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Untersuchungen von Safran und sogenannten Safransurrogaten.

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V i n a s s a , Untersuchungen von Safran.
353
vermoge einer Restenergie haben, welche sich darin aulsert, dals sie
Wasser aufnehmen und mit diesem Konstitutionswasser bewaffnet
Hydroxyde anderer Basen aufzulosen und sich anzugliedern im
Stande sind, mit letzteren nnlosliche basische Salze bildend.
1st dieses Verhalten der Salze starker Sauren festgestellt, dann
lafst sich eine Erscheinung wie die von Dr. E u b e l beobachtete, von
vornhinein konstruieren und kann nichts iiberraschendes mehr haben.
Der Magnesiumbleiessig hat dann die Formel
Mg (C, H3 0,) 0 2
I
und das
P b (OH12
saure Bleiacetat die Formel
P b ((32 H3 0 2 )
I
0 2
2 PbO
daher in der von Dr. E u b e l gegebenen Formel zu Ende nicht
sondern O4 geschrieben werden mufs.
Oz,
Berlin im Juni 1892.
4
'
Untersuchungen von Safran und sogenannten
Safransurrogaten
von Dr. E. V i n a s s a ,
Direktor des kantonalen Laboratoriums fur Hygiene in Lugano (Tessin).
(Eingegangen den 9. VII. 1892.)
I n den sudlichen Landern, der eigentlichen Heimat des Risottos
und der Pastenl), bildet der Safran eines der Hauptgewiirze. Der sehr
hohe Preis dieser Droge veranlafste schon seit Jahrhunderten die
Verkaufer, dieses kostbare Gewiirz zu verfalschen; allbekannt sind
daher die schweren Strafen, welche von den damaligen Handelszentren auf diese Verfalschung gesetzt wurden. In der Litteratur
sind, iiberall zerstreut, so viele Verfdschungsmittel des Safrans angegeben, dals es zweckmbfsig erschien, diese, soweit iiberhaupt erhdtlich, einer Untersuchung zu unterziehen, wobei namentlich auf
die sog. Surrogate (vegetabilische Stoff e und Anilinfrtrben) Rucksicht
1) Pasta = Teigwaren.
Arch. d. Pharm. XXX. Bds 5. Beft.
21
V i n a a s a, Unterauchungen von Saf ran.
354
genommen werden sollte, welche namentlich in der Pastenfabrikation
eine grofse Rolle spielen. CVurde mir doch von einer grofsen
Fabrik unumwunden zugestanden, dafs sie mit einer aus Paris
stammenden Farbe alle Teigwaren farbe. Die Untersuchung dieser
Farbe hat ergeben, dafs es sich dabei um das giftige Martiusgelb
handelt.
Die Hauptaufgabe der vorliegenden Arbeit, die gestellt wnrde,
war, es sollten Methoden gefunden werden, welche auch dem Laien
die Entdeckung der Falschungen des Safrans ermoglichen. Es war
dabei unser Bestreben, diese Arbeit moglichst in Tabellenform abzufassen und im Texte nur die absolut notigen Erklarungen zu geben,
urn nicht zu weitlaufig zu werden.
I n der ersten Tabelle (Tabelle J) werden sowohl Safran, als
auch die einzelnen vegetabilischen Drogen, welche zur Verfalschung
desselben dienen, rein uud ungemischt untersucht und zusammengestellt. I n Kiirze sind die hierbei erzielten Resultate tolgende :
1. Ein reiner Safran soll mit Paraffin01 interm Mikroskop untersucht, moglichst gleichmafsig dunkelorange gefarbte Fragmente erkennen lassen; farblose oder hellgelbe Fragmente lassen auf ausgezogenen Safran oder auf Beimischung von sog. Feminelle schliefsen.
Von den Pflanzenteilen des Safrans sind vor allem sehr charakteristisch die Pollenkorner, sowie die GefBfse.
Um, wie bereits von P r o c t o r I) angeregt ist, den Handelswert
des Safrans mittels Kaliumbichromat zu bestimmen, wurde eine
Losung desselben von 10 Proz. angewendet. Den Safran liefs man
durch Wasser extrahieren, indem man die Flussigkeit damit (1 : 1000)
unter ofterm Umschutteln 4 Stunden lang bei gewohnlicher Temperatur digerieren liefs und hierauf 50 ccm abfiltrierte. I n einen
anderen gleichweiten Cylinder liefs man alsdann zu 50 ccm Wasser
Kaliumbichromatlosung aus einer Burette so lange zntraufeln, bis
die Farbe der Mischung die gleiche Nuance zeigte. Die Menge
der hierzu verbrauchten Chromatlijsung wurde in ccrn angegeben
und dieselbe zugleich auf das Trockengewicht des Safrans bezogen.
Ein guter Safran soll hierzn im Mittel ca. 5,3-6,0 ccm Chromatlosung erfordern ; das Minimum an zu verbrauchender Chromatlosung
ist jedenfalls auf 3,5 ccm festzustellen. Um eine noch ahnlichere
1)
Vierteljahrsschrift fur Lebensinittelchemie. Band IV, 295.
V i n a s s a , Untersuchungen von Safran,
355
Farbennuance als Titer zu benutzen, wurde Brillantgelb angewendet,
welches die Herren B a y e r & Cie. in Elberfeld mir nebst andern
Farbenmustein aufs freundlichste zur Verfugung stellten. Es sei
auch an dieser Stelle Herrn B a y e r & Cie. der herzlichste Dank abgestattet. Es stellte sich jedoch leider heraus, dafs die Kaliumbichromatlosung konstantere Resultate giebt, als eine Anilinfarbe,
weswegen diese Losung zur Bestimmung des Handelswerts nur mit
gewisser Reserve dienen kann.
Die Schwierigkeit, die gleiche Nuance zu el-halten, Begt in der
Verdiinnung der Farbe einerseits und der rotorangenen Farbe anderseits, eine Nuance, welche sich ziemlich schwierig treffen Iafst.
G e d s mit grofster Berechtigung wurde bei vorstehenden Untersuchungen auch Rucksicht auf die Kapillaranalyse genommen, umsomehr, als von vorneherein anzunehmen war, dafs dieselbe brauchbare Resultate ergeben wiirde. Letztere Resultate sind auf Tab. A.
graphisch zusammengestellt. Diese Untersuchungen wurden genau
in der von Prof. G o p p e l s r o d e r vorgeschriebenen Art1) ausgefiihrt.
Ein ca. 30 em langer und 3 cm breiter Streifen bssten Pitrierpapiers wurde zu diesem Zwecke mit dem untern Ende in eine
lo/,Liisung des Safranfarbstoffs getaucht und das obere Ende an
einen horizontalen Glasstabe befestigt. Die Flussigkeit steigt infolgs
der Kapillaratraktion in die Hohe; nach 3 Stunden wird der Streifen
alsdann rasch getrocknet und die entstandenen Zonen gemessen.
Es ergab sich hierbei als scharfes Charakteristikum, d a h der Safranfarbstoff 4 Zonen bildet, zu unterst eine dunkelorangefarbene, dann
eine difhsorange und eine rangere absolut farblose, welche rnit e h e r
scharf abgegrenzten schwach gelblichen endigt, Zonen, wie wir sie
weder bei Verfdschungen mit vegetabilischen Stoff en, noch lnit
Anilinfarben wieder treffen. Es bietet somit die Kapillaranalyse
eine Siufserst brauchbare Methode zur Erkennung der fremden Beimengen im Safran.
Ein reines Safranpulver - es kamen bei diesen Untersuchungen
nur zerkleinerte Drogen in Betracht - enthalt durchschnittlich
11-12 Proz. Feuchtigkeit und im Durchschnitt ca. 6,5 Proz. Asche.
Nehmen wir also fur die Feuchtigkeit als Maximum 16 Proz. und
1)
ifberKapillaranalyse etc. vonProf. F r i e d r i c h Goppelsrtider,
Wien, 89, sowie den Beilagen dazu pag. 70.
23s
356
T i n a s s a , Untersuchungen von Safran.
fiir die Asche 8 Proz. an, so mufs diese Grenze als eine sehr hohe
bezeichnet werden. Mikroskop, Kapillaranalyse und Aschengehalt
geben uns somit gute Anhaltspunkte bei der Untersuchung des
Safrans.
Im weiteren wurden die LZisungen sowohl des reinen Safrans,
als auch der Verfalschungsmittel auf ihr Verhalten gegen Ather,
Chloroform, Amylalkohol, Schwefelkohlenstoff, sowie gegen Quecksilberoxyd gepriift.
In der Litteratur findet man haufig die Angabe: man prufe den
Safran auf Anilinfarbstoffe, indem man ihn mit Ather schuttelte; eine
Gelbfarbung wurde auf Anilinfarbstoffe deuten. Dies ist nur in gewissem Sinne richtig. Absolut reiner Ather mit getrocknetem Safran
geschuttelt, nimmt allerdings nur hellgelbe Farbung an; wird aber
luftrockenes Safranpulver verwendet und nicht Ather absolutus, so
geht infolge der grorsen Loslichkeit des Polychroits in Wasser und
Alkohol dieser Farbstoff auch in den Ather uber und kann dann
diese Prufungsmethode zu irrigen Auff assungen Anlah geben.
I n gleicher Weise wurden sowohl der Safran, als auch die zur
Verfalschung desselben dienenden Drogen mit Amylalkohol, Schwefelkohlenstoff und Chloroform ausgeschuttelt ; leider wiederum ohne ein
wirklich charakteristisches und brauchbares Resultat zu erhalten.
Endlich wurde die Safranlosung mit tierischer Kohle ausgeschiittelt. Dabei wurde folgendermaben verfahren: 10 ccm einer
Losung werden im Reagiercylinder mit 0,l g Tierkohle einige
Sekunden stark durchgeschuttelt und die Flussigkeit dann rasch durch ein
Doppelflter fltriert. Bei Safran, sowie bei samtlichen vegetabilischen
Zusatzen resultiert ein farbloses Filtrat, wahrend dasjenige eines
Safrans, der mit Anilinfarben gefalscht ist , meist gefarbt erscheint,
ein Verhalten, das zur Erkennung der Falschung mit Anilinfarben
beitragen kann, namentlich wenn es sich um Farben handelt, melche
auch kapillaranalytisch schwer nachweisbar sind (9. Tabelle I1
Nr. 3, 6 u. 9). Bei dieser Ausschuttelung ist jedoch stets eine
Rontrolprobe mit reinem Safran erforderlich, um sich nicht in Trugschlusse zu verirren; namentlich ist die Zeitdauer des Schuttelns
maglichst kurz eu nehmen, ca. 5-10 Sekunden.
Im weiteren wurden, wie aus der Tabelle I ersichtlich ist, di3
vorkommenden Verfalschungen fur sich in genau der Weise untersucht, wie der Safran selbst, und dabei berucksichtigt: Flores
V i n a s s a , Untersuchungen von Safran.
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Calendulae, Flores Carthami, Lignum Santali, Schalen der Allium
cepa, getrocknete Fleischfasern, Crocus vernus, Lignum Campechianum,
Flores Granati, Stigmata Maidis und Curcuma. Der sog. Capsafran
war trots aller Bemuhungen nicht aufzutreiben.
Bei Beurteilung der Safranfiilschungen wie bei allen mikroskopischen Untersuchungen tiberhaupt ist die Anfertigung von Testobjekten unerlfifslich.
Bei Verwendung von Bliitenteilen anderer Pflanzen zur Verffilschung des Safrans sind meist die Pollenkorner das sicherste Erkennungszeichen, ferner liefert auch die Behaarung, sowie die Harzgauge Anhaltspnnkte. Die Holzer lassen sich leicht mikroskopisch
nachweisen; die Zellen der Zwiebelschalen mit ihren groDen Oxalatkrystallen sind ebenfalls sehr charakteristisch, ebenso die Curcuma
durch ihre St'drkekorner.
Schwieriger gestaltet sich die Sache bei Crocus vernus, allein
das Sammeln der Pistille desselben ist so zeitraubend, dars dies
Verfalschungsmittel wohl nie ernstlich in Betracht kommen kann.
Bei der Untersuchung der fraglichen Praparate kann auch das
Verhalten gegen konz. Schwefels'dure zur Entdeckung von Verfdschungen mit vegetabilischen Substanzen von Wert sein. Wahrend
Safran nur blaue Stromchen bildet, ergeben die Verfdschungen ganz
anders gefiirbte, braune, kirschrote oder violette Aderchen. Zu erwiihnen ist jedoch, dars bei einigem Stehen die blauen Stromchen
ebenfalls in ein schmutziges Volett ubergehen.
Vorziigliche Dienste leistet auch hier die Kapillaranalyse, da die
oberste Zone meist sehr charakteristisch gefarbt ist , so namentlich
bei Carthamus, Calendula, den Holzern etc.
Es sei hier noch angefiihrt, dafs auch der Farbstoff des Crocus
vernus einer chemischen Untersuchung unterzogen wurde. Pistille
desselben lieb man einige Tage mit verdiinntem Alkohol digerieren,
verdampfte das Filtrat und untersnchte den Ruckstand. Dfit konzentrierter H, SO4 ergab sich eine intensive Dunkelgriinfiirbung, mit
HC1 gekocht spaltete sich der Farbstoff in Zucker und einen, in
Wasser unltislichen, orangefarbenen K6rper; es scheint somit der
Farbstoff des Crocus vernus dem Polychroit ahnlich zu sein.
Da sich alles a r i g e aus der Tabelle I ergiebt, wenden wir
uns Tabelle II zu.
358
V i n a E s a. Untersuchungen von Safran.
Dieselbe enthiilt die Untersnchnngen uber die mir zuganglichen
Anilinfarben, welche fur Safranverfalschung dienen sollen und als
Safransurrogate den Weg in den Handel gefhclen haben. Zu
leichterer Orientierung wnrde die Zahl, unter welcher die hetreffenden Farbstoffe in den Tabellen von S c h u l z und J u l i u s aufgefiihrk
sind, angegeben, ebenso wurde, soweit es bis jetzt erforscht und
sicher konstatiert ist, das physiologische Verhalten, ob giftig oder
unschadlich, vorgemerkt.
Bei diesen Untersuchungen hat die Kapillaranalyse ganz priichtige Anhaltspunkte geliefert , indem die erhaltenen Stxeifenbilder
meist aufserordentlich charakteristisch sind, so namentlich fur :
salpetersaures Chrysoidin, Metanilgelb, Benzoorange, Dinitrocresol,
Pikrinsaure, Brillantgelb , Orange 11, Tropaeolin, Ponceau 11 R.,
Tropaeolin 000 KO. 2 , sowie Martiusgelb und Jaune vermicellea
(s. Tab. B).
Letzteres wurde als Safransnrrogat fiir Teigwarenfabrikation
empfohlen und ist auch schon in grofserer Menge verarbeitet worden ,;
die genane Untersuchung ergab jedoch, dafs es sich hierbei urn
nichts anderes handelt, alsumdasgiftigeMartiusgelb.Wie bereits erwahnt,
findetman in der Litteratur haufigdie Angabe, dafs man Safran mit Ather
anschutteln solle, behufs Prtifung des letzteren auf Anilinfarben ;
genaue Untersuchung der samtlichen reinen Farbstoff e (nicht der
L6sungen) rnit chemisch reinem Ather, haben jedoch ergeben, dals
nur die allerwenigsten safranahdichen Anilinfarben in Ather ubergehen; es kann also diese Art der Untersuchung schwere Irrtumer
hervorrufen, um so mehr, als auch der Safranfarbstoff etwas in
Ather loslich ist.
Ebenso ergab das Verhalten derselben gegen
Chloroform, Amylalkohol, Schwefelkohlenstoff, sowie gegen Quecksilberoxyd kein sicheres Kriterium fiir die Untersuchung von Safransurrogaten. Charakteristischer dagegen ist das Auftreten verschieden
gefarbter Stromchen irn Schwefelsauretropfen, dieselben kljnnen
gerade in Fallen, wo die Kapillaranalyse versagt, gute Anhaltspunkte geben.
Beim Ausschiitteln mit Knochenkohle, wobei wieder 10 ccm
einer Liisung von ungefiihr 1 : 1000 bereitet verwendet und mit 0,l g
Kohle kurze Zeit kraftig geschuttelt wurde, ergab sich in weitaus
den meisten Fallen. dafs die Anilinfarbe schwerer von der Kohle
aufgenommen wird, als der vegetabilische Farhstoff : es verschwindet
V i n a s s a , Untersuchungen von Safran.
359
meist derjenige Teil der kunstlichen Farbe, welcher kapillaranalytiseh die unterste Zone bildet, bei zu langem Schutteln aber
wird auch in vielen Fallen der Anilinfarbstoff vollstandig absorbiert.
Dinitrokresol, Poncean, Metanilgelb , Nartiusgelb, Pikrinsanre,
Tropaeolin etc. lassen sich auf diese Weise bestens nachweisen,
Tabelle B. zeigt uns das kapillare Verhalten der kunstlichen
Farbstoffe.
Nachdem auf den beiden ersten Tabellen die reinun Drogen
und kunstlichen Farben, welche zur Safranverfalschung gebraucht
werden, untersucht und gepriift worden waren, wurden sowohl
Mischungen von reinem Safran mit vegetabilischen Substanzen der
Tabelle I, und zwar im Verhaltnis von genau gleichen Teilen angefertigt, als auch von reinem Safran mit Anilinfarben der Tabelle 11.
Bei letzterer Mischung wurde nach einem in der Praxis gefundenen
E'alle in folgendem Verhxltnis gemischt: Safrhn 50 Proz., Gips
20 Proz., Starkemehl 10 Proz., Zucker 15 Proz., kiinstlicher Farbstoff 5 Proz.
Wie aus den nachstehenden Tabellen ersichtlich ist. decken sich
.die Resultate vollstandig mit denen von I und I1 plus der jeweiligen
Reaktion des Safrans. Dadurch ist man in Stand gesetzt, die Verfischungen im Safran leicht aufzufinden, sei es kapillaranalytisch
ader mittels des Mikroskopes und der mikrochemischen Schwefelsaurereaktion. Betrachten wir die Resultate der Untersuchungen
naher, so mufs konstatiert werden, dafs weitaus die gebrauchlichsten Fiilschungsmittel Safflor, Calendula und Santelholz sind, wovon
namentlich ersterer sehr haufig zur Verwendung kommt. Deshalb
gebranchen auch die Handler dafur zur Tiiuschung des Publikums
clie schonen Namen Zaffranone,') Safran b&tart, Safre. I n einem
beinzigen Falle (Nr. 17) konnte Verfalschung mit Zucker und Gips
konstatirt werden. Nr. 12 war mit einer Anilinfarbe, die, da das
Muster zu klein war, nicht in den Bereich dieser Untersuchung gezogen worden konnte, verfalscht. Aurserdein fanden wir noch eine
Reihe von Verfilschungsmitteln, die sich jedoch samtlich entweder
mikroskopisch , chemisch oder kapillaranalytisch nachweisen lieken.
Auf die sehr verschiedenen Resultate bei der Bestimmung des
Handelswerthes mittelst Chromatlosung sei hier ebenfalls aufmerksam
1)
Safran = ital. Zafferano, Zaffranone bqdeutet Safran schlechter
Qualitat.
360
Vi n a s s a , Untersuchungen von Safran.
gemacht, praktisch kann derselben jedoch kein zu grofser W e r t
zugemessen werden.
Um die vorliegende Arbeit nicht zu umfangreich werden zu
lassen , wurden die kapillaranalytischen Resultate nach dem
Ausschutteln der Safranlosung mit Knochenkohle nicht erwahnt,
sondern ist nur die Farbe des Filtrates angefuhrt. Es sei jedoch
bemerkt, dafs diese Filtrate beinahe ganz die gleich gefarbten
Streifen und Zonen ergaben , wie die reinen Anilinfarbstoffe , nur
fehlte hie und da die unsterste Zone, oder die Farbung war etwas
blamer. Die mit Vegetabilien gefdschten Safrane ergaben sets ein
farbloses Filtrat.
Nachdem die Untersuchungen der reinen Safrane sowie dessen
Verfdschungsmittel, sowohl vegetabilische als auch kunstliche Farbstoffe und Gemische derselben genau gepruft worden, sei es gestattet, in der letste; Tabelle (V) die Resultate der Untersuchung
von 60 amtlich bei den Verkaufern erhobenen Safranmustern anzufiihren.
Ein kleines Muster, welches sich als mit fein zerteiltem Carne
secco verfdscht erwies, war leider zu klein, urn analysiert werden zu
konnen, ich begnuge mich daher damit, diesen jedenfalls sehr seltenea
Fall hier nur anzufuhren. Da die Aufzahlung aller Einzelheiten den
Rahmen der Arbeit weit iibersteigen wurde, sei auf das Studium
der Tabellen verwiesen und begnugen wir uns daher damit, zum
Schlusse noch die praktischen Resultate zusammenzustellen , welche
aus den Untersuchungen sich ergeben haben und zu konstatieren,
welche Bestimmungen man bei der Analyse des Safrans stets auszufiihren hat.
Die Untersuchungen zerfallen in 3 Kategorien. 1) die mikroskopische und mikrochemische, 2) die chemische und 3) die physikalische.
I. Die mikroskopische Prufung. Ein zur Untersuchung gelangendes Safranpulver soll stets unter Paraffin01 untersucht
werden; in gutem Safran sind die einzelnen Partikelchen
gleichmafsig gefrirbt. Zeigen sich dagegen vide weifse oder
gelbliche Fragmente , welche das Aussehen des Safrans besitzen, so lafst dies den Schlufs auf Vermischung mit Feminelle oder
ausgezogeuem Safran zu.
V i n a s a a , Untersuchungen von Safran.
361
Eine weitere Probe wird unter konzantrierter Schwefels&ure
unter der Stativlupe gepriift. Reiner Safran giebt nur blaue Stromchen,
die allmahlig h schmutzig violet iibergehen, wiihrend die meisten
Verflllschungsmittel gewohnlich charakteristische violette oder kirschrote Stromchen zeigen.
Eine dritte Probe endlich wird mit Chloralhydrat aufgehellt und
nach mehreren Stunden mit Wasser ausgezogen, filtriert und bei
stiirkerer Vergrolserung untersucht. Bereits auf dem Filter erkennt
man leicht die groberen Fslschungen mit Santel- oder Eampechehoh
oder solche mit Saflor. Namentlich sehe man bei der mikroskopischen Untersuchung auf die Pollenkorner , welche meist charakteristischer sind als die Bluthenteile, da es z. B. Safrane giebt, welche
den Farbstoff in den d W e n GeAssen so ziih zuriickhalten, dafs der
Ungeubte dieselben fiir Harzgange des Safflors halten konnte. Ebenso
sind bei Calendula die dreiknopfigea Pollenkiirner charakteristischer
und sicherer zu fhden als die Oltriipfchen. Bei anderen Verfdschungsmitteln wiederum sind Haare, Krystalle etc. sehr charakteristisch, sodafs keine Verwechselung statthden kann.
II. Die chemische Unterauchung. Bei derselben sind stets vorzunehmen die Besthnmung des Wassergehaltes und der Asche.
Es kommt hiiufig vor, dafs der game Safran im feuchten Keller
gehalten wird, damit die hygroskopischen Narben moglichst vie1
Feuchtigkeit anziehen, so dak auf diese Weise das Gewicht vermehrt wird. Als Maximum des Wassergehaltes ist jedenfalls
15-16 Proz. als das znlassig Hiichste anzusehen.
Die durch sorg%altiges Veraschen des Safrans erhaltene Asche
sol1 in maximo 8 Proz. desselben betragen; beim a e r s c h r e i t m
dieser Zahl ist auf Sand, Gips und Baryt zu priifen. Bei dem Iangsamen Veraschen zeigt sich ebenfalls ein charakteristisches Verhalten
des Safrans. Derselbe entwickelt einen an Safrmaroma erinnernden
gelben Rauch, wahrend bei Zusatz von Zucker ein eigenthiimlich
stechender Geruch auftritt. Der Aschengehdt soUte stets auf lufttrockene Substanz und auf das konstanta Gewicht angegeben werden.
Die Bestimmung des Handelswertes des Safrans mittels
10 prozentiger Kalinmbichromatl6sung nach oben beschriebener
Methode, hat einen gewissenw-erth in so fern, als 50 ccm Wasser,
urn die Farbung einer aus Safran bereiteten Losung (1 : 1000)
zunehmen, zirka 5-6 w n i der Bichromatlosung bedurfen. Diese
362
V j n a s s a , Untersuchungen von Safran.
ist jedoch nur eine relative, da je nach Boden, Klima und
Jahrgang auch die Menge des in den Narben aufgespeicherten Polychroits variiren wird. Bei Beurtheilung des Safrans nach dem Farbstoffgehalt muss daher sehr vorsichtig vorgegangen werden. Die
Losung von 1 : 1000 ist anf Trockengewicht des Safrans bezogen,
nicht auf lufttrockenes Material.
III. Physikalische Bestinimungen. Wird Safran auf Wasser,
welches sich in einem flachen Teller befindet, gestreut, so nimmt
dasselbe eine intensive gelbe Farbe an, indem sich die einzelnen
Partikelchen entfarben. 1st der Safran verfischt, z. B. mit Santelholz, Kampecheholz oder Safflor, s o zeigen sich hierbei zahlreiche
schwarze oder rote Punkte. Es ist dies eine gute qualitative Vorprufung. Als eine physikalische Probe, welche bei der Untersuchung
des Safrans von grossem Werthe ist, muss die Kapillaranalyse angesehen werden. Durch dieselbe lassen sich sowohl die meisten
vegetabilischen Substanzen, als namentlich auch fast alle Anilinfarben
leicht nachweisen. Die hierzu anzuwendende Losung des Safranfarbstoffes ist wiederum der Einfachheit halber zu 1 : 1000 angenommen worden und Eels man die Streifen zirka 3 Stunden lang in
der Losung hiingen.
Zum Schlusse sei noch meinen beiden Etarbeitern Herrn cand.
pharm. K n a p p aus Base1 nnd Herrn B e u h n e aus Dresden der
beste Dank fur ihre Mithilfe ausgesprochen.
Lugano, d. 23. Juni 1892.
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