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Ueber einige pharmakognostische Verhltnisse der Nux vomica.

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E. Schaer, Pharmakognostische Verhaltnissc der , , N u vomica".
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(Pliickiger) war, vielmehr schmutziggelb und auch keine Krystallisation erkennen liess. Danach stellte ich nacheinander von den
Harzen aller meiner Copaivabalsame Lijsungen im 10fachen Gewicht
jenes 70 procentigen Alkohols dar , filtrirte vom Ungeliisten ab und
leitete einen kraftigen Strom von (durch Einschaltung einer Chlorcalciumriihre getrockneten) HC1- Gas ein. Das Ergebniss war, dass
Maracaibo Q. und Bahia so gut wie gar keine Ausscheidung, Maracaibo 11. und IT.,sowie Para I. und III., Angostura , Cartagena und
Maturin sehr geringe, Maracaibo L und m., sowie Para II. etwas erheblichere Ausscheidung zeigten. Diese Ausscheidung war jedoch durchaus abweichend von der aus der Colophonium-Liisung, fast schwarz
clnd hart, und ich glaube kaum, dass in allen den FAllen, wo eine
solche erfolgte, Fdschung mit Colophon vorliegt ; bei geeigneter Abanderung des Qerfahrens liesse sich jene u n b e d e u t e n d e Ausscheidung vielleicht ausschliessen.
Wegen des schon mehrfach hinderlich empfundenen Mangels an
durchaus zuverlassig achtem Balsammaterial wage ich nicht , aus
meinen Beobachtungen feste Schliisse zu ziehen; ich glaube aber,
dass sich der meinem Terfahren zu Grunde liegende Gedanlre zum
Nachweis des Colophoniums im Copaivabalsam wohl verwerthen lasst.
Ich formulire es hiermit nochmals genauer : ,,Man iibergiesst etwa
2 g des beim Verdampfen des fraglichen Balsam. Copaiv. im Wasserbade constant zuruckbleibenden, zerkleinerten Harzes mit dem zehnfachen Gewicht an 70procentigem Alkohol und l b s t unter fleissigem
Umriihren etwa eine Stunde kalt stehen, filtrirt dann vom Ungelijsten ab und leitet in das Filtrat li2 Stunde lang einen ruhigen
Strom von durch eine eingeschaltete Chlorcalciumriihre getrocknetem
HCI- Gas: es darf alsdann keine gelbe Harz - Ausscheidung erfolgen."
Ueber einige pharmakognostische Verhiiltnisse der
,,Nux vomica ''.
Von Ed. Schaer.
(Nach einer Mittheilung in d. pharm. Section d. d. Naturf. Vcrs. in Strassburg.)
Den nachsten Anlass zu erneuertem Studium einiger Verhdtnisse der officinellen Samen von Strychnos Nux vomica gaben dem
Vortragenden einerseits die von Dunstan und Short l, im J. 1883 und
1) Pharm. Journ. and Transact. (3). XIII. 1053. u. XV. 1.
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E. Schaer, Pharmakognostische Verhiiltnissc der ,,Nux voniica".
1884 publicirten Mittheilungen iiber den Alkalo'idgehalt der Haiipthandelsmarken von Nuu vomica und die botanisch - chemischen Merkmale der Strychnos N. V. aus Ceylon, andererseits einige in der
akademischen Festrede von Prof. Radlkofer in Miinchen (iiber die
Methoden in der botan. Systematik; Jnli 1883) enthaltene Bemerkungen iiber die Morphologie der Strychnaceen - Samen. Die ersteren Autoren wiesen nach, dass zwischen den Strychnossamen verschiedener commercieller und geographischer Provenienz , aber anch
zwischen den Samen ein und desselben Baumes namhafte chemischc
und rnorphologische Verschiedenheiten besonders hinsiehtlich der
Griisse, der Oberflgchen - Textur, der Form des Randes etc. bestehen,
und erlauterten diese Verhtiltnisse in ihrer zweiten Arbeit durch
einige gute Holzschnitte nach Zeichnungen des Dr. Ondaatje auf
Ceylon. Diese Zeichnungen, auf denen sich bei einzelnen Exemplaren
cler Samen deutlich ein c e n t r a 1e s Hilum mit anhAngendem Nabelstrang abgebildet fand, legten es nahe, der nach allgemeiner Ansicht,
wenigstens fur die deutsche pharmakognostischo Schule, geliisten
Streitfrage nach der peripheren oder centralen Lage des Anheftungspnnktes, a h eines nicht ganz unwichtigen Merkmales der Drogc.
nochmals einige Kritik zu widmen , zumal ein anderer Botaniker,
Radlkofer, in der erwzhnten Abhandlung die Ansicht von der centralen Lage des umbilicus vertritt. Es wurden zu diesem Behufe
drei Wege eingeschlagen, d. h.
1) eine miiglichst sorgF2ltige makroskopischc, wenn auch durch
dic Lnpe unterstutzte Priifung eincr grossen Zahl von Exemplaren
der Niix vomica des Handels, einschliesslich der nahern Besichtigung
von Nux vomica authentischer Provenienz , namentlich der neulich
von Dunstan und Short abgebildeten Ceylon - Samen ;
2) die mikroskopische Untersnchung diverser Exemplare der in
den Apotheken vorhandenen Nux vomica ;
3 ) die makroskopischd und mikroskopischc Untersnchung des
noch in der Friicht befindlichen Strychnossamens.
Ehe die Hauptergebnisse dieser Beobachtungen mitgetheilt werdeli, ist in historischer Beziehung zu bemerken, dass sich successive
drei verschiedene Buffassungen bei den Pharmakognosten geltend
gemacht haben, welche s. Z. Oudemans wie folgt zusammenfasste :
a) Mittelstandiges Hilum , ohne Nabelstreifen , nach der Ansicht
von Lindley, Endlicher, Blume, Schroff und Oudemans.
E. Schaer, Pharmakognostische Verhaltnisse der ,,Nux vomica".
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b) Randsfindige Chalaza durch eine Raphe mit dem centralen
Hilum verbunden, - nach der Ansicht von Pereira, Guibourt uiid
Berg (in friiherer Zeit).
c) Randsfandiges Hilum durch eine Raphe mit der centralen
Chalaza verbunden, nach Schleiden, Wigand und Berg (in neuerer Zeit).
Ebenso sind uber die Haarbekleidung der Nux vomica s. Z.
verschiedene Ansichten geaussert worden und der Vortragende hat
deshalb auch diesem Punkte Aufmerksamkeit geschenkt.
I.
Bei der Untersuchung der N u vomica des Handels zeigte es
sich, dass die im englischen Grosshandel und bei den Fabrikanten
bekannten drei Hauptsorten Nux vomica , deren Unterschiede in den
aussern Eigenschaften wie im Alkalo'idgehalte von Dunstan und Short
nachgewiesen wurden, namlich die Marken : Bombay , Cochin und
Madras im pharmaceutischen Drogenkleinhandel namentlich des Continents nur hijchst unvollkommen , meist gar nicht auseinandergehalten werden, dass offenbar vielfache Nischungen vorkommen und deshalb
in zahlreichen untersuchten Posten aus Drogenhandlungen und Apotheken die verschiedensten Typen promiscue angetroffen werden. Bus
der Vergleichung der Drogenmuster des Handels lassen sich zur Zeit
noch keine sichern hhaltspunkte iiber die zuerst von Prof. Bentley
angeregte Frage der verschiedenen botanischen Abstammung verschiedener Hauptsorten gewinnen, und nur die sorgfatige Vergleichung geniigender direct bezogener Proben der Droge (unter zuverYassiger Angabe ihrer Herkunft) sowie der botanisch - wichtigen Theile
der den Proben thatsachlich entsprechenden Stammpflanzen wird diesen Punkt gelegentlich zur Erledigung bringen.
Die genauere Priifung von mehreren hundert Exemplaren kiiuflicher Nux vomica ergab vor allem das Factum, dass abgesehen von
verschiedenen Abweichungen in Grijsse, Firbung, Umriss und Oberfliche besonders die drei morphologisch wichtigen Nerkmale der randstindigen warzenfijrmigen Erhebung , der centralen Stelle auf der
einen Samenflache und des die beiden Punkte verbindenden leicht
gewijlbten Streifens ausserordentlicli ungleich, d. h. bald sehr undeutlich, bald sehr auffallend auftreten, was z. Th. mit ungleicher Entwicklung der einzelnen Samen der Droge und mit dein Vorkommen
zahlreicher abortiver Samen zusammenhangen mag.
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E. Schaer, Pharmakognostische Verhaltnisse der , , N u vomica".
Nirgends war, im Gegensatze zu der in Berg's anatomischen
Atlas gemachten Bemerkung , die randstandige warzige Erhabenheit,
mochte sie scharf hervortreten oder fast ganz verschwinden , durch
irgend ein ausseres Nerkmal, wie z. B. eine wirkliche Lucke in dcr
dichten Haarbekleidung , eine Stiirung oder Anomalie der Gewebe,
cine veranderte Farbe u. s. w. als Hilum, d. h. als Narbe des abgelasten Funiculus charakterisirt , wogegen die leichte centrale Erhabenheit, die als sogen. innerer Nabel gedetitet wird , bei zahlreichen
Exemplaren die deutlichsten Merkmale einer Wundfllche, d. h. eines
wirklichen Nabels tragt. I n diesen Fallen erscheint die erliabenc.
Stclle zugleich trichterartig , d. h. sie umgiebt eine kraterahnliche
Vertiefung oder Hiihlung, welche allerdings, ebenso mie ihr erhabener Rand, vielfach als einfache, mehr flache Narbe erscheint. Fast
regelmassig wird jedoch eine Discontinuifit , d. h. eine rundliche
Unterbrechung des Gewebes der Samenhaut wahrgenommen, und es
hangen der Narbe mehr oder weniger deutliche Rudimente des
urspriinglich vorhandenen Funiculus an. Nur Husserst selten aber,
d. h. nicht einmal in 1 von I00 Fallen, tritt auch bei der Handelsdroge an jener centralen Stelle das untriigliche Merkmal ihrer morphologischen Bedeutung hinzu, d. h. ein mit der Narbedache organisch verbundenes kfirzeres oder langeres (hijchstens 5 mm messendes) Stuck des eingetrockneten Nabelstrangs ; derselbe ist von gusserst
zarter Beschaffenheit , vom Hilum leicht abtrennbar und fehlt daher,
wie auch Dunstan und Short in einer brieflichen Mittheilung an den
Verf. hervorheben, bei der Handelsdroge in Folge mechanischer Einfliisse so gut wie ganz, wahrend er bei sorg%ltig eingesammelten
und getrockneten Samen, wie z. B. bei den von ihnen untersuchten, direct aus Ceylon erhaltenen Proben, wenigstens theilweise
erhalten bleibt. Niemals gelingt es, an der von Berg und Schleiden
als Hilum bezeichneten erhahten Randstelle den kleinsten, als Nabelstrang zu deutenden Anhangsel zu entdecken, wie auffdlig auch die
Erhabenheit an und fiir sich sein magB
1) Die betreffende Stelle lautet: ,,On some of the Ceylon seeds the dried
romains of the funiculus still remain attached to the hilum in the ccntre,
but we have not been able to iind it so in auy of the commercial specimens,
probably because they have been less carefully handled. The funiculus is
also figured in Dr. Ondaatje's coloured drawings, just as in our woodcuts,
see Pharm. Journ. (3). XV. 1."
2) Durchaus analoge morphologische Vorhaltnisse zeigen dic strychninfroieu, in Indien seit atester Zcit nnter dem Sanslirituainen ,,Kataka" als
E. Schaer, Pharmakognostische Verhaltnisse der ,,Nux vomica'L. 783
LI.
Andererseits unterstutzen und bestatigen, wie mir scheinen will,
die mikroskopischen Beobachtungen an gewijhnlichen , noch mit Nabelstrang - Ueberbleibseln versehenen Krahenaugen , sowie an einigen
aus Herbarium- Friichten durch Maceration herauspraparirten Samen
mit anhangendem Funiculus die Ergebnisse der makroskopischen
Priifung in allen Theilen. Der zarte Nabelstrang mit seinen fibrovasalen Bestandtheilen tritt durch die geschilderte trichterfijrmige
Liicke der Haarbekleidung der Samenhaut hindurch, trifft auf die
diinne innere Samenhaut und verbreitet sich in derselben unmittelbar, radial und horizontal ausstrahlend, und daher in dem unmittelbaren Umkreise der Nabelstelle, aber auch nur in diesem, durch
zahlreiche in der Richtung der Samenflache verlaufende Gefassbiindel erkennbar. Die Samenhaut und aussere Endospermschicht sowohl
an der centralen Stelle der gegeniiberliegenden Samenflache, wie
namentlich an der bisher als Nabel betrachteten randsfindigen Erhabenheit dicht am Wiirzelchen des Embryo zeigen keinerlei auf die
Nabelstrang - Gefkssbundel hinweisenden Spiralgefasse , ebensowenig
wie die quer durch die sogen. Raphe gefiihrten und vom Rande
nach der Mitte des Samens zu wiederholten Schnitte durch Endosperm und umgebende Samenhaut, mit Ausnahme der nahe am Centrum d. h. am wirklichen Hilum gelegenen Partien, welche eben in
die strahlenfijrmige Verbreitungszone des Nabelstrangendes fallen.
Hier werden sowohl die vertical wie die parallel zur Samenflache
gefiihrten Schnitte dieselbe Lage der fibrovasalen Elemente aufweisen
miissen, wie sie schon Berg1 beobachtete, als er in unmittelbarer
Nrihe der (als Chalaza gedeuteten) Centralstelle den Querschnitt der
sogen. ,,Raphe " d. h. des erhijhten Streifens untersuchte. Bus der
Begriindung seiner Ansicht geht hervor, dass man sich damals vorstellte, es miisste bei einem ,,Semen peltatum" das Gef&ssbiindeldes Pupiculus sich in der Axe seiner Insertion weiter in den Samen fortsetzen.
Klarungsmittel fur Wasser benutzten Samen von Strychnos potatorum, welche
bedeutend kleiner , von abgeplattet - kugeliger Gestalt sind und nicht das
flach-knopfformige Aussehen der Nux v. besitzen, daher auch mit diesem
officinellen Samen nicht verwechselt werden konnen. Dieselben werden
unter ihrem neuen indischen Dialektnamen Nirmali " in unreifem Zustande
als Conserve, in ausgereifter Form als Emeticum, sowie gegen Augenubel
verwendet und sollen, nach Angabe der ,,Pharmacop. of India" uberdies auch
gegen Diabetes mellitus geschatzt sein.
1) S. dessen anatom. Atlas zur pharm. Waarenkunde: Sem. Strychni.
784
E. Schaer , Pharmakognostische Verhatnisse der
,,Nux
vomicakL.
Noch deutlicher tritt der Charakter der centralen Stelle als
Anheftungspunkt des Nabelstrangs bei den aus Friichten entnommenen,
allerdings noch nicht ganz aiisgereiften Samen hervor , nicht nur,
weil relativ griissere Stucke des Funiculus am Samen haften bleiben , sondern weil besonders die trichterfijrmige Erhebung der Haarbekleidung, welche durch eine an dieser Stelle mehr vertikale Richtung der Haare ermijglicht wird, und die an der Basis des durchtretenden Nabelstrangs ebenfalls leicht trichterfijrmig aufsteigende
Samenhaut die Verhkltnisse klar legen. Bus der Vergleichung mijglichst zahlreicher Samen in verschiedenem Reifezustand , zumal aus
dem vollsthdigen Fehlen von Gefassbiindelelementen in den dem
Samenrande genaherten Theilen des Nabelstreifens (Raphe) ergiebt
sich im Weitern die hohe Wahrscheinlichkeit der von Oudemans u.
Andern , in neuester Zeit von Radlkofer vertretenen Ansicht , wonach
ein Nabelstreifen uberhaupt fehlt und die als Raphe gedeutete leicht
gewijlbte oder leistenartige Erhebung des Gewebes durch die Lage
des zwischen den beiden flachen Eiweisshalften befindlichen und mit
der Leiste parallel verlaufenden Keims bedingt ist.
III.
Endlich legt aber auch das Ausselien der noch in der Pulpa
der Frucht eingeschlossenen Samen, das Verhalten der Nux vomica
bei der Maceration behufs mikroskopischer Untersuchung und die
1) Oudemans (in s. Handleiding tot de pharmacognosie, Haarleni 1865.
p. 243) bemerkt iiber dss hilum und die angebliche raphe des Strychnossamens Folgendes: ,,In? mitten der holle zijde ligt de min of meer uitpuilende navel, terwijl men ergens a m den rand eenc andere klcine verlievenhcid waarneemt, die als de gezwollen rand der micropyle behoort te worden
aangenierkt. Tusschen den navel en dat micropylepropje ('t welk door velo
schrijvers ten onrechte als eene ,,chalaza" beschreven is geworden) loopt
dikwerf eene verheveu fijn, die echter niets met eene zaadnerf (raphe)
gemeen heeft." Dieser Ausfiihrung muss sich der Vortragende nach seinen
Beobachtungen vollkommen anschliessen.
2) An dieaer Stelle des Vortrages erfolgte die Vorweisung verschiedwer
in Weingeist gelegter Proben theils unversehrter theils zerlegter Brechnusse
von besonders charakteristischer Beschafienheit , wie anch einer Anzahl mikroskopischer Schnitte. Diese zur Illustration der vorgetragenen Auffassung dieiienden mikroskopischen Priiparate wurdcn von Hrn. cand. pharm. Schlipfer
in Zurich mit dankenswerthem Fleisse hergestellt. Demselben verdanke ich
auch die Betheiligung an der Prufung einer grossern Menge von Exempiaren
kaufliclier N u x vomica.
,
E. Schaer , Pharmakognostische Verhaltnisse der ,,Nuvomica".
785
Beschaffenheit der Oberflbhe bei lnaiiclien kauflichen Proben eine
nochmalige genauere Priifung der morphologisehen Bedeutung der
bekannten Haarbekleidung der Nux vomica nahe, iiber welche bekanntlich schon friiher Meinungsdifferenzen bestanden. Der bisherigen
Xeinung, dass die Haarbekleidung der Nux vomica eine Epithelialbildung sei, welche die darunter liegende sehr dunne braune Samenhaut bedecke, stellte sich eine andere, u. A. auch von Radlkofer
i n seiner Abhandlung vertretene Auffassung gegeniiber , wonach die
eben erw&hiite , das Endosperm bedeckende und der Haarschicht
enge anliegende Haut die innere Samenhaut , die Haarschicht dagegen die aus haarfiirmig gewordenen im Uebrigen dicht verbundenen
Zellen bestehende aussere Samenhaut , gewissermaassen eine fdzartig
modificirte Testa darstellt. Diese letztere Ansieht scheint nicht allein
durch die mit bewaffnetem Auge leicht wahrnehmbare Struktur der
Haarschicht d. h. die gewebeartige dichte Anordnung der unten verdickten , netzartigen eineelligen Haare nahegelegt , sondern auch durch
den Umstand, dass bei Behandlung der Samen mit alkalischen Flussigkeiten die Haarbekleidung weit entfernt , sich zu desaggregiren,
vielmehr als eine der Form der Niisse genau entsprechende dichte
lederartige Haut , mit der diinnern innern Samenhiille verbunden, sich
abliist und erst durch weitere mechanische Trennung in ihre Elemente
zerlegt werden kann. Nicht selten bedeckt ein uber einzelne Theile
der Samen , besonders uber die centrale Nabelregion hin gezogenes
diinnes helles Hautchen die seidenglinzende Oberflache und ertheilt
oinem entsprechenden Theile des Samens , oft auch der ganzen Nuss
ein vollkommen mattes Aussehen, welches geradezu als Merkmd
einzelner Handelssorten gelten kijnnte. Eine nahere Untersuchung
wird lehren miissen, ob diese hautigen Belege einzelner Nusse Init
,
,
I) Die in Radlkofer's erwahnter Abhandlung uber die Haarbekleidung
der Nux voinica handelnde Stelle lautet : ,,So besitzen alle Strychnos- Arten
eine eigenthiimliche Schichte unter der Oberhaut gelegener Zellen der Sanienschale, welche sich nach der Ablosung der Oberhaut unter Auseinandertreten leicht zerfasern und ganz allgemein zum Erstaunen dessen, der sie
einmal des niihern untersucht hat, als ,,Haare" beschrieben werden." Oudemms (1. c.) macht uber die Haare der N u vomica folgende Bemerkung:
,,Deze haartjes zijn , blijkens mikroskopisch onderzoek, in de lengte uitgerekte
netcellen, die dit bijzondere hebben, dat de hoofdvezels van het net in de
lengte en niet in de breedte loopen. Onder d e h a a r l a a g ligt nog eene
andere v l i e z i g e laag; t e zamen maken d e z e beide lagen de zaadh u i d uit."
&Oh. d, P-.
XXUI. Bds. 20. Eft,
63
786
E. Schaer, Pharmakognostische Verhiiltnisse dcr , , N u vomica'c.
einer diinnen schleimigen Haut ubereinstimmen , melche bei Maceration geijffneter trockener Friichte nach Entfernung der fibriisen Pulpa
an den Samen dicht anschliessend haften bleibt und als dunnes
Epithel abziehbar ist (vielleicht die wirkliche Epidermis 3). Diese
Frage miige jedoch der Botaniker als competenterer Richter an der
Hand frisch bezogenen Materiales entscheiden , ebenso wie auch die
Bedeutung einzelner morphologischer und chemischer Versehiedenheiten bei der Nux vomica cles Handels noch niher zu erwlgen sein
wird , um dereinst die Einheit oder Verschiedenheit der botanischen
Abstammung der Droge festzustellen. In dieser Richtung miige ziim
Schlusse noch die Beobachtung des Vortragenden erwiihnt werden,
dass eine Nux vomica-Art, welche auf den Cotyledonen 7 deutliche
Adern zeigt , bei Behandlung mit Alkali bleibend dunkelbrann gefirbt
wird, wahrend ein anderer Typus mit nur 5 deutlich entwickelten
Adern bei derselben Rehandlung constant eine relativ helle Parbung
beibehiilt.
N a c h s chrift. Wiilwend des Druckes dieses Ende September,
nach der Versammlung in Strassburg, an die Archiv-Redaction abgesandten Aufsatzes erhielt ich durch die Freundlichkeit des Herrn
Prof. Dr. Fluckiger einige frische, direct aus Indien (Bombay) bezogene Strychnos - Friichte , deren Untersuchung selbstverstandlich fur
die Erledigung der beriihrten Fragen von besonderer Bedeutung ist.
Dieselben entsprechen im Allgerneinen durchaus der von Dunstan
und Short (1. c.) gegebenen Beschreiburig der morphologischen Merkmale der Ceylon -Nux vomica. Die kugelrunden Friichte schwanken
1) Es bedarf kaum der Erwahnung, dass der Verf. weit entfernt ist, die
hier vorgetragenen Ansichten schon jetzt als niaassgebend betrachtet wisson
zu wollen, um so mchr, als er bis zur miindlichen Mitthoilung dieser Arbeit
in Strassburg noch nicht in der Lage war, dirckt bezogene und f r i s c h cons ervi'r t e Strychnossamen mit zugehorigen Fruchten zu untersuchen. nass
iiberhaupt die genauere pharinakognostische Beschreibung der Nux vomica
einige Schwierigkeit bietet und die Gefahr irrthumlicher Schlussfolgerungen
besonders nahe legt, wird durch die Divergenz der Meinungen unter hervorragenden Pharmakognosten wohl genugsam bewiesen. Immerhiu schien
es wiinschenswerth, namentlich in1 Hinblick auf eine dereinst zu erhoffende
neue Bearbeitung des trefflichen anatoniischen Atlasses von Berg die gewonnenen Ergebnisse mitzutheilen, darnit solche yon coinpetenteren Fachgenossen
erwogen und wenn nothig durch noch scharfere Beobachtungen beiichtigt
verden konnen.
E. Schaer, Notizen uber ,,Nuces caryophyllatae".
787
in ihrem Durchmesser yon 2 5 - 35 cm nnd elithalten 2 bis 3, von
einer weisslichen fibrijsen Pulpa dicht eingeschlossene Samen , welche
noch nicht vollkommen ausgereift sind. An denselben ist die gew6hnlich als ,,Raphe '' bezeichnete Leiste nicht zu bemerken , dagegen
wohl die als eine stumpfe Spitze erscheinende Erhabenheit an der
Randzone uber der micropyle. Ich begnuge mich damit, an dieser
Stelle zu constatiren, dass die hinsichtlich der Anheftung des Nabelstranges und der daherigen Lage des hilum geschilderten Verlialtnisse auch bei diesen frischen Samen vollsthdig zutreffen und dass
uberall die erwahnte trichterfijrmige oder stumpfartige Erhabenheit
der Samenhaut an der c e n t r a l e n Insertionsstelle des funiculus
deutlich hervortritt. Mit diesem Materiale wird, wie ich hoffe, auch
die Frage nach der morphologischen Bedeutung der Haarschicht
sicherer als mittelst der officinellen trockenen Droge zu entscheiden
sein. Z u r i c h , pharm. Abtheilung d. eidg. Polyt., October 1885.
Notizen uber ,,Nu088 caryophyllatae''.
Ton Ed. Schaer in Ziirich.
(Nach einer Mittheilung in d. pharm. Section d. d. Naturf.-Vers. in Strassburg.)
In der friihern Pharmacie wurde unter dem Namen ,,Nuces
caryophyllatae" eine Droge verwendet , welche jetzt noch zuweilen
in den Torrathen alter Apotheken und Spezereihandlungen, wenn auch
im Ganzen selten, getroffen wird und von der eine Probe, aus einer
alten kleinen Drogerie in Ziirich, vorgewiesen wird. Es sind diese
sog. Nelkenniisse die Friichte einer in Madagascar einheimischen
Lauracee ,,Ravensara aromat. Sonnerat (mit den Synonymen: Evodia
Ravensara Gartner ; Agathophyllum aromat. Willd. ; Evodia aromat.
Lmk.) , welche in ihrer Heimath seit Engerer Zeit als Gewiirzpflanze
bekannt zu sein scheint, da nach Baillon und friihern Autoren auch
Rinde und BYatter verwendet werden.
Hinsichtlich der Geschichte der Droge ist zu bemerken, dass
dieselbe kurze Zeit nach der um die Mitte des 17. Jahrhunderts
erfolgten Ansiedelung der Franzosen auf Madagascar zunlichst durch
Vermittelung des franzijsischen Handels nach Europa gekommen sein
muss. Die ersten niiheren Nachrichten finden sich bei franzasischen
Autoren, so bei Pomet in 8. bist. gen, des drogues 1694, wo bereits
63 *
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