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Verbena officinalisVorkommen von Adenosin und -Carotin Zur Frage des von Kuwajima beschriebenen Verbenins.

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320
W i n d e , E c h a u s t und H a n s e l
Archiv der
Fharmazie
Die Mikroanalyseii wurden im mikroanalytischen Laboratorium der Sundoz A . G'.
(Dr. W . Schoniger) ausgefu hrt. Die IR- Spektren wurden im spektralanalytischen Laboratorium cler Sandoz A . (7. (Dr. H . Q. Leewunn und Dr. M . Kohler) aufgenommen.
Zusammenfassung
Es wurde eine Gruppc neuartig substituierter Succinimide hergestellt, die sich
von den bisher bekannten dadurch unterscheiden, daB das C-3-Atom des Succinimids spiro-artig mit dem C-4 eines Piperidinrings verknupft ist. Einige Vertreter
sind aktive Parasympathicomimetica. Als Strukturbeweis wurde 2,8-Dimethyl-2,8diazaspiro-[4,5]-decandion-1,3zum bereits bekannten l-Methyl-3,3-diathylsuccinimid abgebaut.
Anschrift: Dr. E. Jucker, Pharmaz.-clieni. Abt. der Firma Sandoz AG, Basel (Schweiz).
1976. E. W i n d e , I. E c h a u s i *) und R. H a n s e l
Verbena officinalis :
Vorkommen von Adenosin und p-Carotin **)
Zur Frage des von Kuwajima beschriebenen ,,Verbenins"
Aus dem Institut fur Pharmakognosie der Freien Universitiit Berlin-Dahlem
Direktor: Prof. Dr. R. Hansel
(Eingegangen am 12. November 1960)
Zwei Arzneipflanzen aus der Familie der Verbenaceen sollen galaktagog wirksam
sein: die an den Kusten des Mittelmeeres heimische Vitex Agnus castus L.I) und
die iiber ganz Europa verbreitete Verbena officinalis L2).
Eine definierte Substanz
als Trager der galaktagogen Wirkung konnte aus Vitex agnus castus bisher noch
nicht isoliert werden. Dagegen beschreibt K. Kuwajima3) als Wirkstoff der Verbena
officinalis eine von ihm isolierte Substanz, die er Verbenin nannte. In der Erwartung, eine nahere Untersuchung des Verbenins wurde uns vielleicht bei der Losung
des Wirkstoffproblems der Vitex-Droge weiterhelfen, haben wir erneut die Prage
der Existenz des Kuwajirnaschen Verbenins aufgegriffen.
Das Hauptglykosid des Verbenakrautes, das Verbenalin4) (= Verbenalosid), ist
durch die Untersuchungen von CheyrnoF), Reichert6) und Karrer?) der chemischen
*) Unter auszugsweiser Verwendung der in Vorbereitung befindlichen Dissertationsarbeit van
I. Echnust.
**) 4. Mitt. uber die Inhaltsstoffe der Verbenaceen. 3. Mitt. E. Win& und R. Hansel, Arch.
Pharmaz. 293, 556-567 (1960).
l ) R. Mohr, Dtsch. med. Wochenschr. 79, 1513 (1954).
2, H . Crieue, A modern Herbal, London 1931, 8. 830.
3, K. Kuwajimn, Tohoku J. exp. Med. 36, 28-43
(1939).
4, L. Bourdier, Arch. Pharmaz. 246, 272 (1908).
5 , J . Cheymol, Le verbenafaside, Dissert., Paris 1937.
6, B. Reichert, Arch. Pharmaz. 273, 357 (1935).
i , M. Cohn, E . Vis und P. Karrer, Helv. chim. Act. 37, 790 (1954).
294.66. Bd.
1961, Nr. 4
Verbena officinalis: Vorkomnirn con Bdenosin und P-Curotin
221
Konstitution nach und in seinen pharmakologischen Eigenschaften bekannt. Es
handelt sich um ein glukosidisches Lakton nachstehender Struktur mit schwach
0
'0'
Verbenalin
(Kurrer und Mitarb. 19.54)
parasympathikomimetischen Eigenschaften. Im Jahre 1939 gibt K . Kuwujima3) an,
daB neben dem Verbenalin in der Pflanze ein zweites Glykosid vorkommt, dessen
chemische Eigenschaften denen des Verbenalins auffallend gleichen. Dieses sog.
Verbenin unterscheidet sich vom Verbenalin durch den etwas hoher liegenden
Schmelzpunkt (179O gegenuber 177"), die Kristallform (kleine Tafelchen gegenuber
langen Nadeln) und durch die pharmakologische Wirkung ; im Gegensatz zum
Verbenalin, das nach HoZstes) in grofieren Dosen klonische Krampfe verursacht, sol1
diese Wirkung dem Verbenin nicht zukommen. K . Breitwieserg)aul3ert jedoch wenig
spater (1942) berechtigte Zweifel an der Existenz des Verbenins : Die Nacharbeitung der von Kuwajima angegebenen Methode fuhrt ihn zwar zum Verbenalin, nicht
aber zum Verbenin. Die seither offene Prage des Vorkommens von Verbenin kann
heute mit den Methoden der Papierchromatographie aussichtsreicher angegangen
werden, denn sie erlauben die laufende Uberprufung der bei der Aufbereitung angefallenen Fraktionen. Die im Vergleich zum Verbenalin sehr iihnlichen chemischen
Eigenschaften des Verbenins lassen die Vermutung zu, daB fur beide Stoffe dieselben papierchromatographischen Nachweismethoden geeignet sind.
Spezifische Nachweisreagentien fur die papierchromatographische Identifizierung
des Verbenalins sind unseres Wissens bisher nicht bekannt. Reines Verbenalin ist
auf dem Chromatogramm weder im Tageslicht, noch unter der normalen Analysenlampe sichtbar. Betrachtet man das Chromatogramm jedoch unter einer UV-Lampe
mit gefilterten Emissionslinien zwischen 254 und 260m,u, wie sie fur die Erkennung
von Purinen verwendet wird, so ist Verbenalin als grauvioletter Fleck sichtbar.
Andere Inhaltsstoffe, die wegen ihrer starken Eigenabsorption und Fluoreszenz
diese Form des Nachweises storen, konnten durch Vortrennung an einer Cellulosebzw. Polyamidsaule entfernt werden. Proben der einzelnen, zu je 10 bzw. 15 ml getrennt aufgefangenen Fraktionen wurden nebeneinander aufgetragen; als Bezugssubstanz lief authentisches Verbenalin auf dem Chromatogramm mit. Das Ergebnis
veranschaulichen Abb. 1 und 2.
A . Holste, Zeitschr. exper. Patholog. 19, 483 (191s).
K . Ereitwieser, Pharmakognostische Untersuchungen iiber Verbenaceen, Habilitatiorlsschrift, Braunschweig 1942. Gedruckt bei Gatzer und Huhn, Schramberg/Schwarzw.
x,
9)
Archiv der
Pharmazie
W i n d e , Echaust und H d n s e l
222
0 0 .
0 0 0
0
0
.
0
0 0
0 0 0
0 0
V
7-18 19-21 22-31
V
V
7-18 79-21 22-37
?->a 19121 22-31
~
Eutanol/Eisessig/H,O
20 ', 6 Std.
60 % Isopropanol
20") 8Std.
50 % Methanol
20 ', 3 Std.
Abb. 1. Beispiele fiir Chromatogramme von Verbena-Auszugen nach Vortrennung an
Cellulcse
0
0
0 0
0
0
0
0 0
0
0
0
~
V
1-a 9:72 73-23
Butanol/Eisessip/H,O
20", 6Std
V
7-8 9:72 73-23
60 % /sopropanot
20 ,' 8 Std.
V
I-8 9-12 73-23
50 % Methanol
20",3Std.
Abb. 2. Beispiele fur Chromatogramme von Verbena-Busziigen nach Vortrennung a n
Polyamid
294.'66. Bd.
1961, ~ r4 .
Verbena officinalis: Vorkominen von Adenosin und ,9-Carotin
223
Nebeii dem Verbenalin-Fleck waren auf dem Chromatogramm unter der Purinlampe noch zwei weitere Flecken (R, 0,32 und R, 0,4l)rnit ahnlich grauvioletter
Farbung zu erkennen. GemaB unserer Arbeitshypothese konzentrierten wir uns
zunachst auf die Isolierung dieser Substanzen. Praparative Chromatographie des
in Butanol loslichen Anteils eines waBrigen Pflanzenextraktes (vgl. Versuchsteil,
Abschn. 4a und 4b) fuhrt in sehr geringen Ausbeuten ( O , O O 1 ~ o ) zur Substanz R,
0,41, die in kleinen, farblosen Nadeln kristallisiert. Nach mehrmaliger Umkristallisation aus Wasser schmilzt sie bei 229"*). und zeigt eine scharfe Absorptionsbande
41,3).
bei 257 mp (ESDez.
--___
Adenosin ,,Merck"
Verbena-Adenosin
70 000
5000
Abb. 3. UV-Spektrum von Adenosin ,,MercE" und von Verbena-Adenosinin n/10 HC1
Sehr uberraschend und im Gegeiisatz zum Verbenalin konnte durch die Probe
nach Lassaigne Stickstoff nachgewiesen merden. Bei der hydrolytischen Spaltung
mit verdunnter Schwefelsaure treten als Spaltprodukte Ribose und ein N-haltiger
Korper auf, der sich papierchromatographisch in mehreren Losungsmittelsysteinen
wie Adenin verhalt. Die naheliegende Annahme, daD es sich bei dem isolierten
Verbena-Inhaltsstoff um Adeno s i n handelt, wird bewiesen durch einen Vergleich
unserer Substanz mit authentischem Adenosin (Fa. Merck). Ein Gemisch beider
Substanzen zeigt keine Schmelzpunktdepression, ihre Extinktionskurven stimmen
im ultravioletten Bereich nach Lage und Hohe der Banden miteinander uberein
(Abb. 3) ; auf dem Papierchromatogramm haben beide Substanzen in verschiedenen
Losungsmittelsystemen die gleiche Laufgeschwindigkeit.
*) Alle Schmelzpunkte wurden als Mikroschmelzpunkte mit dem Heiztischmikroskop der Fa.
Leitz bestimmt.
224
W i n d e , Echaust und HLinsel
Archiv der
Pharmazie
Adenosin ist Bestandteil der lebenswichtigen Nucleinsauren. In freier Form wurde
es u. W. bisher nur aus Agaricus nebulariuslO)und Aesculus hippocastanusll) isoliert.
Durch uberlegtes Vorgehen war es uns also nicht gelungen, eine Substanz mit der
Kristallform und den Eigenschaften des Verbenins aufzufinden. Wir waren uberrascht, als diese Kristalle uns wahrend der Drogenaufbereitung zufallig in die Hande
fielen.
Die Oberphase (Essigester-Aceton, 8 : 2, V/V) einer Ausschuttelung des waiBrigen
Blattextraktes blieb, mit einem Uhrglas bedeckt, in einem Becherglas bei Zimmertemperatur vier Monate lang stehen. Im Verlaufe dieser Zeit hatte sich ein brauner
Bodensatz abgeschieden, von dem die iiberstehende, klare und farblose Fliissigkeit
abgegossen wurde. Aus dieser Fliissigkeit schieden sich nach wenigen Tagen etwa
100 mg kleiner, tafelformiger Kristalle ab. Sie schmolzen bei 176-178", verhielten
sich aber papierchromatographisch und im UV-Absorptionsspektrum wie Verbenalin. Umkristallisation aus h h a n o l fuhrte zu wei5en Nadeln (Schmp. 180-181 "),
die sich auch im Mischschmelzpunkt als vollig identisch mit Verbenalin erwiesen.
Damit glauben wir, die von Breitwieserg) geau5erte Vermutung experimentell
bestatigt zu haben, da5 Verbenin eine Kristallmodifikation des Verbenalins darstellt. Die Bedingungen, unter denen die eine oder die andere Kristallform erhalten
wird, scheinen weniger durch die Art des Losungsmittels, als vielmehr durch die
Kristallisationsgeschwindigkeit bestimmt zu sein. So gelangten wir in einem anderen
Palle zu den tafelformigen Kristallen auf folgende Weise: eine Flasche mit dem auf
500 ml reduzierten Chloroformextrakt aus 400 g Blattdroge war uber etwa sechs
Monate beiseite gestellt worden. Im Laufe dieser Zeit hatten sich in Hohe des
Fliissigkeitsspiegels ebenfalls die oben beschriebenen Kristalltafelchen abgeschieden.
Die ffberfiihrung der einen in die andere Form laBt sich nicht beliebig oft wiederholen; zumindest ist es uns nicht gelungen, sie reproduzierbar zu gestalten.
Die fur unsere Untersuchungen eingesetzte Verbenadroge war den Angaben von
Kuwajima entsprechend vor der Aufarbeitung auf Verbenalin bzw. ,,Verbenin" mit
Petrolather entfettet worden. Wir hielten es fur angeraten, auch noch den Petrolatherextrakt - zumindest orientierend - auf das Vorkommen verbenalinahnlicher
Stoffe zu priifen. Der Extrakt wurde mit Petrolather-Ather (8 :2, V/V) als Elutionsmittel an Aluminiumoxyd ,,Woelm" Akt.-St. I, chromatographiert. Es ergaben sich
keine Anhaltspunkte fur das Vorkommen der gesuchten Substanzen, jedoch erfolgte
eine Auftrennung der enthaltenen Pigmente in vier deutlich gegeneinander abgegrenzte Zonen. Aus der vorletzten Fraktion, die als roter Ring die Saule durchlief,
konnten wir nach Abdestillation des Losungsmittels bei Normaltemperatur etwa
20 mg p-Carotin erhalten. Zur Identifizierung stiitzten wir uns auf Literaturangaben12),mit denen wir die von uns ermittelten Daten verglichen: Schmp. : 180';
UV-Absorption: 451 und 482 m,u (Hexan); Kristallform : rote, rhombenformige
Bliittchen.
10) N . Lofgren, B. Luning, H . Hedstrcim, Act. chem. Scand. 8, 670 (1954).
11) U . Fiedler und G . Hildebrandt, Arzneimittel-Forsch. 5, 447 (1955).
12) P. Karrer, E. Jucker, Carotinoide, Base1 (1948), S. 137-138.
2S4.fGG. Bd.
1961, ~
r4 .
Verbena officinalis: Vorholnmen won Adenosin und 8-Carotin
225
Zusammenfassung
Das von Kuwajima (1939) als ein neues Glykosid der Verbena officinalis beschriebene Verbenin konnte in der Droge nicht nachgewiesen werden. Die Vermutung
Breitwiesers (1942) wurde nunmehr experimentell belegt, da13 Verbenin eine Kristallmodifikation des Verbenalins darstellt.
Die laufende papierchromatographische uberpriifung der bei der Aufbereitung
anfallenden Praktionen fuhrte zur Auffindung und Isolierung v o n Adenosin.
Kristallisiertes fl-Carotin fie1 bei der Praktionierung des Petrolatherauseuges an.
Versuchsteil
1. V e r s u c h e z u r I s o l i e r u n g v o n V e r b e n i n n a c h K u w a j i m a
1 kg grob zerkleinerter Blatter von Verbena officinalis L. wurden zur Entfernung lipoidloslicher Substanzen im Soxhlet-Apparat'mit Petrolather ausgezogen. Die entfettete Droge
wurde anschlieDend eine Woche lang mit 2 1 Ather extrahiert. Nach dem Erkalten wurde
der griin gefarbte Atherextrakt von dem grauen Bodensatz abgegossen, der Bodensatz mit
wenig kaltem Wasser gewaschen und schliel3lich in wenig heiliem Wasser gelost. Nach dem
Erkalten schieden sich nadelformige Kristalle ab, die durch Umkristallisation aus Wasser
und aus Alkohol gereinigt wurden. Schmp.: 180-181"; UV-Spektrum: &, 240 mp.
2 . I s o l i e r u n g v o n V e r b e n a l i n n a c h P. Ka,rrer
2 kg der getrockneten Droge wurden zerkleinert und mit 8Oproz. Methanol unter Zusatz
von etwas CaCO, ausgekocht. Der erhaltene Methanolextrakt wurde filtriert und nach Zusatz von CaCO, unter vermindertem Druck eingeengt. Wahrend des Einengens schied sich
an der Kolbenwand eine griine, harzahnliche Masse ab. Daher wurde die Destillation verschiedentlich unterbrochen und die iiberstehende Fliissigkeit noch heil3 von dem harzigen
Riickstand dekantiert.. Kachdem der Methanolauszug auf 50 ml eingeengt war, wurde
der so verbliebene zahfliissige Extrakt nacheinander fiinfmal mit je 100 ml wassergesattigtem Essigester je ,?/, Stunde lang unter hiiufigem Umschiitteln ausgekocht. Der Essigesterextrakt wurde stufenweise eingeengt und jedesmal fur einige Tage zur Kristallisation beiseitegestellt. Die abgeschiedenen Kristalle wurden durch Umkristallisation aus Alkohol und
240 mil.
Wasser gereinigt. WeiBe Nadeln, Schmp. : 180-181" ; UV-Spektrum: A,
3. P a p i e r c h r o m a t o g r a p h i s c h e U n t e r s u c h u n g d e r u n t e r 1. u n d 2 . i s o l i e r t e n
Substanzen
Die unter 1. und 2. erhaltenen Kristalle wurden in Methanol gelost, die Losung unterschiecllich stark auf den Startpunkten des Chromatogramins angereichert (Papier Schleicher
und Schiill, 204313). Das Chromatogramm wurde, zu einem Zylinder gerollt, i n einer Glaskammer mit folgenden FlieBsystemen aufsteigend chromatographiert :
a) Butanol-Eisessig-Wasser,4 : 1 : 5 , V/V/V; Laufzeit: 6Std.
b) Isopropanol-Wasser, 6 : 4, V/V; Laufzeit: 8 Std.
c) Methanol-Wasser, 5 :5, V/V; Laufzeit: 3 Std.
Raumtemperatur : 20" C.
Durchschnittliche Laufstrecke Startpunkt-Losungsmittelfront:ca. 18 cm. Markierung der
Flecken unter der Purinlampe (Klein-UV-Analysenlampe ,,Pula").
226
Archiv der
W i n d e , Echaust und H u n s e l
PharrnaLie
Rf-Werte der Substanzen, isoliert nach
System
1. (Kuwajima)
2 . (Karrer)
a
b
0,59
0,87
C
0,86
0,59
0,87
0,86
4. I s o l i e r u n g d e r S u b s t a n z R, 0 , 4 1 * ) a u s V e r b e n e a o f f i c i n a l i s L.
3 kg des getrockneten und grob zerkleinerten Verbenakrautes wurden in Anteilen zu je
250 g im Soxhlet-Apparat mit Petroliither entfettet. Anschlieljend wurde die Droge ebenfalls in Anteilen zu je 250 g - nach Zusatz von etwas CaCO, rnit 80proz. Methanol
extrahiert. Der Methanolextrakt wurde unter vermindertem Druck auf ein Viertel seines
Volumens eingeengt. An der Kolbenwand hatte sich da.s Chlorophyll als zahe, harziihnliche
Masse abgesetzt, von dem die iiberstehende Flussigkeit noch heiB dekantiert wurde. Die
Flussigkeit wurde weiter eingeengt. die Destillation jedoch zur Abtrennung des erneut abgeschiedenen Chlorophylls noch zweimal unterbrochen. SchlieBlich wurden 100 ml eines
braunen, dickflussigen Extraktes erhalten. Der Extrakt wurde 30mal rnit je 100 ml wassergesattigtem Butanol ausgeschiittelt. Die vereinigten Butanolausschuttelungen wurden
unter vermindertem Druck zur Trockne eingeengt. Zuriick blieben etwa 12 g einer braunen,
harzahnlichen Masse, zu deren weiterer Aufbereitung wir uns der Saulenchromatographie
bedienten.
a) C h r o m a t o g r a p h i e a n C e l l u l o s e
In ein Chromatographierohr von 5 cm 0wurde i n kleinen Anteilen Whatman-Cellulosepulver eingefiillt und durch wiederholtes Aufstauchen der Siiule verdichtet. Die 40 cm hohe
Cellulosesaule wurde mit 50 proz. Methanol so lange gewaschen, bis nach Abdampfen
einer Probe der Waschflussigkeit kein Riickstand mehr verblieb.
500 mg des Harzes wurden in 10 ml 50proz. Methanol gelost und vorsichtig auf die
noch mit einer 2 mm hohen Schicht Waschflussigkeit bedeckte Cellulosesiiule aufgegossen.
Die Chromatographie erfolgte mit 5oproz. Methanol. Das mit einer Tropfgeschwindigkeit
von 20 TropfenlMin. austretende Eluat wurde in Fraktionen zu je 10 ml aufgefangen.
Papierchromatographisch wurde festgestellt, daB in den noch stark braun gefiirbten
Fraktionen 1-18 neben Verbenalin noch andere, nicht naher identifizierte Komponenten
enthalten waren. Die Fraktionen 19-21 waren nur schwach gefarbt und enthieIten in
geringen Mengen die Bestandteile der ersten Fraktionen, aber auch schon etwas Substanz
Rf0,41. Die Fraktionen 22-31 waren nahezu farblos und enthielten in nachweisbaren
Mengen nur die Substanz Rf 0,41.
Die vereinigten Fraktionen 22-31 wurden bei starker Druckverminderung und einer
Temperatur von 40"zur Trockne eingeengt. An der GefaBwand hatten sich farblose Nadeln
abgeschieden, die durch Umkristallisation aus Wasser gereinigt wurden. Schmp. : 229".
Zur Aufarbeitung der gesamten Harzmenge muate diese Trennung 24mal wiederholt
merden. Sie fuhrte zu einer Ausbeute von etwa 30 mg. Wesentlich leichter gelangten wir
zu der gleichen Verbindung durch Anwendung von Polyamid a n Stelle der Cellulose. Die
recht umstandliche Butanolausschiittelung umgingen wir, indem wir den zur Sirupkonsistenz eingeengten, wiiljrigen Blattextrakt aus 3 kg Blattern eine Woche lang mit Essigester
perforierten. Nach Entfernung des Essigesters durch Destillation unter Druckverminderung
erhielten wir 10 g einer braunen, harzahnlichen Masse.
*) System Butanol-Eisessig-~~asser,
4 : I :3 , 17/V/V.,aufsteigend.
234. 66. Bd.
1961, ~ r 4 .
Verbena officinalis: Vorkommen von Adenosin und B-Carotin
227
b) C h r o m a t o g r a p h i e a n P o l y a m i d ( , , U l t r a m i d " K 228 B M 2. B A S F )
Ein Chromatographierohr von 2,5 ern wurde trocken mit dem Polyamid auf eine Hohe
von 80 cm gefiillt. I m Gegensatz zur sonst iiblichen Methode des Einschlammens bevorzugten wir die trockene Fiillung, weil wir uns auf diese Weise den Quelleffekt d e s recht
grobkornigen Ultramids zur Verdichtung der Saule zunutze machen konnten. Die Siiule
wurde mit destilliertem Wasser so lange gewaschen, bis nach dem Abdampfen der abgetropften Fliissigkeit kein Ruckstand mehr zuriickblieb. 2 g der harzahnlichen Masse wurden
aufgetragen und mit destilliertem Wasser chromatographiert. Ein papierchromatographischer Vergleich der zu je 15 ml aufgefangenen Fraktionen e g a b folgendes:
fiaktionen 1-8 waren braun gefarbt und entsprachen in ihrer Zusammensetzung den
Fraktionen 1-18, die an der Cellulosesaule erhalten wurden.
Fraktionen 9-12 waren fast farblos; papierchromatographisch liel3en sich keine Inhaltsstoffe nachweisen.
Fraktionen 13-23
waren farblos, enthielten ausschlieljlich die Substanz Rf0,41.
Die vereinigten Fraktionen 13-23 wurden zur Trockne eingeengt und zur Reinigung
noch einmal iiber die Polyamidsaule gegeben. Das die Substanz enthaltende Eluat wurde
auf wenige ml eingeengt. Nach 24stiindigem Stehen hatten sich Kristalle abgeschieden, die
von der Fliissigkeit abzentrifugiert wurden. Mehrmalige Umkristallisation aus Wasser
fiihrte zu kleinen, weil3en Kristallnadeln mit dem Schmelzpunkt 229".
5. I d e n t i f i z i e r u n g d e r S u b s t a n z R, 0 , 4 1 a l s A d e n o s i n
a) N a c h w e i s v o n S t i c k s t o f f
Der Stickstoffnachweis wwrde in der iiblichen Weise nach Lassaigne gefiihrt. 3 mg Substanz R, 0,41 uwrden in einem Probierrohrchen mit einem Meinen Stuck metallischem
Natrium bis zum schwachen Gliihen erhitzt. Die Kuppe des Glases wurde in 3 ml kaltem
Wasser gesprengt und der Inhalt zur Losung gebracht. Nach Zusatz von 2 Tropfen gesattigter Ferrosulfatlosung wurde die Losung aufgekocht und filtriert. Auf Zusatz von
2 Tropfen Ferrichloridlosung zu dem mit verdiinnter Salzsaure schwach angesauerten
Filtrat bildete sich eine kraftige Blaufarbung aus. Nach einiger Zeit hatte sich der blaue
Farbstoff zusammengeballt und am Boden des Reagenzglases abgesetzt. Ein Blindversuch
ohne Substanz verlief negativ, der Parallelversuch mit authentischem Adenosin ( 2 mg)
fie1 positiv aus.
b) Papierchromatographischer V e r g l e i c h m i t A d e n o s i n ,,Merck"
Es wurde in gleicher Weise verfahren, wie unter 3. beschrieben.
System
Ri-Werte von
SubstaIlz Ri 0,41
ButanollEssigsaurelWasser
60% Isopropanol
500,b Methanol
0,41
0,6l
0,51
Menosin ,,Merck"
0,41
0,6l
0,51
c) H y d r o l y s e u n d N a c h n e i s d e r S p a l t p r o d u k t e d e r V e r b e n a - S u b s t a n z Rf
0,41
1 mg der Substanz wurde in 3 ml Zproz. H,SO, ' I 2Stunde lang auf dem siedendenm'asserbade erhitzt. Sodann wurde mit Ba(OH), neutralisiert, das Bariumsulfat abzentrifugiert
228
Archiv der
Pharmazie
W i n d e , E c h a u s t und Hansel
und die iiberstehende Fliissigkeit abdekantiert. Die Fliissigkeit wurde eingeengt und papierchromatographisch untersucht.
Der Zuckeranteil konnte auf dem Chromatogramm durch Bespriihen mit einer Anilinphthalatlosung und nachfolgendes Erhitzen auf 85' als roter Fleck bei Rf0,31 (System:
Butanol-Eisessig-Wasser,4 : 1 : 5,V/V/V Papier: Schleicher und Schull2043b) sichtbar gemacht werden. Durch Vergleich der Rf-Werte und Farbung des Fleckens nach der Behandlung mit Anilinphthalat mit authentischer Substanz konnte der Zucker als Ribose
identifiziert werden.
Zurker
aus Substanz Rf 0,41
Ribose ,,Merck"
Rf-Wert
Flirhung
0,31
0,31
rot
rot
Das Aglykon envies sich papierchromatographisch als identisch rnit Adenin ,,Roche".
System
B/E/W, 4 : 1: 5, V/V/V
60% Isopropanol
50% Methanol
Ri-Werte vnn
Spaltprodukt
0,38'
Adenin ,,Roehe"
0,64
0.38
0,64
0,57
0,57
d) M i s c h s c h m e l z p u n k t m i t A d e n o s i n , , M e r c k "
Sowohl die aus Verbena isolierte Verbindung, als auch Adenosin ,,Merck" wurden aus
Wasser umkristallisiert und 48 Stunden lang im Exsiccator uber CaC1, getrocknet. Ein
Gemisch beider Substanzen schmolz bei 229" (Adenosin ,,Merck", Schmp. : 229").
6. I s o l i e r u n g d e r v o n Kuzoujiiiia a l s , , V e r b e n i n " b e s c h r i e b e n e n , t s f e l f o r m i gen Kristalle
A) Wie unter 2. beschrieben, wurden aus 2 kg Bfattdroge 50 ml eines dickfliissigen,
wal3rigen Extraktes gewonnen. Die Ausschiittelung dieses Extraktes erfolgte
a) 1Omal mit je 50 ml wassergesattigtem Essigester,
b) 5mal mit je 50 ml Essigester-Aceton-Gemisch (9 : 1),
c) 5mal mit je 50 ml Essigester-Acetongemisch (8 : 2).
Die vereinigten Ausschiittelungen c) wurden wahrend 4 Monaten in einem Becherglas,
das mit einemuhrglas abgedeckt war, bei Zimmertemperatur bis auf etwa 5 ml abgedunstet.
Die iiberstehende klare, farblose Flussigkeit wurde von dem brauneii Bodensatz abgegossen
und blieb noch einige Tage in einem offenen R'eagenzglase stehen. Es schieden sich farblose
bereits makroskopisch i n ihrer Form erkennbare, rechteckige, tafelformige Kristalle ab.
Schmp. : 176-179" ;Ausbeute : etwa 200 mg.
B) 400 g getrocknete und zerkleinerte Blatter von Verbena officinalis wurden eine Woche
lang im Soxhlet-Apparat rnit Chloroform extrahiert. Der auf 500 ml eingeengte Chloroformextrakt blieb fur die Dauer eines halben Jahres i n einer verschlossenen Flasche stehen.
Wahrend dieser Zeit schieden sich in Hohe des Fliissigkeitsspiegels kleine, tafelformige
Kristalle ab, die den oben beschriebenen entsprachen.
Ausbeute: etwa 150 mg.
294. 66. Bd.
1961, ~ r 4.
Verbena officinalis: Vorkommen von Adenosin und p-Carotin
229
Umkristallisation der Tafeln aus Alkohol undWasser fiihrte zu Nadeln, Schmp. 180-181
Die papierchromatographische Untersuchung der isolierten Substanz erfolgte in der
gleichen Weise, wie unter 3. beschrieben.
Rf-Werte
System
Tafeln
nach Umkrist. (Nadcln)
Verbenalin
BEW
6056 Isopropanol
50% Methanol
0,59
0,87
0,59
0,87
0,86
0,86
0,59
0,87
0,86
7 . I s o l i e r u n g von B - C a r o t i n
400 g der getrockneten und zerkleinerten Blattdroge wurden im Soxhlet-Apparat eine
Woche lang mit Petrolather extrahiert. Der Petrolatherextrakt wurde auf 100 ml eingeengt. 50 ml dieses Extraktes wurden auf eine trocken gefiillte, 17 em hohe Saule von
Aluminiumoxyd ,,WoeZm" (Akt. St. I) rnit 2 em 0aufgetragen. Zunachst wurde mit 60 ml
reinem Petrolather chromatographiert. Dabei erfolgte eine Auftrennung a n der Saule in
vier gut gegeneinander abgegrenzte Zonen :
Zone 1 (von unten nach oben) : 10 cm, \veil3
Zone 2
5 em, hellgriin
Zone 3
0,s cm, braunrot
Zone 4
1,s em, dunkelgriin
Die Zonen wanderten mit reinem Petrolather nur sehr langsam. Deshalb wurde die
Elution mit einem Petrolather-&her-Gemisch (8 : 2) fortgesetzt. Die braunrote Zone 3
trennte sich jetzt auf in eine rote Zone 3a und eine braune Zone 3 b. Die Eluate der einzelnen
Zonen wurden getrennt aufgefangen. Bei langsamem Abdunsten des Losungsmittels schieden sich aus der Fraktion 3a etwa 20 mg roter, rhombischer Bliittchen ab. Der Schmelzpunkt liegt bei 180".
Schmp.
UV-Spektrum, jl,,,
(Hexan)
Kristallform- und -farbe
Verbena-Carotin
B-Carotinll)
l8O0
451 mp
482 mp
rote, rhombenformige
Blattchen
452 m p
481 mp
rote, rhombenformige
Blattchen
181O
Anschriften der Verfasser: Institut f u r l'harmakognosie der Breien Gniversitit Berlin, Berlin-Dahleni,
Schweinfurth Str. 63.
Arch. 294./GG. Band, Heft 4
16
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