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Untersuchungen Uber die Amidsuren.

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Untersuchungen Uber die Amidszuren.
313
dungen, so wie dem Wasser so vollstandig entzogen
werden, dass nach dem Durchgange ihrer Losungen
durch Schichten, die nicht hoher als die gewohnliche
Ackerkrume sind, die chemische Analyse kaum Spuren
von diesen Stoffen mehr nachzuweisen vermag, so lasst
es sich nicht denken, dass Regenwasser fur sich oder
mit Hiilfe von wenigen Procenten Kohlensaure das Vermogen besitzt, diese Stoffe der Ackerkrume zu entziehen
und eine im Boden fortbewegbare Losung zu bilden, dass
also unsere Culturgewachse ihre wichtigsten und zum
Wachsthum wesentlichsten mineralischen Bestandtheile
aus einer Losung vom Boden empfangen konnen. Die
Salze bleiben nur dann aufgelost, wenn der Boden, den
sie durchdringen, bereits mit ihnen gesattigt ist, und
kiinnen nur in diesem Falle durch Regenwasser hinweggefiihrt werden. Diese Stoffe, welche das Regenwasser
aus der Ackerkrume aufzulosen vermag, sind in dem
Drainwasser enthalten, sie bleiben aber weit hinter der
Menge zuriick, welche sich in der Asche der Pflanzen
vorfinden, wie deutlich die L i e b i g’schen Berechnungen
geben. Die Aufnahme to n Mineralbestandtheilen muss
deshalb durch irgend eine Kraft der Pflanze erfolgen,
durch eine in ihren Wurzeln thatig mitwirkende Ursache,
wodurch das die Wurzel umgebende Wasser erst dets
Vermogen empfangt, gewisse Mineralbestandtheile zu
losen, die es fur sich allein nicht auflost.
Anders verhalt es sich mit den Wasserpflanzen,
deren Wurzeln den Boden nicht beriihren; sie miissen
ihre mineralische Nahrung aus dem umgebenden Medium
nehmen, aber keineswegs in den Verhiiltnissen, in denen
sie ihnen von der Flussigkeit dargeboten werden, sondern
,nach ihrer eignen Auswahl, wie auch aus den Analysen
von Lemna trissulea und von dem Wasser, in dem diese
Pflanze wuchs, hervorging. (Annal. der Chem. u. Pharm.
xxv. 109- 144.)
G.
-
IJntersuehungen iiber die AmidsBuren.
Bei Vergleichung der aus Benzoesaure gebildeten
Benzamsaure mit dem Glycocoll war C a h o u r s erstaunt
iiber die Aehnlichkeit der Eigenschaften beider Korper.
Diese merkwiirdige Substanz vereinigt sich wie das Glycocoll sowohl mit Sauren, als auch mit Basen zu bestimmten,
schon krystallisirenden Verbindungen, wie das G e r la n d
314
Untersuchungen iiber die Amidsauren.
beobachtete, dem man die Entdeckung dieser interessanten
Producte verdankt. Obendrein besitzt die Mehrzahl dieser Verbindungen den schwach sussen Geschmack, den man
auch bei den Glycocollverbindungen bemerkt. C a h o u r s
versuchte deshalb, mit der Benzamsaure auch andere
Sauren, als Schwefelsaure und Salpetersaure zu vereinigen, und es gelang ihm, solche salzartige Verbindungen
der Benzamsaure mit Phosphorsaure, Oxalsaure, Salzsaure, Bromwasserstoff u. s. w. hervorzubringen. Weiter
gelang es ihm, die genannten unorganischen Sauren auch
mit den der Benzamsaure homologen Sauren, namlich
mit Toluamsaure, Cuminamsaure und Anisamsaure zu
krystallisirenden Salzen zu vereinigen. C a h o u r s wurde
hierdurch zu dem Versuch gefuhrt, das Glycocoll kiinstlich darzustellen und es gelang ihm dieser Versuch. Das
Glycocoll ist eben Acetamsaure. Die folgende Tafel erlautert die Beziehungen dieser merkwurdigen basischen
Sauren oder sauren Basen ZLI ihren Stammsauren.
F o r m y 1 r e i h e.
C4 H4 0 4 = Essigskure.
C4 H3 (H2N) 0 4 = Glycocoll.
C6 H6 0 4 = Propionsaure. C6 €15 (H2N) 0 4 = Alanin.
C12H12O4 = Capronsiiure. CIzHll(H2N) 0 4 = Leucin.
B e n z o y l r e i h e.
C14H6 0 4 =Benzocsaure. C14H5 (H2N) 0 4 = Benzamsaure.
ClsH* O4= Toluylsaure. C16H7 (HZN) O4= Toluamsaure.
C20H12O4= Cnminsaure. C20HII(H2N) 0 4 =Cuminamsaure.
Hiernach ist also Glycocoll = Acetamsaure, Alanin
= Propiamsaure und Leucin = Caproamsaure.
Salze der Benzamsaure.
S a l z s a u r e B e n z a m s a u r e = C14H7N04, HC1.
Man lost reine Benzamsaure in uberschiissiger siedender
Salzsaure, fugt etwas Alkohol zu und lasst erkalten. Das
Salz scheidet sich in feinen farblosen Nadeln aus. Diese
sind wenig loslich in salzsaurehaltigem Wasser, ziemlich
loslich in reinem Wasser und im Weingeist. Aether
scheidet aus der alkoholischen Losuna nichts ab. Das
Salz schmilzt bei gelinder Warme. hatinchlorid giebt
damit eine krystallisirbare, im Alkohol ziemlich liisliche
Verbindung. C14H7N04, HC1+ P t Clz, goldgelbe Nadeln
von Seidenglanz. Auch Quecksilberchlorid giebt damit
eine krystallisirbare Verbindung.
B r om w a s s e r s t o f f - B e n z a m s a u r e = C14H7N04,
H Br. Feine Nadeln, der salzsauren Verbindung sehr
Udersuchungen iiber die Amidsauren.
315
ahnlich. Wenig loslich im mit H B r gesattigten Wasser,
leicht loslich im reinen Wasser und im Alkohol.
Die A e t h r a n i 1s a u r e, isomer mit Benzamsaure,
liefert nach C a h o u r s mit den Sauren ebenso schon krystallisirende Salze, wie die Benzamsaure. Nach K u b e l
(Ann. der C'hem. u. Plzarm. B d . CII. S. 236) liefert die
Aethranilsaure mit Salzsaure ein Salz = C14H7N04, HC1
in nadelformigen Krystallen, mit Salpetersaure grosse
Prismen von C14H7N04, HO, N05, mit Oxalsaure die
Verbindung C14H7N04, HO, C2O3 und mit Schwefelsaure
das Salz C14H7N04, HO, SO3.
A e t h e r b e n z a m s a u r e = C4H50, C14H6N03 =
C18HllN04 = C14H4 (C4H5, H2N) 0 4 . Nitrobenzoesaures Aethyloxyd, durch Schwefelammonium reducirt, liefert eine rothliche Flussigkeit, unreine Aetherbenzamsaure. Urn sie von anhangendem Nitrobenzoesaure-Aether
zu reinigen, kocht man sie mit Salzsaure, worin sie sich
leicht lost, wahrend der Nitrobenzoesaureather nicht angegriffen wird. Auf Zusatz eines Ueberschusses von
Ammoniak fallt die Aetherbenzamsaure ( der basische
Benzamsaureiither) nieder. Man wascht sie mit Wasser
und trocknet sie im Vacuum iiber HO, SO3.
Die Aetherbenzamsaure ist eine Flussigkeit, unloslich in alkalischen Losungen, leicht loslich in Sauren zu
wohl krystallisirten Salzen. Einige derselben sind zerfliesslich. Die Aetherbenzarnsaure besitzt sehr ausgesprochene basische Eigenschaften. Sie ist kaum loslich
im Wasser, leicht loslich im Alkohol und Aether, nach
deren Verdunstung sie in Form eines Oeles zuruckbleibt.
Sic wird von kalter concentrirter ' Kalilauge nicht :agegriffen ; von siedender Kalilauge wird sie zersetzt,
unter Entwickelung von Alkohol und Bildung von benzamsaurem Kali. Mit wasserigem Ammoniak iibergossen
verschwindet sie vollig unter Bildung des Amids der
Benzamsaure, d. h. Phenylharnstoffs C14H4 (C4H5, HZN) 0 4
H3N = CaH3 (C12H5) NzOz
C4H6 02 Aetherbenzamsaure
Ammoniak = Phenylha.mstoff Alkohol.
S a1z s a u r e A e t h e r b e n z a m s a u r e = C 18HI1 NO5
HC1. Entsteht dnrch unmittelbare Vereinigung der Aetherbenzamsaure mit Salzsaure. Farblose Krystalle. Giebt
mit Platinchlorid eine krystallisirbare, orangegelbe, schwer
losliche Verbindung Cl8 HI1 NO4, H C1
Pt Clz.
Salpetersaure Aetherbenzamsaure =
C 18HI 1 NO5 RO, NOS. Zarte Prismen, leicht loslich im
+
+
+
+
+
Untersuchungen iiber die Amidsauren.
316
Wasser, Alkohol und Aether. Unzersetzt schmelzbar j
bei starkerer Hitee sich zersetzend.
M e t h y 10 x y d b e n z am s a u r e -7 C2 H3 0, C 14H6N03
= C16HgN04 = C14H4 (C2H3, NzN) 0 4 . Nitrobenzonsaures Methyloxyd, mit Schwefelammonium behandelt,
liefert ein braunes Oel, welches bei der Reinigung farb10s wird ; dieses ist Methyloxydbenzamsaure. Sie bildet
mit den SSiuren bestimmte Salze, die sehr leicht loslich
sind und haufig sehr zerfliesslich.
T o l u a m s a u r e = Cl6 HgN04. Entsteht nach
B o u i l h e t bei Einwirkung des Schwefelammoniums auf
Nitrotoluylsaure.
S alz s a u r e T oluam s a u r e = C16HgN04, HCl, bildet perlmutterglanzende Nadeln, wenig loslich in kaltem,
salzsaurehaltigem Wasser, leicht loslich im heissen Wasser und im Weingeist. Platinchlorid giebt damit rothbraune Nadeln von C16HgN04, H GI, P t Cl2.
C u m i n a m s a u r e = C20H13N04 = C20H*1(HzN)0 4 ,
Entsteht bei Einwirkung des Schwefelanimoniums auf
Nitrocuminsaure. Farblose Krpstalle, wenig loslich in
kaltem, weit loslicher in heissem Wasser, in Alkohol
und Aether. Die Krystalle sind oft tafelartig und gleichen der Cuminsaure. Die Cuminamsaure verbindet sich
mit Basen und Sauren zu krystallisirbaren Salzen. Mit
wasserfreiem Baryt, oder Kalihydrat destillirt, eerlegt sie
sich unter Bildung von kohlensaurem Alkali und Destillation von Cumidin C18H13N, welches sich zu einem
ammoniakalisch aromatischem Oele v erdichtet und mit
Platinchlorid eine krystallisirbare Verbindung eingeht.
2 BaO = C18Hl3N
2 (BaO, CO2).
020H13NO4
S a 1z s a u r e C u m i n a m s a u r e = C20H13N04, HC1.
Zarte Nadeln, eiemlich loslich in reinem Wasser; Salzsaure scheidet aus dieser Losung einen Theil des Salzes
ab. Platinchlorid giebt damit eine Verbindung CZOH 13N04,
HC1
PtCl2 in ziemlich grossen rothlichen Nadeln,
die sich im heissen Weingeist losen.
S ch w e f e 1s a u r e C u m i n a m s a u r e = C20H13N04,
HO, SO3. Seideglanzende Prismen, wenig liislich in
kaltem, leicht loslich in siedendem Wasser. Von susslichem Geschmack.
S a 1p e t e r s a u r e C u m i n a m s a u r e bildet schijne
Prismen.
D a r s t e l l u n g d e r C u m i n a m s a u r e . Manerhitzt
Nitrocuminsaure mit Schwefelammonium, verjagt das uberschussige Ammoniak durch Concentration der Flussigkeit
+
+
+
Untersuchungela iiber die Amidsauren.
317
bei gelinder Warme, trennt den ausgeschiedenen Schwefel durch Filtration, zerlegt das concentrirte Filtrat diirch
Essigsaure im geringen Ueberschuss, wascht den erhaltenen Niederschlag mit kaltem Wasser, trocknet denselben und krystallisirt aus alkoholischer Losung.
O x y c u m i n s a u r e = HO, C20H11O5 = C20H1206.
Bildet sich bei Einwirkung von Stickoxydgas auf eine
Losung der Cuminamsaure in Salpetersaure von mittlerer
Starke.
Sie krystallisirt in kleinen Prismen von braunlichgelber Farbe, lost sich wenig in kaltem, leichter in heissem Wasser und im Alkohol. Liefert mit Basen wohlkrystallisirte Salze. Oxycuminsaures Silberoxyd = Ago,
C20H1105. Sie ist der Oxybenzoegaure C14H6O6 und
der Glycolsaure C4H406 analog.
A e t h e r c u m i n a m s Bur e = C4H50, C20 HI2 NO3
= C24Hl7N04 = C20H10 (C4H5, H2N) 0 4 . Nitrocuminsaureather in alkoholischer Losung wird durch Schwefelammonium rasch reducirt ; beim Abdampfen der Flussigkeit scheidet sich reichlich Schwefel aus. Das Filtrat
setzt beim Verdunsten eine olige Flussigkeit von dunkler
Farbe ab, welche durch Losen in Weingeist und Fallung
mit Wasser gereinigt, die Aethercuminamsaure darstellt.
Ein schweres Oel, loslich in HC1, HBr, NOS, SO3, rnit
denen es sehr losliche, krystallisirbare Salze bildet. Ammoniak bildet damit ein Amid, wahrscheinlich eine dem
Phenylharnstoff analoge Verbindung.
A n i s a m s a u r e = ClGHgNOG = C16H7 (HZN) 0 6 .
Eine wasserige Losung des nitroanissauren Animoniaks
wird durch Sattigung mit Schwefelwasserstoffgas rasch
reducirt, besonders bei gelinder Erwarmung. Es scheidet sich Schwefel ab und in der Losung findet sich jetzt
anisamsaures Ammoniak. Man concentrirt die Flussigkeit und vermischt sie im geringen Ueberschuss rnit
Essigsaure. Es fallt die Anisamsaure als braunliche Masse,
die man auf dem Filter mit Wasser wascht. Man lost
in siedendem W eingeist und erhalt beim Erkalten der
Losung Krystalle von Anisamsaure, die durch Umkrystallisiren gereinigt werden. Die Anisamsaure bildet
bernsteinfarbene Krystalle, die bei gelinder Warme zu
klarer Fl~ssigkeitschmelzen; beim Abkuhlen der Flussigkeit erstarrt dieselbe krystallinisch. Bei starker Hitze
w i d die Saiire zerstort. Wasser lost nur wenig, Alkohol und Aether losen vie1 derselben. Die Anisamsaure
lost sich sehr leicht in alkalischen und sauren Flussig-
318
Untersuchungen %her die Arnidsauren.
keiten und liefert mit Alkalien und mit Sauren krystallisirende Salze.
Mit iiberschussigem Baryt oder mit Kalihydrat destillirt, liefert sie kohlensaures Alkali und die fluchtige Basis
Anisidin.
C16HgNO6
2 B a O = C14H902N
2 (BaO, COZ)
Anisamsaure
Baryt = Anisidin
kohlens.Baryt.
Lost man Anisamsaure in massig starker Salpetersaure und leitet langere Zeit Stickoxydgas durch die
Losung, so entweicht Stickgas und in Losung bleibt
stickstofffreie Oxanissaure.
S a l z s a u r e A n i s a m s a u r e = C16HgNO6,HCl
bildet Krystalle, loslich im Wasser und Weingeist; wenig
loslich im Aether, kaum loslich in salzsaurem Wasser.
Pt Cl2,
Ylatinchlorid giebt damit CIS H9N06, HC1
braunliche Krystalle, ziemlich loslich in heissem Wasser
una Weingeist.
S ch w e f e l s a u r e A n i s a m s liu r e = C16HgNO6,
HO, SO3. Seideglanzende Nadeln, von siissem Geschmack,
leicht loslich im Wasser und in siedendem Weingeist.
S a l p e t e r s a u r e A n i s a m s iiur e = CIS H9 Nos,
HO, NOS. Locker, buschelweise vereinigte Prismen, reichlich loslich im Wasser und Weingeist. Salpetersiiure vermindert sehr die Liislichkeit derselben im Wasser.
A e t h e r a n i s a m s a u r e = A n i s a m a t h e r = C4H50,
C16 HS NO5 = C20 H13 NOS = CIS H6 (C4H5, HzN) 0 6 .
Nitroanissaureiither in weingeistiger Losung wird durch
Schwefelammonium rasch zu Aetheranisamsaure reducirt.
Beim Abdampfen der Losung scheidet sich Schwefel aus
und das Filtrat liefert beim weiteren Eindunsten ein
dickes Oel, das bald krystallinisch gesteht. Farblose
Prismen, leicht loslich in siedendem Alkohol, weniger
leicht im Aether. Nicht loslich in Kali-, Natron- und
Ammoniakfliissigkeit ; die Aetheranisamsaure giebt keine
Verbindungen mit den Alkalien. (Der Name ,,Saure" ist
deshalb nicht passend fur dieselbe.) Mit Salzsaure, Bromwasserstoff, Salpetersaure und Schwefelsiiure liefert sie
krystallisirbare Salze. Das salpetereaure Salz verandert
sich rasch ixnter Schwarzung.
Die Aetheranisamsaure (oder Anisamather) lost sich
leicht in siedender wasseriger Oxalsaure ; beim Erkalten
scheidet sich das oxalsaure Salz des Anisamathers in
warzig gehauften Krystallen aus. Weinsaure bildet mit
Anisamather ebenfalls ein krystallisirbares Salz. Die
Auflosung aller dieser Salze wird durch Ammoniak oder
+
+
+
+
+
'
Usztersuchungen
iiber die Amidsiiuren.
319
Kalilauge zersetzt und die Anisamather gefallt. (Analog
den Alkaloiden.)
S a l z s a u r e r A n i s a m a t h e r = CzoH13NO6, HC1.
Anisamather vereinigt sich unmittelbar mit Salzsgure.
Das farblose krystallinische Salz ist wenig loslich in kaltern, leicht loslich in heissem Wasser, ziemlich loslich im
Aether, sehr loslich im Alkohol. Schmilzt in der Warine,
zersetzt sich in der Hitze, Platinchlorid giebt damit
C20H13N06, HC1
Pt C12; rothlich-braune Prismen, die
in der Luft bald undurchsichtig werden.
Methyloxydanisamsaure = Anisammethyla t h e r = C2H30, Cl6HSNO5 = C18HllN06 = C16H6
(CzH3, HzN) 0 6 entsteht aus nitroanissaurem Methyloxyd
durch Einwirkung des Schwefelammoniums. Krystallisirbar. UnFihig, sich mit Rasen zu vereinigen, liefert der
Anisammethylather mit Sauren krystallisirbare Salze.
Leicht loslich im Alkohol und Aether.
Salzsaurer Anisammethylather bildet zarte, glanzende
Prismen, wenig loslich in kaltem Wasser, leicht loslich
in siedendem Wasser und im Weingeist. Mit Platinchlorid liefert er die Verbindung ClsH11NO6, HC1
P t Cl2 als rothliche, durchsichtige Prismen, die an trockner Luft rasch undurchsichtig werden.
A c e t a m s a u r e o d e r G l y c o c o l l = C4H3(HZN)04
= C4H5NO4. Man erhitzt Monochloressigsaure C4H3C104
mit einer weingeistigen Aetzammoniakfliissigkeit. Es entsteht Salmiak und Glycocoll. Schone Prismen, fahig,
sowohl niit Silberoxyd, als auch mit Salzsaure und Salpetersaure krystallisirte Verbindungen einzugehen.
Man weiss, dass Glycocoll mit Benzok%iure die Hippursaure (Benzursaure), mit Salicylsaure die Salicylursiiure bildet. C a h o u r s stellte nun durch Einwirkung
des Chlorcumyls und Chloranisyls auf Glycocoll- Silberoxyd, die der Hippursaure analogen Sauren Cuminursaure und Anisursiiure dar. Die krystallisirte Cuminursaure = C24H15N06 = C4H2 (HZN) 0 3 , CzOHllO3. Mit
Salzsaure gekocht liefert sie unter Wasseraufnahme Glycocoll und Cuminsaure.
Die Rnisursaurc = CzoH*lNOs bildet farblose Prismen, durch Hitze zerstijrbar und durch Kochen mit Sauren Glycocoll und Anissiiure liefernd. Das Silbersalz =
A g o , C20HlON07.
S ch 1 u s s b e m e r k u n g e n. Die beschriebenen
Amidsawen haben eine andere Bildungsweise, als die
gewohnlichen Amide und Imide. Die letzteren entstehen
+
+
1
320
Untermchulzgen iiber die Amidsiiurelz.
durch Ersetzung des Saueetoffs durch Amid oder Imid,
die ersteren durch Ersetzung des Wasserstoffs durch
Amid, z. B.
C14H606
H3N = C14H604 (HN)
2HO
Salicylsaure Ammoniak = Salicylimid
Wasser.
C14H5 (NO4) 0 4
6 H = C14H5 (H2N) 0 4
4H0
Nitrobenzoesaure Wasserstoff =Benzamsaure Wasser.
Die besprochenen Amidsauren spielen gleichzeitig
die Rolle von Sauren und von Basen. Mit salpetriger
Saure behandelt, verlieren sie ihren sammtlichen Stickstoff; dieser entweicht in Gasform. Die Sanren nehmen
dafiir Sauerstoff auf und bilden Sauren, welche 2 Aeq.
Sauerstoff mehr enthalten, als die Stammstiuren, z. B.
C14H7N04
NO3 = N2
HO
C14H606
Benzamsaure
OxybenzoEsaure.
NO3 = Nz
HO
C4H406
C4H5N04
Gly cocoll
Glycolsaure.
NO3 = N2
HO
CSHSOS
CGH7N04
Alanin
Milchsaure.
Mit atzenden Alkalien bei 3000 C. destillirt, spalten
sich die Amidsauren in Kohlensaure und fliichtige Ammoniakbasen (ammoniaques compos4es), in Lhnlicher Weise,
wie die Stammsauren dabei in Kohlensiiure und die entsprechenden Kohlenwasserstoffe zerfallen z. B.
C14H604
2 BaO = 2 (BaO, COZ)
CIZH6
Benzossaure
Phenylwasserstoff.
C14H5 (HZN)0 4
2 BaO = 2 (BaO, COZ)
(C12H5, H2N)
Phenylamid.
S c h w a n e r t und L i m p r i c h t erhielten aus Alanin
Aeihylamin und aus Leucin Amylamin.
2 BaO = 2 (BaO, ( 7 0 2 )
C4H5, HzN
C6 H7 NO4
Alanin
Aethylamin.
C12H13N04
2 BaO = 2 (BaO, COZ)
CIOHlI, HZN
Leucin
Amylamin.
Nach C a h o u r s giebt das wasserfreie Glycocoll mit
wasserfreiem Baryt destillirt Methylamin und als Zersetzungsproduct des letzteren auch Ammoniak.
2 B a O = 2(BaO,CO2)
C2H3,HZN
C4H5NO4
Qlycocoll
Methylamin.
Mit Kalihydrat erhitzt, liefert das Glycocoll nur
Ammoniak, oxalsnures Kali und Wasserstoff j als Zersctzungsproduct des oxalsauren Kalis auch kohlensaures
Kali.
+
++
+
+ +
+
+
+
+
+
+
+
+
+
+
+
+
+
+
+
+
+
+
+
+
+
Methode zur quantitativen Bestimmung der Blausaure.
+
+
+
321
+
C2H5N
KO
3HO = KO,C2O3
H3N
5H
Methylamin
oxalsaures Kali.
(Annal. de CXirn. et de Phys. 3. Sdr. Juill. 1858. Tom. L I X
pag. 322 - 359.)
Dr. H. Ludwig.
Ueber eine neue ftlethode mr qnantitativen Bestimmung der Blausaure,
B u i g n e t hat ein neues Titrirverfahren zur quantitativen Bestimmung der Blausaure angegeben, welches auf
den Eigenthiimlichkeiten zweier Kupferverbindungen beruht, auf der Farblosigkeit der Doppelverbindung der
Cyanverbindung des Cyanlsupfers mit dem Cyanammonium einerseits, und andererseits auf der tiefblauen Farbe
des schwefelsauren Kupferoxyd-Ammoniaks.
Die Theorie, die B u i g n e t aufstellt, ist folgende :
Denken wir uns eine blausaurehaltige Fliissigkeit, die
mit uberschiissigeni Aetzammoniak versetzt worden war,
so haben wir darin nothwendig, ausser freiem Ammoniak
auch Cyanammonium; fugen wir nun zu derselben so
lange eine titrirte Auflosung von Kupfervitriol hinzu,
bis die Anfangs sogleich wieder verschwindende blaue
Farbung eine bleibende zu werden beginnt, so giebt uns
die eintretende Reaction zu erkennen, dass die zugesetzte
Menge Kupfervitriol hingereicht hat, um alles Cyanainmonium zu binden. Da wir aber eine titrirte Losung von
schwefelsaurem Kupferoxyd angewendet haben, so giebt
uns dieselbe unmittelbar den Blausauregehalt der Flussigkeit in Procenten an.
Wiewohl zu erwarten war, dass diese dem Principc
nach vollkommen richtige Methode sich auch in der
Praxis bewlihren wurde, so ist dieselbe von A. F e r r e i n
einer Prufung unterworfen worden und dabei folgendermaassen verfahren.
In einer abgewogenen Menge einer officinellen Blausaure wurde der Gehalt an H C y mittelst salpetersaurem
Silberoxyd bestimmt; 3,062 Grm. derselben gaben 0,121
Grm. Cyansilber, worin 0,024 Grm. Cyanwasserstoff, mithin enthielt die angewandte Blausaure nach diesem Versuche 0,795 Proc. HCy.
Alsdann wurde nach B u i g n e t ’ s Angabe eine titrirte
Losung von schwefdsaurem Kupferoxyd bereitet, von
welcher ljluC.C. genau 0,001 Grm. HCy ents rach. Nach
5 HO
Proportion 2 Aeq. H Cy: 1 Aeq. CuO, SO3
675 : 1558 = 1000 : x ; x = 2308,
$
Arch. d. Pharm. CXXXXIX. Bds. 3. Hft.
(10
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