechneten Procentgehalt an Platin, so erhilt man:
Gefunden
Berechnet fir
I. 32,15 Proc.
(C5H14NOC1)2 PtCle
II. 31,96 31,987
Das Vorhandensein des Cholins im Belladonnaextract wax dadurch
ausser Frage gestellt.
Was die Mengenverhaltnisse anlangt, in denen diese Base im
Belladonnaextracte auftritt, so erhielt ich aus Extracten verschiedener
Herkunft an Hydrochlorat derselben = C H NOC1 aus je 50,O g
Extract :
I. 0,6050 g = 1,03 Proc. Cholin.
11. 0,5650 - = 0,98 UI. 0,4425 - = 0,76 IT. 0,4175 - 0,72 Bei einem gelegentlich angestellten Versuche gelang es mir,
Cholin auch in den Flores Sambuci nachzuweisen. Die bei der
allgemeinen Verbreitung des Cholins im Pflanzenreich und Thierreich naheliegende Vermuthung , dasselbe werde auch noch in anderen Pflanzenextracten nachweisbar sein, erhielt zuntichst durch eine
beiyaufige Untersuchung des Bilsenkrautextractes ihre Bestatigung.
Ich erhielt aus 50,O g Extractum Hyoscyami 0,1530 g des Basenhydrochlorats = 0,26 Proc. Cholin, wobei sammtliche bei Extractum Belladonnae referirte Erscheinungen beobachtet wurden.
0,2089 g des gewonnenen Platinsalzes hinterliessen beim Glib
hen 0,0666 g = 31,88 Proc. Platin gegen die zu 31,98 Proc. fiir
Cholin berechnete Menge.
Der sicher geftihrte Nachweis des Cholins im Extracturn Belladonnae und Extractum Hyoscyami Esst selbstverstiindlich die Mayer'sche Methode der Alkalo'idbestimmung durch Ausfillung der wassrigen Extractlijsungen mit Kaliummercurijodid als v8llig unbrauchbar
erscheinen.
Faungen des Atropins mittelst Alkalien oder deren Carbonaten
steht die Lijslichkeit desselben in diesen hindernd entgegen. Ebenso
sind directe Filllungen des Atropins durch Groldchlorid, Platinchlorid,
Phosphor-, Wolfram und Molybdisaure und Jod- Jodkalium in Folge
der gleichzeitigen Mitf&Uung des Cholins a priori unawfiihrbar.
a. P h m . Xxm. Bds. 18. Heft,
48
+
-
-
&.
-
706
H. Kunz, AlkaloIdgehalt des Extracturn Belladonnae.
Ausserdem macht bei den meisten der genannten Piillungsmittel die
Beschaffenheit der Niederschliige die Fiillungsmethode fiir die quantitative Alkaloidbestimmung unbrauchbar. Angesichts dieser Thatsachen kam ich zu der Ueberzeugung, dass nur auf dem Wege der
Ausschiittelung giinstige Resultate xu erwarten waren. Ein solches
Ausschuttelungsverfahren musste jedoch nach der Natur des Alkaloi'ils
den folgenden Bedingungen Rechnung tragen.
I. Isolirung des Alkalo'ids in mijglichst reiner Form;
11. Sicherheit gegen Verluste ; und folglich
III. thunlichste Vermeidung hiiherer Temperatur.
Die bisher empfohlenen Methoden bedurften deshalb nach vielfach angestellten Vorversuchen ftir das Belladonnaextract einiger
Modificationen.
Als eigentliches Lijsungsmittel der Basen diente nach dem
Alkalisiren der Extractlijsung neben Aether Chloroform. Dasselbe
hat den doppelten Vorzug, class cs bei der relativ grijssten Liisungskraft fur Alkalo'ide absolut kein Cholin rnit aufnimmt. Versuche,
das Alkalold direct aus der wassrigen, mit Kaliumcarbonat alkalisirten Lijsung des Extractes mittels Chloroform ocler Aether aufzimehmen, erwiesen sich als unausfuhrbar , da die im Belladonnaextracte
vorhandenen Pectinsubstanzen mit den genannten Lijsungsmitteln
lusserst schwer zu trennende, gallertartige Emulsionen bilden. Ebenso
muss ich mich gegen das Ausschiitteln der Extractlijsung mit Aetlier
ziim Zweck der Entfernung von Chlorophyll, Wachs, Fett etc. sowohl
in der durch die Pflanzensauren an sich sauren, als auch in der rnit
Mineralsauren angesauerten Lijsung aussprechen, da die hierbei in
Lijsung gehenden Alkaloldmengen durchaus nicht unbedeutende sind.
Schliesslich iiberzeugte ich mich, dass auch das von anderer Seite
empfohlene Waschen der Chloroformausztige rnit Wasser durchaus
zu vermeiden ist, denn trotz der grossen Lijsekraft des Chloroforms
fur die Belladonnaalkalolde giebt dasselbe beim Schutteln mit Wasser
doch mehr als Spuren an dieses ab.
Das schliesslich nach diesen Gesichtspunkten combinirte Verfahren war folgendes:
Die mit dem gleichen Gewichte kalten Wassers hergestellte
Extractlijsung wurde, um zunachst mit den gelijsten colloidalen Bestandtheilen die Ursache der erwabnten Gelatinebildung zu entfernen,
mit dem zehnfachen Volumen 96proc. Alkohols versetzt und nwh
dem Absetzenlassen des Niederschlags die alkoholische Lijsung abfiltrirt.
H. Kunz, Alkaloi’dgehalt des Extractum Belladonnae.
707
Die ausgefuten Massen wurden hierauf wiederum in mijglichst
wenig kdten Wassers gelijst, rnit der gleichen Menge wie das erste
Mal Alkohol gefillt und dieser hierauf wieder abfiltrirt. Nach vierhis funfmaliger analoger Behandlung der gefiillten Substanzen giebt
der Alkohol absolut keine Alkalo’idreaction mehr und der anfangs
harzig - klebrige , an den Clefisswandungen anhaftende Niederschlag
wird pulverig und setzt sich schnell und vollstbdig ab. Die
auf die Weise gefaten Mengen an in Alkohol unlijslichen Bestandtheilen betrugen bei den einzelnen Extracten 14 bis 34 Proc. Durch
Anwendung dieses Verfahrens werden die collo’idalen K6rper so
vollstandig beseitigt , dass bei den folgenden Ausschtittelungen
mit Aether und Chloroform diese sich pracis und vijllig von der
wLsrigen Extractschicht trennen lassen.
Ton den vereinigten alkoholischen Xltraten wurde nun der
Blkohol im Vacuum bei 50- 60 O abdestillirt und der bleibende
Riickstand durch freiwillige Verdunstung vijllig von den letzten
Spuren Alkohol befreit. Die restirende syrupijse, braunrothe Flussigkeit wurde hierauf, um das Alkalo’id in Freiheit zu setzen, mit
Kaliumcarbonat alkalisirt und diese Lijsung d a m so oft mit dem
ca. zehnfachen Volumen Aether ausgeschiittelt, als dieser noch Alkalo‘id daraus aufnahm. Beim Versetzen der Fliissigkeit mit Kaliumcarbonat trat eine deutliche blaue Fluorescenz auf, uber deren Ursache ich im Anschluss an diese Abhandlung berichten werde. Es
sei an dieser Stelle bemerkt dass das Priifen auf noch vorhandenes
Belladonnaalkalo’id wegen des gleichzeitig rnit vorhandenen Cholins
stets im Lijsungsmittel, nie aber mit der Extractlijsung geschehen
muss, und dass fernerhin alle Ausschiittelungen so lange fortzusetzen
sind, als Proben von jenem noch wahrnehmbare AlkaloYdreaction
geben. ,Bei Einhaltung der angegebenen Verhlltnisse der Extractlijsung zum Liisungsmittel wird ein Vier- bis fiinfmaliges Ausschlitteln
in der Regel genugen. Zur Ausfiihrung der Probe llsst man 5 bis
10 Tropfen der betreffenden Ausschuttelungsflussigkeit im Uhrschalchen freiwillig verdunsten, nimmt den Riickstand mit durch
Schwefelsaure angesauertem Wasser auf und priift , wegen der
Schirfe der Reaction mit der oben erwLhnten KaJiummercurijodidlijsung.
Die letzten Spuren in der Fliissigkeit noch zuriickgebliebenen
Alkaloids wurden schliesslich durch mehrmaliges Ausschtitteln mit
Chloroform gewonnen.
48
*
708
B. Eunz, Alkaloidgehalt des Extractum Belladonnae.
Von den erhaltenen Alkalo'idliisungen wurden Aether und Chloroform durch Destillation getrennt; ersterer bei ca. 40 O , letzteres
unter Hindurchleiten eines getrockneten , schnellen Wasserstoffstromes. Auf diese Weise gelingt es, dass die Destillation des letzteren
schon bei einer 50 nicht vie1 iibersteigenden Temperatur und dabei
ziemlich schnell von statten geht. Auch ist jede Gefahr, Alkalold
durch Verfliichtigung zu verlieren , ausgeschlossen. Zur Controle
wurden die Destillate mit durch Salzsaure angesiiuertem Wasser
ausgeschcttelt. Dies gab aber durchaus keine Alkaloldreaction.
Die vereinigten Aether - und Chloroformverdunstungsrticksfinde
wurden jetzt, um noch vorhandenes Chlorophyll, Fett etc. zu entfernen, so lange rnit durch Schwefelsaure schwach angesauertem Wasser erschiipft, bis einige Tropfen des Filtrats mit Kaliummercurijodid
absolut keine Alkaloldreaction mehr erkennen liessen.
Ich erhielt auf diese Weise nach dem Filtriren eine noch schwacli
gelblich gefarbte , Mare Flussigkeit , die LSsung der Alkalo'idsulfate.
Diese wurde nun von neuem rnit Ammoniak alkalisirt und dann
dersdben die AUralolde dnrch mehrmaliges Ausschutteln mit dem
ca. funffachen Volumen Chloroform entzogen.
Nach dem Abdestilliren des letzteren und Verdunsten der letzten Spuren Feuchtigkeit hinterblieben die Basen in Form einer gelbIichen, gummiartigen, mehr oder weniger mit Erystallen von Atropin
durchsetzten Masse. Dieselben wurden unter dem Exsiccator iiber
Schwefelsaure bis zur Gewichtsconstanz getrocknet.
Die nach dieser Methode ausgefiihrten Untersuchungen ergaben
folgende Resultate :
Behufs Controle der Zuverlassigkeit der Methode wurden zuniichst
zwei Mengen zu je 50,O g desselben Extractes gleichzeitig verarbeitet.
Je 50,O g Extract gaben:
I. a) In Alkohol unliisliche Substanzen: 10,411 g = 20,82 Proc,
b) Gesammtbasen in der oben bezeichneten Form: 0,9075 g
= 1,815 Proc.
II. a) In Alkohol unltisliche Substanzen: 10,736 g = 21,47 Proc.
b) Gesammtbasen: 0,9205 g = 1,841 Proc.
III. 50,O g Extract von anderer Herkunft gaben:
a) In Alkohol unliisliche Substanz: 15,9185 g = 31,83 Proc.
b) Gesammtalkalolde: 0,9455 g 1,891 Proc.
=
I
:
H. Eunz, Alkaloidgehalt des Extractum Belladonnae.
709
IV. Der folgendeVersuch m r d e in der Absicht ausgefiihrt, die
Belladonnaalkalo'ide womiiglich in krystallisirter Form zur quantitativen Bestimmung zu erhalten.
50,O g Extract wurden in der angegebenen Weise verarbeitet
und die schliesslich erhaltenen amorphen Alkaloyde in absolutem,
schwefelsaurehaltigem Alkohol geliist. Aus dieser Lasung gelang es
dann durch vorsichtiges Ueberschichten mit absolutem Aether und
Einstellen des Gefises in Eis mit fortschreitender Diffusion der beiden Flussigkeiten das Atropinsulfat in farblosen Nadeln zu erhalten.
Die Menge desselben betrug 0,9287 g
1,59 Proc. Atropin.
Auch durch diese Methode ist jedoch eine absolute quantitative
Ausfillung des Atropins als Sulfat unmijglich , da immer noch Atropinsulfat in der ather - weingeistigen Fliissigkeit geliist bleibt. Im
vorliegenden Falle betrug diese nachtriglich durch Verdunstung der
Mutterlauge noch erhaltene Menge von Base 0,159 g = 0,27 Proc.
Atropin, so dass sich die Gesammtausbeute an reinem Atropin auf
1,86 Proc. bezifferte.
Die bisher mitgetheilten Versuche ergaben in sehr befriedigender Uebereinstimmung fur den Atropingehalt zweier verschiedener
Extractpriiparate den Werth von 1,8Proc.
Bei den nachstehenden, genau in derselben Weise mit je 5,O g
derselben Extracte ausgefiihrten Versuchen fand ich erheblich niedrigere Werthe.
I. 5,O g des zu den Versuchen I. uud II. verwendeten Extractes
gaben 0,0705 g = 1,41 Proc. Gesammtalkalo'ide.
11. 5,O g von dem zu Versuch III. benutzten Extracte gaben
0,060 g = 1,20 Proc. Gesammtalkalo'ide.
Die bei dem Vergleich der Resultate der mit 50,O g und mit
5,O g angestellten Versuche zu Tage tretenden , nicht unerheblichen
Differenzen erklaren sich leicht aus den bei den1 angewandten Verfahren unvermeidlichen Fehlerquellen, die natiirlich bei Verarbeitung
so kleiner Mengen einen vie1 bedeutenderen Einfluss auf das Endresultat ausuben mussen.
Schliesslich theiIe ich noch die Resultate eines mit Extractum
Hyoscyami angestellten Versuches mit.
50,O g des Extractes lieferten, nach der gleichen, bei Belladonnaextract benutzten Methode verarbeitet, 0,255 g = 0,51 Proc. Gesammtbasen, welohe dieselbe Beschaffenheit wie die Bellndonnabasen xeigten
-
Документ
Категория
Без категории
Просмотров
3
Размер файла
501 Кб
Теги
ueber, extractum, germ, зdgehalt, alkali, den, des, phar, belladonna
1/--страниц
Пожаловаться на содержимое документа