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Ueber Harnzuckerproben.

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Ueber Harnzuoksrproben.
329
Ueber Harmckerprobea,
Wahrend man friiher den Zucker im Harne als
Zeichen einer schweren Krankheit aufsuchte, hat Prof.
Dr. E r n s t Briicke in neuerer Zeit nachgewieseh, das8
er ein normaler Harnbestandtheil ist. Man hat also jetzt
in jedem einzelnen Falle zunachst zu fragen: 1st mehr
Zucker im Harne, als dies bei gmunden lndividuen der
Fall zu eein pflegt) oder fehlt etwa der Zucker ganzlich?
1st kein Zucker im Urin, .so zei t sich dies sehr bald.
Es genugt in der Regel, die H e ler’sche Kaliprobe mit
folgender Vorsichb anzustellen : Man versletzt in einem
Reagensgbe den zu uutersuchenden Ham mit Aetdkalil o s q g ) mische mit Hulfe eines zweiten gleichweiten
Rsagensglases durch mehrmaliges Hin- und Hergiessen
und theile endlich die Fliissigkeit so ein, dass sich in
‘edem der beiden Reagensglaser die Halfte befindet, erkitze das’ eine bis zum Sieden und vergleiche dann -die
Farben beider. sind sie gleich geblieben, so enthglt der
Urin keinen ducker. Diese Probe kann bei Anwesenheit von Zucker nur d a m ein negatives Resultat geben,
wenn der Urin schon an und fiir sich sehr dunkel ist,
so dass deshalb die Farbenveranderung, welche er durc’h
Rochen rnit Kali erleidet, unmerklich wird. In einem
solchen Falle stellt man zur Controle am besten die
B o t t ch e r’sche Probe an. -Man versetzt wiederum eine
Quantitiit des Urins mit Kali, schiittet eine kleine Menge
Magisterium Bimnuthi hinein und kocht, bis die Fliissigkeit beim Entfernen und Wiedernahern an die Flamme
zu stossen beginnt. Fiirbt sich das Mugisterium Bismuthi
nicht schmutzig- grau oder schwkirzlich, und lagert sich
auch nach liingerem Stehen rtuf der Oberflache desselben
ksine schwilrzliche Schicht ab, so kann man bei gleiehmitig negativem Reaultate der Kaliprobe auf die Abwesenheit von Zucker schliessen. Die Wismuthprobe ist
zwar nicht ganz so em findlich, wie sich die Kaliprobe
bei wenig efarbten E’fksigkeiten ceigt, aber sie Itisst
doch immer in noch sehr kleine Mengen von Zucker erkernen, nur ist es nothig, bis zum beginnenden Stossen
EU kochen, weil nur dann die Reduction auch durch
kleine Zuckemengen mit Sicherheit erfolgt. Die Kupferprobe kann fir diesen Zweck der Wismuthprobe nicht
substituirt werden, denn einerseits beweist das Nichterscheinen eines rothen oder gelben Praparats nicht die
Abwesenheit den Zuckere, weil das bei der Probe gebil-
Y
a
330
Uebap. FdaaPrzuokerpoben.
dete oder im Harne schon vorhandene Ammoniak eine
gewisse Q u a n t i a Q ~ y d o lin Lasung sphalten kann, and e r e r s d beweiet &@ b h ErkitGen eintretenda RntAirb u d,w
~ Isit ICali vwwtatm und dwch einige Tropkn
einer verdiimnten Kupfervitriollosg geblilutea Wasnprobe nicht die Anwesenheit won Zucker, weil auah die
€lmnsaure das Kupferoxyd zu Oxydul wducirt. Dagegen
kann die Tsommes’sche Probe niitzen, um zu erfahrw,
ob mehr 8twker s l s wohnlich irn Urin antbaltsa it&,
Sie zeigt nicht sowoh die a b d u t e Menge dne Zmkeaa
aq, els vielmehr die relative im VerhaltQisse. 7 8 den
stickstofialtipn, beim Kochen rnit Kali Ammoniak hildenden SubstanZen, und gerade dieses relativa Verhiiltniss ist es in dev Regel, was den Arzt intereeeirt; denn
ein Ham, dep mehr Zucker enthllt, weil er iibeshaupt
concentrirter iat, wiirde durch diesen aeinen osseren
er H a m
Zuckergehdt nnch kein pathologischer eein.
gesunder Individuen giebt bei der T r o m i n er’schen Probe
in dev Regel nicht mehr Oxydul, als das gebildete Ammo&k in A d o s u n g art erhdten im Sfande id, nur
manchmal und auch dsnn meistens erst nacb liingerem
Stehen salneidet sich OxydulBydht qus, das die Fliissigkeit triibt und ihr ein gmu-griinliches odec lehmfarbenes
Ansehen giebt. Schiin gelbe, sofort beim Kochen erscheinende oder rothe Nicderschlage kommen innerhalb
der Breik dsv Gesundheik nach H r iick e ’s Erfabrungen
selten anders als bei Schwsngwen, Gebiirenden oder
Sliugenden von, unter anderen UissWdetl lassen sie also
auf eine abnonm vecmehrte Zuckesausscheidung schliessen,
wenn diese huch deshalb keine dauernde zu sein braucht.
Man stellt die Probe am besten SO an, dass man
den Ham erst‘mit Hali, veraetat und dann von einer verdiinukn .Kupfervitriollosung linter stankem Urnsohutteln
tropfenweise so huge hinaufiigt, bis sich der jedesrnal
blass-bhwe Niaderschlag beim Schiibtaln pi& m h r d l standig auflost und somit die erste Spur einer bleibenden Triibung entsteht.
Hat msn zu wenig Kupfdoeuag hinaugesetzt, so
kann bei verrnehrtem Zucker ehalti die gmze Menge
des gebildeten Oxyduls gelost leiben, und hat man zu
vie1 sugesetzt,. so schwarzt sich das ungelijst gebliebene
HO beim Kochea, indem sich CuO bildet,
CuO
und kann 80 ausgeschiedenes Oxydul oder Oxydulhjdpat
verdeoken. Man darf siiob indessen nicht mit der Kupferprobe allein begniigen, deda ,au& die, Harnsaure reducirh
P
$r
%
+
Usbeor Hamxuekerprobm.
93 1
und da namentlich dea noch warme Urin betrachdiche
Mengen van h m s s u r e n Salzea aufgelost erithalten kann,
80 konnm d.ieaelben a w h sineo weaentdichen Antheil an
den Reductioneemchainungen hdwn.
Als Cantide bedisst man sich wiederum der Wismuth- und Kaliprobe. Bai der ersteren darf man einen
Gegenversuch nicht verabsaumen. Man muw bich iibermugen, ob die Schwarzung nicbt etwa von Schwefelwismuth herriihrt. Zu dem Ende versetzt man eine
Probe von demselbenHarne mit Kali und ein wenig geprilverter Bleigliitte. Konnte sich Schwefelwismuth bilden, so muss sich 'etzt auch Schwefelblei bilden, was
sich sogleioh durch kraunung oder Schwtirzung der Fliissigkeit zu erkennen giebt.
Was die Kaliprobe anlangt, rn kann much hier die
Bildung von Schwefelalkalien die Farbe veriindern, aber
es mussep d o n grasse Quantitiiten vorhanden sein, um
s o dunkel wie selbst mii-iesige Zuckermengen zu farben,
und ausserdem ist man durch die Gegenprobe rnit Bleightte gegen Tawhunge- von dieser Seite h e r immer
gesichert.
Die mehrfach ausgesprocheae Befiirchtung, dass irn
Harne noch andere Substanzen vorkiimen, die sich mit
Kali braunten, beruht auf ksiner positiven Erfahrung, und
die iibrigen. Harnbestandtheile, so weit man sie bis jetat
isolirt hat, braunen sich mit Kali nicht.
In neuester Zeit hat L o w e n t h s l eine Zuckerprobe
sngegeben, die auf der Reduction des Eisenoxyds beruht. Nach Briicke ist dieser neuen Probe eiae grossere Empfindlichkeit als den bisher beschriebenen nic-ht
beimmessen, doch ist sie hinreichend empfindlich, urn
noch im Urine gesunder Menschen Zucker nachzuweisen.
Man darf aber hier nicht auf die schon braune Farbe
rechnen, die man mit reiner Zuckerlosung erhalt. Die
h
i der Probe gefallten Erden reissen das *Reductionsproduct mit sich aieder, und man erkennt den Zuckergehalt an der schmutzig- braiinen F&be des Sediments,
am besten uach aem Erkdten, wenn sich dasselbe vollatjbdig zu Boden gesetzt hat. Vor der Trommer'schen
Ynobe, der sie bei reinen Zuckerlosungen an Empfindlichkeit und Weutlichkeit nachsteht, hat sie fiir unsere
Zwecke den Vorzug, dass man weder durch Ammoniak,
noch durch Harnsliure. be;irrt wird j bei Anwesenheit von
Eiweiss oder andern Korpern, die zur Bildung von SchwG
felrnetallen Anlaas geben, ist sie so unbrauchbar, wie die
332
Ueber Hammckerproben.
B o t t er’sche, mit der sie den vorerwahnten Vorzug vor
der !i
rommer’schen
f
theilt, sie kann aber von Bedeutung werden, wenn mch L 8 w e n t h a 1’s Vermuthung bestatigt, dass sie fiir quantitative Bestimmungen brauchbar
gemacht werden konne, denn bei diesen ist man bis jetzt,
wo es sich um kleine Mengen handelt, allein auf die
Kupferreduction angewiesen, die durch Harnsaure eben
sowohl wie durch Zucker bervorgerufen wird. Die ubrien alteren Zuckerproben sind wenigstens fur unsere
Ewecke als absolut zu betrachten ; die ’hier beschriebenen
sind auch vollkommen hinreichend, um einerseits die Abwesenheit des Zuckers, andererseits einen ungewohnlichen
Reichthum des Harm an Zucker zu entdecken; aber damit ist den Anforderungen, welche die Physiologie und
Pathologie an uns stellen, nicht Geniige geleistet. Wir
brauchen ein Verfahren, nach welchem wir das Mehr
oder Weniger des Zuckeri nicht nur schiitzen, sondern
auch annahernd messetl zu kiinnen.
Zur Bestimmung des Zuckers im diabetischen Urine
hat man sich bis jetzt namentlich des Araometers, des
Polariskops, der Giihrungsmethode und der Reduction der
Kupfersalze bedient. Die drei ersteren Hulfsmittel sind
nicht von der Art, dass sie zur Bestimmung der kleinen
Zuckermengen, welche im normalen Urine vorkommen,
angewendet werden konnten; es bleibt also nur die Reduction der Kupfersalze uhrig.
Nnch der Methode von M u l d e r wird das gebildete
Oxydul auf einem Filtrum gesammelt, durch Gluhen in
Oxyd verwandelt und als solches gewogen, nach der
Methode von F e h l i n g wird das Volnm des Hams geniessen, welches nothwendig ist, um in einem bekannten
Volum einer titrirten Losung von Kupfervitriol, die mit
Kali und Seignettsalz ‘versetzt ist, alles Kupferoxyd zu
Oxydul zu reduciren. Man erwiirmt dabei die Kupferlusnng und setzt die zuckerhaltige Flussigkeit allmiilig
in kleinen aus der Burette fliessenden Portionen zu.
Die Mulder’sche Probe ist hier nicht anwendhar,
weil im Harn von relativ geringem Zuckergebalte das
gebildete Oxydul ganz oder grosstedheils aufgelost bleibt,
der Fehling’schen Probe bat man schon oft zum Vorwurf gewacht, dass man beim Zutropfeln der Flussigkeit
den Punct nicht genau bestimmen kxnn, an welchem
gerade alles Oxyd zu Oxydul reducirt und noch kein
Ueberschuss von Harn zugesetzt ist. Es lasst sich sber
dieaer Uebelstand leicht vermeiden, wenn man das Ver-
Ue6er Harwuckerproben.
333
fahren etwas abandert. Man wendet als Probefliissigkeit
einfach eine Aufl6sung von Kupfervitriol in d e s t i h t e m
Wasser an, die beispielsweise 5 Grm. Kupferoxyd im
Liter enthalt. Nun bringt man in weite und moglichst
gleichweite Reagensglaser folgende Mischungen:
Kupferlosung 1, 1, 1, 2, 4
Harn . , . . 4, 2, 1, 1; 1,
versetzt mit Kali und erhitzt zum Sieden. Begreltlicher
Weise werden die Froben, in denen Kupfer im Ueberschusse ist, nach dem Kochen p n oder blau bleiben,
die anderen aber sich bis s u m Gelb entf&ben. Qesetzt
nun, man findet, dass
entfarbt wird, aber
nicht
und
liegenmehr, RO wird man in neuen zwischen
den Verhaltnissen mischen und kann so die Fehlergrenae
so lange einengen, wie das Auge noch im Stande ist, die
vom Kupferoxyd erzeugte Farbe zu unterscheiden, und
dadurch bei der grossen farbenden Kraft des letzteren
eine bedeutende Genauigkeit erzielen, wenn man die
Glaser nicht gegen das Licht halt, sondorn sie auf einen
Bo en weissen Pnpiers stellt und schrag durch die Flussigfeit hindurch blickt. Der Vorzug dieses Verfahrens
vor dem Fehling'schen besteht erstens darin, dass man
den Punct der vollstbdigen Zersetzung genauer und
sicherer trifft, indem man die verkorkt hingestellten Glib
ser nachtraglich leicht revidiren kann, dass man den Zusatz von Weinsaure ganz vermeidet und die Probefliissigkeit, da sie nur in einer wiisserigen Kupfervitriollosung
besteht, keinerlei ZufAlligkeiten ausgesetzt ist. Es ist
sber leicht einzpsehen, dass dieses Verfahren, ebenso wie
das F e h 1i n g'sche, 'nur dann angewendet werden dad,
wenn die Menge der anderweitigen reducirenden Substanzen im Verhaltnisse zu der des Zuckers so klein ist,
dass sie vernachliissigt werden kann, oder wehn es gelingt, sie anderweitig zu bestimmen und ihren Einfluss
in Rechnung zu bringen.
M e i s s n e r hat sich das Verdienst, die verschiedenen
Bestandtheile des Harns auf ihre reducirenden Eigenschaften zu untersuchen und er und B a b o geben an,
dass B u r die fliichtigen Harnbestandtheile und die Harnsiiure Kupferoxyd reduciren. B r ii ck e fiigt hinzu, dass
keineswegs in allem Harne fliichtige reducirende Substanzen vorkommen, denn e r hat von vier Hnrnproben
zwei nach Zusatz von einer geringen Menge Schwefelsaure, zwei ohne einen solchen Zusatz der fractionirten
Destillation unterworfen und keincs der Deatillate redu-
.. .
334
Ueber Harmuckerproben.
cirte Kupferoxydsalze. Es sol1 auch nach den Angaben
von M e i s s n e r und Babo qie von den fluchtigen Substanzen reducirte Menge von Kupferoxyd stets nur sehr
gering sein. Dagegen sber nimmt die Hamskure, wo
sie in grgssierer Men e vmhanden ist, einen wewntlichen
Antheil an der Re uotion, und es thgt sich deshalb,
wie man ihrer ledig wkd. F e h l i n g hat vorgeschlagen,
den Ham vdr -Anstellung der Kupferprobe mittelst Hleiessig a us z dl l e n, aber dies Verfaihren ist unbrauchbar,
denn Br t i c ke hat sich oftmals iiberzeugt, das? dabei
auch ein grosserer oder geringerer Bruchtheil des Hamzuckers mit niedergeschlagen wird. Man sieht sich also
wkder dareuf hingewiesen, die Harfisaure auf dem gew6hnhhen Wege rnibtelst einer andern S&me auszufhllen; dann ist man sicher, ctass der eur Probe verwendete Urin nur etwa ein Zehntausendtheil s e i n e Gewichts
noch an Harnsihre enthalt. Da die Abscheidung der
Harnsllure nicht sdfort erfolgt, sondern meist 24 Stunden
und mehr erfordert, so ist es wesentlioh, den Harn in
einer so niedrigen -Temperatur sufzubewahren, dass keine
freiwillige Zersetzung des Zuckers, keine Gahrung erfolgt: dann konnte man sich der schwacheren Siluren,
z. B. dcjr Oxalsiime bedienen.
Man braucht aber auch
von der Salzsaure keine Zersetzung des Zuckers zu
furchten, da bekanntlich der durch Alkalien so leicht
zersetzbare Trauben- (Harn-) Zucker der Zersetzung durch
B u r e n betrlichtlichen Widerstand leistet. Ein Zusatz
von
Volurn einer Salzsaure, die 0,23 Grm. HC1 im
Cubikoentimeter enthlilt, ist hinreichend, um die Harnazure auszuscheiden, wirkt der Giihrung entgegen und
lasst nach B r u c k e's Erfahrung das ReductionsvermBgen
einer echwachen Traubenzuckerlosung binnen 24 Stunden
und in Biner Temperatur von 200 vollig unverilndert.
Die Anwendung starkerer Sliuren, namentlich der Salesaure, kijnnte aber eine andere Befurchtung mit gich fiihren, namlich die, dass durch ihre Einwirkun Zucker
im Harne gebildet werde, der als solcher frti er nicht
darin vorhanden war. S c h u n k hat atis der Issutis tinctorkt einen Stoff, das Indicafi.,dargestellt, der bei Bshandlung mit Sauren in Indigo und Zucker zerfAllt. Er giebt
ferner an, dam Harn, der an sich keine oder nur undeub
liche Zuckerreactionen zeigte, nach der Behandlung mit
Salzsaure deren deutliche darbot (eine Beobachtung, die
zu bestittigen B r u c k e bis jetzt keine Gelegenheit hatte).
Da man anderersoits aus dem Harne durch Salzstiure
if
a
Ueber Harnzuckerproben.
335
auah lndigo erzeugen kann, so nimmt er an, dass darin
ein dem hadican ahnliches Ohrornogen enthalten aei, das
durch Sauren in Indigo und Zucker zerlegt wird. Urn
diesen Qe enstand n a e r 5u untersuchen, fdllte Briicke
fnisehen &&genharn rnit Bleiessig und dam dw Filtrat
mit schwefelsaurem Natron. Die hiervon abfiltrirte Fliissigkeit untersuchte er ,auf ihr iReductionsvermogen in der
oben angefiihrten Weise, versetzte sie dann mit
ihres
Vulums an SalzsluTe, die 0,23Qrm. Salasilure im Cubikcentimeter enthielt, und liess aie 24 Bttmden steben. Sie
hatte sich darauf schwach gefarbt und,die erneute Uaterwchung des Reduotionsvermo ens wies keine Zuckerbildung nach. Einen andern '#heil der Fliissigkeit hatte
Brucke mit
seines Volums derselben Salza&ure v0rsetzt. Auch dieser zeigte rrach 24 Stunden nur schwwhe
Filrbung und keine Perrnehrung des Zuckers. Nun erwiirmte Man eine Parhie davon bis zum beginnenden
Bieden, indem dafiir gesorgt war, dass das verdampfende
Wasser wieder zurilckfliesse. Die wieder erkaltete, nun
sehr stark gefdrbte Fltissigkeit zeigte noch immer' dasselbe Reductimsvmnogen wie friiher, kein merklioh grossere8 und au& kem me&lich geringeres.
B r i i c k e will nun zwar hiemaoh noch nicht behaupten, dass sich bei der Einwirkung der Salzsaure auf
das Chromogen gar kein Zucker bilde, aber doch, dass
bei Versuchen, wie diese sind, in gewahnlichen Fidlen
die Menge deaselben so gering ist, dass sie dss numerisahe Resultat nicbt wesentlicb alterirt. Van der Zersetzung einer ungewohnlich grdssen Merrge iler indigobildenden Substanz wird man aber sofort durch die Farbe
benachrichtigt, welche der Urin in Folge davon annimmt.
A r ti ck e kann deshalb die oben erwahnte volumetrische
Bestimmung des Znckem n w h Abscheidung der Harnsaure mittelst Salzslure naeh seiner Erfahrung a.1~brauchbar empfehlen. E r hat aumer Zucker und Harnsaure
keine reducirenden Substanaen im Urin gefunden, die
Beobachtungen von M e i s s n e r und B a b o machen ea
aber nothig, dass man sich jedesmal uberzeuge, ob nicht
etwa das Destillat des Harns Kupferoxydmlae reducirt.
Um allen Befiirchtungen riicksichtlich einer Zersetzung
oder Neubildung von Zucker wilhrend der Einwirkung
der Salzsaure zu entgeben, hat Briicke noch einen andern Weg, indessen nur mit zweifelhaftem Erfolge, eingeschlagen. Er bestand darin, das Reductionsvermogen
des frischsn Hams zu bestirnmen, d a m BUS einem be-
336
Ueber Harnzzicketpoben.
stirnmten Volurn die Harnsaure durch Salzsaure abzuscheiden, dieselbe zu wBgen oder lieber wieder zu losen
und sofort volumetrisch durch Kupferreduction zu bestimmen, ferner eine Correction fur die in der Bauren
Flussigkeit gelost bleibende Harnsaure hinzu zu addiren
und endlich durch Abziehen der durch die Harnsilure bewirkten Reduction von der genannten Menge die des
Zuckers zu finden. Dies Verfahren lisst sich leicht ausfuhren, aber Controlversuche, die Briicke mit reinen
Harnlosungen anstellte, haben ihm wenig Vertrauen in
dasaelbe erweckt; M e i s s n e r und B a b o hatten schon
gezeigt, dass nur in sehr verdunnten Harnlosun en die
Zersetzung vollstandig erfolgt ; B r ii ck e glaubt, ass die
Zersetzung, auch wenn sie die ganze Masse der Harnsaure ergreift, nicht immer denselben Gang geht. Meissn e r und B a b o geben an, dass 1 At. Harnsiiurg unter
Aufnahme von 1At. Sauerstoff, 2 At. Kupferoxyd in 1 At.
Kupferoxydul verwandelt. Sie nehmen dabei das Atomgewicht der wasserfreien S h r e gleich 150 an. Unter
derselben Annahrne hatte aber in denjenigen Versuched
B rii ck e's , in denen die Beschaffenheit des rothen Niederschlages zeigte, dass die Zersetzung vollstandig gewescn war, l At. Harnsiiure stets 4 At. Kupferoxyd
reducirt.
€3 ruck 8's Bestimniungen wurden nicht SO wie die
von M e i s s n e r und B a b o gemacht, sondern mittelst
Probirens, wie es oben bei der Zuckerbestiinniung beschriebcn wurde, Gemessene Volumina von Harnsiiurelosung und Kupfervitriollosung wurden gemischt und lnit
etwas Weinsiiure und mit Kali versetzt, dann untersucht,
ob sich die Probe durch Kochen noch vollstiindig entfarbte und so fortgefahren, bis diejenige Mischung getroffen war, in der die Harnsiiure eben hinreichte, urn
alles Kupferoxyd zu Oxydul zu reduciren. Es muss aber
auch in den Vcrsuchen von M e i s s n e r und B a b o Zersetzung der Harnsaure unter Aufnahnie von 2At. Sauerstoff vorgekomnien sein, wenn auch gerade nicht in dem
quantitativen, denn sie fanden, als sie die Zersetzungsprodacte untersuchten , welche unter Einwirkung von
Kupfervitriol auf alkalische Harnsiiurelosung entstanden,
Oxalsiiure, Allantoin und Harnstoff. Diese Zersetzungsprodiicte aber entsprechen der Aufnahine von nur 2 At.
Sauerstoff und 3 At. Wasser, wiihrend die Aufnahme von
nur 1 At. Snuerstoff zwar, untcr gleichzeitiger Aufnahme
von 2 At. Wasser, Oxalsiiure und Allantoin, aber keinen
%
Ueber das thierische Mekl aus M e m h .
337
Harnstoff geben wiirde. (Zdschr. der k. k. Ges. der Aerzte
Wien. 18%. - Chem. Centralbl. 1858. No. 45.)
B.
zu
Ueber das thierisehe Mehl ans Dlexibo.
0 u k r i n - M 6 n e v i 11e hat eine interessante Abhandlung verofbntlicht iiber dhs, von &en Mexikamrn hautlk
genannte, Brod, das sie aus den Eiern von drei InsektenArten aus der Abtheilung der Hemipteren sich bereiteq.
Nach C r a v e r i , der zuerst eine Sendung des mexikanischen Mehles und der dasselbe liefernden Insekteu
nach Europa gelangen liess, sind diese Insekten in den
siissen Seen in der Nahe Mexikos sehr gemein. Die
Eingeborenen bauen in dem Chalco-See eine Art Curex,
auf welchem die Insekten ihre Eier in grosser Menge
absetzen. Auch in den Tescuco-See legen die Eingeborenen Biindel von Carex-Arten, nehmen dieselben nach ungefahr einem Monate wieder heraus, trocknen sie, und
entfernen davon auf grosse Tiicher die Myriader von In.
sekten-Eiern. Diese werden endlich enthulst, durchgesiebt
und wie das Mehl in Sacken verkauft.
Man benutzt es, um Kuchen und Brod daraus zu bereiten, die zwar ganz gut geniessbar sind, aber einen ziemlich hervorstechenden, leicht siluerlichen Fischgeschmack
besitzen.
Neuere Beobachtungen von S a u s s u r e , S a I1 6 ,
V a 1e t d' A o u s t etc. haben diese, schon 1625 von T h o
m a s G a g e und 1844 van Fr. M a y e r iiber diesen Gegenstand vertiffentlichten Thatsachen vollkommen bestiltigt.
Die Hau tproducenten dieses thierischen Mehles sind
zwei Arten re!t
Gattung Corixa GeojFr. aus der Familie
der Hydrocorixae und zwar die von U u k r i u - M k n e v i 11e
C. femorata genannte Art und C. mereenaria (Say).
Die Eier sind oval, mit einem kleinen Knopfe an
dem einen und einern Stielchen an dem andern Ende,
mittelst dessen sie auf einer kleinen runden Scheibe befestigt sind, welche die Mutter an das Hlatt leimt. (Joum.
de P h a m . et de Chirn. Mai 1858. pug. 357 etc.)
Hendess.
-
Arch. d. Pharm. CXXXXVII.Bds.3.Hft.
23
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