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Vortragsreferate.

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70
Zinner, Lupke und Dybowski
9b: Schmp. 139 - 140" (Athanol)
ClzHnNzO (2103)
Arch. Pharmaz.
Ber.: C68,54
Gef.: C 68,56
H 10,55
H 10,19
N 13,32
N 13,31
Ber.: C 60,67
Gef.: C60,87
H 533
H 4,90
N 15,72
N 15.84
Ber.: C50,84
Gef.: C51,09
H 4,27
H 4,16
N 13.17
N 13.33
Ber.: C54,89
Gef.: C 54,88
H 5,44
H 5.49
N 11,64
lla: Schmp. 96 - 98" (Athand)
CgH i o N z 0 2 (17 8 J )
l l b : Schmp. 88" (Athanol) (s.a.%
CgHgClNz02 (212,6)
l l c : Schmp. 108" (Athanol) (s.ael))
C I ~ &IN202
H
(2403
Anschrift: Prof. Dr. G . Zinner, D-33 Braunschweig, Beethovenstr. 5 5
N 11,70
[Ph 111
Vortragsreferate
In dieser Rubrik des ,,Archiv der Pharmazie" werden Vortrage referiert, die bei Veranstaltungen der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft gehalten wurden und
uber die nicht in ,Qharmazie in unserer Zeit" berichtet wird.
Hauptvemmmlung der DPhC 1971
Anli5lich der Haupfversummlungder DPhG in K i d in der Zeit vom 29. September bis 3. Oktober 197 1 wurden folgende Vortrsge gehalten, von denen die zuerst aufgefuhrten in Form einer
wissenschaftlichen Abhandlung in nachster Zeit im ,,Archiv der Pharrnazie" erscheinen und daher
nicht referiert werden. Ebenso werden die in ,,Pharrnazie in unserer Zeit" referierten Vortrige
hier nicht beriicksichtigt.
H. Loth, Frankfurt: Untersuchungen zum Mechnnismus der oxidatken Hydratiderung vOn
Hydroxy- und Arninopyridonen (H. Loth und B. Hempel, Archiv Ph 98).
K.Rehse, Berlin: Der Apomorphmnachweis von Husemnnn (Archiv Ph 95).
R. Haller, Freiburg : Untersuchungen zur Stereochemie heterocyclischa Ketoxime und Hydrazone (R. Haller und W. Ziriakus, Archiv Ph 83).
M. Haake, Marburg: Heterocyclen-Synthesn mit azalogen Sulfonen (Archiv Ph 99).
E. Roder, Bonn: Zur Synthese van Pyrrolo [ lJ-akund Pyridmo-( 1,2-a]-lndolen (Archiv Ph 20).
H. Wollweber, Wuppertal-Elberfeld. 5-Aryl-2-imino-3H-oxazdo[
3,4-n] -perhydropyridine, Synthese,
Kontigurationsbestimmungund pharmakologische Wirkung (H. Wollweber, R. Hiltmann, Farbenfabriken Bayer AG)
71
Vortmgsreferate
305 f 72
Optisch aktive Phenyl-2-piperidyl-carbinole (I)) werden mit Isocyanaten zu Harnstoffen (11,
X = 0) umgesetzt und nachfolgend unter Waldenscher Umkehr stereospezifisch zu Oxazoloperhydropyridinen (111) cyclisiert. Addition von Isothiocyanaten an I und Cyclisierung fuhrt
zu Thiazolo-perhydropyridinen. Der Cyclisierungsmechanismuswird diskutiert. Die absolute
Konfguration der optisch aktiven Derivate von 111 wurde mit Hilfe von CD und ORD bestimmt. Pharmakologische Wirkungen der Isomere von 111 werden diskutiert.
x=&
- NH- R'
N-R'
111
x=o.s
R = A l k y l . Alkoxy, Halogen, CF3
R' = Alky;, A r a l k y l
[PR 011
D. Moderhack, Braunschweig. Synthese und Reaktionen 1-und 2-substituierter Tetrazol-5-alde
hyde
Die Titelverbindungen kiinnen aus den z. T. bekannten SChlormethyl-tetrazolen nach dem Verfahren von Krohnke hergestellt werden. Im Reaktionsverhalten zeigen sie je nach Art und vor
allem Ort der ubrigen Ringsubstitution auffaige Unterschiede: Als Folge des besonders ausgepragten Elektronenzugs des 1-substituierten heterocyclischen Liganden unterliegen 1-Alkyl- und
noch leichter 1-Aryl-tetrazolaldehyde bei sehr milden Bedingungen der Formiatspaltung, ferner
liefern sie stabile Hydrate sowie andere fur Aldehyde mit stark elektronegativen Substituenten
typische Addukte. Substitution des Heterocyclus in 2-Stellung setzt die elektronenziehende
Wirkung herab. Mit beiden Verbindungstypen lassen sich dariiber hinaus charakteristische Alde[PR 021
hydreaktionen d u r c h f ~ r e nuber
,
die berichtet wird.
H. Schonenberger, Miinchen. Struktur-Wukungs-Untersuchungenan tumorhemmenden Diphenylathylendiaminen
Es wird die Synthese von meso (I) - und rac. (11) -N,N~Dibutyla,cu'-di-(3-cNor-4-methoxyphenyl-)athylendiamin und analogen Verbindungen sowie ihre Rufung auf antimikrobielle und
tumorhemmende Eigenschaften beschrieben. Von den beiden Diastereomeren (I und 11) zeigte 11
eine ausgepragte Wirkung am DMBA-induzierten Mammatumor der Ratte. Gegeniiber Bakterien
und Pilzen waren I und I1 wirkungslos, am Yoshida-Sarkom, Sarkom 180 und soliden EhrlichCarcinom wurde keine Hemmung durch I und I1 beobachtet. Der Ersatz von CI oder CH,O
durch H in 11 fiihrte zu einer starken Abnahme der tumorhemmenden Wirkung. Die von 11
abgeleitete, in den Benzolringen unsubstituierte Verbindung ist dagegen am Mammacarcinom
wirksam. Es wird eine starke Abhangigkeit der tumorhemmenden Eigenschaften von der Art der
[PR 031
Alkylreste am N beobachtet.
Z.J. Vejdelek, Prag. Substitutionsderivate des 6,7,8,9-Tetrahydro-SH-benzocycloheptensals
potentielle P h m a k a (Z. J. Vejdelek und M. Protiva, Forschungsinstitut fur Pharmazie und
Biochemie, VUFB, Prag)
72
Arch. Pharmaz.
Vortragsreferate
-.
._
._
.~
~
Ausgehend von 6,7,8,9-Tetrahydro-5H-benzocyclohepten-5~n
wurde eine Reihe von neuen Verbindungen synthetisiert, die als potentielle Pharmaka pharmakologisch getestet wurden. Die
Verbindungen stellen Modellsubstanzen und Analoga von pharmakodynamisch interessanten
Substanzen dar, in denen u. a. der Phenylring durch den Benzosuberan-Bicyclus ersetzt ist. Einige
dieser Verbindungen zeichnen sich durch interessante pharmakologische Wirkungen aus.
[PR 041
E. Reimann, Bonn. Die Synthese natiirlicher Polyhydroxystilbene
Die Synthese hochhydroxylierter, natiirlicher Stilbene (VI a-f) gelang erstmals mit Hilfe der
Wittig-Reaktion. Die Darstellbarkeit der hierfur erforderlichen Carbonylolefinierungs-Reagenzien
mit Dihydroxybenzylstruktur war zweifelhaft, da die als Vorstufen benotigten Dihydroxybenzylhalogenide (2.B. I ) unbestandig sind. Durch Acylierung kann jedoch das nur in Losung kurze
Zeit haltbare I so weit stabilisiert werden, daO sich eine Umsetzung mit Triphenylphosphin zum
Wittig-Reagens (111) erreichen li5t. Nach Umesterung zur phenolischen Verbindung erhalt man
mit den silylierten Hydroxybenzaldehyden (Va-f) in Gegenwart von uberschussigem PhenylLithium die Polyhydroxystilbene (Vla-0. Diese besitzen aufGrund von 1R-, UV- und NMRSpektren trans-Konfiguration.
v1
V
a ) R2 = K
' = H ; K' = It3 = OSi(CH,),
b ) R1 = R' = H ; Ra = R3 = OSi(CH3)3
c ) H'
2
d ) H' =
e ) R1 =
r ) R'
=
R' = H; R3 =
R4 = 11; RZ =
HZ = H4 z H ;
K~ = H; K* =
bzw.
bzw.
OCH3; R' = OSi(CH3), bzw.
OCH3; R3 = O S I ( C H ~ )bzw.
~
R3 = OCH3
bzw.
1t4 = o s I ( c i i , ) ,
OH: O x y r e s v e r a t r o l
OH: P i c e a t a n n o l
OH: Rhapontigenin
OH: i s o - R h a p o n t i g e n i n
: Desoxy- rhapontigenin
OH: 3 3 . 3 ' . 5 ' - T e t r a hydroxystilben
[PR 051
H.J. Schwandt, Berlin. Hydroxylierung von 3-Methyl- I ,4benzodiazepinen durch Rattenleberrnikrosornen (H. J. Schwandt, W. Sadde und K.-H. Beyer. Pharmazeutisches lnstitut der Freien
Universitat)
Bei der mikrosomalen oxidativen Dealkylierung von t e r t i a e n Aminen werden Carbinolamine als
instabile Zwischenstufe postuliert, die spontan zu Aldehyden und sekundLen Aminen zerfallen.
Eine mogliche metabolische Rolle von tertiiren N-Oxiden in dieser Reaktion ist umstritten.
Um AufschluD uber den Mechanismus der Hydroxylierung von N-haltigen Verbindungen zu
erhalten, wurden Diazepam (I) und die 3-Methylbenzodiazepine (I1 und 111) mit Rattenlebermikrosomen inkubiert. Diazepam wird zu einem stabilen Carbinolimin metabolisiert.
30.5172
Vortragsreferate
73
c1
Mit 018-Tracern konnte Luftsauerstoff als Sauerstoffquelle der Hydroxyfunktion nachgewiesen
werden. Durch die 3-Methylgruppe in quasi aquatorialer Stellung wurde die 3-Hydroxylierung
von I1 im Vergleich zum Diazepam von 30 % auf 5 % reduziert. Es l i d e n sich in keinem Fall
N-Oxide als Metaboliten nachweisen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, daO das hydroxylierende
Agens nicht am N-4, sondern am H von C-3 angreift.
[PR 061
J. Holzl, Munchen. Untersuchung der Gallenlipide nach lnjektion von radioaktiv markierten
Phosp holipiden
Zur Klirung der Frage, ob ein exogenes Phospholipid von der Leber in die Galle sezerniert werden
kann, wurden 14C- und "P-markierte Substanzen eingesetzt. Die Markierung der Phospholipide
in den verschiedenen Positionen erfolgte durch eine In-vivo-Methode mit Sojabohnen (Glycine
max). Die doppelt markierten Phospholipide injizierte man Ratten und kontrollierte die Sekretion
dieser Verbindungen in der Galle. D a m wurde der Gallengang kaniiliert und Zusamrnensetzung
und Radioaktivitat der Gallenlipide untersucht. Dabei konnte nachgewiesen werden, dal3 Lecithin
intakt sezerniert wurde. Der Einflul) der Fettsaurezusammensetzung der Phospholipide auf ihre
Sekretion und auf die Bildung von Mizellarlosung mit Gallensauren und Cholesterin wird diskutiert.
[PR 071
H. Wunderer, Wurzburg. Aminojodchinone durch Oxidation von Aminophenolen mil Kaliumjodat
Bei der Priifung von pAminosalicylsaure auf 3-Aminophenol mit Kaliumjodat nach DAB 7-BRD
entstehen als farbgebende Komponenten 2-Amino-3-jodbenzochinon (1,4) und 2-Arnino-3,5dijodbenzochinon (1,4). Es wird uber den Strukturbeweis und Synthesemoglichkeiten berichtet.
Zur Abklirung des Reaktionsmeohanismus wurden weitere 3-Aminophenolderivate in gleicher
Weise umgesetzt. .4us den beobdchteten Substituenteneinfliissen 1 a t sich ableiten, dab die Jodierung beim Phenol an C-5, beim Chinon an C-3 erfolgt.
Als ungefirbte Nebenproduktc entstehen in allen Fallen Aminophenole unterschiedlichen
Jodierungsgrades.
[PR 081
8.Wolters, Braunschweig. Wirkungsmechanismen von Saponinen bei Mikrooqanismen
Anhand von Versuchen mit dem sterinheterotrophcn Pilz Phytophthora cactorum, mit Hefezellen und anderen Pilzen sowie Bakterien und Geweben hoherer Pflanzen ergibt sich folgendes
Gesam t bild :
1. Das Vorhandensein einer Zellwand bei pflanzlichen Organismen beeinfluat das Wirksamwer.
den von Saponinen in Abhingigkeit von der Zahl ihrer Zuckerketten.
14
Vortragsreferate
-._
Arch. Pharmaz.
2. Die Bindung von Saponinen an die Zellmembran von Pilzen 1st bedingt durch Komplexbildung
mit Sterinen und bei Triterpensaponinen durch einen zusatzlichen Mechanismus (vermutlich
Proteinkomplexbildung), sowie durch ho he Oberflachenaktivitat und Aufienkonzentration.
3. Die Wirkung auf die Zellmembran von Pilzen, deren Perrneabilitat dabei gesch&d!gt wird, ist
abhangig vom Bindungsgrad, der Konstitution von Aglykon und Zuckerkette und einer hohen
Oberflachenaktivitat der Saponine.
4. Eine Resistenz von Mikroorganismen gegen Saponine kann bedingt sein durch Bildung saponinabbauender Enzyme oder hingt vom Gehalt der Zellmembran an freien Sterinen ab.
(PR 091
D. Matthies, Hamburg. Amidoalkylierung durch Transferreaktion
Die aus den Aldehyd-Carbonamid-Addukten (I) darstellbaren instabilen a-Chlor-N-acylglycinDerivate (11) setzen sich mit H-aciden Reaktionspartnern (HY/Weg a ) unter Amidoalkylierung
zu a-substituierten N-Acylglycin-Derivaten (111) urn.
::
0
II
R' - c - C H - N H - c - R
I
-+
0
B
II
R' - c - CH - N H - c - R
I
C1
OH
1 Wen b
R' - C - ~ H - N H -c - R
ir
RL = A l k Ar-
Alkz = N Alk-0-
R
RL-C-CH-NH-
z-.
I
e
-R
IV
Wegen der hohen und unspezifischen Reaktionsfahigkeit sind die Verbindungen I1 als alkylierend e Chernotherapeutika unbrauchbar.
Das Ziel, Substanzen rnit selektiverer Reaktivitat zu gewinnen, wurde durch Einfuhrung bestimmter Substituenten Z (Weg b) erreicht. Die Verbindungen IV konnen in Transferreaktionen unter milden Bedingungen Amine und besonders auch Mercaptoverbindungen zu 111 amidoalkylieren (Weg c/HY) und so in biologischen Systemen als amidoalkylierende Transportformen wirksam werden.
[PR 101
H. Hoffmann, Wiirzburg. Polarographie von Sulfoximen
S,S-Disubstituierte Sulfoximine, die als potentielle Spasmolytica von Interesse sind, konnen
gleichspannungspolarographisch quantitativ bestimmt werden. Das polarographische Verhalten
dieser neuen Substanzklasse wird wesentlich von den Substituenten am Schwefel bestirnmt. Je
305172
Vortmgreferate
75
nach Art der Reste werden diffusionsbedingte Reduktionsstufen, katalytische Wasserstoffstufen
oder keine Reduktion im zughglichen Potentialbereich beobachtet. Es werden die wichtigsten
polarographischen Eigenschaften einigsr Sulfoximine besprochen. Eine quantitative Bestimmung
von 2.B. N-Diathylaminoathyl-S,Sdiphenylsulfoximinist bis zu einer Konzentration von
2 - 3 10-6m, auch nach vorheriger DC, mijglich.
[PR 111
P. Messinger, Hamburg. N o n e als chemische Transportformen germizider Verbindungen
Sulfone eignen sich als chemische Transportformen fii germizide Verbindungen, deren Wirkung
auf der Additionsffiigkeit von aktivierten Doppelbindungen oder auf der Ubertragungsfahigkeit
von *Amino- (bzw. Amido)alkylCruppen beruht.
Als Transportform brauchbare Sulfone erhat man durch Anlagerung von Sulfinduren an
aktivierte Olefine oder durch Kondensation mit Mannich-Basen. a-Aminosulfone entstehen aus
Sulfmsauren durch Anlagerung an Schiffsche Basen, Spaltung von Aminalen oder Mannich-Kondensation. Zu a-Amidosulfonen gelangt man durch Spaltung von Aminalen mit Sulfiisauren oder
durch Einwirkung von Acylhalogeniden auf Bis(sulfonylmethyl>amine.Die Reaktionsfihigkeit
der dargestellten Verbindungen mit nucleophilen Partnern wird untersucht.
Erste Vorteste zefen bei einigen Verbindungen eine fungistatische Wirkung gegen Dermatophyten und Schimmelpilze.
[PR 121
P. Pohl, Munchen. Stickstoff-Ausscheidung durch N,-fixierende BlauPlgen
N,-Fixierende Blaualgen scheiden N-haltige organische Verbindungen (Aminoduren, Peptide
u.a.m.) in die N5hrlOsung aus und lassen sich moglicherweise als Stickstoff-Quelle f%r die Massenzlichtung von Grtinalgen verwenden. Die Stickstoff-Ausscheidung der Blaualgen Anabaena cylindrica und Nostoc muscorum in verschiedenen Niihrlosungen und bei kontinuierlicher Zuchtung
w d e deshalb untersucht.
[PR 131
G. Rucker, Mtinster. Uber die Stereochemie dea Nardosinons
Es wird die absolute Konfiiuration des Sesquiterpenperoxids Nardosinon diskutiert. Die schon
friiher vermutete raumliche Anordnung der CH,Gruppe am C-10 in einer R-Konfiguration wird
durch weitere Ergebnisse (NMR-Messungen. chemische Verknlipfung) erhiiitet.
[PR 141
E. Freerksen, Borstel. Neue Wege zur Embeitung einer Chemotherapie d a Lepn
Man schatzt die Zahl der Leprakranken heute mit 15 Millionen. Die dexzeitige Therapie besteht
tiberwiegend in der Verabfolgung von Diaminodiphenylsulfon (DDS) und iihnlichen Verbindungen. Obwohl dem DDS eine gewisse Wirksamkeit nicht abzusprechen ist, kann man es nicht als
ein den heutigen Anspriichen genugendes Chemotherapeutikum bezeichnen. Es wird iiber Jahrzehnte verabfolgt und hat, soweit erkennbar, lediglich einen gewissen hemmenden Effekt auf die
Rogression der Erkrankung.
Die Schwierigkeiten bei der Erarbeitung neuer Chemotherapeutika liegen darin, daD das
M.leprae als Erreger der Krankheit nicht ziichtbar ist. Wir haben daher Versuche unternommen,
anstelle des M.leprae andere Mykobakterienarten heranzuziehen. und zwar solche, die in vitro
eine gewisse Sensibiliat gegenIiber DDS haben und in vivo beim Versuchstier Rozesse induzieren,
die hnlichkeit mit dem klinischen Bild der Lepra zeigen.
76
Vortragsreferate
Arch. Pharmaz.
Unter dieser Konzeption wurden In-vitro-, In-vivo-Versuche und auch erste Therapieversuche
beim Menschen durchgefuhrt. Uber die Methodik und erste therapeutische Ergebnisse wird berichtet.
[PR 151
J. Reisch, Miinster. Synthese und Metabolismus einiger N-alkinylierter Theophyllinderivate
(J. Reisch, I?. Bergenthal und U. Seeger, Institut fur Pharmazeutische Chemie der Universitat)
Die Synthese von khinyl-, Ropargyl- und Butinyltheophyllin wird beschrieben. Ausgehend von
Vinyltheophyllin wurde uber das Dibromathylderivat und anscNie5ende HBr-Abspaltung Athinyltheophyllin dargestellt. Die neue Substanz gehort zur Klasse der Inarnine. Im Gegensatz zu anderen
lnaminen findet bei Athinyltheophyllin in vitro keine nucleophile Addition von Wasser statt.
Propargyl- und Butinyltheophyllin wurden durch Umsetzung von Theophyllin-Kalium rnit Progargylbromid bzw. Butinylbromid synthetisiert.
Bei den Tierversuchen an Ratten wurden die Substanzen per Schlundsonde in DoLen von
80- 160 mg/kg appliziert. Der Metabolismus N-alkinylierter Theophyllinderivate ist abhangig
von der Entfernung der Dreifachbindung zurn N-7. Bei einer Kettenlange von zwei C-Atomen
wird an die Acetylengruppe H , O angelagert, wihrend bei grofierer Kettenlinge eine Hydroxylierung an dern C-Atom stattfindet, welches zur Dreifachbindung benachbart ist.
[PR 161
B. Unterhalt, Marburg. Reaktionen rnit Nitraminen (B. Unterhalt und D.Thamer, Institut fur
Pharmazeutische Chemie und Lebensmittelchemie der Universitat)
Oxime mit verzweigtem Alkylrest, beispielsweise Campheraxirn, liefern bei der Einwirkung von
salpetriger Saure bzw. Nitrosylhalogenid Nitrimine, die sich zu Nitrammen reduzieren lassen.
Diese monosubstituierten Nitramine sind auf anderem Wege durch Nitrierung geeigneter Saureamide, wie z.B. Dimethylaxamid, und anschliefiende alkalische Spaltung zu gewinnen. Sie zeigen
als Salze ambidenten Charakter:
Alkylierungsreaktionen fiihren zu N-Alkyl-Produkten bzw. in einigen Fallen zu Gemischen von
N - und 0-Alkyl-Derivaten, die teilweise getrennt und charakterisiert werden konnten. In anderen
Fallen war das 0-Alkyi-Produkt nicht zu fassen, seine Anwesenheit konnte durch NMR-Spektroskopie sowie durch den Nachweis charakteristischer Folgeprodukte wahrscheinlich gemacht wer[PR 171
den. - Acylierungen ergaben N-Acyl-nitramine.
P. Rohdewald, Minster. lnkremente fur die losungsbeeinflussende Wirkung funktioneller Gruppen
Die losungserhohende Wirkung der Alkohole, Amine, Amin-HCI-Salze, Amide und der Na-Sake
aliphatischer Monocarbonsauren nimmt generell mit der Anzahl der CH,Gruppen zu,die Einfuhrung hydrophiler Gruppen fuhrt zu einer negativen Beeinflussung dcr Wasserloslichkeit. Dieser
Befund wird auf die hydrophobe Wechselwirkung zwitchen den gelosten Substanzen und den jeweiligen Losungspartnern zuriickgefuhrt.
30.5172
- --
77
Vortragreferate
- __
--
Beim Vorliegen einer derartigen Wechselwirkung kommt der CH,Gruppe ein konstanter, von
der jeweiligen funktionellen Gruppe des betrachteten Molekiils unabhangiger losungsvermittelnder
Einfluf3 zu. Auch der Beitrag der hydrophilen Funktionen liefert konstante Inkrernente.
Die Ermittlung der lnkremente sowie die Berechnung der Loslichkeitsbeeinflussung des Amino.
phenazons und Coffeins durch verschiedene Salze wird gezeigt.
[PR 181
K. Fickentscher, Bonn. Synthese neuer Thalidomid-Analoga
Schonende Darstellung von N-(6-Ring-l.2dicarbathoxy)-glutaminsaureimiden(Thalidomid-Analogen) nach dem allgemeinen Schema:
I
b) B-Ring-l,Z-dicar-
bonsaureanhydrid
I1
+ 111
----*
111
ThalidomidAnalogon
S t e r e o s p e z . Synthese:
A. Ziegler, K i d . 1st die Geschwindigkeit einer pharrnakologischen Wirkung als Parameter bei d e r
von Bedeutung?
Diskusion von Struktur-Wirkungs-Beziehungen
Fur die Diskussion der Beziehung zwischen chemischer Struktur eines Pharmakons und seiner
biologischen Wirkung wird iiblicherweise als Mai3 f&die Wirksamkeit die Wirkung einer bestimmten Pharmakon-Konzentration im Gleichgewicht benutzt. Der Zeitverlauf der Einstellung der
neuen Gleichgewichtslage blieb bisher weitgehend unberiicksichtigt.
Am Beispiel Muskarin-artig wirkender Substanzen wird gezeigt. daf3 die Geschwindigkeit mit
der sich Effekte ausbilden, von Substanz zu Substanz sehr unterschiedlich ist. Die unterschiedliche Geschwindigkeit ist nicht mit der Affinitat korreliert und kann somit als weitere unabhangige Grofie in die Diskussion von Struktur-Wirkungs-Beziehungeneingehen.
Auf der Grundlage des kinetischen Verhaltens wird eine Modellvorstellung fur die Reaktion
cholinerger Pharrnaka rnit ihren biologischen Rezeptoren entwickelt, die eine Interpretation der
[PR 201
herkommlichen Begriffe ,,Affinitat" und ,,intrinsic activity" erlaubt.
G . Blaschke, Kid. Zur Konformation von Ephedrinderivaten
Bei Untersuchungen zur chromatographischen Racemattrennung wurden als chirale Adsorbentien Polyacrylsaureester und -amide zahlreicher Ephedrin- sowie Pseudoephedrinderivate synthe-
78
Buchbesprechungen
Arch. Pharmaz.
-
tisch hergestellt. Die zur Racemattrennung entscheidend wichtige Konformation dieser Adsorbentien konnte durch NMR-spektroskopische Messungen an monomeren Modellverbindungen
aufgekllt werden.
Demnach liegen wegen starker Wasserstoffbfickenbindungen N-Alkylephedrine wie Ephedrin
(1, R = R' = H) vorwiegend in der Konformation la und Ib, .N-Alkylpseudoephedrine (11, R =
Alkyl, R' = H) vorwiegend in der Konformation IIa vor. IIa ist auch nach 0-Acylierung aus
sterischen Griinden energetisch bevorzugt, wahrend bei den entsprechenden 0-Acylephedrinen
die drei Rotamere la -1c im Gleichgewicht vorliegen.
Im Gegensatz d a m werden in den NMR-Spektren der N-Acylephedrine und N-Acylpseudoephedrine mindestens 2 Signale der funktionellen Gruppen oft unterschiedlicher Intensitat beobachtet,
die bei Temperaturerhohung zu jeweils eincm scharfen Signal verschmelzen. Aus den Werten der
chemischen Verschiebung und den Kopplungskonstanten kann wiederum die Konformation der
Rotamere, aus dem Integralverhdtnis ihre Konzentration und aus der Koaleszenztemperatur die
Energiebarriere der Rotation ermittelt werden. In einigen Fallen lassen sich die Rotamere bei
Raumtemperatur dc auftrennen.
[PR 211
W. Hosel, Freiburg. Untersuchungen uber den Umsatz von Flavonolen in Cicer arietinum L.
(W.Hosel und W.Barz, Biologisches Institut 11 der Universitat)
Durch Pulsmarkierungsexperimentekonnte fur die in der Kichererbse /Cicer urietinum L.) vorkommenden Flavonole Kampferol, Quercetin und Isorhamnetin ein Umsatz nachgewiesen werden.
Die Geschwindigkeit des Umsatzes ist bei gleichbleibender Syntheserate von den Lichtbedingungen abhingig und erreicht im Dunkeln Maxirnalwerte. Aus Cicer urierinurn konnte ein Enzympraparat erhalten werden, das spezifisch Flavonolaglyka umwandelt. Das R o d u k t der sauerstoffabhangigen Enzymreaktion wurde durch chromatographische, chemische und spektroskopische
Untersuchungen aufgeklat. Die Reaktion fuhrt durch Veranderung des heterocyclischen Ringes
der Flavonole zu den entsprechenden 2,3-Dihydroxyflavanonen.
Die quantitative Verteilung der Flavonole und der flavonolumsetzenden Enzymaktivitat in
Curietinurn sowie das Vorkommen des Enzyms in anderen Pflanzen werden diskutiert. [PR 221
Buchbesprechungen
Concepts in Biochemical Pharmacology. Von B.B.Brodie, J.R.Gillette (Edit.). Vol 28/1 in
Heffter-Heubner-Neue Serie-Handbuch der experimentellen Pharmakologie-Herausgb. 0. Eichler,
A. Farah, H. Herken. A.D. Welch, 143 Abb., XVI,471 S., Springer Verlag, Berlin 1971
PICIS:DM 174.-.
Eines der aktuellsten Arbeitsgebiete der biochemisch arbeitenden Pharmakologie stellt
gcgenwartig die Pharmakokinetik dar, d.h. die Analyse der GesetzmBOigkeiten, denen die Aufnahme, der Transport und die Elimination von Arzneistoffen in bzw. aus dem Organismus unter-
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