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Ueber die Bereitung der AmmoniakflUssigkeit.

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ARCAIV DER PHAMflCIE.
CVllI. Batides zweites Heft.
Erste AbtheiZung.
1. Physfk, Chernie iind praktische
Pharrrracie.
___ _ _
-
Ueber die Bereitung der Ammoniakflussigkeit;
YO11
Dr. M o ti r.
Ueber die Darstellung dicses vie1 gebrauchten Praparates is1 schon so vieles gearbeitct und geschrieben
worden, class es sonderbar erscheint, wie nocli einmal
darauf zuriickgckonimen wird. Die Priifung der Methodo
der neucn prcussischen Pharrnakopijc hal mir jedoch die
Ueherzeugung gcgeben, dass das Richtige noch nicht allgemcin crkannt ist, u n d dass in der ganzen Litcratiir iiber
diesen Gegenstand sehr wesentliche Puncte g r nicht beriihrt wurden.
Urn den Ausgangspunct von der gcnannten Pharmakopoe zu nehmen, so llisst dicsclbe 3 Pfd. Kalk mit 10 Pfd.
Wasser Ioschen und zu dcm Breie 3 Pfd. Salmiak hinzufiigcn, und nun die Dcstillation vornehmen. Es wurdo
zuniichst ganz genau nach diesem Verhiiltnisse gearbcilet,
und 18 Uiizcn Kalk mi(. 60 Unzen Wasser geloscht, welches eine dicklichc Kalkmilch gab. In eincm geraumigen
Kolben, worin die Liiscliung selbst hiitte vorgenommen
werden kiinnen, wurden 18 Unzen Salrniak in groben
Stiicken eingebracht, und n u n die Kalkmilcll darauf gegossen. Es fand keine bcmerkbare Entwickelung stalt, SO
dass man in voller Ruhe die Verbinduns herstellen konnte,
die Zwischenflasche enthielt 2 Unzen Wasser und dio
Arch. d.Yharm. CVIII. Bds. 2. Hft.
9
!, 30
Moht.,
Vorlage 36 Unzcn. Der Kolben wurde in] Sandbade mit
der grossten Vorsicht erwarmt. Die Gasentwickelung trat
regelmassig ein und wurde so langc Lei gleichmassigem
Feuer fortgeselzt, als Absorption in der Vorlage slatt fand.
Da nichls rnehr iiberging, wurde das Feuer vorsichlig verstarkt. Es trat nun ein wirkliches Kochen ein, allein die
Flussigkeit kam auch ins Steigen. &lit der griissten Sorgfalt war es nicht mehr moglich, die Operation in Gang zu
bringen, ohne dass dieses Steigen wieder einlrat. Setzle
man nun auch die Erwiirmuns mit der aussersten Sorgfalt, das Ucbersteigen zu verhutcn, eine geraume Zcit fort,
so war dadurch doch gar nichts gewonnen, dcnn es verminderle sich durcli die Form des Iiolhens und das sehr
lnngsamc Kochen doch die Mcnge dcr Plussigkeit sehr
wenig und in der Vorlage rand nur schr gcringe Absorption slatt. Prakliscli war also alles geschehen, was in
cinem LaLtoratorium geschchen konnle. Es wurdc deshalb
eingestelll. In der Vorlage waren 37 Unzen ciner Amrnoniakflussigkeit von 0,9743 spec. Gew. enthalten. Dieselbe
war offenbar zu schwacli und an eincn ferneren Zusatz
von Wasser konnte nichl Sedacht \?i..erden. Aus der hlittclflasche warcn 3- 4 Unzcn cincr Flussigkeit von 0,943
spec. Gew entfcrnt worden, ehe die lllassc iibergestiegen
war. Es war cinleuchlend, dass hic-r noch keine vollstandige Zerselzung slatt gcfunden hatle, und es hiiue,
urn ein richtiges Priiparat zu erlangen, viel weniger Wasser vorgeschlagen wcrden diirfen. Dann aber wiire ein
so grosser Ausfall in der hienge einptreten, dass eir~e
solche Operation als praktisch ganz unmiiglich h a t k bezeichnet werden miissen. Nachdem der Kolben uber
Nacht gestanden, war die Fliissigkeit zu einer nadelformig
krystallinischen Masso gestanden, auf welcher nur wenig
Flussigkeit stand. Durch Umschiittcln entstand ein lirystallinischer h e i . Diese Kadeln sind das von R o s e beschriebene und analysirle basisclie Chlorcalcium, welches
auf 1 At. Chlorcalcium, 3 At. Kalk und 46 At. N'asser cnth d t . Die Bildung dieses Salzes veranlasst, dass bei Gegenwart von viel Wnsser der Salmiak von dem uberscliiissigen
uber die Rereiltcng der Arnmoniakfliissiykeil.
13 1
Ka.lke nicht mehr zcrsetzt wird. Bei einer hiiheren Ternperatur und bei Verlust von Wasser tritt von neuem eine
Wechselwirkung ein und es wird nochmal Ammoniak cntwickelt irn Vcrhiiltniss als das Wasscr entweicht.
Obigc krystallinische Massc wurtle durch Schutteln
innis vermengt und ein Theil davon etwa 9 Unzen in eine
gcraumige Retorte gegebcn. Es wurde absichtlich . eine
Retorte gewiihlt, damit das einmal verfliichtigte Wasser
nicht wieder zuruckrinnen kiinnte. Das Dcstillat wurde
in einer Glasrohre verdichtet. Das erhaltene Amrnoniak
hatte ein spec. Gew. von 0,965 und war durch wirkliche
Destillation ohne Ahsorption erhallen worden. Weil sich
dabei aber noch Ammoniakgas zu enlwickeln schien, so
wurde eine ncuc Menge des Breics in ciner Retorte der
Destillalion unlerworfen, welche luf~lichtmit eincm tubulirten Kolbcn verbunden, der selbst niit cincr zweimal
!gebogenen Glasriihre versehen war. Aul' diese Art wurde
Deslillation und Ahsorption gnlrennt vorgcnornmen. €?s
wurde nor wen;:; Nasscr vorgesclilagcn. Beim ErwSrmen
cntwickelte sicli anfangs Ammoniakgas, bald aber kam
Wasserdampf mil, wie man a n der heiss werdendcn Rohre
bemcrken konnte. In der Condensationsflnsche war Ammoniali von 0,945 spec. Gew. enthaltcn, im tubulirten Kolben aber nur sehr weniges ubrig geblicben. Beide Fliissigkeiten gcrnischt, hatten 0,356 spec. Gew., waren also
stark gcnug. Die crhaltcnen 3s Unzen Ammoniak von
0,9715 spec. Gcw. cnlhaltcn nach O t t o ' s Tabellc zu
6,75 Proc. bcrechnct 2,4S C'nzen wasscrlecres Ammoniak,
wahrcncl die angewendctcn I S Cnzen Salniiak 5,73 Unzen
cnthaltcn. Es war also h i dcr erslen Dcstillation nicht
einnial dic BaIfte des Amnioniaks ausgctrielten worden.
Ans dicsen Yersuchen gelit hervor, dass in cincr verdunnten Fliissiigkcil basischcs Clilorcalcium ncben Salmiak
unzcrsetzt Lcstehen konnen, class die Einwirkung rnit dem
Verluste dcs Wassers und der Eintrocknung dcs Gernenges
und der cladurch crhiihlen Tempcratur des Gcmenges
wieder eintritt, ferncr, dass hei den \'erhiiltni.ssen der
9'
‘I32
Mohr,
Vorschrift der Pharmakopoc nur ein Theil Ammoniak als
wasserleeres Gas durch Absorption gewonnen werden
konne, und ein grosser Theil in dem Gemenge zuruckbleibt, oder mit Wasserdampfen gemischt, ubergeht und
so vendichtet werden muss. Da n u n aher das Troclienkochen der Masse in einem glasernen Kolben, wo vieles
Wasser sich schon im Halse verdichtet%gar nicht moglich
ist, auch ein lebhaftes Kochen, wie in einem Dampfkessel,
wegen der IVeigung der Flussigkeit zum Uebersteigen
nicht zulassig ist, so folgt daraus natiirlich, dass man nacli
den Verhaltnissen der Pbarmakop6e und in dem von ihr
ansegebenen Apparate vortheilhaft Ammoniak gar nicht
bereiten konne. Selbst in einem noch so geriiumigen
Destillationsgcfasse wiirde das Ueberziehen der ganzen
Wassermenge und das Trockenkochen der ganzen Masse
die grosste Schwierigkeit haben, das bereits condensirte
Ammoniak durch die grosse Mengc tler Wasserdiimpfc
schr erhitzt werden, und wegen seiner Menge schwierig
kalt zu hallen sein. Der grosste im Handel vorkommendc
Glaskolben wiirde nicht hinreichen, urn die doppelte Menge
dcr Vorschrirt in Arbeit zu nehmen, und bei einem undurchsichtigen Gefasse wiirde man nicht wahrnehmen
konnen, ob die Masse steige. Alle diese Uebelslaiide
finden in den wenigen Worten ihre Erklarung: e s i s t z u
v i e l W a s s e r i n dern G e m e n s e .
Nimrnt man weniger Wasser, so wird ein hedeutend
grosserer Theil des Ammoniaks als Gas entwickelt u n d
durch Absorption erhalten. Hierbei ist jeder Verlust durch
Erwarmung vermieden, weil die Destillation des Wasscrs
van jener des Ammoniaks getrennl vorgenommen wurde.
Die Verdichtung yon wasserleerem Ammoniak erzeugt sehr
wenig Warme, dagegen die Verdichtung von Wasserdhmpfen
viel Warme freimacht. Man hat deshalb sein Augenmerk
vorzuglich dahin zu richten, die grosste Menge des Ammoniaks im wasserleeren Zustande zu enlwickeln, und
durch Absorption, nicht durch Destillation zu gewinnen.
Dabei darf die Wassermenge nicht obr~eKachlheil unter
Ldasjenigc Quantum herabgedruckt werden, bei welchem
iiber die Bercitung dcr Ammoniakfliissigkeit.
4 33
eint: vollstandige Verflussigung und Durchdrinsung der
Substanzen noch eben moglich ist.
Die Bildung des basischen Chlorcalciums verwickelt
den praktischen Theil der Ammoniakentwickelung ganz
in derselben Art, wic die Bildung yon doppeltschwefelsaurem Kali und h'atron die Destiltation der Salpetersaure
untl Salzsaure. Auch hier ist es nothwendig geworden,
2 At. SchwcfelsPure auf 1 At. des zu zersetzendcn Salpeters und Kochsalz zu nehmen, urn trotz der nildung
ein1.s sauren Kalisalzes dennoch allc Siiure auszucrciben.
Urn hieruber klar zu werden, musstc die Menge dcs von
verschiedenen Quantitaten btzenden Kalkcs entwickelten
Arnmoniaks genau bestimmt werden. So vie1 auch schon
ubcr Arnmoniakbereitung geschrieben worden ist, so finden
sicli doch nirgcnd genaue und entscheidcnde Versuche
hieruber. Die Vcrfasscr berichten alle, dass sie auf dem
vori ihnen empfohlcnen Wege officielles Arnmoniak erhalten
hahen.
Die Versuche, welche ich zu dicsem Zwecke anstellte,
wurden in kleincm Maassstabe gcmacht, abcr die Gewichte
mil desto grossercr Scharfe bestimmt.
In eine kleine tubulirte Retorte wurden die verschiedenen hlengen Salmiak, Kalk und Wasser eingebracht,
die Entwickelung durch cine Weingeistlampe bis zurn vollkoinmenen Trockeiiwerden dcr Masse ohne Gluhcn des
Bodcns bewirkt. An den IIals der Retorte war cine in
einen stumpfcn Winkel gebogcne Glasriihre mit cinem
Korlie angebracht, welchc in ein hohes Opodeldocglas
rcichtc. Diescs cnthielt cine uberschussige Menge rcine
Salzsfurc, urn alles Arnrnoniak zu absorbircn rind zu siittipi].
Aus diescrn Glasc gins cine doppelt gebogenc Glasyolirc in ein leeres, sehr weites und nasses Glas, in welchem
sich mit iibergerisscnc Salmiaknebel ahsetztcn. An diesem
Clilse war im Korke einc Saugriihre angebracht. Nachdcm Kalk und Salmiak im groblichen Zustande in die
Retorte eingebracht und alle Verbindungen luftdicht bewcrkstelligt waren, wurde zuletzb das Wasscr durch den
Tubulus eingegeben und sogleich erhitzt. Es bildeten sich
134
Mohr,
in den Vorlagen immer dichte Nebel von regenerirtern
Salmiak, welchc in die weile Flasche ubergingen und sich
in dieser langsam absetzten. Man konnte die Absorption
des Ammoniakgases von jener der Wasserdanipfe sehr
bestimmt unterscheiden. Lelztere verschwandcn mil einern
heflig knatternden Tone, wenn die Flussigkeit in heftiges
Kochen geltommen war. An dem Heisswerden der Leitungsrohren der Flussigkeit in der Zwischenflasche hemorkte man ehenfalls dieses Stadium des Versuches. Nachdem der Inhalt dcr Relortc trockcn war, und die Flussigkeit der Mittelflasche in die Relorte zuruckzusteigen drohte,
wurde der Tubulus geoffnet, and wenn alle Salmiaknebel
in der weiten Flasche verschwunden waren, Luft durch
den Tubulus eingesaugt und durch die Salzsiiure gctrieben.
Es wurdc so der letzte nest dcs entwiclrelten Ammoniaks
in der Salzsaure aufgefangen.
Die beiden Vorlagen wurden in eine kleine Porcellanschale ausgeleert, nachgespult untl sammtliche Fliissigkeiten,
welche jedesmal stark sauer rcagirten, im Wasserbade
zur Trockne gebracht, und das Gcwicht des Salmiaks
bestirnmt, wenn in drci hintereinandcr folgendcn Taren
keine Gewichtsverminderung melir slatt gefunden hatte.
Da der Salmiak als solcher wieder gewonnen wurde,
so liess sich daraus ohnc weitere Beziehung aiif einen
andcrn chemischen Kijrpcr das Proccntvcrhiiltniss dcs zcrsetzten Salmiaks ermittcln.
I ) 4 Grm. Salmialr, 2 Grm. Kalk und 4 Grm. Wasser
gaben 3.4 Grm. wicdergewonnenen Salmiak ;
2) ein zweites hlal gaben sie 3,32 Salmiak.
Der erste Versuch giebt 77,s Proc., der zweite 83 Proc.
zersetzten Salmiak, im Miltel 80,2 Proc. Es blcicen also
bei diesem Verhiiltnisse PO Proc. Salmiak unzersctzt.
3) Es wurdcn zu dem trocknen Reste von 4 ) noch
2' Grm. Kalk und 4 Grm. Wasser gegebcn und cine kleinc
Mcnge Salzsaure vorgeschlagen. Dadurch wurden 0,7155
Grm. Salmiak erhalten, welche 48,75 Proc. vorstellen. Diescr Versuch zeigt auf das Bestimmteste, dass noch unzersctzter Salmiak in dem einmal bis zur Trockne destillirten
iiler dze Bereitung der Anznioniclkrltussigkez'l.
135
Gomcnge warcn. In beiden Destillationen hatten wir 773
1G,76 = 96,25 Proc. Salmiak erhalten. Es ist demnach
das C'crhaltniss von 4 Salmiak auf 2 Kalk durchaus zu
vtarwerfen. Noch zu bemerkcn ist, dass bcidc Gemenge
aus 1) und 2) vollkonimcn klar urid durchsichtig wurdca,
indem sich der Iialk vollstiindig aufloste. Es cnlsteht aber
dennoch das basischc Salz, welches abcr in der Siedhitze
]osl1ch ist.
+
' 1 .
4) Es vvurdcn nun gleichc Theilc Salniiak, Kalk und
Wasser, von jedem 4 Grm. in Arbcit gcnoniiiicn. Ein
1,'ersucli gab 3,538 Grni. = 88,4 Proc. Salniiak.
5: Kin aiiderer Tersuch n i e C gab 3,G Grm. = 90 Proc.
Salniiak. Das M i l k 1 von 4) und 3) betriigt S9,2 Proc., so
class hei dicseni so allgeniein cmpfohlcncn Verhaltnisse,
w e l c h nahezu 2 At. Iialk cnthiilt, noch vollo (10 Proc.
Salmiak unzcrsetzt bliclcn.
6) Dassclbo VcrhSl[niss in doppellcr Dlcngo, 8 Grm.
von jcdeni gabcn in erstcr Dcstillation 7,28 Grm. = '31 Proc.
Salmiak.
i) Zuni trocknen Rest von 6) wurden 2 Grm. Kalk
und 8 Crm.\Vassur zusehgt und von nciiein zur T r o c h e
destillirt. Es wurden 0,32 Gr. = 6,s Proc. Sairnink erhalteti.
8) Es wurdeii n u n zum Heste von 7) noch einmal
2 Grni. Iialk und 8 Grm. Wasscr zuigefugt und tladurch
0,025 Grm. = 0,57 Proc. Saluiiak crhalkn. In allcn drci
Vcrsuchcn (i), 5) und 8) waren 98.07 I'roc. tles angwandtcn
Salmiaks wicdcrgcwonncn worden. Durch die Erholiung
des Kalkcs um & h
i bereits gieichem Gewich:e wurde
die Ausbcutc an Ammoniak um (i,5 Proc. erhijht; durch
eine fcrncre Erhiihung um 4, so dass dcr Iialk nur das
Anderthall~faclie dcs Salmialis betrug, wurde nur noch
;Proc. rnehr gewonnen.
9) 4 Grm. Salmiak, 6 Kalk und G Wasscr gaben 392
Grm. = 98 Proc. Salmiak. Dies stimmt vollsliindig rnit
der vorlclzten Reihc von Vcrsuchen, wobci durch allmalige
Erhiihung dcs Kalkcs von 4 auf 6 ebenfalls 98,07 Proc.
erhalten wurden.
136
Molir,
10) 50Grrn. Salmiak, 50Grm. Kalk und 60Grm. Wasser wurden der Destillation unterworfen, und das Gas mit
reinem Wasser aufgdangen. Es wurden erhalten 137 Grm.
Flussigkeit von 0,957 spec. Gcw. Diese enthalten nach
Otto’s Tabelle 10,s Proc., also irn Ganzen 14,385 Grm.
wasserleeres Ammoniak. 50 Grrn. Salmiak enthalten aber
45,94 Ammoniak, es sind also 15,91 -14,383 = 4,525 Grm.
Ammoniak verloren gegangcn. Und diese maclien von
45,OI Grm. oder dem ganzen Gehalte 9,6 Proc. aus. Es
bestitigt dies die obige Erfahrung.
41) ti0 Grm. Salmiak, 30 Grm. Kalk, 60 Grm. Wasser
gaben 425 Grm. Fliissigkeit von 0,9G spec. Gew. oder
9,75 Procentgehalt nach der Tabclle. Es sincl also h e r
3,72 Crm. wasserleeres Ammoniak oder 23,38 1’1.0~.
vom
ganzen Gehalte verloren gegangen.
12) 6 Civilpfund Salrniak, 6Pfd. Kalk wurden in massiven Stucken in einen gusseisernen Entwickelungs-Apparat
eingebracht und durch die Sicherheitsrljhre 6 Pfd. Wasser
nach und nach einsegosscn. Es entstand eine sehr lebhafte Entwickelung. Durch dcn Hiihrer, welcher durch
eine Stopfbuchse ging, fiihlle man, dass die Flljhe dcr
festen Stucke abnahm. Die Entwickelung kam durch
Feuer in festen Gang und ging sehr ruhig fort. Nach
zwei Stunden‘war die Hauptmasse des Arnmoniaks iibergcganpn und Wasserdampfe fingen an, dic Fliissigkcit
zu erwiirmen. Es wurde abgenommen und lileinere Mengen Wasser in verschiedenen Gefassen vorgelegt.. Die
starkc Erhitzung durch die Wasserdiimpfe nijhigte diesc
oft zu erneuern, indcm eine Abkiihlung durch umgebendes
Wasser sich nicht als geniigend herausstellte.
Im Hauptgefiisse waren 12 Pfd. destillirtes Wasser
vorgeschlagen und in Allern 14 Pfd. 9 Unzon Arnmoniak
yon O,Il;i6 spec. Gew. erhalten worden. Sie wurden mit
der nachher gewonnenen Pliissigkeit verdunnt und in
Allem 18 Pfd. 1 Unze Salmiakgeist von 0,96 spec. Gew.
erhalten. Die noch iibrigen Fliissigkeiten wosen 0,W und
0,995 und 0,996, waren also fast reines Wasser, welches
nur schwach nach Ammoniak roch.
,
uber die Bereilung der Arnmoniakfliissigkeit.
137
I m Entwickelungsgefasse war das basische Salz reichlich vorhanden.
18 Pfd. Salmiakgeist von 0,06 spec. Gew., also zu
9,75 Procentgehalt, cnthalhen irn Ganzen 1,755 Pfd. wasserleeres Ammoniak. In den 6 Pfd. Salrniak sind aber
6.17 __- 1,910 Pfd. Ammoniak
53,4
anthalten. Es fehlen also 0,453 Pfd. Ammoniak oder
8,1 Proc. Diese Opcralion war vollkommen gelungen
ausgefiihrt, und wiihrend des ganzen Verlaufs war nicht
der geringste Verlust an Arnmoniak an irgcnd einem Theilo
des Apparats berncrkt warden.
A u s allcn diesen Versuclien im grossen und im kleincn
Blaasstabc gchen folgendc Resultale hcrvor :
I ) dass 6 Theile Aetzkalk auf 4 Theile Salmiak das
kleinste Verhaltniss ist, wobei noch der Salrniak vollstandig zersetzt wird;
2) dass bei gleichen Rlengen Kalk und Salmiak 40 Proc.
Salrniak unzcrsekt bleibcn ;
3) dass bci -;
Kalk vom Salmiak 20 Proc. Salrniak
unzersetzt blciben;
4) dass voni Wasser die miiglichst kleinstc Nenge,
die zur Errcichung des Zweckes nolliig ist, genornrncn
werden niuss, und dicse glcich dcm Gewichte des Salmiaks zu nehmen ist.
Was dic praktische Ausfuhrung betrifft, ist dazu der
schon ofter beschriebene gusseiscrne Apparat angewendet
worden. Eine Verbesserung, die ich damn angobracht
habe, besleht darin, dass man wiihrend der Zersetzung
bestandig umruhren kann. Es wird dadurch die Arbeit
unScmcin bcschleunigt und die vollshndigc Durchdringung
der Substanzen heforderl. Man hat die Leitung der Arbeit
vollkornmcn in seiner Hand, indern man beliebig n e w
Subslanz in Wechsclwirkung bringcn kann, und durch
das Gcfiihl in der Hand gleichsam in das Innere des
Apparats hineinschaut. Zucrst fuhlt man, wie die Masse
allrniilig dunner wird, wie die letzten festen Stucke ganz
verschwinden ; dann wie die Masse zah und dickflussig
138
Jfarsson,
wird, und wie sie endlich zu Kiirnern und Klumpen erhiirtct. Ein Vortlleil besteht nocli darin, dass der Srossto
Theil des erhiirteten Salzes lose i d und sich leicht aus
dern Apparate entfcrnen lasst. Irn niichslen Hefie meines
Cornrncnlars zur prcussischen Pharmakopijc werde ich
einc ikichnung und Beschreibung dieser Vorrichtung mittheilen.
-
-mC
Beitrag zur Kenntniss der CInsegalIe;
volt
Th. I t l a r s s o n ,
Apolhel,cr
itt
\Volgast.
Untcr dcn Producten des thieriscllcn Organismus ist
kaum eins, wclches die Aufmerksnrnkeit der Chernikcr
in cincn~so holien Grade auf sich gczogen hiitre, als die
Gallc. Die ausgezeiclinetsten Chernikcr haben seit eincni
Vierteljahrhuntlert in ticn niiihcvollsten Arbciten sich mit
der Untersuchung der Galle beschiiftigt, ohnc dass cs
gelungen wiire, die Ansicliten dcr Cherniker iiber die
Constitution der Galle zu einigcn.
Erst S I r e ch er's ausgezcichneter, vor kurzer Zcit
angestellter Untersuchung war cs vorbchaltcn, ein neues
Liclit in die Kenntniss eines Secrets zu bringen, welches
eine so rathselhafte Conslitution zu besitzen schien.
Kach S t r e c k e r ist der Ilauptbestandtheil der Ochsengalle di\s Satronsalz der Cholsiiure (Gmelin), ciner stickstofflialtigen, a h s c h w c fel f r e i c n Siiurc. Ausserdern
bildet noch cine zweile stickstoff- und s c l \ w e f e l l i a l t i g e
Siiure, fiir welche S t r c ck e r den Samen Choleinsaure
vorschliigt, mil Natrom \w*bundcn ciiicn wcsentlichen und
charakterislischen Besland thuil der OchsenSnlle.
Diese beidcn Siiuim bietcn nun cine ebenso merkwurdige, wic inlercssantc Zcrsctzung durch Kochen mit
Kali oder Baryt dar. Dic Cholsiiure zcrfiillt niirnlich durch
diese Behandlung in Cholalsaure (Cholsiiure Dernnrpy)
und Glycocoll, die CholeinsCure hingegen in Cholalsaure
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