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Untersuchungen Uber den Mechanismus der Reaktion von Aromaten mit Marquis Reagens.

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934
Rehse und Kawerau
Arch. Pharmaz.
K. Kehse und H . G . Kawerau
Untersuchungen uber den Mechanismus der Reaktion von Aromaten mit
Marquis Reagens.
Aus dem Institut fur Pharmazie der Freien Unlversitit Berlin.
(Eingegangcn am 10. Dezembcr 1973).
Anhand dcr Umsetzung von 2,3.5,6-Tctramethyl-N, N-dimethylbenzylamin (I), Methoxydurol (11)
und Durenol (111) mit Marquis Reagcns wird nachgcwiesen, daD allcin Carboniumionen fur die
l’arbbildung vcrantwortlich sind. Dies geschicht direkt durch Strukturaufklarung der Carhoniumwie auch chemisch durch Isolicrung
ioncn mit Hilfc von Ticftemperaturkernresonanzspcklr~~opie
definierter Reaktionsprodukte. Dic Spczifitit des Reaktionstyps bei Phenolen wird kurz umrissen.
Mechanism of the Reaction of Aromatic Compounds with Formaldehyde in Concentrated Sulfuric
Acid (Marquis Reagent).
The colour arising during the reaction of certain aromatic compounds [2,3,5,6-tetramethyl-N,
N-dimethylbenzylaminc (I), methoxydurene (II), durenol (Ill)] with Marquis reagent is due to
the formation of carbonium ions, the structure of which has been elucidated b y low temperature
NMR measurements as well as by isolation and identification of reaction products. The specificity
of this type of colour reaction is discussed for phenolic compounds.
Die Umsetzung von Arzneistoffen, die aromatische Strukturelemente enthalten, mit
Formalin-Schwefelstiure unter Farbbildung geht auf Marquis’ ) zuriick, der diese
Keaktion zur Identifizierung des Morphins in der forensischen Medizin benutzte. In der
Folgezeit fand dieser Reaktionstyp in der Arzneimittelanalytik u.a. zur Identifizierung
von Codein’ ), Apornorphin3), Pethidin4) und Antihistaminen’ ) weitere Anwendung,
die auch mehrfach tabellarisch erfafit wurde‘ ,7 9 8 ). Das DAB 7 benutzt diesen Reak-’
tionstyp zur Identifizierung von Pethidin, Phenobarbital sowie fur Morphin, Dihydro1 E. Marquis. Wiener Med. Prcsse 1896, Nr. 42.
2 G. Polacci, Boll. chim. farmac. 38, 601; ref.: C 1899 11, 881.
3 D. Wolff, Chemiker-Ztg. 43, 555 (191 9).
4 M.R.F. Ashoworth, G. Cappel und E. Hammer, Analytica chim. Acta (Amsterdam) 49, 301(1970).
5 E.C.G. Clarke, 1. Pharmacy Pharmacol. 9, 755 (1957).
6 E. Bamann und E. Ullmann, Chemische Untersuchung von Arzneigemischen, Arzneispezialitaten und Giftstoffen, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2. Aufl. 1960, S311 ff.
7 H. Auterhoff und K.A. Kovar, Identifizierung von Arzneistoffen, Wissenschaftliche Verlags
gesellschaft Stuttgart 1971
8 E.E.C. Clarke, Isolation and Identification of Drugs, The Pharmaceutical Press, London 1969
307174
935
Mechanismus der Marquis Reaktion
codeinhydrogentartrat, Dihydrocodeinonhydrogentartrat und Dihydromorphinonhydrochlorid. Unter zahlreichen Hypothesen uber den Mechanismus der Reaktion haben
sich zwei Theorien herauskristallisiert: Schieser') fuhrte anhand von ESR-Untersuchungen an Morphinderivaten die Farbigkeit der Reaktionslosungen auf Radikalbildung,
Brieskorn") anhand elektrophoretischer und photometrischer Untersuchungen an
Diphenylderivaten auf die Bildung von Carboniumionen zuruck.
TabeUe 1: Anderung der Verhaltnisse des Integrals der aromatischen Protonen zu den1 der
C-Methylprotonen bci Pethidin.
RcaktionszEit
Min. bei 20
Verhaltnis der lntcgrale
Mo1.-Gew.
der aromat. Protonen dcr C-Methyl-Protonen
10
3
2
2
20
30
40
nicht gcpruft
1
3
3
3
3
3
3
2
3
3
3
206 1
2470
3585
Reaktionstemperatur'
-35
-20
f0
Bislang konnte jedoch weder die Struktur der gebildeten Radikale noch der Carboniumionen naher beschrieben werden. Auch die Isolierung definierter Reaktionsprodukte
aus Reaktionslosungen mit Marquis Reagens ist unseres Wissens bisher nicht beschrieben
worden. Wir haben daher versucht, durch Isolierung und Strukturaufklarung von Reaktionsprodukten, durch kernresonanzspektroskopische Untersuchungen unter MarquisBedingungen sowie durch erneute ESR-spektroskopische Messungen zur Kenntnis der
Marquis Reaktion beizutragen.
Da das Reaktionsgemisch aus Aromat, Formalin und Schwefeldure ideale Polykondensationsbedingungen bietet, die die Isolierung definierter Reaktionsprodukte
verhindern, wurde zunachst bei Pethidin versucht, durch Variation von Reaktionszeit
und Reaktionstemperatur die Polykondensation zu unterbinden. Wie Tab. 1 zeigt,
gelangt man jedoch auf diese Weise nicht zu den gewiinschten Ergebnissen. Das Verhaltnis der NMR-Signale von C-Methylprotonen zu aromatischen Protonen zeigt, daB
unter allen Bedingungen Mehrfachsubstitution des Aromaten und Bildung hohermolekularer Produkte stattfindet. Wir wahlten daher fur unsere weiteren Untersuchungen
9 D.W. Schieser, J. pharmac. Sci. 53, 909 (1964).
10 C.H. Brieskorn, W. Reimers und H. Kiderlen, Arch. Pharmaz. 298, 505 (1965).
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Rehse und Kawerau
Arch. Pharrnaz.
Modellsubstanzen, bei denen Mehrfachsubstitution ausgeschlossen erschien. Die mit
diesen Substanzen erhaltenen Ergebnisse sind zusammengefafit:
I: ti
-
,CHI
-CIIz-N
\
11: II = -OCH,
111: R
-OH
'7
%
l a . Ila, Ilia
JJ
Ib. I l b
*
\
Ilc. I I l C
IIld
I, II und 111 wurden jeweils mit Formalin-Schwefelsaure bei -20" umgesetzt und die
farbige Losung dann auf Eis gegeben. Aus der neutralisierten Losung konnten dann
jeweils Ib, IIb, Ilc, IIe und I l k isoliert werden. IIf wurde nach Umsetzung von IIb bzw.
IIe mit H2S04 durch Eingief3en in Methanol bei -40" und entsprechende Aufarbeitung
gewonnen. IIIf wurde nach Umsetzung von IIId mit konz. H2S04 durch Eingiekn in
Methanol bei -40" und entsprechende Aufarbeitung erhalten. Die Struktur der erhaltenen Reaktionsprodukte wurde NMR- und massenspektroskopisch unter Beriicksichtigung von IR-Spektren und Elementaranalysen bestimmt. Schlusseldaten sind in
Tab. 2 zusammengefafit .
Tabelle 2: NMR- und rnassenspektroskopische Schlusseldaten einiger Rcaktionsprodukte von
1. I1 und I11 rnit Marquis Reagens (alle NMR-Signale sind Singuletts)
~
~~
~~
Substanz
Ib
IIb
I Ic
Ile
IIf
lllc
Ph-CH2-0
Ph-CH2-Ph
alrph. OCH,
OH austauschb.
M+
4,82
4,12
-
4,64(4)
4,41
-
4,1
1.69
221
4,05
3,44
-
208
312
Illf
4.48
-
3.45
1,5
194
340
310
194
Mechanismus der Marquis Reaktion
307174
937
Das in den Ausgangsverbindungen enthaltene aromatische Proton ist verschwunden
und durch die in Tabelle 2 jeweils angegebenen und zugeordneten Signale ersetzt
worden. Die NMR-spektroskopisch getroffene Zuordnung wird durch die massenspektrometrisch gewonnen Daten bestatigt.und erganzt. Die so ermittelten Molgewichte sind ebenfalls in die Tabelle aufgenommen. Der massenspektrometrische Abbau
entspricht den Erwartungen. Basispeak ist in der Regel das korrespondierende Tropyliumion mit der Masse 177 bzw. 176 (-H) (Ib, IIb, IIIb, IIe, 110 oder 163 bzw. 162
(-H) (IIc, 1110. Ferner wird die Eliminierung von CO (IIIc, 1110 oder C H 2 0 (IIb,
IIf) beobachtet. In allen Fallen wird auch in geringerem MaBe die Eliminierung von
Methylradikalen gesehen.
Fur die Struktur von IIId kann dem Massenspektrum entnommen werden, daB es
sich um ein polymeres Produkt handelt. Die hochste registrierte Masse liegt bei 803
(<0,Ol). Auffallig ist das haufige Auftreten gleicher Massendifferenzen und zwar 162
488/326; 636/474; 608/446) oder 163 (326/163; 474/311). Der Basispeak 163 reprasentiert wohl das Tropyliumion IV und gibt bereits einen Hinweis auf die postulierte
Polyatherstruktur .
H,C
IV
HO
CH3
Q
H3C
*.__.
CH3
Der Strukturbeweis gelang dann indirekt durch Darstellung von IIIf aus IIId sowie
durch Aufnahme des NMR-Spektrums von IIId in konz. H2SO4. Man findet wie bei
IIIf ein Signal bei 7,60 ppm (R-CHze) sowie Signale der Methylgruppen bei 2,04 bzw.
2,58 ppm.
Das Formelschema zeigt, daB das Primarprodukt der Reaktion des Aromaten mit
Marquis Reagens die entsprechende Methylolverbindung ist, die in zwei Fallen (Ib,
IIb) gefaBt werden konnte. IIIb konnte nicht isoliert werden. Statt dessen findet man
IIId. Als Sekundarprodukte, deren Entstehung nur uber die intermediare Bildung von
Carboniumionen (Ia, IIa, IIIa) moglich ist, wurden die Diphenylmethanderivate 1Ic
und IIIc der Bisbenzylather 1Ie sowie IIId isoliert.
Versetzt man die Substanz Ib, IIb, IIe, IIf, IIId und IIIf mit konzentrierter Schwefelsiiure, so werden die gleichen langwelligsten Absorptionsmaxima gemessen wie bei der
Umsetzung von I, 11, und I11 bei der Reaktion mit Marquis Reagens. (s. Tab. 3). Hieraus
kann bereits indirekt geschlossen werden, daB die Carboniumionen Ia, IIa und IIIa fur
die Farbgebung verantwortlich sind.
Den direkten Beweis liefern die NMR-Spektren bei tiefer Temperatur. Im Spektrum
von Ib (in Fluorsulfonsiure bei -60') findet man ein Signal bei 8,52 ppm, das zwei
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Rehse und Kawerau
Arch. Pharmaz.
Tab. 3: Langwelligste Absorption der Modellsubstanzen mit Marquis Reagens bzw. der Reaktionsfolgeprodukte mit SchwefelGure allein.
~
Substanz
I
Ib
Reagens
R175
DAB 7
HzS04 R175
482
482
nm
II
~~~~
IIb
~
~
IIe
H2S04 HzSO4
I If
H2S04 R175
DAB 7
430
111
IIIf
llld
H2SO4
H2S04
DAB 7
430
430
430
430
430
430
Protonen entspricht. Wie Olah" ) an Benzylchloriden nachweisen konnte, werden in
diesem Bereich die Signale von Benzylcarboniumionen gefunden. IIb, IIe und IIf liefern
erwartungsgemafi identische Signale fur die entschirmte Methylengruppe, die infolge
der Elektronendonatorpotenz der p-standigen Methoxygruppen jedoch bei etwas
hoherem Feld ( 7 3 5 ppm) in H2S04bei -30" gefunden werden. Das entsprechende
Signal fur IIlf liegt bei 7,6 ppm (in HzS04).
Dem Kernresonanzspektrum kann entnommen werden, da8 die Bildung der
Carboniumionen aus den entsprechenden Benzylalkoholen und Athern bei (IIb, lie,
Ilf) bei -30" quanitativ verlauft. Es wurde daher der Extinktionskoeffizient von 1Ia
bei dieser Temperatur zu E = 1500 bestimmt. Setzt man nun I1 bei -30" mit Marquis
Reagens um, so kann dem erhaltenen Kernresonanzspektrum entnommen werden,
da8 die Umsetzung zu IIa nicht quantitativ verlauft. Dem Tieftemperaturelektronenspektrum kann unter Verwendung von E entnommen werden, daf3 eine 70 proz. Umsetzung erreicht wird. Fuhrt man die Umsetzung bei hoherer Temperatur durch,
sinkt die Extinktion. Wir interpretieren diesen Befund dahingehend, dafi bei hoherer
Temperatur die gebildeten Carboniumionen bereits instabil sind. IIa stellt jedoch von
den untersuchten Carboniumionen das stabilste Gebilde dar. Ia und IlIa sind bereits
oberhalb von -40" instabil. (s. Tab. 4)
Tab. 4: Vcrhaltnis der Intcgrale der Methylengruppen in la in Abhangigkeit von der Temperatur
Temperatur "C Intensitatsverhaltnisse dcr Integrale der
CH2+ -Gruppe CHz-N -Cruppe
-60
-40
2
2
-25
1.9
-5
+20
1,7
1.6
'
:
2
2
2
2
2
11 G.A. Olah, J.M. Bollinger, M.B.Commisarow und C.A. Cupas, J. Amer. chem. SOC.89, 5687
(1967).
307174
Mechanismus d C Marquis Reaktion
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Bei dieser Temperatur ist iiberdies die Bildungsgeschwindigkeit der Carboniumionen
Ia und IIIa aus I und 111 so gering, dafi auswertbare NMR-Spektren nicht erhalten
werden konnten. Die Aufnahme der Elektronenspektren (2.B. von Ib in H2S04)
bei
diesen Temperaturen war uns jedoch technisch nicht moglich.
Schieser' ) hatte Radikalbildung fur die Farbigkeit bei der Marquis Reaktion verantwortlich gemacht. Daher wurden mit I, I1 in Marquis Reagens und den aus der
Reaktionslosung isolierten Folgeprodukten Ib, IIb und IIe in konzentrierter Schwefelsaure elektronenspinresonanzspektroskopische Untersuchungen durchgefuhrt. Bei allen
Messungen waren keine Radikale festzustellen.
Da hier die Radikalbildung als Grund fur die Farbigkeit auszuschliekn war, untersuchten wir auch noch sowohl Morphin als auch Pethidin auf die von Schieser angegebenen Radikale. Dabei stellte sich heraus, daO bei Pethidin keine Radikale gefunden
werden konnten, obwohl eine farbige Losung vorlag. Zum Vergleich wurde Tetracen
in konzentrierte Schwefeldure gegeben, das nach Carrington'* ) ein starkes ESR-Signal
zeigt. Dieses Signal trat aber schon bei der geringsten Farbigkeit mit hoher Intensitatauf.
Radikale konnen schon bei Konzentrationen von ca. 1 0 8 Mol/l durch ESR-Messungen
ermittelt werden. Absorptionsmessungen im sichtbaren Bereich werden mit etwa 10-4 m
Losungen durchgefuhrt. Wenn also Radikale fur die Farbigkeit verantwortlich sind,
hatten sie bei den vermessenen farbigen Lijsungen mit groi3er Intensitat auftreten
mussen, beim Morphin hingegen waren nur Signale mit sehr geringer Intensitat festzustellen. Schieser hatte im Rahmen seiner Untersuchungen auch 2,6-Dimethylphenol
mit Marquis Reagens vermessen und Radikale festgestellt. Dagegen wurde von uns
neben 4-Methoxy-2,3,5,6-tetramethylbenzol(II)
auch 2,3,5,6-Tetramethylphenolauf
Radikale bei der Reaktion mit Marquis Reagens untersucht. Es konnten jedoch keine
Radikale gefunden werden.
Ein weiteres Kriterium spricht gegen die Farbigkeit durch Radikale. Ein groijer
Teil von Radikalen ist sauer~toffempfindlich'~),
weshalb sich ihre Farbe nach kurzer
Zeit der Lufteinwirkung verandert. Die Farblosung des Pethidins war - unter Kuhlung aber mehr als zwei Monate unter LuftsauerstoffeinfluB haltbar. Es ist aus diesen Untersuchungen zu schliefien, daO Radikale nicht fur die Farbigkeit verantwortlich gemacht
werden konnen.
Da der Primarschritt der Reaktion von Aromaten im elektrophilen Angrif'f von
Formaldehyd an den Aromaten besteht, sollte die Durchfuhrbarkeit d,er Farbreaktion von der Elektronendichte im Aromaten abhangig sein. Wir haben daher einige
Aromaten, insbesondere Phenole unter diesem Aspekt gepruft und versucht, den
positiven oder negativen Verlauf der Farbreaktion mit NMR-Parametern zu korrelieren.
Die erzielten Ergebnisse sind in Tab. 5 zusammengefafit.
12 A. Carrington, F. Dravnieks und M.R.C.Symons, J. chem. SOC.(London) 1959, Y47.
13 C. Walling, Free Radicals in Solution, J . Wiley and sons, New York 1957, S397 ff.
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Rehse und Kawerau
Arch. Pharmaz.
Tab. 5: Ablauf der Marquis Reaktion in Korrelation zu NMR-Parametern.
Substanz
2,s-Dinitrophenol
2,4,6-Trichlorphenol
2,3,4,5-Tetrachlorphenol
2,4-Dinitrophenol
2,6-Dinitrophenol
3-Hydrox y benzonitril
2,4,5-Trichlorphenol
2-Hydroxybenzonitril
2,3-Dichlorphenol
2-Nitrophenol
4-Nitrophenol
2,4-Dichlorphenol
2,6-Dichlorphenol
3-Chlorphenol
4-Chlorphenol
2-Chlorphenol
N,N-Dimethylanilin
max
-*
.*
.*
-*
542
502
467
490
532
549
41 3
521
ppm in HzS04 Proton bei hochstem Feld
8,34
Loslichkeit zu gering
Loslichkeit zu gering
7,82
7,62
Loslichkeit zu gering
Loslichkeit zu gering
7,7 - 8,5
7,3-8,2
7,4-9,l
7,24
7,4-8,3
7,4-8,l
Loslichkeit zu gering
7,l-7,9
7,2-8,l
7,63
Man sieht, daf3 eine Nitrilgruppe, zwei Nitrogruppen, drei Chlorfunktionen aber auch
eine Aminogruppe (wegen der erfolgenden Protonierung) den positiven Ablauf der
Farbreaktion verhindern konnen. Werden in Schwefelaure keine Resonanzen von
aromatischen Protonen bei hoherem Feld als etwa 7,s ppm gefunden, so findet auch
keine positive Farbreaktion mit Marquis Reagens statt.
Beschreibung der Versuche:
Schmp.: Linstromgerat (nicht korrigiert). Elektronenspektren: M 4 Q 11; Tieftemperaturrnessungen
am Cary 15 (Es sind nur die Maxima im sichtbaren Bereich angegeben). NMR-Spektren: Varian T 60,
A60A, XL 100 (Verschiebungen in 6 bezogen auf TMS). Massenspektren: Ch-7-Varian-Mat.
Elektronenspinresonanzspektren')
AECl2 X. Mo1.-Cew.: Mechrolab-Vapor-PressureOsmometer
301 A. Mikroanalysen: Fa. 1. Beetz, Kronach/Ofr., und analytische Abteilung des Pharmazeutischen lnstituts der Freien Universitat Berlin. DC: Kieselgel P F m (Merck).
Die Ausbeuteangaben beziehen sich entweder auf einmal destillierte oder zweimal umkristallisierte und getrocknete Produkte.
*
Die zur Aufndhme von Elektronenspektren erforderliche Loslichkeit war gegeben.
+ Herrn Prof. Kurreck, Organisch-Chemisches Institut der Freien Universitat Berlin, danken WU
f~ die Aufnahme und Diskussion der Spektren.
30 7174
Mechanismus der Marquis Reaktion
94 1
1. Allgemeine Vorschrift zur Aufarbeitung der rnit Marquis Reagens erhaltenen Farblosungen von
Aromaten
0.02 Mol Aromat wurden mit einem Gemisch aus 3 ml 36 proz. wariger Formaldehydlosung und
97 ml96 proz. Schwcfelsiure DAB 7 bei -20' unter Riihren 45 Min. umgesetzt. Die farbige Losung
wurde auf Eis gegeben und mit Chloroform ausgeschuttelt (=Fraktion a). Die wafirige Phase wurde
mit Natriumcarbonat ncutralisiert und rnit Chloroform ausgeschuttelt (Fraktion b). Die Fraktion b
wurde nach dem Entfernen des Chloroforms rnit wasserfreiem Athcr behandelt. Das in Ather geloste Produkt ist die Fraktion c) und dcr Riickstand die Fraktion d).
Reaktion von Pethidin mit Marquis Reagens
Pethidin wurde nach dcr Vorschrift 1 bearbeitet. Fraktion d): Mo1.-Gew. 2477 (Chloroform)
4-Dimethylaminomethyl-2,3,5,6-tetramethylbenzylalkohol
(Ib)
Das Hydrochlorid wurdc nach der Vorschrift 1 bcarbeitet. Die erhaltene Fraktion c) wurde durch
prap. DC aufgetrennt. Die isolierte Substanz wurde im olpumpenvakuum bei 136' destilliert und
umkristallisicrt. Ausbeute: 3 % d. Th. Weae Kristalle (Ligroin), Schmp. 88' C14H23N0 Ber.: C 76,02
H 10,4, N 6,34, Mo1.-Gew. 227,3 Gef.: C 75,71, H 10.21, N 6,36, Mol.Gew. 221 (ms) DC:
FlieBmittel: Chloroform/Aceton/Ammoniak-90 : 20 : 2 R f 0,5 ( P F m ) , 0,7 (GF,,,) NMR (CDCI3)
4,82 (2H,s); 3,53 (6H,s); 2,48 (3H,s); 2,38 (3H,s); 2,35(3H,s); 2,26 (3H,s); 1,69 (lH,s); MS
m/e 221 (801, 176 (loo), 158 (loo), 147 (78), 133 (57), 91 (40).
4-Methoxy-2,3.~,6-tetramethylbenzylalkohol
(IIb)
I-Methoxy-2,3,5,6-tetramethylbenzol
wurde aus dem entsprechenden Phenol mit Dimethylsulfat
nachI4) hergestellt. 0,02 Mol wurde mit 100 ml Formaldehyd-SchwefelsaurereagensDAB 7 bei
-20' 1 Std. umgesetzt. Die Farblosung wurde auf Eisgegeben. Nach dem Abtrennen des ausgefallenen F'rodukts wurde die waarige Phase mit gedttigter, wasriger Natriumcarbonatlosung
neutralisiert. Das gefallte Produkt wurde isoliert und umkristallisiert. Ausbeute: 4 % d. Th.
WeiBe Nadeln (Ligroin), Schmp.: 104' C I 2 H l 8 0 2 (1 94,3) Ber.: C 74,23.H 9,29 Gef.: C 74,60
H 9,16 NMR (CDC13) 4,72 (2H,s); 3,67 (3H,s); 2,30 (3H,s); 2.20 (3H,s); 1,5 (lH,s); MS m/e
194 (90). 176 (loo), 165 (55). 146 (60), 131 (73), 118 (62), 105 (62), 91 (68).
4,4'Dimethoxy-2,2',3,3',5,5'.6,6'-octamethyldiphenylmethan
(Ilc)
0,02 Mol l-Methoxy-2,3,5,6-tetramethyl-benzol
wurde, wie bei Ilb beschrieben, umgesetzt. Das
aus saurer Losung ausgcfallene Produkt wurde durch prap. QC aufgearbeitet und umkristallisiert.
Ausbeute: 20 % d. Th. Weilk Kristalle (Ligroin), Schmp. 165' C23H32O2 Mo1.-Gew.: 340,3 Ber.:
C 81,18 H 9,41, MoLGew. 340,2 Gef.: C 81.20, H 9,52, Mo1.-Gew. 340 (ms) DC: FlieOmittel:
Petrolather/CHCI3-90 : 30 R f 0,3 NMR (CDC13) 4,l (2H,s); 3.63 (6H,s); 2.20 (12H,s); 2,0
(12H.s); MS m/e 340 (22), 325 (13), 176 (loo), 146 (22), 131 (22), 119 (13), 105.(17), 85 (65),
83 (96).
4,4'-Dimethoxy-2,2'3,3:5,5:6,6'-octamethyldibenzy~ther
(Ile)
0,02 Mol l-Methoxy-2,3,5,6-tetramethylbenzolwurde, wie bei IIb beschrieben, umgesetzt. Das aus
saurer Losung ausgefallenen Produkt wurde durch prap. DC aufgearbeitet und umkristallisiert.
Ausbeute: 11.5 % d. Th. WeiDe Kristalle (Ligroin), Schmp. 139' CNH%O3 Ber.: C 77,77 H 9,19
14 F. Ullmann, Liebigs Ann. Chem. 327, 114 (1903).
942
Rehse und Kowerou
Arch. Pharmaz.
Mo1,-Cew. 370,s Cef.: C 77,31, H 8,96. Mo1.-Cew. 370 (ms) DC: FlieDmittel: Pctrolather/Chloroform-90 : 30 R f 0,2 NMR (CDCI3) 4,64 (4H,s); 3,62 (6H,s); 2,32 (12H,s); 2,20 (12H,s); MS m/e
370 (lo), 177 (100). 163 ( S O ) , 146 (23), 122 (28), 105 (18), 91 (18).
4-Methoxy-2,3,5,6-tetromethylbenzylmefhylather
(IIJ
0,025 Mol Ilb wurdc in 2ml bzw. 0.25 Mol Ile in 20 ml konz. SchwefelsiiureiS Min. bcil40' umgesetzt. Die farbigc Losung wurde in 20 ml bzw. 150 ml wasserfreies, auf -40 gekuhltes Methanol
gegcben. Es wurde mit Natriurnhydrogencarbonat neutralisiert, anschliefiend filtriert und nach
c d.Th. WeiBe Kristalle
Ahziehen dcs Losungsmittels umkristallisiert. Ausbcute: 64 'Z bzw. 44 7
O ~ Ber.: C 75,0, H 9,6; Gef.: C 75,4, 75,15
(Isopropanol-Wasser), Schmp. 74' C ~ J H ~ , J(208,3)
H 1082, 9.7 NMR (CDC13) 4.47 (2H,s); 3,63 (3H,s); 2,30 (3H.s); 2,20 (3H,s); MS m/e 208 (25).
176 (loo), 147 (43). 131 (58). 119 (48), 91 (63). 77 (23).
4,4'Diliydroxy-2,2'~3,3:5.5',6,6'-octomethyldiphenylmethon
(Mc)
0,03 M,"l 2,3,5,6-Tetramethylphenolwurde mit 100 ml Formaldehyd-SchwefelsaurereagensDAB 7
bei -20 1 Std. umgesetzt. Die Farblosung wurde auf Eis gcgeben und das ausgefallene Produkt
mit Aceton ausgelaugt. Das Aceton wurde verdampft und der Ruckstand aus bithanol/H20 umkristallisiert. Ausbeute: 20 3'% d. Th. Schmp. 197'. NMR (Aceton-da) 6,6 (2H,s); 4,05 (2H,s; 2,14
(12H,s); 2.0 (12H,s); MS m/e 312 (12), 296 (7), 163 (20). 162 (1001, 134 (lo), 119 (12), 91 (10).
Polymerer 4-0xy-2,3,5,6-tetromethylhenzylather
(IIId)
0,03 Mol 2,3,5.6-Tetramethylphenolwurde,wie bei I l k beschrieben, umgesetzt. Der Ruckstand
des mit Aceton behandelten Reaktionsprodukts ist Illd.
MS m/e 803 (0,01), 788 (0.01). 773 (0,01), 759 (0,01), 650 (0,02), 636 (0,02), 608 (0,02),
500 (0,01), 488 (0,15), 474 (0,3), 460 (0,15), 446 (0.15). 326 (6),31 1 (6), 163 (loo), 150 (12).
135 (12), 119 (12). 105 (6), 91 (9). 77 (3).
4-Hydroxy-2,3,5,6-tetromethylbenzylmethylather
(IIIfl
500 mg polymeres llld wurde 1 / 2 Std. bei -20' in 20 ml H2S04 96 % umgesetzt und die Losung
in 300 ml auf -20' gekuhltes Methanol gegeben, mit NaHC03 neutralisiert und nach Entfernen
des Methanols mit trockenem Ather behandelt. Nach Abdampfen des bithers wurde eine weiDe
Substanz isoliert, die nach dem Umkristallisieren aus bithanol/Hz 0 einen Schmp. von 108' hatte.
Ausbeute: 10 % d. Th. NMR (CDC13) 4,9 (lH,s); 4,47 (2H,s); 3.42 (3H,s); 2.27 (3H,s); 2,12 (3H,s);
MSm/c194(30), 179(12),163(100),162(80),149(12),134(10),119(50), lOS(22),91 (28).
77 (22).
Anschrift: Prof. Dr. K. Rehsc, 1 Berlin 33 (Dahlem), KonigirtLuise Str. 2/4
[Ph 3931
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