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Ueber die chemische Zusammensetzung von Pachyma Cocos und Mylitta lapidescens.

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E. W i n t e r Y t e i n : Ueber Pachyma Cocos.
398
Ausfiihrung der Glycerinbestimmung nach meiner Methode zu sein,
da die einzelnen Operationen e,ine fortwahrende Beaufsichtigung nicht
verlangen und ein geiibter Analytiker recht wohl mehrere Bestimmungen
gleichzeitig nebeneinander ausfuhren kann.
Nach der gegebenen Vorschrift werden in der Abteilung des
hiesigen pharmaceutisch - chemischen Instituts f i i r Nahrungsmitteluntersuchungen die Glycerinbestimmungen nunmehr seit etma drei
Jahren ausgefiihrt. Von der Nitteilung der analytischen W e d ,
welche bei der Untersuchung von Bieren und Weinen nach meiner
Methode erhalten wurden, glaube ich Abstand nehmen zu konnen,
da die Mehrzahl der verwendeten Proben billige Handelsmarken,
beziiglich Flaschenbiere waren.
Ob bei der Bestimmung des Glycerins nach meiner Methode
fiir die Beurteilung der Getranke ein anderes Verhtkltnis zwischen
Alkahol und Glycerin, als das bisher iibliche anzunehmen ist, l&fst
sich noch nicht sicher beurteilen. Im allgemeinen fallen die Werte
fur das Glycerin etwas niedriger aus, als nach der Reichsmethode.
Es wird einer grofseren Zalil von Untersuchungen notorisch reiner
Weine der verschiedensten Herkunft, sowie regelrecht entnommener
Fakbierproben bediirfen, urn uber die letztbertihrte R a g e ein endgultiges Urteil abgeben zu kounen.
Marburg a. L., im April 1895.
Ueber die chemisclie Zusammensetzung von
Pachgrna Cocos und MyZitta la-celns.
Qon E. W i n t e r s t e i n .
(Aus dom agrikultur-chemischen Laboratorium des Polytechnikums
in Ziirich.)
(Eingegangen d. 11. 6. 1895.)
Pachyma Cocos ist schon der Gegenstand wiederholter Untersuchungen seitens der Botaniker gewesen, doch herrschen noch in
manchen Punkten Zweifel uber die Natur dieser eigentiimlichen,
knollenfhnigen Pilzbildung. Eine Arbeit neueren Datums verdanken
wir E d. _F" i s c h e r.1) Derselbe gelangt auf Grund einer eingehen1)
S. 61-79.
Beitrage zur Kenntnis exotischer Pilze. Hedwigia 1891. Heft 2
E. W i n t e r s t e i n : Ueber Pachyma Cocos.
399
den mikroslropischen Prtifung, die er mit Objekten verschiedener
Herkunft angestellt hat, zur Ansicht, dass das Pachyma Cocos eine
einheitliche Pilzbildung, htichstwahrscheinlich ein Sclerotium darstelle,
und dass es ein holzzersttirender Parabit sei. Die Resultate dieser
Untersuchung stimmen mit der Ansicht von Fries,l) welcher sich
auch P r i l l i e u x 2 ) anschliesst, tiberein. Zu wesentlich anderen Ergebnissen gelangten C u r r e y und Hanbury,s) dieselben halten die lichtbrechenden Korper, welche die Hauptmasse der Innensubstans bilden,
ftir ein Umwandlungsprodukt der Holzelemente der Wurzeln, auf
welchen der Pile wuchert.
Soweit ich die mir zugangliche Litteratur uberblicken konnte,
liegen nur unvollstgndige chemische Untersuchungen von Pachyma
Cocos vor.
C h a m p i g n o n 4 ) hat wohl zuerst aus P a c h y m Cocos eine in
Wasser und Kupferoxydammoniak unlasliche Substanz isoliert, welche
beim Behandeln mit Mineralsauren eine die F e h 1i n g'sche Lasung
reduzierende Substanz liefert; dieselbe ist mit dem Namen P a c h y m o s e 5 ) belegt worden und SOU nach P e l l e t 6 ) die Formel
CzoHMOz8 besitzen. Eine Untersuchung fiber die quantitative Zusammensetzung von Pachyma ist von L. K e l l e r 7 ) ausgefiihrt
worden. Nach S. G o r e *) sol1 P e c t i n s a u r e der Hauptbestandteil der Pachyma Cocos sein.
Von Herrn Prof. E d. S c h 5i r in Strassburg auf die Wiinsohbarkeit einer erneuten Untersuchung diescs Gegenstandes aufmerksam
gemacht, habe ich zwei Proben von Pachyma Cocos verschiedener
Herkunft und zugleich auch ein ahnliches Gebilde Mylitta Iapi&sceptse>
1) Vergl. die zitierte Arbeit von
2 Le Pachyma Cocos 0n france.
Ed. Fischer. S. 64.
.
Bulletin de la societ6 botanique
de France T. 36 1889 p. 433.
8) Science papers by D. Hanbu
London 1876 p. 95.
4) Husemann. Die PflanzenetoxBd. I. p. 285.'
5) Ob die Bezeichnung von Champignon herruhrt, habe ich aus
den Litteraturengaben nicht ersehen kbnen.
6) Husemann. Die Pflanzenstoffe Bd. I. p. 285.
7) Chemical exnmination of Ftih. Ling.
American Journal of
Pharmacy 1876 p. 553-458.
8) Annual ReDort of the Board of the Smithsonian Institution
for th/year 1881 $ 687-701.
9 ) Eine kleine Probe von Pachuma Cocos. welche ich nur f i r die
quantitative Untersuchung benutzte, "wie eine solche von M y 1i t t a
1a p i d B s c e n a verdanke ich der Freundlichkeit des Herrn Prof. Dr.
H a r t w i c h in Z l i r i c h .
.
400
E. W i n t e r s t e i n : Ueber Pachyma Cocoe.
nntersucht. Da Kohlenhydrate die Hauptmenge der genannten
Untersuchungsobjekte ausmachen, konnte ich, wegen Mange1 an
Material, die stickstoffhaltigen Substanzen nicht in geniigenden
Quantititen isolieren, um dieselben einer eingehenden Untersuchung
zu unterziehen.
Im folgenden teile ich nun zunachst die Resultate mit, welche
bei der qualitativen Untersuchung von Pachyma COCOSerhalten
wurden. Eine grossere Quantitat (ca. 500 g) des Untersuchungsmaterials wurde mir in Gestalt eiiier grossen und niehi.erer kleiner
Knollen von T 11. S c 11 u c h a r d t in G ij r 1 i t z geliefeit, dasselbe
wurde zuvorderst in folgender Weise behandelt. Die Knollen wurden
von der schwarzen, runzligen, diinnen Rinde befreit, dann mittels
einer Reibe zerrieben und endlich auf einer Miihle fein gemahlen.
Dieses Pulver verwendete ich sowohl fur die qualitative, als auch
quantitative Untersuchung.
Zunlichst stellte ich mir die von C h a m p i g n o n aufgefundene
Pachymose dar und untersuchte die bei Hydrolyse derselben mit
Schwefelsaure entstehenden Produkte. Ich verfuhr hierbei in folgender Weise. 100 g des in beschriebener Weise vorbereiteten Pulvers
wurden, behufs Entfernung der Eiweifsstoffe, mit verdiinntem (circa
proz.) Ammoniak in der K d t e behandelt, der Ruckstand nach
dem Auswaschen des Ammoniaks langere Zeit mit circa 1 1 kalter
5 proz. Natronlaoge digeriert, die alkalische Losung vom Ungelosten
durch Glaswolle abfiltriert und in das mit Wasser verdiinnte Filtrat
unter tiichtigem Umschiitteln l) Kolilens&ure eingeleitet ; hierbei
scheidet sich eine voluminose, durchsichtige Gallerte BUS ; dieselbe
sammelte ich auf einem Filtei., wusch zuerst bis zum Verschwinden
der alkalischen Reaktion rnit Wnsser und d a m , urn die Salze vollstandig zu entfernen, mit sohr verdunnter Essigsaure aus; die vom
Wasser durch Abpresaen zwischen Eliesspapiar moglichst befreite
Masse wurde sodann unter absoluten Alkohol gobracht, schliefslich
mit Aether behandelt und im Exsikkator uber konzentrierter Schwefclsaure getrocknet. Auf diese Weise erhielt ich eine weilse, amorphe
in Wasser, kalteii verdunnten Sauren und lconzentriertem Ammoniak
1) Durch das Umschfitteln vermeidet man die Ausscheiduog von
grossen Knollen, welche nach dem Trocknen hart wcrden und eehr
schwer pulverisierbar sind.
E. W i n t e r s t e i n : Ueber Pachyma Cocos.
401
nnlosliche Substans, welche von konzentrierten Sauren und verdiinnten
fixen Alkalien alhahlich gelost wird. Aus der alkalischen Losung
wird die Pachymose durch verdiinnte Siiuren, Alkohol, Chlorcalcium,
Chlorammonium und Magnesiumphosphat ausgefiillt. Durch Behandeln mit S c h u 1 e e’schem oder H o f f m e i s t e r’schen Reagene
und darauffolgendem Behandeln mit verdtiinntem Ammoniak wird die
P a c h y m o s e vollstilndig eerstort ; von Jod oder Jod und Schwefelsliure wird sie gelb geftirbt. Ob die alkalische Losung der Pachymose
optisch aktiv ist vermochte ich nicht mit Sicherheit festzustellen,
da eine 5proz. Losung keine deutliche Ablenlrung eeigt und
L6sungen hbherer Koneentration zu stark gefarbt sind, um sie
nntersuchen zu konnen.
Die Inversion wurde in folgender Weise ausgefiihrt : 20 g
Pachymose rtihrte ich mit 30 ccm cirka 70 proe. Schwefelsaure zu
einem Brei an; nachdem die Masse sich verfliissigt hatte, verdiinnte
ich mi! 11/,1 Wasser und lrochte die Flussigkeit 2% Sunden am
Rtickflufskiihler; die noch warme Losung wurde hierauf rnit pulveriaiertem Barythydrat naheeu neutralisiert und vom ausgeschiedenen
Baryumsulfat abutriert.
Die farblose, schwach saure Losung
dunstete ich bei gelinder W i e zum Syrup ein, letzteren extrahierte
ich mit heifsem Alkohol; die weingeistige Losung wurde im Exsikkator der Verdunstung iiberlassen. Nach mehreren Tagen
hatten sich warzenfiirmige Krgstalle ausgeschieden, welche noch
einmal aus Methylalkohol umkrystallisiert wurden. Das gewonnene
Produkt stimmte in seinem Verhalten und seinen Eigenschaften rnit
Traubenzucker (d-Glukose) tiberein, wie aus folgendem zu ersehen
ist. Eine wgsserige Losung der Kryst.alle, welche in 10 ccm 1 g
Trockensubstane enthielt , drehte nach 24 stiindigem Stehen im
30,5O ;l)
200 mm Rohr im S o 1 e i 1- V e n t 2; k e ’ schen Apparat
daraus berechnet sich (+ = + 52,760.8) 5 g der erhaltenen Krystalle
wurden mit Salpetersaure vom spee. Gewicht 1,15 nach den Vorsohriften von 0 a n s und T o 11 e n s 8) oxydiert. das Reaktions-
+
1) Das Drehungsvermogen war nach dem Auflasen haher, es war
also Birotation vorhanden.
2) Nach T o 11 e n s (Handbuch d e r Kohlenhydrate S. 45) betrlgt
das spesif. Drebungsvermogeii reinen Traubenzuckers in 10 proz. Losung
far
( a ) ~
=
5)
+ 52,740.
Ann. d. Chern. u. Pharm. 249, S. 21A.
E, W i n t e r s t e i n : Ueber Pachyma Cocos.
402
gemisch mit Kaliumcarbonat neutralisiert und das erhdteno Kaliumsalz in das Silbersalz ubergefiihrt. Die Silberbestimmung im letzteren
gab folgendes Resultat: 0,1794 g Substanz gaben 0,0918 g Silber.
Daraus berechnet sich ein Gehalt von 51,15 Proz. Ag. Diem Zahl
stimmt gut auf zuckersaures Silber; dasselbe enthalt 50.94 Proz. Ag.
Die Glukose liefert also bei der Oxydation Zuckersaure.
Ich prtifte nun ferner noch das Verhalten des umkrystallisierten
Produktes gegen H e f e , und zwar nach der von S t o n e und
T o 11 e n s 1) gegebenen Vorschrift. 0,l g gaben 18,5 ccm Gas,
wahrend aus der gleichen Menge Traubenzucksr uuter gleichen Versuchsbedingungen 21 ccm erhalten wurden. Schliefslich wurde noch
das Osazon durch Erhitzen der wassrigen Glukoselosung mit der angemessenen Menge essigsauren Phenylhydrazins dargestellt; das auegeschiedene gelbe Produkt, nach dem Abfiltrieren, aus kochendem
80 proz. Weingeist umkrystallisiert. Dasselbe schmolz bei raschem
Erhitzen bei 20 I 0.
Die im Vorigen mitgeteilten Versuchsergeknisse machen es
zweifellos, dafs bei der Hydrolyse der Pachymose T r a u b e n z u c k e r (d-Glukose) entstanden war. Die Priifung auf andere
Glukosen gab ein negatives Resultat.
Nach diesem Befund schien es noch von Interesse, festzustellen.
wie vie1 Glukose die Pachymose bei der Inversion liefert.
Zu diesem Zweck wurden 2 g nschenfreier Trockensubstanz mit
6 ccm konzentr. Schwefelsiiure gelast; die L8sung auf 200 ccm aufgefullt und 100 ccm dieser Fliiesigkeit 6 Stunden lang am Riickflufskiihler gekocht und nach drm Neutralisieren mit Natronlauge die
Glukose nwh A 1 1i h n bestimmt. Ich erhielt hierbei folgende Resultate:
I. 20 ccm gaben 0,3660 g Cu = 0,1934 g Dextrose. II. Die gleiche
Mldunge Flussigkeit gab 0,3680 g Cu = 0,1946 g Dextrose. Also
gaben 100 Teile Pachymose nach sechsstiindigem Kochen 97,OO Teile
Glukose.2)
Zur Ermittelnng der Elenientarzusammensetzung der Pachymose,
verbrannte ich die bei 101-1020 im S o x h 1e t ’ schen Trockenschrnnk getrocknete Subvtanz im beiderseitig offenen Rohr mit
1)
Ann. d. Chem. u. Pharm. 249, S. 259.
Nach den von mir ausgefihrten Untersuchungen gieht die
Baumwollen-Cellulose bei der Inversion 102,67 Proz. Glukose, andere
in dicser Richtu tig unterouchten Kohlenhydrate gaben weniger Glukose.
Landwirtscheftliche Versuchsstation Bd. 41, p. 375-384.
2)
E. W i n t e r s t e i n : Ueber Pnchyma COCOS.
403
Kupferoxyd im Luft-, bsziehungsweise Sauerstoffstrom. Ich erhielt
folgende Resultate :
1. 0,1300 g Substanz gaben 0,1960 g CO, und 0,0842 g H,O.
2. 0,2256 g Substanz gaben 0,3395 g CO, und 0,1420 g H,O.
Aus
diesen Daten berechnet sich folgender C- uud H-Gehalt :
1.
2.
Mittel
C 41,11
41,04 41,07
6,99
7,09
H 7,19
Aus den im vorigen mitgeteilten Versuchsergebnissen ist ersichtlich, dafs die Pachymose ein Anhydrid des Trauhenzuckers ist;
sie hat zweifellos Aehnlichkeit mit dem von mir friiher beschriebenen
P a r a d e x t r a n und P a r a i s o d e x t r an$) von der gewohnlichen
Cellulose unterscheidet sie sich dadurch, dafs sie in verdunnten
Laugen loslich ist und von Jod und Schwefelstiure gelb gefarbt wird.
AuIser dem durch Lauge in Losang zu bringenden Kohlenhydrat, der Pachymose, h d e t sich in Pachyma Cocos ein anderes,
in Wasser lasliches Kohlenhydrat vor, welches sich bei nliherer
Untersuchung als Traubenzucker erwies. Die Isolierung und Ideniilbierung desselben geschah in folgender Weise. 300 g entfettetes
Pulver von Pachyma wurden in einer geriiumigen Schale mit Wasser
angeruhrt und, um die Name vollsttindig zu durchfeuchten, auf freier
Flamme stark gekocht; die Losung wurde vom Ruckstand abfltriert und
das Filtrat vorsichtig zu Syrup eingedunstet; nach einiger Zeit
schieden sich Krystalle aus, melche aus M ethylalkohol umkrystallisiert
wurden. Dieselben besaben folgende Eigenschaften. Eine wassrige
Liisung derselben, welche in 10 ccm 0,9280 g enthielt, drehte nach
24stiindigem Stehen im 200 mm Rohr
2 7 0 S. V. Daraus berechnet sich (CZ)D = 50,3O.,)
Bei der Gtahrung gab 0,l g der
Substanz 18 ccm Gas, miner Traubenzucker lieferte unter gleichen
Versuchshedingungen 21 cbm. Das in bekannter Weise durch Erhitzen mit essigsaurem Phenylhydraein dargestellte Osazon schmolz
bei 204O. Diese Resultate machen es zweifellos, daIs der durch
Wasser in Losung gegangene Zucker Dextrose (d-Glukose) war.
+
1)
+
Ber. d. Chem. Gesellsch. Bd. 26, S. 3098. Bd. 28. S. 774.
Das spesifische Drehungsvermogen reiner Dextrose betrilgt
fir ( a ) ~ 52,740. Doch erhalt man gana mine Dextrose erst nach
wiederholtem Umkrystallisieren aus NethylJkohol. Wegen der geringen Ausbeute an Suhstana habe icli aber von einer wiederholten
Krystallisation absehen miissen.
2)
+
E. W i n t e r s t e i n : Ueber Pachyma, Cocos.
404
Nach J. L. K e 11e r 1) enthllt Pachynra Cocos nahezu 3 Proz.
Gummi.
Als ich einen wlssrigen Auszug von Pachyrna auf ein kleines
Volumen eindunstete, schisd sich eine weihe, amorphe, klebrige
Masse aus; eine niihere Untersuchung dieser Substanz habe ich
wegen der geringen Quantitiiten derselben nicht ausgefiihrt.
Das Vorhandensein stickstoff haltiger Stoffe habe ich durch
Verbrennen einer grofseren Quantitat des Pulvers mit Schwefelsaure
und Abdestillieren des gebildeten Ammoniaks mit Lauge nachweisen
konnen; das Destillat gab mit N e s s 1 e r 'schem Reagens eine rotbraune Losung, die Quantitiit des vorhandenen Stickstoffs war demnach e k e geringe.a) Ein wiissriger Auszug, welchen ich aus circa
10 g Material dargestellt hatte, war vollig stickstoflfrei. Es durfte
also der Stickstoffgehalt auf die Anwesenheit von Protekstoffen und
einor dem Chitin verwandten oder demselhen nahestehenden Stoff
zuriickgefuhrt werden.3) Das letzteres in der That der Fall ist, beweist folgender von ruir ausgefuhrter Versuch. 20 g Pachyma wurden
mit 80 g Natronhydrat eine Stunde auf 1800 erhitzt, dasReaktionsprodukt nach dem Erkalten rnit Wasser verdiinnt, der Ruckstand
gut ausgewaschen und dann rnit Aether und Alkohol behandelt;
derselbe war stickstoffhaltig, er loste sich zum Teil in verdunnter
SalzsSiure, diese Losung gab auf Zusatz von konzentrierter Salzsaure eine schwache Trubung.
loc. cit.
Vergl. die Resultate dw quaiit. Untsrsuchung.
3) Nach meinen Untersuchungon sind d i e aus verschiedenen
Pilzen nach verschiedenen Methoden dargebtellten Pilzcalluloseprirparate
stickstoff heltig. (Der Stickstoffgehalt sohwankte von 0.5- 3,89 Proz.
Da der Gehalt R n Stickstoff nicht auf die Anwesenheit von Proteinstoffen, Plastin oder Nuclein zuruckzufiihren ist und die Pilzcellulosepr&parate bei der Spaltung rnit Salzsaure die gleichen Speltungsprodukte
wie das Chitin -namlich H a l z s a u r e s G l u k o s a m i n und E s s i g s ir u r e liefern, so scheint die Schlufst'olgerung berechtigt, dale die
Membranen der Pilze einen mit dem Chitin entweder identischen
oder demselben sehr nahestehenden Karper einschlielen. Vergl. Ber.
d. deutsch. chem. Gesellsch. Bd. 27, 9. 3113 ebenda Bd. 28, S. 168;
Rericht d. deutsch. botanischen Gesellsch. Bd. XI, S. 441; ehende
Bd. XIII 5. 65.
1)
21
E. W i n t e r s t e i n : Ueber Pachyma Cocos.
405
Extrahiert man Pachynza mit wasserfreiem Aether, so hinterbleibt nach Verdunsten des Aethers eine geringe Menge einer
weihen, nahezu geruchlosen Substanz ; die Chloroformlosung derselben giebt mit Essigsaureanhydrid und Schwefelsaure eine schwache
Griinfai-bung ; es scheint also, dafs der atherische Auszug geringe
Quantitaten von Cholesterin einschlols. Eine weitere Prufung konnte
wegen der geringen Ausbeute nicht vorgenommen werden.
Nach den Ergebnissen der oben angefiihrten Versuche enthiilt
Pachyma Cocos folgende Bestandteile :
Pachymose, Traubenzucker, Gummi, Pilzcellulose, Prote'instoffe,
Fett, Cholesterin.
Der Aschengehalt des von mir untersuchten Materials ist
aufserordentlich gering.') Mit Hilfe der mikrochemischan Reaktionen
konnte ich in der Asche die Anwesenheit von Kalium, Natrium,
Calcium, Magnesium nachweisen ; Phosphorsaure , Schwefelsaure
und Salzsaure liefuen sich makrocliemisch in der Asche nachweisen.
I m Nachfolgenden beschreibe ich nun die bei der quantitativen
Analyse von Pachyma Cocos und Mytitia lapiakscens angewendeten
Methoden, und lause dann am Ende die Resultate dieser Analyse
folgen.
Die Trockensubstanz und Asche wurde in bekannter Weise
durch Trocknen einer abgewogenen Nenge Substanz bei 1020 im
S o x h 1 e t ' schen Apparat bestimmt und der Riickstand verascht.
Den Aetherextrakt bestimmte ich durch Extraktion einer grolseren
Quantitat des Pulvers mit wasserfreiem Aether im S o x h 1e t'schen
Apparat, Eindunsten der iitherischen Losung und Wligen deu einige
Zeit bei 100 0 getrockneten Riickstandes.
Um die Menge der Prote'instoffe und die Quantitat der in den
Membranen enthaltenen chitinabnlichen Substanz zu ermitteln, bestimmte ich munlichst den Gesamtstickstoff nach K j e 1d a h 1. Den
Gehalt an chitinahnlicher Substanz ermittelte ich ann tihernd in
folgender Weise : eine abgewogene Menge Substanz digerierte ich
mit verdiinnter (ca. 2If2 Proz.) Natronlauge bei ca. 4 0 0 einige Zeit
auf dem Wasserbade, entfernte die Losung durch Dekantation vom
Ruckstand, wusch denselben auf dem Filter vollatilndig aus und
bestimmte den Stickstoffgehalt dieses Riickstandes nach K j eldahl.
1)
Vergl. die Resultate der quantitativen Analyse.
406
E. W i n t e r s t e i n : Ueber Pachyma
Cocos.
Da die Protelnstoffe bei dieser Behandlung gelost werden, so ist
die Annahme, dafs der in dieser Weise gefundene Stickstoff auf die
chitinahnliche Substanz entfallt, wohl berechtigt. Die Menge dieser
Substanz berechnete ich aus dem Stickstoffgehalt durch Multiphkation
rnit dem Faktor 16,64.') Zieht man vom Gesamtstjckstoff die Menge
des auf Chitin entfallenden Stickstoffs ab, so erhdt man den Prote'instickstoff; durch Multiplikation der gefnndenen Zahl mit dem Paktor
6,25 erhielt ich die Menge der Protelnstoffe.
Den Gehalt an Cellulose (Rohfaser) ermittelte ich in folgender
Weise: Abgewogene Mengsn deu Pulvers wurden
Stunde rnit
11/* proz. Kalilauge und, nach dem Entfernen der Lauge durch
Decantation.
Stunde xnit 11/2 proz. Schwefelsaure in der Warme
behandelt, der Ruckatand auf ein gewogenes und getrocknetes Filter
gebracht, vollstiindig durch Auswaschen von der Skure befreit und
dam rnit Alkohol und zuletzt mit Aether ubergossen und getrocknet.
Den Gehalt an Pachymose ermittelte ich wie folgt: Eine abgewogene Menge Substanz wurde mit kalter 21j2proz. Natronlauge
iibergossen und das Gemisch unter ofterem Umschtitteln einige
Stunden stehen gelassen, darauf wurde mit Wasser verdiinnt und
die alkalische Losung zuerst durch Decantation und endlich durch
Filtrieren vom Ruckstand getrennt ; die alkalische Losung neutralisierte
ich sodann rnit verdunnter Salzsaure, brachte den Niederschlltg auf
ein Filter, wusch zunachst vollstbdig mit Wasser, sodann mit Alkohol
und Aether aus, trocknete und wog.
Die Uenge des Traubenzuckerswurdein folgenderweise bestimmt :
f i e abgewogene Menge Substanz m d e mit Wasser ausgekocht,
die Losung abfiltriert, der Ruckstand auf dem Filter ausgewaschen,
die vereinigten Fluseigkeiten wurden auf ein kleines Volumen eingedampft und die Glukose in der Lasung nach A l l i h n bestimmt,
Im Folgenden gebe ich nun eine Zusammenstellung der bei
der quantitativen Analyse gefundenen Zahlen2) :
1) Diesen Factor
habe ich unter Zuhilfenahme der FOU
S c h m i e d e I) e r g filr das Chitin aufgestellten Formel C,! H, N, 0,
berechnet. Arch. f. experim. Pathologie u. Pharmacoloe;ie, Bd. 28,
S 385. Vergl. auch T. A r a k i , Zeitschrift f. physiol. Chem., Bd.20, S. 501.
2) Die erhaltenen Zahlen ergiinzen sich nicht auf 100 Pror.; es
ist dies wohl darauf zuriickziifiihren, dals Puchynru Cocos neben den
aufgefiihrten Substunzen noch andere nicht bestiinmhare Stoffe in
geringer Menge enthiilt.
E. W i n t e r s t e i n : Ueher Pachyma Cocos.
Pachyma Cocos I.
Proternstoffe . . . . . . . .
ChitinirhnlicheSubstanz. . . .
Aetherextrakt . . . . . . .
Asche . . . . . . . . . .
Waseer . . . . . . . . . .
Traubenzucker . . . . . . .
,Pilzcellulose" . . . . . . .
Pachymose . . . . . . . .
Pachyma Corns II.
Protehstoffe . . . . . . . .
ChitiniLhnlicheSubstana. . . .
Aetberextrakt . . . . . . .
Asche . . . . . . . . . .
Waaser . . . . . . . . . .
Traubenzucker . . . . . . .
,Pibcellulose' . . . . . . .
Pachymose . . . . . . . .
.
.
.
.
0,56 Proz.
0.60
,,
0,35 ,,
0,06
.16,86
.
1,40
. 2,25
. 76,21
.
.
.
.
.
.
.
.
407
I
,,
.
1.00 Pror.
1,00
0.42
0,25
12,OQ
1,13
3,24
79.84
(1
,,
,
,
,,
Mylitta lapidescms.~)
Proternstoffe . . . . . . . . . 2.36 Proz.
ChitinirhnlicheSubstanr. . . . . 0.91 ,,
Aetherextrakt . . . . . . . . 0.10 ,
Asche . . . . . . . . . . . 0,20 ,,
Wasser . . . . . . . . . . . 436 ,,
.,Pilzcellulose" . . . . . . . . 230 ,,
Saccharocolloide . . . . . . . 88.98 ,,
Vergleicht man die erhaltenen Resultate der quantitativen
Analyse mit den zahlreichen Analysen anderer p f l d c h e r Objekte
so f a t zuniichst der aulserordentlich geringe Gehalt an Asche und
ProteXnstoffen auf. Dieser geringe Gehalt an Protebstoffen bedingt
aber einen sehr geringen Gehalt an protoplasmatischer Substam; es
erscheint daher die schon von C u r r e y und H a n b u r y ausgesprochene Ansicht wohl nicht ganz unberechtigt, dafs das Pachyma
~~
~
Mylitta lapideseens enthglt kein in verdwnter t a 1t e r Lauge
16sliches Eohlenhydrat ; erst nach lingerem Digerieren mit warmer
verdnnnter Lauge habe ich aus genanntem Objekt eine schleimige
Masse isolieren kirnnen, welche, soweit ich konstatieren konnte. m
denjenigen Kohlenhydraten gerechnet werden darf, welche T o 1 1e n s
mit dem Namen S a c c h a r o c o 11o i d e bezeichnet. Die Quantitb t
dieser Substanz habe ich, nach Abrug der in der Pilzcellulose enthaltenen chitinirhnlichen Substanz aus der Differenr berechnet.
1)
Arch. d. Pbrrm. CCXIXIII. Bds. 6. H&
27
408
E. W i n t e r s t e i n : Ueber Pachyma
Cocos.
Cocos keine einheitliche Pilzbildung ist; es ware denkbar, d a b die
in so grofser Menge vorhandene Pachymose aus den Wurzeln des
Substrata durch die Wucherung des Pilzes gebildet ist, wobei d e r dings eine tiefgreifende chemische Veranderung eingetreten sein mufs.
In einer in der Chemiker-Zeitung Bd. 15 S. 117 veroffentlichten Untersuchung spricht sich Prof. H a r t w i c h auf Grund
der mikroskopischen Untersuchung von Pachyma Cocos folgendermalsen aus: ,,Das Vorkommen eines Pilzes in Fuh-ling (Pachym
Cocos) ist danach zweifellos, aber ebensowenig zweifelhaft erscheint es
mir, d& nicht der ganze Itorper aus einem Pilze besteht, sondern
d d s die Coniferenwurzel an seiner Bildung sehr wesentlich beteiligt
ist, denn die braunen Stellen sind doch wohl Reste der Rinde und
ebenso gehoren die beschriebenen, an Tragantzellen erinnernden
Zellen der Wurzel an. Wahrscheinlich sind die groken Korner, die
in Kalilauge loslich sind, ebenfalls solche in Pachymose oder Pectose
umgewandelten Zellen, worauf auch die in einigen beobachtete
Hohlung schlielsen lust. Man wird demnach die Fuh-ling vielleicht
als eine dutch einen Pile erzeugte kolossale Wucherung der Coniferenwwzel bezeichnen ktinnen. Es sei schliefslich noch darauf hingewiesen, d a b ein sehr reichliches Auftreten von Pectinstoffen
bezw. Umwandlung von Cellulose in solche auch sonst beobachtet
ist, so besteht der Tragant zum groken Teil aus Pectinslcure. Die
jetzt von H e m Prof. H a r t w i c h ausgeftihrte mikroskopische
Untersuchung &es Objektes von Pachyma Cocos, welches ich fur
meine Versuche verwendet habe, f i t e n ihn zu gleichen Ergebnissen. Es stimmt also meine oben ausgesprochene, auf G m d
chemischer Prtifung gewonnene Ansicht mit der Anschauung iiberein, die auf Grund mikroskopischer Untersuchung erhalten worden ist.
Andytische Belege.
Vorbemerkung. Das beim Verbremen mit Schwefelsaure nach
der Methode von K j e 1 d a h 1 erhaltene Ammoniak wurde in verdiinnter, titrierter S h r e aufgefangen und der Ueberschufs an letzterer
mit Ammoniak zurticktitriert.
'Ilo
Pachyma Cocos I.
Gesamtetickstoff a) 2 g Substanz gaben 0.00182 g N I= 1.3 ccm
Norm NH,). b) 2 g Substanz gaben 0,00182 g N (= 1,3 ccm
Yl0 Norm NH,).
E. W i n t e r s t 0 i n : Ueber Pachyma Cocos.
409
Stickstoff in chitinahnlicher Substanz a) 6 p: Substanz gaben
0,00252 g N (= 1,8 ccm Vl0 Norm NHJ, b) 5 g Substanz gaben 0,0028g
N (= 2 ccm 1ll0 Norm NHd.
Aetherextrakt 17,116 g gaben 0.06 g Extrskt,
Asche 1 g Substenz gab 0,0006 g Asche,
Wasser 1 ,,
,, 0,1686 ,, HSO.
Traubenzucker 2 g Substanz gaben 0,0542 g Cu = 0,028 g
Dextrose.
Pilzcellulose a) 2 g Substanz gaben 0,041 g Cellulose, 2) 2 g
Substanz gahen 0,049 g Cellulose.
Pachymose 1 g Substanz gab 0,7621 g Paohymose.
Pachyma Cocos II.
Qesamtsticketoff a) 1 g Bubstanz gab 0.0014 g N (= 1 ccm
Vlo Norm NHd, b) 1 g Sutstanz gab 0,00182 g N (= 1.3 cam
1/10 Norm NHd.
Stickstoff in chitinihlicher Substanz 2 g Substanz gaben
0,00126 g N (== 0,s ccm Vl0Norm NHd.
Betherextrakt 10 g Substans gaben 0,042 g Extrakt,
Asche
1
,,
gab 0,0025 ,, Asche,
Wasser 1 gr Substanz gab 0,1209 gr %O,
Pilzcellulose 1 g Substanz gab 0,0324 g Cellulose,
Traubenzucker 1 g Substanz gab 0,0220 g Cu = 0,01132g Dextrose.
9.
Mylitla lapidescens.
Qesamtsticketoff 1 g Substanz gab 0,00378 g N (= 2,7 ccm
Norm md.
Stickstoff in chitinlihnlicher Substanz 2 g Substanz gaben
0,0011 g N (= 0,8 ccm
Norm NH8).
Aetherextrakt 10 g Substanz gaben 0,010 g Extrakt,
1
gab 0,0020 ,, Asche,
Asche
Wasser
1
0,0456 ., HsO,
Pilzcellnlose
1 .,
.. 0,0280 ,, Cellulose.
1/10
1,
1,
..
..
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