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Ueber einige Stickstoffverbindungen des Anthrachinons.

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Ceber einige 8tiokstoffoerbindungen des Anthrachinons.
219
A n h a n g z u P f 1a n z e 11w a c h s.
Ps e u d o s t e a r o p t e n e v o n K1 o t z s c h.
Es gehoren hierher der A 1y x i a - K a mp h e r aus Alyxia
aromatica Reinw., der Ge r a n i u m k a m p h e r BUS Pelargdnium odoratissimum Aiton , das C u m a r i n (Tonkakarnpher)
aus Tonkabohnen , Melilotus officinalis L. und dem Ruchgras,
Anthoxanthum odoratum, endlich der A u r i k e l - o d e r P r i m e l k a m p h e r aus Primula Auricula L. auf der Aussenseite
der Aurikel als rnehlartige , trockne Substanz erscheinend ;
loslich in Weingeist, daraus krystallisirend ; ron schnittlauch und fenchelartigem Geschmack und Geruch. (Bericht d. Acad.
d. Wiss. zu Berlin 1851 , S. 751-752.
Daraus im Chem.
pharm. Centralblatt 1852, S. 135 -136.)
Diese Stoffe unterscheiden sich durch ihre Fluchtigkeit
VOIU Harz und Wachs und durch ihre ziemliche Loelichkeit
in Wasser von den Gamphoren.
Auch auf der Unterfliiche der Wedel von C e r o p t e r i e
(Link), einer Untergattung von G y m n o g r a m m e (Dew.),
befindet sich ein mehlartiger Ueberzug, der k e i n W a c h s ist,
nondern ein solches Pseudostearopten. Dieses kryst. aus Alkohol in Nadeln und vierseitigen Prismen mit schragen Spitaen.
(K1o t z s ch.)
Ueber einige Stickstoffverbindnngcn des Anthrachinons.
Von Rud. B o t t g e r und T h e o d o r P e t e r s e n . * )
1. ~ z ~ ~ ~ - ~ i ~ i t cr1 4~1 1~y ~~0 9 t2 02.
i r r ~ ~ ~ i ~
Das Anthrachinon widersteht den Osydationsmitteln
Susserst energisch; so ist es bis jetzt nicht gelungen, durch
*) Als Separatabdruck aus d. Ann. Chem. Pharmacie, November 1871.
von den Hrn. Verf. erhalten und hicr etwas gekiirrt
(mit Hinweglassung der analytiachen Belege, dio man in d. citirten Annalen flndet) aufgenommen.
E. L.
160, 145-160
220
Ucber oinige Stickatoffverbindungen den Anthruehinons.
Behandlung desselben mit sehr concentrirter Salpetcwiiurc
ein nitrirtes Derivat ZII erhalten, was bei der grossen Stabilitdt dieses Xorpers, welche die G r a e b e - L i e b e r m a n n ' sche Auffassung so deutlich macht, ganz erklarlich erscheint.
Dahingegen kennt man schon seit einiger Zeit ein Dinitroanthrachinon , welches beim Behandeln von Anthracen mit Salpetersaure neben Anthrachinon entsteht. A n d e rs o n hatte
cs zuerst unrein unter Handen, F p i t z s c h e im reinen Zuslande und bezoichnete dasselbe wegen seiner Eigenschaft, mit
vielen k'ohlenwasserstoffeu charakteristische, haufig in schonen
violetten Tafeln zu erhaltende Verbindungen einzugehen,
als ,,It e a c t i f." ( ,,R eage n s a u f R o h 1e n w a s s e r s t of fe.")
Ein anderes d i n i t r i r t e s A n t h r a c h i n o n entsteht leicht,
wenn Anthrachinon niit concentrirter Salpeterschwefelsaure
oder die beim Erwarmen dcs Anthrachinons mit concentrirter
Scliwefelsaure erhaltene Anthrachinondisulfosiiure niit Salpeter8;iure hehandelt wird. Es wiederholt sioh hier die neuerdings
mehrfach beobachtete Reaction, dass die Schwefelsauregnippc
durch Salpetcrsaure eliminirt und durch NOe ersetzt wird.
Auch diesen Korper hat F r i t z s ch e (Journal f. pract.
Chem. 106, 287) schon beobachtet, ohne ihn indessen niiher
untersucht zu haben; der Eine von uns (Jaliresbcricht des
pliysikalischen Vercins xu Frankfurl a/M. 1868 - 69, 78; und
Journal f i r practische Chemie 110, 130. Hier wurde dessen
Zusammensetzung zuerst angegeben) Seschiiftigte sich spater
mit demselben, und neuerdings fuhren ihn G r a e b e und L i e b e r m a n n (Rerichte d. deutwh. chem. Gesellsch. 1870, 111,
905) als Isodinitroanthrachinon auf. Analysen sind bis jetzl
nicht bekannt geworden, die unsrigen fiihren zu der Formel
C14H6NY06 = C14H6(R0*)YOY.
Der T h e o r i e n a c h s i n d n i c h t w e n i g e r a16 1 6
is o u1 e r e z) i n i t r o a n t h r a c h i n o n e m o g l i c h. Der vorliegende Kbrper liet'ertc ofter mehre von uns untersuchte
Abkommlinge desselben leichter und mit sohmelzendem
Aetzkali A l i z a r i n .
Wir nennen ihn Alpha -Dinitroantlirachinon uiid hezeichnen die disubstituirten Anthrachinonc
in der Alizarinstellung ebenfalls mit A l p h a wie der Eine
Ueber einige Stickstofverbindungen dee Anthr&chinon$.
221
von un8 bereits in den Ber. d. deutsch. chem. Ges. 1871, IV,
303 zn thun Gelegenheit nahm.
Zur Darstellung unserer Verbindung wird reines Anthrachinon in einem Uebermaass von englischer Schwefelsaure und
concentrirter Salpetersaure (1,50) - wir wandten gleiche
Maasstheile beider Sluren und von diesem Gemenge beilaufig
16 Theile auf 1 Theil Anthrachinon an - unter Erwarmen
aufgelost. Die Verbindung bildet Rich leicht ; zur vollstandigen Ueberfuhrung mag eine Zeit lang bis zum Aufkochen
erwarmt werden.
Die braungelbe Fliissigkeit wird in eine grossere Menge
Wasser geschiittet , wobei der Nitrokorper in hellgelben
Flocken sich ausscheidet, ohne Beimischung von Anthrachinon,
wenn mit gehoriger Aufmerksamkeit verfahren wurde.
Das A l p h a - D i n i t r o a n t h r a c h i n o n ist beinahe unloslich in Wasser, kaum loslich in Aether, sehr schwer loslich in
Weingeist uhd Benzol, etwas mehr in Chloroform und aus letzteren Losungsmitteln in kleinen kornigen, blassgelben, mikroskopischen Krystallchen zu erhalten. Die gefallten Flocken
stellen nach dem Trocknen ein leichtes, blassgelbes Pulver
dar , welches einigermaassen lichtempfinglich ist. Beim Erhitzen braunt sich die Verbindung, backt bei etwa 252O
zusammen und sublimirt in hoherer Temperatur in kleinen,
gelben bis braunlichen , gewohnlich etwas matten nadeiformigen Krystallen, wobei aber ein betrachtlicher Theil unter Verkohlung zersetzt wird ; bei raschem Erhitzen in der Flamme
brennt sie unter Abscheidung voii nicht ubermassig vie1 Kohle
ziemlich ruhig ab.
Sowohl die aus Losungsmitteln als auch die durch Sublimation erhaltenen grosseren Krystalle erscheinen unter dem
Mikroskop als monokline Prismen mit domatischen Endflachen,
liaufig etwas umgebogen, auch sageformig an einander gereiht,
kreuzformig oder zu schwalbenschwanzformigen Zwillingen
verwachsen.
Dieses d i n i t r i r t e A n t h r a c h i n o n verandert sich nicht
mit concentrirter Aetzkalilosung ; beim Schmelzen mit Aetzkali
wird aber unter theilweiser Verkohlung eine braune, nicht
222
tfeber einige Stickstoffverbindungen des Anthrachinons.
naher untersuchte huminartige Substanz, und daneben gewohdich
e i n e k l e i n e M e n g e A l i z a r i n gebildet. Dabei entwickelt
sich nicht allzu vie1 Ammoniak, sowie ein Gas, welches einen
glimnienden Spahn zu lebhafterem Ergliihen veranlasst.
2 . Alpha- Diamidoanthrachinon, C1*H6(H*N)ZOe.
Dass der soeben besprochene Nitrokorper mit Zink
iind Saizsaure eine rothe Losung liefert, fuhrt bereits
F r i t z s c h e (Journ. f. pract. Chem. 106, 288) an. Die Reduction der beiden Nitrogruppen des Alpha - Dinitroanthrachinons zu Amidogruppen geht in der That mit Hiilfe geeigneter Reductionsmittel leicht von Statten. Man kann 8ich zu
dem Ende des Zinns und der Salzsaure bedienen, besser einer
alkalischen Auflosung von Zinnoxydul (erhalten durch Eintragen von fein pulverisirtem Zinnchloriir unter starkem Urnriihren in ziemlich concentrirte Aetzkali - oder Aetznatronflussigkeit bis zur eintretenden starkeren Fallung non Zinnoxydulhydrat und darauffolgende Filtration), oder aber vermittelst
einer wasserigen Auflosung von krystallisirtem Netriumsulfhydrat, dem wir in vielen ahnlichen Fallen den Vorzug vor
dem Schwefelammonium gaben.
Uebergiesst man das Alpha - Dinitroanthrachinon in einer
Porcellanschale mit einer hinreichenden Menge von Zinnoxydulkali - oder Natriumsulfhydratlosung und erwarmt bis zum
Sieden, so wird zuerst eine tief smaragdgriine, dann blaugriine
Flussigkeit erzeugt, aus welcher sich bald lebhaft zinnoberrothe Flocken ausscheiden. Man unterhalt das Sieden noch
eine Zeit lang, lasst erlralten, filtrirt und siisst mit kaltem
Wasser BUS. Die voluminosen Flocken nehmen bei dem Bussiissen allmahlig Pulvergestalt an und schrumpfen beim Trocknen zu einer mehr blattrigen Masse noch starker zusammen.
Dieser Korper ist Alpha - Diamidoanthrachinon.
Dasselbe ist leicht und ohne starke Verkohlung sublimirbar. Nachdem es nemlich zu einer dunkelkirschrothen,
nach dem Erknlten einen griinliclien Oberfliichenreficx zeigen-
tJeber ehige Stiuketoffverbindungen dee Anthrechhons.
&&L29
den Fliissigkeit geschmolzen, sublimiren prachtvoll granatrothe,
feine, oft federartig vereinigte flache Nadeln mit griinlichem
Plachenschein, welche sich unter dem Mikroskop als lange,
rechtwinkelige , wahrscheinlich rhombische Krystalle (die beiden verticalen Pinako'ide mit der Endflache) damtellen. Sie
schmelzen bei etwa 2360, sublimiren aber schon unterhalb
dieser Temperatur.
Bei der Analyse wurden Werthe gefunden, welche zu
der nachstehenden Formel fuhrten :
C"H'ONeOa
==:
C14H6(HZN)80*.
Das Alpha - Diamidoanthrachinon lost sich sehr wenig in
Wasser, nicht allzu reichlich in Weingeist, Holzgeist, Aether,
Aldehyd, Aceton, etwas mehr in Essigather, ziemlich reichlich
in Chloroform sowie auch in Glycerin und Benzol, weniger in
Schwefelkohlenstoff. Seine Losungen besitzen eine hyacinth
bis himbeerrothe Farbe. Bus den Ptderischen Losungsmitteln
kann es in kleinen Kyatallen erhalten werden. Concentrirte
Schwefelsaure lost u s e r Diamid mit braungelber Farbe, beim
Verdunnen mit Wasser scheidet es sich wieder unveriindert
in rothen Flocken aus. Conc. HC1 und NO6 sind nicht so
gute Losungsmittel. Verdunnte Schwefelsaure, Salzsaure
und Salpetersaure losen davon nur wenig ;aus diesen Losungen
611t die Verbindung allmahlig wieder pulverig heraus. Dieses
Amid eeigt uberhaupt nur einen schwach basischen Charakter.
-
Versucht man, dasselbe in vollkommen trockenem Znstande 'in einer Porcellanschale durch Reiben fein zu pulvern,
so erweist sich jedes Stiiubchen davon so stark electrisch
und den Innenwanden der Schale anhaftend, dass man nicht
im Stande ist, es ohne Verlust daraus wieder zu entfernen.
(Auch andere Korper der Anthracengruppe werden beim Reiben stark electrisch, z. B. das Anthrachinon.)
Beim V e r s c h m e l e e n d e s Alpha-Diamidoant h r a c h i n o n s m i t a t z e n d e m A l k a l i w e r d e n betrachtliche Mengen von Alizarin erzeugt.
224
3.
beber einige Stickstoffverbindungen dee Anthrschinons.
Verhalten des Alpha-D~midoanthrachinonsgegen salpetiige
S&ure.
In mehrfacher Hinsicht musste es von Interesse erscheinen, unser Diamidoanthrachinon zn azotiren , namentlich desshalb, wed in der Anthracenreihe noch kein Azoderivat bekannt
ist , ferner weil Azoverbindungen von Diamiden uberhaupt
noch wenig untersucht sind , besonders aber auch desswegen,
weil vermuthet werden durfte, d a s s e i n a z o t i r t e r A b kommling eines disubstituirten Anthrachinons
in d e r Alizarinstellnng leicht und reichlich Aliz a r i n zu l i e f e r n i m S t a n d e s e i n wiirde.
I n saurer, wasseriger Losung erschien die Szotirung des
Amides wegen seiner geringen Aufloslichkeit in verdiinnten
Sauren unthunlich , auch eine concentrirte saure Losung
Mhrte nicht zum Ziele. Wir benutzten desshalb zunachst den
Alkohol.
Leitet man in die alkoholische Auflosung des AlphaDiamidoanthrachinons einen Strom salpetriger Same , so
geht die hyacinthrothe Farbe der Fliissigkeit unter Abscheidung einzelner branner Flocken bald in eine violette uber und
bei langerem Einleiten farbt sich die Fliissigkeit braunlichgelb; auf Wasserzusatz fallen dann hellgalbe Flocken, die
nichts anderes sind als regenerirtes Anthrachinon , Antheilr:
des Diamids enthaltend, wenn die salpetrige Saure nicht
lange genug eingeleitet worden war, dann auch rothlichgelb
mit Wasser fallend. Eine ansehnliche Menge des hellgelben,
Aockigen Niederschlages wurde der Sublimation unterworfeii
und die erhaltenen hellgelben Nadeln sowohl ihren ausseren
Eigenschaften gemass, als auch durch die Analyse als A n
t h r a c h i no n befunden.
Ein besseres Resultat erzielte man beim Einleiten der
salpetrigen S h e in die Auflosung des Alpha - Diamidoanthrachinons in Aether, welches Losungsmittel jedoch keine
grossen Mengen des Amidu aufzunehmen im Stande ist. In
kireester Zeit scheidet sich bei dieser Operation eine dent
angewendeten Amid entsyrechende Menge cines xarten briiun-
Ueber einige Stickstoffverbindungen den Anthrachinons.
225
lichvioletten Pulvers aus , welches mit Aether gewaschen und
rasch an der Luft, eventuell noch im Wasserstoff- oder Kohlensiiurestrom getrocknet, der Analyse unterworfen wurde.
Die gefundenen Werthe pawen gut auf die Formel
C14H*H404.
Das analysirte Product war merkwiirdigerweise nicht nur
in Weingeist, sondern schon in kaltem Wasser mit prachtvoll rothvioletter Farbe ziemlich leicht aufloslich, dasjenige
von einer anderen DarRtellung bei etwas liingerer Einwirkung
der salpetrigen Same jedoch nicht mehr ganz in Wasser
loslich.
Auch diirch Einleiten von salpetriger Same in die Auflosung des Alpha -Diamidoanthrachinons in Essigather wird
dieser azotirte Abkommling ausgeschieden ; das erhalteni?
Product war ebenfalls ziemlich volldiindig in kaltem Wasser
aufloslich.
Reichlicher wie von den beiden vorgenannten Losungsmitteln wird das Alpha - Diamidoanthrachinon von Chloroform
aufgenommen. Bus dieser Auflosung schied salpetrige Saure
einen braunen Niederschlag ab , welcher in Wasser (sich
schon damit unter schwacher Gasentwickelung langsam verandernd) fast ganz unloslich, in Weingeist zum Theil mit
hellbrauner Farbe loslich war und bei der Analyse Zahlen
ergab, welche am Besten auf C 1 4 H 6 h T 6 0 6 zu beziehen sind.
Wird die wasserige (oder alkoholische) schon violette
Auflosung des 'ersten Azokorpers gekocht oder nur e h e Zeit
lang in der Hiilte atehen gelassen, so fillt unter Entfarbnng
nebeu einem nicht naher untersuchten braunen Zersetzungsproduct regenerirtes Diamid in rothen Flocken aus obne merkliche Stickstoffentwickelung; Hali farbt die violette Losung
eofort rothlichbraun und bald scheiden Rich rothlichbraune
Flocken aus, welche ebenfalls Diamid enthalten. Beim Uebetgiessen mit Aetzkali erfolgt Braunfarbung und massige Gasentwickelung, letztere ist bei dem aus Chloroform erhaltenen
Producte von der Znsammensetzung C14H6N606 weit heftiger, dasselbe entwickelt auch beim Stehen an der Luft oder
Arch, d. Pbrrm. IIJ. Reihe. 1.Bds. 2. Hn.
15
226
Ueber einige Stickstoffverbindungen des Anthrachinona.
im geschlossenen Gefasse fortwahrend salpetrige Dampfe, wesshalb selbst die mit frisch bereitetem Material . ausgefuhrte
Analyse offenbar den unserer Formel entsprechenden Stickatoff nicht ganz liefern konnte. Beide Azokorper, namentlich
der zweite, sind ziemlich leicht veriinderlich, bilden sich aiich
leicht nebeneinander , woraus sich die etwas abweichenden
Zahlen der Analysen von verschicdenen Darstellungen wohl
erkliiren.
Der am reinsten aus Aether erhaltene Korper Cl4H!JY4OOn
ist offenbar ein nur theilweise azotirtes Amid und wird unter
Beriicksichtigung der leichten Ruckbildung in den Mutterkorper schon durch Wasser wohl am Besten als Alpha-Dinitrosoamidoan thrachinon
(
C14H6 N{Zo)*O
*
aufgefasst,*) kann auch als Alpha --Dioximidoamidoanthrachinon
oder als A l p h a - T e t r a a z o a n t h r a c h i n o n h y d r a t
C14 l i G ( N Z. O B ) a O e betrachtet werden. Beim Erwarmen
(68O leobachtet) zerlegt sich der Korper plotzlich unter
schwacher Verpuffung und reichlicher Ausscheidung von voluminiiser Kohlc.
Der zweite , aus Chloroform fast rein erhaltene, beim
Erwarinen noch etwas heftiger explodirende, bei liingerer
Einwirkung der salpetrigon Saure auch neben dem ersten
gebildete Abkommling C14H6N606 ist starker azotirt und
wird in Uebereinstimmung mit der beobachteten Abgabe von
Ralpetrigen Diimpfen als A l p h a - T e t r a a z o a n t h r a c h i n o n n i t r i t C14HC(N2. N 0 2 ) e 0 2 formulirt werden diirfen. Die
Bildung der beiden Azoderivate des Alpha - Diamidoanthrachinons l L s t sich dann durch folgende Gleichungen ausd riicken:
C14HG(I12")s04 + 2NHOs = C14H6(Ns. OH)*OZ + 2 H e 0
C'JHG(KZN)202+ 4NHOZ C'4H'(Ne. NOs)*O* + 4H40.
-1
Ueber einige Stickstoffverbindungen dos Anthraetinona.
227
Der Stickstoff dieser Aeokorper ist fester gehalten wie
bei ahnlichen Verbindungen des Bcnzols und Phenols; denn
beide liefern nicht mit Wasser und wiisserigen Alkalien, wohl
aber mit schmelzendem Aetzlcali oder einer sehr concentrirten Losung des letzteren unter starkein Aufschiiumen verhaltniesmassig reichlich das entsprechende Dihydroxylat , d. i.
A 1 i za r in. Beim Kochen mit Weingeist und Salpetersaure
entsteht neben anderen Zerseteungsproducten mehr oder weniger Anthractrinon.
Beim Einleiten eines kraftigen Stromes salpetriger Saure
in die Auflosung unseres Diamids in Essigather fand einmal
die Ausscheidung eines braunen harzigen sticketoffreichexi
Xorpers statt, welcher schon beim Reiben unter Ansscheidung
von vie1 voluminoser Kohle heftig explodirte. Bei der Verhrennnng , welche indessen auch bei grosser Vertheilung der
Substanz etwas stiirmisch erfolgte , ,wurden Zahlen erhalten,
welche auf A l p h a T e t r a a z o a n t h r ac h in o n n i t r a t
C*4Hg(N*.NOS)*O* nicht unpaseend erscheinen.
8
-
4.
Veriialten des Alpha - Dinitroanthrachis gegen concentrirte Schwcfelsiiure.
Bei Einwirkung von concentrirter Schwefelsaure auf unser
Dinitroanthrachinon in der Warme entsteht ein eigenthiimiicher violetter Farbetoff in reichlicher Menge. Zu dem Ende
wird das Alpha- Dinitroanthrachinon in einem Uebermaass
(16 bis 18 Th.) englischer Schwefelsaure unter Erwarmen
aufgelost. Bei ungefahr 200° beginnt eine nicht eu starke
Entwickelung von schwefliger Saure, dabei wird die anfangs
gelbbraune Flissigkeit tief braunroth Die Reaction wird nun
etwas heftiger, m a entfernt daher eine Zeit lang die Warmequelle, erwarmt dann aber langsam weiter, bia die Flussigkeit zur Ruhe gekommen ist, und die schweflige Saure sich
zu entwickeln aufgehort hat.
Man liisst die Masee sich etwae abkiihlen und schuttet
Aie dann in kaltes Wasser, wascht die ausgefallenen dunkelbraunrothen Flocken sehr gut mit Wasser aus, lost in ver15 *
228
Uebet einige Stickatoffverbindnngen den Anthrachinons.
dunnter Kalilauge (oder Ammon) , Gllt die tief blauviolette
Fliissigkeit wieder mit Schwefelsaure, oder Salzsaure, wiederholt diese Operation noch ein oder zwei Mal, nimmt zuletzt
in Weingeist auf nnd lasst die weingeistige Auflosung verdunsten. Hierbei scheidet sich der Farbstoff in dunkelvioletten kornigen Aggregaten, oder in violettbraunen, metallisch
glanzenden Krusten ab. Bei diesem Reinigungsverfahren
bleibt eine gewisse Menge schwarzer Materie und auch etwas
in verdunnten Alkalien schwer loslichcn Farbstoffes , der in
concentrirtem Alkali sich rnit noch mehr blauer Farbe lost,
zuriick.
Derselbe Farbstoff kann, wenn auch nicht so leicht rein,
aus Anthrachinon direct erhalten werden, wenn man dasselbe
mit einem Uebermaass von englischer Schwefelsaure (16 bis
18 Th.) und wenig Salpetersaure (1 Th.) in der Warme
behandelt; eine Reaction, welche H. G u t z k o w im Laboratorium des Einen von uns schon vor langerer Zeit beobachtete, deren neuerdings auch G r a e b e and L i e b e r m a n n
Erwahnung thaten.
Dieser eigenthiimliche Korper ist ein wenig mit pfirsichbluthrother Farbe in .Wasser, leicht in Alkohol, Aether,
Essigiither , Chloroform, Glycerin, schwerer in Benzol mit
prachtvoll rothvioletter Farbe aufloslich ; er scheidet sich aus
diesen Auflosungen beim langsamen Verdunsten krystallinisch
kornig violettroth, beim schnelleren Verdampfen , namentlich
aus Weingeiet, in violettbraunen, wie gewisse Goldkafer metallisch glanzenden Krusten ab. Concentrirte Eseigsiiure lost
ihn rnit schon fuchsinrother , concentrirte Schwefelsaure rnit
tief hyacinthrother, Alkalien, auch Ammoniak (weniger lebhaft), rnit violettblauer Farbe. Er fdrbt Baumwolle auch ohne
Beize violett. Bei der Behandlung mit Zink und Schwefelsaure oder anderen Reductionsmitteln tritt allmahlig Roth
oder Braunfiirbung ein.
Beim Erhitzen schmilzt der Korper zu einer violettrothen
Flussigkeit , darauf verbreiten sich rothviolette, eigenthumlich
riochende indigoartige Diimpfe, aber nur ein kleiner Theil
sublimirt violettroth krystallinisch , dae Meiste verkohlt bei
-
Ueber einige Stickstoffverbindungen des Anthrachinona.
Y29
der Sublimation. Mit schmelzendeln Alkali oder schon Nit
concentrirter Alkalilosung entwickelt sich unter Aufbliihen
reichlich Ammoniak ; die Masse bleibt lange violettblau, scheint
aber kein Alizarin zu enthalkn.*)
Das zur Analyse verwendete Material verschiedener
Darstellungen wurde bis zum Golistanten Gewichte zwischen
100 und 1200 getrocknet.
Die dabei erhaltenen Zahlen passen gut auf die Formel
~ 1 4 ~ 8 ~ 2 0 4 .
Der Eine von uns, welcher mit dem Studium dieses
Anthracenabkommlings noch beschafiigt ist , hat inzwischen
(Berichte d. deutsch. c,hern. Ges. 1871, I V , 301) aus gewissen Zefsetzungsproducten desselben den Schluss gezogen,
dass seine Constitution am Wahrscheinlichsten die eines
D i i m i d o d i h y d r o xy 1 a n t h r a c h i n on8 oder eines D i i m i d o a l i z a r i n s ist.
Auf gewisse Bemerkungen C. L i e b e r m ann' s (a. a 0.
230) beziiglich unserer ersten Publication iiber vorbeschriebene Verbindungen sind wir absichtlich nicht naher eingegangen , verf'ehlen jedoch nicht , ausdrucklich zu bestkitigen,
dass die betreffenden disubstituirten Anthrachinone in der
Kalischmelze leicht A l i z a r i n licfern. Analysen solchen,
natiirlich gehorig gereinigten Alizarins haben wir mehrfach
ausgefuhrt; zwei von einem Praparat ails dem ersten Azokorper mogen hier einen Platz finden.
1. Angewandt 0,2796 Grm. (gefallt, bei 110 big 120°
ausgetrocknet) : COe 0,7230; H 2 0 0,11890.
2.
Angewandt 0,2230 Grm. (sublimirt) : COP 0,5734;
H 2 0 0,0701.
*) Dabingegeri hat der Eine von una aus einem vermittelst salpetriger Same erhaltenen Zcrsetzungsproducl dioses violetten Farbkorpers
A l i z a r i n gewonnep. S. Ber. d. deut. ehem. Ges. 1871, LV, 301.
Ucber einige Stiokstofiurbindungen dee Anthraehinons.
830
Gefunden
w-
Berechnet
1.
2.
70,OO
70,42
3,33
26.67
3,55
70,13
3,49
7
cI4
HS
04
168
8
64
-
-
240 100,OO.
Wir haben auch das Absorptionsspectrum unseres Alizarins mit demjenigen anderer kiinsdichen Alizarine (von M e is t e r , L u c i u s und B r i i n i n g in Hochst und von G e s s e r t
in Elberfeld) und des natiirlichen verglichen und die genaueste
Uebereinstimmung gefunden.
Das von einem Spiegel reflectirte Sonnenlicht wurde bei
dem Versuch durch eiiie Cylinderlinse auf den Spalt des
Spectroscops concentrirt , nachdem es , der Vorschrift votl
S t o k e s eritsprechend , eine sehr verdinnte Au5osung von
Alizarin in kalischem Alhohol passirt hatte. Da wir die Xeichnutig von l ’ c r k i n (Ann. chem. Pharni. 158, 319) nicht ganz
gctniigcnd finden, so lnssen wir d w nllgcnrein&en lnterusses
w g e n dns von uns beobachtete Absorptionsspectrurn in graphiwher Darstellung folgen.
.i
D
1s
c
D
Eb
F
G
Nur im Roth , heilaiifig von Linie A bis C , findet keine
Absorption statt, die Lichtintensitat von A bis C ist daher
subjectiv starker geworden, am grossten ist sie zwischen B
und C. Die in unserem Sonnenspectrum kaum ,zu erkennende
Link A erscheint irn Absorptionsspectrum des Alizarins sehr
lsraftig. Den neueren Beobachtungen von K u n d t und C h r i H t i a n s e n bei Fuchsin, iibermangans. Kali u. a. gemass glauben wir die Ansicht K i i n d t ’ s auch hier vertreten zu sollen,
indem wir annehmen, dass die Wellenliingen der nicht absorbirten rothen Lichtstrahlen, durch die i n der Nahe stattfintlende Absorption beeinflusst, verkiirzt werden und die Linie
A desshalb vie1 deutlicher fur das Auge hervortritt. Das
Pillen
auB
Eiaenoxydul.
231
Absorptionsband hinter D ist etwa
breiter, aber nicht ganz
so dunkel wie das bei C. Auch wir beobachteten vor E ein
schwaches Absorptionsband, vor F endlich eine sehr schwache,
in der allgemeinen Dunkelheit sich verlierende Schattirung.
F r a n k f u r t a p . , October 1871.
Pillen aus Eisenoxydul.
Von W. E i r c h m a n n , Apoth. in Garding.
Vor etwa 10 Jahren combinirte ich auf Wunsch eines
mir befreundeten Arztes eine chemisch - rationelle Vorschrift
zu Eisenpillen. Diese Pillen haben sich seit der Zeit eine
grosse Beliebtheit , dort wo sie bekannt, erworben, dass ich
es fur niitxlich halte, die vorschrift weiteren Kreisen bekannt
zu machen.
1 Aequivalent krystallisirtes schwefelsaures Eisenoxydul
FeO, SOs 7 HO 13 Gr.
1 Aequivalent Mapesiunioxyd. (Magnesia usta) 20 Gr.
init Glycerin von officinaller Concentration zur Pillenmasse
angestossen.
Die Vorschrift wnrdc damals practisch vereinfacht und
lantete in Granen.
Rc. Porri sulfiiric. oxydul: 120 Gran,
20 Gran,
Magnes. ust.
GIycerini
15 Tropfen.
M. f. pilul. 60
Diesali Quantum bleibt auch beim gegenwartigen Gewicht
recht practisch. Die Pillen lassen sich ausserordentlich gut
verzuckern.
In Wasser gelegt, losen sich die l'illen alsbald auf und
hinterlassen einen Brei von Eisenoxydul. Da schwefels. Eisenoxydul und Bittersalz dieselbe Menge Krystallwasser erfordern, geben diese Pillen, ohne irgend einen Zusatz, eine echone
Masee.
+
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