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Ueber den medicinischen und pharmaceutischen Unterricht in Spanien von Orfila.

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Vereinszeitung.
248
uns in der Meinung, es sei Dblausaures Eisen,a zuriicltbringt, wirklich
d;is erstere ist; uiid einen kiirzlich examinirten Apotheker, der Magiiesia ccstn statt Sap0 jalapitrus - ein damit signirt.es Gefass enthielt
unter eine l’illenmasse ltnelete und zu dessen Habilitirung
crstere
wir hberhaupt den Eidgenossen gratiiliren, recht sehr bitten, nicht gar
die Concurreuz?!
zu arg zu wirtlischaften! Aber
Mit deui Wunsche, dass die Schweizer Kegierungen den ganzen
Unfug bald eiumal einsehen mcigen, kehren wir dher den Bodensee
wieder zuriick, nochderu wir noch das Caffeehaus des Apothelters N.
in K. besucht haben, wo wir in dein New-Yorlrer Wochenblatt der
deutsclieii Schnellpost vom 28. Janunr 1847 folgende Anpreisung lesen :
-
-
-
A u s z e h r u n g ! Au s z e h r u n g !
.Doctor S w a y n e’ s zusammengesetzter Syrup von wilden
Iiirschen, liir Ilusteu, Yerkiiltiing, Auszehrung, Schwieriglteit im
Athmen, Scliiiierzen in der Brust, blauen Husten, LuftrBhr Entziindung, Iiurzum alle diejenigen lirankheiten, welche eine Neigung zur Auszehrung haben uder dahin Whren mbchten. Denjenigen, welche diese Medicin gebraucht haben, brauchen wir
deren Tugenden nicht zu beschreiben : 01s eine sichere PamilienMedicin ist sie nicht iihertroffen worden. Dem Geschmirck angenehni, wird sie ihrer stirkenden Eigenschaften wegen yon solclien Personen gesucht, deren Nervensystem geschwicht isi und
die niit Kitzeln i i n Ilalsc geplagt sind, uni Stinime und Kehle zn
starken und zu rcinigen. Diese Medicin wird die nachtheiligen
W’irkungen des llercurs heben und den Gallengang wiedcr in
Ordnung bringen.
Die wunderbaren Curen,
welche durch Dr. S w a y n e’s susaaamcngesetsten Syrup van foilden Kirschcn bei Lungen-Auszeliruiig, Husten, Verltiiltung, LuFirbhre-Entziindung, Schniersen in Seiten und Brust, wehein Hals,
Blutspeieu, Leberkrankheiten u. s. W. bewirkt sind, hat die Verwunderung aller derjenigen erregt., die deren erstaunenswiirdige
Wirltung gesehen haben. Keine Medicin, von den Priihesten Zeiten her, liefert elwas Aehnliches ; die bcinahe wunderbaren Curen, welche diese 11.1edicin bewirkt hat, sind heispiellos.
(Folgen zehn Niederlagen i n New-York.)
Dr. S w a y n e’s Riireau ist a n der Ecke dcr achten und Kace
St. Philade1phia.u
-
-
4) Ueber den mediciiiischeii und pharmaceutiscben
ZJitterricht in Spaniel); von O r f i l a .
Von den spanischen Gesetzen und Institutionen in Beziehung aul
wissenscliafblichen Unterricht hahen wir in Deutschlind meistens nur
sehr unvollltonimene Kenntnisse ; man weiss nur, dass sich die Spanier
bei ihrer gelelirkxi Ausbildung nicht i h r e i l e n ; drss sie, urn die Universitit zu absolviren, mehrere Jahre gebrauchen, als bei uns iihlich
und gesetzlich ist, dass sia iibrigens fast in allen FBchern grosse Gelelirte iufzuweisen linben und viele altberiihmte und Z u n i Theil gut
eingerichtete und reich dotirte Universitlten besitzen. Wie haben ein
239
Vereinszeituny.
Verzeichniss der iiltesten spanischen Universititcn mit der Studentenzahl voni Jahre 1841 vor uns und lassen dasselbe hierunter rolgen.
Verzeichniss der Pltesten Universitaten in Spanien.
Stiftungsjabr:
....... 1200
.......... 1346
.......... 1354
........... 1410
1174
.......... 1474
Sahanea..
Valladolid
Huesca..
Valencia
Toledo ............
Saragossa
Alcalr .............
Sevilla
Granada ...........
San Jago..
Orihuela.. . . . . . . . . .
Oviedo
1499
............ 1504
1532
........ 1532
1552
............ 1580
Studenlenzahl
iin J. 1811 :
500
--- - - 1300
- - - 550
- - - 1600
- - - 260
- - - 2100
- - - 370
- - - 800
- - - 810
- - 1100
- - - 130
- - - 450
Uazu sind spiter noch andere Bochschulen und medicin. Facultitcn
gekoniinen, woriinter die in Madrid obenan sleht. Auch in Cadix und
Barcelona bliihen jelzt medicinische Facult~ten. 0 r f i l a , der beriihmte
Decan der medicinischen Facultit in Paris, selbst ein geborener Spanier, hat in1 Jahre 1846 Spanien bereist, urn die inedicinischen Lehranstallen daselbst kennen zu lernen und einen ltritischen Bericht hieruber i n der Casette niidicale de Paris beltannt gcniacbt, welcher hier
im lrurzen Auszuge folgt.
I, u e b w den medicinkchen Unfert-icht.
0 r f i l a bemerlrt, dass Spanien seit einigen Jahren neue verbesserte Gesetze in Beziehuag auf medirinische Studien und Praxis erhielt,
und dass sich hierin der Director deu Bffentlichen Unterrichts Don
A n t o n i o G i l d e Z a r a t e und Mitglieder des Ihiglichen Raths der
Universittit , vorzDglicli die Doctoren S Bva n e und H u b i o grosse
Verdienste erworben haben. Ein Decret vom 17. Septeiiiber 1815
bestinimt die Zahl der niedicinischen FacultPten auf funf, niimlich in
Madrid, Cadix, Valencia, Barcelona und San Jago ; die Einrichtungen
sind zwar der Hauptsache nach iiberall dieselben, allein Madrid erfreut
sich der grossartigsten und vollstiindigsten Organisation. Das Gebhude
der medicinischen Facultfit, Konigliches Collcgiurn von San Carlos
genannt, ist. das schonste, was man sich vorstellen lrannj und Alles,
was Orfila in Frankreich, England, Holland, Deutschland und Italien
gesehen hat, h i l t lreinen Vergleich dnmit aus. Dieses Gebiiude ist mit
einem Kostenaufwande von etwa 4 Millionen Francs aufgefiihrt und
eingerichtet warden; es hat eine Liinge yon 390 Fuss und ist eben
so tief; ep enthalt nicbt niir die Amts- und Geschafts-LocalitPten, die
HBrsile, die Bibliothelr, die anatoniischen Samnilungen uud Sectiunseimmer, sondern auch die Klinilren.
Der vollstbndige Cursus der niedicinischen Studien dauert neun
Jahre, wenn der Candidat den Doctorgrad erlangeu will; wer aber
nur Licentiat der Bledicin werden u n d die Erlaubniss zur Brztlichen
Praxis erlangen will, lrrnn seine Studien mit sieben Jabren absolviren.
Diese Aerzte nennt man Medico3 eirujanns.
Jeder rtudirende Mediciner muss sich nach dem funften Jahre
,
230
Vereinszeilung.
seiner medicinischen Studien den Titel eines Baccalaureus mcdicinae
erwerben, wenn er nach zwei oder vier Jalrrcn zum Licentiaten und
Doctor promovirt werden will. Mur die Doclores wierlicinae lcifnnen
zu Professoren und deren Supplcanten, so wie zu Aerzten hei den
Mineralquellen ernannt werden ; wahrscheinlich werden in der Folge
auch i n den Hospititlern und am 116niglichen HoFe nur Doctoren der
ledicin als Aerzte angestellt werden.
Die vorgeschriebene Ordnirng des Unterrichts ist folgende :
lstes Studienjahr. Physik, allgerneine Chemie und specielle medicinische Cheinie; jcdes dieser Collegien wiichentlich 3 Mal. Allgemeine und descriptive Anatornie, tiiglich 1 Stunde. Anatomisdie
Uebungen und Conferenzen, tlglich 3 Stunden.
2tes Studienjahr. Medicinische Maturgeschichte tiglich. Theoretische und erperimentelle Physiologie, wocheatlich 5 blal. HyqiBne,
wechentlich 2 Mal. Allgemeine nnd descriptive Anatomie. SectionsUebungen tiiglich 3 Stunden.
3t.es Studienjrhr. Allgeineine Pathologie, wdchentlich 4 l a l .
Anatomisdie Uebungen wie im zweiten Jahrc. Pnthologische Anatomic, wochenllich 2 Rlal. Therapie und Male& nedica, nebst ‘Arzneiformellchre, wdchentlich 5 I a I . Allgemcine Klinik.
4 t e ~Studienjahr. Allgemeine Pathologie und pathologische Anatomie; allgenieine Klinili. Chirurgische Anatomie; Bandagenlehre ;
chirurgische Pathologie. Chirurgische Klinik ; chirurgische Operationslelire und Uebungen, tiiglich.
5tes Studienjahr. Pathologie der inneren Kranliheiten, tiiglich.
GeburtshBlfe. Gerichtllche Medicin;
Chirurgische Klinilr , tiiglich.
Krankheiten der Frauen und Kinder, tiiglich. Pralrtische Uebungen
wie im vierten Jahre.
6tes Studicnjahr. Medicinische und geburtshiilfliche Klinilren.
OeIFentliche Cesundheitspflegc (niedicinischc Polizei) und gerichtliche
Medicin.
8tes Studienjrhr. Annlytische Cheniie, wiichentlich 3 filal. In
diesem pralctischen Cursus gieht I’rofessor Po u Unterricht und malytische Uebungen in niichster Beziehung auf Gifte, Nahrungsmittel,
Getrinke, Mineralwasser, Lufi, Blut etc. etc. - OeEentliche Gesundheitspflege, wijchentlich 2 Mal.
9tes Studienjiihr. Clreniische Analyse, wiichentlich 3 Mal. Geschichte und Literatur der ledicin, wiichentlich 3 Mal. fifedicinische
Conferenzen, melche schon init dein funl‘ten Studienjahr beginnen und
unter Leitong rler Professoren jtlhr1ic.h fortgesetzt werden.
Das Studienjahr bcginnt ain 2. OctAer und schliesst am 31. biai.
Die Klinilren werden aber das gnnre J d h r hindurch fortgesetzt.
In Sysnien irt es iil~licli, doss die Professoren der Naturwissenschrften und Medicin pnnz frei vortragen u n d die meisten derselben
besitzen eine niisgezeiclinete Berctlsanilieit und Griindlichlreit in ilrrem
K h n e n und Wissen. Uiese gllnzenden Gaben werden schon bei den
Studenten geweckt u n d geiibt; so z. B. begiebt sich jeder klinische
Professor nach tler Visite i n seinen Hiirsaal und ruft da von seinen
Zuhiirern einen nach dem andern auf zur miindlichen Berichterstattung
iiber die klinischen Beobnchtungen, Diagnose, Ursache, Cur, Prngnose
u. s. w. einer Kranliheit, wobei dunn durch Unterhrechungen, Erinnerungen, Erl5uterungen u. s. w. von Seite des Professors lebhahe Conversationen entstehen.
Die Yriifungen werden nach den im Jahre 1801 gegebenen Vor-
231
Vereinszeitung.
schriften am Schlusse eines jeden Studienjalires abgehalten. Fur jeden
Candidaten werdcn G Pragen gezogen, die er zu heantworten hat.
Bei der medicinischen Facultiit zu Madrid sind ausser dem Decan 18
ordentliche Profcssoren und 8 Suppleanten (Pvof. extraordin.) angestellt; von den letzteren bezieht jeder einen fixen Jahresgehalt von
2000 Francs, hat aber lreinen Antheil an den Enioluiiienten der Profeasoren. Diese Suppleanten sind niigestellt theils urn die Professoren
bei Behinderungsfdlen im Lehranite zu ersetzen, theils um wshreud
der Ferienzeit die Klinilren zu halten, und theils ut:i die Gesclififte bei
der Bihliothek zii leiten und das Amt cines Secretairs der Faculliit zu
versehen. Als Examinatoren diirfen sie nur ausnahmsweise die Stellen der ordentlichen Professoren vertrelen.
Die 18 ordentlichen Professoren theilen sich in drei Classen, niimlich 7 derselben heissen Professores de entvadcc und hilden die erste
Clrsse, 9 Professoren heissen accenso iind stehen auf der tnittleren
Stufe, endlich die 2 iibrigen sind P.ro[essores d e tennitro, d. h. der
letzten Classe. Alle Stellen werden durch Concurs beset.zt, und zwar
so, dass wenn ein Suppleant eine I’rofessur erlangen oder wenn ein
Professor in eine liohere Classe vorriicken will, dies tiur auf dem
Wege des Concurses geschehen diirfe. Dieee Einrichtung tadclt O r
f i I a mit Recht, weil sie fiir ausgezeichnete, verdie~istvolleund besondcrs im Alter bereits vorgeriiclcte Gelehrte sehr entwiirdigend ist,
und weil in Spanien die schwierige Einrichtung besteht, dass Rich die
Concurspriifung nicht auf das Lehrfach, u m dns nian sich bewirbt,
beschriinkt, sondern auf die gesaninite Medicin sich ansdehnt. Auch
die unlergeordneten Stellen, z. B. die der Prosectoren werden dorch
Concurs besetzt. Die Prequenz der mcdicinischen Stiidien in Madrid
ist sehr gross, denn die Znlil der studirenden Dlediciner betrug in1
Studienjahre 1842-43 = 2305, im Jahre 1813-43 = 1539, ini Jalire
1844-45 = 1765 und in1 Jahre 1845-46 = 1845. Die Zalil der
Doctor-Proinotionen ist jedenfalls hedeuteiid geringer und sehr dem
Wechsel unterworfen. lhn zum Studium der Medicin zugelassen zu
werden, muss der Cnndidat ausser den gewijhnlichen klassischea auch
die nnturvvissenschafllichen Studien , namentlich iillpenieine Chemie,
Mineralogie, Zoologie und Botanik abaolvirt haben und Bnccalaureus
philosophiae sein V‘ir miissen hier benierken, drss die Spanier niit
dern Erlernen der lateinisclien u n d griechischrn Sprnche etc. in der
Regel schon sehr jung, meistens in einem Alter von sechs Jahren
anfangen und kaum funfzehn Jahre alt das Baccnlaureat aus der Philosophie erlrngen lionnen.
Die Inscriptions-, Eraminations- und Promotions Gehilhren bei
der medicinischen Pacullit in Madrid betreffend, theilt 0 r f i I a Folgendes mit:
50 E’rcs.
Dir: loscriptionen ltosten j;hr!ich
Das Esanien.. ..................................
5 N
55 Prcs.
Summa..
Diese 55 mit 7 Jahren multiplicirt, machen
385
Das Baccalaureat kostet
100 v
Das Liceutiat lcostet ............................. 750 to
Der Grad eines Licentiaten derMed.lrostet also zusainmen 1235 I )
Das Doctordiplom kostet
750 N
Andere Taxen vom ’iten bis 9ten Studienjahr
60 I ) .
Der medicinische Doctorgrad hostel PISOdie Summe von 2045 Frcs.
-
-
..................
.
.........
..........................
..........................
.......
Vereinszeitung.
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Ungeachtet dieser bedeutenden Kosten giebt es in ganz Spanien
einen solclien Ueberlluss an Aerzten und Chirurgen, dass man - wie
O r f i l a meint
die medicinisclien Facnllaten wohl 15 Jahre lang
schliessen diirfte, ohne dass ein blangel zu befiircliten wdre. Nach
einein Uecrete vow 17. September 1815 sol1 es in Zultunft our eine
Classe von Aerzten geben, welrhe an den medinischen Pacultfiten ausgcbildet und zu Licentiaten oder Doctoren promovirt werden. Durrh
eine Ordonnanz der Iionigin vom 27. Juni 1846 ist nun bestimmt, dass
ausser den Aerzten anch cliirurgische Gehiilfen wMinistrantes de civurgin= gebildet werdeii sollen fiir die gewdhnlichen und niedern cliirurgischen Verrichtungen, welchc jedoch irnmer nur auf Befehl oder
Erlaubniss cines proinovirten Arztes vorpenominen werden diirfen.
-
II. Zreber den pharmaceulkchen Unterricht.
Spanien ha1 nur zwei pharmaceutische Facultiten, nimlich in bladrid und in Barcelona; die erstere allein ertheilt den Doctorgrad. Die
Facultiit in Madrid hat cin scliiines geriiumiges Gebiiude, worir rich
die Amts- un Geschdfts- Localititen, grosse lldrslle und andere Sale
fiir die Sitzungen, dffeiitlichen Proniolionen etc., ferner fiir die rnineralogischen, zoologischen, chcmischen und phariiialtologischen Sarnrnluiigen, endlich mehrere Laboralorien befinden, wovon das eine unter
der Direction des I'rol'essors C a m p s ansschliesslich fiir die fortw8hrenden Arbeiten bestimint ist, womit sich alle Studirenden der pharmaceutischen Facullfit beschfiftigm rnussen. Es i s t dabei nur zu bcdauern, dass der botanische Garlen, der sich in diesem Gebiude befindet, fiir den Zweclt nicht gross genug ist, so dass die Pliarmaceuten gezwungen sind, aucli den grossrrtigen botanischen Garten zu
benutzen, der eine wahre Zicrde Madrids ist.
Der gesammte pharmaceulische Unterricht daucrt eben so wie der
inedicinisclie neun Jtihre, wenn der Candidat den Grad cines Doctors
der Pliarmacie erwerben will. Diejenigen Pharniaceuten aber
und
welche nur zu Licentiaten
diese bilden bei weilein die Rlehrzahl
der Pharmacie promovirt werden wollen, absolviren den Unterricht in
sieben Jahren; dieser letztgenannte Grod steht auf gleicher S i d e wit
jenem eines Licentiaten in der Medicin und berechtigt also ehenfalls
zur Ausubung der Pliarinacie in ganz Spanien. Nur die Docl.oren Itiinnen sich urn das offentliche Lehranit bewerben und zu Professoren
und Agrkgks ernannt werden.
Am Schluss des fiinften Studienjahres muss sich der Pharmaceut
den Tile1 eines Baccalauveus phurmnciae erwerben ; dieser Titel berechtigt noch nicht zur selbstsliindigen Ausiibuiig der Pharmacie. Die
vorgeschriebene Ordnung des pharmaceutischen Unterrichts ist folgende :
Wer rls Pharmaceut inscribirt werden will, muss das Diplom
eines Bacealaureus besitsen, sich fiber wenigstens eiiijihriges Studium
dcr allgemeinen Cheniie, blineralogie, Zoologie und allgemeinen Botanik ausweisen.
Isles Studienjahr. Speciclle Mineralogie und Zoologie in Anwendung auf Pharrnacie, wit Beschreibung der Paterialien, welche auf
Pharmacie Bezug haben, wikhentlich 3 Mal, vom Prof. L a l l a n a .
ares Studienjahr. Pharniaceutische Botanik und fifuteria wiedica,
rnit speciellen Besclireibungen der in der Pharmacie gebriuchlichen
Yflanzentheile, wochentlich 3 llal vow Decrn der pharmac. Facultiit
Dr. L e o n .
-
-
Vereinszeilung.
233
Stes Studienjahr. Chemie der organischen Stoffe und pharmaceutische Chemie, wdchentlich 3 nial, vom Professor X i m e n e s.
4tes Studienjahr. Chemie der organirchen Stoffe und chemische
Pharmacie, wihhentlich 3 mil, bei Professor R i o z.
51es Studienjahr. Prrktischer Unterricht iitbcr alle pharmsceutischen Operationeu, bei Professor C Rni ps.
6tes und 7tcs Jahr. Praxis in einer Apotfielte.
8tes Studienjahr.
Ckemische Armlyse rerschiedener Nahrungsstoffe, Getriinke, Wineralwiisser, Gifte etc., hei Professor P o u.
Stes Sludienjahr. Bibliographic, Gcschichte und Likratur der l e dicin etc., Lei Professor A s u e r o in der medicinischen Faculliit.
O r f i l a iiberzeugte sich, dass auch die Professoren der pharmaceutischen Fnculliit ohne tlefte oder Compendien frei u n d mit gliinzender Beredaamkeit vortragen, und einerr sehr griindliclien Unlerricht
geben, allein er tadelt den Studienplan, nach welchern den theorelischen Studien mehr Zeit gewidiiiet wird als den praktischen Uebungen,
end dass die Pharmnlcomathik oder Mnferin plmrniaceulica, SO wie
die eigenlliche Pharmacie, auch die Toxikologie, ganz vernachliissigct
zu sein scheinen. Hierin wird ihin gewiss jeder Sachversbindige aus
voller Ueberzeiigung beistimmen ; wir halten uns fur uberzeugt, dass
die Spanier irn Allgemcinen weniger tiictitige trnd geschickte Apolheker haben als die Deutschen, welche gewohnt sind mit den1 praktischen
Unterricht in der Pliarmncie den Anfang zu inachen, denselben allmilig steigend mit dern theoretischsn zn~eckmissigzu verbinden, und
die praktischen Uebungen mit theoretischen Studien verbundeu in
Apotheken, nicht. zwei, sondern fiinf bis sechs Jahre forlsetzen zu
lassen und erst zuletzt in einerii ein oder nnderthalbjiihrigen nkadcmischen Cursus der wissenschaftlichrn Ausbildung die mdgliclrste GriindIichkeit und Vollstiindiglceit zir geben und so dem Gcinzen gleichsani
den Schlussstein einzusetzen. Wir Irhnen dalier aiich dem Vorechlage
0 r f i I a's, welcher kein Blann voin Fiche und mithin nicht competent
genug ist, nicht beistiinmen, wenn er verlangt, die Pharmaceoten sollen
in einer achtjiihrigen Studien- und praktischen Bildungszeit, und zwar
in den ersten ffinf Jahren a n der pharmaceutischen Facultat vorzugsweise theoretisch unterrichkt werden, euerst in der unogsnischen
Chemie, Mineralogie und Zoologie; ini zweiten Jahre i n der organiwhen Chemie u n d Botanilc niit ticpilition des Unlerrichts vom ersten
Jahre; irn dritten Jahre in der Natiirgeschichte der Droguen mit Fortsetzung der Botnnilc wid annlyiischen Cliemie; in] vierten Jahre in
der Pharinicie und Toxilealopie init Forlsetziing und Repetition der
phrrmaceulischen Naturgescliiclite ; im fiinften Jahre in der chemischen
und pharmaceutischen Praxis; und dass sie drnn erst zwei Jahre lang
in einer Apotheke praktisch getibt werden sollen, um endlich im rchten
Jahre wieder zur Facultiit zuriiclc zir lrehren 11. s. w. 0 r f i l a ist
nicht dafiir, dass die Pharmaceuten zuerst in Apothelcen praktisch ausgebildet werden sollen, u i n die Refiihigung zur Inscription bei der
Facultit zu erlangcn, weil er glaubt, dass nach einein grundlichen
wissenscliahliehcn Unterricht die pharinaceutische Praxis leicht yon
selhst sich ergiebt. Illan sieht, O r f i l a ist Physiolog und Arzt, er
Lcnnt die Schwieriglceiten und Ui~annehnilicl~lceiten
der pliarmoceutischen Praxis zu wenig, um einzusehen, dass sich der jnnge Gelehrte
nach einem ftinfjiihrigen wissenschaftlichen Cursus bei der Facultit,
nur mit Widerstreben den1 Leben und GeschPft in einer Apotheke
wird widmen kijnnen; er begreift nicht, dase auch in der Apotheke
Vereinsxeitung.
234
ein wissenschaftlicher Untcrricht in der Chemie, Naturgeschichte und
Droguenhunde ertheilt werden kann. Allerdings ist es wahr, wenn
0. sagt, dass sich die Zeiten und die Unistlnde getndert haben, dass
der pharinaceutische Z6gling ehedeni in der Apotheke etwas Tiichtiges
lernen konnte, wcil nian gewohnt War, alle chemischon Friparate
selbst zu machen; dass es aber die Apotlielcer j e t z t bequenier und
Bnanziell vortheilhafter Bnden, die h i p a r a t e z u kaufen und ibre Eleven nur auf die Receptur u n d gewdhniichen pharmaccutischen Zuhereitungen yon Extracten, Syrupen, destillirten Wiwern, Sdban, Pllastern
Aber wir fragen, muss denn dieser
und dcrgl. zu beschriinkeo.
Missbrauch so geduldet werden ? Sollte man nicht diejenigen ApotheIter, welclie Uiiterricht ertheilen und Pharmaceuten ausbilden wollen,
gesetzlich und polizeilich zwingen, die pharniaceutischen Frtparate,
gleich vie1 ob sie galenisclie oder chemisebe sind,
init wenigen
des UnAusnahmen, welche specie11 bezeichnet werden kiinnlen
terriclites wcgen selbst zu verfertigen? . Es versteht sic11 dabei von
selbst, dass diejenigen Apothelter, welche Lcine Lehrlinge unterrichten,
und ihre Geschiifte allein oder mit einciii Gehiilfen versehen, von einem
solchen Zwang frei sein Iciinntcn; aber dabei doch gehalren werdcn
miissten, diejenigen Priiporate, die sic nicht selbst machen, nicht aus
dem Jhoguenhiindel, sondern aus Laboratorien zu beziehen, welche
ebenso wie die Apotheken von der filedicinalpolizei iiberwacht werden, und fur die Reinheit der Priiparate hinreichende Burgschaft leisten miissten.
Die Vorziiglichkeit dcs in Deutschland herrschenden Studien und
in der Voraussetzung, dass nur
Bildungsplans fur Pharinaceuten
wiirdige und wissenscliaftlich thchtige Apotheker Unterricht ertheilen
diirfen
Fillt sogleich in die Augen, wenn nian ttrwirgt, dass jeder
dieser pharmaceutischen Lchrer imtner nrir einen oder zwei und hiichstens drei Lehrlinge auf einnial unterrichtet, und jedem derselben die
nathige Aufmerltsamlieit und Sorgfalt zuwenden kann; wenn man dagegen liest, was 0 r f i 1 a berichlet, dass Professor Cam p s in seinein
Laboratorium a11 der pharniaceutischen Faculttit in Madrid j6hriich
60 bis 80 Pharniaceulen des funften Studienjahres in der pharniaceulischen Praxis auf eininal unterrichten sol1 ! h e pharinaceutisehen Priifungen in Madrid werden am Ende eines jedcn Studieiijahres von
zwei Professoren und eineni Suppleanten, aber nie von drei Professoren vorgenommen, und zwar R u f f~hnlicheW‘eise wie bei der medicinischen Faculttit. Das Licentiaten odcr Approbations Examen ist
zwar bei der pharniaceutischen Faniltit vie1 strenger als bei der medicinischen, aber cs liisst auch Manches zu wiinschen iibrig; es besteht aus 1) eineni mhndlichen Tentarnen iiher alle Lehrgrgenstiinde
bei verschlossenen Thhrcn ; 2 ) einer schrifllichen Priifung drirch Beanlwortung der Aufgaben, welclie durcli das Lons gezogen werden ;
3) einer praktisrlien k’riilung, wobei vorgelegte Pflaneen iind Droguen
bestimrnt und zwei Arzneiltiirper dargestellt werden museen, niiiilich
ein chemisches und ein pharmacenlisclies Priiparat, wnbei die Examinatoren das Recht hahen, die praktische Priifung mit einer mdndlichen
eu verbinden.
0 r f i I a schlagt dafiir zur Erlangung des pharmaceutischen Licentiats vier Schlusspriifungen vor, wuvoii jede eine Stunde dauern sollte :
njmlich I)iiber Cheniie und I’liariiiacie ; 2) iiber medicinische Nalurgeschichte und Jif&.krk niedaco; 3) iiber ‘Jomikologie; 4) iiber pharmaceutische Praxis. Es verstelit sicli dabei yon selbst, dass dieses
-
-
-
-
-
-
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-
235
Vereinszeitung.
pralrtirche Examen nicht in einer Stunde rbgemacht werden kdnnte.
Zur Erlangung des Doctorats wird noch ein funftes Examen verlangt,
welches in einer chemischen Analyse bestehen sollte. I m Jahre
1845-46 hat sich lrein einziger Candidat zum pharmaceutischen Doctorgrade geineldet, weil die Aussichten zur Anstellung im Lehramte
sehr gering sind.
Bei der pharmnceutischen Facukiit in Madrid sind ausser den genannten sechs Professoren noch drei AgrBg6s angestellt, niinilich der
eine als Secretair, der zweite als Bibliothekar und der dritte als Director eines Lnboratoriums. 0 rf i I a bemerkt ganz richtig, dass es
zweckmiissiger wire, wenn diese rnit fixein Gehalte Angestellten zugleich
die Verptlichtung hltten, als Suppleanten der Professoren in Function zu
treten, wenn diese durch Kranlrheit oder sonst auf eine Weise vom
Lehramte abgehalten werden, und zugleich bei den Priifungen mitzuwirken.
Die Znhl der bei der Facultit inscribirten Pharmaceuten war in,
Jahre 1842 = 650, im Jrhre 1843 = '780 rind im Jahre 1815-46
nur mehr 280.
Die Inscriptions-, Examinations und Promotions- Gebiihren sind
bei der pharrnkeutischen Facultat folgende :
Inscription ini ersten Jahre.
55 Frcs.
Ebenso in den 5 darauf folgenilen Jahren zusammen 2'75 n
Der Grad eines Baccalaureus pharmaciae kostet 125 n
Der Grad eines Licentiaten..
758 Y
..................
.................
Summa.. .I205 Frcs.
(Buchn. Repert. 2te Reihe. Bd. X L V. Heft 1.)
B.
5) Vereins - Angelegenheiteu.
Veriinderungen in den Kreisen des Vereins.
Im Kreise Bonn.
In Neuwied verstarh der Hof-Apotheker W. S t a d l e r .
Stelle tritt ein: Herr Apoth. W. T h r a e n .
Im Kreise Esscn
tritt aus: Hr. Apoth. T i e t z in Duisburg.
An seine
Im Kreise Bobcrsberg
treten mit Schluss des Jahres auR:
Hr. Apoth. F o r s t e r in Halhau,
II
,t
W' a l t h e r in I'riehus,
I
I:
H e i n k e in Guben,
N
#I
P r a n c k e in Bobersberg.
I m Kreise Reichenbach.
Hr. Apoth. U l b r i c h t in Waldenhurg lritt mit Ende dieses Jahres aus.
Eingetreten ist : Hr. Apoth. L e p o r i n in Gnadenfrey.
Im Kreise Stade
tritt ein: Hr. Apoth Dr. H e y n in Scharmbeck.
Es trilt aus: Hr. B u t t n e r in Bremerhafen Ende 1857.
Hr. H a r t u n g in Hurneburg irt gertorben.
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