close

Вход

Забыли?

вход по аккаунту

?

Ueber die Isomerie von Ephedrin und Pseudoephedrin.

код для вставкиСкачать
J. G a d a m e r : Ephedrin und Pseudoephedrin.
6F6
Mitteilnng ans dam pharmaeentischen Institnt der
Universitat Braslan.
15. Ueber die Isomerie von Ephedrin und Pseudo-
ephedrii.
Von J. G a d a m e r.
(Eingegangon den 24. VIII. 1908.)
I n diescm Archivl) hat vor nicht langer Zeit Herr H. E In d e
cine interessantc Studie iiber ,,Ephcdrin und Pseudoephedrin, cin
Pall unglcichhalftiger Asymmetric" veroffentlicht. Auf Grund
sorgfaltiger Erwiigungen kommt Herr E m d e in dieser Arbeit zu
dem SchluR, dal3 Ephedrin und Pseudoephedrin dieselbe Konstitutionsforniel, niinilich C,H,-*CH-*CH-CH,,
besitzen und
die Verschiedenlieit, dcr beidcn Alkaloidc u n d ihre Ueberfiihrbarkeit
ineinnndcr auf die lcichte Invertierbarkeit einm der beidcn in der
Fornicl durch (*) ausgezeichnetcn asymmetrischcn Kohlenstoffatome zuruckzufiihren sei.
Seine Emlgungen bis zu dicsem Schlusse scheinen mir durchaus richtige und gliickliche zu sein. Es ist ohne wciteres einleuchtend,
da13 durch die Racemisicrung eines der beiden asymmetrischen
Systenic bei StabilitLt des anderen zwci Verbindungen entstehen
miisscn, die sich niclit wic Bild zu Spiegelbild verhalten konnen,
die dahcr in Losliclikeit, Schmelzpunkt und Drehungsverniogen
verscliieden sein musscn, wlhrend das sonstige chemische Verhaltcn
durchaus gleichartig sein mul3.
Fur weniger gliicltlich halte ich seine weiteren Erwagungen,
welclie der Frage gclten, nrelches dcr beidcn asymmetrischen
Spstemc unter dem Einflul3 von Salzslure der Haccmisierung anhcimfkllt. Meines Erachtens - und in diesem Sinnc habe ich mich
auch in einer Korrespondcnz Herrn Geheimrat E. * S c h m i d t
gegeniiber ausgcsprochen - lag es m i nachsten, das Kohlenstoffatom fur das leiclit invertierbare anzuschen, welches die alkoholische
Hydroxylgruppe enthalt ; dcnn die zahlreichcn Falle von Umlagerung optisch aktiver Korper, welche auch Herr E m d e zum
I)
245, 662 (1907).
J. G a d a me r : Ephedrin und Pseudoephedrin.
567
Teil anfuhrt, bezielien sich auf Verbindungen init Alkoholcharaktcr.
Herr E ni d e weist daher auch die Moglichkeit nicht von der Hand.
da13, cntgegen seinen Ausfuhrungen, dieses Alkohol-Kohlenstoffatom doch der Rmemisierung unter dem EinflurJ von Salzsiure
anhcinifiillt, gibt aber der Hypotliese den Vorzug, nacli welcher
das die Stickstoffgruppe fuhrende Kohlenstoffatom racemisiert
wird, obwohl ,,er fur die gegenseitige Umwandlung optischer
Isoniercn durch Umlagcrung eines stickstoffhaltigen Komplexes
in dem oben ausgefuhrten Sinne keine direkte Analogie anzugeben
wi13 . (Seite 676.)
Es mussen scliwerwiegendc Grunde sein, die Hcrrn E in d e
bei dieser Sachlagc veranlasscn konntcn, sich trotz der Fulle von
Beispiclen fur Alkoholinversion fur eine bisher analogielose Umlagerung zu entscheiden. Wenn ich seine Ausfuhrungen richtig
vrrstanden habe, sind vor allem zwei Xomente fur seine Hypothesc
yon Redeutung gewesen.
1 . Von den beiden Konfigurationen
ist nach E ni d e’s Ansicht aus der Theorie dcr Molekularrotation
vielleicht fur die hohermolekulare Konfiguration $ das starkere
lhehungsvcrmijgen anzunchmen ; gilt diesc Anntthmc als richtig,
so mu13 in der Tat die Ueberfuhrung von Ephedrin in Pseudocphedrin
und umgekehrt auf der Racemisierung des pKoniplexcs beruhcn.
Das Drehungsvermogen der (A-Konfiguration werde xu (1 angenonimen, das der ij-Konfiguration zu (1 f n, worin n das Plus des
Drehungsvcrmogens von l3 gegenuber
bcdeutet, so wurde die
Uiiilagcrung des linksdrelienden Epliedrins in das stiirker rechtsdrchendc Pseudoephedrin und umgekchrt im Sinne folgendrn
Schenias vcrlaufen mussen :
+ U
-(o
+n)
____
-n
Ephodrin.
*
f---
*
-a
+ a
+ + n)
(0.
2 a f n
Pseudo-
ephedrin.
l’seudoephedrin mu8 also um 2~ starker nach reehts als
Ephedrin nach links drehen.
Die Frage ist nun aber: 1st die Annalime E ni d e’s wirklich
berechtigt ? Die Beantmortung ist nicht ganz leicht, d a cine
rechnerische Verwertung der Gro8e der die Asymmetrie bedingenden
Atome und Atomkoiiiplexc nicht oder doch nur mit groBer Vorsiclit
668
J. Gadanier: Ephedrin und Pseudoephedrin.
statthaft ist. Will man aber damit operiercn, so komrnt man nieines
Eraelitens zu dem gegenteiligen SchluB. Zum Verstlndnis niogen
die beiden obigen Konfigurationen vervollstiindigt werden in
B
U
8-Konfiguration.
u-Konfiguration.
Die relativen Gewichte der vier Atorne und Atomkomplexe
sind
in
*. (H : CH, : OH : p = 1 : 15 : 17 : 120)
und
in
p (H : NHCH, :L( : C,H, = 1 : 30 : 45 : 77). Es Bann also keineni
Zweifel unterliegen, darj nach rein gewichtlichen Gesichtspunkten
die (A-Konfiguration unsymmetrisclier ist und dcnigemiifi niit dcr
oben gcmachteri Einschrinkung das liijhere Drehungsvcrniogen
besitzcn InuB. Dann wiirde aber die Umlagerung von Ephedrin
in Pseudoephcdrin unter Annahmc, darj die p-Konfigurution urn
n o aeniger stark drelit als die ~ K o n f i g u r a t i o n ,und der ixeitrren
Annahrne der Unilagerung nach E m d e voraussetzen, dafl Ephedrin
nicht links-, sondern rcchtsdrehend wiirc, wie das folgende
Schema zeigt :
+a
-(u-n2_
-I-n
Ephedrin.
*-
**--*--
f
.
I
t
.
I
L
U
~+ u-IL -
+2u-n
Pseudoephedrin.
_
Ware n > 2 u, so muflto sogar Pseudoephedrin 1inksdrelic:r.d
sein. Men konimt aber sofort zum richtigen, den tatsiichlichcn Verhaltnissen entsprechendon Resultat, wonn man bei dor Umlagermig
eine Racemisierung der u-Konfiguration annimmt.
-
-+ (u-n)
-n
Ephedrin.
m-
*--
m--
*--
+
f
+a
+ (.-n)
+'2u-n
Pseudoephedrin.
Von diesem Gesichtspunkte aus betrachtet, wiirde also das
optisclie Verhalten der beiden Ephedrine gerade fiir eine Racemifiierung der Alkoholgruppe spreehen.
2. Eine weitere Stiitze seiner Annahme leitet Herr E ni d e
von der Mctastabilitat von Gruppierungen der allgemeinen Forniel
N . C : x oder K.C . x, a b (1. c. 667). Derartige Gruppierungen
edeiden leicht eine Aufspaltung zwischen N und C. Herr E m d c
hat wciterhin gefunden, daB aueh eine nicht unniittelbar benacli-
J. G a d a m e r : Ephedrin und Pseudoephedrin.
669
barte Doppelbindung in gleicher Weise die Abspaltung erleichtert
(1. c. 668 u. Journ. prakt. Chem. [2], 76, 509 [1907]). Daraus schlieflt
nun Herr E m d c zunachst ansclieinend ganz richtig, da13 in dcn
Ephedrinen, in denen N mit einem C verkniipft ist, das einem
System mit Doppelbindungen (Benzolring) benachbart ist, ebenfalls leicht eine Aufspaltung zwischcn C und N eintreten konntc,
bleibt sich aber (S. 670) dabei wohl bewufit, da13 die Ausdehnung
der obigen Gesetzmlfligkcit auf dcn Benzolkern vorlaufig etwas
gewagt erschcint. Man kann also Herrn E m d c nur nachruhmen,
daB er bei scinen Spekulationcn durchaus vorsichtig verfahrcn ist.
Trotzdem ist, glaube ich, selbst oder gerade unter Annalime, da13
die obige Ausdehnung der GesetzmLBigkcit auf den Benzolkcrn
gerechtfertigt ist, der weiter daraus gezogene SchluB kein gliicklicher,
Fragen wir uns, morauf die Racemisicrung cines Systems
bcruht, so kann die Antwort nur dahin lauten: D u r c h A bs p a 1 t u 11 g e i n e s A t o ni s o d e r A t o ni k o m p 1 e x e s
w ird
d a s a s y m m e t r i s c 11 e K o h l e n s t o f f a t o m
symmctrisch, bei d c r darauffolgendcn Wiederanlagerung entstehen aber gleiche Mcngen
r e c h t s - u n d l i n k s d r e h e n d e r S y s t e n i e . Der Vorgang, um den es sich dabei handelt, mu8 also cine I> i s s oz i a t i o n s crschcinung sein; die Reaktion mu13 reversibel sein,
1st nun aber die obige von J. v. B r a u n und A. S t e i n d o r f f
zuerst beschriebene Metastabilitat auf Dissoziation zuruckzufuhren ?
Zweifcllos wohl nicht. Es handelt sich in allen Fallen um eine
nicht umkchrbare Z c r s e t z u n g. Es konnte also, die Richtigkeit der E m d e’schen Anschauung angenommen, bei der Aufspalturig des Systems C .R’nur ein stickstofffreier Korper entstehen.
Ganz anderv liegcn die Verhiiltnisse, sobald uir die oben
gcgebcne Definition fur den Racemisierungsvorgang auf das AlkoholKohlenstoffatom anwenden. Alkoliole sind, wenn aucli geringfiigig, elektrolytisch dissoziert und zwar je nach deni Charakter
dcs darauf einwirkenden Korpers unter Bildung von OH’ oder He.
Unter dem EinfluB von Wasserstoffionen, wie bei der Urnwandlung
des Ephedrins in Pscudoephedrin oder umgekehrt , werden
Hydroxylionen entstehen, das Kation C,H,CH .CH. CH, . kann
(
1
schon bei seiner Bildung racemisch wcrden, weiter, wenn dies nicht
der Fall ware, kann Racemisicrung bci der Ruckbildung des
Alkoliols stattfinden. Wir haben also zwei die Racemisicrung
ermoglichende Reaktionen :
570
J. G a d a m e r : Ephedrin und Pseudoephedrin.
--
C,H,CH-CH.
CH, 1- (+)
‘ H I
N-+H,
OH
213
C,H,CH-CH.
’ H
“%H
CH,
+ OH‘
(7)
v
OH
C6H5CH’ H
N4CH,
CH.CH,
+ OH‘ :
zC,H,CH-CH-CH,
I
I
4-
(T)
v
NGH3
OH
(3,
I n Verbindung mit den1 unter 1. angegebenen Argument
unterlag es daher fur niich keinem Zweifel mehr, daB die Umwandlung
Epliedrin
l’seudoephedrin nur ein n e w s Reispiel der vielfach
bekanntcn Alkohol-Inversion sein konnte.
Icli niirde mich aber nicht fur berufen gehalten haben, in
das Arbeitsgebiet Herrn E m d e’s einzugreifen - Herr R m d e
wurde sich bei seinen experimentellen Arbeiten wahrscheinlich
srlir bald davon iiberzeugt haben, daB er sich auf einem falschen
Wcge befunden habc -, wenn mir nicht bei einer aus anderen
Griinden unternommenen Untersuchung der Ephedrine ein Material
i n die Hand gespielt vorden wlre, das fur mcine oben geschilderte
Anscliauung bcneiscnd ist, und das icli dalier unmoglicli vernachlassigen kann.
Die Ephedrine sind sekundtire Basen; sie geben dahrr niit
Sch\vefelkohlenstoff und niit Scnfolen Verbindungen n i e das
Coniin (aus dicsem Grunde wurden sic einer Untersuehung unterzogen). Die mit Phcnylsenfol entstehendcn Thioharnstoffe von
der Forniel
C,H,CH .CH .CH,
CS .KHC,H,
sind prachtvoll krystallisierende Korper, die ohne Anwendung
von Wtirme unter AusschluB stark wirkendcr Agcntien entstchen
und daher wie geschaffen erscheinen, die von I3 ni d e angeregte
Frage experimentcll zu entscheiden.
Es ist ohne weiteres einleuchtend, daB der Eintritt des Senfols
in das Molekiil dea Ephedrins a m Stickstoff, das dem einen
asymmetrischen System i n direkter Weise (indirekt zLhlt es ja
auch dem anderen asymmetrischen System zu) angehort, einen
groBen EinfluB auf das Drehungsvermogen ausuben muBte, und
nicht minder einleuchtend, daIj dieser EinfluB bei Richtigkeit der
J. Gademer: Ephedrin und Pseudoephedrin.
571
E ni d e'schen Annahme sicli in entgegengesetzter Richtung auf
die beiden Ephedrine bemerkbar machen muBte. Wirkte er verstiirkend auf die von E m d e angenommene Linksdrehung der
Konfiguration p im Ephedrin, so niuBte der Ephedrylplienylthioharnstoff starker nach links, die entsprechendc l'seudoverbindung stLrker nach rechts als die freien Basen oder Chlorhydrate drelien und umgekelirt.
Dem spezifischen Dreliungsvermogen von [a]: = - 35,30
fur Ephedrinchlorhydrat und
61,7 fur Pseudoephedrinchlorhydrat gegenuber hattc der Ephedrylphenylthioharnstoff nun in
dcr Tat ein spezifisches Drehungsvermogen von [.I]: = - 105,1",
s o daL) zunCchst eine Verstlrkung des nach E m d e linksdrehenden
13-Systems angenomnien werdcn konnte. Dann muBte aber, \vie
bcreits gesagt, dcr Pseudoephcdrylthioharnstoff entsprechcnd vie1
starker nach rcchts ablenken und zwax nach einer nur bedingten
Wcrt beanspruchenden Schltzung niul3te [ u ] ~etwa =
130°
sein. Anstatt dessen wurde aber fur den Pseudocphedrylphenylthioharnstoff [a]: =
22,8" gefunden. Es hatte also auch hier
eine Verschiebung in demselbcn Sinne, nlmlich nach links, stattgefunden wie beim Ephedrin. Daraus kann man aber schon
schlieBen, daB die Systeme !3 im Epliedrin und Pseudoephedrin in
der gleiclicn Richtung wirken, keincsfalls entgegcngesetzt. Es
konnte viellciclit eingeworfcn w r d e n , der Wert - 105,l" fur
Ephedrylphenylthioliarnstoff bew-eist doch evident, daB das System 13
im Ephcdrin linksdrehcnd sein niuB. Ware es rcchtsdrehend, so
muBte doch eine Verstiirkung der Rechtsdrehung dieses Systcms
eintrcten und [uID fur den Thioharnstoff von - 35,3" nach rechts
zu verschoben werden. llas s c h e i n t jedoch nur so sein zu
miissen.
Betraclitcn mir die relativen Gewiclite der vier die Asymmetrie
dcs Systems [3 bedingenden Gruppen H : NHCH, : ( A : C,H, =
1 : 30 : 45 : 77 beim Epliedrin und die des davon abgeleiteten Phenylthioharnstoffs H : XCH,.CS.NHCsHj : u : C,H, = 1 : 165 : 45 : 77,
so finden wir sofort, daB wir beim Phenylthioharnstoff am Modell
einc im cntgegengesetzten Sinne laufcnde Be\\ egung ausfulircn
niussen, urn vom kleinsten dcr Atomkomplexe zu dem jeweilig
niiichst groljeren zu gelangen. Es leuchtet also ein, daB das Systcni $
im Phcnylthioliarnstoff nach der cntgegengcsetzten Seite drehen
mu13, \vie im Ephedrin sclbst.
So vorsichtig man mit der nunierisclien Deutung auch sein
mu13, fur den vorliegendcn Fall liegen die Verhaltnissc so cindeutig,
+
+
+
J. G a d a m e r : Ephedrin und I’soudoephedrin.
572
da13 man nicht gut irren kann, \vie die nachstehenden Berechnungen
lehren, die nebeneinander fur Ephedrin und Pseudoephedrin erstens
nach meiner Anschauung ubcr die Isomeric, zweitens nach der
F: ni d e’schen, ausgefiihrt sind. Zur Vervollstiindigung des Zahlenmaterials habe ich auch [(.Iu fur Ephedrinbase bestimmen lassen,
das ich bisher noch nicht mitgeteilt gefunden habe.
I . Freie Bme.
[ a ] ~ ) h’ach Gadamer
-a
. ..
Ephedrin . .
- - 6,3
Psoudoophedrin .
= 1-61,2
Ephedrin
Pseudoephedrin
. 44,O
folglicli
+
.
...
+B
.+a
+
+?
2g
=
22,45O
= -28,75O
=
B
a
[alD
Ephedrin
. - -35,3
Pseudoephedrin
=
01,7
Ephedrin + Psoudoephedrin
. = 26,4
folglich
Nach Erndo
+ a
-2
+ a
-1-8
2K
=
22,45O
= -28,75O
=
a
B
8. Chlorhgdrat.
-
.. ..
..
...
..
+
.
-i-
+ u s e
28
=
13,2O
= - 48,5O
=
8
a
3. Thioharnstoff.
[XI D
Ephedrin
. . . = - 105,l
Paeudoephedrin
. = 22,8
Ephedrin
Paeudoephedrin .
. .- - 82,3
folglich
+a
2-B
--G(
+
+
2a
a =
13,2”
$ = - 48,j0
+ fl
+a +8
.
26
-41,15O
= - 63,96O
+ a
+ a
=
B
=
+8
=
-u
+
-p
a
--B
+B
=
2a
a =
B
-41,15O
= - 63,95O
Diese Berechnungen sind vollstandig einwandfrei. Was uber
lchren sie ? Betrachten und vergleichen wir zuniichst einmal die
Zahlen, welche naeh der E m d c’schen Anscliauung erhalten wurden.
Die optischc Punktion der (1-Konfiguration, die nach E ni d e
nicht umgclagert werden soll, ergibt bci
Ephedrin
. . . . -+- 22,45O
. + 13,2O
fur Base.. . .
fur Chlorhydrat
fiir Thioharnstoff
- 41,16O
Pseudoephedrin
22,45O
13,2O
- 41,15O
+
+
Wir sehen also cine Verschiebung des Drehungsvermogcns
nach links. Eine solche ist aber nicht wahrscheinlich, da beim
Uebergange der Base in das Chlorhydrat und weiter in den Thioharnstoff nur derjenige der vier Atomkomplexe cine Verstiirkung
erfahrt, dcr schon an sich dcr stlrkste ist. Eine Abschwiichung
oder gar Umkehrung des Drehungsvermogens ist also durcli die
Verstarkiing nicht zu erwarten, sondern nur das Gegentcil ware
einleuchtend.
J. G a d a m e r : Ephedrin und Pseudoephedrin.
873
Die optivche Funktion der p-Konfiguration, die nach I3 ni d e
cine Umlagerung erfahren soll, gestaltet sich abcr folgendermafkn :
Ephedrin
Pseudoephedrin
fur Base ........ -28,76O
28,75O
fur Chlorhydrat . - 4 8 , P
+ 48,5O
fur Thioharnstoff - 63,95"
+ 63,950
Obwohl wir also hicr, mie oben gezcigt wurde, durch Uebergang in das Chlorhydrat und weitcrhin in den Thioharnstoff cine
Verscliiebung der Groflenvcrhiiltnissc dcr vier die Asymmetrie
bedingenden Atomkoniplexe haben, zcigt sich ein gleichmlf3iger
Gang in derselben Richtung. Das ist unwahrscheinlich.
Ganz anders stimmen die bei der Alkohol-Raccinisierung
bercchneten Wcrte mit der Theorie uberein :
Die optische Funktion der cj-IConfiguration, die also im Pseudoephodrin das entgegengesct,zte Vorzeichen hat, stellt sich bci
Ephedrin
Pscudoephedrin
-+
fur freio Base..
f i i r Chlorhydrat
. a.uf - 28,75O
. auf - 48,5O
-I- 28,75'
+ 48,5O
+ 63,95O
ftir Thioharnstoff auf - 63,95O
also entsprechend der Zunahme der Asymmetrie im gleichen Sinnc
steigend; fur die ij-Konfiguration haben wir folgendc Werte :
bei Ephedrin
Pseudoephedrin
fur freie Base . . + 22,45"
22,4.i0
f+ Chlorhydrat . f 13,2O
+ 13,2O
f i i r Thiohmnstoff - 41,15O
- 41,15'
In1 Chlorhydrat, das noch Asyninietrie im gleiclien Sinnc
wic die freie Base, aber in geringercm Mane, besitzt, haben wir
also cine gleichgericlitete, aber schw8cherc Funktion, und im Thioharnstoff, in dem die Asymmetrie cinen Wechsel erfahren hat,
sellen wir auch einen Wechscl des Vorzeichens.
Dicse Zahlen stehen also in so schoner Ucbercinstimniung
mit, dcr 'l'heorie, dafi sie mir nicht nur cinen Beweis fur die AlkoholRacemisicrung, sondern zugleich auch fur die Richtigkeit dcr von
E M d e allerdings aus andercn Griinden vorgeschlagenen Formel
zu sein scheinen.
.
+
Experimenteller Teil.
Ephedrin.
Als Ausgangsmaterial dientc Ephedrinum hydrochloricuni
RI e r c k mit dem angegcbenen Schmp. 210O. Letzterer n.urcle
gcfunden zu 215--216O, iibereinstimmend mit den E m d e'schcn
Angaben. Um die Rcinhcit zu kontrollieren, wurde das spczifische
Drchungsvermogen bestimmt :
574
J. Gadarner: Eptiedrin und Pseudoephedrin.
2,0796 zu 49,862 ccm Wasser gelost, lenktcn im 2 dni-Kolir
die Ebene des polarisiertcn Lichtstrahlcs um 2,94O nach links ab.
Daraus berechnet sich [(.I:
= - 35,3U (E 111 d e - 34,960).
Durch Alkalisieren mit Katriumliarbonat und Ausschuttelii
mit frisch uber Natrium rekt,ifiziertem Sether wurde die freie Base
dargcstellt. Die Ltherisclie Ausschuttelung wurde uber R'atriumsulfat entwiissert und vor Feuchtigkeit gcschutzt voni Aetlicr befreit.
Die freie Base krystallisierte hierbei dirckt ; der Scliniclzpunkt der
hygroskopischen Base wurde zu 38-40
ermittelt (vollkoinnien
klar geschmolzen). Zur Bestimmung des DreIiungsvL.rino~cns
wurdcn 1,7914 g zu 49,862 ccni init absolutem Alkohol aufgclost.;
bei 1 = 2 war ug = -0,45O, n'ora.us sich [u]: zu - 6 3 " bereclinet.
Die alkoholische Losung n.urde init ct,n.as nichr Phenylsenfiil
als bercchnet versctzt, zwci Tage bei gewohnlicher Temperatur
stehen gelassen und dann zur Krj7stallisation eingeengt. Uer Tliioharnstoff bestand nach dcm Gmkrystallisieren aus Alkoliol a u s
dcrben zu Rosetten vereinigten Prismen vom Schmp. 1 lFi0 (unter
Zersctzung). Zur .Rest.imniung des Drehungsvermogens wurdcn
0,96i8 g zu 24,9554 ccm in absoluteni Alkohol gelost; bei 1 = 2
war u: = - 8,15, woraus sich [if]:
zu - 105,l" bcrechnet..
Pseudoephedrin.
Als Ausgangsrnaterial dientc Pseudoephedrin 31 e r c k riiit
dem angegebenen Schmp. 115-116" und den1 gefundencn 1 1 7-118",
also ebcnfalls ubcrcinstimincnd mit den Angaben E m d e's.
Zur Bestimniung des Dreliungsvermogens wurden 2,0274 g
in absolutem Alkohol zu 49,862 ccm gelost; aus dem bei 1 = 2
abgelcscnen Winkel u = -b 4,16O berechnet sich [(XI;; = 4-51,2O
( E m d e = 51,24O).
Der \vie beim Ephedrin mit Plienylsenfol dagestellte und aus
Alkoliol unikrystallisiertc I'seudoeplicdrylphenylthioharnst~off bestand aus durchsichtigen Tafeln von ungefahr recliteckigeri Unirissen.
Er schmolz bci 122O (ohne Zersctzung).
Die Bestimmung des spezifischcn Drehungsvermogens fulirte
bei eincr Losung von 1,0336 g zu 24,9554 ccm in absolut,cni Alkohol
(bci 1 = 2 und u D =
1,89") zu [u]ip =
22,S0.
Einc auf inafianalytischem Wcge ausgefuhrte Schwcfclbestimmung gab den theoretischen Wcrt, wahrend bei dcm Epliedi$phenylthioharnstoff statt 10,7% nur 10% gefunden wurden.
Fur die Ausfuhrung der analytisehen Bestimmungen und
Messungen bin ich Herrn F r i t z K u n t z e zu besteni l>anke
vcrpfliclitet.
+
+
Документ
Категория
Без категории
Просмотров
0
Размер файла
435 Кб
Теги
ueber, die, pseudoephedrine, von, isomeric, ephedrin, und
1/--страниц
Пожаловаться на содержимое документа