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Vergleichende Reactionen von AuszUgen verschiedener Farbhlzer Rinden BlUthen u. s. w. so wie der Cochenille

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274
Ludwig,
in dieser Besiehung nur die Versuche R o b i q u e t's bestiitigen, nach welchen derselbe j e nach den angewandten
Mengen beider Salze eine etwas variirende Zusammensetzung hat. Bei Anwendung einer Losung von 10 At.
schwefelsaurem Eisenoxydul und 8 At. Kaliumeisencyaniir
ist die Fallung so vollsthdig, dsse iru Filtrate keines beider Salze nachzuweisen ist; die Zersetzung ist hier demnach IoFeO, SO3 und 16KCy
8 Fe Cy = 6 KCy
18 Fe Cy und 10 KO, SO3. Die Quantitiit jedes einzelnen
SalzeR kann indess um 80 vie1 vermehrt werden, dass
diese Zunahme einem halben Atome entspricht, ohne davs
irn Filtrate eines derselben nachzuweisen w#re.
+
+
-
Mittheilungen aus dem Laboratorium des chemischInstitutes des Professors
r. H. Ludwig in Jena.
Vergleiehende Reactionen vou Aasziigeii verscbiedencr
Parbholzer, Rinden, Bliithen uI sI w., so wie der
Cochenille,
Dime Reactionen eind von mir schon irn Jahre 1849
angestellt worden, urn bei meinen damaligen chemischen
Vortragen am landwirthschaftlichen Institute Stiitzpuncte
fur die Classification der Farbmaterialien des Pflanzenreichs aufzufinden. Den Grund fiir die jetxige Veroffentlichnng finde ich in einer mir vorliegenden Broschiire : ,filkmoire mi)' les altbations frauduleuees de In
Garance et de ee8 ddrive'e contenant un proce'de' usuel propre
it les reconnaitre, par M. D. F a b r e jeune de Monteur
( Vaticlzue), pharmacien chintiste d Arles. Avignon, imprimerie ZAmide'e Chaillot, place du change 5. 1860." Der
Verfasser hat fur das in dieser Schrift niedergelegte Verfahren der Entdeckung der Verfalschungen des Krapps
einen Preis von 500 Franken und eine silberne Medaille
erhalten. lch will den Inhalt der Schrift kurz mittheilen
und meine eigenen Beobachtungen daran kniipfen, die in
vielen Stiicken mit denen des Herrn F a b r e ubereinstimmen und dieselben erganzen.
Illittheilungen aus dem Lahoratorium.
zta
Der Krapp des Handels, in Pulverform, enthiilt als
Verfdschungen sowohl Mineralsubstanzen, als organische
Stofle. Von den ersteren : Ziegelmehl, rothen und gelben
Ocker, gelblichen Thon und Sand; von den letzteren:
Campecheholz, rothes Santelholx, dio verschiedenen Varietaten des Hrasilienhobes (Fernambuk-, Lima-, Sappanholz), Visettholz, Cubaholz, Eichenrinde, Sumach, Gallaipfel, Rucksthde von der Garancinbcreitung, Extracte
der genannten Holzer und Rinden. Ausserdem lussen
die Fabrikanten von Garancin einen Theil der zur Bereitung desselben dienenden Schwefelsiiure in dem Qarancin
und sattigen dieselbe mit 1 bis 5 Proc. Kreide oder Soda,
wodurch das Product mit Qyps und Glaubersalz verunrcinigt und cteine farbende Kraft oft bis auf die Halfte
vermindert wird.
Zur Erkennung der mineralischen Verunreinigungen
und Verfilschungen empfiehlt F a b r e das Verfahren des
Professors S c h u m a n n , die Schlammung und Einascherung. Bei der Schliimmung sinken die beigemengten
Erden zu Boden, da sie weit schwerer sind als die organischen Theilchen des Krapppulvers. Die Aschen des
reinen Krapps losen sich theilweise in Wasser aber vo1lig in Salzsaure, wahrend die thon-, ocher- und sandhaltigen Qorten in Sahsaure sich nicht vollig lasen. Der n8tiirliche Aschengehnlt ist bei Alizari der Levante 9,80 Proc.
(Chevreul), bei Avignon-Krapp nach der Erschopfung mit
Wasser 8,75 Proc. (Schlumberger)
Elsasser-Krapp desgl.
7,20
,, (Derselbe)
n
n
nach Kochlin 8,25 bis 8,42 Proc.
Der mit hheralsubstanzen verfiilschte Krapp hinterliisst begreiflich weit mehr Asche.
Nach Fa b r e hat die Krappverfilschung ihren Sitz
in Frankreich (Rouen, Mulhouse, Avignon), Belgien, Holland, Barcelona, Glasgow, Breslau, Russland, New -York
die Spitzbiiberei geht hinter der ehrlichen Fabrikation
und neben derselben her.
Die Priifung auf vegetabilische Farbstoffe besteht
20*
Ludwig,
276
nach F a b r e in der Vergleichung der Reactionen eincr
wasserigen Abkochung des achten Krapps oder achten
Garancins mit denen des verdiichtigen Productes. Verinuthet man Santelholz, so muss auch eine weingeistige
Abkochung gemacht werden. Zur Priifung nimmt man
10Grm. der Probe, kocht mit 200 C. C. Wasser
Stunde
lang, filtrirt und vertheilt das Filtrat in wenigstens 10 Portionen. Als Reagentien dienen: Barytwasser, Kalkwasser,
salpetersaurer Baryt, Chlorbaryum, kohlensaures Natron,
90gradiger Weingeist, concentrirte Schwefelsaure, salpetersaures Silberoxyd, salpetersaures Wismuthoxyd, essigsaures, salpetersaures und schwefelsaures Kupferoxyd, Zinnchloriir, Zinnchlorid, Eisenvitriol, schwefelsaures und salpetersaures Eisenoxpd, essigsaures und salpetersaures
Bleioxyd, saures chromsaures Kali, saures oxalsaures
Kali, Kalium, essigsaures, salpetersaures, schwefelsaures
und salzsaures Zinkoxyd.
Auszug aua F a b r e ’ s Tabellen:
Chlorbaryum giebt irn Krappdecoct keine Reaction,
im Garancindecoct hellrosa Farbung ; Lei Campecheholzdecoct purpurviolette Farbung; bei Quercitron reichliche
Flillung brannrother Flocken, bei Qehalt an schwefelsauren Salzen reichlichen Niederschlag, ebenso wenn
Hnrytwasser oder salpetersaurer Baryt als Reagentien
benutzt werden.
Kohlensaures Natron fiillt die gypshaltigen Ausziige
vcrfiilschten Garancins.
Weingeist von 900 fkllt ebenfalls Gyps.
Concentrirte Schwefelsaure fhrbt Krappabkochung
rothgelb; Garancinauszug gelbroth bis griinlichgelb j Campecheholzauszug dunkelroth ; bringt im Brasilienholzdecoct
gelbrothen Niederschlag hervor, wahrend die Flussigkeit
dunkelgelb wird j Santelholzauszug carmoisinroth bis cochenilleroth; im Quercitronauszug orangerothe Flocken.
Salpetersaures Silberoxyd: Krapp und Garancin flockiger schmutzigrother Niederschlag; gerbsaurehaltige
Rinde und Galliipfel schmutziggelber Niederschlag ; Sumach schmutzig grungrauer Niederschlag ; Campecheholz
-
iiittheilungen aus dem Laboratorium.
277
schmutzigvioletter Niederschlag, spiiter grungrau j Santel'
braunrother Niederschlag; Visettholz desgl.
Salpetersaures Wismuthoxyd : Krapp und Garancin
flockiger weisser Niederechlag, schwachrosa; gerbsaurehaltige Stoffe orangefarbener Niederscblag ;Sumach schmutzigweisser Niederschlag, Fliissigkeit griingelb; Brasilienholz rother Niederschlag ; Campecheholz violetter Niederschlag und eben solche Flussigkeit ; Santel keine Fallung,
aber intensiv rothe Farbung.
Kupfersalze: Krapp und Qarancin flockiger rotblichweisser Siederschlag; gerbsaurehaltige Rinden rothbrauner N.; Sumach gelbbrauner N.; Campecheholz blau oder
dunkelweinfarbiger N. ; Brasilienholz flockiger granatrother N. ; Quercitron grungelber N., Flussigkeit hellgrun ;
Visettholz braunrother N. ; Cubaholz braungelber bis
dunkelgriiner N.
Zinnchloriir : Krapp und Qarancin briiunlicher N.,
Fliissigkeit braungelb ; Brasilienholz rosa N. j Santelholz
dunkelrother N. ; Visettholz rothlichoranger N. ; Cubaholz
gelber N. ; Quercitron rother N. ; Campecheholz violetter
oder blauer N.
Zinnchlorid: Krapp und Garancirr keine Fallung oder
schmutziggelber N. ; Campecheholz violetter N. und eben
solche Flussigkeit ; Brasilienholz N. und Fliissigkeit roth ;
Santelholz ziegelrother N. ; Cubaholz goldgelber N. j Quercitron gelblichweisser N. ; Sumach weissgelber N. .
Zinnchloriirchlorid in gerbsaurehaltigen Ausziigen
schmutziggelber N.
Eisenvitriol in Krapp und Garancin braune Flirbung
der Fliissigkeit und erst nach 24 Stunden einen rothen N.
Santelholz violetter N.
Eisensalze im Allgemeinen in gerbsaurehaltigen Ausziigen blauschwarze Ftirbung; Campecheholz blauschwarzer N. ; Kastanicnrinde und Exbract schwarze Farbung;
Brasilienholz violettbrauner N. ; Qnercitron graue Farbung und graubrauner N.
Eisenoxyd, schwefehaures : Sumach dunkelgriine Flus-
278
Ludwig,
sigkeit, der Niederschlag grunbraun; Santelholz intensiv
rothbrauner N.
Bleisalze : Krapp und Garancin flockiger braunrother
N. ; gerbsaurehaltige Ausztige weissei. N. j Campeeheholz
violetter N. ; iiberstehende Fluasigkeit grunlich ; Santel,
blauvioletter N. ; Brasilienholz rother N.; Cubabolz (Gelbholz) orangegelb ; Visettholz orangeroth; Sumach zeisiggelber ins Hellrothe ubergehender N. ; Quercitron rothgelbe Flocken.
Saures chromsaurea Kali in Krapp und Garancin
keine Veranderung; gerbsiiurehaltige Ansziige nnch 12
Stunden Verdunkelung der Farbe ; Brasilienholz lebliafte
Rothung; Visettholz schwache Verdunkelung ; Cubaholz
keine Reaction; Quercitron cochenillerothe Farbung.
Saures oxalsaures Kali : Sumach grungelbe Farbung ;
erst nach 12 Stunden leichter weisser N.
Kalialaun in Krapp und Garanncin leicliter rothlichbrauncr N. ; die Flussigkeit bleibt hraun rothlichgclb gefirbt ; Brasilienholz rother N. j Cubaholz und Visettholz
gelber N. ; Cainpecheholz erst gelb, dann violette Farbung, dsnn rothe n Niederschlag. .
Zinksalze : Krapp und Garancin rothlichbrauner flockiger N. ; Ciimpocheholz dunkelrother N. und Santelholz
lebhaft rother Niederschlag (Arles im -4pril 1859, D. F a b r e jeunc).
Meinc eigcnen Beobachtungen will ieh nicht nach
den Reagentien, sondern nach den Farbsubstanzen gcordnet
hier folgcn lasscn.
A. K r a p p . - I. W a s s e r i g e r K r a p p a u s z u g .
Bei durchfallenilem Lichte bernsteinfarben (gelbbraunlich,
ins Rothe); Schwefelsiiure (hier urid spater immer verdiinnte) verandert die Farbe in braunlichgelb ; Kalilauge
in gelbroth; Ammoniak dcsgl., kohlensaures Natron desgl.;
Eiserichlorid gruiilich gelbbraune Farbung ; Bleiessig keine
auffallen de Veriindcrung.
Die wassorigc Abkocliuiig der gemahlenen Krapp
wurzel giebt auf Zusatz von SalzsLure einen briiunlichen
-
Mittheilungen nus
dent
Ldoratorium.
279
Niederschlag (Rrapphuminsaure) und die davon abfiltrirte
Fliissigkeit nimmt auf Zusatz von Kalilauge oder kohlensaurem Natron eine schone rothe Farbe an.
11. W e i n g e i s t i g e r K r a p p a u s z u g . Der mit
Wasser behandelte Krnpp giebt mit Weingeivt susgekocht einen feurig gelbrothen Aiiszug, intensiver gefiirbt,
als der wssserige Auszug ; Schwefelslure verlndert die Farbe
in schwach rothlichgelb ; Kalilauge in schon purpurroth ;
Aetzammoniak mehr hochroth ; kohlensaures Natron desgl.;
Eisenchlorid gelbe Farbung; Bleiessig hellrothliche Ti<bung; Alaunlosung verandert das Rotli in Orange; auf
Zusatz von Ammoniak fallt ein rother Lack nieder.
B. C a m p e ch e holz (von Haematoxglon Canapechianum). Der heiss bereitete wasscrige Auszug erscheint bei
durchfallendein Lichte dunkelpurpurroth ;verdiinnte Schwefelsaure verandert diese Farbe in hellorangegelb ; Aetzkali in dunkelviolett ; Aetzammoniak in dunkelroth; kohlensaures Natron desgl. ; wenig Eisenchlorid nebst essigsaurem Natron violettschwarze Fallung ; vie1 Eisenchlorid
gelbes Geinisch; Alannlosung andert das Roth der LSsung in gelb um; Ammoniak fAllt aus dem Gemisch
einen dunkelvioletten Lack ; Uleiessig dunkelviolettblaue
Fallung und Farbung; Weingeistzusata iindert die dunkelpurpurrothe Farbe des wasscrigen Auszugs in gelbroth.
C. S a n t e l h o l z . 1. W h s s e r i g e A b k o c h u n g .
Hellbrnunrother Santel gab eine hellrotlilichgelbe Abkochung ; verdiinnte Schwefelsiinre macht dieselbe beinahe
farblos, sie erscheint nur schwaehgelblich; Aetzkali braunlichgelb; ebenso H3N und NaO, CO2; Alaunlosung dann
Ammoniak braunlichgelbe Fallung ; Bleiessig einen grauen
Niederschlag ; heisses Wasser zielit sonacli aus dem gemahlenen Santel nur sehr wenig Farbstoff aus.
11. W e i n g e i s t i g e A b k o c h u n g . Hierzu wurde
der mit Wasser ausgekochte ltiickstand des vorigen Versuches benutzt. Die Losnng ist stark gelbroth gefiirbt;
sie wird durch verdiinnte Schwefelsaure fast purpurroth
und scheidet Farbenflocken aus ; Kalilauge giebt purpur-
280
L21dzUig,
rothe Farbung, keine FKllung; ebenso Ammoniak und
kohlensauree Natron ; Alaunlosung giebt rothe flockigc?
Fkllung; Alaunlosung nebst Ammoniak purpurviolette
Fallung ; Bleieesig hellrothe Fiillung.
Daa Santelroth aist harziger Natur. Besonders auegezeichnet ist seine Verdunkelung durch Schwefelsaure
(Campecheroth und Fernambukroth werden heller, ins
Qelbe durch SO3).
D. F e r n a m b u k h o l z (von Caesalpinia echinata).
Der heiss bereitete wgsserige Auszug erscheint rothgelb
und wird schon beim Filtriren durch gewohnliches kalkhaltigee Papier purpurroth.
Die rein rothgelbe Fliissigkeit wird purpurroth durch
Kalilauge, Ammoniak, kohlensaures Natron. Sie wird
heller rothgelb durch verdiinnte Schwefelsaure ; Eisenchlorid fiirbt dieselbe br#unlichgelb ; Bleiessig giebt violette Fallung ; Alaunlosung liisst die rothgelbe Farbe des
Auszuges fast unverandert; auf Zusatz von Amnioniak
entstcht ein schon purpurvioletter Lack ; Weingeist verwandelt die rothlichgelbe Farbe des wasserigen Auszuges
in eine reingelbe.
Die durch verdiinnte Schwefelsaure gelb gewordene
Losung wird durch hineingeworfene Zinkstiicke in Folge
der Einwirkung des entwickelten Wasserstoffs nach
stiindiger Einwirkung vollig farblos.
E. V i s e t t h o 1z. Der heiss bereitete wasserige
Auezug ist fast reingelb (safrangelb). Verdiinnte Schwefelsiiure macht die Losung sehr hellgelb, fast farblos.
Kalilauge fiihrt die Farbe in dunkelroth, ein Yurpurroth
mit Stich ins Braune iiber; beim ErwiIrmen wird die
Fliissigkeit noch dunkler. .Ammoniak bewirkt rothbraune
Farbung; kohlensauree Natron desgl. ; Alaun keine Fdlung, auf Zusatz von Ammoniak gelbe Flocken; Eisenchlorid nur schwache Verdunkelung der Farbe, selbst
auf Zusatz von eesigsaurem Natron; Bleiessig gelblicher
Niederschlag, nach Zusatz von Ammoniak fleischroth.
Mittheilungen aus dem Labor.atorizim.
281
Das Visettholz gehort also zur Fernambukholz - Gruppe,
da sein Farbstoff durch Alkalien intensiv roth wird.
F. Q e l b h o l z (MOTUS tinctoria). Der heiss bereitete
wasserige Auszug besibt eine hellbraungelbe, etwas verdunnt eine feurig safrangelbe Farbe. Aetzkali, Ammoniaknnd kohlensaures Natron bewirken geringe Verdunkelung
der Farbe; mit Aetzkalilauge erhitzt, stark braune Farbung; Kalkwasser hellgelbe Farbung, ohne Niederschlag ;
Alaunlosung keine Faillung, auf Zusatz von Amrnoniak
dicker gelber Niederschlag ; Bleiessig dicker gelber Kiederschlag ; Eisenchlorid schwarze Fiillung.
G . Q u e r c i t r o n (von Quercus tinctoria). Der heiss
berejtete wasserige Auszug ist hellgelbbraun; Schwefelsiiure farbt ihn hellgelb ; Kalilauge dunkelbraungelb ;
ebenso H3N und NaO, COZ; Kalkwaaser trubt die Losung;
Alaun keine Fiillung; nach Zusatz von Ammoniak gelbe
Flocken ; Bleiessig sbrken gelben Niederschlag ; Eisenchlorid giebt schwarze Fallung; auch nach Zusatz von
Ammoniak:
H. S u m a ch. Der heiss bereitete wasserige Auszug
dunkelbraun; verdunnte Schwefelsaure grauweisse Fallung
(Garbsaure), verdunnte Salzsaure desgl. ; Aetzkalilauge
dunkelbraune Farbung und flockiger Niederschlag ; beim
Erhitzen st;irkero Verdunkelung ; Aetzammoniak und
NaO, CUZ bewirken ebenfalls eine Verdunkelung ; Alaunlosung sogleich gelbgrauen Niederschlag; Bleiessig dicken
.graugelben Niederschlag ; Eisenchlorid schwiirzt die Losung.
Der Sumach ist reich an Gerbsiiure; er theilt die
Schwiimung durch Eisenchlorid mit dem Quercitron, dem
Gelbholz und Campecheholz. Charakteristisch sind noch
die Pallungen durch Schwefelslure und Salzsaure, so wie
die unrnittelbare Fiillung durch Alaun, melche sonst nur
noch beim Santelroth eintritt, bei den iibrigen Farbenbruhen (Krapp, Campecheholz, Fernambuk, Visettholz,
Gelbholz und Quercitron) erst nach Zusatz von Ammoniak.
Ludwig,
282
I. S a f f l o r
(Curthamus tinctoriue).
I. Der beiss be-
reitete wasserige Auszug des deutschen Safflors ist brandgelb (hellbraungelb) ; verdunnte Schwefelsgure bewirkt
darin keine Farbenveranderung ; Aetzkali schmache Verdunkelung der braungelben Farbung, ebenso H3N und
Na 0, CO2; Alaunlosung keine Veranderung ; nach H3 N
Zusatz gelbe Fallung; Bleiessig brilunlichgelbe Farbung.
II. Der heiss bereitete weingeistige Auszug des mit
Wasser extrahirten Safflors besitzt eine mehr rothgelbe
Farbe ale der wasserige Auszug. Mit Wasser vermiecht
bleibt er klar, wird aber hellgelb; S03, HCI, NO5 firben
ihn heller gelb; Aetzkali, H3N und NaO, CO2 desgl.;
Alaun und Aetzammoniak schwachgelber Niederschlag ;
Kalkwasser dcsgl. j Bleiessig dcsgl.
111. Aetzamrnoniakfliissigkeit zieht aus dem mit
Wasser und Weingeist ausgezogenen Safflor ebenfalls
nur gelben Farbstoff. Das Papierfilter, welches zum Filtriren des weingeistigen Auszuges benutzt wurde, farbte
sich schwachrosenroth. Der benutzte Safflor mochte sehr
arm an Carthamin sein.
K. S a f f r a n (Crocus sativus). Der heiss bereitete
wasserige Auszug hellbraunlichgelb (brandgelb, saffrangelb) ; verdiinnte Schwefelsaure keine Aenderung der
Farbe; Aetzkali, Aetzammoniak und kohlensaures Natron
keine Aenderung der Farbe; Alaun keine Fallung; nach
Ammoniakzusatz gelbe Fiillung ; Eisenchlorid nach Ammoniakzusatz gelbe Filllung; Bleiessig gelber Niederschlag.
Die Unveranderlichkeit des Saffrangelbs durch Sauren, Alkalien und Eisenehlorid ist sehr bemerkenswerth.
Stellen wir nun die gcprfiften Farbenbruhen nach den
Farben dee Spectrums zusammen, so haben wir violette
Reactionen bei Campecheholz; Violett und Roth bei Qantel
(weingeistiger Auszug); bei Fernambuk (wiisseriger Auszug); Roth und Gelb bei KraPP und Visettholz; Gelb bei
Qelbholz, Quercitron, Sumach (schmutzig), Safflor u. Safian.
Der Umschlag aus Gelb in Roth durch Alkalien
tritt ein bei Krapp, Fernambuk, Visettholz und Cam-
Mittheilungciz au.s dena Labomtoriunz.
283
pecheholz (hier mit Violett) und Santel. Der Uinschlag
aus Roth in Gelb durch Sauren findet bei denselben
Farbstoffen statt, mit Ausnahine des Santelroths, welches durch SBure dunkelroth wird. Der Umschlag aus
Both in Gelbl durch Weingeist ist zu beinerken bei
Campecheholz und Fernambuk j bei letzterem nun vollige Entfarbung durcli Wasserstoffgas in stntti nascendi.
Eisenchlorid schwarzt Sumach, Quercitron, Gelbholz und
Campecheliolz (verdunnte Losungen werden violett). Es
veriindert die rothen oder gelben Losungen nicht oder
briiunt sie etwas bei Iirapp, Fernambnk, Visettholz; es
verandert sie nicht bei Saffran.
Als Anhang iiiiigen hier die Reactionen des Cochenillefarbstoffs Platz finden. Der kalt bereitete wiisserige
Auszug der Cochenille ist hochroth. Skuren, namentlich
verdunnte Schwefelsaure, Salpetersiiure, Salzsaure und
auch GerbsSiure, so wie sauer reagirende Salze, namentlich Alaun, verandert die hochrothe Farbe in Gelbroth,
ohne Fiillung.
Alkalien, nanientlicli Iiali, Natron, Ammoniak, Kalkwasser verandern die rothe Farbe in Blauroth, ohne
Fallung j Alaun nebst Kalkwasser f d l t Braunroth j ebenso
Bleizucker ; Eisenchlorid fiirbt den wiisserigen Auszug
der Cochenillc intensiv violett, fast tintenartig (Analogie
mit Gnllussiiure). Auch in der Formcl der Cai minsaiire
C ? 6 N 1 * 0 1 6 = 2 C*4H70 8 tritt die Analogie derselben
mit den Gerbsiiuren und deren Abkoinmlingen hervor.
Also auch das Thierreich hat seine Gerbsiiuren. Die
NUhrpfliiIlze mag hierzu dae Clironiogen geliefert haben,
welclies dann im Tliierleibe Z L I ~Farbstoff umgewandelt
wurde.
Die Eisenoliloridlisung,, eiin dlgerieines Reagens auf
pflaezhohe Aitsziige.
Gerbsnuren und Chromogene (die Extractivstoffe V a u q u e 1i n 's) sind ini Pflnnzenreiclie allgemeiii verbreitet,
wie sclion aus der Thatsache hervorgeht, class alle Ausziige von Pflanzentheilen beim Abdunsten an der Luft
284
Ludwig
,
sich firben, wenn sie farblos waren, oder dabei ihre
Farbe verdunkeln, falls sie schon Farbe besassen.
Man konnte nun den Ausspruch von H a u y ,,quad
la nuture prend ses pinceaure, le f e r eat presque toujours
sur sa paletteu, ein Ausspruch, der besonders im Hinblick auf die Farben des Mineralreichs gethan wurde,
auch auf das Pflanzenreich anwenden und sagen, Eisen
fiirbe jeden P5anzensaft.
Die grosse Verbreitung der gemeinen Qerbsiiure
und Gahssiiure liefert uns Pflanzenausziige, welche durch
Eisenchlorid violett gefiirbt werden ; der Reichthum an
eisengriinenden Gerbstoffen und Chrornogen ist bekannt.
Um blaue Reactionen mit Eisenchlorid zu erhalten, brauchen wir nur das Morphin zur Hand zu nehmen (des
Blutlaugensalzes zu geschweigen); zur Hervorrufung rother
E’arbengemische die Meconsgure, Schwefelblausaure und
andere. Aber auch an gelben Reactionen ist kein Mangel. Die bis zur Farblosigkeit verdiinnte wasserige Losung des Eisenchlorides farbt sich gelb auf Zusatz der
wiisserigen Losung folgender Sauren oder ihrer Kali- oder
Kdksalze: Oxalsaure, Aepfelsaure, Citronensaure, Weinsaure, Trsubensaure, ChinasRure, Milchsiiure. Die Oxalsaure ist dabei am wenigsten empfindlich, zeigt aber
das merkwiirdige Verhalten, dass die gelbe Farbung auf
Zusatz von Salzsaure ja selbst von Schwefelsaure nicht
verschwindet, wahrend bei allen iibrigen genannten S#uren die gelbe Farbung auf Zusatz von Salzsaure vollig
verschwindet. Die gelbe Farbung erscheint bei allen
wieder auf hinreichenden Zusatz von essigsaurern Natron.
Da nun eine wasserige Losung von reinem Zucker
mit der farblosen Eisenchloridlosung sich nicht gelb farbt,
wobl aber wenn demselben Melasse oder eine oder mehrere der genannten Sauren beigemengt sind, so hat man
an der Eisenchloridlosung ein kostliches Reagens die
Beimengungcn von P5anzensaften zu Zuckerlosung zu
entdecken. So wird z. B. ein fast farbloses Infusum
frischer oder gut getrockneter noch weiss oder nur schwach
Mittheilungen aus dem Labovatoiium.
285
gelblich gefdrbter Meerzwiebeln (Bad. Scillae) auf Zusatz
einer bis fast zur Farblosigkeit verdunnten Eisenchloridlosung intensiv gelb gefiirbt. Eine mit essigsa-urem Natron vermischte rothbraun gefirbte Eisenchloridlasung (die
jetat essigsaures Eisenoxyd enthielt) wurde durch den
Meerzwiebelaufguss gelb gefarbt. Zusatz von Rohrziickerlasung hinderte diese Reactionen durchaus nicht.
Man wird bei niiherer Ueberlegung finden, dass nicht
bloss der Zucker, sondern eine Menge anderer wichtiger
Korper, die mit Eisenchlorid keine Farbenanderungen
erleiden, auf ihre Reinheit gepriift werden konnen.
L an d e r e r will in den Meerzwiebeln citronensauren und
weinsauren Kalk gefunden haben; auf der Gegenwart
dieser Salze wiirde dann die beschriebene GelbfArbung
beruh en.
Ueber eine Explosion beim Zusammenreiben von
Quecksilberoxylul mit Schwefel
schreibt mir ein Freund unterm 3. Januar 1861:
Vorigen Sommer wurde ich veranlasst, Quecksilberoxydul in Partien von 1 bis 2 Pfund als Versatzmittel
zur Vergoldung auf Porcellan anstatt des ublichen Oxyds
darzustellen. Da nun auf dem gewohnlichen Wege durch
Fallung mit Aetzkali sich stets ein Theil des Oxyduls
in Oxyd und metallisches Quecksilber zerlegte, welches
dann beini Reiben mit Qold mit diesem sich amalgamirte,
was nicht sein darf, so beschloss ich das Quecksilber
durch nasses Reiben an Schwefel zu binden, wohl wissend,
dass Quecksilberoxyd und Schwefel beim Erhitzen stark
explodiren. Ich setzte also auf circa 1 2 Loth des theilweise reducirten Oxyduls 1 Loth Schwefelblumen zu und
rieb es in einer geraumigen Reibschale gehorig angefeuchtet llingere Zeit. Da jedoch die grunlichschwarze
Farbe des Oxyduls nicht merklich schwarzer werden
wollte, so liess ich das Gemenge ruhig stehen und zwar
in der Nahe dea Fensters irn Lichte, worauf ich am andern Tage bemerkte, dass die Oberflache, welohe abge-
286
Lelintann,
trocknet war, sich rein schwarz gefarbt hatte. Das war
mir nun recht. Ich riihrte mehrere Tage hinter einander
mit dem Pistill vorsichtig um, wobei die Masae ganz
trocken und vollig schwarz wdrde. Vielleicht am vierten
Tage was es, die Sonne schien gerade in die Reibschale
hinein und hatte wahrscheinlich die Oberflache der Mssse
etwas erwarmt, als ich wieder umruhren wollte - ds explodirte beim ersten Druck des Pistills der ganze lnhalt
der Schsle, ahnlich verpuffendem Salpeter, jedoch ohne
Flarnme. Mir wurde der schwarzestaub ins Gesicht geschleudert (sum Gluck schutzte niich die Brille vor Verletzung der Augen). Die rechte Hand, welche das Pistill
hielt, war so verbrannt, dass die Haut derselben ledersrtig erschien. Glucklicherweise war der Schaden in
einigen Wochen mieder geheilt und keine nachtheiligen
Folgen fur mich damit verbunden.
Dasa Quecksilberoxyd mit Schwefel gemengt und in
einer Retorte erhitzt, cine furchterliche Explosion bewirkt,
berichtete schon P r o u s t (L. Gmelin’s Handbuch der
Chemie 3 Bd. S. 475). Von Oxydul konnte man Aehnliches erwarten und die obige Mittheiluug fordert zu doppelter Vorsicht auf, da ihr zu Folge eine gelinde Erwiirmung schon hinreichte, eine Explosion zu veranlassen.
4mpL
Vergiftnng jnnger Cilnse dnreh Wolfsmilch,
Enphorbia Cyparissias ;
beobachtet von
A. L e h i n a n n .
__
Vor einiger Zeit hatte ich Gelegenheit, die Wirkung
der Wolfemilch an jungen Giinsen zu beobachten. Auf
einem Landgute wurde mir mitgetheilt, dass seit drei
Wochen die jungen Ganse auf eine unerklarliche Weise
dahin sterben ; alle angestellten Beobachtungen iiber die
Ursnche des schnellen Absterbens htrtten zu keinem Resultat gefuhrt, mahrend man die Ausmittelung der Ursache sehr wunschte. Sogleich liess ich mir ein Thier,
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