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Ueber essbare und giftige Pilze.

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289
II,Nat-rrrgeschichte und Pharmakognosie,
Ueber essbare und giftige Pilxe.
Auszug aus den Vortriigen des Geheimralhes und
Professors Dr. G o p p e r 1.
P i l z e glaubt wohl Jedermann zu kennen; die Definition des Begriffes crber ist schwierig; sie wurdc sich
aus folgenden SItzen bilden: Pilze gehoren zu den Kryptogamen; es sind Qewachse ohne Blltter und Blattgriin,
wiewohl oft von sehr bunter Farbe; sie zeichnen sich
durch schnelle Entwickelung, aber auch durch grosse
Hinfdlligkeit aus (denn nur wcnige sind mehrjahrig); sic
kommen in steter inniger Beziehung zu organischen, in
der Zersetzung begriffenen Stoffen, oft auch ale wahre
Schmarotzer auf lebenden Thieren und Pflanzen vor. Die
Pilze finden sich in der Natur sehr verbreitet und wurden dies noch vie1 mehr sein, wenn sie nicht an die orgaiischen Zersetzungsprocesse gebunden waren. Ale Hauptgrundlage ihrer Entwickelung bediirfen sie einen gewisaen
Wlirmegrad, welder denjenigen uberschreitet, dessen die
anderen, ihnen niichststehenden Pflanzcnordnungen (Algen
und Flechten) benothigen. Ihre Zahl vermindert sich daher auffallend nach den Bergesgipfeln und den Polen hin.
Unter den Tropen giebt es viele und merkwiirdige Formen der Pilze. Wenn dieselben seither weniger beachtet
wurden, so geschah es wegen der Fulle der Schonheit der
iibrigen Vegetation, welche jeden Naturforscher unter den
Tropen fdr sich in Anspruch nimmt. In Deutscliland
ziihlte R a b e n h o r s t (1844) 4060 Species der Pibe, von
denen die Mehrzahl sich wohl auch in Schlesien findet.
Die llteren Nsturforscher hielten die Pilze fiic ein Product der Fgiulniss und verkannten ihre Entstehung aus
Arch. d.Phmm. CLVI. Bds. 3.Hft.
21
290
Ueber ecrsbare zind giftige Pike.
Samen. Wenn dieser Standpunct von der Wissenschaft
iiberwunden worden, so ist er es doch nicht auch von den
Laien. Der Waldbesitzer glaubt nicht dae Abfallen der
Bliitter, das Absterben der Bliume dep PiLen, sondem
Krankheitsprocessen, die diesen' vorangegangen, zuschreiben zu dtirfen; der Landmann furchtet bald von dieser
oder jener Witterung den Rost, welcher sein Qetreide verwiistet, und er ist nur echwer davon zu iibeneugen, dasu
der Rost ein s e l b s t s t i t n d i g e r , d e m S c h o p f u n g s z w e c k e b e n so g e n i i g e n d e r O r g a n i s m u s i s t , wie
er selber. - Die trefliche, alle diem Verhiiltniese durch
eigene Reobachtungen erliiuternde Schrift eines Oekonomen, Herrn Wirthschafts- Director Dr. K u h n , iiber die
Krankheiten der Culturgcwiichse, wird wohl endlich dazu
beitragen, naturgemiisse Ansichten zu verbreiten und dem
e w i g e n w is s e n s c h a f t e l o s e n Q e re d e uber dies Thema
ein Ende zu machen. Die meisten, namentlich die kleineren, Pilze leben gesellig, und jeden einzelnen hat die
Natur init einer nnendlichen Menge von Srrmen versehen,
wie wir dies 80 haufig bei Pflanzen wahrnehmen, deren
Entwickelung und Keimung, wie dies bei den Pilzen der
Fall, gewissen Schwierigkeiten unterliegt.
Nur wenn
diese Schwierigkeiten durch zufdllige Umsthde nicht
vorhanden sind, verbreiten eich daher die Pilze in jenen
gefahrlichen, wahre Epidemien hervorrufenden Mengen.
Unter dem Mikroskope sehen wir das kleine, winzige Samenkagelchen einen durchsichtigcn, wasserhellen Schlauch
treiben, der sich allmlllig verlitngert, verlstelt und auf
der Oberfllche allmhlig einen weissen Fleck bildet, in
welcher Form wir zuerst mit unbewaffnetem Auge das
Erscheinen eines Pilzes wahrnehmen konnen. Dieses zartastige Qebilde haben wir ale das Organ zu betrachten,
welches bei den Pilzen mindestens die Stelle der Wurzel,
bei den meisteu aber auch die Stelle des Stammes und
der Bliitter vertritt. Bald treten jedoch grosse Vertinderungen ein, denn nun handelt es sich um die Bildung des
Fr u ch t o r g a n II auf dessen Form die verschiedenen, von
-
,
Ueber essbure und gijlige Pilze.
291
einander sehr abweichenden ausseren Gestalten der Pilze
beruhen. Im Allgemeinen kommen die stets mikroskopischen Samen theils nackt am Ende solcher PilzfAden oder
Zellen, oder in Schliiiichen vor. Wirkliche miinnliche
Organe sind nach der Meinung dcs Vortragenden ohne
Zweifel vorhanden, und an dem Vorhandensein eines Refruchtungsprocesses kauin noch zu zweifeln. In den meisten Fallen bleibt das Gewebe der Pilze sehr locker, aus
leicht unter einander mit wasserigem Safte erfullten rohrigen Zellen zusammengesetzt ; seltener erscheint es derb,
wie beim Feuerschwamni, ohne jemals die Hiirte des Holzee der hoheren Pflanzen zu erreichen. Auch ihre Grosse
iat beschrankt; einige Fuss Liinge und Karper von 15,
20-30 Pfund Schwere ubersteigen sie selten. Die Natur
ersetzt diese Beschriinkung dnrch das Massenhafte des
Vorkommens. Die grosste raumliche Ausdehnung mochte
der Hausschwanim (Merulizls Zuciymans) erreichen, dessen
weit vemweigte Fiiden gewiss oft nur von einem einzigen
Individuum ausgingen und nur mit einem Fruchtkorper
in Verbindung stehen und ganz grosse Qebiiude anfullen.
Ihre chemischen Bestandtheile sind irn Allgemeinen noch
wenig erforscht, tobschon sie gewiss sehr interessant und
mannigfaltiger sind, als man ahnt. Ihre Gernchsverhiiltnisse sind verschiedenartiger, als in irgend einer andern Pflanzenfamilie ; einige riechen sauer, nndere rettigartig, bockartig, viele wie Knoblauch , kampferartig, metallisch, ranzig, wie frisches Mehl, fenohel-, anisartig,
obstartig, wie Leichen, alle wahrend der Verwesung ammoniakalisch. Hauptbestandtheil der Zelle nicht Cellulose, sondern ein mehr dem P%anzenschleinioder Bassorin
verwsndter Stoff, erstere nur schr vereinzdt nachgewiesen, dann in den Zellen stickstofialtige Substanzen, wie
Eiweiss, Kleber u. 8. w., daher die nahrende Eigcnschaft
der Pilze, Zucker (Mannit), Wachs, Fett, verschiedene
erdige und alkalische SaIze, aber auch scharfe und scharf
narkotische Stoffe, von letzteren die giftigen Wirkungen
der Pilze. Leider wissen wjr wenig Glenaues uber die
21 *
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Ueber essbare und giftige Pibe.
Giftetoffe der Pilze. Dies verhindert auch die Auffindung
geeigneter Gegengifte. J e d e P i l z v e r g i f t u n g ist namentlich wegen ihres sphten Auftretens, weil das Gift bereits
in die Verdauungsorgane iibergegangen, g e f a h r lich. Die
verschiedenen Symptome wurden angegeben. Das fast
allgerneine erete Gegenmittel bei Pilzvergiftung ist der
Genuss von Milch, auch Gebrauch einesBrech- oder Abfiihrungsmittels unbedingt erforderlich, wo moglich bald
arztliche Hiilfe zu erfordern. Ungeachtet der moglichen
Gefahr sind die Pilze vonjeher dooh ein beliebtes Nahrungsmittel. Die friihere Geschichte iiberliefert uns schon mehrere Vergiftungsfalle. Dem Tragoden Euripides starben
seine Frau und drei Kinder in Folge Pilzvergiftung, ferner
Kaiser Tiberius, Papst Clemens VII. u. s. w. Bei der
Schwierigkeit, die einzelnen Arten der Pilze zu erkennen,
hat man zu a l l g e m e i n e n K e n n z e i c h e n seinezuflucht
genommen, die sich iibrigens auch wenig zultinglich erweisen. - Verdiichtig seien Pilze von widrigem, fnulem
Geruch und scharfem zusamnienaiehendem Geschmackc.
Von dieser sonst ziemlich allgetlleinen Regel machen unscr
sehr giftiger F l i e g e n p i l z , der gar nicht unangenehm
schmeckt und die ungemein starkriechende, sber eesbare
T r i i f f e 1, eine entschiedene Ausnahme. - Trugeriecher
ist jedenfalls die Farbe. Nicht alle buntgefarbten Arten
sind giftig, aber zu vermeiden diejenigen (Boktue), welche
beim Einschneiden an der Luft ihre weisse Farbe schnell
in Blau veriindern. Das Beigeben einer Zwiebel beim
Abkochen und ihre angeblicbe Fiirbung fuhrt zu keinem
Resultate. Dass holzige, ahhe, von Insekten und Faulniss
angegriffene Pilze zu vermeiden, darf wohl kaum bemerkt
werden.. In i r g e n d z w e i f e l h a f t e n F a l l e n u n t e r lasse man d e n Q e n u s s und b e r u h i g e sich auch
nicht d u r c h v o r h e r i g e s B r i i h e n oder Einweichen
und Weggiessen dieser Briihe, obwohl schon allerdinge
bei der Loslichkeit dee scharfen Princips wenigstens ein
Theil desselben bei etwaiger eventueller Anwesenheit beseitigt werden diirfte. Einweichen in Salzwasser empfahlen
Ueber essbare und giftige Pilze.
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schon die Alten. - Wenn aber, was gar nicht so leicht,
die sichere botanische Bestimmung eines Pilzee erfolgt
ist, so ist damit noch nichkalle Gefahr beseitigt, wegen
der Unsicherheit und des Widerspruches, die bei verschiedenen Schriftstellern uber die Giftigkeit oder Geniessbarkeit
der Pilze obwalten. Es bleibt merkwiirdig, so sorgfliltig
man anch die diesfallsige Literatur mustert, dass sich fast
alle constatirten Fillle von t 8 d t lich e r P i l z v e r gi f t u n g
fast nur auf z w e i , hschstens vielleicht auf d r e i Arten
zuruckfiihren lassen, niimlich auf den Fliegenpilz (Agal
ricus muscariua) und den Agaricus phalloidea, allenfalls
vielleicht noch den A . emeticus.
Ein und dieeelbe Art
scheint zu Zeiten auch wirklich in verschiedenen Gegenden verschiedene Eigenschaften zu besitzen. Redner hebt,
unter Nachweis der Schwierigkeiten, welche sich fiir eine
wissenschaftliche Erforschung der Pilze erheben, die Verdienste hervor, welche sich Prof. Dr. K r u m b h o l z in Prag
urn diesen Zweig der praktischen Wissenschaft erworbon,
durch sein treffliches Werk iiber die essbaren und gift?
gen Schwiimme, das Musterbild der vielen eogenannten
popularen Schriften, die sich leider meistens nur zu sebr
von ihrem Vorbilde durch Beschaffenheit des Textes und
der Abbildungen entfernen. Die meisten popularen Schriften enthalten auch zu vie1 und das Material ungeordnct.
Man mu88 versuchen, einen geivissermassen a n a 1y t i
schen W e g e i n z u s c h l a g e n u n d d a s B e m e r k e n s w e r t h e a u s d e r grossen Masse des U e b r i g e n zu
s c h e i d e n u n d l e i c h t k e n n t l i c h h i n z n s t e l l e n , mas
mit' Ausnahme einiger allzu grosser Gattungen, wie bei
Agaricus mit seinen 1500 Arten allenfalls wohl moglich
ist und hier zuerst versucht werden soll. Zu empfehlen
sind ferner noch unk r andern Harzer's Werk, desgleichen
Arbeiten von Phobus, Qebriider Nees von Esenbeck,
Henry, Bail und Anderen. Getrocknete Sammlungen sind
nicht so instructiv wie in anderen Pflanzenfamilien, doch
nicht zu entbehren. Auf R a b e n h o r s t ' s , Bail's lobenswerthe Veranlassung der k. k. osterreichischen Regie-
-
-
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Uebep essbare und gij'tige Pike.
rung fur hohere Schulen veranstaltete Sammlungen dieser
Art wird aufmerksam gemacht.
Die sechs Abtheilungen, in welche die Pilre gebracht
werden, konnen allenfalls noch unserem rein praktischen
Standpuncte entsprecheh, werden aber bald grosse Veranderuiigen erfahren.
Man theilt sie derunach in:
I. S t a u b p i 1z e (Coniomycetes) entwickeln sich, von
aussen in das Gewebe eindringend, auf oder in Blattern und
Stengeln, dann hervorbrechend, alsverschiedengefdrbterundliche oder langliche Flecken, vollenden ihren Lebenslauf
meist mit der Pflanze, auf der sie vorkomrnen und werden ihr nur dadn gefiihrlich, wenn sie uberhand nehmen
und namentlich ihre edleren Organe, oder die Rluthen
und Samen ergreifen. Bei ihrer Kleinheit kommt ihre
Q e n i e s s b a r k e i t naturlich nicht inBetracht. Vonihnen
gilt vorzugsweise die Meinung, dass sie Krankheitsproducte in Folge der Umbildung der Zelleubestandtheile bei
gewissen Witterungs- etc. Verhaltnissen seien. Es gehoren hierher namentlich die R o s t - oder B r a n d a r t e n ,
Uredo cavies, vorzuglich im Fruchtlrnoten des Weizens,
U.segetum fur Hafer und Gerste nachtheilig, Puccinia
gramini8 auf Halrn und Blattern der Getreidearten. Die
vorstehend schon erwlihnte Art ihrer fur unsere Ernten
oft so geftlhrlichen Ausbreitung wurde nochmals erwahnt,
auf ihru Selbststiindigkeit und Entfitehung aus Samen
(von der Wissenschaft wie uberhaupt die Samen der Kryptogarnen Sporen genannt) hingewiesen, die Art ihrer Keimung durch Abbildungen nachgewiesen.
11. S c h i m m e l p i l z e (Hyphomycetes); von mikroskopischer Kleinheit; stete Regleiter des Faulnisprocesses
orgapischer Gebilde, todter, aber auch noch oftlebender Organismen, und zwar nicht bloss an oder in Pflanzen, sondern
auch bei Tliieren, wo sie aber wohl nur als secundiire
Erscheinungen zu betrachten sind. Dem unbewaffneten
Auge erscheinen sie als weissliche Gebilde; unter dem
Mikroskop als hochst zierliche, veriistelte Formen, die
Ueber essbare und gvtige Pilze.
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nicht selten die der hoheren Gewachse nachahmen (wie
Nadelholzer, Palmen, Doldengewiichse etc.) und an der
Spitze der Zweige und Aeste ihre Sporen nackt oder in
besonderen Behaltern tragen. An und fur sich giftig sind
sie wohl nicht, obs.chon d e r G e n u s s v e r s c h i m m e l t e n B r o t e s u n d F l e i s c h e s , namentlich des letzteren,
nur zu widerrathen ist und oft schon erhebliche Erkrankungen nach sich gezogen hat, in Folge der im Innern
dieser Nahrungsmittel bereits vor sich gegangenen Entmischungsprocesse. Einige haben in neuerer Zeit durch
ihre ungeheure Verbreitung eine fur die Wohlthat ganzer
Gegenden wahrhaft verhangnisvolle Bedeutung erlangt,
wie der Kartoffelpilz, Perinospora infestam, vielleicht in
den meisten Fallen die Ursache der Kartoffelkrankheit,
der Weinpilz, Uidium Tuckeri, Botrytis Baesiana (der
unter dem Namen Muscardine auf Seidenraupen vorkommt).
Hulfsmittel gegen alle diese epidemieartig sich verbreitenden Vegetationen giebt es sehr wenig. V e r g r a b e n der
afficirten Weinbliitter und Trauben, nicht Abschneiden
der Stocke, wie man zu grossem Schaden anfanglich, gethan, nutzt wenigstens fur die Zukunft durch Vernichtung
einer Rlenge Samen.
111. B a u c h p i l z e, Gasteromycetes; charakterisirt von
unserm praktischen Standpuncte als mehr oder minder
rundliche, bis kopfgrosse Korper, aus lauter fiidigen Zellen
zusammengewebt, in der friihesten Jugend mehr oder
minder weich, zuweilen schleimartig, allmalig sich briiunend bei beginnender Samenbildung und vertrocknend.
Aus dieser Qruppe sind fur uncl die Lycoperdaceen, die
Bovist-Arten und Tuberaceen oder Triiffelarten besonders
wichtig. Erstere sind Pilze, die rtuf trocknen, sonnigen
Wiesen, an Waldrandern in rundlicher Gestalt oft b+ zu
Kopfgrosse erscheinen, im zeitigen Sommer weiss oder gelblich im Innern sind, im Herbst immer gelber werden und einen
trocknen S h u b enthalten, der grosstentheils auB den Samen oder Sporen besteht, die sich an der Spitze der fadigen, ursprunglich weissen Zellen gebildet haben. K e i n e
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UebeT eeebare tcnd giftige A'lze.
e i n z i g e L y c o p e r d a c e e n - A r t i s t giftig, alle im jugendlichen ZuetRnde essbar, eelbt Scleroderma vulgai*e;
im iilteren jedoah echeinen eie eine Veriindcrung erlitten
zu haben, die wenigstene den1 letztern, 80 weit Beobachtungen reichen, eine schiidliche Wirkiing verleiht. Im
Herbet kommen zuweilen diese P i l z e , bevor eie nocli
innerlich in Staab zerfallen, rtber doch schon gebriiunt,,
a u c h a u f u n e e r e M i i r k t e und werden, wasnichtetatthaft ist, ale Triiffoln verkauft, von denen sie eich aber
eehr auffallend unterscheiden. Dio Tr u f f e l a r t e n aind
durchweg unterirdieche Gewiichse, fast alle geniesebar,
mit Auenahme der gelben Triiffel, Rhizopogon lrttetie, die
von ekelhaftem Geruch und Qeechmack, eben 80 die nach
Schwefel riechenden , wie die Genea bombycina. Die
Kennzeicheii wuiden durch Abbildungen und Exemplare
erlautert.
Von auslandischen, hierher gehorigen Piben zeigte
Vortragender den eehr schonen, aber schadlichen Gitterpilz, Clathrus, aus Italien, und einen javanischen mit
spitxenartiger Hiille, Dictyophora specioea.
IV. K e r n p i 1z e, Pyrenonycetee. Aehnlich wie die
Staubpilze, schmarotzend auf Bliittern, mehr noch auf
Aeeten, Stengeln, nur korperformiger meist von schwarzer Farbe, rundlich, zuweilen auch knollenformig, iistig,
Samen in beeondern in einer Art Kern vereinigten Schliiuchen, kiimen von unserem praktischen Standpuncte aus
nicht in Betracht, menn nicht das so vie1 besprochene
aber eeiner Natur nach erst in dem letzten Decennium
durch 'T u l a sn e nliher erkannte M u t t e r k o r n hierher
gehijrte, welchee in grheerer Menge dem Getreide beigemiecht dem daraus bereiteten Brote kleisterartige Beschaffenheit, blluliche Farbung nnd der Qesundheit nachtbeilige Eigenschaften verleiht. Durch Sieben zu entfernen und sorgfaltig auch aua dem S a a t g e t r e i d e zu
beseitigen, um s e i n e W i e d e r e n t w i c k e l u n g z u b e s e i t i g e n , die auch h i e r nicht wie bei d e n Rosta r t e n d u r c h W i t t e r u n g s v e r h a l t n i ese, o d e r d u r ch
,
Ueber eeebare zind giftige Pihe.
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l n s e k t e n u. 8. w., s o n d e r n d u r c h S a m e n e i n e a
gana und g a r selbststiindigen Organismus e r f o l g t und durch feuchtwarme T e m p e r a t u r n u r
begiinstigt, nicht e r z e u g t wird, wie nicht oft
g e n n g z u r endlichen Verbreitung richtiger u n d
den Vorgiingen i n der N a t u r entsprechender
Kenntnisse d e n Oekonomen gesagt werden
k a n n . Das Mutterkorn, welches wir nicht bloss beim
Korn, sondern auch bei vielen andern Griisern kennen,
entsteht aus Samen auf dem jungen Getreidekorn, entwickelt sich auf demselben zu der bekannten Form, fallt
dann ab und bringt dann erst den wieder Friichte oder
Samen tragenden Korper, einen kleinen kopfgrossen Pilz
horvor. S e l b s t g e z o g e n e m i t b l o s s e n A u g e n l e i c h t
e r k e n n b a r e Exemplare dieser Art und Abbildungen wurden vorgelegt, wie auch der chinesische Sonim e r r a u p e n p i l z Sphaeria Robertsii, eine dicke 3 Zoll langc
Raupe mit darauf gewachsenem 3 - 6 Zoll langen Pilz,
die beide zu medicinischen und anderen Zwecken in
China verspeiset werden. Dss Mutterkorn des .Roggens,
fruher Scle~~tium
Clauus genannt, heisst j,etzt C'laviceps
purprea.
V. S c h e i b e n p i l z e , Disconiycetes; im Allgemeinen
ungestielt, oft von Ohr- oder Schalenform, oder auch
geetielt mit gefaltetem gegittertzelligem Hute, oft mikroskopisch klein bis, wenn cruch selten, 4 - 6 Zoll Durchmesser, Samen auf der Oberflache in Schlluchen. Von
den hier zu betrachtenden Ohrpilzen, Piziza-Arten, die
meist sehr klein, nur die grosseren etwa, P. azirantiaca,
Gegenstand des Oenusses, keine giftig, was aucli von den
hierher gehorenden allbekannten, im Friihjahr namentlich
zumVorschein kommendenMorchelarten gilt; mit Ausnahme einer einzigen, der sogenannten falschen Morchel,
einer der Helvella esculenta iiberaus iihnlichen Art die
Helvella euspecta nach Krumbholz's Beobachtung, die obschon vereinzelt dennoch bei der gewichtigen Autoritiit
dieaes Forschers Beobachtung erfordert.
Sorgfaltige
298
Ueber essbare iind giftige Pilze.
Reinigung der Morcheln vor dem Genusse zu empfehlen.
VI. H u t p i 1z e , Hymenomycetes; oberirdische Pilze
oft von ansehnlicher Grosse; die meisten der essbaren,
so wie der giftigen Pilze umschliesend; bald 0eischig oder
auch holzig, lederartig gestielt, mit Hut meist regenschirmartig; oder sitzend, niit rundem oder halbem Hut, oder
auch ohne Hut, strauchartig verastelt, die Samen zu 4
bei den veritstelten a n der Spitze der Zweige, bei den
Huttragenden auf der Unterseite des Hutes entweder in
senkrecht stehenden Rlattchen oder Lamellen wie bei den
Bliitterschwlmmen Agaricus, oder in Lochern (Boletus und
PoZypom) oder auf kleinen Stacheln (Hydnum)u. 8 . w.
Ueberaus schadlich fur Gebiiude ist, der H a u s s c h w a m m ,
Merulius l a c y m a n s ; primar in Waldern; durch das B a u h o l z in die Gebiiude gebracht, eine s a m e n t r a g e n d e ,
s e l b s t s t i i n d i g e P f l a n z c , und nurvondiesemGesichtspuncte aus, der b i s h e r u b e r s e h e n , w i r k s a m z u b e k a m p f e n , sol1 s i e n i c h t f o r t d a u e r n d wie bisher
M i l l i o n e n von C a p i t a l in Anepruch nehmen. Ohne
festen Typus bestimmen die iiusseren Umstiinde ihre Gestalt papier- oder hautartig auf Fliichen, strick- oder rankenartig in eiigeren Raumen, entwickelt sie auf freieren
Stellen endlich d i ckw u 1st i g e, r o t h b r a u n e, fl ei
s c h i g e , o f t 8 - 10 Fuss l a n g e u n d b r e i t e s a m e n t r a g e n d e Fliichen. Die in unglaublicher Menge vorhandenen r othbraunen Samen werden elastisch emporgeschnellt und erfiillen rasch giosse Riiume in Form eines
dicht liegenden rothen Pulvers. J e d e r c i n z e l n e e t wa
L. b r e i t e S a m e n i s t i m S t a n d e , e i n g a n z e s
Gebiiude durch Entwickelung d e i P i l z e s z u inficiren. D a h e r d i e s e v o r allein zu vernichten,
in Kellerraumen (nach eignen Erfahrungen), wo es die
Umst;inde gestatten, am beeten durch V e r b r e n n en
m i t t e Is t F a ck e l n ; sonst uberhaupt B a u s chu t t i II fi c i r t e r G e b a u d e zu beseitigen und nicht z u N e u b a u t e n z u v e r w e n d e n , von organischen Substanzen
-
Uebw esebare und giftige Pike.
299
freie Unterlagen den Dielen au geben, wie Coaks, Aephaltiren u. s. w. Wohnungen mit Hausschwamm aus mehrfachen Grunden ungesund.
Die K e u l e n-K o r a 11e n pi 1z e, Clavarien (Ziegenbart, Barentatzen), sind bei uns aiemlich verbreitet von
strauchiihnlichem Aeusseren, oft in Massen von 20 Pfund
Schwere, von weisser, gelber, rother Fnrbe, alle geniesabar, selbst der verdachtige C1. violacea; sie finden sich
an Banmen und auf der Erde, namentlich in Qebirgsbuchenwaldern.
Die S tach e l -I g e 1p i lz e , Hydnumarten; regenschirmformig, stiellos, mit einem halben oder ganzen Hute; auf
der Erde oder auf Baumen ; Samen in long vorgezogenen
Spitaen, Stacheln unter dern Hut, unter den etwa 50 Arten
ist keine giftige j cine stinkende H . foetidurn ztl vermeiden; in Laub- und Nadelwaldchen haufig.
B ole t us- A r t e n oder L o ch er pi 1z e, Hutpilze, gestielt oder auch ungestielt, mit zarten rundlichen Rohren
unter dem Hut, etwa 200 Arten inclusive der Cfattung
Polyporus, die wir mit Riicksicht auf die dem Laien schwer
verstandlichere feinere Unterscheidung nicht trennen; viele
holzig lederartig wie die Feuerschwamme, die fleischigen
unter ihnen der Steinpilz (B. edulis), Kuhpilz (B. variegatus), Schafeuter ( B . Zuteus), die kolossalen Formen des
Eichhasen (B. frondosus; ovinus) U. a., besonders geschatet, j a vielleicht a 11e e s s b a r mit Ausnahme der etinkenden adstringirenden und einer einzigen giftigen Art
des sclion gefkrbten B h t - oder Satanpilzcs ( B . sanguineus
oder Satunas), dessen weisscs Innere an der Luft schon
blau wird; dieser daher zu vermeiden, so wie die ver,
wandten, die sich ahnlich blau farben, obschon sie unschiidlich sein sollen. Der interemante italienische B. tuberaster
(Pietra de Fungaja) ward noch vorgelegt.
Der Galpilz, Pfifferling, Carttlrarellus cibariue, sehr
geschatzt. Der Unterachied yon dem aageblich giftigen
seltencn C. azwantiacw ward angegeben.
300
Ueber den Anbazi der Sonnenblzime in Russland.
Agaricus, Bliitterschwiimme, oben schon charakterisirt,
in Deutechland mit etwa 800 Arten; daher an und fur
sich schon schwer allgemein zu unterscheiden, und wenn
dies auch gelange, schwer das Wahre vor dem Falschen
ZII unterscheiden,
bei den widersprechenden Angaben
iiber die Wirkung der einzelnen Arten, die grossentheils
auf sehr oberflachlichen, etwa 60 Arten betreffenden Heobachtnngen, m a n m u s s es s a g e n , d a m i t e s b e s s e r
w e r d e , beruhen. D i e P i l z e s i n d s o z u s a g e n g e w i s s b e s s e r a l s i h r R u f , jedoch Meinungen entscheiden hier nichts, nnr wohlbegrundete, im Vereiii der BOtanik mit Chemie und Toxikologie ermittelte Thatsachen
konnen hier helfen und zu ausgedehnterer Benutzung der
Pilze fuhren, die sie wegen i h r e r F i i l l e a n n i l h r e n demPrincip wohl verdienen und bei der immer
m e h r z u n e h r n e n d e n B e v o l k e r u n g a u c h vom n a t i o n a 1-0 k on o m i s ch e n S t a n d p u n c t e a u c h gsnz
n o t h w e n d i g e r s c h e i n t . Der Vortragende ging nun
auf Betrachtung der notoriach giftigen wie essbaren Arten
ein und gab die Merkmale, erlautert durch Abhildungen,
an, durch welche sie sich erkennen und von verwandten
unterscheiden lassen.
Ueber den Anban der Sonnenblume in Russland
theilt mir Herr Commissionsrath H i r a c h b e r g in Sondershausen, veranlasst durch den Artikel tiber die Bestandtheile der Helianthos - Samen von K r o m a y e r und mir
(im Arch. d. Pham., Bd. XCIQ, folgende interessante Einzelxiheiten mit:
Die Mittheilungen der Kaiser]. freien 6konomischen
Gesellschaft zu St. Petersburg, Jahrgang 1855, enthalten
einen Aufsatz uber den Anbau der Sonnenblume, behufs
der Geminnung von Oel aus den Samen, von J o h n s o n ,
aus welchem daa Folgende entnommen ist.
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