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Ueber die chemischen Formeln der Silicate.

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Zusainmensetatiny des ilferctwius praeclj~z'tatrtsalbus. 25
den Flussigkeit in einem offenen Gefasse ausser dem mit
etwas basischen Quecksilberchlorid verunreinigten K a n e schen Prdparat auch stets noch mehr oder weniger von
der M i tscherlich'schen Verbindung beigemengt enthalt.
5) Es ist nicht ganz unwahrschetnlich, dass eine Verbindung von der Formel (HgC12+ H g N a NS)+(HgCJ2
Na H6) existirt , welche hauptsachlich bei Fallung von
Sublimat-Salmiaklosung durch anderlhalhfach-kohlensaures
Ammoniak bei einer Temperatur von 20 -22 O C. entstehen
wurde und, fur den Fall ihrer Existenz, ebenfalls, mit den
schon genannten Verbindunsen gemcngt. im weissen Pracipitat vorkommen kann.
6) Da man bei Anwendung der alteren Vorschrift
stets einen weissen Pracipitat von schwankender Zusanimensetzung erhalt, so sollte dieselbc fiiglich aus allen
Pharmakopoen entfernt 'und statt derselben die neuere
Methode eingefuhrt werden, nach welcher man den weissen Pracipitat von stets gleicher Zusammensetzung und
blendend weisser Farbe durch Fallung einer Sublimatlosung mit Aetzammoniak erhalt.
+
-
Ueber die chemischen Formeln der Silicate;
VOll
I h . The o do
Apotheker
LII
is
Mnrbach am Xerkar,
- -
R ieck h e r ,
correspond. Mitglied
des
Vereins.
-
Die Feststellung der Atomgewiclite rind damit die Begrundung der quantitativen Analyse verdanken wir dem
unermudeten Eifcr und der scrupulijscn Genauigkeit von
B e r z e l i u s . - Es sind Jahrc, vergangen, ohne dass Bedeutendes an diesen einmal festsesetzten Zahlen geandert
worden wiire. Erst in neucrcr Zeit wulden einige Aenderungen im Atomgewicht des liohlensto~svon L i e b i g und
R e d t e n b a c h e r , D u m a s und Hes?;, E r d m a n n und
11a r c h a n d , in dem des Chlors, des Calciums u. s. w. in
Anregung gebracht, jedoch o h m bedeutenden Einfluss. Von grosserer Bedeutung ist aber die Aenderung des
26
Rieckher,
Abrngewichts des Siliciums so wie der Kieselsaure. G in clin hat in der neuen Ausgabe seines Handbuches der
Chemie uns rnit der Annahme des neuen Atomgewichtes
und der neuen Formel der Kieselsaure uberrascht und
dieselbe consequent durchgefuhrt. Die fur die Mineralogen so wichlige Gruppe der Silicate erhielt neben neuen
Formeln auch neue Eintheilungen. - Es mag fur die
Leser dieses Archivs nicht ohne Interesse sein, die hlomente naher ins Auge zu fassen, welche die Aenderung
der Formel der Kieselsaure zur Folge hatten.
B e r z e l i u s hat im 51en Bande p. 110 seines Lehrbuchs 3. Auflage die Grhnde angegeben, die ihn bewogen haben, der Kieselsaure die Formel S O 3 , analog der
Schwefelsaure zu gehen; er hat jedoch nicht unterlassen
anzufuhren, dass die Verbindungen des Fluors mit Silicium
fur die Formel SiOa sprechen; dass ferner die Untersuchungen von D urn as, den Chlorkicsel hetreffend, auf
die Formel SiO fur die Kieselsaure fuhren. - 1;r i t z s ch e
beschreibt (Pogg. Annal. Bd. 43. p. 135) zwei kieselsaure
Nalronverbindungen, durch deren Analyse er zu folgender
Formel gefuhrt wurde, namlich :
3 N a O + 2 S i 0 3 + 2 7 a q und
3Na0+2Si03
18aq
+
H e r r m a n n theilt (Erdm. Jozwn. Bd. XII. p. 295) die
Untersuchung eines in erbsengrossen Rhomboedern krystallisirenden, kieselsauren R'atrons mil, das bei Reinigung
der rohen So la irn Grossen aus den Mutlerlaugen gewonnen wird; die von ihm aufgestellte Forrnel ist:
3 NaO +2 SiOS +24 aq
Versucht man diese 3 Verbindungen nach der Formel
SiO' zu herechnen, so erhalt man folgende, weit einfachere Formeln :
RaO,SiOa
+ I
9aq
NaO,SjOl +6a'q
Na0,Si02+8aq
Herniann.
Unter diesen 3 Verbindungen ist es bloss die letzte,
die denselben Wassergehalt besitzt, wie das kohleasaure
u6er die chemischen Formeln der Silicate
27
Natron, das in rectangularen Saulen krystallisirt, nach
der Formel
Na0,COa+8aq
Diese neue Thatsache schien unzweideutig fur die
gleiche Zusammensetzung der Kohlensaure und Kieselsaure zu sprechen und somit gewarin das alte Recht der
Fluorverbindungen die Oberhand. Da in dem Handbuch
von G m e 1 i n die einzelnen Verbindungen abgehandelt
sind, ohne eine Einsicht in die neu gebildeten Ordnungen
zu Sestatten (was auch keineswegs der Zweck des genannten Handbuches sein konnte), so sei es mir erlaubt,
in gedriingter Kurze das Gleichartige zusammenzustellen.
Den Isomorphismus der Kohlensaure mit der Kieselsaure zu beweisen, gelang nicht. Unter den obengenannten Natronsilicaten besitzt nur dasjenige, was H e r m a n n
untersucht hat, gleichen Wassergehalt, niimlich 8 Atome
Wasser, wie das in rectangularen Saulen krystallisirte,
kohlensaure Natron ; das kieselsaurc Xatron dagegen krystallisirt in erbsengrossen Rhomboedern ; ferner kommt
der Arragonit in regularen Ditetraedern, der Kalkspath
in Rhomboedern vor, wahrend der Wollastonit (CaO,SiO 1 )
in schiefen rhombischen Saulen krystallisirt; der Hydromagnesit (3MgO,CO’ Mg0,aq) findet sich in sechsseitigen Saulen, der Schillerspath dagegen in rhombischen
Saulen; der Bitterspath in Rhomboedern, der Augit dagegen in schiefen rhombischen SPulen. - Da bei den
meisten Mineralien mehrere Oxyde sich in wechselnden
Mengen vertreten, so habe ich, anstatt in die Formel alle
sich vertretenden Oxyde zu setzen, der Kurze halber
dieselben durch RO und R z O 3 hezeichnet. Es gestattete
diess auch eine leichtere Uebersicht uber die Constitution
der Verbindungen, die bei den zusammengesetzteren Mineralien nicht sogleich in die Augen fallt.
Silicate der filelalloxyde RO.
+
1. N e u t r a l e S a l r o nach d e r F o r m e l RO,SiO?.
Zu den wasserfreien Verbindungen dieser Gruppe gehoren :
Der l’afelspath, Wollaslonit ( G O , S O ’ ) ; der Chlorophait nach
B e r z e l i u a (FeO,SiOa); der Talh nach B e r t h i e r (Mg0,Si02);
Aieckher,
28
Broaszf, Diallage (RO, SiOa ;HO =CaO, blg0,FeO) ; Asbest yon K o r II k
(MgO,SiO?); ,lugit, Hypersthen, l'aulit (RO,SiO* ; RO=CaO,llgO,
FeO, BlnO); Busra,,iitnachBrogiiiart (K0,SiOa; NO =CaO, MnO);
der Dinllage aus dent Euphotid ( R 0 , S i 0 2 ; HO =CaO, nlgO,FeO, IlnO].
Zit den wasserhaltigen dieser Cruppe :
L)er Picrosinin nach id a g n II s ( 2 IgO, SiOz aq) ; Diopfns nach
[I e s s (CuO,SiOz + a q ) ; Kieselhupfer, Kieseltnalachit (Cu0,SiO -A
2 aq) ; Picrophyll, Aphrodith , Meerschaum von L o n g b a n s h y t t a n
(3K0,SiOz
2 a q ; RO=hlgO,FcO); Aphrodilh nach B e r l i n ($NO,
SiO2 + 3 a q ; RO=filgO,FeO); Refinnlilhnach T h O I I I S O ~(5H0,SiOa
21111;
+ 8 a q ; R O = NaO, MgO) ; Dermdin nach Fi c i n u s (KO, SiO'
R O = Mg0,FeO).
2.Anderthalb k i e s e l s a u r e S a l z e nach derPorme12RO+3SiOa.
Unter den wauserfreien Silicalen dieser Gruppe stehen :
Aedelforsif yon (;jelleback nach 11 i s i n g e r (2 CaO -k 3s10') ;
Jeflersonit nach K e a t i n g ( Z R O + 3 S i 0 2 ? ; KO=CaO,MgO,FrO);
Commingtonif nach 31 u i r ( 2 R O 3 S i 0 2 ; RO =NaO, FeO,;\InO).
Unter den wasserhaltigen :
Meerschnutn nach L y c h n e l l ; illngnesif nach T h o n l s o n (3MgO
3SiO2 +2aq); Mcerschntcm narh B e r t h i e r (2MgO 3SiO"
3 an).
Die Annahnie von anderthalb-kieselsauren Salzen ist nattirlich willkiirlich, indem inan die Forinel (2 RlgO 4-3 SiO') sich denlten kann
HIS 2 (MgO 14 SiO2) d. h. als anderthalb kieselsaure Verbindung
oder auch als (>!go, Si02 + l l g 0 , 2 S i 0 2 ) d. h. eine Verbindung von
neutraler und doppelt kieselsaurer Rittererde.
3. D o p p e l t - k i e s e l s a u r e S a l z e n a c h d e r F o r i n e l RO+ZSiO'.
Hierher gehdrt der Oketrii, L)ysltlasit (CaO,2SiO'i
2 mi), nur bei
Vernachlassigung des Gehaltes an Fluorcalciuni aucli der ApOphy//Ir,
Ichtyophtalm, Oxhavcrit, Tesselit (RO,2SiO'' +Yaq; RO =li0, CaO) ;
Gin e I i n giebt f i r den Apopliyllit die Forinel (KO, YSiOx + 6 (CaO,
2SiO')
CaO,SiO"
CaFI:
1 6 a q . Setzen wir den Gehalt an
Fluorcalciuin ails den Augen, so koinmen in dem genannien hlineral
auf 8 .4lome KO 15 Atome Kieselsiure. Diess bedingt die Annnhine von
neutralem kiesclsaureni Halk neben doppelt kieselsaiireni Kitlk , hei
bedeutender Menge dcs letztern. Kimnit man dagegen iluf 8 At. I h i s
16 At. Kieselstiure, so daas 8 At. doppelt- kieselsaure Salze entstehen,
so hat die Forinel an Einfachheit selir gewonnen. Sic vcrlangi in
diesein Falle 53,52$Si02, was init dcr Analyse von C h r . GloeI i n
iibereinstimnit.
4. Zu d e n h a l b - l t i e s e l s a i r r e n S a l z e n n a c h d c r F o r i i i e l
2RO 50%
gehdren folgende a j tcasserfreie;
+
+
+
+
+
+
+
+
+
-
+
+
+
+
-
+
29
iiler die chemkchen Formeln der Silicale.
+
Eisensilicaf , wasserfreies (2 FeO SiO2) ; Cudolinif, muschliger
(2RO+SiOz; RO=FeO,CeO,YO);
Bafrachit ( 2 R O f S i O a ; RO
= CaO, MgO, FeO, MnO) ; Hebetin, Kieselzinkerz, wasserfreies, Williainit, (2 ZnO SiOl) ; Olioin, Chrysolith, Hyalosiderit, (2 RO SiOz ;
RO = MgO, FeO) ; KnebelQ nach D f i b e r e i n e r (2 RO SiOa ; RO =
FeO, l n O ) ; Polyadelphit (2 RO SiOz ; RO =CaO, MgO, FeO,MnO,
jedoch ohne Beriickrichtignng der Thonerde) ; Mangansilicat
( 2 I n 0 S O 2 ) ; Phenakit (2 CO+SiOz); Zircon, Hyacinth (2ZrO
SiOz).
+
+
+
+
+
+
t ) wasserhalfige :
J'iZlarsif [2 (2 MgO SiOz)
nq] ; Thorif 2 T h o S O z -t aq) ;
C e d ( 2 C e O SiOz 2aq), schwar'zer Mangankiesel ( 2 M n O f S i 0 2
2aq?); Kieselzinkerz, wasserhnltiges (2 ZnO +SiO'+aq>.
Die wasserhaltigen halb-kieselsnuren Snlze lassen sich aueh schreiben 81s neutrale Salze plus Oxydhydrate, z. B. (2 ZnO+Si02
aq)
= (Zu0,SiOz +ZnO, aq). Ein drittel- kieselsaures Salz is1 dargestellt
durch den Gndolinit, dessen Yorinel (3 R O SiOz ; R O =Fro, Lao,
CeO, YO).
5. In die Grnppe der Uoppelt\ erbindungen von sreutrnlen kieselraur'en Sulzetr uod doppelt kieselsauren gehiiren a) irnsserfreie :
Spmksteiti ( 2 MgO, SiOz Mg0,2 $302) ; Talk nach K o b e I 1
(3 Mg0,Si02 + I g O , 2 SiOl) ; Strahlsfein, Anhophyllit, Amphibol, Hornblende, Asbest nus der Tarentnise, Tremolit, Crammatit (4 R0,SiO'
+RO*SiOZ; R O E CaO,BlgO,PeO,MnO); Tremolit, thonerdchaltiger,
Hornblende, gemeine; Liralit (SR0,SiOl + R 0 , 2 S i 0 2 ; R O =CnO,
MgO, FeO, MnO); Krokydolith, Blaneisenstein nach S t r o m e y e r (3 RO,
S i O l + RO, 2 S i 0 3 ; RO =NaO, MgO, FeO).
+
+
+
+
+
+
+
+
-
+-
b) warserhalfige:
P e cf o l i t h (3ROSiOa+ R 0 , 2 SiO* + 2 a q ; RO= KO,NaO,CaO);
Wollorfonit nach W a l k e r (RO,SiO'+ R 0 , 2 S O z + a q ; RO=IYnO,
CaO, BlgO). G m e l i n fiihrt diese Gruppe in anderer Form auf; er
zieht es vor, die Hornblende 5 RO 6 SiOl zu schreiben und als sechsfuiiftcl - kieselsaure Verbindung zu betrachten. Ob in der Hornblende
wirklich seclisfiinftcl kieselsaure Sake oder neulrale und doppeltsaure
in Verbindung mit einander d e n , l i a s t sich nicht entscheiden. Bloss
die Mdglichkeit, mehrere kleinere Gruppen zu vereinigeil und die
ohnehin schon so mannigfaltigen Zeichen der Silicate zu vereinfachen,
bewop siich, diese yon Gm e l i n ahweichenden Formeln ansunehmen.
6. Die Gruype der neutralen kieselsauren Siilze in Verbindung mil
Oxydhydraten vereinigt folgende in sich :
D e IC e y 1 i t (2 MgO, SiO" MgO, 3 nq) ; Asbest, schillernder yon
H e i c h e n s t e i n (4 MgO,SiOZ+MgO,4nq); Serpentin, Ophit, Marmo-
+
-
+-
Rieckher,
30
+
Iith, Picrolith, (9 YgO, SiOz higo 2 aq) ;Ifydrophit (2 R0,SiO' +RO,
3 aq ; RO = MgO, FeO) ; Dermatin nach yon K o b e I I (3 RO, SiO'
BO, 8 aq ; R O = CaO, NgO, FeO) ; Antigorit (3 RO, SiOa RO, aq ;
RO = MgO, FeO) ; Schillerspath (3 RO, SiO* RO, aq ; RO = CaO,
YgO, FeO, Moo).
Ea ist diese Gruppe eine der natiirlichsten unter den Silicaten.
Wir wissen, dass die kohlensauren Salre der Magnesiagruppe neben
kohlensaurem Oxyd immer Owydhydrat enthalten; hicrin wiirde die
griisste Uebereinetinimung zwischen den kohlensauren und kiesclsaurcn
Salzen aeiii.
7. Zu der Griippe tler /ralb-kieoelsaut.en Salso verbunden niit
O q J h y d r n t e t i gehBren :
Sideroschisolith nach Y. K o b e I I (2 FeO
SiOl)
2 (FeO, aq) ;
nach B e r z e Ii u I( 3 (2 FcO,
SiOz) 2 (3 PeO, 2 aq) ; Neatalit nach
T h o m s o n (2I\lgO $ S i 0 2 ) - k 4 ( h 1 g 0 , 2 a q ) .
Der Lerccophm geliort ohne Bcriicksichtigung seines Gehaltee nn
Fluorcalcium zii der Gruppe der dreiviertel liieselsauren Salze, nach
der Forinel 3 RO
3 SiOz ; RO = CaO, GO.
+
+
+
+
+
+
+
-
+
V e r b i n d u n g e n d e r B a s e n R'O3 m i t Kieselsaure.
Bis jetzt hatlen wir nur Verbindungen der Oxyde
RO n i t Kieselsaure zu betrachten; da diese Oxyde alle
sich mit Kohlensaure verbinden, so konnte kein Zweifel
uber die Richtigkeit oder vielmehr uber die Wahrscheinlichkeit der Formeln sich erheben; ganz anders gestaltet
sich diess. fur die Verbindungen der Kieselsaure SiO* mit
den Oxyden R203. Die Kohlensaurc verbindet sich bekanntlich nicht mit den Oxydeii R 1 0 3 ; die einzige Ausnabme macht vielleicht die Verbindung mit Eisenoxyd,
nach der Formel F e 2 0 3 ;COs.Titansaure komint zwar
mit Eisenoxyd verbunden vor, z. B. im Ilmenit, Menakan
ctc.; allein aus den Analysen dieser Mineralien konnen
keine genauen Formeln abgeleitet werden. Es giebt also
im Mineralreiche keine Saure, die, analog der Kieselsaure
zusammengesetzt, in diesem Falle als Norm dienen kiinnte.
- Der erste und entscheidende Schritt in Feststellung
der neuen Formeln der Silicate ist die Beantwortung folgender Frage: In welchem VerhPltniss steht der Sauerstoff der Saure Zuni Sauerstoff der Basis in der neutralen
kieselsauren Thonerde P und welches wird die wahrscheinlichste Formel derselben sein?
+
Uber die chemisehen
Forrncln der Silicate.
31
Fassen wir den Begriff eines neutralen Salzes in’s
Auge, in welchem jedem Atom Sauerstoff der Basis ein
Aequivalent Saure entspricht, so kann die Formel der
neutralen kieselsauren Thonerde nur AlaO3+3SiOa sein.
G m e I i n nimmt nun an, die neutrale kieselsaure Thonerde
sei zusammengesekt aus 1 Aeq. Saure und 1 Aeq. Basis,
demnach ihre Formel A l l 0 3 SiO2. Diese Verbindung
und ihre- Formel sind zwar einfacher, diess gebe ich zu;
allein muss ich fragen, ist es erlaubt, so leicht gegen aHgemeine durch’gefuhrte Grundsatze zu handeln, ohne die
Grundpfeiler der Wissenschaft zu erschuttern? Aus diesem
Grunde muss ich die von Gmelin aufgestellte Formel
verwerfen.
B e r z e l i u s erwahnt an dem schon genannten Orte
einer Formel fur den Feldspath, niimlich (2K0+3Si02)
(.2AlZOS+9SiOa), verwirft sie jedoch, weil sie auf 2 at.
Basis gat. Saure enthalt. Zu dieser Zeit war man uber
den Begriff eines neutralen Salzes noch nicht im Reinen.
Vom jelzigen Standpunct aus betrachtet, entspricht diese
Formel besser als jede andere den an sie gestellten Forderungen. - Gmelin giebt fur den Feldspath die Formel
KO, 3 Si02 A P 0 3 , 3 SiO‘ ; d. h. nach seiner Ansicht eine
Verbindung von dreifach - kieselsaurem Kali und dreifach
kieselsaurer Thonerde. Dem Obigen zufolge glaube ich
die Formel A1103 3Si02 ansehen zu miissen als neutrale kieselsaare Thonerde. In dem Feldspathen also eine
neutrale Verbindung neben einer dreifach-sauren annehmen
zu mussen, scheint mir um so unnaturlicher, als mir kein
iihnlicher Fall bei einem Mineral bekannt ist, das in so
grosser Menge vorkommt. Ich glaube bei Aufstellung einer
Formel fur den Feldspath zwei Momente ins Auge fassen
zu mussen, I ) dass sie unserer jetzigen Ansicht uber die
Constitution der Salze entspreche, 2) dass sie auch die
Moglichkcit einer Bestiindigkeit in sich trage, d. h. dass
Kali und Thonerde im Feldspath arif derselben Sattigungsstufe stehen.
Unter den miiglichen Pormeln des Feldspaths entspricht offenbar keiae mehr allen diesen Anforderungen
+
+
+
+
Rieckher,
32
+
+
als diese: (2 KO f 3 SiO2) (2 A 1 2 0 3 9 S O 2 ) d. h. eine
Verbindung von anderthalhfach- kieselsaurem Kali und anderthalbfach - kieselsaurer Thonerde. Oa beide Glieder auf
gleicher Sattigungsstufe stehen, diese Formel unsern Grundsiitzen uber die Constitution der Salze nicht widerspricht,
so habe ich mich dadurch bewogen gefunden, die Formel
des Feldspaths = (2 KO 3 S O * ) (2 A P 0 3 j-9 Si02)
und der neutralen kieselsauren Thunerde = A l P 0 3+3SiO'
anzunehmen und consequent durchzufuhren.
+
+
1. S i I ica t e d e r 31 e t a l I o x y d e RZO3. Z w ei d r i t tel- k i e s e I S a u r e
S n l z e nach d e r F o r i n e l R 2 0 3 , 2 S i O Z .
llierher gehijren :
fiuolin, Porzellnnrvde narli F o r ch h a m ni e r , Thesit, Thon (APO3,
2 Si02 2 aq).
+
+
+
2. N e u t r a l e k i e s e l s n u r e S a l z e , RZO3
3SiO'.
S/einmai+i vorn Oeinrichsberge (AI*O3,3 SiOz
aq?) ; Rnzoumoffskin (A1203, 3 SiO'
3 a q ) ; Bol, Erinit (AI'OS, 3 SiO'
6 aq);
N o n t r o n i t (Fe203,3 Si02 +6aq).
+
+
+
3. Die vi c r d r i t t c I k i e s e I s a u r e n S a I z e , R 2 0 3 $4 SiOz fassen
in sich: Agnlnantolith, Nokrd ( A I 2 0 3 + 4 S O 2 ) ; fCao/ija nach B e r t hi e r ,
Cimolit (AI'iO3,4 SiO2
3 iiq).
6 SO'
9 aq; R 2 0 3 = Alz03, FeZO3,
Der Rhodalith (R'03
FeZO3,. MnZO'>gehort zu deli doppelt-kiesrlsnuren Salzen, so wie der
Malthacil (A1203 8 SiOz 20 aq?) zu den zwrizweidrittel- liieselsauren gehdren wiirde.
Die Reihe der eindrittel-kieselsiuren Sake schliasst in sich : Talksteiiintnrk, Cyanit, Amfalasit, Chiastolith, nach der Forniel R 2 0 3
SiO2 ; dieselbe Formel nur niit verschiedeneni Wassergehdt besitzeri
fililosrhia (3 aq), Alloyhmr ( 5 aq), B O von~ Sinope (2 aq), Kollyrit
yon \l'eissenfels (5 aq). Der Topns hat zwar die Formel 3 A l Z O 3
+ 2 SiOa SiFl*; da die Verbinduiigen des Siliciueis mit Fluor der
Hieselslure SiOS analog sind, so habe ich keinen Anstand genornmen,
in deni dritten Atom der Hieselsiiure eine Substitution des SiiuerstofFs
dnrch Fluor anzunehnien, die Forniel des Topas 3 A120S
+
+
+
+
-+
+
zu srhreiben und sie
+ l2
2: :
den eindrittel-kieselsauren Salzen zu revhaen.
Dieselbe Substitution habe irh airf den Pyknit angewandt und
SiF12 geschrieben ; dieses Mineral wiirdo
dessen Formel 3 A 1 2 0 3
den vierneuiitel-kieseleauren Salsen beizuzihlen sein,
p e r Stuurolith (3 R * 0 3 2 SiOs) gehdrt mi den zweineunteb
-
211
+ i3si0z
+
uber die chemischen Fometn der Silicate.
33
+
kieselsauren Sdzen, so wie Kollyrit, Opalin- Allophaic ( 2 Al2O5
SiO'
10 aq) EU den einsechstel- kieselsauren gehdrt.
Zahlreicher ist die Gruppe der halb - kieselsauren Salze nach der
Formel (2 R10'
3 SiOz); hierher gehdren Bucholzit, Xerolit, sodann
als wasserhaltige Wiirthif mit i aq, Celberde, Pholerit mit 4 aq,
Plinthit, Hisingerit, Traulith mit 6 aq.
Die Gruppe der vierneuntcl- kieselsauren Salze nach der Formel
4 R l O S + 9 SiO' fasst in sicb mit 12 at. aq dae Kaolin von Pasaau
nach F o r c h h a m m e r , mit 18 at. aq den Bnl von Ettiughauren
nach L 6 w i g, Eisensteinmnrk nach S ch ii I e r , Wolehonskoit nach
Herrten.
Bei weitem htiufiger koinmen Silicate vor, die nus Verbindungen
von Oxyden RO und RIOJ mit Kiesclsiure bestehen.
Die Tendenr dieses Archivs erlnubt es nicht, diese Gruppen i n
rztcnso LU brtrachten.
5. N e u t r a l e S i l i c a t e m i t Z w e i d r i t t e l - S i l i c a t e n R0,SiOl
RZO3,2 S O z .
An diese Formel schlicssen sich zuntichst an:
Isopyr, Ekebergit, Labrador, Clnukolith, Ryakolith, Pinit, Sodal i d tihnliches Fossil vom Vesuv, Skolisit; mil einem Gehalt an Warser
Hawingtonit ( 2 an), Lehuntif ( 3 an), Skoleoit, K a l k - Meootyp ( 3 an)*
Nafrolith ( 2 an), Pyrargillit (4 aq), Hisingerit (6 aq), C i g a t o lith ( 3 aq).
Zu derselben Classe gehdren ferner:
Augit, Tachylith ( 2 RO,SiOl+ A1zO3,2Si02); Gismordif, Zengonit, Chnlilith (3 RO, SiO1+ 4 [RZOS, 2 SiOZ], I 2 aq), Mesolith 3 RO,
SiOa 3 ( R l O J , 2 503) 8 aq; Bronoit, Diallag 30 RO, SiOz Al'
Os, 2 SiO'
2 aq; ohne Beriicksichtigung des Gebaltge an Fluosilicat
auch der Lifhionglinmer, Lepidolith (2 LiO, SiO'
3 (AIaOS, 2 SiOq).
6. N e u t r a l e S i l i c a t e m i t n e u t r a l e n S i l i c a t e n R0,SiO'
+ RZO3, SiOl.
Das Verhiltniss der Basen RO und R'OJ ist hier sehr mannigfach:
3 at. RO auf 1 R 2 0 3 besitzen Smarngd, Beryll, Davidsonit, Wichtym.
3 at. RO auf 4 RZO'
Natronspodunon, Oligoklae, Spodomen,
Frischan, Philippsit, Kalk-Harmotom.
3 at. RO auf 2 RzO3
Weissit, Triklasit, Pfeifenstein.
RO auf HzOJ - Analcim, Ledererit, Clutalith, Lomonit, Hydrophit, Chabasit, Gmclinit, Sarkolitb, unicbler.
7. N e u t r a l e S i l i c a t e m i t e i n h a l b S i l i c a t e n R0,SiOa+(2R10',
3 SiOl).
3 at. RO,SiO' auf (2 R2O3 3 SiOl) besitzen Amphodelitb, Sodalitb Bhnhhes F o r d .
3
Arch. d. Phann. XCII. B ~ Ji..H k
+
+
+
+
+
+
+
+
-
-
+
34 RieckhH, uber die chemischen Forrnelia der Silicate.
+
2 at. RO w f (2 R * O 3
3 S O z ) - Fahlunit, Barsowit, Bytownit,
Pelesin, Steinlieilit, Cordierit, Dichroit, Esniarkit, Brevici t, Jolith, Mesole,
Fahlunit, Bonsdorffit.
6 at. RO auf (2 R z 0 3
3 SiO‘) - Clottalith, Herolith.
8. K e u t r a l e S i l i c a t e i n i t E i n d r i t t e l - S i l i r a t c n R0,SiO.J -t
RZO3,Si02.
RO : RZ03 ; diesem Verhhltniss eiilsprechen Skopolith, W’ernerit,
Amphodalitli, Anorthit, Kephelin, Elaeolith, Wehrlit, Thonisonit, Coniptonit, Karpholith, Praslolith, Hypostilbit, Ittnerit, Sodalith, Canerinit,
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Davyn.
9. A n d e r t h a l b - S i l i c a t e mil Halb-Silicaten nach d e r . F o r m e l
(2 HO 3 5 0 2 )
(‘2 H z O
3 S O 2 ) fasst in sirh den zweiaxigen
Giinimer, Kaliglinimer, Fuchsit, Chroniglirniner.
Leucit, Andesin, Chabasit, I’ingiiit, Caporciitilit crlialten zur Forniel
(HO
2 SiOl) -t (H203 2 SiO‘).
\Vie schun obcn ercviihnt, gcli6rt tler Feldspatli in die Griiyye d e r
anderthalb - ltiesclsnurrn Snlze ; ihach d e r Forinel (2 R O
3 SiO2)
(2 R*03
9 502);tlersclben C r u p p e si:hliessen sich noch an Mikroklin, Orthoklas, Yalenciaiiil, Albit, l’erikliii, Stilbit 11. s. w.
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Es lassen sicli Lei tler Reichhaltigkeil der Silicate
noch viele Unterabtheilungen bilden, allein fur den KichtMineralogen horl der Gegcnstand auf, Interesse zu haben.
Bei Fcststellung tlerartiger Formeln muss den sich
vertretenden Oxyden mehr Aufrnerksamkeit geschenkt
und die Anal yse mancher Mineralien wiedor aufgenonimen
werden. Indessen geniigt der gegebene Geberblick. Ob
in Zukunft nicht eine abermalige Aenderung vorgenominen
werden muss, ob nicht zwischen Kieselsaure und Thonel.de
nahere. Beziehungen aufgefiinden wertlen, lasse ich dahin
geetellt sein; indessen hoffe ich, dass in das Ganzo mehr
positive Haltbarkeit gelegt werden mochtt?.
--**-
Blldung von Waliumeisencyanur bei der Bereita~~g
von kohleasaurem liali aus rohein Weinstein ;
von
C. A. I n g e n o b l ,
Apotheker in IIooksiel.
- .
Wenn gleich mehrere chemische Lehrbucher angeben,
dass ein aus rohern Weinstein bereitetes kohlensaures Kali
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