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Ueber den Gehalt an Aetherschwefelsure in den officinellen Mischungen von Schwefelsure und Weingeist.

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144
Gehalt an Aet7Lerschwefels6iure
Durch directes Eindampfen €and man, wie oben angegeben, 1,876000 feste 13estandtheile.
100 Grm. WasBer enthaltea 0,0295 Grm. freie Kohlensaure, oder in 100 C.C. Wasser sind 15,9897 C.C. Kohlenszure gelost.
In eineni Pfunde Wasser = 467,7113 Grni. sind enthalten:
131,0208 Grau Kochsalz,
0,0115 ,, Hromnatrium,
0,1103
kohlcnsaures Eisenoxydul,
2,4269 ,, kohlensaurer Balk,
3,3388 , schwefelsaurer Kalk,
0,1291 ,, lrohlensaure Magnesia,
3,5471
schwefelsaure hlaguesin.
__--__.
Summa 140,5842 Gram
-
Das Pfund Wasser z u 32 Cubikzoll enthalt 5,1167 C. Z.
frcie Kohlens"aure.
Ueber den Gehalt an Aetherschwefelsanre in den omcinellen Mischungen von Schwefels5nreund Weingeist.
Diese Frage hat Herr Apothelrer G. L. H u b n g r , dcr
Zeit in Witzenliausen, eincr umfassenderen Untersuchung
unterworfcn and die Resultatc in einer kleinen Brochure
der Oeffentlichkeit iibergeben, deren Inhalt auszugsweise
mitzutheilen wir liier versuclien wollcn.
Znerst erwshnt dcr Vcrfasser den geschichtlichen
Ursprung diescr Mischungen nnd fiihrt hierbei ltesonders
die Vorscliriftcn von D i p p e l , R a b e l und H a l l e r an;
das jetzt in der preussischcn Pharinakopoe aufgenommene
Hi&-. ucidmz IZuElel-i ist dem Verhdtniss zwischen
Schwefelsiiure und Weingeist zufolge eigentlich die Vorschrift nach R a b c 1.
Man hielt in der ersten Zeit diese Medicament'e fur
einfache Mischungen von Weingeist und Schwefelsaure.
D a b i t niachte zu Ende des vorigen Jahrhunderts zucrst
auf das Vorliandenseiii einer neuen, init I<nllr ein losliches Salz bildcnden und doch schwefelsiiurehaltigen Saurc
in ofjcin. Hiscliungen von Schwefelstiure u. Weingeist. 145
aufmerksam. Die fast zu gleicher Zeit angestellten Versuche S e r t ii r n e r 's bestiitigten die neue Saure und ihre
Eigenschaften und H e n n e 1 griindete sodann die Erkli
rung der Aetherbildung auf dieselbe, welche Meinung zu
damaliger Zeit vie1 Versuche und Streitigkeiten erst
hervorrief.
Herr Hii b n e r nimmt bei seinen Versuchen und der
Ermittelung der Aetherschwefelsaure die noch jetzt fast
HO, SO3 =
allgeniein beliebte Formel C 4 H 5 0 , SO3
saures schwefelsaures Aethyloxyd an und dem entsprechend die bekannten Verbindungen.
Die zu den Mischungen verwendeten Ingredienzien
- Schwefels#ure und Alkohol - waren rein; die Schwefelbaure besass ein spec. Gewicht von 1,840, der Alkohol
von 0,830 und war letzterer besonders vollig fuselfrei.
Die quantitative Bestimmung der Aetherschwefelsiiure
geschah dadurch, dass eine bekannte Menge der AlkoholSchwefelsaure-Mischung mit etwas Wasser vermischt *)
wurde und dann iiberschiissiger, geBllter, reiner kohlensaurer Baryt zugefiigt; die vorhandene freie Schwefelsaure
schied sich sofort als schwefelsaurer Baryt ab, die Aetherschwefelsaure blieb, gleichfalls an Baryt gebunden, in
Losung. Im Filtrate wurde dann der Baryt des atherschwefelsauren Salzes durch Schwefelsiiure gefiillt und
auf die SPure selbst berechnet : BaO, SO& C4H5 0,SO3
+
+ HO, s03.
Erste Versuchweihe.'
Am 25. Juni 1856 mischte Herr H i i b n e r 2 Unzen
Alkohol mit gleicher Menge Schwefelsiiure. D i e Mi s ch ung
geschah Zusserst langsam, u n d tropfenweis
wurde d i e Schwefelsiiure in d e n Alkohol gegeb e n , d e r l e t z t e r e s t a n d i n k a l t e n i W a s s e r und
*) Herr H u b n e r fand, dass ohne Zusatz von Wasser keine chemische Reaction zwischen dem zugefugten kohlensauren Baryt
und der Schwefelsaurk etc. statt finde, der hierzu xu starke
Alkohol verhinderte dieselbe i wenig Wasser eugegeben, trltt
die Einwirkung sofort ein.
Arch. d. Pharm. CXXXXIV.Bds.2. Eft.
10
146
Gehab an AetherschwefeLstiure
w u r d e bei jedesmaligem Eintropfeln d a s alkoholhaltige Gefass m i t d e r H a n d bewegt. D a s
E i n t r o p f e l n b e a n s p r u c h t e e i n e n v o l l e n Tag.
Die gewonnene Fliissigkeit ist hell und lilar, von
sauerlich-weingeistigern Geruch, wie gutes .Elixb. acidum
Hallevi; spec. Gew. = 1,210. Drei Unzen derselben
wurden in sechs gleiche Theile getheilt und jeder Theil
in ein weisses, mit Glasstopsel verschliessbares Glas gegeben und dieses gut tectirt.
1) Dic eine Portion wurde sogleich analysirt und als
Bestandtheile gefunden :
Aetherschwefelsfilre.......... 7,406
Wasscrfreie SchwefelsLure .... 32,549
Absoluter Alkohol ........... 40,796
Wasser .....................
19,350
100,001.
2) Die zwoite Portion war in einem massig kiihlen
Wohnzimmer aufbewahrt und dem Einfluss des zerstreuten Lichtes ausgesetzt. Nach vierwochentlichem Stehen,
am 25. Juli, wurde auch diese untersucht und gefunderi:
Aetherschwefelsfure ..........
Wasserfreie Schwefelsfure. ...
Absoluter Alkohol ...........
Wasser .....................
83,296
16,115
31,340
19,250
100,001.
3) Von Anfang an nach 90 Tagen, am 23. Septbr.,
wurde die dritte Portion, auf gleiche Weise und an gleichern Orte wie No. 2. aufbewahrt, untersucht. Wedor
bei der vorigen, noch bei dieser Portion war iiusserlich
durch Fzrbung oder Geruch etwas Abnormes wahrnehmbar. Die Untersuchung ergab :
Aetherschwefelafure..........
Wasserfreie Schwefelsfure.
Absoluten Alkohol ...........
Wasser .....................
...
34,197
15,543
31,011
19.250
100,001.
4) Am 24. December d. J., also circa
Jahr nach
dem Aufstellen, wurde die vierte Portion untersucbt,
welche eine etwas dunklere, rothliche Farbe angenoin-
in officin. Mischungen von Echwefels8ure u. Weingeist.
147
men, sonst im Qeruch aber gleich geblieben war.
enthielt :
Sie
Aetherschwefelstiure.. ........
Wasserfreie Schwefelsiiure..
Absoluten Allrohol ...........
Wasser .....................
..
34,857
15,124
30,770
19,250
100,001.
5) Am gleichen Tage wie No. 4, also auch nach
halbjiihriger Aufbewahrnng, wurde die fiinfte Portion
untersucht, welche zwar in dernselbcn Zimmer aufbewahrt
worden war, jedoch in einer Hulle von Papier und einer
Holzschachtel, uni die Einwirkung des Lichtes zu verhindern. Die Mschung war wenig dunklcr als No. 4. gefarbt
und zeigte ebenfaIls keinen veriinderten Geruch. Die
Bestandtheile waren:
..........
Aetherschwefelsiiure
Wasserfreie Schwefelsiiure. ...
Absoluter Alkohol ...........
Wasser .....................
33,409
16,043
31,298
19.250
100,000.
6) Die sechste Portion endlich hatte bis zu den1
24. December, an wclchem Tage sie gleichfalls der Untersuchnng unterworfen wurde, an der ausseren Wand des
Hauees, wo sie oft den directen Sonnenstrahlen ausgesetzt
gewesen, gehangen. Sie war durchaus farblos und ebenfalls von ganz gewohnlichem, bekanntem Geruch. Die
Bestandtheile ergaben sich folgcnd :
Aetherschwefclsiiure ..........
Wasserfreie Bchwefelsaure.
Absoluter Alliohol ...........
Wasser .....................
...
34,873
15,113
30,763
19,250
99,999.
Zweite Veersuchsreihe.
Ganz wie bei der ersten Vcrsuchsreihe wurden zwei
Unzen reiner Schwefelsiiure von 1,840 spec. Gew. und
xwei Unzen Alkohol von 0,830 spec. Gew. gemischt, jedoch nicht so allmiilig, sondern die Schwefelsiiure wurde,
unter fortwahrendem Ruhren des Alkohols, in einem dunnen Strahle ununterbrochen eingegossen. Die Rilischung
10*
148
Gehalt an Aetherscl~wefelsaure
erhitzte sich dabei bis zum Sieden, das Thermometer
zeigte in dcrselbcn 740 R. Nach dcm Erkalten ist das
Gemisch hell und klar und kaum etwas dunkler als das
auf die vorige Art bereitete. Ein Separatversuch zeigte,
dass bei unterlassenem Ruhren des Alkohols die Mischung
weit dunkler ausfiillt.
Der Geruch der Mischung ist rein geistig, sauerlich.
Das Gesammtgewicht hat - durch Verdunsten von Weingeist in der offenen Schale - 130 Gran verloren. Das
spec. Gew. des vollig erkaltcten Gcmisches ist = 1,220.
Wie friihcr wurden nun 6 Portionen zu je 'la Unze
in weissen, mit Glasstopseln versehenen Gllisern aufbewahrt und der Reihe nach untersucht.
1) Die sofortige Analyse ergab:
Aetherschwefelsgure ..........
Wasserfreie Schwefelsaure. ...
Absoluten Alkohol. ..........
Wasser .....................
31,887
19,709
28,694
19,710
100,000.
2) Nach 4 Wochen zeigte die iiusserlich ganz unveranderte Mischung bei der Analyse gleichfalls ganz dieselbe chemische Zusamniensctzung, SO dass bis jetzt eine
weitere Veriinderung nicht eingetreten war.
3) Die dritte Portion w i d e nach einein Vierteljahre
untersucht und zeigte Busserlich gleichfalls keine merkliche Verschiedenheit. Sie enthielt :
Aetherschwefelsiiure ..........
Wasserfreie Schwefelsaure.. ..
Absoluten Alkohol. ..........
Wasser .....................
33,831
18,475
27,984
19,710
100,000.
4) Nach halbjahriger Aufbewahrung wurde die vierte
Portion, welche sich ein menig dunklcr gefhbt hatte,
untersucht und gefunden :
Aethersrhwefelszure.. ........
Wasserfreie SchwefelsLiire.. . .
Absoluter Alkohol ...........
Wasser .....................
34,041
18,342
27,908
19,710
100,001.
in officin. Mischungen von Xchwefelstizire u. Weingeist. 149
5 ) Ganz wie No. 5 der ersten Reihe, war diese Portion
Jahr aufbewahrt worden und hatte eine
bedeutend dunklere Farbe angenommen ; Geruch unverIndert. Die Analyse ergab:
im Dunkeln
ActherschwefelsRure ..........
Wasserfreie SchwefelsBurc..
Absoluten -4lkohol.. .........
Wasser .....................
..
34,141
18,278
27,871
19,710
__100,ooo.
6 ) Diese Portion war gleichfalls wie No. 6 der vorigen Reihe dem Sonnenlichte ausgesctzt
Jahr aufbewahrt
worden. Die Mischung war fast wasserhell, der Geruch
angenehm geistig. Die Bestandtheile waren :
Aetherschwefelsiiure.. ........
Wasserfreie Sehwefclsiiure.. ..
Absoluter Alkohol . . . . . . . . . . .
Wasser .....................
~~
34,000
18,368
27,923
19,710
100,001.
Drit te Versuchsreihe.
Hierzu wird das in der preussischen PharmakopGe
unter dern Nainen A fiiziura sulplmrico -acidu aufgcfiihrte
Praparat, eigentlich Aqua Rabelii, genommen. Die Miechung wird aus 3 Unzen Alkohol von bekannter Starke
und 1 Unze reiner concentrirter Schwefelsaure (spec.
Gew.= 1,840) bereitct und zwar so, dass in den in kalten1 Wasser stehenden Weingeist nach und nach tropfenweis die Schwefelsaure zugegeben und das WeingcistgefAss von Zeit zu Zeit zur Misohung geschuttelt wurde.
Die Flussigkeit war wasserhell, von geistigem Geruche ;
spec. Qew. = 1,000.
Es wurden drei Portionen zu
Unze abgewogen,
zwei davon im Wohnzimmer, dem zerstreutcn Tageslichte
ausgesetzt, aufbewahrt, die dritte sofort untersucht. Diese
enthielt :
1)
Aetherschwefelskm.. ........ 1,659
Wasserfreie Schwefelsiiure.. .. 17.572
Absoluten Alkohol. .......... 64,644
Wasser .....................- 16,125
100,000.
150
Gehalt a n AetherschzcefelsMure
2) Die zweite, iiusserlich gsnzlich unveranderte Portion
wurde nach einem Vierteljahre untersucht und gefunden :
Aetherschwefelslure ..........
Wasserfreie Schwefelsaure..
Absoluter Alkohol ...........
Wasser .....................
..
11,660
11,224
60,992
16,125
100,001.
3) Die dritte ebenfalls ausserlich noch unveranderte
Portion wurde nach einer halbjiihrigen Aufbewahrung
untersucht und gefunden :
Aetherschwefelslure ..........
Wasserfreie Schwefelslure.. . .
Absoluter Alkohol ...........
Wasser .....................
12,054
10,973
60,849
16,125
100,001.
Vierte Ve'ersuchsreihe.
Es werden hier nach der Vorschrift von D i p p e l
1 Unze Schwefelsiiure mit 6 Unzen Weingeist gemischt.
Die Mischung geschah, wie bei dem ,vorigen Priiparate;
das fertigc Gemisch ist farblos und klar, von weingeistigem Geruch und einem spec. Gew. von 0,921. Wie fruher
wurden hicr drei Portionen zu je
Unze abgewogen,
von denen die erste sogleich, die zweite nnch einem Vierteljahre, die drittc nach halbjahriger Aufbewahrung der
Untersuchung unterworfen wurde. Die Aufbewahrung
selbst geschah, wie friiher.
1) Die sofort angcstellte Analyse ergab :
Aetherschwefelsiiure.......... 1,405
9,748
Wasserfreie Schwefelsiiure.
Absoluten Alkohol..
74,04!)
Wasser ....................._ _
14,800
...
.........
100,vu2.
2) Die nach einem Vierteljahre der Untersuchung
unterworfene Portion zeigt sich Siusscrlich ganz unverandert, sie enthslt:
AetherschwefelsHure.. ........ 6,730
Wasserfreie Schwefelslure..
6,368
Absoluten Allrohol. .......... 72,103
14,800
Wasser .....................
100,0Ul.
..
in ofjcin. Misdungen von Schwefelsduure u. Weingeist. 151
3) Auch nach
Jahre zeigt die Mischung ausserlich keine Veranderung. Die Untersuchung ergiebt :
Aetherschwefelsiiure .......... 6,701
Wasserfreie Schwefelsaure. .... 6,386
Absoluten Alkohol. .......... 72,113
14,800
Wasser .....................
100,000.
Augenscheinlich treten die allmaligen Veranderungen
der Mischungen von Schwefelsaure und Weingeist hervor, die Rildung der Aetherschwefelsaure geht nach und
nach vor sich oder kann durch rasches Mischen, begiinstigt durch die freiwerdende Wiirme, sogleich in verstlirktem Maasse veranlssst werden.
Die Zusanmenstellung der gewonnenen Resultate zeigt
sicb folgend :
I. Elixir. acidum Halleri.
Gleiche Theile Schwefelsiiure von 1,840 spec. Gew.
und Weingeist von 0,830 spec. Gew. werden 1a n g s a m ,
m i t V e r m e i d u n g d e r E r h i t z u n g , gemischt.
Die Untersuchung ergiebt als Bestandtheile :
Aetherachwefel- Ah$oluten Wasscrfreie
s8ure.
Alkohol. Schwefelsiiure.
1)
2)
3)
4)
sogleich untersucht ,
nach 4 Wochen.. ...
nach 3 Monaten ....
nach 6 Monaten
5 ) nach 6 Monaten (im
Dunkeln aufbewahrt)
6) nach 6 Monaten (dem
Sonnenlichtausgesetzt)
....
7,406
33,296
34,197
34,857
40,796
31,340
31,011
30,770
32,549
16,115
15,543
15,124
19,250
19,250
19,250
19,250
33,409
31,298
16,043
19,250
34,873
30,763
15,113
19,250.
IL Elixir. aciduna Halleri.
Die Mischung von Schwefelsiiure und Weingeist wird
rasch, dernnach unter Erhitzung, vollfuhrt. Die BestandAelherschwefel- Absoluter W'asfierfreie
theile sind:
baure
Alholiol Schwefelsaure
1) sogleich untersucht .
2) nach 4 Wochen.. ...
3) nach 3 Monaten ....
4) nach 6 Monaten ....
5) nach 6 Monaten (im
Dunkeln aufbewahrt)
6) nach ti Monaten (dem
Sonnenlicht ausgesetxt)
31,887
31,887
33,831
34,041
28,694
28,694
27,984
27,908
19,709
19,709
18,475
18,342
19,710
19,710
19,710
19,710
34,141
27,871
18,278
19,710
34,000
37,923
18,368
19,710.
152
Gehalt an A e t ~ e r s c ? ~ i ~ e f e l s a u r ~
111. Aqua Rcibelii.
Ein Gewichtstheil Schwefelskure wird mit 3 Theilen
Weingeist 1a n g s a m , mit Vcrmeidung der Erhitzung,
geniischt. Die Untersuchung ergiebt :
AetherschBefel- Ahsoluten Wasserfreie
saure
Alkohol Schwelelsaure
.
..
..
17,572
1) sogleich uutersucht
1,659
64,644
2j nach 3 Monaten . . 11,660
60,992
11,224
3) nach 6 Monaten . . 12,054
60,849
10,973
I V. Elixir ac idum Dippe lii
.
.
16,125
16,125
16,125
Ein Theil Schwefelsaure wird mit 6 Theilen Wcingeist gleichfalls 1a n g s a m , oline Erhitzung, vermischt.
Die Analysen ergeben :
Aetherschwefcl Absoluten Wasserfrelo
bdurr
Alkohol Sdrwefeluurc
Wasscr
74,049
72,103
72,113
14,800
14,800
14,HW.
.
1) sogleich untersucht
2) nach 3 Monaten . . . .
8 ) nach 6 Monaten . . ,
.
1,405
6,730
6,701
9,748
6,368
6,386
Herr H u b n e r folgert nun aus cliesen Resultaten:
1) Dass alle Mischungen von Schwefelsaure init A1kohol, welche als Elixir. acidum IIallsri, Dipyelii und als
AquaEdubelii noch vielfaclie inedicinisclie Anwendung finden,
sich nicht allein durch die relativen (fewiohtsverhiiltnisse,
in welchen die dieselben constituirenclen 13estandtheile mit
einandcr verrnischt wurden, wesentlich untcrscheiden, sondern dass auch die Art mid Weise, wie die Vereinigung
beider Flussigkeiten bewerkstclligt wird, o b la n g s a rn
u n d g a n z oline o d e r rascli u n d in it s t a r k e r E r h it z u n g von bedeutendem Einfluss auf die Zusammensetzung, namentlich in 13eeug auf die Eildung der Schwefelweinslure ist.
2) Dass die ursprungliche Zusamniensetzung der
Mischungen j e nach der Dauer der Aufbewahrung bedeutencle Modificationen erleidet, indem die Quantitat der
Schwefelweinsaure in denselben mit der Zcit aunirnmt.
3) Dass zur Eraielung cines iriiiglichst gleichmtissigeu
Praparates, namentlich hinsichtlich des Schwefelweinsiiuregehalts, es nijthig ist, die Mischung wenigstens 4 Wochcn
bis ein Vierteljahr ruliig stelien zu lasseo, ehe sie ge-
i n ofjcin. Jlischungen von Schwefels8ure
ti.
Weingeist. 153
braucht wirtl; denn es is’t wohl klar, dass die pharmacodynamische Wirkung der Mischung j e nach dem Gehalte
derselben an Schwefelweinsiiure eine sehr verschiedene
sein muss und der Arzt gewiss andere Wirkungen von
einer frisch bereiteten Mischung als von einer Ultercn
sieht und dass die verschiedenen Ansichten und Beobachtungen iiber die Wirkung der genannten Mischungcn
hauptsiichlich von dem verschiedenen Alter derselben’ihre
Erkliirungcn findcn diirften.
4) Dass der Pharmaceut bei etwaigem augenblicklichem Defect die Mischnng der Schwefelsgure mit den1
Weingeist rssch vornehmen muss, indem er dadurch ein,
einer dreimonatlich alten Mischung sich wenigstens sehr
nliherndes Praparat erzielt.
5) Dnss aber auch der Arzt in solchen Fiillen, wo
er vorzugsweise die Wirkung der Schwefelsaure wiinscht,
auf seine Verordnung zu bemerken hat, dass er eine frisch
und kalt bereitete Mischung verlange.
6) Dass in allen Fallen, wo es hauptszchlich auf eine
grossere Menge SchwefelweinsUure ankonimt, das H a l l er’sche ,Elixir zu wiihlen ist, da die anderen Mischungen
mehr einer verdunnten Schwefelsiiure iihnlich sind.
7) Dass das directe Sonnenlicht keinen anderen Einfluss auf das Prlpnrat ausiibt, als dass dasselbe dadurch
farblos erhalten wird, wiihrend ein im Dunkeln aufbewahrtes Elixir an Fiirbung bedeutend zunimmt.
Aus allen diesen Griinden schlagt Herr H i i b n e r zur
Bereitung eines moglichst gleichmiissigen Priipsrates folgende Vorsclirift vor :
Nimm : Reine concentrirte Schwefelsiiure yon 1,840
spec. Gew.
Alkohol von 0,830 spec. Gew.
von jedeni g l e i c h e T h e i l e .
Nachdem der Alkohol in einen passenden geriiumigen
GIaskolben gegeben worden ist, werde die zuvor genau
abgewogene Menge reiner Schwefelsaure in einem diinn e n S t r a h l e und unter f l e i s s i g e m B e w e g e n der
154
Gehalt an Aetherschwefelstiure etc.
Fliissigkeit hinzuge fiigt. Hierauf werde der Kolben gut
verschlossen zum Erkalten bei Seite gestellt. Das Gewicht der Fliissigkeit betrage zwei Theile, widrigenfalls
das Fehlende durch frischen Weingeist ersetzt werden
muss. Dieselbe sei farblos, hochstens schwach gelblich
gefarbt, von angenehrn weingeistig-sauerlichem Geruehe
und besitze ein spec. Gew. von 1,810. Bewahre das Praparat an einem dem Lichte zugiinglichen Orte in eineni
Gefasse von weissem Olasse.
Hierbei ist die Starke des Alkohols und der Schwefelsiiure nach der preussischeii Pharmakopoe genommen.
Gesetzlich fordern diirfte man ferner wohl :
1) dass die Praparate durch F a r b l o s i g k e i t oder
hochstens durch eine s e h r s ch w a ch e gelbliche Farbung
die Anwendung reiner Materialien beweisen, und
2) dass sie einen moglichst constanten Gehalt an
Schwefelweinsaure enthalten, der sich zweckmassig fur
Elixir. acidum Halleri auf 3 3 3 Proc.
n
1)
Rabelii ,, 11,5 ,
n
Dippelii
6,5 ,,
als eine festzustellende Norm erweist.
,,
Die Resultate und Vorschlage des IIerrn H u b n e r
sind jedenfalls sehr beachtenswerth; wiinschenswerth ist
es noch, Untersuchungen iiber den Einfluss der directen
Bestrkhlung durch das Sonnenlicht anzustellen, ob nicht
bierdurch gleichfalls rasch die Uildung der Aetherschwefelsanre vor sich gehe und das schnelle, mit Erhitzung und
Verlust verbundene Mischen von Saure und Weingeist
zu umgehen ware. Wenn auch der Verlust von Weingeist wieder ersetzt werden soll, so hangt doch das augenblickliche Resultat und demnach der Gehalt an Aetherschwefelsaure ganz von der Art der Mischung und den1
Grade der statt findenden Erhitzung ab, kann dies demnach umgangen werden, so ware es grosser Vortheil fur
die Erreichung eines gleichartigen Praparates. Vielleicht
stellt Herr H i i b n e r auch noch in diescr Hinsicht Ver-
Stearin- oder Palmitins~uur~faBrikation.
155
suche an, ob das Sonnenlicht oder eine nachtragliche
Digestion bei erhohter Temperatur bald ein gleiches Resultat hinsichtlich der Menge an Aetherschwefelslure bewirken ; jedenfalls werden wir die Resultate mit gleichem
Danke entgegennehmen.
E. R.
Abgeilndertes Verfahren der Stearin- oder Palmitins h refabrikation ;
von
Dr. J. R. Wagner,
konigl. Universitats- Profcssor in Wurzburg.
Gegenwartig stellt man bekanntlich grosse Mengen
yon k iin s t l i ch e m s chw e fe 1s a u r em B a r y t (Barytweiss,
Permanentweiss, Blanc -5.) dar. Ich mochte vorschlagen,
dieses Salz nicht mehr durch Zersetzen von Schwefelbaryum mit Salzsiiure und Fallen des Chlorbaryums mit
Schwefelsaure oder schwefelsaurem Natron, sondern als
N e b e n p r o d u c t in d e r S t e a r i n s a u r e f a b r i k a t i o n
zu erhalten, indem man zum Verseifen des Palmols oder
Talges anstatt des bisher gcbrauchlichen Kalks eine klare
Losung des auf gewohnlichem Wege diirch Reduction aus
Schwerspath crhaltenen S c h w e f e l b a I y u m s verwendet.
Schwefelbaryum zerfallt beltanntlich bei seiner Losung
in Wasser in
BaO, HO und Bas, HS.
Die Verseifung des Fettes mit einer solchen Losung
geschieht weit schneller und leichter als mit Kalk. Wegen
des sich reichlich entwickelnden Schwefelwasserstoffgases
muss die Verseifung in geschlossenen Kesseh oder Hottichen vorgenominen werden. Das Schwefelwasserstoffgas
wird verbrannt und die sich bildende schweflige Sauro
zur Darstellung von Antichlor (schmefligsaurem Natron)
benutzt. Die Schwefelbaryumlosung muss im frisch bcreiteten Zustande vcrbraucht werden ; ausserdem enthiilt
sie geringe Mengcn von Baryumpolysulfuret, welches zur
Bildung von geschwefelten Derivaten der Palmitinslurc
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